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flnzeigerjuridasMer tmchMche)Gberhessero>KnMches VerKündigungsbtott für d-KreisAarbmg

Dle Seeresdedatte im Reichstag

eine Mlle Siede De. WlerS

Berlin, 29. März.

Im Reichstag wurde der N o t e t a t ohne Aussprache in erster und zweiter Lesung angenommen. Darauf wird die zweite Lesung des W e h r e t a t s fortgesetzt.

Abg. Dr. Bredt (Wirtsch. Bg.p betont die Bedeutung des alten HeeroS als. Er- ziehungsfaktor-. Ueberraschend sei es, daß so wenige von denen, die die Geschicke Deutschlands nach dem Kriege geleitet haben, Kriegsteilnehmer gewesen sind. Die­jenigen, welche den Krieg hinter der Front organisierten, seien nach dem Kriege besser vorwärts gekommen. Zur Verteidigung eines großen Landes sei nur ein Heer der allgemeinen Wehrpflicht ge­eignet.

Abg. Loibl (Bahr. Bpt.j erklärt, seine Partei schließe sich in jeder Hinsicht den nach Form und Inhalt vollendeten Aus­führungen des Grafen v. d. Schulenburg an. Sie unterschreibe auch alles Aner­kennende, was über General von Seeckt gesagt worden sei. Was der Wehretat enthalte, sei gerade nur ausrei­chend. Keiner wolle jedoch di« Heeres- stärke vermindern. Uebrigens sei ja

dieser Etat, a« dem die Demokrat«« streichen wollten, von einem Kabinett ausgestellt worden, dem die Demokratr« angehörten,

in dem sie sogar den Finanzminister stellten. (Sehr gut b. o. Mehrheit.) Im Volk merke man nicht- von einem Mißtrauen gegen die Reichswehr. Dieses Miß­trauen werde künstlich geschürt.

Rcich»wrhrmi«ift«r Dr. Geßler

Wenn England für die Bewaffnung 104 Millionen ausaebe und Deutschland 130 Millionen, so liege das daran, datz Eng­land, wie die anderen Länder der Entente, grotze Vorräte an Mu­nition habe. ES ist bekannt, datz z. B. Frankreich einen großen Teil der unge­heuren amerikanischen Munitionsbestände übernommen hat. England hat ebenfalls einen großen eisernen Bestand an Munition. Wir haben diese Bestände nicht,

. wir mutzten eine Unmenge von Mu­nition zerstören und zwar im Werte von i/2 Milliarde.

Bis 1926 haben wir auch gar keine Mu­nition anfertigen dürfen. Ein Vergleich mit England ist also unmöglich, dazu kommt noch, datz für besondere Zwecke besonder« Bewilligung«» in England erfolgen. So sind für die chinesische Expedition besondere Kredite bewilligt wor­den, die nicht im Etat erscheinen. Di« Frage, ob wir von unseren Muni­tionsfabriken nicht überteuert werden, ist ein ernstes Problem. Diese Fabriken sind ungünstiger gestellt als die Fabriken^ des Auslandes, weil sie nur für unS arbeiten und nicht exportieren dürfen. Wir haben genaue» Einblick in dieKal- kulation dieser Fabriken. Die Verträge stehen dem Reichstag zur Einsicht offen. Die Gewehrpreise sind bereits etwas herab­gedrückt worden. Verteuernd wirkt auch, datz wir z. B. nicht die billige Uebunas- munition bei der Marine verwenden dürfen,

sondern daß wir scharfe Gefechtsmunition benutzen müssen. Der Pferdepreis be­trägt durchschnittlich 1400 Mark. Wir mutz­ten der Landwirtschaft anständige Preise zahlen, um nach dem Krieg« die Zucht wieder hoch zu bringen.

In uusever Ausrüstung stehen wir schlechter va als alle nufere Rachbar­stauten.

