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Der britische Konsul wurde verwun­det und ein britischer Arzt getötet.

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Äbecheffische Zeitung

Srettas, W 25. Mürz 1927

zum Schutz der fremden Staatsangehörigen in NaKing getroffen werden Können. Ein Tele­gramm des Admirals Hough von heute abend 8 Uhr besagt, daß das Gewehrfeuer auf den beiden Ufern des Dangtfe andauert und daß ein grotzer Teil der Stadt P u K a u in Flammen steht.

ft Washington, 25. März. Staats­sekretär Kellogg und Warinesekretär W i I- b u r hatten gestern eine Besprechung über die durch die Tötung amerikanischer Staatsange­höriger in Banking entstandene Lage.

Washington, 25. März. Das Marine­departement ist im Besitze von Mitteilungen, wonach die Verhandlungen an Bord des Kreu­zers „Emerald" vorläufig dadurch zum Ab­schluß gebracht wurden, datz den Vertretern der Kantonbehörden eröffnet wurde, das N a n» hing als „militärische Zone" behan­delt werden würde, wenn die drei Forderungen der Mächte nicht erfüllt würden. Diese Mit­teilung wird hier als amerikanisch- englisches Ultimatum aufgefatzt, auf­grund dessen alle erforderlichen Maßnahmen

t e n ist.

Degen 6,30 Uhr wird die Weiterberatung auf Freitag 11 Uhr vertagt.

geb. Ang Koch, Markt 21/23, grtnfbtetbn: 91t. 54. n. Rt. 55. feMetffonte: Statt Frankfurt «. W. Rr. 501k — Sprech,ett

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SkMüMaMtklkog Wischen Ungarn unb Slalien

Budapest, 24. März. Im Auswär­tigen Ausschutz des Oberhauses sprach Mt Minister des Aeutzern Dr. W a l k o über das Verhältnis zu Jugoslawien und Italien. Der Minister erklärte, die un­garische Regierung sei seit Jahren plan- mätzig bestrebt, mit allen Staaten in Freundschaft zu leben, ohne ihre Aktions­freiheit in irgend einer Richtung einzu­schränken. Insbesondere sei sie bestrebt gewesen, mit den Nachbarn, mit denen sich infolge des Friedensvertrages naturge- mäh zahlreiche Reibungsflächen zeigten, ein normales Verhältnis zu schaffen, und die Regierung hege auch jetzt nicht die Ab­sicht. an dieser Politik eine Aenderung vorzunehmen. Neben den mit Jugo­slawien geführten Schiedsgerichts- und Ausgleichsverhandlungen ergreife Ungarn mit Freuden die Gelegenheit, sein gutes Verhältnis mit Italien zu bekräftigen. Zu diesem Zweck werde der ungarische Mi­nisterpräsident in naher Zukunft nach RE reisen, wo er mit Mussolini einen Ge­dankenaustausch über die aktuellen politi­schen Fragen, darunter die Benutzung des Hafens von Fiume bei der Abwicklung des Seeverkehrs Ungarns, pflegen werde. Bei dieser Gelegenheit werde voraussichtlich auch der Abschluß eines Freund­schafts- und Schiedsgericht »f Vertrages erfolgen.

Im Anschlutz an diese Ausführung«» entwickelte sich eine längere Aussprache, in der sämtliche Redner einmütig betonten, datz sie mit den Grundsätzen und der Rich­tung der von der Regierung befolgten Politik einverstanden seien.

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den Standpunkt zu Rückkehr des Kais ttgen Augenblick nich

Zu Schanghai wird allgemein großes Erstaunen zum Ausdruck gebracht, datz sich der Sieg der Südtruppen in Nanking an, scheinend fast ohne Schwertstreich vollzogen hat. insbesondere angesichts des Umstandes, datz seit vielen Wochen tau» sende von Soldaten des Rordheeres nach Nanking geströmt find. Die Gesamtstärke der Rordtruppcn betrug UM) 000 Mann. Die Mehrzahl der ausländischen Militär- Hnb Marinesachverständigen gaben der Meinung Ausdruck, datz die Stadt sich un­absehbar lang halten werde. Gestern je­doch begann ein grotzes Zurückströmen der «ordchinesischen Streitkräfte ans der Stadt und über den Fluß hinüber, schon vor dem Einzug der Südarmee. Der Schein der Fenerbrünste, die die ständige vegleiterjcheinnng des Rückzugs der chine­sischen Armee find, erhellte während der vergangenen Nacht den Himmel. Die Schantnngtruppen, die alle verfügbaren Fahrzenge mitveschlag belegt hatten, «ach, ten den überstürzten Rückzug über de« »eilenbreiten schnellftrömenden Flutz. Auch von Tschinkiang haben fich die nörd­lichen Streitkräfte zurückgezogen. Es ist im Laufe des Morgen« von den Südtruppen besetzt worden.

wlb. London, 24. März. Nach einer verspätet eingettoffenen Reutermeldung aus Schanghai haben undisziplinierte Schantnngtruppen Nanking geplün­dert. wobei anch

das britische Konsulat ans- geraubt wurde.

