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Der RaubüberW in Mexiko
Mexiko, 21. Avril, lieber das in der Nabe von Limon (Provinz Jalisco) verübte Eisenbabnattentat, bei dem ein Personenrug zur Entgleisung gebracht und die Mitreisenden zum größten Teil ermordet wurden, sind nähere Einzelbeiten bekannt geworden. Die militärische Bedeckung des Zuges leistete den Banditen dreieinbalb Stunden lang Widerstand, bis der letzte Soldat getötet war. Dann stürmten die Räuber den Zug und gingen mit Messern und Revolvern gegen ihre Opfer vor unter denen sie ein entsetzliches Blutbad anrichteten. Die Ueberlebenben wurden in den Abteilen eingeschlossen und diese mit Petroleum übergossen und angezündet. Im ganzen sind nutzer der siebzehn Mann starken militärischen Bedeckung einhundertdreitzig Pasia-
grcitag, teo 22. Avril 1927
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Barlettas der demokratischen Partei
Dr. stech wer den gkvtzdenlschen EinheWaal
giere ermordet worden. Es sind sofort Truv» ven und Sanitätspersonal nach dem Ort des Verbrechens entsandt worden- Präsident Calles bat befohlen, die Banditen tot oder lebendig gefangen zu nehmen.
Rach Berichten von Augenzeugen wurden zahlreiche Opfer des Banditenüberfalles auf den Mexikoexvretz beim Eintreffen der Regierungstruppen durch Mesierstiche zerstückelt und im Wahnsinn schreiend aufgefunden. Zwölf Ueberlebende, zumeist Amerikaner und Engländer, konnten nach Euadeliara geschafft werden. Ein Ueberlebender, -er anseben mutzte, wie seine ganze Familie verbrannte, lachte vom Wahnsinn ergriffen, als man ihm von dem Vorgefallenen berichtete. »Die Opfer wurden größtenteils sofort an der Schreckensstelle begraben, um Seuchen zu vermeiden.
Regierung entlassenen drei kommunisti- schru Ministern um den Finanz-, den Znstiz- und den BerkeHrsminister. Dir itttt Regierung Hat den übrigen Mi- ßistsrn empfohlen, ihre Stellungnahme zu erllären. Wenn sie sich als Gegner des
wird erklärt, wen» die Behörden in Han- hu der Kontrolle Nankings zustimmen, so »erde Tschangkaischek versuchen, den Bruch freundschaftlich zu teilen. Wenn jedoch Widerstand- erfolge, würden Zwangsmah- lahmen angewandt werde«. Es wird an, lenommett. „da Nanking jetzt de facto- legierung ist", dah die Mächte ihre Note kr Nankinger Regierung überweise« wer- ^r». Das nationalistische Hauptquartier l«!It oraus, dah die Regierung sofort Een Forderungen nachkommen werde, da wenigstens für den Augenblick nicht be- Esichtige, irgend welche Schwierigkeiten Ait den Mächten zu riskieren.
Rach einer Meldung der Blätter aus Schanghai verlautet dort, dah 9000 > Betonten der Armee T s ch a n g t s ol i n s wit bewaffneten Bauern niedergemetzelt Serben sind, nachdem sie am 17. Februar Kieses Zahres die Hauptstadt der Provinz Honnn, Kaifexg, fluchtartig verlasien und fabei Waffen und Munition im Stich ge* Nen hatten. Jetzt, wo Tschangtsolin diese Btabt wieder eingenommen hat, fürchtet Aa« grausame Wiedervergel- E»ngsmahnahme« gegen die Bewohner.
Gruppe«xtnfgrfa>t gegen rschnngkaischek.
Nach einer Meldung der „Times" ans Peking wird berichtet, daß große Truppen- iörper auf dem Jangtse von Hankau nach ^uhu befördert werden, um General tschangkaischek anzugreifen. Dieser er» ^Ne, daß er 300 000 Mann unter fei» *ttl« Befehl habe und auf alles vorbereitet
Der Korrespondent bemerkt, es könne nine wirkliche Sicherheit geben, bevor die yremdengarnisonen in Nordchina inner» ^lb des Gesandtschaftsviertels wesentlich Erstarkt feien.