Die Zahl der Offizier« ist nicht zu hoch. Die Zahl der Stabsoffizier« ist nicht größer als die der Leutnants. Man muß ferner bedenken, datz wir früher grotze Offi­ziersreserven hatten, aus denen Ver­luste im Ernstfall ersetzt werden konnten. geute können wir wohl Leutnants und berleutnantS aus dem Unteroffiziersstand ersetzen, für di« Stabsoffiziere müssen wir di« Reserve aber schon im Frieden haben. Mein« erste Unter­redung mit dem neuen Chef der Heeres­leitung galt ber Vereinfachung der Verwaltung. Aber

zehn Prozent streichen kann «an in einem Etat wie den «einigen nicht.

Wenn es nicht mehr möglich ist, die Mittel aufzubringen, mag der Reichstag be­schließen: Wir wollen nicht 100 000, sondern nur 80 000 Mann. Aber ich kann nicht zehn Prozent kürzen an der Verpflegung, der Unterbringung oder der Kleidung (Heiterkeit) unserer Mann­schaften. Der Ausschuß ist auch nicht mit allgemeinen Redensarten abgespeist wor­den. Das hätte sich Herr Stücklen gar- nicht gefallen lassen. (Beifall bei der Mehr­heit.)

Abg. Dr. S ch r e i b e r (Ztr.) tritt für die Fachschulen der Reichswehr ein.

Abg. Ronneburg (Dem.) verlangt Einsparungen beim Pferdeetat, bei der Verwaltung und bei den Gewehrpreisen. Die technische Entwicklung mache zwar eine Modernisierung der Flotte nötig, aber die beiden neuen Admiräle könne man nicht zubllligen.

Abg. Schmidt. Hannover (Dtl.) stimmt den Ausführungen des Abg. Dr. Schreiber über die Heeresfachschulen zu. Herab­setzung der Pferdezahl sei gleichbedeutend mit Minderung der Kavallerie, woran doch niemand denke. Und ferner gebe es auch

ohne «UitSrifchrn Schutz «eine Wirtschaft und keine Sozialpolitik.

Die Abrüstungsverhandlungen des Grafen Bernstorff in Genf wären besser durch Annahme des WehrctatS nach kurzer, würdiger Debatte unterstützt worden, als durch Feilschen um Prozente. Deutschland könne sich nicht dadurch schützen, daß es sich wie derClownimDölkerzirkuS vorzeige. Der Redner zittert eine Rote der Interalliierten Kommission, in der ge­sagt wird, ohne di« Hilfe der deutschen pazifistischen Kreise würde die Kommission außerstande sein, ersprießliche Arbeit zu

(Fortsetzuna stehe Seite 23

Die Engländer verlassen Schangschau

Aushebung der territorialen Rechte der Ausländer - Unruhen in Stiwote

st London, 80. März. Reuter berichtet «Schanghai, datz der Befehlshaber von changschau die territorialen Rechte aller aglSnder aufgehoben habe und datz t britischen Behörden infolge .dessen alle artigen britischen Untertanen »befördern.

An maßgebenden politischen Kreisen sind «den Berichte aus dem fernen Osten einge- mgen, wonach sich die matzgebenden brtti- jen Stellen in China entschlossen haben, die «dte Jfchang, Tschangschu und Sun"ing IHifl u räumen; die Frauen und Kinder ch aus befen drei Städten bereits ab-

Unruhe in Siugapore.

fk Siugapore, 30. März. (Reuter). Die Behörden sind besorgt wegen der Ruhestörun­gen, die vor 14 Tagen anläßlich der Ge­dächtnisfeier für Sunqatseu be­gannen und die sich fetzt zu einem Boykott der Omnibusse und Angriffen auf Omnibusse und Polizei entwickelt haben. Die Gerichte verhängen schwere Strafen über die ver­hafteten Chinesen. Gestern abend kam es wieder zu einem Zusammenstoß, bei dem die Polizei Verhaftungen vornahm. Truppen stehen für den Notfall in Bereitschaft.

Ein neuer Aufruf Moskaus.

Nach Meldungen aus Moskau hat die kommunistische Internationale an das Welt- proldtariat und an alle unterdrückten Völker einen neuen Aufruf erlassen, in dem davor gewarnt wird, durch Transport- und Muni­tionsarbeiten dem chinesischen Freiheitskamps in den Rücken zu fallen. Die kommunistische Iugendinternationale fordert in ihrem Aus­ruf das internationale Militär in China auf. sich mit den chinesischen Nationalravo« lutionären solidarisch zu erkläre«.

importiert worden. Die Situation wird «t als autzerordentlich ernst bezeichnet.