Das amerikanische Konsulat wurde vou dem Personal geränmt, das sich auf einen Hügel flüchtete, wo fich sämtliche Ausländer zniammengefnnden hatten. Bald darauf wurde dieser Hügel — an­scheinend von Kantontrnppeu —

Die innere WM Preußens

Stoben SrzelinW unb SeveriusS

Berlin, 24. März. • Der Landtag er­ledigte heute zunächst einige kleine Vor­lagen und fetzte dann die Aussprache zur zweiten Beratung des Jnnenetats fort. Als erster Redner nahm

Minister Grzesinski

das Wort und erklärte, er Habe sich zu seinen gestrigen Zwischenrufen bei der Rede des Abgeordneten Dr. v. Richter durchaus für berechtigt gehalten; er werde auch in Zukunft Zwischenrufe machen, wenn er es für angebracht und berechtigt haste.

Der Minister bemerkte, daß er von Ge­gensätzen zwischen Reich und Preußen noch nichts gemerft habe. (Zuruf: Ahnungsloser Engel Du! Große Heiterkeit.) Die preu­ßische Regierung arbeite mit der jetzigen Reichsregierung bisher genau so einträch­tig zusammen, wie mit jeder früheren. So werde es auch bleiben. Wohl könne man aber nicht von ihm erwarten, daß er deutschnationale Parteipolitik mache. Preu­ßen gehe seinen Gang in der Richtung der Festigung der Republik weiter.

Der Minister wandte sich dann gegen die Behauptung des Abgeordneten Daecker, daß er als Minister die Frage bejaht habe, die Schutzpolizei müsse zur eventuellen Verwendung gegen die Reichs­wehr ausgebildet werden. Die preußische Schutzpolizei sei nur das Exekutivorgan der preußischen Republik, und werde sich nie für andere Zwecke gebrauchen lassen. Sehr zum Schaden für die Reichswehr selbst hätten radikale Rechtskreise eine zeit- lang geglaubt, die Reichswehr gegen die Republik gebrauchen zu lassen. Die falsche Rechnung werde auch bestimmt falsch bleiben.

'Bei der Einstellung von Beam­ten, betonte der Minister, käme es in erster Linie auf die Tüchtigkeitdes Bewerbers an. Takt und Zurück­haltung mühte auch heute von den Be­amten gefordert werden. Wenn der Ab­geordnete Baecker Staat und Staatsfvrm unterscheide, so müsse er ihn fragen, ob er auch 1913 so gesprochen hätte, wenn sich ein republikanisch gesinnter Beamter zu dieser Unterscheidung bekannt hätte. Auch bei den Offizieren derSchutzpoli» zei käme es auf volle Staatsbe^ j a h u n g an und nicht auf eine nur ju­ristische Erfüllung ihres Diensteides.

Wenn Beamte so wenig Takt und Geschick hätten, wie der wegen seines KonflisteS mit dem Provinziallandtag ge­maßregelte Regierungspräsident Stolzel in Kassel, müßten sie von ihrem Po st en abberufen werden. Die preußische Staatsregierung will eine mit der Bevölkerung des Landes gut auskom­mende homogene Staatsverfassung sck)affen. Die Republik steht fest. Auch Wirtschafts- steise sehen heute schon ein, daß ein Hm- stürz der Wirtschaft nur schaden könne.

Das Wott erhält hierauf Abg. Kilian (Komm.), der den Innenminister hefig an- greist.

Abg. Riedel (Dem.) erklärt, daß seine Pattei auch den neuen Minister unter­stütze.

Abg. Severing (Soz.) gibt der Hvff- .nung Ausdruck, daß es Herrn von Keu- d e l l vergönnt sein möge, bis zum na­türlichen Ende der Reichstagsperiode im Sinne der Erklärung zu wirken, die er ab­gegeben hat, daß er treu zur Verfassung stehen und die Verfassung sogar fördern wolle. Im Falle Keudell hat sich Reichs­kanzler Marx nicht auf polittsche Aus­führungen beschränkt, sondern auch recht­liche Ausführungen einfliehen las­sen, die mir bedenklich erscheinen. Rach diesen Auffassungen des Reichskanzlers darf nicht verfahren werden. Der Kanzler hat gesagt — (Innenminister Grzesinski begibt sich in diesem Augenblick an das Rednerpult und über­reicht dem Abg. Severing einen Zettel. Rufe bei den Deutschnationalen: Sind Sie nicht mehr selbständig, Herr Sevettng? Lei­sten Sie bestellte Arbeit?) Auf dem Zettel, den der Herr Innenminister mir überreicht hat. steht nur: Der Reichskanzler hat sich berichtigt. Reichskanzler Marx hat u. a. erklätt: ein Beamter habe in erster Linie zu gehorchen und insbeson­dere dann zu gehorchen, wenn es sich um die dienstliche Anweisung eines Vorgesetz­ten handelt. Run hat der Reichskanzler inzwischen bettchttgend erklärt, daß er da­mit nicht etwa den alten Beamten, die treu zum Staate während des Kapp-Putsches standen, einen Vorwurf machen wollte. Damit hat er aber nichts verbessert.

