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Seniwbeiiö, ten 16. Avril 1927

Zeitung" e» tjMrf fe»#me! tvöcheulltch. y«. monatlich 2 GM. aus- teML Zustellmtgsgebühr, durch ^Po<L2ö SM.Für etwa infolge Mafchtnendefekle oder ^mentarer Lrrignisie ausfallend« jtmnmt« wird kein Ersatz g«- ktftd. Verlag d. Dr. § Hltzerolb, <£-gd der Untv.-Vuchdruckrre« v. geb. Sag. Hoch. Markt 21/23. AMisprecher: Rr. 54. tu Nr. 65. Postscheckkonto t xsä Frankfurt Rr. 6015. Sprechzeit w Redaktion von 1011 and hl1 Uhr.

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Mische Llm-Milung

vbertiMsche Zeitung

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Marburg n. 8obn

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1 Goldmark =/«.»Dollar.

Dizeigerfmtdasjrüher KurhessiMe)Gberhesserv>Kmüiches VerKünürgmigsblMsÜLdKreisNartmrg

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betitelten Artikel, der zu

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Ergebnisse der ersten Lesung des Abrüstungs

1 mni |[ogramm5 sind recht wenig ermutigend. Es issür , außerdem grundsätzlich festzustellen, daß

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politische Korrespondenz widmet

lens Mttbandlungon e . ... Mngskonserenz' l5,ut zlgendem Schlüsse kommt: Die materiellen

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Berlin, 14. April. Die deutsche divlo-

eute dem bisherigen Ergebnis der Genier :bandlung»n ein Fazit in einemDie Ab-

0 Mk. ian von dem eigentlichen Thema, wie es >wm. «rch die Völkerbundssatzung und den Ver- »Iller Vertrag gestellt ist, immer weiter 2517 bkam. Aus der Abrüstung ist eine

us der Abrüstungsbegrenzung schließlich eine Bekanntgabe des Rüstungsvrogramms gewor-

>.45Ps. lüstungsverminderung, aus der Rüstungsver-

* tinderung eine Abrüstungsbegrenzung und

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g. en. Vom deutschen Standpunkt aus ist iest- : Neu« Kellen, daß wir unter Angleichung der

Säcke Wungen die Herabsetzung des Rüstungs-

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F>eu müßten, während die englische Dele- «»n und mit ihr die Mehrzahl der anderen

ir Gesamtheit der Nation. Co skeptisch im blick auch die Aussichten beurteilt wer-

, es muß doch festgehalten werden, daß ein lern gestellt ist und nicht mehr von der ordnung verschwinden kann.

Bertagung des Borbereitungsausschusses.

euk, 14. Avril. Der Borbereituugsaus- b kür die Abrüstungskonferenz bat sich »t« vormittag auf Donnerstag den 21. Avril, chmittags 4 Uhr, vertagt.

Die Gegensätze in der Abrüftungsfrage.

Paris, 14. Avril. Havas meldet ans «f, daß mehrere Delegationen der vorberei-

Abrllstungskonferenz, vor Mem auch t französische, der Anschauung seien, daß die dur» Meisenden Gegensätze in der Abrüstungs- ?in *6« von Regierung zu Regierung erörtert

I ß |p eine Fortsetzung der Konferenz seien, um lv, e bisher erzielten Ergebnisse sestzulegen. Ob- u51-* M die französische Delegation eine Fort- n "'n . 8 6cr Konferenz als wertlos bezeichnet envol ?' blieb ihr doch nichts anderes übrig, als _g uh * der Mebrbeit zu fügen.

Ian« sndes der ehemaligen Ciegerstaaten in dem lUilU letjälinis verstehen, daß sich diese Herab- duck' |ung der durch die Präambel zu Teil 5 des ersailler Vertrages als beisvielgebend durch- _____ lüibrten deutschen Abrüstung annähort. Die lkgjb, wischen Interessen decken sich zweifellos am otl" Vsten mit dem wohlverstandenen Interesse

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Donnerstag nicht auf die internatio-

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Seeabrüstungskonferenz am 12. Juni.

st. Paris. 16. Avril. Nach einer Reuter-

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"idung aus Washington haben die Regle- H«n der Vereinigten Staaten, Englands 'd Japans den 12. Juni als Termin für die

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Paul Boncour bei Briand.

