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Süonteg, W14. Mürz ISN

fti ^0berh«sfisch« Bettung" n> (jUtnt sechsmal wöchentlich. Ve- prfttde monatlich 2 GM. au«- Weßl. 3ustellm,g«gebühr, durch ^Post2LL GM^ür etwa infolge Streik«, Maschüiendefekt« oder fjretatatet Lreigniss« ««fallende Kummern wird kein Ersatz ge* Mistet, «erlag v. Dr. §. Hitzervth. Druck der Unld.-Buchdruckerei 6, »6. Äug. «och, Mar« 21/23, ^rnsdrecherr Nr. 64. n. Nr. 65. P,stscheckkontor Amt Frankfurt

JR. Rr. 6015. Sprechzeit 5# Redaktion »on 1011 und lM1 Uhr.

SberhMche

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St. 61 62. Wo. Marburg o. Lob»

T*t «n^igenprei« beträgt für den IV gespalt. ZeNenmillimeter 0.08 SM, kleine Varanzetgen 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz- dorschrist 50«/, Aufschlag. Sammelanzeigen 100 °/, Auß schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 6 Lag«. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

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Ar lbinrMr Mite gebt zu den Äontencien fiter

st. London 14. März.Time » meldet at Schanghai: Der Oberbefehlshaber der Hiesischen Flotte in den Gewässern von Schanghai, Admiral Ban«, hat in einem Oeiidschreiben bekanntgegeben, dah rr sich der |Saite der Kantonesen anschliche. Alle Offi- I litte ständen hinter ihm. Sämtlich« Marine- lmhive wurden aus dem Admiralitätsgebäud« Li Bord des Flaggschiffe, KreuzerHai- Mm" geschasst. Die Flagge des Kuomintang Mde gehitzt.

Die Flotte befindet stch gegenwärtig bei W»sung und besteht aus 4 Kreuzern, 5 Zer­störern und 3 Kanonenbooten. Die Schiffe

,L sämtlich alt und infolge Geldmangels it Jahren nicht ausgebessert. Es heißt, dah t Admiral selbst nicht sehr auf einem Kampf

Nach einer .Daily Erpreh"-Meldung beträgt e Zahl der zu den Kantonesen übergegan- «n Schiffe 22.

Not tem Fall Nankings

DerObserver" meldet aus Schanghai, dah b mit dem Fall von Nanking inner» 16 dreier Tage rechne. Die Kan- esrn ständen gegenwärtig 48 Kilometer von Stadt entfernt und rlickien unaufhaltsam . Der frühere Gouverneur von L.7>.: rhai, «schall Sunschuaufang befinde sich - . 'an- L Die meisten sein« Offiziere seien »W* den Nationalisten übergegangen. De« Kor- mdent des genannten Blattes glaubt, dah rngtschungtchang nicht gedenke, die Stadl nghai zu halten. Er wolle nur einige dort bleiben, um die Stadt nach Möglich- zu schröpfen. Sofort nachher dürfte er sich dem Norde« zurückzieben und gemeinsam Tschangtsolin »ersuchen, Lankau wieder inehmen.

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taet Unfall v. KüMaM

Berlin, 12. März. Staatssekretär D. v. Kühlmann ist heute nachmittag in k Wilhelmstraß« von einem Moto.rad erfahren worden. Der Staatssekretär, i anscheinend ernstlich verletzt wurde, irbe in ein Krankenhaus übergeführt. Berlin, 13. März. Wie die Blätter lden, erreignete sich Las Unglück, als v hlmann gestern mittag um 1 Uhr die raste Unter den Linden an der Ecke Wil- mstraste überschreiten wollte. Er wurde einem Motorrad von hinten ersaht im Bogen auf die Straße geschleudert, er bewußtlos liegen blieb. Der Motor­fahrer stürzte mit seiner Maschine chfalls. v. Kühlmann wurde mit einem ädelbruch in die Universitätsklinik in

Ziegelstraße gebracht. Gegen Abe d te er für kurze Zeit das Bewußtsein dererlangt. Sern Zustand wurde als it. aber nicht als hoffnungslos de­hnet. Der Fahrer des Rades trug einen -ch des Nasenbeines davon. Auf An­se ist heute im Laufe des Vormittags

Zustand v. Kühlmanns als unver- ert bezeichnet worden.

