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। Sie Wen in Sbfirüigen
ffc. Weimar, 31. Jan. Das vorläufige Gesamtergebnis für die vier Wahlkreise ist sagendes:
Ls wurden abgegeben für die
Einheitsliste 270 625,
Sozialdemokraten 262 827,
Kommunisten 113 470,
Kommunistische Arbeitsgemeinschaft 3874,
fiationalsozialistische Arbeiterpartei 29 918,
putsch-völkische 9 137,
pmokraten 26 531, ,
Sirtschastspartei 75 500,
Lufwertungspartei 22 156.
Die Verteilung der Sitz«.
fk. Weimar. 3t. Jan. Die Mandate bei len Thüringer Landtagswahlen verteilen sich, soweit bisher feststeht, wie folgt:
Sinheitsliste (Deutschnationale, Deutsche Volk-partei. Landbund, Zentrum) 19 (bisher II), Sozialdemokraten 18 (17), Kommunisten 8 (12), Nationalsozialistisch« Arbeiterpartei 2 (3), putschvölkische voraussichtlich 1 (4), Demokraten 2 (4), Wirtschaftspakte? 5 (0), Aufwertungspartei 1 (0), parteilos 0 (1). Insgesamt 16 Mandate gegen bisher 72.
Sie Lage in China
Washington, 29. Jan. Drei amerikanische Kreuzer sind nach Honolulu ent- sandr worden, um später möglicherweise in China verwandt zu werden. Es ver- autet, daß Kollogg auf Grund vertrau- icher Informationen die Aussichten neuer sertragskonserenzen mit qualifizierten Vec- ietern Chinas ziemlich zuversichtlich be- trteilt.
Eine Erklärung des javanischen Ministers des Aeukern über die Lage in China.
ijf. London, 31. Jan. „Daily Mail" Erichtet aus Tokio: Der javanische Minister s Aeutzern erklärte, er halte es für richtig, loh Großbritannien angesichts der Lage in Schanghai angemessene Schritte für den Notfall treffe. Er glaube aber nicht, daß die Eng- laitder einen Zusammenstotz wünschen, sondern baß sie ihre Truvven zurückziehen würden, sobald eine friedliche Regelung erreicht sei. Kon- leisionen seien kein« ewigen Einrichtungen, cher ihre Aufhebung sei nicht so leicht. Grotz- titannicn habe Japan niemals um die Ent- mdung von Truvven ersucht. Es habe sich lediglich über Japans Absichten unterrichtet.
Rücktritt Dr. TorhringS von der Herauö- grberschast der „Däglichen Rundschau". Tie „Tätliche Rundschau" veröffentlicht vlgende Mitteilung des Präsidiums des kdangelischen Bundes: Der Zcntralvor- ftnd des Evangelischen Bundes hat seinem Präsidenten, Herrn E. Doehring, den 4unsch zu erkennen gegeben, datz er die Herausgeberschaft der „Täglichen Rundschau" «ufgeben möge. Herr E. Doehring hat daraufhin diesem Wunsche entsprochen. An irr Haltung und Richtung des Blattes wird »«durch nichts geändert. Insbesondere behält bie Reichsgeschäftsstelle des Evangelischen Bundes die Leitung des „Dienst am Sol!" (Kirchenpolitische Beigabe der „Täglichen Rundschau"). Wie die „Tägliche Rundschau" weiter meldet, wird der „Dienst tnt Volk" von jetzt ab von der Reichsge- 'chäftsstelle des Evangelischen Bundes, von Dr. Lhlemüller herauSgegeben.
Gin Interview mit dem vreutzischen Minister' Präsidenten.
? ft. Baris, 31. Jan. Der Sonderbericht- etjtattcr des „Petit Journal" Mortane, der «ine Studienreise durch Deutschland unternimmt, veröffentlicht beute Aeutzerungen des ^eutzjschen Ministerpräsidenten Braun. Braun betont darin die republikanische und derno- datische Einstellung der vreutzischen Schutzpolizei und des vreptzischen Derwalti(ngs- lorvers. Die,, preußische Regierung könne.(ich ptzf diese Pfeiler stützen und ebenso auf eine :,6>ar kleine, aber genügende und durchaus kevublikonische Mehrbeit im Parlament.
Die unbeiltemmcne MiniftetMe
©rftf- Wringen wahrWnhtb burib Lindeiner-Wilkau ersetzt
Berlin, 29. Jan. (WB.) Amtlich. Der Herr Reichspräsident hat den bisherige» Reichskanzler Dr. M a r x in seinem Amte als Reichskanzler bestätigt, auf dessen Borschlag den Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann, den Reichsarbeitsminister Dr. B r a u n s, den Reichswehrminister Dr. Getzler sowie den Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius in ihren bisherigen Aemtern bestätigt und den badischen Staatspräsidenten und Finanzminister Dr. h. c. Köhler zum Reichsfinanzminister, den Reichsminister a. D. Schiele, M.d.R., zum Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, den Berbands- fekretär Dr. h. r. K o ch. M. d. R., zum Reichsverkehrsminister und den Staatssekretär Dr. Schätz! zum Reichspostminister ernannt. Mit der Wahrung der Geschäfte des Reichsministers für die besetzten Gebiete hat der Herr Reichspräsident den Reichskanzler Dr. Marx beauftragt.
