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Soimakm», (öl 26. SW 1927

Nr. 72 62. Fahrs.

Marbms n. Lahn

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1 Soidmark — '/^.Dollar.

Netz. Slug. Koch, Mark, 21/23. bräisprecher: Rr. 54. n. Nr. 55. «ostscheckkontv: filmt Frankfurt 4. M. Nr. 5016. — Sprechzeit |tt Redaktion do» 10—11 und 1,1-1 Uhr.

Revolulion in ®bunten?

Die „TLgl. Rundschau" weiß aus Belgrad jn melden, daß dort lebhafte Gerüchte ver­breitet seien, wonach in Albanien eine Pevolution ausgebrochen sei. Den AufftSn- bischen soll es gelungen sein, in Tirana ekn- jubringen und den Präsidenten Achmed zogu gefangenzunehmen. Nach einer wei­teren Blättermeldung aus Athen soll in ßlbassan ein albanisches Bataillon gemeu­tert haben. Das Blatt bemerkt, man werde «bwarten müssen, was an den Berichten Tatsache ist. Der „Boss. Ztg." zufolge sollen Wiener Korrespondenten englischer Blätter aus Albanien Nachrichten über der­artige Gerüchte erhalten haben. Bis heute abend 61/2 Uhr ist, wie es in einer Mel­dung des Blattes aus Belgrad heißt, beim Belgrader Außenministerium keine amtliche Meldung über den Ausbruch einer Revo­lution in Albanien oder die Verhaftung Achmed Zogus «ingelaufen. Auch di« „Voss. Ztg." erklärt, daß man den Berichten mit iutzerster Skepsis werde gegenüberstehen nässen.

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folge, da die '

B Opposition zu einem Entwurf gebrach: »den wolle, der bereits die Stimmen «er überwiegenden Mehrheit auf sich ver- mge. Die deutsche Del-qation müsse dar- »f bringen, daß sie die volle MSglich - °st habe, bei der Einzridiskussion jeder- . ihre sachlichen Bemerkungen vorzu- üngen. Mit Nachdruck stellte Graf Bern-

nterstrich erneut den ernstesten W i l - en der deutschen Delegation zur iitarbeit an jedem Versuch, der zu ner allgemeinen Abrüsiu.ig zu fuh.en ter- «eche. Was die eventuelle K o o r d i n i e ung der beiden vorliegenden Entwürfe »lange, so müsse er darauf bestehen, daß tese Arbeit nicht außerhalb des Ausschusses x* x:" deutsche Delegation nicht einem Entwurf gebracht

>rst fest: Für Deutschland sind zwei »nkte von ganz besonderer Be deu- »ng:

1. Wollen wir, wie ich das bereits wiederholt erklärte, jede Scheinlö­sung vermeiden und als eine solche Ahernlösung müssen wir auch einen Ver­such betrachten, der nur darauf gerichtet wäre, den. gegenwärtigen Stand der Rüstungen zu stabilisieren.

2. Ist es für uns von Wichtigkeit, daß der logische Weg, der von den Ber- wrechungen des Versailler Ver- tr a g e s zum Artikel 8 des Völkerbunds- Paktes und schließlich zu der feierlichen v e r Pflichtung von Locarno führte, zwar eine Teillösung der yrage zulätzt, die als eine erste Etappe ttizusehen wäre, daß jedoch keineswegs ttn« solche Lösung zweckmäßig wäre, die »rcht unter Ausschluß jeden Zweifels den Grundsatz zum Ausdruck bringt, daß das «ndziel di« allgemeine Ab­rüstung i st, die alle Staaten ohne Ausnahme umfaßt und der Grundlage ftnes Plane», der ein gerechtes BerhM- uis zwischen den Rüstungen der Länder -ufstellt.

Dür die nächste, aus Sonnabend vorm. Asetzte Sitzung soll dann auch eine solche ttnzende Zusammenstellung über »Kapitel „E f f e k t i v b e st ä n d e" vor- «gt werden. Für dieses Verfahren, das , Zustimmung des deutschen Delegierten »elt, wurde ausdrücklich vereinbart, daß 1 Stellungnahme zu den einzelnen auteln in erster Lesung nicht bindend Und erst die dritte Lesung bindenden uralter für den gesamten der Abrüstungs- ?fcrenz als Vorschlag zu unterbreitenden urventionsentwurs Laben soll.

