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StenStug, Kn 1. März ISN

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sprech er: Nr. 54. tu Nr. 55. «»stscheckkonto: Ami Frankfurt t ®. Nr. 5015. Sprechzeit tet Redaktion von 1011 und *#»11 Uhr.

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Marburger M flrA £ Mische

LageSauzeiger 4 S1/ ||l||||| LanbMitung

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ff. Paris. 1. März. Kriegsminister Wainlev 4 erklärte einem Vertreter des

Jetit Paris ien":

Zwischen meiner Pflicht als Kriegs- ««ister und der von Briand verfolgten riedenspolitik besteht kein Widerspruch, llm aber der Sache des Friedens besser dienen zu können, muh Frank­reich sich militärisch schützen und die Verteidigung seiner Sicher­heit mutig übernehmen.

in Frankreich, das unfähig wäre, einem iufall mit Erfolg Widerstand zu leisten, nirde für die bösen Mächte, die die alte Seit beunruhigen, die gefährlichste Ver- «chung sein. PainlevS bezeichnete es in inen weiteren Ausführungen als eine rrleumdung. daß Frankreich am Rhein leiben wolle und ging dann auf dem Plan er Befestigung der französtschen Grenze 8. wobei er mitteilte, daß die Arbeiten, e voraussichtlich mehrere Fahre dauern irden, im Juli ausgenommen werden l8e«. Man darf jedoch, so schloß Pain- r»e. daraus nicht auf aggressive Eedan- , schrieben. Frankreich will in keiner eise die moralische Abrüstung Europas »zöger«.

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Uglands antwort an Soelidgr London, 28. Febr. Wie an amtlicher Stete verlautet, ist die britische A n t - tei1 auf die Abrüstungsvorschläge «olidies ijeute nachmittag in Washington hei reicht worden. Die englische Regie- kllng teilt darin mit, daß sie bereit sei, an den iwt Coolidge vorgeschlagenen Besprechungen eiizunehmen.

In Washington mißt man der Annahme des «nerikanischen Abrüstungsmemorandums durch kngland keine allzu große Beden- ung bei, da infolge französischer und ita- ienischer Ablehnung erfolgverheißende Ent- fasfnungsbesvrechungen nicht mehr zu erwar- tn sind.

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Bot tot Ratstagung in Sons

Ltresemann fährt direkt «ach Genf.

Rom, 28. Febr. Reichsaußenminister Dr. Ltresemann, der sich während sei- $05 Urlaubs in San Remo völlig erholt bat, wird am Donnerstag von San Remo »ach Genf reisen, um bei der März- Dagung des Völkerbundsrates zu präsi­dieren. Der deutsche Botschafter in Rom, ^Neurath, ist heute wieder nach San «emo abgereist, wo er einige Tage zu blei- «an gedenkt.

Staatssekretär v. Schubert begibt sich voraussichtlich bereits morgen, Dienstag, :»ach San Remo, um von dort aus ge­meinsam mit dem Reichsaußenminister Dr. idtresemanu nach Genf zur Ta­sting des Bölkerbundsrates zu fahren. Der Dölkerbundsreferent des Auswärtigen Am- *s, Geheimrat v. Below, wird wahr- Weinlich am Freitag abend nach Genf ab- »eisen.

. Wie in gut unterrichteten Kreisen ver­bauter, wird sich Briand am 6. März -stach Genf begeben, wo er vermutlich 2 bis . Tage bleiben wird. Auch die Anwesen­heit Chamberlains wjrd sich nicht «nger ausdehnen.

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Sie Bago in Silina

Daris, 28. Febr. Wie die Agentur ando Pazifik aus Peking meldet, haben nach

Abzug der Truppen Echantungs nach Manghai ehemalige Anhänger Sungseivaos Plünderungen verübt, einen Zug angehalten »nb die ärrin Befindlichen Ausländer fest»

; Benommen. 2000 Mann hätten 300 ©in» Hühner fortgeführt. Die Weißrussen Tschang» iungtschangs .die zur Unterdrückung der Plün» «erungen entsandt seien, zeigten ebenfalls eine Uechte Haltung. In Ischangku herrsche

Keine Antwort Englands an Rußland ilnftuMate Kontroversen"

Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil" sagte sich Moskau und ließ der englischen Regierung eine Antwortnote überreichen, die an gepfefferter Bosheit die ultimative Beschwerde Londons noch über­traf. Moskau weiß ganz genau, daß Groß- Britannien im Augenblick mit viel zu ernsten Sorgen beschäftigt ist (China-Inter­vention, Nikaragua), um es gerade in die­sem Moment auf einen Abbruch der Be­ziehungen mit Rußland ankommen zu lassen. Die Sowjetregierung bewertete offenbar die brüske Note Englands als Ausfluß einer unhemmbaren Verärgerung Londons über die Entwicklung der Dinge in CH in*. Selbstverständlich gibt Moskau zu, daß bolschewistische Agenten in China tätig sind, daß die Erfolge der Kanton-- Regierung zu einem gewissen Teil einer russischen Unterstützung zu verdanken seien. Aber (damit wirft Moskau den geschleu­derten Pfeil wieder zurück) China ist ja noch kein integrierender Teil des englischen Imperiums, obgleich die Verwirklichung dieser Idee schönster Traum der Diehards sei.

Wenn so die Antwortnote der Sowjet­regierung an London eine in der Diplo­matie wenig bekannte Sprache führt, so darf man doch nicht annehmen, daß die Londoner Erbitterung und Empörung zu Maßnahmen der englischen Regierung füh­ren, die die Möglichkeit eines Abbruches der Beziehungen in greifbare Nähe rücken. Zwar hat gestern Reuter, wohl unter dem ersten Eindruck der russischen Antwortnote, einen Abbruch der Handelsbeziehungen Mi­schen England und Rußland vorausgesagr. Aber wer heute die Presse Londons durch­lieft, der wird fast bei keiner der maß­gebenden Zeitungen die schroffe Beurtei­lung der Sachlage finden, die Reuter im ersten Augenblick von sich gab. Selbswer- ständlich mißbilligt die gesamte Londoner Presse den Inhalt und besonders denun­verschämten" Ton der russischen Antwort­note. Aber die Ansicht der Presse geht allgemein dahin, daß es zwecklos wäre, wenn die englische Regierung von ihr Notiz nähme oder auf sie eingehe. Das würde nur zu endlosen undnutzlosen Kontro­versen" führen, für die die englische Politik kein Interesse habe. Da die Auslassungen der Londoner Zeitungen ungefähr auch die Stimmung innerhalb der Regierung und

des Parlaments wiederspiegeln, so sieht es im Augenblick nicht so aus, als ob das Foreign Office offiziell Stellung zur Mos­kauer Note nehmen wird.

In ihren Leitartikeln bezeichnen die Mor- genblätter die russische Antwortnote überein­stimmend als ausweichend und betonen eben­falls einhellig die Zwecklosigkeit der Fort­setzung des Streites.

DieDaily Mail" begnügt sich damit, die russische Noie als unverschämt, lügenhaft und geschwätzig zu bezeichnen und ihrem Be­dauern Ausdruck zu geben, daß die britische Regierung sich auf eine Auseinandersetzung mit denLumpen" eingelassen habe.

DieMorning Post" schreibt: Eine un­verschämte. verstockte Antwort. Litwinow for­dert Chamberlain heraus, seine Drohungen wahr zu machen, die Beziehungen abzubrechen.

DerDaily Erpreß" erklärt, der Ab­bruch der diplomatischen Beziehungen würde den auf die Propaganda des Umsturzes gerich­teten russischen Bemühungen lediglich die letzte Hemmung nehmen. Durch heftiges überstürztes Vorgehen sei nichts iu gewinnen, aber viel zu verlieren.

DieD a i l y E b r o n i c I e" faßt, das Nach­laßen der Feindseligkeit der Sowietregierung würde in England sehr begrüßt und entspre­chend erwidert werden.

DieWestminster Gazette" schreibt: Während die Arbeiterpartei sich zeitweilig dem Bolschewismus anvaßt, blickt die Konservative Partei nicht in die Zukunft und beachtet nicht die internationale Wichtigkeit einer Politik, die es eines Tages ermöglichen würde, Ruß­land in den Bereich des Völkerbundes 8U brin­gen. Deutschland ist die stärkste Schranke gegen die Ausbreitung des Bolschewismus nach Westen. Diese Tatsache hat vielleicht die Sowietpropaganda nach Osten abgelenkt; aber gerade die Tatsache, daß das britische Reich größeren Raum für die störende Tätigkeit der Bolschewisten bietet, sollte die englischen Staatsmänner veranlassen, die englische-ruf- sischen Be8iehungen mehr mit Würde und Vor­aussicht und weniger mit politischem Hin- und Hergerede zu behandeln, ein Spiel, in dem die Sowjetregierung niemals geschlagen werden wird.

