Mittag, toi 25. Aprtt 1927
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HonWin NrüDen! in Shlna? ^London, 25. Avril. Nach einer Reuter- Lmng ans Peking tritt neuerdings der lenk in den Vordergrund, Tschaug- ßlin rum Präsidenten der chinesischen Re- Hit auszurufen. Die öffentliche Meinung gi der Anffassung zu. dah ein Regime hangtsolius von alle» Nebeln das geringste ft-
Auch Feng fßWcnt
fLondon, 25. Avril. Nach Meldungen i Santa« ist dort ein Delegierter Ags verhaftet worden, der offenbar Berbandlnngen, unter denen Feng das totomursndo iibernebmen sollte, nach Han- gekommen war. Ferner bat die Hankauer ierung eine Verordnung erlasien, durch die Posten des Oberbefehlshabers aügcschafit
»ein militärisches Direktorium die Fortsetzung des Feldzuges ernannt
k „Times- bemerkt k erzu ergänzend, Feng trotz seines mebrmonatige» Aufent- s in Moskau der Hankauer Regierung ver- tig erscheint.
Die Antwortnote an Tschen.
i Loudon, 25. Avril. „Times" meldet: dir Mitteilung der gemeinsamen Antwort Tschen» ausweichende Antwort zu bkschleu- N, bat die britische Regierung vorgeschla- dah der letzte Paragraph der Antwort- ,der eine Bezugnahme auf die Möglichkeit Sanktionen enthält, aus der Note iblerbe und den Gegenstand einer wei- i Mitteilung bilden soll, falls Tschen auf ir ausweichenden Haltung beharrt. Die een interessierten Mächte haben diesem Wag z u g e sti m m t.
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terWnmg der Mnrn der « vlivreuMen Aegimenirr
Königsberg L Pr., 24. April. Am «tag mittag wurden die Feldzeichen der tätigen ost- und westpveußischen Aegimen» in feierlicher Weise in die Schlosskirche rzesührt. Die 85 Fahnen und Siandarten alten Armee, mit frischem Lorbeer ge» &dt. wurde von dem Chef der Heereslei« l General Haye. von der Kaserne am annelplatz, wo sie seit ihrer Ueberführung dem Deichswehrministerium nach Königs- l aufbewahrt worden waren, an der Spitze Iahnenkompagnie in den Schlohhof ge»
ach einem voraufgegangenen Feldgottes- ” ergriff General Haye das Wort zu knden Ausführungen:
Rutsche Frauen! Deutsche Männer! ikraden der alten Armee! Kameraden der ® Wehrmacht! Dergeht diese Stunde 1 i Vergeht nicht, was sie Euch sagt und aus dem Rauschen dieses Fahnenwaldes entgegenbringt aus einer mehr denn aprigen ruhmreichen preußisch- deutschen drchte. Rehmt diese Stunde nicht hin als angenehme Abwechselung des Alltags»
Seht sie nicht an als eine schöne torische Schau. Laßt diese Stunde in Euch innerste aufwühlen. Auf dah wir wieder > werden und unser schönes deutsches »land wieder hrxÄringen. Angesichts, 1 Fldzeichen gedenkt der Deutschen, die auf diese Fahnen den Eid schworen und • Treue mit ihrem Herzblut, mit ihrem besiegelt haben. Ihre Gräber, auf der
Welt zerstreut geben Zeugnis von der "cher Vergangenheit. Und wenn wir eoben denken, wir haben genug getan, ,saben viel getan, — sie haben mehr ge» ‘ Sie haben ihr Leben hingegeben für die “’at und für die Brüder. Und so wollen , »Otte als Endergebnis dieser Feier das tagen: Aufwärts den Blick, vorwärts ,~at. furchtlos und treu in Einigkeit I ®»tt alles für das Daterlarrd! 11 nb so ’ bir gemeinsam: Unser trotz allem Herr» deutsches Dater'ind Hurra.
2, dreifache Hurra fand brausenden ^hall. Nachdem der gemeinsame Gesang Deutschlandliedes verklungen war, tour» ?e alten Feldzeichen unter dem Geläute ®uxien und Salutschüssen in die altehr-
Die Wahlen m Oesterreich
Ruhiger »erlauf bei starker Beteiligung
Die Beteiligung an den gestern nachmittag um 5 Ahr abgeschlossenen Nationalratswahlen, mit welchen in Wien und Niederösterreich sowie einigen anderen Bundesländern und Städten zugleich Landtags- und Demeinderatswahlen durchgeführt wurden, war außerordentlich stark. In Prozenten kann gegen 91 Prozent Wahlbeteiligung vor vier Jahren mit einigen Prozenten mehr, wenigstens in Wien, gerechnet werden, chervorzuheben ist der ruhige Verlauf des Tages und die Zurückhaltung, welche die Parteien in ihrer Wahlpropaganda beobachteten. Auch auf den üblichen Schlepperdienst konnte bei den guten Vorarbeiten fast ganz verzichtet werden. Der Bundeskanzler wird dem Bundes- Präsidenten voraussichtlich-Vorschlägen, den Naitonalrat so früh als möglich einzuberufen. möglichst in der zweiten Nlaihälfte, also ungefähr auf den 14. Mai.