MsWkaMtt stampf gtetn »le Sommimiittn
Nvrvdia und »rri hmmuniitiitht Rilglirön der SMeslnuns entlassen
Schwere Dvmrenypsostvn in MM»
7 Tote und zahlreiche Berletzte.
fk. Paris, 22. April. „Journal" berichtet aus Madrid:
Während eines Feuerwerkes auf dem Arsenalplatz ist eine Bombe, die einer der Feuerwerksküaftler in einem Mörser un. tergebracht hatte, explodiert. Einem jun, gen Manne wurde dabei der Kopf ab, gerissen, 30 Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Drei find 6e, reits ihren Verletzungen erlegen. $iej'it der Verletzten muhten beide Bein« abgenomme» werden; ihr Zustand ist hoff, nungslos. Bei der ausgebrochenen Panik hat sich ein groher Teil der Zuschauer in den in der Nähe befindlichen Fluh gestürzt. Dabei sind 3 Personen ertrunken.
überholt. Die politische Arbeit in Deutschland könne sich nicht über 18 Parlamente verteilen. Die Zuständigkeiten Les Reiches könnten int Zeitalter des Flugverkehrs, des Radios, des internationalen Mei- nungs- und Kultur-Ausschusses nicht nur auf einige Gebiete beschränkt sein. Durch Verhandlungen zwischen Reich und Ländern sei ein Programm aufzustellen, das eine
klare Abgrenzung der Aufgabenkreise vorsieht. Die doppelten Kosten, die heute durch die Aufrechterhaltung von Landesanstalten neben Reichsanstalten entständen, seien zu beseitigen. Die Zuständigkeit des Reiches auf dem Gebiete der Gesetzgebung reiche nicht allein aus, wenn das Reich keinen Einflutz auf die Ausführung der Reichsgesetze habe. Dem Reich fehle sein eigener Verwaltungsunterbau. Die schweren Nachteile dieses Zustandes seien schon im alten Reich hervorgetreten. An der Finanzhoheit des Reiches dürfe nicht gerüttelt werden. Bei einer territorialen Neugliederung des Reiches sei an dem Bestände der mittelgroßen Länder festzuhalten. Preußen sei in seiner überragenden Grotze im Rahmen des deutschen Reiches der Vorläufer des deutschen Einheitsstaates, doch muffe der Versuch, Preußen durch Aufsaugung aller übrigen deutschen Länder zum deutschen Einheitsstaat werden zu lasten, ebenso wie eine
preußische Hegemonie abgelehnt
werden. Zur Vollendung des deutschen Einheitsstaates gehöre die Aufnahme Oesterreichs und zwar in der Form, datz entweder Deutsch- Oesterreich als ein Land eintritt, oder die österreichischen Länder für sich getrennt eintreten . Die Wahl des Weges könne den Deutfch- Oefterreichern überlassen bleiben.
Dem Vortrag des Reichstagsabgeordneten Koch folgte ein Referat des Nürnberger
Oberbürgermeisters Luvve
über das gleich Thema. Für die Durchführung des Gedankens des Einheitsstaates feien zwei Wege gangbar. Einmal die Ausdehnung der Zuständigkeit des Reiches, und dann das freiwillige Aufgehen der Lader in das Reich. Datz zur Schaffung des notwendigen Einheitsstaates Preutzen nicht zertrümmert zu werden brauche, fei heute selbstverständlich. Der umgekehrte Gedanke eines Aufgebens der übrigen Länder in Preutzen wird auch nicht zum Ziel führen. Irgend ein Weg müsse aber gesucht werden, der die Selbstverwaltung der Länder erhalte, denn die übertriebene Zentralisation habe sich oft als sinnlos herausgestellt.
