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Der Anzeigen-«« beträgt für bat 10 gespült. Zeilenmilltmeter 0.08 SM., kleine Baranzetgcn 0.06 ®9Rn amtlich« und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Sei schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift SO»/, Aufschlag. Sammelanzeigen 100/, Auß schlag. Reklamen der Willi«. 0,40 SM. Jeder Rabatt gift «U Varrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

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ÄberheUche Zeitung

Die Urheber der Saussuchungen

Rach inzwischen in Berlin eingegange- ne« neueren amtliche» Berichten aus Pe« king steht es nunmehr einwandfrei fest, dah der deutsche Gesandte in Peking Dr. Boys, von der mit Zustimmung des Doyen des diplomatischen Korps, des polnischen Gesandten, unternommenen Durchsuchung von Nebengebäuden der Sowjetbotschaft in Peking überhaupt vorher nicht unter­richtet worden war und deshalb selbstver­ständlich an der ganzen Angelegenheit gänzlich unbeteiligt geblieben ist. Die von englischer Seite verbreiteten Nachrichten, als ob hier ein gemeinsamer Schritt des diplomatischen Korps in Peking vorliegt, find irreführend und offenbar in bestimm­ter Abstcht in dieser Form verbreitet wor, de».

Die Erlaubnis für die Hauss«chuna in den Sowjet-Eebäuden war nur für einen kurzen Zeitraum erteilt worden, der aber tinn den l92ei:,örhen zweimal

verlängert wurde, um die Fortsetzung der Durchsuchung der Gebäude zu ermöglichen.

ft London, 9. April.Times« berich- it, dah in London eingetroffenen Jnformatio- m infolge die Kantonesen bett gewonnenen bleu konsolidieren und sich auf einem S o m- ftrfeldzng gegen Peking vorberei-

rfolg gekämpft haben. Die Rordtrnp-

fl. Lo « don, 9. April. Ueber die russt- <jen Rüstungen in Ostafien werden Mel- ninge» aus schwedischen und e»gli- che» Quelle« verbreitet Es sollen I Esche Infanterie- und 8 Kaoallerie- üvistonen nach der nördlichetk Mand- hurei in Bewegung gesetzt worden sein. $ bestehe der Plan, in zwei Armee­ruppen gegen die »ordchinesi- chen Linien vorzugehen. Ansser- e« sollen Reiterschare« aus der Mongo- ii unter dem Befehl russischer Offiziere rreits i« China eingefallen

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Srui Strnltetlf gegen M Sontour

Genf, 8. April. In der heutigen Vormit- tagssitzung des Vorbereitungsausschuffes für die Abrüstungskonferenz stellte der belgische Delegierte de Brouquere fest, dah

I eine Begrenzung der Rüstungen bis jetzt eigentlich auf keinem einzige« Gebiete beschlossen

wurde. Zuerst habe man von der Abrüstung, dann von der Herabsetzung und schließlich von der Begrenzung d er Rüstungen gesprochen. Unter den augenblicklichen Umständen sei zu befürchten, daß man schließlich nicht einmal von einer Konvention zur Begrenzung der Rüstungen, sondern nur noch von einer Kon­vention über die Veröffentlichung und gewisse Vereinbarungen über den Rüstungsstand der einzelnen Länder werde sprechen können. Er verzichtete nach dieser Feststellung auf nutz­loses Reden und es bleibe ihm, wie er mit bewegter Stimme schloß, nichts anderes übrig, als sich aus seinen Stuhl niederzusetzen.

3m weiteren Verlaufe der Aussprache er­griff der deutsche Delegierte

Graf Bernstorff

das Wort. Ich widersetze mich nicht, so führte er u. a. aus, der Rüstungsbeschränkung durch Ausgabenbeschränkung, aber diese Methode ist nach meiner Auffassung nur ein ergänzender Weg.

Unsere Aufgabe ist es, die Effektiobestänbe, die Reserve« und da« Rüstnngsmaterial ,« erfasse«.

Für uns ist nur der Vergleich der Rüstungen von Interesse, denn er allein könnte zur Her­absetzung der Rüstungen führen, die allein Gegenstand des ArtMls 8 des Dölkerbunds- paktes sind, der nicht etwa von Begrenzung der Rüstungen, sondern ausdrücklich von Her­absetzung der Rüstungen spricht.

