Einzelbild herunterladen
 

MßkWVV, («126. «Wti 1927

gn jDtaMIW« Sdhmg* «t- Mif sechsmal toscheuUlch. 9c E«p«t« menatlt* 2 SM. attf* mq41. ZaMIrmgSgtbühk. durch SM.Für «ttoa Infolge gtrtiff, Maschinen des« kl« oder Lreiznlsi« ausfallend« Manuaern loh» tdn Ersatz ge» ^fUL Verlag d. vr. §. Kltzeroth, tttgdl der Unw.-Buchdrurkerei b. 5* Ong. Koch, Mark! 21/23. sprech er: Rr. 54. a. Rr. 65.

«vstscheckkvnlo: Stet Frankfurt <_ W. Rr. 5015. Sprechzeit tet Ardaktion von 1011 und 1,11 Uhr.

HbcrhcMche

Satburott A MM*

AsefoiMilm Z B7 I I II |||l LMMilm»

9tt. 91 «L NAkg. Matburg a. Bahn

Der AnzeigenpreU beträgt fftt den 10 gespalt. ZelleuurMKnete« 0.08 «M klein« varanzrigeu 0.06 e®n amtlich« und aus- wLrtige Anzeigen 0.10 SM. Sei schwierigem Satz sowie bei Platz- dorschrist SO»/. Aufschlag. Sauunelanzeigen 100/, schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 SM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tag«. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch di« Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark --- Dollar.

flnzeigerjürldasMier KuchMche)<vbtchessen/-> Amtlich es VetMnüigmigsblMßwdKreisNartmrg

Elm killte 9ltglttung in Ona?

6lnot6|lref» des «enerals Sei in Santen

Paris, 19. April. Eine Havasmel- du«g aus Schanghai bestätigt, daß der Staatsstreich des Generals Hei in Kanton gelungen sei. Die Arbeiterver, bände seien entwaffnet, die Kommunisten geächtet worden. Ma« habe 3000 Verhaf­tungen vorgenommen. Eine von der Hankauregierung unabhängige Kom­mission verwalte die Provinz.

Wangchingwei in Hankau.

Hankau, 19. April. Wangchingwei, der Kuomintanoführer, der sich krankheits­halber mehrere Monate in Paris aufge­halten hat, ist in Hankau eingetroffen und wurde durch die Regierung und die Par­teiführer begrüht. Wangchingwei ist Mit­glied der Regierung. Er kam vor einigen Tagen in Schanghai an, wo eine Konfe­renz der Parteiführer über die örtlichen Angelegenheiten stattgefunden hat. Wang­chingwei ist jetzt auf Aufforderung des Zentral-Exekutivkomitees nach Hankau ge­kommen u«d wird sofort die Leitung des Bureaus des Exekutivkomitees Lber- * *-*-*

Die Gegenoffensive der Eiidarmee.

Wie der Sonderkorrespondent desD b - lernet aus Schanghai berichtet, ist es den Kantoneser Truppen gelungen, den Vormarsch der Rordtruppe« durch einen starken Eege«stoß nördlich von Nanking zum Stillstand zu bringen. Die beider­seitigen Verluste werden mit 29 090 Mann angegeben. Zangtschau nördlich von Tjchinkiang ist wieder in die Hände der Kantoneser gefallen. Rach dem gleichen Bericht steht nunmehr endgültig fest, dah die Rordtlupen den Jangtse an keiner Stelle überschritten hatten. Die Pariser

Information" meldet aus Schanghai: Bon nationalistischer Seite wird behaup­tet, dah die nationalistische« Truppe« durch ein Umzingelungsmanöver auch in der Gegend von Pengpau einen vollstän­digen Sieg über die Nordtruppen davon­getragen hätten, die von ihren Verbin­dungen abgeschnitten worden seien.

Die Lage in Nanking.

fk. London, 20. April.Times meldet aus Schanghai vom 19. April: Trotz der Versprechungen Tschangkaischeks find die Zustände in Nanking n i ch t b e s s e r geworden als früher. Kein Ausländer kann an Land gehen und das Plündern dauert fortgesetzt an. Es würde ein groher Fehler sein, zu glaube«, dab Tschangkaijchek de« Auslän­der« gröberes Entgegenkom­men zeige oder seine Versprechungen besser einhalten wird, als die Kommu­nisten. Alle noch in Nanking befindlichen ausländischen Zivilisten werde« morgen die Stadt verlassen, um sich «ach Schang­hai zu begebe«.

