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Frgnkreili, gegen Abrliitung zur S«

England, Nalion und Saran für Loolidgeö Berfchlüge

Sie Sage in Portugal

Paris, 12. Febr. Wie Havas aus Lissa­bon berichtet, har der Präsident von Portugal in Begleitung der Regierungsmitglieder die während der revolutionären Unruhen ver­wundeten Personen in den Hospitälern be­sucht. Der Ministerrat ist nach dem Hauvt- quartier der Regierung zusammengetreten. Es wurde beschlossen, Mahnahmen gegen die Ur­heber der revolutionären Bewegung zu er­greifen und die Verantwortlichen festzustellen. Der Belagerungszustand bleibt aufrecht er­halten, doch soll die Handhabung allmählich gemildert werden. Der Streik der Eisen­bahner in Südvortugal ist nach der gleichen Meldung beendet.

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Das Zentrum und Dr. SW

Tagung des Parteiausschusses des Zentrums.

Berlin, 13. Febr. Der Aeichspartei- ausfchuß der Zentrumspartei hielt am Sonn­tag im Reichstag eine Sitzung ab. die außer­ordentlich stark aus allen Teilen des Reiches besucht war, und die mehr als fünf Stunden ‘ dauerte. Den Dorsitz führte Reichskanzler Dr. Marx. 11. a. waren erschienen Reichs» arbeitsminister Dr. Brauns. Reichsfinanzmi­nister Dr. Köhler und zahlreiche Minister Preußens und anderer Länder. Rach ein­gehender Aussprache wurde, wie das Nach­richtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungs- Verleger hört, unter starkem Beifall einstim- = mig folgender Beschluß gefaßt:

.Der heute in Berlin tagende Reichspartei­ausschuß des Deutschen Zentrums billigt : die Politik der Zentrumsfraktion des Reichs- tage« und spricht ihr das Vertrauen aus."

Reichskanzler a. ®. Dr. Wirth, der den : Verhandlungen beiwohnte, verlieh während der Abstimmung den Saal.

vorstandsfitzung der Demokratischen Partei.

Berlin, 12. Febr. Der Parteivorstand her Demokraten trat am Sonnabend nachmit­tag zu einer mehrstündigen Sitzung zusammen. Wie das Nachrichtenbüro des Vereins Deut­scher Zeitungsverleger hört, wurde in der Aussprache von allen Rednern Genugtuung über das Verhalten der demokratischen Reichs- tagssraktion während der letzten Regierungs­krise zum Ausdruck gebracht und das Vor­gehen der Reichstagsfraktton einstinnnig ge­billigt. Die Aussprache beschäftigte sich fer­ner besonders mit kulturpolitischen Fragen sowie mit der Frage des Einheitsstaates. Auch «organisatorische Fragen wurden ein­gehend behandelt . Der Parieivorstand be» schloß, den diesjährigen Parteitag auf Ein­ladung der Hamburger Demokraten in Ham- . bürg abzuhalten. Er soll als Auftakt zu den

Hamburger Vürgerschaftswahlen dienen.

Der Parteitag findet bekanntlich in den Lagen vom 21. bis 24. April statt.

Die Stbelfetung Brrlins

Die letzte Volks- und Berufszählung war für die Stadt Berlin von ganz besonderer Bedeutung, weil sie die erste Volks- , und Berufszählung seit dem Zusammenschluß der früheren Groß Berliner Gemeinden war. Im Jahre 1920 wurden das frühere Berlin und die Stadtkreise Charlottenburg, Lichtenberg, Neukölln, Schöneberg, Span­dau und Wilmersdorf zu einer neuen Ge­meinde vereinigt, zu der noch die größten bevölkerungsreichsten Teile der Kreise Tel­tow und Niederbarnim und ein geringer Teil der Kreise Osthavelland und Beeskow, Storkow hinzutraten.