Das vwlöüstze eeiamltreebnis
ff. Wien. 25. April. Bon den Nationalratswahlen sind bis auf acht Mandate aus dem Burgenland, die noch aus- steheu, die Ergebnisse bekannt. Bon möglichen Verschiebungen in Kärnten und Steiermark abgesehen, entfallen auf dieEinheitsliste78, Sozialdemokraten 64, Landbund 5 Mandate. Für 12 Mandaten bleiben Reststimmen, von denen nach den vorliegenden Berechnungen der Einheitsliste 3. der Sozialdemokraten 2 und dem Landbund 1 Mandat zufallen dürfte«. Bei 6 R-stftim- men-Mandaten des steiermärkischen Wahlkreisverbandes läßt sich noch kein Einblick gewinnen. Von namhaften christlich-sozialen Persönlichkeiten sind alle, die aufge- ftellt wurde», wiedergewählt. Auch die Grostdeutschen habe« ebenfalls ihre Mandate behalten, bis auf den Vizepräsidenten des Nationalrates Dr. Waber, dem aber in Wien ein Rest-Stimmen-Mandat zufalle« dürfte. Bon de» neuen Kandidaten der Erohdeutschen gilt der Obmann
der Erohdeutschen Bolkspartei, Dr. ffiat« tama in Wien, als gewählt, während der neue Kandidat der Einheitsliste Dr. Wal» t e r R i e h l, der als Nationalist und Antisemit stark angegriffen wordeu war, nicht gewählt worden ist.
Bei der letzten Nationalratswahl 1923, hatten die jetzt auf der Einheitsliste vereinigten Christlich-Sozialen und Eroh- deutschen 82 bezw. 10, zusammen also 92 Mandate erhalten. Die Sozialdemokraten hatten bei der letzte« Wahl 68, der Landbund 5 Mandate erlangt.
EiWiergrbiM
Endergebnis der Wiener Eemeinderatswahlen.
ff. Wien. 25. Avril. Die endgültige Zusammensetzung des Wiener Eemeinderates ist:
78 Sozialdemokraten,
42 Mitglieder der Einheitsliste, davon 40 Ebristlich-Soziale und 2 Grohdeutsche. Gegen 1823 bleibt der Besitzstand für die Sozialdemokratie unverändert.
Wiener-Neustadt. 24. April. Bei den Wahlen zum Demeinderat .dessen Sitze sich von 50 auf 45 verminderten, erhielten die Sozialdemokraten 29 Mandate, bisher 34, die Einheitsliste 15, bisher 15, die Kommunisten verloren ihr einziges Mandat an die Nationalsozialisten.
Das Wahlergebnis aus Oberösterreich.
fk. Linz, 25. April. In ganz Oberösterreich entfallen auf die Einheits- i
”f ’--e e Mi' demokraten 5 Mandate. 4 Rest» stimmen-Mandate find z« besetzen.
Eesamtwahlergebais in Tirol.
st. Innsbruck, 25. April. Bei den gesttigen Nationalratswahlen in Tirol wurden gewählt 6 Kandidate der Einheitsliste und 2 Sozialdemokraten.
Dinghofer wieder gewählt.
st. Linz, 25. April. Der Vizekanzler und Führer der Droßdeutschen, Dr. Dinghofer, wurde bei den Nationalratswahlen im Wahlkreis Linz wiedergewählt.
würdige Schloßkirche getragen. Sie werden voraussichtlich in dem Moskowittersaal des Schlosses einzurichtenden Kriegsmuseum für Ostpreußen Aufstellung finden.
zelttmiftimlle uud SutTtrifcuet
Von besonderer Seite in Berlin wlro uns mitgeteUt:
Da die Zolltarifnovelle vom 17. August 1925 am 31. Juli d. Js. abläust, muh die Regierung in den nächsten Monaten im Reichstage eine Vorlage über die Neuregelung der Zölle ab 1. August einbringen. Da wir uns sowohl in politischer wie in wirtschaftlicher Beziehung immer noch in einem liebe rgangsstadium befinden und auch im übrigen die Grundlagen für die .Schaffung eines neuen großen Zolltarifes noch nicht gegeben sind, ist wohl auf alle Fälle damit zu rechnen, daß die Regierung eine Verlängerung der Zolltarifno- velle um 1 bis 2 Jahre Vorschlägen wird. Bis, dahin dürften sowohl die große Wirt- schaftsenqete als auch die noch ausstehenden wichtigen Handelsverträge zum Abschluß gebracht sein.
Man rechnet damit, daß gleichzeitig mit der Verlängerung der Zollnovelle einige Aenderungen in Bezug auf ihren Inhalt hauptsächlich auf dem Gebiete der land- toirtschaftlichen Zölle erfolgen werden. Obenan steht die Frage der Zuckerzoller
höhnng. Es ist eine Erhöhung der Zollsätze von 10 auf 15 M. für Verbrauchsund von 8 auf 13. M. für Rohzucker in Ausstchr genommen.