Paris, 16. April.Rewyork sald« glaubt berichten zu können, i Ministerpräsident Briand gestern den "lzösischen Delegierten beim vorbereiten- » Ausschuh für die Abrüstungskonferenz, vll Boncour, ausgefordert habe, er

,,-J $ Rüstungskontrolle bestehen, weil diele "syl in direkten Besprechungen zwischen >. -i * Regierungen «och nicht genügend er« x Nrrt worden sei.

, Belgrad, 16. April. Zwischen eitu tiqtab und Rom ist infolge der letzten >. l'eujschsn Erklärung eine neue ernste 9*Li ^"uung entstanden Zugoslawien ^scht Ausrollung der Frage des 'A, "aua-Paktes und verweigert direkte Ber- irf, Ölungen in Beziehung auf diese Frage. * 2 beabsichtigt in diesem Falle den Sollet» * anzurufen.

_ beim Wiederzusammentritt d^s vor- Stenden Abrüstungsausschußes in Genf

rll '"berufung der Konferenz der drei Mächte fet die Beschränkung der Ceestreitkräste an-

Santen onlwotltl kn Wien

Ar Svn'wng brr Kurmininngvorlri - WrchirlnbrS KriegSglSlk

TU. Paris. 15. April. Der Rotte« spoudent detZoformation" in Peking meldet seinem Blatt, dah der Autzen- miniftet Tschen bet Kantontegierung den Konsuln bet fünf Großmächte bie Antwort bet nationalistischen Regietung überreicht hat. Die Rote soll in bet Fotm entgegen« kommend sei«, geht aber auf die Beant­wortung der Protestnote der Mächte nicht ein, sondern lehnt die von den Mächten et« hobenen Anschuldigungen als grundlos ab. Sie protestiert gegen die Beschiehung der offenen Stadt Nanking und fordert die Einsetzung einer internationalen Unter­suchungskommission.

S ch a n g h« i, 14. April. Wie verlautet, soll der nationalistische Minister des Aeußern die Konsuln der fünf Mächte aufgefordert haben, die gleichlautenden Noten ihrer Re­gierungen getrennt zu überreichen. Der bri­tische Konsul sei als letzter an die Reihe ge­kommen. Man vermutet, diese Handlungs­weise des Ministers habe den Zweck gehabt, ihm zu ermöglichen, jedem getrennt zu ant­worten.

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Die Aufnahme der Antwort Tschens in Peking.

ff. Londons. 16. April.Morning Poft" meldet aus Peking, die Protokoll­mächte hielten gestern eine Sitzung ab. um dien Antwortnote Tschens zu erörtern. Zu­verlässig wird berichtet, dah die Antwort höchst unbefriedigend gefunden und der Beschluh gefaht wurde, die beteiligten Re­gierungen zu befragen, welche weiteren Schritte getan werden sollen, um Genug­tuung zu erhalten.

Französische Stimme« zu Tschens Rote.

ft. Baris, 16. April. Soweit die Preste zu der noch nicht im Wortlaut vorliegenden Ant­wortnote Tschens Stellung nimmt, kehrt der Gedanke wieder, daß die Note ausweichend ge­halten sei.

DasJournal" schreibt, die Chinesen hätten ihre alte Tradition verleugnen müssen, wenn sie eine derartige Gelegenheit, Zwietracht z« säen, vorübergeben ließen.

Nach derEre Rouvelle" sei wenig Aussicht oorbanden, daß die Antwortnote eine ernstliche Diskussionsgrundlage abgebe« werde. Die Lö­sung des Problems liege übrigens nicht in Paris, sondern in London, und die dorftgen offiziellen Kreise zeigten kein Entgegenkom­men. Vielleicht wäre es gut, wenn man in Asien de» Ereignissen freien Lauf lasten würde und gewisse Großmächte ihr« Bestrebungen allein verfolgen ließe. Schließlich schlägt das Blatt eine große Pazifik-Konferenz vor.

fk. London, 1B. Avril. Nach einer Reu- termeldung a«s Tokio wird betzauptet, daß der chinesische Gesandt« nach China abgereist ser,anscheinend, weil er seinen Gehalt nicht erkalte» bat".