BttuMer Landtag

Berlin, 12. März. Im preußischen ndtage ist eine deutschnationale kleide frage eingegangen, die darauf hinweift, 5 dem Buchdruckerei- und Papierverar- tungSgewerbe von behördlichen Stellen nkurrenz gemacht werde. Gerüchtweise lautet, dah der preußische Minister- fident der Norddeutschen Buchdruckerei Verlagsanstalt A. G. in Berlin eine nopolstellung für staatlich« Aufträge zu ffen beabsichtige. DaS Staatsministerium d gefragt, ob ihm diese Tatsachen be­ut seien und was an dem Gerücht wahr und ob eS Maßnahmen treffen wolle, durch behördliche Konkurrenz hervor- ufene Schädigung des freien Druckerei- > Papiergewerbes zu unterbinden.

Nie Entschktdung hi ter Laarstage

SrankrrW Erfolg: Eino .NatznMtz"- Arm« von 80« Mann

Die erste Tagung des Dölkerbundsrates un­ter aktiver deutscher Beteiligung ist zu Ende. Wenn wir das Fazit^ziehen sollen, so müssen wir feststellen, daß fxi8 Gesamtergebnis vom deutschen Standpunkt in keiner Weise als befriedigend angesehen werden kann. Das mindeste, was wir hätten erwarten können, war, daß der Rat jetzt, nachdem wir Mit­glied dieses erlauchten Gremiums geworden sind, wenigstens den klaren Rechts st and- Punkt in den Fragen, an denen Deutschland ein besonderes Interesse hat. respektieren und anerkennen würde.

Mit der Entscheidung in der oberfchle- fischen Schulfrage können wir uns viel­leicht noch abfinden. Es handelt sich hier be­kanntlich um die Beschwerde des Deutschen Dol"bundes über die Berletzung des Schul­abkommens mit Polen, also eine ganz klare Rechtsfrage, die mit Politik nichts zu tun hat. Polen trat mit der an und für sich einleuch­tenden These auf. polnische Kinder gehörten in die polnische Schule, deutsche in die deutsche Schule. Bei den außerordentlich komplizier­ten sprachlichen Verhältnissen in Polnisch- Oberschlesien ist jedoch eine Scheidung, ob deutsch oder polnisch, bekanntlich sehr schwer. Die Polen machten sich jedoch die Sache sehr einfach, indem sie sich selbst vorbehielten, darüber zu entscheiden, welches Kind ein pol­nisches und welches ein deutsches ist.

Umgekehrt hatte aber Artikel 131 des Gen­fer Abkommens vom Mai 1922 eben mit Rücksicht auf die Anklarheit der nationalen vvr allen: ntttureii genriTcpien reutet uie Entscheidung den Erziehungsberechtigten zu­gewiesen, Während Deutschland bekanntlich diese Entscheidung anerkannte, hat sich Polen nicht an sie gehalten und die Frage jetzt zum Gegenstand einer Auseinandersetzung vor dem Rat gemacht.

Man hat sich, in Gent auf ein Kompro - m i h geeinigt, dergestalt, daß die Entschei­dung darüber .welche Schule ein Kind be­suchen kann, in die Hände des Präsidenten der Gemischten Kommission für Obeifchlesien, C-a- londer, der von einem Schweizer Pädagogen beraten wird, gelegt worden ist.

Da sich der Standpunkt EalonderS bisher mit dem deutschen nahezu deckt, können wir uns, wie schon erwähnt ,mit der einstweiligen Regelung dieser Frage noch abfinden.

Völlig unbefriedigend ist aber die Ent­scheidung des Rates in den Saarfragen. Entgegen dem klaren Wortlaut des Saarab- kvmmens, das in keiner Weise die Aufstellung eines besonderen Bahnschutzes gestattet, hat der Rat sich in dieser Frage einseitig auf den Standpunkt Frankreichs gestellt, das aus durchsichtigen politischen und militärstra­tegischen Gründen diese Forderung nach einem besonderen Dahnschutz betrieben und auch durchgesetzt hat.

Der Gedanke, baß der deutsche Außen­minister mit aller Entschiedenheit Rechtsver­wahrung gegen dieses Verhalten des Rates eingelegt hat, ist nur ein schwacher Trost ge­genüber der viel schwerer wiegenden Tatsache, daß der Völkerbundsrat sich so leichten Her­zens zu dieser Entscheidung entschlossen hat.

Ein Sturm der Empörung wird zweifellos im Saargebiet ausbrechen, das wieder einmal feststellen muß. dah der Völkerbundsrat auch diesmal seine eigentliche Pflicht. Hüter der Interessen der Saarbevölkerung zu sein, so schwer verletzt hat. Das bisherige Miß­trauen der Bevölkerung des Saargebiets ge­genüber der Regierungskommisfion wird in erhöhtem Maße weiterbestehen, nach­dem auch die Forderung nach einer Erneue­rung dieser Institution an Haupt und Glie­dern, die von der Saarbevölkerung immer wie­der verlangt wurde, abgewiesen worden ist.