Die Schiffahrt auf dem Zangtseflutz ist durch die Kampfhandlungen stillgelegt.

Die Antwort der Mächte.

fk. London. 20. April. Die Antwort der Mächte an die Kantovregierung soll bereits heute oder «wegen überreicht wer­den. Die Absicht, ultimative Bedin­gungen zu stellen, ist auf amerikanische Initiative hi« fallen gelassen wor­den.

3m Zusammenhang mit der bevorftehe«- den Ueberreichuwg der Note beabsichtigen die Mächte eine Flottendemo«, ft r a t i o n in Hankau.

ein bedeutendes Konto verfügt und stän­dig mit in Italien lebenden Persönlichkei­ten Fühlung hatte.

----

Sll Wfilitoc Sonores in Lyon

Breitscheidt «nd Leon Bln« für die Räumung.

Paris, 19. Avirl. Auf dem Bankett des Kongresses der sozialistischen Partei in Lyon erklärte heute u. a. der sozialistische Reichs- tagsabg. Breitscheidt, die Räumung des Rbeinlandes und des Saargebietes fei unbe­dingt notwendig für die endgültige Wiederher­stellung des Friedens. Die Besetzung sei eine Anomalie und eine Gefahr für den Frieden. Die deutsche Sozialdemokratie unterstütze die Außenpolitik der deutschen Regierung, weil sie wisse, dah Stvesemann den Frieden wolle und dah er die Politik betreibe, für die die Sozial­demokraten eingetreten sind. Leon Blum er­klärte in seiner Erwiderung: Was die Räu­mung des Saargebietes und des Rbeinlandes anbetrifft, haben wir vollkommen die gleichen Ansichten wie die deutschen Sozialdemokraten, denn wir wisien, dah der Friede nicht berge- stellt werden kann, ohne dah diese beiden I schwerwiegenden Fragen geregelt sind.

-----

SttmnkalnftroM in Mnois

fk. Carrolltvn (Illinois), 20. April. In Centerville wurde eine Schule durch einen Tornado zum Einsturz gebracht. Der Lehrer wurde getötet, 25 Schüler unter den Trümmern begraben.

fk. Earrolton, 20. April. In der Schule von Centerville befanden sich 32 Kinder, als die Stadt von einem Wirbel­sturm heimgesucht wurde. Alle Kinder wurden verletzt, fünf davon schwer. Zwei Kinder wurden in einer benachbarten Stadt auf der Straße durch herabfallende Ziegel­steine getötet. In Harbin wurde ein Mann getötet und mehr als ein Dutzend andere Personen verletzt. Nach den neuesten Mel­dungen wurden im ganzen 46 Personen getötet und über 100 verletzt.

Aus tai Parteien

Peinliche Frage« a« Brau«.

Berlin, 19. April. Die Deutschnatio- nale Dolkspartei des preußischen Land­tages Ijatte Beschwerde geführt über die Rede des preußischen Mini st er- Präsidenten Braun am 24. Februar in der Berliner Universität. Im Hauptausschuh des Landtages hatte der Ministerpräsident erklärt, er habe nicht amtlich gesprochen, sondern als Politiker. In einer Anfrage verweist nun die Deutschnationale VolkSpattei auf einen Erlaß des preußischen Kultusministers, in dem vom Beamten gesagt wird, er ist niemals nur Privatmann. Die Deutschnativnale Fraktion fragt nun an, ob diese Pflichten der Beamten nur für die nachgeordnetenBeamten und Lehrer gelten oder auch für Minister und Ministerpräsidenten.