MWM und die Abrüstung

&ine neue Rede des Graf-« Bernstorff.

Genf, 25. März. (WTB.). Die heutige i. Sitzung des Vorbereitungsaus- chusses brachte den Abschluß der Generaldebatte üb.-r die Äbrüstungs

X1 ,i>on Lord Robert Cecil und Maul Boncour. Zwei Erklärungen, nänv eine zweite grundsätzliche Feststellung es deutschen Vertreters und eine kurze Ritteilung des amerikanischen Ver- ceters, sind aus der heutigen Aussprache on besdnderem Interesse.

Gras Bernstorfs

taute BtWtßnni Nankings

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London. 25. Miirz. Wie aus Schang­hai gemeldet wird, habe« heute nachmit­tag britische und amerikanische Kriegsschiffe von neuem Nau, ki»g beschossen, nachdem die Ber, Handlungen Uber die Freilassung der fest- gehaltenen Fremde» fehlgeschlagen waren. Der britische Konsul Giles ist mit 6 eben­falls verletzt gemeldeten englischen Ma­rinesoldaten an Bord eines britischen Kriegsschiffes mtgekomme«. Zwischen arbeitswilligen Baumwoll- spinnern und Streikposten kam es heute wieder zu blutige» Zu­sammenstößen.

Nle AnMnörr oeretttt

Nanking von den Fremde» geräumt.

London, 25. Miir^ (WB.) Nach den letzten vom amtMen englischen Funk­dienst «iedergegebenen Nachrichten aus Nanking weist de Lage dort insofern eine Besserung auf: Die in der Stadt | verblieben en Ausländer, über deren Schicksal bisher nichts bekannt war. stad »«»mehr ohne Zwischenfälle «b- transvortiert worden.

fä London. 26. März. „Daily News" meldet aus Schanghai: Die widersprechen, den drahtlosen Meldungen aus Nanking geben kein vollständiges Bild von der Lage. Es konnte noch keine Erklärung abgegeben werden, wieviel Ausländer zu Schaden ge­kommen sind und ob die Bombardierung auf­gehört habe. Es sollen viele Ausländer sich im Herzen der Stadt befinden, abgeschnitten von jeder Hilfe, inmitten einer fanatischen Menge von Zivilisten und undisziplinierten Soldaten.

Auch die Athmosphäre in S ch a n g h-a i wird immer gespannter. Dort sind Kantonsoldaten, die Zioilklcider über ihrer Uniform trugen, in die ftanzösischen Konzessionen eingedrungen und haben die Barrikaden der internationalen Niederlassungen zu passieren versucht. Eine Anzahl von ihnen wurde verhaftet.

,,-s. a i 1 y Telegraph" berichtet aus Schanghai, die Lage gleicht der Stille vor dem Sturm. Es fei dach zweifellos, daß sich die

Engländer „inmitten von Todfeinden, die nur auf ihre Vernichtung aus sind", befinden.

Reuter berichtet aus Schanghai: Tschang- kaischak und Paitschunghsi haben er­klärt, daß sie eine freundschaftliche Regelung des gestrigen Zwischenfalles in Nanking wün­schen. Auch Tschangkaisckek hat durch einen Vertreter des japanischen Konsuls in Nanking erklären lassen, obgleich die Ursache der Be­schießung durch die Ausländer unbekannt sei, empfänden die Südkuppen keine Feindschaft gegen Großbritannien oder Amerika. Tschang- kaischek werde baldigst selbst nach Nanking kommen, um den Zwischenfall mit voller Ver­antwortlichkeit zu regeln und er habe darum gebeten, daß diese Erklärung den britischen und amerikanischen Behörden in Nanking über­mittelt wird, mit dem neuesten Wunsch, daß sie die Feindseligkeiten einstellen.

ff. London, 26. März. Zur Lage in Schanghai erklärte der englische Ärte*s» Minister in einer Rede, daß die von Eng­land befolgte Politik nunmehr auch von den Japanern und den Amerikanern un­terstützt werde, da beide einge'ehen hätten, daß ste ihre eigenen Landsleute unter­stützen müssen. Vielleicht kann es auch in Schanghai zu ähnlichen Unruhen wie in letzter Zeit kommen, aber die dort stehen­den englichen Streitkräfte reichten aus, um den Schutz der e glischen Bevölkeru g zu sichern. Die engl.sche Regierung sei sich andererseits vollkommen bewußt, daß die vor 60 ober 70 Jahren abgeschlossenen Ver­träge mit China den heutigen Verhält- nisien nicht mehr entsprächen und sie sei bereit, mit China über neue Verträge zu verhandeln.

