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Sie RwoliMen in Portugal geweitert?

Besetzung von Ovorto durch Regierungs« truvven.

Madrid, 9. Febr. Nachrichten infolge, die em Mitternacht hier eintrafen, bestätigt ßs sich, datz der portngiefische Kriegsminister gestern um 3 Uhr nachmittags Ovorto mit Wegiernngstruppen besetzt bat.

; ff. Paris, 9. Febr. Wie dem „Journal" mis Lissabon gemeldet wird, sind die.Redak­teure vwt drei Zeitungen, deren Erscheinen gestern . verboten wurde, verhaftet worden. Aach dem gleichen Blatt sollen über die vor- tugiesische Grenze nach Spanien geflüchtete portugiesische Offiziere erklärt haben, die revolutionäre Bewegung sei gescheitert, da die Bevölkerung sie nicht unterstütze und da die Truvven, mit denen die Revolutionäre ge- ] mchnet hatten, sich nicht zu ihnen geschlagen Hätten.

kirne BerHsnöklmgen -wissen Sitten und 0 RaSetz

London, 8. Febr. Reuter meldet ans i Kankau: Heute haben zum ersten Male seit Her Vertagung der Verhandlungen zwischen L'Malleo und Tschen neue Besvrechun- tt n stattgefunden. Seitens der nationalisti- stzen Behörden wurde erklärt, datz man fast ein Übereinkommen erreicht habe, datz jedoch di« Nationalisten, bevor sie ein solches Abkommen unterzeichnen könnten, erwarten »übten, die Absichten Großbritannien in Schanghai zu kennen. Die Nationalisten siirchteten, dort gleichzeitig auf den Wider­stand Suntschuanfangs und der britischen Truvven ze stoben. Seitens der Rationalisten wurde betont, datz ihre Regierung die Ber- tzslichtung übernommen habe, die Fremden- Oederkafinng in Schanghai nicht anzugreifen. $ie gegenwärtigen ausländischen Streitkräfte dort feite ausreichend, um Unruhen zu be- i »enen. Die Nationalisten brachten den Wunsch zum Ausdruck, die britischen Streit, trift« sollten in Hongkong oder sogar in Üingavore gelandet werden, um nicht eine ge- übrliehe Reaktion in Kanton auszulösen.

Rom, 7. Febr. Die italienische Presse bespricht die Note der römischen Regierung an England, in der die italienische Soli- Itorität mit dem englischen Dorgehen aus- gesprochen wird, und betont hierbei die dolle Anerkennung der chinesischen natio­nalen Bewegung. DaS zügellose Dorgehen der Rationalisten gegen die Ausländer, besondere aber gegen die geistlichen Mis» [Ionen erfordere aber Maßnahmen, die Uber den diplomatischen Weg hinauS- gingen. Wirtschaftliche Interessen seien bedroht und deshalb mühten sich alle AuS- Lnder in China zu einem gemeinsamen Dorgehen zusammenschliehen. Die italieni­schen Interessen feien in der stalienischen Thinabank in Schanghai, der Konzession in Tientsin und den Handelsgesellschaften italienischer Firmen, die insgesamt einen Dert von 600 Millionen Lire repräsen­tieren, verkörpert. Diese Interessen und Sicherdem die zahlreichen italienischen Mis­sionen erforderten gebieterisch Schutz durch das Mutterland.

i; England will die Ehinasrag« vor de« Völkerbund bringe«,

st. London. S. Ferb. „Daily News" iufelge werde wahrscheinlich die britische ikegierung bald bekannt geben, daß sie in Streit mit China von bei Völker- bundsorganisation Gebrauch machen werd«, sobald sich Gelegenheit dazu bieten sollt«. He Erklärungen Lord Balfours im Ober- hu», di« für heut« zu erwarten seien, wüt« W Mukti« Anter ess« ewKRew.

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Dle Ausweisungen aus SstoberWesim

Abbruch brr deutsch-pvinWm HmteMr.raMrhandlnnsm?