»Schnittlauch auf allen Siween*

ES wäre ein Trugschluß, wenn man jetzt nach der russisch-schweizerischen Einigung annehmen würde, daß die Möglichkeit einer Beteiligung der Sowjet-Anion an denAbrüstungsvorbereitungen in Genf die Lösung dieser wichtigsten aller Welt- ftagen etwas mehr beschleunigen wird. Diese Einigung entsprang nicht einer Ini­tiative der Schweiz oder Rußlands, son­dern dem Wunsch des Döllerbundes. Wo­bei man hier den Wunsch des Völker­bundes mit dem Wunsche Englands glelch- zustellen hat. And wenn England Ruß­land etwas mehr in die Genfer Atmo­sphäre hineinziehen will, so denkt es zu­nächst an China. Wohl zu allerletzt an die Weltabrüstungsfrage.

Die ist und bleibt nun einmal eine An­gelegenheit, die nach Willen einer Völker­bundsmehrheitdllatorisch zu behandeln ist. Eine kritische Aeberprüfung der Genfer Behandlungsmethoden ergibt zweifels­frei ein'mcht zu erschütterndes Ergebnis: der Preis für Fleiß, Gründlichkeit, Ehr­lichkeit und Intelligenz gebührt einzig und allein dem Grafen Bernstorff. Jedoch ist ebenso zweifelsfrei, dah Fleiß, Gründlich­keit, Ehrlichkeit und Intelligenz des deut­schen Vertreters leider nutzlos aufgewandt werden, well die großen Staaten, gefolgt von vielen Trabanten, dem Abrüstungs­gedanken ihr Herz nicht öffnen und sich nur schämen, offen einzugestehen, dah er ihnen herzlich unsympathisch ist. Man fragt sich daher, ob nicht Deutschland den größten Erfolg bei allen bei denen drinnen und bei denen draußen erzielen könnte, wenn es kategorisch erklärt:Dieses The­ater mache ich nicht mehr mit. Ich habe abgerüstet und bleibe abgerüstet. Ich bin im Völkerbund, erfülle meine Pflichten als Mitglied. Es kann daher kein Staat über mich herfallen, ohne dah die anderen mich schützen. Im Rotfall werde ich mich übrigens wehren, was mir keiner ver­übeln kann. Ich greife keinen an: dafür bürgen Locarno und Thoirh. Wollt Ihr anderen aber unter der Last der Rüstungen schwitzen, so will ich wenigstens nicht mit am Tische sitzen, sintemalen es sich für Euch nur darum handelt, Auswege zu fin­den, wie Ihr Eurer Abrüstungspslicht ent­gehen könnt. Ich will nicht die Kerze halten, wo Ihr tanzen wollt. MchtS für ungut, meine Herren, ruft mich, wenn Ihr zu Verstand gekommen seid!-

Ein solches Wort das kraftvolle Ab­schiedswort des Königs von Sachsen ins Diplomatische übertragen würde sicher­lich in Genf einen tiefen Eindruck machen, einen tieferen jedenfalls als das unab­lässig Bestreben, bei allem dabei sein zu müssen, ein Bestreben, das übrigens ein Charakteristikum der neueren deutschen Diplomatie bildet. Womit nicht gesagt sein soll, dah die ältere Diplomatie, ins­besondere die Bülow's und Kiderlens, von diesem Begehren frei war:Schnittlauch auf allen Suppen zu fein, wie die Eng­länder anschaulich sagen. Eine solche deutsche Rote wäre ein Rippenstoß für die verschiedenen Parlamente. Sie würde den ewig wiedergekäuten Vorwurf des Mlli- tarismus sicherer von Deutschland zurück­schleudern, als die gründlichsten, loyalsten und gescheitesten Reden des Grafen Dern- ftorff.

In der entsetzlich langweiligen Atmo­sphäre von Genf, die einigermaßen an die des Frankfutter Bundestages erinnert, würde etwas grober sachlicher Humor ge- radezu befreiend wirken und den Diplo­maten, der ihn cruSsttahlte, zum volks­tümlichsten Mann der Welt machen. ES wäre ein erlösender Ruf wie der des Kin­des in Andersens Märchen:Der König ist ja nackt!. Die Völker würden den dürftigenBelleidungszustand ihrer Staatsmänner erkennen, die öffentliche Meinung, die ja in allen Ländern im Grunde genommen Friede und Abrüstung will, würde mobil gemacht werden. Ne­benbei bemerft: Solange Deutschland die jetzige Shsiphusarbeit ftrtsetzt, wird aus den Köpfen der Amwett der'Aberglaube