Die Wohnbevölkerung der Stadt Berlin beträgt jetzt 4,421,165 Einwohner. Das ent­spricht etwa vierfünftel der Bevölkerung Sachsens. Im Vergleich zur letzten Berufs- rählung vor dem Kriege (1907) ist die Be­völkerung um 16,7 Prozent gewachsen. — Ueber die Hälfte der Berliner Einwohner­schaft ist unmittelbar im Wirtschaftsleben tätig. Die Berliner Bevölkerung ist im stärkeren Matze beruflich tätig als die Be­völkerung der übrigen Großstädte. Berlin hat eine sehr starre ArbeiterbevölkecunK Die Zahl der erwerbstätigen Arbeiter be­trug bei der Zählung 1,002,850, also fast kenau ein Viertel der gesamten Bevölke­rung. Die Zahl der Angestellten und Be­amten trägt insgesamt 665,143, die Zahl

Selbständigen 336,297: Hausangestellte 831 689. - - ■

3n Paris hat der amerikanische Vorschlag für eine neue Konferenz zur Beschränkung der Rüstungen zur See eine außerordentlich kühle Aufnahme gefunden. Mit Einmütigkeit wehren sich die französischen Zeitungen fast aller Parteirichtung gegen Eoolidges Initia­tive. Die amerikanische Anregung muß am Quah d'Orsay sehr peinlich empfunden wor­den sein, denn in parlamentarischen und Re­gierungskreisen macht man keinerlei Hehl daraus, daß der amerikanische Vorschlag keine große Aussicht auf französische Zustimmung habe.

Amerika beabsichtigt den Rüstungsschlüssel, der auf der Washingtoner Konferenz festge­setzt wurde und die Kriegsschifisrüstung über der 10 000 Tonnengrenze für die Vereinig­ten Staaten, England, Japan, Franfteich und Italien in das Verhältnis 5 : 5 : 3 :1,75 fest­legte, auch auf die Seewaffen, die unter der 10000 Tonnengrenze liegen, auszudehnen. Man kann diesen Vorschlag als eine Gegen­these zu dem französischen Vorschlag über die Anrüstung ansehen. Frankreich wünscht, daß der Rüstungsstand eines Landes als unteil­bares Ganzes und nicht ' nach einzelnen Rüstungskategorien angesehen werde, wahrend Amerita, England und Deutschland den Rüstungsstand nach den einzelnen Kategorien der Mafien beurteilen.

Paris, 13. Febr. Der diplomatische Mitarbeiter der Havasagentur glaubt in der Lage zu sein, den Inhalt der Note, die die französische Regierung an Präsident Coolidge in der Frage der 5e e a 6 = rüstung übermitteln wird, wie folgt darstellen zu können: Frankreich sei be­reit, sich jeder Initiative anzuschließen, die die Abrüstung und die Aufrechterhaltung des Friedens bezweckt; aber eine Konferenz wie diejenige, die Präsident Coolidge Vor­schläge, und die nur die Vertreter der fünf großen Seemächte, Vereinigte Staaten, England, Japan, Frankreich und Italien, vereinigen würde, würde einen doppelten Mangel aufweisen: einerseits würde sie zwei Kategorien von Mächten schaffen, die eine, die der Seeabrüstunä unterworfen würde, die andere, die ihr vollkommen entginge. Um beispielsweise nur die Mittelmeermächte anzuführen, so würden allein Frankreich und Italien aufgefordert werden, die Zahl ihrer Kriegsschiffe herab­zusetzen, während Spanien, Griechenland, die Türkei und Sowjetrutzland vollkom­mene Freiheit für das Bauen von Schiffen- behalten würden. Man sehe an diesem Beispiel, zu welchen Ungerechttakeiten der amerikanische Vorschlag führen könnte.

Andererseits würde die amerikanische Initiative, die sich ausschließlich auf die Herabsetzung der Seerüstungen er» strecke, gegen den fundamentale« Grundsatz verstoßen, der auf Anregung der französischen Delegation in der vorbereitenden Kommission des Völ­kerbundes für die Abrüstungskonferenz maßgebend gewesen sei, nämlich der der Verbundenheit der Streit­kräfte zu Lande, zu Wasier und in der Luft, sowie der industriellen und be­völkerungspolitischen Momente.

In der öffentlichen französischen Meinung werde der Standpunkt vertreten, daß die

Besprechungen zwischen Bokanowski und Bot­schafter v. Hösch.

Paris, 12. Febr. Havas veröffentlicht folsende Mitteilung: Der deutsche Botschafter v. Hösch verhandelte beute mit Handels­minister Bokanowski über die eventuelle Ver­längerung des provisorischen deutsch-franzö­sischen Handelsabkommens. Die Besprechung erstreckte sich besonders auf das Problem der Einfuhr französischer Weine nach Deutschland.