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MvaffertalnfMe
in Mecklenburg
S ch w erin. 24. April . In der Gegend um Dörnitz sind sämtliche Gärten, Wiesen und Felder meterhoch vom Wasser bedeckt. Hunderte von Morgen besten Ackerlandes sind überflutet. Die Diehweiden, die bereits guten Grasbestand aufwiesen, sind in eine gewaltige Wasserfläche verwandet, so daß an ein Austreiben des Diehes ht nächster Zeit nicht zu denken ist. Die Landwirte haben schwer unter der Futtemot zu leiden, da das Dieh hungernd im Stalle steht. Der gesamte in Aussicht stehende Ertrag der sch«, bestellten Felder und Gärten ist auch dieses Jahr wieder vernichtet. Die Gegend zwischen Polz und der Lenzener Wische gleicht einer großen Wasserwüste. An der Lenzener Änterwische sind bereits die Sommerdeiche überflutet, und ein noch immer weiteres Steigen des Hochwassers ist zu erwarten, das in kurzer Zeit den höchsten Stand der vorjährigen Wasser» katastrvphe erreicht haben wird.
Erhöhung btt WslgMhren
B ? rsin . 24. April. Das Reuhspost- miniitetium bereitet eine Vorlage a« de» Verwaltungsrat vor, wonach die Briefbeförderungsgebühr von 10 Pfennigen auf 15 Pfennige und demenffpechend die übrigen Postgebühren erhöht werden fallen. Der im Zahre 1868 eingeführte Zehn- Pfennig-Tarif ist bei dem heutigen Geldwert auch nicht mehr annähernd im Stande, die stetig steigenden Selbstkosten der Post zu decke«. Die infolgedessen feit einiget Zeit gespannte Finanzlage der Deutschen Reichspost läßt nach Lage der allgemeinen Wirtschaft leider für absehbare Zeit eine wesentliche Besserung nicht erwarten. Während die Grundpreise von Znduftie und Gesamtwirtschaft, der Lebenshaltungsindex und die Abeitslöhne allmählich um 50 Prozent und mehr gestiegen sind, und die Ausgaben der Post sich dadurch laufend erhöht haben, find die Postgebühren gleich geblieben, so daß fich eine immer größere Spannung ergibt. Kein Land der Welt hat noch gleich niedrige Postgebühren. Keine Eisenbahn oder Straßenbahn hat so niedrige Tarife wie die Deutsche Reichspost. Es ist daher nicht mehr zu umgehen, daß die Post uuumehr ihre Tarife an d.ie allgemeine Preislage angleicht.
Stolnitot Erklärungen zur SKMage
Warschau, 23. April. Zu den Blät- termeldungen, daß Polen den vom Völkerbundsrat am 12. März d. Js. gefaßten Beschluß zur oberschlesischen Schnlfrage nicht erfülle, wurde der Polnischen Telegraphenagentur aus maßgebenden polnischen Kreisen folgendes mitgeteiü:
In strenger Ausführung des obenerwähnten Beschlusses des Völlerbundsrates wurden von den zuständigen polnischen Behörden alle notwendigen Verordnungen erlassen, die sich auf die Strafmandate gegen die Eltern der vom Schulunterricht sernbleibenden Kinder beziehen, d. h. sowohl auf die Einstellung der wetteren Verhängung wie auch auf Einstellung der Durchführung der nach dem 12. März d. Js. und auch vor diesem Tage bereits verhängten aber noch nicht vollzogenen Strafen. Außerdem wurden Listen aller derjenigen Kinder angefertigt, die die Schulen nicht besuchen, und die Kinder werden vom 5. Mai d. Js. ab den Minderheits- schulen direkt zugeführt. Die polnischen Behörden haben sonach in dieser Frage die zitierten Bestimmungen des Völkerbundsratsbeschlusses vom 12. März d. Js. loha- lerweise durchgeführt.
Anmerkung des W.T.B.: Nach unseren Feststellungen sind solche polnischen Verordnungen nicht bekannt geworden. Bekannt sind aus der deutschen Presse Polnisch-Oberschlesiens mündliche Mitteilungen des Kattowitzer Wojewvden an den deutschen Abg. Ulitz, die trott deutscher Seite nicht als eine befriedigende Erfüllung der im Genfer Schulkompromiß von polnischer Seite übernommenen Verpflichtungen angesehen werden können. Es muß abgewartet werden, ob die von der polnischen Tele- graphenagentur bezeichneten Verordnungen, wenn ihr amtlicher Wortlaut vorliegt, die volle Ausführung der Genfer Beschlüsse sicher stellen.
Aufhebung von Sanktionen gegen elsah« lothringische Autonomifte«.
fT. Paris, 25. April. Ministerprä- stdent Pvineare hat im Verlauf seiner Beruhigungspolitik in Elsaß-Lothr engen die Aufhebung der Strafmaßnahmen gegen jene Staatsbeamten beschlossen, die im vergangenen Jahre die Kundgebung der elsaß- lothringischen Autonomisten unterzeichnet hatten. Das „Journal" bezweifelt die Zweckmäßigkeit dieser Verordnung.