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Marburger rageSavzelstt

Milch» Landttzellung

Ne. 65 ßL Fahrs. Marburg a. Laba

Stt AnzelgenpreU beträgt für den 10 gcfpalt. SeilenmtHtmettt 0.08 GM., kleine Voran,etg« 0.06 GM., amtliche und au4- todrtige Anzeigen 0.10 SM. M schwierigem Satz sowie bet Platz- borschrlft 50«/, Aufschlag. Gammelan zeigen 100 's, Stuf schlag. Reklamen der Milli«.

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1 Goldmark = '/^»Dollar.

Jttltaft

(d is. März 1927

« ^Vderhesstsche Settimg* er» sechsmal wöchentlich. Ve- monallich 2 GM. auS» Zustellungsgebühr, durch ^P,st2LS SM.Für etwa infolge »Miks, Waschinendefekte oder ^Mntarer Lreigniff« ausfallend« jgxtra wird (et* Ersatz ge» * Verlag d. Dr. §. Hitzervth, Opi der Univ -Buchdrueterei b. «uq. Aoch. Markt 21/23.

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Amerika gegen die Mtungskonttolle $i»tlgc ErklSrunM zur 6lftga8irngt

Wtralilrrlk (n Stdunghai

ss London, 18. März. Die Blätter mel- , er» Schanghai: Auf die Nachricht von ,geblichen Einnahme Nankings durch die utimeftn hätten die Arbeiteragitatoren in gttgbai den Generalstreik verkündet. Es che erwartet, daß bis beute abend die Zahl s streikenden Arbeiter etwa 350 000 betragen tk

$ie Kämpfe vor Schanghai und Nanking, st London, 18. März.Times" be­tet aus Schanghai: Die lange ange- idigte Absicht der Südheere, ihre gesamten strengungen auf die Einnahme Nankings richten, desien Fall systematisch zu dem anghais führen wird, scheint in voller »Wrung begriffen zu sein. Den zuver- igsten Informationen zufolge machen die dtruvven einen zweifachen Angriff zwischen liu und demTaibusee.

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MNen-SedaNe Im tlntechaus k. London. 18. März. Im Unter, v brachte Ponja « bq einen Antrag , der die Verminderung der Luftstreit- tte von 33 000 Man« auf 1000 Mann tat. Hierzu erklärte de, Luftfahrt, lifter, Loudon sei die verwundbarste iptftadt für Luftangriffe in Europa, i Ende de» Krieges habe England die Ite Luftflottevftreitkräfte gehabt. Es e diese bis zur Bedeutungslosigkeit aindert. ohne daß die übrige« großen ichte diesem Beispiel gefolgt wären, isiaud sei verpflichtet, sich in einen aee Verteidigungszustand zu setzen, t Abänderungsantrag von »sauby wurde verworfen.

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W 8onbtl<oerlragspreto(ofl luiierzemmel

aris. 17. März. Das von der deut« < und der französischen Wirtschafts- Mion eingebrachte Protokoll «r die Grundsätze für die Ler- dlungen des Abschlußes eine» end, ltigen Handelsvertrages ist U nachmittag von Handelsminister ikauowskq und deutscherseits von »iiteria.direktor Posse unterzeichnet den.

as Protokoll enthält lautDeutscher Witt. Korr." folgende drei wesent- sti Fortschritte:

Don französischer Seite wird oie früher beanspruchte 14 monatige rrenzperiode, während deren Differenzierung zugunsten der fran­sen Industrie eintrete« sollte, um sie i mit einem Schlage der überlegenen ld)en Konkurrenz auszusetzen, ver- itet.

Gegenüber dem bisherigen franzöfi- i Standpunkt ist jetzt festgestellt, dah Gewährung von Zollbindungen deut- Mits auch die französischen tze des Minimaltarifs für die des Vertrages gebunden wer* lollen.

während bisher die Sätze des franzö- 111 Minimaltarifs als unabänderlich sind nach den Stipulierungen des »kolls etwa notwendige Adweichun- ^nigstens nicht ausgeschlossen.