Das Verhältnis Englands zu Rußland.

ff. London, 14. Febr. Dem politi­schen Berichterstatter der „Times" zufolge, erhob England in Moskau energische Vor­

bewaffnete Macht eines Landes auf allen ihren Gebieten kontrolliert werden müsie, und nicht nur in gewissen Teilen. Um wirksame und dauerhafte Arbeit in der Abrüstungsfrage zu leisten, dürfe man we­der den Gegenstand noch die Zahl der der Abrüstung unterworfenen Elemente be­grenzen. Im übrigen würden ja die Fra­gen der Abrüstung in ihrer Gesamtheit in Genf bereits studiert, und es sei unmöglich, hie. Frage der Seeabrüstung davon zu trennen.

Italien und der amerikanisch« Abrüftungsvorschlag.

fk. Rom, 14. Febr. Wie von zuver­lässiger Seite verlautet, war da» Memo­randum Coolidge» Gegenstand einer ein­gehenden Prüfung durch Mussolini, der be­reit» mit dem Generalstabschef der Armee eine erste Besprechung hatte. Ohne einer Antwort vorgreifen zu wollen, kann man schon jetzt versichern, daß Italien, nachdem es sich für seine bescheidene Ma­rinepolitik entschieden hat, diesen Maß­nahmen z u ft i m m e n kann.

Japan nimmt Coolidges Entwaffnungs- Vorschläge an.

fk. Paris. 14. Febr. Rach einer Ha- vasmeldung aus Tokio wird offiziell er­klärt, die Regierung nehme die Lntwaff« nungsvorschläge. Coolidge» an und werde ihre Antwort wahrscheinlich nach dem am 15. Februar stattfindenden Kabinettsrat erteilen.

TWtz zur Beischaft Leelttsek

Die Blätter des International News Ser­vice veröffentlichen eine Unterredung ihres Berliner Korrespondenten S. Dunbar Weyer mit dem Großadmiral v. T i r p i tz über die neuen Flottenabrüstungsvläne des Präsidenten Coolidge. Der Großadmiral führte u. a. aus: „Der neue Vorschlag des Präsidenten Cooligde für eine uneingeschränkte Flottenabrüstungs­verständigung unterscheidet sich wohltuend von Methoden, die die Genfer Abrüstungs­konferenz bisher anwandte, um eine wirkliche Abrüstung Frankreichs und seiner europäischen Verbündeten zu um­geben. So versuchen die Vertreter dieser Staaten in Genf, das französische Leer von 4 Millionen Kriegsstärke in ein Heer von 365 000 Mann umzuwandeln, als» W«, Mil­lionen im Kriege verwendungsbereiter Sol­daten verschwinden iu lassen und 6000 vorhan­dene Flugzeuge, sowie riesenhafte Kriegs­materialbestände als nicht vorhanden zu be­zeichnen. Es werden natürlich einige Schwie­rigkeiten gemacht werden, doch ist der neue Vorschlag des Präsidenten Coolidge ebenso wie der vorherige Flottenabrüstungsvorschlag der praktisch brauchbare Versuch eines weit­blickenden Politikers, die allmähliche, all­gemeine Abrüstung, der bisher nur Deutsch­land und seine ehemaligen Verbündeten rest­los nachgekommen sind, auch bei den anderen Staaten zu fördern. Die einseitige Abrüstung Deutschlands gegenüber seinen bis an die Zähne bewaffneten Nachbarn widerspricht vollkommen dem Gerechtigkeitsgefühl, aus dem das amerikanische Volk seine Unterschrift zu dem Versailler Vertrag verweigert hat.

stellungen wegen der Einmischung russischer Staatsangehöriger in die chinesischen An­gelegenheiten.

Entsendung weiterer englischer Kriegsschiffe

«ach China.

Malta, 12. Febr. Das Flugzeugmutter­schiff »Argus" und der Kreu^r „Dauutieß" find heute nach China in See gegangen.

Erubenexplofion in Lothriuge«.

fk. P a r i s, 14. Febr. Auf der lothringi­schen Grube „Heilige Barbara" wurden bei einer Explosion drei Arbeiter schwer oet» letzt und ei.irr ^etiitt.

S. 5L 8. $. und RtlMegittUM

Reichstagsabgeordneter Treviranus über die

Dentschnationalen in der Regierung.