Die EinismiMiMl

Der Bolkerbundsrat hat Sonnabend abend den BorMag der Regierungskom« Mission des Saargebietes gemeinsam mit folgenden von Scialoja formulierten Zu­sätzen angenommen:

Der Rat nimmt Kenntnis von de« Be» richt der Regierungskom Mission, datiert vom 8. Februar 1927, bezüglich der Frage der Transport« u«d Transitfreiheit aus den Eisenbahnen des Saargebietes.

Die von der Regierungskommisfion vor« .geschlagene Organisation wird innerhalb einer Höchftfrist von drei Monaten ver­wirklicht und infolgedessen wird die im Saargebiet stationierte Truppe innerhalb der gleichen Frist zurückgezogen.

Der Bahnausschuß ebenso wie die Bah«, schutztruppe werden unter den Befehl der Regierungskommisfion gestellt und find ihr verantwortlich.

Die Bahnschutztruppe wird ihre Befug- «ifie gegenüber der BevöUerung nur unter außergewöhnlchen Umständen ausüben dürfen. Der Bestand von 800 Mann, der für diese Truppe angegeben ist, stellt die Maximalziffer dar. Im Falle die Re« gierungskommisfion zu der Auffasiung kommt, daß eine Verminderung dieser Zahl möglich ist, so wird ste die zu diese« Zwecke notwendigen Maßnahmen treffen können, ohne stch vorher mit dem Rate in Verbindung zu setzen.

Ser Mutete Sotlthtag

In der Nachmittagssitzung d«S Völker« bMdsrates führt« der, Präsident der Saar­frage aus:

ES handelt sich um 750 000 ordnungs­liebende, stolze und im höchsten Maße pa­triotische Menschen im Herzen des zivili­sierten Europas. Das Einvernehmen zwi­schen der Regierungskommission und ihnen war nur durch daS Pflichtbewußtsein der einen und durch die mustergültlge Haltung der anderen möglich gewesen. Die für den Bahnschutz vorgesehene Zahl von 800 ist eine mühselige Kompromitzziffer. Ich be­antrage, unter Festsetzung von 800 als Maximalzahl, die Entscheidung über die praktisch notwendig« Zahl der RegierungS- kommistion zu überlassen. Bezüglich der Jnternationalität und der Uniformierung hat man sich im Saargebiet nicht fest­gelegt. Man hat jedoch gediente Soldaten im Auge gehabt, die teilweise au» dem besetzten Gebiete genommen würden, die ein besondere- Abzeichen erhalten, um kenntlich zu machen, daß sie mit dem regu­lären Ordnungsdienst nichts zu tun haben.

Bandervelde berührte hierauf die Zu­sammensetzung der SaarregierungS-Kom- mission unter Berücksichtigung de» Um­standes, daß Deutschland Völkerbunds- und Ratsmitglied geworden fei.

Sann machte Dr. Strefemann den Vor, schräg, aufgrund des Diskufstonsergebnifses und der an ihn herangetretenen Wünsche und Anregungen einen Zusatz zu dem Be­richt der Regierungskommisfion durch Scialoja formulieren zu lasten, der fol­gende drei Punkte enthalten soll:

1. Festsetzung einer Höchstfrist von drei Monaten für den endgültigen Abzug der franzöfischen Truppe« aus dem Saargebiet.

2. Znansprnchnahme der neue« Organi. lation und nut in besonderen Fällen unter alleiniger Autorität der Regierung», kommiMon.

3. Belastung der Entscheidung über die notwendige Ziffer des Bahnschutzes bei der Regierungskommisfion mit einer Be, grenzung auf 800 Mann als Höchstzahl, wobei stch der Bölkerbnndsrat mit der end« gütigen Ziffer, die nach den Darlegungen Stephens innerhalb der Regierungskom. «ifston km Sirene einer möglichen Herab­setzung um einige Hundert Mann gefun­den werden dürfte, nicht «ehr zu befasteu haben wird.