Kattowitz. 8. Febr. (58X2$.) Der An­trag auf Sufenthaltsverlängerung bet vier deutschen Direktoren der Oberschlesischen Älein« bahngesellschaft, die seinerzeit Ausweisungs­befehle erhalten hatten, ist abschlägig be- schieden worden. Die Genannten haben heute das polnische Staatsgebiet verlassen. SSekterhin ist das Borstandsmttglied Eichholz der Lig- nofe A.-G. kn Kattowitz feines Postens ent­hoben worden und hat den Befehl erhalten, das polnische Staatsgebiet zu verlassen. Auf die 8orfteHungen des deutschen Gesandten in Warschau hat der polnische Innenminister den Bescheid erteilt, daß gegen die Verfügung des schlesischen Doiewoden nicht anzukSmpfen sei und es bei den Ausweisungen bleibe.

Berlin, 8. Febr. Halbamtlich wird zu den Zeiiungsmeldunaen über den Stand der deutsch-polnischen Handels- vertragsvrrhandlungen miweteilt: ES trifft leider zu, daß in den deutsch- pol­nischen Handelsvertragsverhandlungen eine ernste Krisis eingetreten ist. Schon feit Monaten kommen dir Verhandlungen nicht tarn Fleck. Im November vorigen Jahres sah sich deshalb her deutsche Bevoll­mächtigte veranlaßt, der polnischen Dele- galiciT präzise Fragen über bestimmte Punkte der im Handelsvertrag zu regeln­den Niederlassung der beiderseitigen Staatsangehörigen zu stellen. Die polnische Haltung in. diesen Fragen hat sich jedoch seither nur unwesentlich geändert, so daß man

trotz aller deutschen Nemühungen einer Verständigung der Sfegekumg dieser Fragen auch fetzt noch nicht näher ge­kommen ist.

Auch bei den Verhandlungen über die zoll­tariflichen Bestimmungen hat eine Annähe­rung in den letzten Monaten nicht erzielt werden können.

Diese BerhandlnngSlage ist nun in der letzten Zeit durch dis Ausweisung einer Anzahl von Reichsdeut - scheu auS Oberschlesien noch wei­ter schwer belastet worden. ES

handelt sich dabei u. a. um die leitenden deutschen Beamten der vberschlesischen Klein- bahnelektrizitätSgesellschaft A.-G., deren Ausweisung der polnische Wojwode aus­schließlich mit der Tatsache begründet, datz es sich hier um Reichsdeutsche handle, de­ren Stellen für polnische Staats­angehörige freigemacht werden müßten. Die deutsche Regierung hat in diesem Falle, der nur ein Glied in der langen Kette anderer Fälle bildet, den, Ein­druck gewinnen müssen, datz die politische Tendenz der polnischen DerwaltungSstellen darauf ausgeht, deutsche Unternehmungen in Polen durch die Ausweisung von Reichs­deutschen zu schwächen ober zu vernichten. Dieses Verhalten polnischer AnttSsiellen nimmt jedenfalls den schwebenden deutsch- polnischen Verhandlungen in der Einwan- derungSfrage jeden Zweck und Sinn.

Man kann das Verhalten der polni­schen Behörde überhaupt kaum an­ders beuten, als daß man polnischer­seits die Riederle.sfnngSverhandlungen nicht mehr ernst nimmt.

Es widerstrebt jedem Rechtsempfinden, wenn Ausweisungen, die die Betroffenen jeder Eristenz berauben, ohne jeglichen Grund und lediglich aus nationalistischen Rücksichten erfolgen. Tie polnische Regie­rung ist daher vor kurzem nachdrücklich darauf hingewiesen worden, daß die pol­nische Regierung die volle Ver­antwortung trage, wenn durch diese Ausweisungen die deutsch-polnischen Ver­handlungen aufs fchwersre belastet würden. Die Meldung, daß die polnische Regierung die Anordnung der Ausweisung der ge­nannten Reichsdeutschen aufgehoben Hobe, hat sich leider nichr bestätigt. ES liegt auf der Hand, datz dadurch eine Lage entstanden ist, die die Fortführung der deutsch- polnischen Handelsvertragsverhandlungen auf das ernsteste gefährdet.

Polen dankt Frankreich für die Lösung der

Staat bet deutschen Ostkestungrn.

Paris, 8, Febr. Der volnische Botschafter in Pari» hat vriand einen Besuch abge- stattet, um ihm den Dank der volnischen Re­gierung für die Lösung der Frage der deut­schen Ostfrstungen zu übermitteln.