Königsberg, 12. Febr. Auf einer po­litischen Konferenz der Deutschnationalen Volkspartei (Landesverb. Ostpreußen) sprach am Sonnabend mittag Reichstagsabgeord­neter Treviranus über die Frage: „Warum sind wir in die Regierung gegangen?" Der Redner führte u. a. aus: Da Deutschland noch einen dornenvollen Weg bis zur Befreiung vor sich habe, sei es unzweckmäßig, sich ledig­lich auf die Kritik und Opposition zu beschrän­ken. Gerade bei den Verhandlungen über die Handelsverträge und sonstigen Abkommen komme es auf die Festigkeit der Unterhändler an. Die Deutschnationale Volkspartei habe niemals Zweifel daran gelassen, daß sie sich nicht unter das Joch beugen werde und sich von ihrer Ueberzeugung nicht ein Tüpfelchen abhandeln lassen würde. Die Deutschnatio­nalen legten angesichts verschiedener Befürch­tungen in der Volkspartei Wert darauf, fest- zustellen, daß in keiner Phase der Verhand­lungen von einem Reichskonkordat, von einem preußischen Konkordat oder dergleichen die Rede war, mit Ausnahme, daß die Deutsch­nationalen sich klar gemacht haben, daß ein Reichsschulgesetz den Einfluß des Elternhauses sichern muß.

Wir habe» erklärt, daß wir uns der Über­zeugung der anderen nicht beugen können, daß die republikanische Staatssorm der einzige hoffnungsvolle Weg zur deutschen Freiheit sein könne. Wir haben aber an­dererseits erklärt, daß wir als ehrenhafte Männer uns an der Regierung nicht be­teiligen würden, wenn wir nicht die ehr», liche Absicht hätten, die Formen und Sym­bole des heutigen Staates zü achten, daß ' wir aber die gleiche Achtung für unsere grobe Vergangenheit fordern.

Das Ausland muß erkennen, daß es in uns Verhandlungsgegner bat, die gewillt sind, über eine gewisse Grenze nicht binauszugeheu. Im Osten darf es kein Locarno geben. Man sagt im Auslande, man könne uns nicht trauen, da mir plötzlich Pazifisten geworden seien: aber mir haben als entwaffnetes Volk ein Interesse an der allgemeinen Abrüstung wie wohl keine andere Macht. In diesem Sinne begrüßen mir die Botschaft Coolidges von gestern.

Reichsernährungsminister Schiele über Agrarpolitik.

Königsberg, 12. Febr. Bei einer Veranstaltung der Deutschnationalen Volkspartei erklärte Reichsininister Schiele zur Frage der Beteiligung der Deutsch- nationalen an der Regierung, diese habe sich aus der politischen Erundeinstellung der Partei als notwendig erwiesen Oppo­sition sei nur ein vorübergehendes Mittel. Dauernde Opposition schädige die Inter­essen der in der Partei vertretenen Volks­kreise und das Gesamtwohl.

Wolle man die Zeichen der Zeit vcr, stehen, so müsie man das länd.iche und bäuerliche Wesen wieder zum Mittel­punkt der gesamte« Innenpolitik machen.

Bevölkerungspolitisch gesehen, bedeute das, wie der Minister unter besonderem Hinweis auf Ostpreußen betonte, eine völlige Umgestaltung des im letzten Zahr- hundert von Ost nach West gegangenen Wanderzieles wie auch des Arbeitszieles, das von den überfüllten und arbeit- schwachen Städten auf das entvölkerte Land gerichtet werden müsie. Das bäuer­liche Volkstum sei der sicherste Schutz eines national bedrohten Territoriums. Die ge­waltige Nahrungsmitteleinfuhr der letzten Jahre und der Leerlauf der Wirtschaft weisen mit Naturnotwendigkeit auf eine verstärkte agrarische Einstellung unserer Wirtschaftspolitik hin. Die technische Möglichkeit einer wirt­schaftlichen Umstellung sei nicht mehr zu be­streiten. Unerläßliche Voraussetzung sei jedoch die Sicherung des Ertrags der land­wirtschaftlichen Arbeit. Die Interessen der heimischen Landwirtschaft müßten wie­der fester in den Rahmen der Gesamt- Politik eingespannt werden. Das sei auch der Weg aus der Wirtschafts« und Arbeits- krise. Darum lei innere Kolonisation da» Gebot der nächstes Menschenalter», -