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Erubenexplofio» Bei Hamm.
S« mm, 1. Mörz. Auf der Zeche de ««del Bei Hamm hat sich heute vor- ittag bei Abdämmungsarbeiten bei Et« Erubenbrand. der am 24. Februar «sssebrochen war, eine schwere Schlag- 'rtterexplosion ereignet, bei der •oIf Beamte und elf Arbeiter t'ls schwer verletzt wurden. Die- $ Explosion war eine leichtere vorausge- 'Essrn, bei der zwei Arbeiter durch Stein- verletzt wurden.
Mm Bttgiverkskalailroobtn I Loudon, 1. März. Das Ebbw Bale- tzergwerk ist nach dem bereits gemeldeten luqlück von drei Bergwerksinpespeltoren Mtigt worden, die.die sofortige Ein- tellung der Rettungsarbeiten anordneten, ii5 das Bergwerk hinreichend gelüftet ,erben ist. Zn den Gängen des Berg- oerkes sind bisher acht Leichen gesehen
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— mh eingeschlossen. Die unverzüglich ein» 6 (leiteten Bergungsarbeiten gestalten sich »folge von Eesteinsverschiebungen und i ergasung der Stollen schwierig.
Ein zweites Unglück in England.
. London, 1. März. Bei der Ab- *yi eufullg eines neuen Schachtes in '** ilsthorpe sRottinghamjhire) brach ein faflerrohr, so daß der DHacht über» poemmt wurde. Die von dem Wasser "üw it nach unten gerisienen Erdmasien ver-
,UD8' |ole verschütteten Bergarbeitern im Gan- iru”‘ m 80 gerettet wurden. 55 Bergleute sind
ünkt. »erden.
Eine spätere Meldung besagt, daß von «e in dem Steinkohlenbergwerk in Ebbw
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Jus Oberbergamt in Dortmund teilt 618 mit: Bei der Schlagwetterentzün- ’a3 auf der Zeche de Wendel bei Hamm ® 2 5 Mann verletzt worden. Der Ekall hat sich in Flöz „Robert" auf der Sohle im Südfelde ereignet. Zn Ee» abgedämmten Brandherd hat heute J*Sen gegen acht Uhr eine Explosion ^»gefunden, durch die der Damm gegen ? Einzieh ström zerstört worden ist. Bei 1 Wiederherstellung des Dammes find k Leute gegen 10 Ühr durch eine Erplo- 18 «on Schlagwettern überrascht worden/ Me weiter mitgeteilt wird, haben sich ? Verletzungen durchweg als e t e t herausgestellt, als anfangs > Wenn auch bei
auf seinen Herd beschränkt werden.
, den bedrohten Nachbarrevieren ist , l Velegschaft herausgezogen worden. «* L^orige Belegschaft fährt nach wie vor ^vgsmöhig ein.
^'«ommen wurde. kumu uuu»
1481 der Verletzten Lebensgefahr be- io haben sie doch durchweg recht u?E»e Brandwunden und zum । Knochenbrüche * davongetragen. Der I ^Aevier ausgebrochene Erubenbrand
Ktteten 17 Mann, die sich im Schacht beiden. Ein Mann ist lebend geborgen «den. Man befürchtet, daß die anderen itrunken sind.
K London. 2. März. Zn den beiden ««»erkskatastrovben wird ergänzend gemeb 1: Man befürchtet, dah mehr als 60 lenfchen umgekommen find. Unge- ibr sm 1 Uhr früh erfolgte im Marineberg- erk der Ebbw-Bale-Eesellschaft, in dem un- chidr 1200 Bergleute arbeiten, eine Explosion, it Mehrzahl konnte sich retten, während für it tiefer in der Grube Tätigen ein Entrinnen «möglich war. Die Toten und Bermihten ttlen 51.
Das Unglück in Nottinghamshire erfolgte ■ 3 Uhr orgens. Durch das Matzen eines dsierrohres brach ein Gerüst, auf dem eine taaM Bergleute beschäftigt waren. 14 Mann tt ertrunken.
England und Wo«»
Die Zukunft der englisch-russischen Beziehungen.