Ne Strafanträge im Prozeß üantboni

st. Ro m, 20. April. 3m Prozeß Zaui- foHi hielt der Generalstaatsanwalt gestern uchmittag seine Anklagerede, an deren ßchl-ß er folgende Strafanträge bean­tragte: Gegen Zaniboni, Capel lo aad Angelausalla, letzteren in Ab» »esenheit, je 30 Fahre Zuchthaus; pge« Dncci 7 Fahre Gefängnis; gegen sterruccio Nicolese und Luigi Calligafo je 12 Fahre Gefängnis; gegen Ezo Riba u»d Lzio Celetti je 7 Fahre Gefängnis; für Ingeln Calligaro beantragte der General- ftzatsanwalt Freisprechung wegen der Beihilfe zum Ausstand und znm versuchte« Morde, dagegen Verurteilung wegen Be­leidigung der öffentliche« Gewalt zu 7 Renaten Zuchthaus.

Ser Mlanlonslikt

, . st. Paris, 20. April. Zm albanische« Itenflift ist eine Stagnation eingetreten.

I Som beharrt «ach wie vor auf {einem Standpunkt, während Belgrad sich bisher Mkückhätt, aber scharf gegen de« italieni» Einfluß auf dem Balkan Stellung test.-

Das Belgrader Parlament ist bis zum August vertagt worden. Die neue Re­gierung stößt in parlamentarische« Krei­st« auf ziemlich scharfe Ablehnung.

8a neuer fronSffifiSdtallenitther »totitbenfall

_Paris, 19. April. In Marseille hat ein neuer französisch-italienischer Zwi­schenfall ereignet. Dort ist ein Italie­ner mit Namen Viola verhaftet Avrden, der vor einiger Zeit unter der «ngabe, Antifaschist zu sein, Eingang bei °er antifaschistifchen »eretntgung in Mar­seille gesucht hatte. Gröhe Geldausgaben pachten den Italiener verdächtig, sodaß die »oliici schließlich zu seiner Verhaftung schritt. Viola hat jetzt gestanden, von der Ualienifchen Polizei mit dem Auftrag nach Marseille entsandt worden zu sein, eine Untersuchung über ein angebliches «vuiplott der Antifaschi sie n ge­hen den König von Italien zu tanftalten. Es hat sich herausgestellt, d»ß Viola bei einer italienischen Bank übet

Verschiedene Ereignisse in den letzten tagen haben dem südslavisch-italienischen Konflikt eine neue bemerkenswerte Span­nung gegeben. Vor kurzem schien es noch Jfe, als ob bei den unmittelbaren Ver­handlungen zwischen Rom und Belgrad «me Nachgiebigkeit Südslaviens in der Frage der Ratifizierung der Nettuno-Ver- ttöge und eine Nachgiebigkeit Italiens in der Auslegung des Tirana-Paktes die we­sentlichsten Merkmale der zu findenden- flng sein sollten. Insbesondere war es Bonbon, das das Zweckmäßige eines solchen klusgleiches in Rom und Belgrad nach­drücklich hervorhob. Durch diese Hoffnun- *n hat Mussolini wieder einmal einen recken Strich gemacht. Er ließ durch seine Presse erflären, daß Italien zwar auf eine Ratifizierung der Nettuno-Verträge drin­gen müsse, daß es aber außerstande wäre, den Sinn des Tirana-Verttages anders vrrzulegen, als wie er in Wirklichkeit ist. (formell dürfte übrigens der Völkerbund tn dieser Erklärung Mussolinis nichts aus- zufetzen haben. Ist doch Italien durch eine Erklärung der Botschafterkonferenz vom 9. November 1921 im Zusammenhang mit dem Abschluß des Tirana-Verttages feier» üchst attestiert Worden, daß die römische «gierungein höheres Interesse" an der Unabhängigkeit Albaniens und bet Unver­setzbarkeit seiner Grenzen habe. . Was sthließlich die Botschafterkonferenz für rich- befand, kann letzten Endes der Bölker- dund nicht als falsch «tlläten.