Strefemann erklärte darauf:Unter den erwähnten Voraussetzungen glaube ich, dem vorliegenden Vorschlag zustimmen zu können, wenn ich auch aufs tiefste bedauere, daß ein« Frage unerledigt bleibt, auf die ich

vrelleicht weniger im Interesse Deutschland» als in demjenigen des Völkerbundes Gewicht gelegt habe, denn ob es für Deutschland besser oder schlechter ist, wenn Truppen aus englischen, französischen oder anderen Kontingenten entnommen oder international rekrutiert werden, kann dahingestellt bleiben. WaS mich veranlaßte, Gewicht auf diese Frage zu legen, ist, daß der Völkerbund seine Universalität auch in diesem Zusam­menhang hätte zum Ausdruck bringen kön­nen. Für mich entscheidet hier, daß ich bei der ersten Abstimmung im Rate unter deutscher Präsidentenschast in nicht perso­nellen Fragen vermeiden möchte, daß sie nicht mit Einstimmigkeit erfolgen kann. Briand stimmte dem vorliegenden Vorschlag ScialojaS zu, indem er das vorliegende Beispiel als eine Konsequenz des Werke» von Locarno hinstellte.

Die nichtöffentlich« Schlußsitzung des völkerbundrats.

In der nichtöffentlichen Schlußsitzungdes Völkerbundrats wurde zunächst dem Prä­sidenten der Regierungskommission des Saargebietes, Stephens, von Scialoja und im Anschluß daran auch von Dr. Strefe- mann für feine dem Völkerbund geleisteten Dienste, seine Bereitwilligkeit, sein Amt vorläufig loeiterzuführen, der Dank aus­gesprochen. Reichsminister Dr. Strefemann machte dann darauf aufmerksam, dah sich unter den wiederbestütigten Mitgliedern der Regierungskommisfion auch ein Mit­glied das belgische Mitglied Lambert befinde, das bereits sieben Jahre der Kom­mission angehöre. Schon fÄher habe man von einer Beschränkung der Amtszeit auf fünf Jahre gesprochen. Auch sei es vor­teilhaft, cnbem Ländern Gelegenheit zur Teilnahme an den Arbeiten in der Kom­mission zu geben. Er wolle, wenn auch die Person Lamberts nicht in Frage stehe, den Wunsch zum Ausdruck bringen, daß der Rat seiner Bemerkung bei der nächsten Wahl der Kommission Rechnung trage.

Rach einigen Schlußworten Dr. Strese- manns und einem Dank an den zum ita­lienischen Botschafter in Rio de Janeiro - ernannten Antergeneralsekretär Attolica, dem sich Chamberlain mit Dankesworten an das Sekretariat und den Generalsekretär anschloh, wurde die Ratstagung um 7,15 Ahr geschlossen.

KkrfitMinen

lieber das Ergebnis der Tagung des Völkerbundrates hinsichtlich der Saarfrage schreibt dieDeutscheDiplomatische Korrespondenz- aus Genf u. a.:DaS Kompromiß wurde deutscherseits vollzogen unter dem Gesichtspunkte der doch recht an­sehnlichen, auch in dieser Frage erreichten Erfolge, nicht ganz wie gewünscht, aber in einer Reihe von Punkten wesentlich ver­bessert. Mit der Unterstellung der Bahn­schutztruppe unter den ausschließlichen Be­fehl der Regierungskommission des Saar- gebieteS würde selbst für den Fall, daß die Angehörigen dieser Truppe aus den glei­chen Individuen bestehen, die ftüher als militärische Truppe im Gebiete aufgetre­ten waren, die militärische Oberhoheit über die Angehörigen des Dahnschutzes ent­fallen. Die militärische Gewalt als solche hat damit wieder eine Etappe aufgegeben. Man hat sich auf deutscher Seite davon überzeugen lassen, daß eine individuelle Rekrutierung für den vorliegenden Zweck unmöglich wäre, daß viemehr die Gefahr der Aufstellung einer undisziplinierten Waffe entstände, für die letzten Endes der Völker­bund die Verantwortung zu tragen hätte. Hierbei muß man noch ganz absehen von dem Zeitverlust, den ein solches Verfahren für die Aufstelluung und damit auch für di« Entfernung der ftanzösischen Truppen auS dem Saargebiet bedeuten würde. Was die Zahl anbelangt, fo ist ebenfalls ein Bestehen auf eine niedrigere Ziffer, nach­dem Gewähr dafür geleistet schien, daß sich die Regierungskommission der ihr anheim­gestellten Herabsetzung der Zahl im deut­schen Sinne nicht entziehen würde, nicht mehr zu verantworten gewesen. Ohne Unterstützung des deutscherseits bekundeten Entgegenkommens darf daher die Schluß­sitzung als ein befriedigendes, jedenfalls