Die Frage der zukünftigen Gestaltung der englisch - russischen Bezieh u n g en steht weiter im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Der politische Korrespondent des „Daily Chronicle" berichtet: Die liberale Partei wird sich heute endgültig darüber entscheiden, ob sie eine Debatte im Unterhaus über Rußland herbeiführen will. Es scheint außer Zweifel zu stehen, daß ein entsprechender Beschluß gefaßt wird. Weiter berichtet der Korrespondent: Bei der bereits erwähnten Zusammenkunft des konservativen Ausschusses, der sogenannten 1922er Gruppe, am gestrigen Abend stand Chamberlain zunächst einer st ar - ken Opposition gegenüber. Seine glänzende Rede über seine russische Politik hat aber eine Anzahl der Anwesenden zu der Auffasiung des Foreign Office bekehrt und seine Zusicherung, daß klare Beweise für die Sowjetpropaganda im britischen Reich in einem demnächst zu veröffentlichenden Weißbuch gegeben werden würden, hat sehr befriedigt.
Der parlamentarische Korrespondent der „Westminster Gazette" hört, daß die Mehrzahl der Minister trotz der bekannten Forderungen der konservativen Partei noch immer gegen einen endgültigen Bruch , mit Rußland ist.
Der diplomatische Korrespondent der „Morning Post" schreibt: Die Ansichten darüber, welche weiteren Schritte im Zusammenhang mit der Antwort Litwinoffs auf die Rot Chamberlains getan werden sollen, scheinen scharf auseinanderzugehen. Es verlautet, daß das Kabinett binnen kurzem das Für und Wider des Abbruchs der Beziehungen erwägen wird, doch scheint es zweifelhaft zu sein, ob in dieser Woche eine Entscheidung erreicht wird. Die Antwort Litwinoffs hat sicher die Befürworter des völligen Abbruchs der Beziehungen gestärkt und die Zahl ihrer Anhänger vermehrt. .
Der -rutsch polnische Konflikt
Doch noch Bomühungtn um »en Abschluß »es SoubelSverlmg»
Die Reichsregierung hat sich mit der Frage der Wiederaufnahme der Handelsvertragsverhandlungen mit Polen neuerdings nicht beschäftigt, dagegen scheinen einzelne ReichsressortS, die an der Frage besonders interessiert sind, nach wie vor bemüht zu sein, einen Weg zu suchen, der es ermöglicht, die Handelsvertragsverhandlungen den deutschen Wünschen entsprechend wieder aufzunehmen.
Von polnischer Seite wird das allerdings sehr schwer gemacht. Man kann auch jetzt noch kein größeres Entgegenkommen der Warschauer Regierung feststellen. Den deutschen Wünschen gegenüber wird von Seiten der Polen meist entgegengehalten, datz Polen in der AuSweisungssrage auf keinen S^all neue vertragliche Bindungen mit eutschland eingehen kann, weil daS einseitig eine Beeinträchtigung der polnischen Souveränität bedeuten würde, andererseits aber-anderen Staaten, die mit Polen in einem Handelsvertrags- oder Meistbegünstigungsverhältnis stehen, den Anlatz geben könnte, die AuSweisungssrage für ihre Staatsangehörigen in Polen in derselben vertraglichen Weise zu regeln, wie Deutschland es von Polen verlangt hat.
Es dürfte in diesem Zusammenhang jedenfalls nicht uninteressant sein, zu erfahren, datz die Angehörigen anderer Nationen von der polnischen AuZweisungS- praxis ebenfalls betroffen werden, in erster Linie Russen, dann Ungarn und dann vor allem Tschechen. Auch Ausweisungen einiger englischer Staatsangehöriger sind erfolgt. Infolgedessen wird von Warschau aus die deutsche Forderung stet» mit der Begründung abgelehnt, datz Polen dem deutschen Gesandten unmöglich das Recht zngestehen kann, Verwaltungsmatznahmen der polni
schen Regierung, als welche sich daS Ausweisungsrecht darstelle, zu kritisieren.
Diejenigen deutschen Ressorts und Persönlichkeiten, die in erster Linie mit der polnischen Regierung zu tun haben, erkennen bis zu einem gewissen Punkte die schwierige Lage der polnrschen Regierung an. Ihr Bemühen geht infolgedessen dahin, eine Form für Die Ausweisungsfrage zu suchen, welche einerseits den polnischen Souveränitätsbedenken Rechnung trägt, andererseits aber doch mit der polnischen Ausweisungspraxis aufräumt. Die deutschen matzgebenden Stellen sind sich darüber klar, dah sie sich damit eine Aufgabe gestellt haben, die äußerst schwierig ist.