In der Aussprache bezeichnete der preußische Finanzminister D. Hopker-Aschoff auch aus außenpolitischen Gründen den Einheitsstaat als erstrebenswert. Die Reibungen zwischen den beiden Verwaltungszentralen des Reichs und Preußens verschlinge ein Drittel der großen Arbeitskraft, die in dem preußischen Ministerien überhaupt aufgewendet werden müsse. .
N fk Schanghai, 22. April. Die neue ■ Negierung Tschangkaischek in Nan- A kisg hat die Han kau er Regierung ■ vollständig verdrängt. Tschang- W kaijchek hat Borodi« sowie alle se^ne H Mitarbeiter und drei kommunistische Mi- ■ «iiter entlassen. Das nächste Ziel 8 Tschangkaischeks besteht darin, die Mächte JH zn besänftigen, die Kommunisten zu ent« ES fernen und dem Vormarsch Tschang- tjslins zu begegnen. Tschangtsolins । Truppen haben die Grenze von Honan i end Hupeh erreicht, wo ihnen die Haupt- armer der Südtruppen gegenübersteht.
W®* Zwischen Hankau und Nanking sind Lerftändigungs - Verhaudlun- pr«, zen im Gange. Tschangkaischek hat eine« ?uhr Muen Angriff gegen die Stellung der uch«. ^»rdtruppen unternommen.
9tr Prozeß um un» „Oinmcia“
Leipzig. 21. April. Vor dem Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik hat heut« die Verhandlung über die
Beschwerde gegen das Verbot des Bunde» „Wiking" und des Sportvereins „Olym« via" durch die preußische Regierung begonnen. Den Vorsitz führt Senatspräsident Riedner, richterliche Beisitzer sind Reichsgerichtsrat Arnold und Reichsgerichtsrat Heller, als politische Beisitzer fungieren die Reichstagsabgeordneten Landgerichtsdirektor Dr. Wunderlich-Leipzig, Minister a. D. Wisse l-Berlin, Derbandsgeschäfts- sührer A u f h ä u f e r-Berlin, Derbandsvor- sitzender Brande S-Stuttgart, der Land- tagsabgeordnete, Referent im preußischen Handelsministerium Hartman n-Derlin und Fabrikbesitzer Emil Schmid t-Leipzig. Als Vertreter der Beschwerdeführer sind anwesend die Rechtsanwälte Dr. Bloch für .Wiking", Dr. Hahn und Dr. Sack für .Olympia". Mit der Wahrnehmung der Interessen des preußischen Ministeriums des Innern, ist betraut Rechtsanwalt Marti n-Leipzig und als Kommissare find anwesend Ministerialrat Schönner und Regierungsrat Dt. I a n i ch. Als Vertreter des Deichslommif- sars zur Aeberwachung der öffentlichen Ordnung war Regierungsrat Dillinger- Berlin erschienen. Ferner hat, wie der Vorsitzende mitteitte, der Oberreichsanwalt gebeten, der Verhandlung beiwohnen zu dürfe« Für die Verhandlung find mehrere Tage an« gesetzt.
Die Zeugen
sind erst für Freitag geladen, und zwar: bet Hochmeister des Jungdeutschen Ordens, Arthur M a h r a u n, der Ordenskanzler Bornemann, Generalleutnant a. ®. Salzenberg, Oberst v. Luck (Führer beS Vereins .Olympia"), Oberst a. D. v. Knauer, Oberstleutnant a. D. v. Hugo. Major a. D. v. Soden st «rn (Bund „Wiking"), Major Herrmann, Major a. D. v. Stephani, Major a. D. Schmeidler, Freiherr v. Dietinghoff-Scheel, Hauptmann a. D. v. Tschammer und der Osten, Gerichtsreferendar Friedrich und der Kaufmann K ä s h a g e.
