England in Mna Wert
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Eine chinesische Note an England.
fk. London, 1. Febr. Der chinesische Ri- nister des Aeuheren bezeichnete in einer Note an den englischen Gesandten in Peking die Entsendung britischer Truppen ohne Chinas Einwilligung als im Widerspruch stehend mit den Satzungen des Völkerbundes und erklärte, die chinesische Regierung betrachte sich nicht als verantwortlich für die hierdurch hervorgeruse- nen Zwischenfälle.
Protest des Konsularkorps in Schanghai gegen Landung britischer Trupen in China?
fk. London, 1. Febr. Der diplomatische Berichterstatter der orn i n g - P o st" schreibt: Dem Protest, welchen der chinesische Minister des Aeuheren Wellington Kao namens der Pekinger Regierung gegen die Landung britischer Truppen in Schanghai erhoben hat, sind gleiche Proteste seitens verschiedener chinesischer Behörden, Gesellschaften und Orga- nifationen in Schanghai selbst gefolgt. Diese Proteste haben anscheinend das diplomatische Korps in eine ziemlich eigenartige Lage gebracht. Japan ist ganz und gar nicht einverstanden mit der britischen Denkschrift und mit der britischen Politik im allgemeinen. Die anderen interessierten Mächte nehmen zwar die niedergelegten Prinzipien an, sind aber gegenwärtig nicht bereit, her Politik in allen ihren Einzelheiten zuzustimmen. Alle Mächte erachten ihren Vertreter als, bei der protestierenden Regierung beglaubigt.
Eine weiter« Komplikation entstand durch die Tatsache, dah die Zremdenniederlasiung in Schanghai international ist und dah somit alle Mächte in gleicher Weise dafür verantwortlich sind. Infolge der Proteste der Chinesen in Schanghai werden es "die ausländischen Konsulare vielleicht technisch notwendig finden, eine sorgfältig formulierte Erklärung abzugeben, die besagt, dah sie mit Grohbritanniens Aktion nichts zu tun haben.
Entlassung des Generalinspektors der chinesischen Zölle.
fk. Peking, 1. gebt. Die Regierung hat den Generalinspektor der chinesischen Zölle, den Engländer Sir Francis A g l e n, im Verfolg der Meinungsverschiedenheiten über die neuen Zölle entlassen. Aglen hatte sich aus I den Standpunkt gestellt, dah die ihm unter- •
stehende Zollorganisation nur die von den 8er« trägen zugelassene Abgaben erheben könne. Tie Regierung hatte demgegenüber daraufhin gewiesen, dah die Zollzufchläge auf der Washingtoner Konferenz von den Mächten einstimmig genehmigt wurden, und dah Aglen als Beauftragter der chinesischen Regie r u n g, deren Anordnungen aussühren müsse.
Eine Rede Mae Donald».
Ramsey Mac Donald sagte in einer Rede unter Bezugnahme aus die Rede Chamberlains über China, jede Hilfe, welche die Opposition Chamberlain aufgrund seiner politischen Richtlinien gewähren könne, werde bereitwilligst und von Herzen gegeben werden. Solange die Regierung mit dem Minister des Aeuheren von Kanton, Tschen, auf der Grundlage der An- erkennung von Chinas Unabhängigkeit verhandle, stelle er sich mit feiner Partei hinter sie.
22 chinesische Soldaten erschossen.
fk. London, 1. Febr. 22 Soldat«« der chinesischen Rationalarmee find standrechtlich erschosien worden, weil fie »ersucht hatten, einen amerikanische« Damvier aus dem Jangtseslusse zu kavern. Da, Urteil wird als Beweis angesehen, dah die chinefische Nationalregierung nicht gewillt ist, unnötig eine« Ko«- Hih mit den Mächten herbeiz»führe«.
Wnpeif« und Tschangtsolin rücken gegen Hankau vor.