'tatzisch, Senat und die Beguadiaung der Grafs-Mörder.

Krüssel, 18. März. Im Verlauf der 2.e über den Haushalt des Auswärtigen Merle der Berichterstatter lebhaft gegen ftgnabigung der Mörder des Leutnants Der Minister des Auswärtigen er- 2. dah er den Zwischenfall für tief be- M halte, da er zur Folge haben werde, Ziehungen zwilchen den beiden Ländern Wben.

Genf, 17. März. Die amerikanische Re­gierung bat für die zweite Tagung des vor­bereitenden Abrüstungsausschusies ein Me­morandum zu dem Bericht des sogen, ge­mischten Ausschufles lAmerika ist in diesem Ausschuß nicht vertreten) ausgearbeitet, in dem erklärt wird,

dah die amerikanische Regierung leinen Vorschlag günstig aufnebmen könne, der aus eine internationale Kontrolle in Be­zug aus eine Vereinbarung über die Be­schränkung der Rüstungen hinauslauken würde.

Die sicherste Basis kür eine solche Verein­barung müsie die Achtung vor den Verträgen sein. Auherdem macht die amerikanische Re­gierung darauf aufmerksam, dah der Abschluh besonderer internationaler Vereinbarungen zwischen den Schlüsielindustrien und den Ber­einigten Staaten auf ernste rechtliche und ver- sasiungsmähige Hiudernisie stohen würde. Zur Frage des Verbots des chemischen Krieges bemerkt die amerikanische Regie­rung, dah die vom gemischten Ausschuh ge­machten Vorschläge in keinem Zusammenhang mit der Frage der Rüstungsbeschränkungen stehen. Es sei notorisch, dah die Mehrzahl der chemischen Produkte, die in Kriege» reiten zu Kriegszwecken verwendet werden könnten, kür die Friedensinduftrie zu den täglichen Bedarfsartikeln ge­hören.

Deutsch and und Men

ft. Warschau, 18. März. Zaleski er, klärte Pressevertreter«, daß di« Verhand­lungen mit Deutschland in etwa 1012 Tagen ausgenommen werden könnten und daß Polen in allernächster Zeit zur Auf­nahme derSarautiepaktverhand- lunge« mit Rußland schreiten werde.

Rauscher wieder in Warschau.

fk. Warschau, 18. März. Gesandter Rauscher ist gestern wieder hier einge­troffen und wird heute eine Unterredung mit Außenminister Zaleski haben.

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Eine MwttlmiMovM

fk. Berlin, 18. März. Das Reichskabinett bat dem Reichstage nunmehr die Vorlage in der Aufwertungsfrage unterbreitet. Die Vor­lage sieht, wie seinerzeit angekündigt, die Be­seitigung einzelner Härten und Unebenheiten i« der bisherigen Asiwertangsgesetzgebung vor. Wesentliche Aenderungen de» bisherigen Aufwertungsgesetzes find nicht vorgenommen worden.

Die Kabinettsberatung über die Finanzlage.

ft. Berlin, 18. März, lieber die gestrige Sitzung des Reichskabinetts, die die Finanz­lage des Reiches zum Gegenstand hatte, mel­den die Blätter, dah wahrscheinlich das Ka­binett ein Programm beiienigen Mehraus­gaben aufstellen wird, die es noch für finan­ziell durchführbar hält und gleichzeitig sich darüber äuhern wird, wie es sich die Deckung hierfür denkt. Jedenfalls werde mit Ein­schränkungen in verschiedenen Etatsvofitiowen und an den von bett Regierungsparteien be­antragten über ben Etat binausgebenden Ausgaben zu rechnen sein.