Ich bi« also aus Grund dieses Artikels 8 des Lölkerbundspaktes ermächtigt, diese Herabsetzung der Rüstungen zu verlange«.

Ohne Herabsetzung der Rüstungen würde der Völkerbund ein Torso bleiben und seine Tä­tigkeit würde für die nächsten fünf Jahre ge­lähmt sein.

Der englische und der amerikanische Dele­gierte widersprachen dem Pessimismus des belgischen Delegierten.

In der Nachmittagssitzung erwiderte der franzö,ische delegierte

Paul Boncour

auf die Ausführungen des Grafen Bern­storfs. Er führte u. a. aus: Es ift richtig.

Sonnabend, den 9. Avril 1927

; £« ^Oberhesflsch« Zeitung" cr- i ßetnt sechsmal tvLchentllch. B«- ^gs-reis monatlich 2 GM. aus- schließt. Zustellungsgebühr, durch ^iePvsL2S GM.Für etwa Infolge ; Streik«. Maschinen defekt« oder ^«»tarerLreigntss« ausfallende gtemmetn wird kein Ersatz go- leistet. Verlag d. Dr. § Hitzeroth, Druck der Untv.-Buchdruck««! v» j > «tob. Aug. Koch. Markt 21/23.

Aernsprecheri Rr. 64. u. Rr. 65. Postscheckkonto; Amt Frankfurt W. Rr. 6016, Sprechzeit der Redaktion von 1011 en» *M1 Uhr.

|. * Die Kantonesen haben 300 000 Mann in 1 üdchiua. von denen bereits die Sälite mit

Der Beschluss, die Erlaubnis zu gewähren, wurde bei einer Sitzung der Gesandte« der Protokollmächte gefasst, was nicht ganz dasselbe ist. wie das diplomatische Korps. Es verlautet, dass Großbritannien, die Vereinigte« Staaten, Italien, Japan, Spanien und Holland bei der Sitzung ver­treten waren. Es wird darauf hingewie- sen, dass nichts auf derartigen Sitzungen beschlossen werden kann, wen« nicht über den besonders zur Erörterung stehenden Punkt Einstimmigkeit erzielt wird. Einige der Verhafteten, inzwischen wieder freige­lassenen Chinesen sind einfache Angestellte der Dahlbank oder der chinesischen Ostbahn gewesen.,

Times" berichtet aus Peking: Auswär­tige Militärattaches untersuchten gestern das bei der Durchsuchung der Sowjetgebäude be­schlagnahmte Material. Sie fanden außer dem bereits Gemeldeten noch folgendes: Eine Reihe von Siegeln für eine neue kommuisti- sche Regierung, Ballen antibritischer und an­tiimperialistischer Propaganda, zwei Maschi­nengewehre, verschiedene alte Gewehre, 20 Revolver und ein starkes Luftabwehrgeschütz Die Gefangenen wurden immer noch verhört, aber das Veweismaterial ist noch nicht ver­öffentlich worden. 35 bekannte Kommunisten sind gefangen genommen.

daß dre Präambel zu Teil fünf des Per- sanier Vertrages die Begrenzung der Rüstungen betrifft, dir Deutschland als Voraussetzung und als Vorläufer einer allgemeinen Beschränkung der Rüstungen auferlegt wurde. Die Rüstungsbeschränkung Deutschlands ist eine moralische und luristliche Verpflichtung für die anderen Unterjeiäjner, die allgemeine Begrenzung der Rüstungen in Angriff zu nehmen. Aber aus den Darlegungen des deutschen Delegierten ging nur die eine Seite des Problems hervor, nämlich die Ver­pflichtung der anderen Staaten zur allge­meinen Rüstungsbeschränkung. Wenn der deutsche Delegierte von der An- und Ausgleichung der Rüstungen auf Grund des Artikels 8 des VölktzrbundS- paktes sprach, so kann diese nicht ange­nommen werden, denn wir würden da­mit gerade das Gegenteil von dem tun, Inas die Grundlage und die allgemeine Richtung unserer Arbeiten bildet. Würde eS sich nur um eine Nivellierung handeln, d. h. darum, sämtliche Unter» zeschurr des Vertrages auf ein gleichartiges RustungSniveau zu bringen, wäre das Pro­blem einfach, sogar zu einfach. Aber durch diese Nivellierung würde gewiß das Problem nicht in gerechter und in einer die Sicherheit auf dauerhafte Grundlagen stellenden- Weife gelöst. Die Nivellierung wäre nur eine Scheinlösung.