Vor Eintritt in die Verhandlung teilte der Vorsitzende, Präsident Riedner mit, daß die Oeffentlichkeit für gewisse Teile der Verhandlung ausgeschlossen werden könne und zwar einmal aus Gründen der Staatssicherheit und dann auch deshalb, weil Dinge zur Sprache gebracht werden könnten, die bisher Gegenstand eines geheimen Verfahrens gebildet hätten. Der Vertreter des preußischen Innenministeriums teilte mit, daß vorgesehen sei. den Geschäftsführer des Wikingsbundes, Oberleutnant a. D. Lidig, als Zeugen zu laden. Rechtsanwalt Dr. Bloch gab bekannt, daß Kapitän Ehrhardt ein Schreiben an ihn gerichtet Habe, in dem er sein Bedauern zum Ausdruck bringe, dah die äußeren Umstände es ihm nicht gestatten, die Interessen des Wiftngbundes persönlich zu vertreten und zu den schweren Beschuldigungen Stellung zu nehmen, die der preußische Innenminister immer noch persönlich gegen ihn vorbringe. Der Vertreter des preußischen Innenministeriums teilte daraufhin mit, dah man sich Vorbehalte, auch den Kapitän Ehrhardt als Zeugen laden zu lassen.
Sodann verlas der Berichterstatter Arnold eine umfangreiche, in Wsestdeutsch-
Nach einer Reutermeldung aus Schang- Tgft jei handelt es sich bei den von der neuen
E' Vollzugs« usschuh wichtiger ist als das Ministerium.
Hamburg, 21. April. (TA.) Auf dem Demokratischen Parteitag, dessen heuriger erster Derhandlungstag dem Thema „Der groh-deutsche Einheits- staat — da s Ziel und der Weg" gewidmet ist. führte der Parteivorsitzende, Reichstagsabgeordneter Koch- Weser, als erster Redner unter anderem auS:
Anitarismus und Dezentralisation, E i n- heit und Gliederung seien die Vorbedingungen für die Organisation jedes Großstaates. Die Zentrale müsse so schlagfertig gestellt werden, dah sie die Lebensfragen der Ration ungehindert lösen könne. Sie müsse sich fteihatten von Aufgaben, die von Verbänden mit Eigenverwaltung gelöst werden könnten. Mit dem Selbstbestimmungsrecht der Verbände könne ein mahvolles Mitberatungs- und Mitbestimmungsrecht in den Angelegenheiten des Gesamtstaates verbunden sein. In der deutschen Geschichte sei weder die Einheit noch die Gliederung des Reiches in befriedigender Weise ausgebildet worden. Der sogenannte gesundeFöderalis- muS sei
nichts als ein dynastischer Partikularismus gewesen. Der heutige Föderalismus habe nichts mit den Eigenarten der deutschen Stämme zu tun, er sei nicht Stammes- Föderalismus, sondern Staaten-Föderalismus oder richtiger Staaten - Ego- ismus. Von den 13 deutschen Stämmen feien 7 ganz und 3 teilweise im preußischen Staate vereint, ohne ihre Eigenart ein- gebüßt zu haben. Die Eigenart der deutschen Stämme zu pflegen sei eine Aufgabe beS gesamten Volkes aller deutschen Reichs-, Landes- und Stadtverwaltungen. Zu dem politischen Gedanken der deutschen Einheit trete heute der wirtschaft- schaftliche Gedanke der Rationalisierung. Man könne der deutschen Wirtschaft keine Rationalisierung zumuten, wenn man im deutschen Staatsleben an dem Zustand des Reben- und Gegeneinanderregierens festhalte. Jede große Verwaltungsreform sei in Deutschland unmöglich, wenn sie nicht auf der Grundlage des Einheitsstaates beruhe. Die Revolution habe es versäumt, den dezenttali- sierten Einheitsstaat herbeizuführen. Zu verneinen sei heute in erster Linie die Souveränität der Länder, die der Reichsinnenminister entgegen dem Inhalt der Reichsverfassung bejaht habe. Auch die Aufrechterhaltung von Gesandtschaften zwischen den deutschen Ländern sei als Rudiment aus alter Zeit zu beseitigen. Die Aufrechterhaltung von. 18 Parlamenten und ihren verantwortlichen Ministerien sei.
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