Mgens-MM

Berlin, 28. Febr. Die Verhandlung im Jürgens-Prozeß beschäftigte sich u. a. mit dem angeblichen Versicherungsbetrug des Ehepaa­res Jürgens, der durch Vortäuschung eines Einbruchdiebstahls in Kolberg begangen fein soll. Jürgens erklärt dazu, es werde sowohl in dem Kolberger wie in dem Stargarder Falle von Versicherungsbetrug gesprochen. Wenn aber etwas nicht versichert war, so fei es gerade das, was gestrHlen wurde. Die ganze Versicherung belief sich auf 12 000 M., wovon etwa 9000 M. auf die Sachen und 3000 ÖK. auf den Schmuck entfielen, der allein einen 2©ert von 10 bis 15 000 Vl. gehabt habe. Don der Versicherung erhielt er im ganzen 3150 M. vergütet. Frau Jürgen« schloß sich den Ausführungen ihres Mannes an und erklärte, wenn sie einen Versicherungs­betrug hätte begehen wollen, hätte sie ihren Schmuck mit 15 000 M. und nicht mit 3000 M. versichert. Die Versicherung wurde erst auf langes Drängen der Agenten abgeschlos­sen mnd nur deshalb, weil schon ein Jahr vorher in Stargard in ihre Bodenkammer eingebrochen worden sei. Um Schulden zu decken, hätte sie ja einfach nur ein Schmuck­stück zu verkaufen brauchen.

Keine Annahme der Eigentumsbill vor 1928?

Rewyork, 28. Febr. Der Senat, der am 4. März auseinandergeht, hat die Beratung der Eigentumsbill von der Tagesordnung ab- gefetzt, fo daß, wenn nicht etwa Unvorber- gefehenes geschieht, die Bill in dieser Sitzungs­periode nicht mehr zur Verhandlung kommt. Dies bedeutet den Sieg der Obstruktion und die Verschiebung der Bill mindestens bis zum Ende des Jahres. Die Eigeuiumsoorlage dürfte demnach bis nach den Präsidemen- wahlen 1928 überhaupt keine Aussicht auf An­nahme finden.

Sm Mm Kriegsgericht

Kiel, 28. Febr. Vor dem Kriegs­gericht der Seestreitkräfte der Nordsee hatte sich der Heizer Koehler zu verant­worten. der im Dezember Feuer in der Munitionskammer des Linienschiffes Schleswig-Holstein" anlegte, um das Schiff in die Luft zu sprengen. Der An­klagevertreter beantragte zehn Jahre Zuchthaus. Das Gericht folgte dem ärzt­lichen Gutachten, wonach sich Koehler bei dem Attentat in einem pathologischen Rauschzustand befunden habe und erkannte auf Freisprechung.

Wege« Hochverrats verurteilt.

L e i p z i g, 28. Febr. In zweitägiger Ver­handlung hatte sich der Prokurist Fritz Dchä« licke aus Berlin vom Verlage der Jugend- internationalen vor dem vierten Strafsenat des Reichsgerichts zu verantworten. Schä- licke hatte in seinem Verlage vier von dem Dichter Klaber herausgegebene Schriften, die beschlagnahmt sind, vertrieben. Deshalb war gegen ihn ein Hochverratsverfahren einge­leitet Worten. Das Gericht ging über den Strafantrag des Reichscmwaltes hinaus und verurteilte Schälicke wegen Vergehens nach 8 27 deS AepublikschutzgesetzeS und Vorbe­reitung zum Hochverrat zu einem Jahre Festung und 100 Mark Geldstrafe.

vom Ange überfahre«.

ft. Crailsheim, 1. März. Ein von Nürnberg kommender Personenzug über­fuhr gestern bei dem Bahnübergang zwi­schen EllrichhausenCrailsheim ein Fuhr­werk. Tie beiden Begleiter des Fuhr­werks und die Pferde wurden getötet.