Zunächst wird de scher zu erwartende
Zunächst wird die sicher zu erwartende deutschen und dem polnischen Außenminister gelegentlich der bevorstehenden Ratstagung in Genf dazu dienen, die Verhandlungen überhaupt wieder in Gang zu Bringen, wobei natürlich festge- 1 teilt werden mutz, datz eS sich im gegenwärtigen Stadium nicht um die Wiederaufnahme der Handelsvertragsverhandlungen handeln kann, sondern lediglich um die Frage des Aufenthalts und Niederlassungsrechts. Von dem Verlauf der zu erwartenden Besprechung zwischen Dr. Stresemann und Zaleski dürfe es abhängen, ob die Besprechungen in Warschau dann weiter geführt werdeik.
ES scheint immerhin möglich zu fein, datz man trotz der großen Schwierigkeiten auf dem Gebiet der Niederlassungs- und AuSweisungssrage schließlich zu einer gewissen Einigung gelangt und im Anschluß daran dann auch wieder die eigentlichen Handelsvertragsverhandlungen wieder aufnehmen kann.
Sa» «siWe FlettmbM- Programm
Die englische Regierung beabsichtigt, demnächst das Flottenbudget für das Rechnungsjahr 1927/28 dem Parlament vorzulegen. Das Flottenbauprogramm für dieses Jahr, an sich in dem für den Zeitraum 1925—1930 festgelegten Schema verwurzelt, sieht den Bau von 5 Kreuzern vor. Hinzu kommen ferner die Jnstand- setzungsarbeiten auf 12 älteren Kreuzern, sowie 6 Unterseeboote, 1 U-Voot-Mutter- fahrzeug, 1 Vermessungsschiff und 4 Kanonenboote. Darüber hinaus aber erstreckt sich folgender Bauplan der Regierung: Ein Kreuzer von 10 000 Tonnen, dessen Größe also nicht den Bestimmungen der Washingtoner Konferenz unterliegt, mit acht 20 Zentimeter-Geschützen und 32 Knoten Fahrtgeschwindigkeit, außerdem 2 Kreuzer von je 8000 Tonnen mit der gleichen Bestückung und 9 Torpedobootjäger eines allerdings veralteten Typs, von dem in den letzten Monaten nicht weniger als 15 auf Abbruch verkauft werden mußten, um weitere zwecklose Unterhaltungskosten zu vermeiden. Nicht zu vergessen 6 Unterseeboote vom „O"-Typ mit je 1345 Tonnen Wasserverdrängung. Sechs ähnliche Boote befinden sich gegenwärtig im Dau, denen somit noch 12 weitere folgen sollen. Bekanntlich steht die englische Flotte hinsichtlich ihrer U-Boote zahlenmäßig zur Zeit sowohl hinter den Vereinigten Staaten als auch hinter Japan und Frankreich zurück. Die Gesamtkosten für die Flotte sollen angeblich für das laufende Jahr nur 60 Prozent der für das Jahr 1914 bewilligten Ausgaben betragen. Doch bedeutet eine solche Verringerung keineswegs eine finanzielle Form der Abrüstung, da es- noch erinnerlich sein dürfte, daß England mit dem Programm einer auf lange Sicht berechneten ungewöhnlichen Rüstungsvermehrung seiner Flotte in den Weltkrieg trat und die kriegerischen Ereignisie zur See eine beschleunigte Durchführung dieses Programms zur Folge hatten.
9er Kampf um das MemelgtWcl
Bekanntlich sollte am kommenden Freitag die Neuwahl zum memelländischen Landtag stattfinden. Schon vor einigen Tagen liefen in Memel Gerüchte um, daß mit einer Verschiebung des Wahltermins zu rechnen fei. Diese Gerüchte haben sich jetzt bestätigt. Der Gouverneur hat statt des 4. März den 8. April als Wahltermin festgesetzt. Dieser Anordnung liegt folgende Bewandtnis zu Grunde.