London, 31. Jan. (WTB.). Reuter meldet aus Peking: Tie letzten Maßnahmen der nördlichen Heerführer deuten auf eine baldige größere Offensive hin, die Hankau zum Ziele hat. Große mandschurische Streitkräfte bewegen sich von Tschile nach Honan, wo sie von Marschall Wupeifu aufgenommen werden, der sich bisher ihrem Einmarsch in sein Gebiet widersetzt hat. Wupeifu hat eilte Botschaft an Tschangtsolin gerichtet, worin er erklärt, daß er die Zuchtlosigkeit in seinen Reihen unterdrückt habe und jetzt bereit sei, Hankau anzugreifen. Tschangtsolin hat als Antwort Tschangh- suenliang nach Tschangtschau gesandt, um mit Marschall Wupeifu zusammenzuwirken. Meldungen aus Schantung besagen, dah in der ganzen Provinz für die Streitkräfte Tschangtsungtschangs Rekruten ausgehoben werden und eine Kriegsvorbereitung im großen Maßsiabe erfolge. Inzwischen begeben iich große nationalistische Truppenkontingente von Jrschang und anderen Flußpunkten nach Hankau.
8oi Michsknbim« volMnbig
,, Lindeiner lehnt die Kandidatur ab
Walter von Keudell.
Der neue Aeichsinnenminister, Landrat '$• und Rittergutsbesitzer Walter v. Keu- kil, entstammt dem preußischen Zweig der imilie. Er wurde am 17. Juli 1884 in Kttellamare di Stabia geboren. Aach prakti« tr landwirtschaftlicher ^Betätigung studierte ; Rechtswissenschaft und trat in die Der- rltungslaufbahn. Aachdem er den Krieg »4/15 als Rittmeister in der 1. Kavallerie- Vision mitgemacht hatte, war er von 1916 “ 1920 Landrat des Kreises Königsberg ftumark). Er betätigte sich dann in der ^östverwaltung dieses Kreises, wurde Mit- ’tb des Brandenburgischen Provinzialland- (W, Vorstandsmitglied des Drandenburgi- *tt Landbundes, Mitglied des Ständigen Wchusses des Reichswirtschaftsrates. 1923 We ihm von der Forsthochschule Ebers- ’“be der Ehren-Doktor der Forstwissenschaft Stehen. 1924 wurde er als deutschnationaler *®$EÖtbneter für den Wahlkreis Frankfurt
"der in den Reichstag gewählt.
Berlin, 81. Jan. Der Herr Reichsvräfi- tett hat aus Vorschlag des Reichskanzler, Dr. ktr den Staatsminister a. D. Herst, k. d. R., zum Reichsiuftizminister ie6 stellvertretenden Reichskanzler, den Land- «f a. D. Dr. von Keudell zum Reichs- zinister des Innern ernannt.
Der Beschluß der Deutschnationalen.
Verl in, ,31. Jan. Die deutschnationale leichstagsfraktion gibt nach Beendigung ihrer fitzung um 10 Ubr abends folgend- Erklärung naus:
»Die deutschnationale Rcichstagssraktion lernt Kenntnis von der dem Herr« Reichs- käfidenten abgegebenen gemeinsamen Ber- ichterklärung der Abgeordneten Dr. *rgt und Graes auf ihre Minifterkandi- ftren und von dem dringenden »veil des Herrn Reichspräsi- k»ten an die Fraktion, die solange sich hin- ebende Regierungsbildung nunmehr baldigst Iermöglichen. Die Fraktion hat im Hinblick
i diese Lage und die bereits früher erfolgte ilehnung der Kandidatur durch « Abgeordneten von Lindeiner- fl d a« brschlosien, die bisherige Kandi- euliste durch Hinzufügung des Abgeordneten Keudell nach einstimmig angenommenem rschlage zu ergänzen."
Skk Empfmg beim SWotöiitenten
Berlin, 31. Jan. Der Herr Reichs - «fibent empfing heute nachmittag die geordneten Graf Westarp, von G o l d - ter, Hergt und Graes-Thüringen. Die igeordneten Hergt und Graes gaben dem «trn Reichspräsidenten die Erklärung ab, daß k, um die bei den übrigen Regierungspar- iten erwachsenen Schwierigkeiten wegzuräu- m, beide solidarisch ihre Fraktion gebeten tten, von einem Vorschlag ihrer Person s ü r I« Ministerliste abzusehen. Der err Reichspräsident nahm diese Erklii- «g entgegen, dankte beiden Herren für ihre tstlose und sachliche Handlungsweise und be- ate hierbei unter Hinweis auf die irresüh- dden Pressemeldungen der letzten Tage, daß selb st keinerlei Bedenken gegen iePersonundEignungderbeiden cher von der deutschnationalen Fraktion für e Posten des Reichsjustizministers und des iichsinnenministers vorgeschlagenen Kanditen vorzubringen gehabt hätte. Der Herr iichspräsident schloß hieran das Ersuchen an * Grasen Westarp als den Vorsitzenden der »itschnationalen Fraktion, nunmehr alsbald W die endgültige Zusammenstellung der ckchsregierung ermöglichende Entschließung 1 fassen. Er hoffe, daß, falls etwa hierbei *er der beiden vorgefchlagenen Kandidaten in kge kommen sollte, der eben erklärte *rzicht dann kein Hindernis be- iute und richtete einen entsprechenden Appell N die beiden Herren.