«werika «»d China.

Washington, 25. März. Präsident Coolidge sowie das Marinedepartement und die anderen Regierungsstellen sind der An­licht, daß die in China befindlichen ameri­kanischen Marinestreitkräste zum Schutze der amerikanischen Bürger ausreichen, sofern sich die Lage nicht verschlimmert. Amerkka- ni,che Marineoffiziere in China berichteten, daß die Lage in Schanghai jetzt weniger gespannt sei. In Nanking seien keine wer- teren Ausschreitungen von kantonesischen Irregulären oder Soldaten als unmittelbar bevorstehend zu erwarten.

btetiWer Landtag

Scharfer Protest der Volkspartei.

Berlin, 24. März. Die Novelle zum preu» ßischen Ausführungsgesetz zum Finanzaus- gleich wird nach kurzer Beratung dem Haupt- ausschuß überwiesen. Die Aussprache zum Innenetat wird fortgesetzt.

Abg. Dr. S ch w e r i n g (ZK.) weist die Be­hauptung der Opposition zurück, daß zwischen dem Reich und Preußen ein gespanntes Ver­hältnis bestehe und daß in Preußen eine Zer- reitzungspolitik getrieben werde.

Abg. von E y n e r n (Dopt.) stellt fest, der tiefere Grund, daß es mit der Verwaltungs­reform in Preußen nicht vorwärtsgegangen ist, liegt darin, daß bisher ein wirklicher 93er» wattungsminister gefehlt hat. Die Rede Seve- ttngs war nur ein einziger Schrei nach der großen Koalition. (Zurufe links.) Immer wieder würden

Beamte einem politischen Gesinnungs­examen unterworfen. (Hört hiirt! rechts.) Das geschehe vom Staatssekretär. Bon ihm würden Fragen gestellt: Zu welcher Partei gehören Sie? (Hött hört! rechts).

Wie stehen Sie zur F l a g g e n f r a g e 7 (Hött hött! rechts.) Die Deutsche Bolks- partei muß sich ne dritten, daß ihren Ange­hörigen derart spitzfindige Fragen vorge­legt »»erden.

Selbstverständlich sind wir Republikaner, nie­mand könne sich daraus berufen, daß der Ur­

sprung der Neuordnung nicht auf dem Boden des Rechts stehe.

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taiteMtt-Seieiteb

Berlin, 25. März. Die zwischen den Regierungsparteien Vereinbarte und vom Kabinett gntgeheißene neue Fassung des Regterungsentwurses sieht u. a. vor: Der Lohn- und Gehaltszuschlag für die Mehr- arbeit soll nicht mehr, wie im ftüheren Entwurf vorgesehen war, nur bei behördlich genehmigter Mehrarbeit gewährt werden, sondern bei aller Mehrarbeit, vor allem auch bei der tarifvertraglich vereinbarte». Ausnahmen sollen lediglich bestehen für die Fälle der Arbeitsbereitschaft, für die Er­gänzungsarbeiten und für Arbeite» in Not­fällen und infolge von Naturereignissen und sonstigen unvermeidlichen Störungen. Der Kreis der Arbeitnehmer, denen der Zuschlag zugute kommen soll, ist erheblich über den früheren Entwurf hinaus ausge­dehnt, insofern als der Zuschlag nun auch den Angestellten g währt werden soll. Dabei ist der Begriff der Angestellten ebenso ab­gegrenzt wie im sonstigen Bereich der Ar- beitszeiwerordnung, sodaß also lediglich Angestellte in leitender Stellung und solche mit einem JahreSgehalt von mehr als 6000 Mark ausgenommen sein werden. Die Ver­gütung soll grundsätzlich in einem Lohn­zuschlag von 25 Prozent bestehen.