Niederlassmigkn, Konzessionen und Mtgcbirtc In China

Don Dr. Friedrich Otte, Professor a. D., Reichsuniversität Peking.

England hat nunmehr in den Fragen der Konzessionen in Hankau und Kiukiang am Vangtse nachgegeben. Ein Entgegenkom­men seitens Englands liegt nicht vor, Wohl aber ein fluchtartiger diplomatischer Rückzug. Am 15. März 1927 wird ein ge­mischter chinesisch-englischer Stadtrat unter chinesischer Führung die Konzession über­nehmen. Ohne den Siegeszug der Kanto- nesen an den Pangtse und das geschlossene , Auftreten der geeinten Gesamtheit der 490 Millionen Chinesen seit 'Mitte 1925 (Bohkvttbewegung) wäre das englische Entgegenkommen" ausgeblieben. l

Was sind nun Konzessionen und Rieder« lassungen?

Sir Austen Chamberlain, englischer Mi­nister des Aeußeren, sagte am 29. Januar in einer großen Rede in Birmingham nach Reuter:So wurde die Polizei in Schang­hai, über die Großbritannien kein Kon­trollrecht hat, infolge der Roheit der Massen gezwungen, zu schließen." (Mai 1925.) Welche Polizei, wenn keine eng­lische? Handelt es sich um besetztes Ge- Gebiet?

Um die Verhältnisse zu erklären, muß man etwas weiter zurückgreifen. In dem Vertrage mit China, den Frankreich 1858 abschlvh, wurde das Recht der Ausländer, in den Dertragshäfen Land kaufen zu dür­fen, genauer umschrieben. Dah Ausländer sich in Häfen, die durch Verträge mit dem Ausland dem fremden Handel geöffnet sind, niederlassen dürfen, war schon 1842 bestimmt. Durch die Meistb-willigungs- klausel wurde dann das französische Recht auch allen anderen Rationen zuerkannt. So kommt es, dah überall in den chinesi­schen Häfen, wo Ausländer weilen durften, ein gewisses Gebiet zu finden ist, wo die Fremden für sich wohnen.

Di« Formen nun, unter denen diese Are­ale derwallet wurden, sind sehr verschieden­artig. In den kleineren Dertragshäfen ist oftmals die Abgrenzung etwas locker. In den größeren Hästen wie Hankau und Tienffin gibt es vielfach sogen.Konzes- sionen", das sind Areale, die einer einzigen Ration als Konzesswnsgebiet gewährt tour- den. Der oberste Dertoaltungsbeamte iu, dieser Konzession ist der Konsul des be­treffenden Landes. So gab es in Tientsin nach den Bo^erjahren eine englische,{ deutsche, italienische, russische, franzö-, £und belgische Konzession. Die Ame-, er als einzige haben nie Konzessionen erworben. Als man den Deutschen die ihren 1917 wegnahm, weil China aus Sei­ten der Entente in den Krieg eintrat, ver­suchte die Entente zwar, den Amerikanern die deutschen Konzessionen auszuschwatzen, aber ohne Erfolg. Zu sagen haben die Chinesen in diesen Konzessionen gar nichts oder saft gar nichts.

Verwandt ist der Konzession die Nie« derlassung, nur soll sieinternatio-,; nal" sein. Dort regiert als oberste In-, stanz ein Konsulkollegium, das heißt, die, DertrauenSmächte beauftragen ihre Kon­suln, gemeinsam die Verwaltung zu über- nehmen, beziehungsweise die Ueberwachung während ein Stadtrat unter dem Kollegium arbeitet. Zu diesen Riederlassungen, deren es wenige gibt, gehört die berühmte Schanghaier Riederlassung, um die der Kamps der chinesischen Heerführer geht und die die Chinesen auf jeden Fall, zurück haben wollen, und zwar alle Chi­nesen, sowohl im Rorden als -uch im Süden, sowohl Arbeiter als auch Studen­ten und Kaufleute. Daß die chinesische Ar- beiterschast rein national denkt, ist ja be­kannt, trotz gegenteiliger Behauptungen deutscher Sozialistenführer.

Die Pachtgebiete sind Gebiete wie da­ehemalige deutsche Pachtgebiet Kiautschou, In ihnen hört die Hoheit des chinesischen Staates ganz aus. Zur Zeit bestehen bie, Pacht gebiete: Saiten und Port Arthur.