Gin Mord in 450 Meter Tiefe
ff. Berlin, 1. Febr. Am Sonntag wurde, nach einer Meldung des „Berl. Tageblattes", im Richthofenschacht in Eieschewald von zwei unbekannten Männern, die auf bisher nicht aufgeklärte Weise in das Bergwerk eingedrungen waren, ein Oberwächter auf einer Sohle in 450 Meter Tiefe erschossen. Die Täter konnten bis jetzt noch nicht seftgenommen werden.
Weiter wirb noch bekannt: Mittags gegen 1 Ahr bemerkte ein Streckenwärter in der Tiefe von etwa 450 Metern unter Tage zwei unbekannte maskierte Männer, die auf bisher' nicht erklärte Weise in das Bergwerk eingedrungen waren. . Als sie sich ausweisen sollten, zogen sie ihre Revolver und- sperrten unter Drohungen sechs Bergleute in zwei Kammern ein, die sie mit mehreren zentnerschweren Klumpen verbarrikadierten. Ein alarmierter Oberwächter wurde bei der Verfolgung von den Räubern auf einer Sohle kn 450 Meter Tiere erschossen. Die Täter konnten bis jetzt nicht festgenommen werden, doch sind die Zugänge zum Schacht Polizei- -lich gesperrt, sodaß die Verbrecher kaum entkommen durften. Ob ein Dynamitanschlag - oder -ein anderes Verbrechen "geplatzt war..
konnte bis zum Augenblick noch nicht festgestellt werden.
Ter Mordsall Rose« aufgeklärt.
Berlin, 31. Jan. Wie der „L. A." über die Ermittelungen hinsichtlich des Mordes an Prof. Rosen erfährt, legte ein Zuchthäusler Jahn, der sich im Strafgefängnis Wohlau befindet, der Kriminalpolizei in Breslau ein Te i lg e stä n d n is ab. Er gibt zu, gemeinsam mit einem gewissen Strauß, der ebenfalls verhaftet ist, seinerzeit den Breslauer Universitätsprofessor Rosen, sowie dessen Hausmeister Stock ermordet zu haben. Tie Bluttat soll angeblich auf Anstiften der Hausdame Neumann geschehen fein, deren Verhaftung bevorsteht. Da die Braut des einen Festgenommenen ebenfalls verdächtig ist, wurde sie gleichfalls verhaftet. Die Anstifterin wollte verhindern, daß der Professor ein zu ihren Gunsten nieder- geschriebenes Testament ändere.
Wie später noch amtlich mitgeteilt wird, ist heute auch die Haushälterin des Professors Rosen, Frau Reumann, nach ihrer Rückkehr aus Ostpreußen in BceSlau verhaftet worden.
Bombenanschlag.
R p m, 31. San. Bei Neapel wurde in einem 'Privathaus eine Bombe geworfen, durch die die Besitzerin getötet wurde. Die Attentäter, die verhaftet wurden, sollen die Tat aus Rache dafür begangen haben, daß die Besitzerin sich weigerte, einem der Qlttentäter die Hand ihrer Tochter zu geben. - ,
Dienstag, i in 1. Stimm 1927 m ^dberhesstsch« Zeitung" ec* «tigt sechsmal wöchentlich. Bc- monatlich 2 GM. aus»
Zustellungsgebühr, durch ^P»st2L5 GM.Aür etwa infolge Maschinendefekte oder gflttstottt Ereignisse ausfallende Hggnntin wird kein Ersatz ge» l'tß't, Verlag d. Dr. §. Hitzeroth, ffüt der Untd.-Vuchdruckrrei v. H* Slug- Koch, Markt 21/23. grt8fl>t«bet: Nr. 54. u. Nr. 55, «,stscheckkonto: Amt Frankfurt $, Nr. 5015. — Sprechzeit w Redaktion von 10—11 und »/,!-! Uhr.