Der Redner weist dann die Vorwürfe gegen eine Inkongruenz zwischen Preußen und dem Reiche zurück. Allerdings bestehe eine Inkongruenz zwischen dem preu­ßischen Polizeiministerium und dem Reichswehrministerium und sie werde bestehen müssen, solange das Reichs­wehrministerium nicht staatSgefährdende Eigenmächtigkeiten seiner Offiziere unmög­lich macht. Die Bereitschaft der Sozial­demokraten zu einer großen Koali­tion und zu einer Hnterstützung der Re­gierung der Mitte sei lediglich durch das Verhallen der Deutschen Volks- Partei nicht zur Auswirkung gelangt. Zweifellos müsse man immer mehr dahin kommen, nach der Qualifikation eines Be­amten zu fragen. Hm alles zu tun, um die eingetretene Konsolidierung nicht zu stören, bitte er auch das Staatsministerium, bei

und amerikanische Kriegsschiffe das Gelände in der Nähe des Hüge.s, um den Ausländern die Räumung des Hügels tu ermöglichen. Es wurden ferner zu die­sem Zwecke auch Marinedetachemeurs ge- ' miet.

Wie Reuter weiter meldet, wurden zahlreiche Amerikaner, die sich in Nanking auf das Grundstück der Standard Oil Company geflüchtet hatten, infolge einer Beschießung durch Kantontruppen getötet.

Die Nachrichten au» Nanking gehen in» fo-ge der Zerstörung der Teiegraphen- linien nur sehr spärlich ein. Ein britischer Dampfer traf hier mit amerikanischen and britischen Flüchtlingen au» Nanking ein, die von allem entblößt waren.

Die letzten drahtlosen Meldungen ans Nanking besagen, datz ein britischer Kreu­zer und zwei amerikanische Zerstörer Mannschaften landeten, denen es gelungen ist, die auf den Hügel geflüchteten F r e m- den zu befreien. Dabei wurden mehrere Matrosen, darunter auch Amerikaner getötet oder verwundet.

«erhandlunsen zta.f^en Peking und Kanton.

Paris, 24. März. (WTB.) Der Sonder- berlchlerstatter der „Information" meldet aus Peking: Auf Anregung Liangtscheyis, der als kommender chinesischer Ministerpräsident angesehen wird, Haden die Führer der Nordarmee von Peking eine Abordnung zur Südarmee ge­sandt, um einen Waffenstillstand zu schließen und eine Verständigung hecbeizuführen.

DaS StolKMuItzM

Die Forderungen der Evangelische«.

B e r 11 n. 24. März. (WTB.) Zu einer Aussprache über das ReichSschul- g e s e tz hatten fich gestern abend auf Ein­ladung des Evangelischen PresscverbandeS für Deutschland eine große Anzahl von Parlamentariern, ferner die Mitglieder des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses. Vertreter der Lehrerschaft, htzr theolagi- schen Fakullät im Rheingold' Singefunden. Der Reichsminister des Innern, Dr. von Keudell, und der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Dr. Becker, waren zugegen. Die Aus­sprache über das Reichsschulgesetz wurde ein geleitet durch den bayerischen Kirchen­präsidenten D. Veit, München, der be­tonte, daß das Mißttauen endlich ver­schwinden müsse, als ob es in den Bezie­hungen zwischen Kirche und Schule um irgend welche Machtfragen gehe. ES han­dele sich um eine gemeinsame Arbeit im Geiste gegenseitigen Vertrauens. Die Kirche sei die letzte, die den Fottfall der geistlichen Schulaufsicht bebauert. Für baß kommende Reichsschulgesetz lautet die For­derung der evangelischen Kirche: Für evangelische Kinder evange­lische Schulen, nicht im Sinne der Hnterdrückung der anderen verfassungs­mäßigen Schularten. Es solle den Elter« unbenommen bleiben, sich ihrer zu bedie­nen. In der geschichtlich gewordenen Si- multanschule sei zumal in Gegenden be­sonders florier Konfessionsmischung etwas Wettvolles zu erblicken; aber wo immer die Bekenntnisschule gewünscht werde, müsse ihr freie Dahn gegeben werden. Die an­geregte Erörterung brachte bei mancher Verschiedenheit der Auffassungen den Wil­len zur gegenseitigen Achtung und zur Lösung der Fragen im Geiste gegen|eitigai Vertrauens zum Ausdruck.