»Chicago Tribüne" meldet aus Schanghai: rftern nachmittag hielten die Nationalisten e Eröffnungs-Zerimonie der örtlichen Ge-

«indeverwaltungen ab. Nach Meldungen kiesischer Blätter war General Tschangkai- ek anwesend. Er schlug vor, angesichts der igenwärtig gespannten Lage, die Zeremonie »fzuschieben. Die Politiker gingen aber auf es« Ausführungen nicht ein. Die bewaffne- i nationalistischen Streitkräfte haben gönnen, alle Ausländer, die das Ge­rt der Chinesenstadt betreten, auf W a s s e n- tsitz hier zu untersuchen.

An politische« Kreisen wird der gestrige chinettsrat lebhaft besprochen, da Churchill -i ib Lord Birkenhead auch gestern wieder für i « sofortigen Abbruch der diplomatischen tziehungen mit Moskau eingetreten sein i (en. Sie sollen dies mit äußerster Schärfe - tut haben, da die letzten aus China einge- iffenen Nachrichten in London den Ein- «k verstärkt haben, datz mit der Einnahme k Schanghai der russische Einflutz in der «tonregierung wieder gestiegen ist.

i* Rede Rykows über China und die eng­lisch-rumänischen Beziehungen.

Ift Moskau, 30. März. In einer ebe auf dem Moskauer Gouvernement- Üte-Kongreß erklärte Rykvw zu den Er» gnissen i» Aanking: Wenn auf einem ebiet der internationalen Politik die Ka­men zu sprechen beginnen, so gibt es Mug Gründe zur Besorgnis um das teudenwerk. Bei der gegenwärtigen «aus verwickelten internationalen Lage nn eine derartige Einmischung in die aercn Angelegenheiten Chinas einen »ßen Krieg in China Hervorrufen, der Merseits in feiner logischen Entwicklung tk Quelle von Verwicklungen nicht allein -f dem asiatischen Kontingent sondern ch in der ganzen Wett werden kann, ir die Sowjet-Anion besteht die Gefahr tritt, daß feindliche politische Gruppen - beweisen suchen, daß zur Unterdrückung t nationalen Freiheitsbewegung in China M> anderen Ländern in erster Reihe die ioskauer Revolutton unterdrückt werden öss«. Gegenwärtig kann ziemlich sicher ^genommen werden, daß direkte Kriegs- 1 knteuer gegenüber der Sowjet-Union tb eine eventuelle Interventton auf deren ebiet in nächster Zeit wenig wahrschein- h sind, wenn dos gegenwärttge Verhält- * der Kräfte bestehen bleibt.

Zu den englisch-russischen Beziehungen tfidrte Rhkow: Obwohl englische Regie- bigsvertteter amüich hartnäckig behoup- n, persönlich keinerlei sachliche Derhand- Htgen zur Organisierung eines sowjet- kindlichen Blocks geführt zu haben, so erben dennoch die Versuche, einen ber» ! Agen Block zu bilden, kaum von irgend kuand angezweifelt.

Ser writbtonsto Nulkaukonflikt

Die letzten Tage haben etwas mehr Klarheit in die Beurteilung des augenblicklich so akuten italienifch-südslavischen Konfliktes gebracht. Geklärt ist die Frage einer militärischen Up- tersuchungskommission in Düdslavien. Man hält ihre Aufgaben für zwecklos und ver- S'Htet daher auf ihre Einsetzung. Geklärt auch die nun allgemein gewordene Heber» jeugung, datz die im Augenblick in den Vor­dergrund der Krise getretenen Momente le­diglich als Symptome zu bewerten sind, de­ren Beseitigung oder Milderung nichts an dem eigentlichen Krankheitsherd der Balkan- Gefahr ändern. Geklärt ist letzten Endes auch das Wissen um die Gefahr, die dem europäi­schen Frieden durch die Zielsicherheit der Mussolinischen Balkan-Politik entstanden ist.