Die Bewachung des russischen Konsulats in Schanghai.

fk. Schanghai, 16. Apr-l. In Er­widerung auf den Protest des hiesigen rusfi- schen Generalkonsuls gegen die Bewachung bes Äonhünts durch bie Eemeiudepolizei wiederholt bet Eemeinbetat von Schang­

hai bie bereits gegebene Erklärung, bah die Bewachung im Hinblick auf das Vor­gehen Tschangtsolins gegen die russische Botschaft in Peking erfolgt sei und dem Schutz des Konsulats diene. Was die Be­wachung der Konsulatsbeamten betreffe, so sei es ein Grundsatz des Völkerrechtes, dah bie Konsukarbeaulte keine Immunität ge- niehen.

n»gnltige Spaltung in »er Siiemintnngeartef

fk. Nanking, 16. Avril. (Reuter.) Das Zentralkomitee der Kuomintangpartei verur­teilt in einer Entschließung das Lankauer Re­gime und fordert bie Festnahme zahlreicher Ertremistenführer in Lankau, als Störer der öffentlichen Ordnung in China. Die Entschlie­ßung stellt die endgültige Spaltung der Kua- mintangpartei dar.

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Amerika und die Lase In Wim

Washington, 14. Avril. Das Weibe Laus gab bekannt, daß der amerikanische V.r- treter bei der Pekinger Zollkonferenz, Silas Straw«, in einer Unterredung mit Präsident Coolidae »um Ausdruck gebracht bat, daß er mit der von der Administration in Chile ge­triebenen Politik vollkommen übereinstimme. Aus Lankau meldet der dortige amerikanische Generalkonsul, daß die amerikanische Kolonie im Konsulat untergrbracht wurde, um eine Wiederüolung der Nankinger Vorfälle zu ver­meiden. Der Generalkonsul in Kanton, Sen­kins, meldet, daß die Lage weiter bedrohlich sei.

Ein Appel Tschens an bie U. S. A.

TU. Paris, 15. April. Nach einer Melbung aus Newyork hat Eugen Tschen an baz amerikanische Volk eine Botschaft gesandt, in bet er bie Regierung bet Ber­einigten Staaten beschulbigt in ein iihn- von 1914, nur bas es bieses noch übertreffe, verwickeln zu wolle".

Amerikanische Verstärkung für Lanka«.

fk. Washington, 16. April. Ein Kreu­zer und zwei Zerstörer find auf dringenden Wunsch der amerikanische« Handelskammer nach Lankau entsandt worden.

Feuergefecht eines amerikanischen Zerstörers mit nordchinestschen Truppen.

fk. Washington. 16. April. Ein Zer­störer der Vereinigten Staaten feuerte gegen di« chinesischen Nordtruoven und brachte das Feuer zum Schweigen, das sie gegen einen Dampfer der Standard Oil Companie rich­teten.

Sie Rordarmer gewogen?

ff. Schanghai, 16. April. Es treffen Nachrichten ein, die den Anschein erwecken, daß die Nordtruppen alle Stellungen, die fie von den südchinestschea Truppen gewannen, wieder verloren haben. Die Südtruppe« sollen durch eine geschickte Flankenbewegung den Nordtruppen in den Rücke« gefallen sein u»d solle» diese zum Rückzug gezwungen haben.

Der Generalstreik in der chinesischen Hafen­stadt Schanghai ist vollständig zusammenge- brocheu. Sämtliche Waffenlager bet Kom­munisten wurden beschlagnahmt.

LAIoß WüßklmMze für toi SciMeräiitoilen

»e«Iin, 14. April. Nach einer Sieb bung besLokalanzeiger" aus Kassel hat ber Bürgerbunb an den Magistrat bet Stabt Kassel ein« Eingabe gerichtet, in »eichet bet Magistrat gebeten wirb, bei

bet zustänbigen Regierungsstelle zu bean- (r -gen, Wilhelmshöhe al» ftänbi- gen amtlichen Sontneraufent« halt für ben Präsidenten ber Deutschen Republik zur Verfügung zu stellen. Schloh nnb Park Wilhelmshöhe find vor kurzem aus bem Besitz bet Krougutsoerwaltung i« den bes preuhifchen Staate» übergegangen.