Sie litauische Regierung versucht alles, um die Zusammensetzung des Memelländischen Landtages in ihrem Sinne zu beeinflußen. Sie hatte deshalb die Forderung gestellt, dah jeder Großlitauer, der im Memelgebiet sich aufhält, auch wahlberechtigt sein solle. Dieser Standpunkt wird von den memelländischen Deutschen mit Recht auf das entschtedenste zurückgewiesen. Die memelländischen Deutschen haben sich der Zumutung der litauischen Regierung bis jetzt insofern erwehrt, als sich die fast ausschließlich aus Deutschen zusammengesetzten Wahlbehörden bisher geweigert haben, solche nur vorübergehend int Memelgebiet sich aufhaltenden Grohlitauer in die Wahllisten aufzunehmen. Die Verschiebung der Wahlen bis zum 8. April stellt nun eine Zwangsmaßnahme der litauischen Regierung dar, um die Aufnahme der Grohlitauer in die memelländischen Wahllisten durchzusetzen, ein Verhalten, das einerseits zeigt, wie sehr die litauische Regierung selbst sich dessen bewußt ist. daß das Memelgebiet deutsch und nicht litauisch gesinnt ist, andererseits aber auch ein Zeichen für die Rechtlosigkeit des memelländischen Deutschtums.
Bezeichnend für die »Freiheiten", deren sich die memelländische Presse erfreut, ist die Tatsache, datz die Zeitungen gezwungen sind, die Derschiebung der Wahlen kommentarlos wiederzugeben, Die litauische Zensur hat eine kritische Stellungnahme zu dieser Maßnahme der Kownoer Regierung ausdrücklich verboten.
ES erscheint angesichts der ganzen Verhält- nifse, wie sie sich im Memelgebiet entwickelt haben, angebracht, einen kurzen Rückblick auf die politische Gestaltung im Memelgebiet zu geben. Rach dem Memellandstatut ernennt die litauische Regierung als Vertreter ihrer Souderänitätsinteressen den Gouverneur, dieser wiederum die Mitglieder des Direktoriums. Die litauische Regierung hak also Einfluß aus die Regierungsbildung im Memelgebiet, die nur infofern beschränkt ist, als das Direktorium zu seiner Amtsführung des Vertrauens des Memelgebietslandtages bedarf und abtreten muh, wenn ihr das Der- ttauen versagt wird. Da jedoch Litauen bezw. der von der Kownoer Regierung ernannte Gouverneur nicht verpflichtet ist, den Direktoriumspräsidenten der LandtagSmehr- heit zu entnehmen, karm er nach einem durch Verweigerung des Vertrauens erzwungenen. Rücktritt des Direktoriums wiederum eine Persönlichkeit mit der Bildung des Direktoriums beauftragen, die nicht das Vertrauen des Landtages besitzt und so Konflikt auf Konflikt herbeiführen. Das aber ist auch tatsächlich der Fall gewesen. Auf Gallus, der zurücktrat, als die Wahlen am 19. Oktober 1925 der memelländischen Einheitsfront (Memelländifche Volkspartei. Landwirtschaftspartei und Sozialdemokratische Partei) einen überwältigen Sieg brachten und im Memelgebietslandtag mit 27 von 29 Abgeordneten vertreten war, folgte das Direktorium Borchert und diesem nach einem Mißtrauensvotum des Landtages das Direktorium Juosupeitis, das ebenfalls infolge eines Mißtrauensvotums zurücktreten mußte. Schließlich wurde mit Zustimmung der Landtagsmehrheit der vor dem Einbinrch der Schützen als Präsident des Direktoriums amtierende ehemalige deutsche Justizsekretär Simonaitis zum Präsidenten des Direktoriums ernannt und damit war zunächst ein modus vivendi geschaffen.
Die sachlichen Differenzen zwischen Kowno und dem Memelgebiet aber blieben bestehen. Sie lagen in der Auslegung des Memelstatuts durch die Kownoer Regierung, die da glaubte, daß neben dem Gouverneur auch der Präsident des Direktoriums in erster Linie der Vertrauensmann der Eouveränitätsmacht als der Regierung in Kowno fein müsse.
Zwei Dinge waren es besonders, die da zeigten, wie unhaltbar die Anlegung des Memellandstatuts durch die litauische Regierung ist: Das ist einmal die Frage des Finanzausgleichs und zumzwei- ten die Zusammensetzung der Ha- fenkommisfion. <
Bei den Verhandlungen über den Finanzausgleich hat das Direktorium selbstverständ-