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SoIWe UMMaii

Die vergangene Woche hat gelehrt, daß das recht bedenkliche Ergebnis von Genf keine Auswirkungen auf die innerpoliti­sche Situation des Reiches ausgeübt hat. Die Rede Dr. Stresemanns im Reichstag »>ar kurz, klar und bündig, beschönigte nicht die Rückschläge, die der Locarno-Ge­danke in den letzten Monaten zu erdulden hatte, erhellte jedoch unmißverständlich d e Tatsache, daß an den außerpolitischen Miß­erfolgen Deutschlands in der letzte» Zeit der Lenker unserer auswärtigen Geschicke schwerlich die Schuld trägt. Die Aussprache über die Stresemannrede im Plenum zeigte eine seltene Einmütigkeit in der Erkennt­nis des Unerfreulichen, da» uns Genf brachte. Man könnte sagen, daß noch nie­mals von den Wortführern' der Parteien, die vor dem Eintritt der Deutschnationalen in die Regierungskoalition das Kabinett stützen und später in die Opposition gin­gen, der Völkerbund. Briand, die Unnach­giebigkeit unserer Gegner so scha.f kriti- stert wurde, wie jetzt, wo sie mit Lei Ver­antwortung für die Geschicke des Reiches nicht mehr belastet sind. Man gla.ble kaum seinen Ohren zu trauen, als ein Mann wie der Demokrat Haas sich zu fol­genden Worten verstand: „Wir k'agen die Regierung an. daß sie in Genf sowohl in der Frage der Saarbesatzung wie i» der oberschlesischen Sch .langelegenheit den ein­wandfreien deutschen Rechtsstandpunkt ohne zwi.igende Ro Wendigkeit preisge­geben hat. Eine stärkere Betonung des deutschen Rechtsanspruches hätte sich mit einer wohlverstandenen Forderung des deutsch - französischen Ausgleiches nach unserer Ansicht durchaus vertragen." Diese Worte aus dem Munde eines Demokra­ten! Ein Redner der Rechten könnte den deutschnationalen Slandpunkt zu dem fraglichen Problem nicht beffer demon, silieren, als mit diesen Worten des Demo­kraten Haas. Zn der Tat, es geschehen Zeichen und Wunder, sofern eine Koalitionsumgrupp erung eine neue Oppo­sitionstaktik erheischt. Die Demokraten kritisieren Herrn Stresemann, weil er nicht fest genug in Genf geblieben ist. Eine seltsame Feststellung, die tiefer als alles andere in das problematische Wese» eines deutschen Parlamentarismus hineinleuch» tet. Abgesehen von diesen kleinen Merk­würdigkeiten verlief die ganze Aussprache über Stresemanns Genf-Bericht in seltener Harmonie. Es kam zu keinerlei Hebet» raschungen. Die verkündeten Krisen blie­ben aus. Stresemann ging als Sieger, diesmal als unbestrittener Sieger aus der ganzen parlamentarische» Diskussion her­vor.

Rach längeren Beratungen ist nun end­lich innerhalb der Regierungsparteien die Einigung über die Gestaltung des Notge­setzes über die Regelung der Arbeitszeit zustande gekommen. Diese Einigung fußt auf einem Kompromiß, dem alle Parteien des bürgerlichen Mehrheitsblockes, also damit auch die Mehrheit des Reichstages, ihre Zustimmung geben. Es ist nun be­stimmt damit zu rechnen, daß der ausgear­beitete Entwurf des Notgesetzes über die Arbeitszeit auch durH die Aussprache im Plenum keine wesentlichen Veränderungen mehr erfährt. Die am meisten umstrittene Bestimmung des Notgesetzes, die Regelung der Mehrarbeit und ihre Vergütung, ist nun festgelegt worden. Der Entwurf des Gesetzes verlangt als angemessene Ver­gütung für eine Mehrarbeit, sofern die Beteiligten nicht dem Znkrafttre:en die­ses Gesetzes eine andere Regelung verein­baren ober besondere Umstände eine solche rechtfertigen, einen Zuschlag von 25 v. H. Der Paragraph 9 des Entwurfes besagt, daß die Arbeitszeit bei Anwendung der in den Paragraphen 3—7 bezeichneten Aus­nahmen zehn Stunden täglich nicht über­schreiten darf. Da anzunehmen ist, daß der Reichsrat. dem der Entwurf des Gejetzes nunmehr zur Begutachtung vorgelegt wor­den ist, das Eesetzwerk dem Reichstag ohne längere Aussprache unverändert übermit­teln wird, so wird sich das Parlament ver«