. Schwierigkeit. liegt gerade darin, daßsich nicht darum handelt, die Rüstungen auf ein gleichartiges Niveau z« Bringen,sondern das für jeden Staat notwendige Mi­nimum von Streitfällen feftju* setz«» und zwar unter Berücksichtigung Ar geographischen und sonstigen besonderen Umstande jedes einzelnen Staates. Diese Umstande aber sind sehr verschieden und hängen von den besonderen Verhältnisse« zur L>ee, zu Lande, der industriellen Pro­duktionskraft eines Landes usw. ab.

Graf Vernftorff

antwortete: Mit großer Genugtuung stelle ich fest, daß der Vertreter Frankreichs die Wechselseitigkeit der Präambel des .fünften Teiles des Versailler Vertrages als juristische und moralische beiderseitige Verpflichtung an« dieser Feststellung gibt es zwischen ihm und mir fast keine Mei» nungsverschiedenheit über den Grundsatz mehr, und Paul Boneour weiß sehr wohl, daß niemand mehr als ich den Wunsch hat,

(Sottietama Rehe Seite 2.) |

1 '» leien ebenso sta»k rote die Kantonesen, | rasten jedoch über besser« Artille- =' « und andere technisch« Truppe« .

M? Mekerlage der

| chtneMen SüdtruMir?

D ft. Londo«, 9. April.Morning I sst" berichtet aus Schanghai: Zn- s »Nationen aus gewöhnlich sehr znver» s Sfitr Quelle zufolge haben die Süd r»p- D tz am Mittwoch nördlich P n k a n eine | '"Ke Niederlage erlitten. Der ge- I U Ort ift »och nicht angegeben. Sie Z Estn 20 000 Mann Verlust« gehabt, von R die meiste« getötet seien.

Korrespondent sagt selbst, dass diese | Wwohl etwas hoch gegriffen sei. Einzel, i ^t# liegen über die Schlacht noch nicht

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I Die Gesamtbevölkerung unserer Erbe be» Mert sich auf etwa 1720000 000 Men- scheu. Davon machen Chinas 475 Milli»

I one« etwa den vierten Teil aus; Chinesen. I Inder, Malahen, Javaner zusammen mit I etwa einer Milliarde weit mehr als die I Hülste. Ostafien gleicht nach dem Aus» I spruch des Engländers Mathews einem Behälter, dessen Millionen über den Rand des Pazifik quellen".

Dieser Dergleich war unzuttessend. so» I lange diese Hunderte von Millionen in patriarchalischem Traditionalismus dahin- I schlummerten; er gewinnt Bedeutung, I seitdem das zahlenmäßig stärffte Doll er- I wachte und die Zwangsjacke derun* I gleichen Verträge" zerriß, durch die fremde I Mächte es ungehindert ausplünderten; er I wird Wahrheit, wenn diese Milliarde sar» I biger Menschen ostwärts, ,dem Stillen I Ozean zudrängt, um ihre gewaltigen I Ueberschüsse an fernen Küsten zu lande».

Das Erwachen aus tausendjährigem I Schlaf vollzieht sich bei Millionenvölkern I nicht von heute auf morgen. Sind I aber die Massen, nach furchtbaren, vpfer» I reichen Zuckungen, erst auf dem Marsch I zum gemeinsamen Ziel, so gibt es kein I Halten mehr. Erst gilt es, die Fremden I zu vertreiben.

I Diese Vertreibung geschieht mit modernen

I Mitteln. China ist durch das Hineinzerren I in den Krieg gegen Deutschland und durch L d-ie Ausnahme in den Völkerbund di: | Gleichberechtigung dem Worte nach ein» geräumt worden. Als die europäische Be­vormundung jedoch fortbauerte, griff das Voll zum Mittel des Boykotts, und di« Frage der europäischen Konzessionen war bald gelöst. Sie sind aufgehoben.