Zwei weitere Todesopfer in (Mögen.

ft. Berlin, 18. März. Die Typhus- eoibemie in Elogau ha^ noch zwei weitere Tobesovfer geforbert, so bah letzt im ganzen 5 Todesfälle iu netieithnen find.

Kein Land könne mit Sicherheit die Ver­pflichtung eingehen, auf Vorbereitung zur Verteidigung gegen einen mit chemische« Mitteln geführten Angriff zu verzichten.

Zur Vorbereitung der Abwehr solcher An­griffe seien besonders Ausbildungskurse unter Berücksichtigung der chemische« Fragen un­erläßlich. Die amerikanische Regierung spricht sich deshalb gegen ein absolutes Verbot solcher Ausbildungskurse aus. Das Memorandum nimmt schließlich noch rn der Frage der Ler- gleichsmöglichkeit des Rüstungsftandes der einzelnen Länder auf Grund des Haushalts­plans eine ablehnende Stellung ein.

Ungünstiger Eindruck des amerikanischen

Memorandums in Frankreich.

ff. P a ris, 18. März. Das Memvran, bunt der Vereinigten Staaten über die Abrüstungskonferenz findet in der Pariser Presse keine günstige Beurteilung. Der offiziösePetit P a r i s i e n" ist der Meinung, daß das wichtige Dokument von Anfang bis zu Ende eine ZurückWyis. ng und Verleumdung der von der Mehrheit der Nationen verteidigten Thesen und Prinzipien sei. In Genfer Dblkerbunds- kreisen habe das Memorandum, trotzdem die Haltung Washingtons in dieser Frage bekannt sei. eine starke Entrüstung her­vorgerufen. Man nimmt allgemein an, daß die am Montag beginnenden Ab­rüstungsverhandlungen schwierig und langwierig sein werden.

I« SemmMpwMS Wilms

B e r l i n, 17. März. (WTB.) In der heutigen Verhandlung kam es zu hefti­gen Auseinandersetzungen über die noch zu vernehmenden militärischen Sachver­ständigen. Die Verteidiger verlangen, daß die als Zeugen anwesenden Reichswehr- ofstziere, von denen Hauptmann Keiner in Wirklichkeit der Leiter der schwarzen Formationen gewesen sei, als Sachver­ständige vernommen werden sollen, wäh­rend die Staats-.nwaltschaft erst die Ge­nehmigung des Reichswehrministeriums einholen will. Verteidiger Iustizrat Hahn droht äyt-nrft erregt wiederholt mit sofor­tiger Niederlegung der Verteidigung, falls nicht zur restlosen Aufklärung der Sach­lage die von der Verteidigung gewünsch­ten Offiziere, besonders Hauptmann Kei­ner, als Sa-hverständige vernommen wer­den. Verteidiger Rechtsanwalt Bloch schließt sich den Forderungen seines Kolle­gen an. Das Gericht beschließt nach kur­zer Beratung als Sachverständige Oberst v. O ch s und den OberstleuMant v. Ham­me r st e i n zu laden und sich die Ladung weiterer Sachverständiger vorzubehalten. Als die Verteidigung verlangt, daß die Zeugenvernehmung der im Pannier-Pro- geß verurteilten Leutnant Bing und Feldwebel Stein nur in Gegenwart der militärischen Sa*nerftänbirten stattfinden solle, Oberst v. Ochs, der Regimentskom­mandeur in Kolberg ist, jedoch erst tele­graphisch herbeigerufen werden muß, wird die Verhandlung abgebrochen und auf morgen vertagt.

Urteil im Schweinfurter Brandstifter« Prozeß.

Schweinfurt, 17. März. Wegen vorsätzlicher Brandstiftung durch die im September vorige« Jahres 30 Häuser mit Nebengebäude« in Sandberg in der Rhön eingeäschert worden waren und wegen Versicherungsbetruges wurden Otto Linke zu 5 Jahren Zuchthaus, Katharina Linke zu einem Jahr sechs Monate« Zuchthaus und Heinrich Söder zu drei Jahre« drei Monateu Zucktbaus verurteilt.