Sie «fragt brr MinImtdriiMMNy

fk London, 9. Febr. Im Oberhaus stellte Lord Beauchamp (liberal) hin­sichtlich der Räumung des besetzten Ge­bietes die Frage, ob diese Räumung nicht beschleunigt werden könne. Lord Salisbury erwiderte im Namen der Regierung, soweit das gebührende Recht in Betracht komme, bestehe kein An­spruch auf vollkommene Räumung, ehe allo Bedingungen des Versailler Vertrages er­füllt seien. Das sei im Vertrag ausdrüL- lich bestimmt. Es sei jedoch zuzugeben, datz eine Beschleunigung mehr zu begrühen sein würde. Dies sei stets die Auffassung der englischen Regierung gewesen und sie werde soweit es auf sie anrommt, ihre Macht und ihren Einflutz stets in dieser Richtung fiel» tend machen. Es sei jedoch eine sehr schwierige Angelegenheit, welche die aktive Mitarbeit Deutschlands bei den Verhand­lungen, sowie die Mitarbeit der anderen Länder erfordere. Sowohl die Regierung wie auch die Partei würden sehr gerne eine Verringerung der Streitkräfte der früheren Verbündeten und der eigenen Streitkräfte in der 2. und 3. Zone des be­setzten Gebietes, soweit als irgend möglich, sehen. Ob dies bald der Fall sein kann oder nicht, vermöge er nidit zu jagen. Jeden­falls stehe der gute Wille der engttschen Regierung schon jetzt fest.

Llovb Georg« wieder Lorfitzend-r Der liberalen Fraktion.

ft London, 9 Febr. Lloyd George wurde wiederum »um Vorsthenden der libe­ralen Station für die Dauer bet Sesiion ge» Wählt. -- - ... . -- _

Sie Sclenltltr für ffoihihito

Tokio, 8. Febr. Gestern abend ist die Leiche des verstorbenen Kaisers vom Pa­laste nach den Shinjuku-Gärten überge­führt worden. Trotz der bitteren Kälte hat­ten sich Hunderttausende von Einwohnern aus dem ganzen Lande anaesammett. Der Weg war mit weißem Sande bestreut, um böse Geister zu vertreiben. Truppen und Polizei bildeten beiderseits Spalier, Fackel- trägtr, Beamte in altertümlicher Tracht, Trommel- und Gongschläger, Bannertvä- ger und Priester schritten dem Zuge voran. Dem Katafalk schritten hohe Offiziere und Beamte mit Fackelträgern zur Seite. ES folgten hohe Hof- und Regierungsbeamte, dann Prinz Tschitschibu als Vertreter d«S Kaisers, der auf Rat der Aerzt« nicht an dem Zuge teilnahm, die Prinzen, di« Staatsminister und Abordnungen des Hee­res und der Marine. An dem in Den Shinjuku-Gärten errichteten provisorischen Pavillon wurde die Totenfeier abgehalten, an der auch Die Vertreter der auswärtigen Mächte mit ihren Damen teilnahmen. Um Mitternacht wurde der Sarg nach dem Mau­soleum bei HigaShi-Asawaka übergeführt.

Französische» Berwaltnngsregtme fit die deutschen Sachlieferungen.

fk. Paris, 9. Sehr. Das Verwaltung»- tegtme für die deutschen Sachlieferungen ist nunmehr endgültig geregelt. Dir Initiativ« der Nutzbarmachung bleibt den Derwaltungs- stellen überlasien. die mit Dem technischen Ko­mitee, das an di« Stelle de, ftontroDlomitee» treten wird, Fühlung nehmen werden. Da» Ko« roll rech: steht dem Parlament zu. da, e» durch ein Kmttrolliomite ausübt. Beide Ko­rn Ue«, treten zu einem sogenannten lieber- wachungsaugschutz zusammen. ....... t