Wenn jetzt die Regierungen von Paris und London sich mit ber Absicht tragen, durch die Einsetzung einer Zivil-Kommission auf einer ähnlichen Grundlage wie bi« der vorher ge­planten militärischen Untersuchungs-Kommis­sion den Streit zu schlichten, so sagen diese Regierungen nichts anderes, als datz sie ein­gesehen haben, datz lediglich politisch« Mo­mente die Albanien-Krise bedingten, nichts anderes. Richt die angeblichen Truppenzu­sammenziehungen an der südslavisch-albani- schen Grenze, nicht die Vorgänge im Inneren Albaniens selbst, nicht die sensationelle War­nungsnote Mussolinis vor vierzehn Tagen.

Die Zivil-Kommission, die einzusetzen man die Absicht hat, ist eine politische Unter­suchungs-Kommission. Ihr wäre daher die Aufgabe übertragen, die politische Seite der bedenklichen Angelegenheit zu ventilieren, die politischen Ursachen zu ergründen, die den tiefen Gegensatz zwischen den Meinungen Roms und Belgrads ergeben, die politischen Möglichkeiten zu prüfen, die die bestehenden Spannungen, Reibungen, Konflikterscheinun­gen restlos beseitigen könnten.

Datz eine solche Ausgabe, die eine politische Untersuchungekommission durchzuführen hätte, entschieden delikater, komplizierter, weittragen« der wäre, als die totale Prüfungsarbeit eini­ger Militärattaches an der albanischen Grenze, bedarf wohl keiner besonderen Erwäh­nung. Ebensowenig die Tatsache, datz dies« internationale politische Kommission bei der Durchführung ihrer Arbeit auf genau diesel­ben Schwierigkeiten stoßen mutz, die sich den Arbeiten des militärischen Attache-Ausschus­ses entgcgengestellt hätten. Man darf nie­mals vergessen, datz ein klares Ergebnis durch eine internationale Untersuchung nur dann er­bracht werden kann, wenn die Staaten, deren politische Absichten geprüft werden, loyal und ganz objektiv, basierend auf nüchternen Tat­sachen, Mitarbeiten. Ob die Regierungen in Rom und Belgrad, auch bann, wenn sie besten Willens sind, in der Lage sein werden, diese unumgänglich notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, darf bezweifelt werden.

Mussolini hat der Weltöffentlichkeit gesagt, mit welchen Absichten er sich am Mittelmeer trägt . Belgrad hat niemals daraus einen Hehl gemacht, datz es diesen Absichten unter keinen Umständen eine Billigung angebeiben lassen kann. Was besagt, datz die Lösung deS ganzen Konfliktes erst dann vorhanden ist, wenn entweder Mufsolini auf feine Adria- Pläne verzichtet, oder Belgrad zu erkennen gibt, daß es den Expansionsgelüsten Roms in der Richtung des Balkans keinen Wider­stand mehr entgegensetzt.

Die eine oder die andere Möglichkett er­scheint nahezu ausgeschlossen. Ob ein Spruch des Völkerbundes diesen gordischen Knoten durchschneiden könnte, ob er über genügend Autorität und Machtfülle verfügt, feinem Spruch Geltung zu verschaffen, ob er letzten Endes auch bereit ist, auf die restlose Durch­führung des von ihm als richtig erkannten Urteils auch mit den letzten ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu dringen das alles sind Fragen, die man schwerlich bejahend be­antworten kann.

Die Regierung ht Belgrad zeigt tn der ganzen Etreitaffäre ein« entschieden energi­schere Initiative als die Regierung am Tiber. Sie gibt ihre Zustimmung zu den internatio­nalen Untersuchungen, die im Innern des Landes selbst angestellt werden sollen, sie macht auch Vorschläge über die praktische Or­ganisation der Untersuchungsarbeit, sie ver­zichtet aber auch nicht auf Forderungen. Rom aber schweigt sich aus. Die italienische Re­gierung lehnt weder ab, noch stimmt sie ir- genvwelchen Vorschlägen zu, sie verhält sich abwartend, lätzt die Dinge an sich heran» kommen. Das sind immerhin keine An­zeichen, di« als günstig für den Ausgang der ganzen Streitaffäre bewertet werden können. Wo daher die weiteren Vermittlungsversuche der Grotzmächte einzusetzen haben, ist schwer ersichtlich