Die Wahl dieser Mittel, des Streiks und Boykotts, und ihre Anwendung vor« nehmlich gegen die Engländer (nur im Anfang auch gegen Japaner) haben in seltsamer Verquickung ganz ungeahnte Folgen gehabt. England erklärte nämlich; um die Freiheitsbewegung in China madig zu machen und um in Japanern, Franzo­sen und Amerikanern tätigere Bundes­genossen zu bekommen, die Emanzipa» ttonsbewegung für ein Werk des Bol­schewismus. Nicht der chinesische Pa- triot, sondern der Moskauer Sowjetma»» stehe hinter ihr.

Das war unbedingt falsch. Streik «nv Boykott sind in China älteren Datums als in Europa; man brauchte diese Waffe des modernen Proletariats nicht zu importieren. Lnd das Programm der. Kuo-min-Partei war alles andere als bol­schewistisch: es war demokrattsch-födera» -listisch, sah eine demokratische Zentral­regierung mit größter Autonomie der Pro­vinzen und Gemeinden vor.

Als aber nach dem Weltkrieg Estin» Pat-sen, der Vater der chinesischen Re» volution, bei den Fremden nicht das ge» ringfte Entgegenkommen fand, von Sow» jet-Rußland dagegen außer der Anerken­nung seiner Ziele jede Anterstützung durch russische Finanz» und Derwaltungsbeamte erfuhr, und als seine revolutionäre Be­wegung immer mehr die Kreise der Ar» beiter und Bauern erfaßte, da ergab sich die erste Derbindung Kantons mit Mos» kau.

Nun war ursPrünFich die Kanton-Re- gierung den nordchinesischen Generalen an Bedeutung unterlegen. Vor einem Jahr noch hörten wir nur von Tschangtsolin, Wupeisu, demchristlichen" General Feng, von ihren Kämpfen um die Vorherrschaft, von ihrer Beutegier, den Plünderungen der Truppen, doch niemals etwas von ihren Erfolgen gegen die Fremdmächte, von großen, führenden Ideen.

And was wir in sicherer Ferne als das anhaltende Chaos" in China bezeichneten, weil selbst Kenner des Lande« in diesen Wirren den leitenden Gedanken, das vor­herrschende Ziel nicht zu erkennen ver­mochten, das war den Chinesen grausames Schauspiel, furchtbare Wirklichkeit. Der Besitzende wurde aeplündert. der kleine

Rußlands Keiegsplan gegen Tschangtsolin

Nkutschlmid an tat SauWimgtn nicht beteiligt An Neppellvtel MmigkMcheks?

Mw die KantonrtMWg? 8 *®ie Reuter meldet, solle« die in Peking, | eBtRn und Schanghai gegen die Sowjet- | en*en ergriffene» Massnahmen einem | ^kommunistischen Eesamtvorgehen Ee- | Tschangkaischeks entsprechen, das sich |8s liegen die Tyrannei der Arbriter- I ^^ichafte», zweitens gegen die von den ß ^«unisten inspirierte Propagand« des | Büros der Südrcgierung roen- | Generalissimus habe der chinefi- |18 dresse verboten, die Propaganda dje- | ®ur°s zu veröffentlichen. Offenbar | ** kich Tschangkaischek an, den Kommu- ^8s mit allen politischen und militäri- | J. ^ftteln zu bekämpfen.

W'e Reuter weiter aus Schanghai mel- |r breitet die von Tschangkaischek einge- WEk antikommunistische Bewegung eo-« Mehrere bewaffnete Aufwiegler, A "st weigerte«, ihre Waffen abznlie- E'wurden von Soldaten der Südarmee Massen. E-fter» wurden in einer wich- |l8 Versammlung der Generale der SLd- g81 antikommunistische Beschlüsse ge- E' **e geheim gehalten werden solle». L Maischet hat den Sitz der chinesischen ^uluiften geschlossen, was als un. W 5°te Herausforderung an die Han- y ^kremisten betrachtet wird. Man 17* Ansicht, dass die Berhältnisse schnell W* Aruch ,«treibe«.

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