EMtlMiMüS'AM

Im Trubel der Regierungsbildung und ihrer Begleiterscheinungen ist der deutschen Öeffent« lichdeit der Blick für die sich von Tag zu Tag steigernde Spannung zwischen Berlin und Warschau verloren gegangen. Im Augenblick haben sich die Meinungsverschiedenheit zwi- schen den beiden Regierungen soweit verdich­tet. daß man jeden Tag mit einem Abbruch der nun seit Jahren dauernden deutsch-polni- schen Handelsvertragsoerhandlungen rechnen kann. Kamen durch die ewige Verfchleppungs- tahtih der Warschauer Behörden die Verhand- lungen selbst nicht vom Fleck, so sind es jetzt mehr politische Gründe, die ein Scheitern wahr­scheinlich machen. In der letzten Zeit stei- gerte sich die Zahl der Ausweisungen Deutscher aus Polen derart, daß die deutsche Regierung auch beim besten Willen es nicht mehr ver­mochte, an diesen Warschauer Willkürakten stillschweigend vorüberzugehen.

Vor einigen Tagen wurden aus polnisch Oberschlesien vier leitende Beamte der ober- schlesischen Kleinbahngesellschaft kurzerhand ausgewiesen, unter der recht fadenscheinigen Begründung, daß sie polnischen Arbeitneh­mern die Arbeit fortnähmen"^Heute hort man, datz auch das deutsche Vorstandsmitglied Eich­holz der Lignose A.-E. in Kattowitz von sei­nem Posten enthoben wurde, und von der War- schauer Behörde den Befehl erhielt, das pol­nische Staatsgebiet sofort zu verlassen.

Die deutsche Reichsregierung erhob am ver­gangenen Sonnabend durch ihren Warschauer Gesandten gegen dieses unfreundliche Verhal­ten Polens energischen Einspruch, unter Hin­weis darauf, daß solche Ausweisungen, wenn sie fortgesetzt würden, die schwebenden Han­delsvertragsverhandlungen erschweren und schließlich fraglich erscheinen lasten müßten. Die Antwort des offiziellen Warschaus: Der Protest gegen die Ausweisungen ist abschlägig beschielten worden. Sämtliche ausgewiesenen Deutschen mußten heute das polnische Staats­gebiet verlassen. Datz dieses rücksichtslose, illoyale und unter Völkerbundsmitgliedern un­berechtigte Verhalten nicht ohne Gegenmaß­nahmen der Reicksregierung bleiben kann, ver­steht sich von selbst.

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Durch Bildung der neuen Regierungskoali- tion in Deutschland hat sich das Bild des sich heute der Reichsregierung gegenüber in Oppo- sition stehenden Teils Deutschlands etwas oer- schoben. Die früher die Bejahenden waren, fin- den sich heute zum Regieren zusammen. Die ehemalig Ablehnenden sind heute die für den Regierungskurs Verantwortlichen geworden. Daß die heutige Opposition in Deutschland ge­willt ist, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die neue Mehrheitsregierung zu be­kämpfen, zu bekritteln und womöglich zu sprengen, das lehrte die zur Sensation ausge- baufchte Keudell-Affäre.

Dieser Agitationsstoff scheint sich als wenig brauchbar erwiesen zu haben, denn, wie heute die demokratische Preste zu erkennen gibt, be­müht sich nunmehr die Opposition, ihren Kamps gegen die Regierung auch auf das außenpoli­tische Gebiet zu übertragen, wofür der deutsch- polnische Konstikt anscheinend eine zweckdien­liche Handhabe bietet: „Seit der Bildung eines Rechtskabinetts scheint die Gefahr vorzuliegen, datz auf deutscher Seite wieder die Neigung besteht, halb politische und reine Handelsver- tragsfragen miteinander zu verquicken. Bis­her aber hat sich eine solche Verquickung noch immer al» schädlich für beide Teile erwiesen."

Was der Sinn dieser Feststellung «Ines maß­gebenden demokratischen Organs ist, dürfte nicht schwer zu erraten sein. Die deutsche Oesfentlichkeit soll in den Glauben versetzt werden, datz in der Tat die Bildung einer bürgerlichen Mehrheitsregierung mit einer Rückkehr zu einet alten Machtpolitik gleichzu- stellen wäre. Es genügt, um das Unwahre die- fer Behauptung in Bezug auf den deutsch- polnischen Konflikt zu widerlegen, auf die Tat­sache hinzuweisen, daß wohl keine deutsche Reichsregierung, sei sie link» ober recht» einge­stellt, Polen gegenüber ander» sich verhalten kenn, al» mit dar heutige Kabinett Marx vtes beabsichtigt.