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1 Goldmark = V«,,Dollar.
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Rach einer telegraphischen Meldung aus Göttingen machte der Unioersitätsprosessor Windau« in seiner gestrigen Vorlesung davon Mitteilung, daß ihm die Feststellung gelungen sei, daß das Provitamin identisch mit dem chemischen Stoff Ergosterin sei. Durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht entstehe aus dem Ergosterin das Vitamin. Es fei ihm gelungen, eine rachitisch infizierte Ratte mit Ergosterin in drei Wochen völlig zu heilen. Das Ergosterin könne sedcm Rahrungsmitel zugesetzt werden, wodurch vitaminarme Rahrungsmtttel volle Nährkraft gewinnen.
Sie teilten Stunden in den EnwaffnungSdertzandlungen
fk. Paris, 1. Febr. General v. P a w e l f r und Geheimrat v. Forster erzielten gestern nachmittag eine Klärung der Situation in der Frage der strittigen Punkte. Savas glaubt, dah die beute tagende Botschafterkonferenz seststellen könne, dah Deutschland seine Ent- wasfnungsvervslichtungen erfüllt habe.
fk. Paris, 1. Febr. Als Gerippe der zu erwartenden deutsch-alliierten Vereinbarungen über die sogenannten Restpunkte werden von der Presse folgende vier Puntte angeführt:
t. Die alliierten Sachverständigen unterscheiden zwischen den Befestigungsanlagen in Ostpreußen und Oberschlesien. Deutschland kann das ganze Derteidigungsshstem an der Oder । (Küstrin und Slogan) beibehalten. x Es habe dagegen die seit 1920 erbauten
Stützpunkte gegenüber Polen zu z e r st ö r e n.
2. Die deutschen Unterhändler verpflichten sich, nicht mehr die „Unterhaltu n g" der deutschen Befestigungen mit der „Modernisierung" derselben zu verwechseln.
3. Die deutschen Unterhändler erklären feierlichst, dah keine sonstigen sogenannten deftnitiven Anlagen bestehen als jene, die den alliierten Sachverständigen zur Kenntnis gebracht wurden.
4. Die deutsche Regierung erklärt sich einverstanden, keine neuen Anlagen zu schaffen und sich in dieser Beziehung der Kontrolle des Döllerbundes zu unterwerfen.
Bor der Entscheidung der Botschafterkonserenz.
Das dem französischen Generalstab nahestehende „Echo de Paris" will wißen, dah die deutschen Unterhändler in ihren Verhandlungen mit dem Versailler Militärausschuh sich schließlich einverstanden erklärt hätten, etwa zwanzig betonierte Unterstände bei Königsberg }u zerstören. Sie hätten sich jedoch geweigert, das System der Befestigungen selbst iu ändern. Gerade durch die Zerstörung einiger etwa 10—15 Kilometer südlich von Königsberg liegenden Unterstände aber soll die Bedeutung der Befestigungen selbst vermindert werden, die, nach Ansicht des Blattes, angeblich zur Sicherung der Verbindung der deutschen Armee mit der russischen dienen soll. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den deutschen Unterhändlern und dem Versailler Militärausschuh hätten sich somit auf diesen einen Punkt konzentriert. — Der „M a t i n“ erwartet, dah die Botschafter-Konferenz in ihrer heutigen Sitzung endgültig mit dem deutschen Abrustungsvroblem aufräumen und ungeachtet des Ausganges der heutigen Besprechungen ihve Auftastung bekanntgeben wird.
Rücktritt de» Danziger Bölkerbvnds- k»Mmist«r».
fk. Berlin, 1. Febr. Da» „aigeoten Handel »blad" i« Amsterdam berichtet, dah der Danziger Bölkerbundskommifiar «eit Hamel „an» versöuliche« Gründen" von
Amt rnrücktrelon mord«.