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Die hohen kirchlichen Feiertage haben zweifellos auch im Leben der Menschheit von heute ihren Platz behauptet. Nicht nur, weil Feiertage Frei-Tage sind, sondern weil offenbar auch der nicht-religiöse oder antireligiöse Mensch so etwas wie eine geistige Entspannung von Zeit zu Zeit braucht und die kirchlichen Feste ihm dazu eine nicht ungeeignete Gelegenheit ver­schaffen. Denn das wollen wir uns doch eingestehen, daß der reine christliche Cha­rakter dieser Feste bei der Allgemeinheit, von der sie freudig gefeiert werden, nicht mehr wie ehedem vorhanden ist. Wit Christen sehen in Ostern den Tag, der uns das Auferstehungserlebnis verbürgt. Wir sehen in ihm eine Tat von so übermensch­licher weltumspannender Größe, dah sie immer aufs Neue uns erschüttert und er­faßt, uns mit neuem Leben zu erfüllen geeignet und berufen ist. Christus ist auf­erstanden. Wie Paulus sagt:Wäre Christus nicht auferstanden, so wäre euer Glaube tot." Aber für den Christen ist er auferstanden, und darum lebt der Glaube und trägt uns. Für den Nicht- Christen hat aber jedes der großen Feste auch eine Naturdeutung. Der Lichter­baum, der uns im Winter auf den Frühling verweist, das Osterfest mit dem Erwachen der Natur, das Pfingstfest mit der Fülle des neuen Frühlings, Beziehungen, die sich von selbst ergeben, die auch mit ihrer Ent- tehung aufs Engste verknüpft sind.Sie eiern die Auferstehung des Herrn, denn ie sind selber auferstanden" heißt es im Faust", und Millionen haben es Goethe nachgesprochen. And in aber» und aber» Millionen Worten wird zu Ostern die Hoffnung auf neues Leben, neue Wen­dungen im Leben des Einzelnen und des Volkes gehofft, gewünscht, gefordert.

Daß diese Wünsche sich an erster Stelle naturgemäß auf unser armes Volk be­ziehen, sollte sich von selbst verstehen, wenn es auch bei dem individualistischen Deutschen sich nicht immer so verhält. Auch uns soll Ostern die Gewißheit geben, daß Deutschland sich einst wie ein Phönix aus der Äsche wieder neu erheben wird. Im Völkerleben pflegen Niederlagen und Ver­luste nicht so entscheidend zu fein wie in der kurzen Spanne des Menschenlebens, und die Geschichte hat Zeit. Aber einmal wie­der, und das ist der Osterglaube, wird auch das deutsche Volk zu seinen Rechten kommen. Denn, mag auch die Gegenwart trübe sein, mag auch die Not und ein irre­geleitetes Gewissen manches trübe machen, was uns sonst klarer erschien, der Ge­danke des deutschen Menschen ist noch nicht ausgedacht, vielleicht ist er in seiner Tiefe noch nicht einmal wahrhaft erfaßck.

Die Gegenwart freilich ist trübe. Wenn wir sehen, wie geschickt die Massen-Sieger" von ehedem es verstehen, den gefesselten Prometheus mit immer neuen Ketten anzu­schmieden, wie der Machflose sich nur zähneknirschend ergeben kann in ein schein­bar unabwendbares Geschick, dann möchte man verzweiseln. Wenn in Gens das klarste Recht im Saargebiet gebeugt wird und wir nicht einmal die Wohltaten des Schandvertrages von Versailles zu sehen bekommen, oder in Schlesien ein minder­wertiges Volk deutsche Kultur zu knebeln wagen darf, dann sieht es ttübe aus. Ganz zu schweigen von der Idee der Abrüstung, die der famose Herr Wilson einst als Grundlage der neuen Welt in Die Debatte warf, und aus der die Drahtzieher des Sieges" nur ein Mittel mehr machten, die Welt zu knebeln! Erst jetzt wieder haben wir erlebt, mit was für einem Ausmaß von Heuchelei, Lüge und Verachtung die Sieger" sich selbst und die andern be­handeln.

Au Soll dem die Hoffnung gewinnen, sich wieder zu erheben, ist für das deutsche Volk gewiß nicht leicht. And ttotzdem sind ge­rade die Tage der Feste mit ihren Be­ziehungen von außen nach innen und von innen nach außen geeignet, den Willen zu stärken und den Glauben an sich und die immanente Gerechtigkeit der Gesichichte une neu vor Äugen zu führen. Das Osterfest