LmüßmnssmlnMtt Stbic'c über die Seggnwtnorgung

Im Reichstag wurde heute die zweite Lesung des Haushalts des Reichsmini­steriums für Ernährung und Landwirtschaft fortgesetzt.

Abg. Janson (D. Dpt.) erklärt, die größte Sorge der Winzer sei die angebliche Absicht der Regierung, Frankreich im provisorischen Handelsabkommen die Weine,.lfuhr nach Deutschland zu erleich­tern. (Sehr richtig rechts und im Zentr.)

Reichsminister Schiele erklärt in Beantwortung sozialdemokra­tischer und kommunistischer Interpella­tionen. dah

die Rog" nversorgung Deutschlands für den Rest des Wirtschaftsjahre» sichergestellt

sei. Don einer in Kürze zu erwartenden Roggennot könne keine Rede fein. Der noch vorhandene Bestand entspreche fast genau den Dorkriegsprvzentsätzen. Rach einer sorgfältigen Untersuchung Über den Mehlverbrauch seien im Jahre 1926 trotz der reichlichen Ernte des Vorjahres proKvpf 11 Kg. Roggenweniger verzehrt worden als jetzt zur Ver­fügung stehen. Man könne also minde­stens annehmen, dah wir noch mit einem bescheidenen Vorrat in die neue Der- sorgungsperiode eintreten werden. Die Roggenpreise im laufenden Jahre feien_ zwar ungleich höher als die stark gedrückten Preise des Vorjahres, sie seien aber im Durchschnitt nicht höher afs diejenigen des Wirtschaftsjah­res 1924/25.

Die Steigerung des Brotgetreides für Roggen- und Weizengebäck bedeut«! durchschnittlich 7 Pfg. pro Kilogramm und ergebe eine Mehrbelastung auf den Kopf der Bevölkerung von 8,40 Reichsmark im Jahre. Die Ge- treidehandelsgesellfchaft hat in­nerhalb der natürlichen Grenzen ihre Auf­gaben erfüllt, wenn bei den letzten Ter­minen bereits ein Rückgang der Preisnotierungen verzeichnet wer­den konnte. Die Getreidehandelsgesellschaft ist fast in vollem Besitz des ihr nach dem Etatstitel in Aussicht gestellten Kredit- betrage«. Auf das Stammkapital von 15 Millionen sind etwas mehr als das übliche Viertel, nämlich 3,8 Millionen Mark bar eingezahlt worden. Eine Erhöhung der Bareinlagen wäre aus steuerlichen Grün­den unzweckmäßig gewesen. Eine vor­übergehende

Suspendierung des Rsggenzolles würde die Verforgungslage des Volkes kaum beeinflussen, in dem Roggenmarkt aber eine nicht zu verantwor­tende Ansicherheit hineintragen. Den Vorteil der Suspendierung würde nur das Ausland haben.

Bei der Abstimmung wird eine Reihe von Titeln zurückgestellt, der Rest des ErnShrungshauShalts an­genommen. Der Fond zur Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung wird von l,95auf 2,5 Millionen, die Beihilfen zur bäuerlichen Wirtschaftsberatung von 1,9 auf 2,0 Millionen RM., der Fond zur Schädlingsbekämpfung von 600000 auf 800 000 RM. erhöht. Reu bewilligt wird ein Kühldampfer für 600 000 RM. und ein Betrag von 5 Millionen zur Kinderspeisung. Für langfristige Fischereikredite werden 1,2 Millionen be­willigt. Angenommen wird ein Antrag der Deutschen Volkspartei, die Wechsel­verpflichtungen hochwasserge- geschädigter Landwirte generell zu stunden. Die übrigen AnttSge werden den zuständigen Ausschüssen überwiesen.

Es folgt die zweite Beratung des HcmS- halts des Reichsinnenministertums.