Die Ernennung der Reichsminister der Justiz und des Inneren hat der Herr Reichspräsident mit Rücksicht auf die noch nicht abgeschlossenen letzten Verhandlungen bis Montag abend ausgesetzt.
Die deutfchnativnale Reichstagsfraktion ist für Montag nachmittag zu einer Sitzung einberufen worden, um über die Besetzung der den Deutschnationalen zugestandenen Posten des Reichsinnemninisters und des Reichsjustizministers zu entscheiden.
Wie der „M o n t a g" berichtet, werden heute nur die Deutschnationalen eine Fraktionssitzung abhalten. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei wird voraussichtlich erst am Donnerstag wieder zusammentreten. Die Absicht der Bolkspartei, mit einer Kundgebung an die Oeffentlichkeit zu treten, ist dem genannten Blatte zufolge, verschoben worden, da man einen vollständigen Abschluß der Regierungsbildung abwarten wolle. In der Kundgebung soll auch der Brief des
Reichspräsidenten an Dr. Scholz veröffentlicht werden.
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Die amtlich veröffentlichte Ministerliste ist insofern als provisorisch anzusehen, als sie zwei Lücken aufweist, die voraussichtlich erst am Montag abend ausgefüllt werden können. Der Streit geht jetzt nur noch um Graes. Ngch wie vor lehnen es Zentrum und Deutsche Volkspartei ab, einen Vertreter des extremsten rechten Flügels und den Vorsitzenden des völkischen Ausschusses der Deutschnationalen Partei für das Justizministerium in Betracht zu ziehen. Die Beanstandung dieser Kandidatur hat die Personenfrage bei den Deutschnationalen neu aufgerollt. Da der Abgeordnete Graef von selbst nicht verzichtet hat, war man gezwungen, eine neue Sitzung der deutschnationalen Fraktion einzuberufen, die nach Lage der Dinge infolge der inzwischen eingetretenen Pause in den Reichstagssitzungen und der Abreise eines Teiles der Abgeordneten nicht vor Montag stattfinden bann. Der Nachmittag des Sonnabends war mit Gerüchten aller Art ausgefüllt. Man behauptete, der Reichspräsident werde, ohne sich um die Auffassungen der Fraktionen zu kümmern, das Kabinett gemäh dem Vorschlag des Reichskanzlers ernennen. In diesem Falle rechnete man mit der Berufung von Lindeiner-Wildaus zum Jnnenmini- st<r und Hergts zum Justizminister. Der Verzicht Graess war allerdings dte Voraussetzung für diese Kombination. Außerdem mühten sich die neuen Herren ohne die Zustimmung ihrer Fraktion zur Verfügung stellen. Am späten Nachmittag erfolgte eine neue Besprechung des Reichskanzlers mit Westarp und Wallraf, worauf er dem Reichspräsidenten Bericht erstattete. In dieser Besprechung ist dann die Kom- promitzlöfung beschlossen worden.
Wenn die Deutschnationalen am Montag abend zu ihrer Besprechung zusammentreten, werden sie wahrscheinlich in dem angebeuteten Sinne beschließen, zumal Lindeiner-Wildau bei der Zettelwahl innerhalb der deutschnationalen Fraktion nur um zwei Stimmen gegenüber Hergi zurückgestanden haben soll. Anstelle Graess dürfte dann wahrscheinlich Hergt zum Justizminister präsentiert werden.
Der Frankfurter Raubmörder verhaftet ein neun Raubmord in SenmmM
Frankfurt a. QI?., 30. Ian. Der Mörder des Juweliers Grebenau, der im vorigen Sonntag in seinem Geschäft in der Kaiserstr rhe ermordet worden war. wobei dem Täter Schmucksachen im Werte von 50 000 Mark in die Hände fielen, ist gestern in der Person des Einbrechers Friedrich Schultheiß aus Wisselsheim bei Bad Rauheim verhaftet worden. Schultheiß ist ein alter Verbrecher, der erst vor kurzem aus dem Zuchthaus entlassen worden war. Er leugnet hartnäckig jede Beteiligung an der Tat und gibt ständig als Antwort: „Ich weiß nichts; ich war es nicht". Der Indizienbeweis, der sich u. a. auf einen Brief, den der Mörder an Grebenau gerichtet und den man kurz nach der Tat im Laden Grebenaus fand, und ferner auf einen blutbefleckten Rock, der in der Wohnung des Mörders gefunkten wurde, gründet, ist jedoch so belastend, daß jeder Zweifel an der Täterschaft des Schultheiß ausgeschlossen ist.
Die Meldung eines hiesigen Blattes, daß auch der Sohn der Mittäterschaft verdächtig ist, ist nach Mitteilungen her hiesigen Kriminalpolizei unzutreffend.
Frankfurt a. M„ 30. Ian. . Zu der Verhaftung des Mörders des Juweliers Grebenau, des mit langjährigem Zuchthaus vorbestraften „Einbrecherkönigs" Schultheiß aus Wisselsheim in Oberhessen, heißt es wester, daß der Mörder bereits im hiesigen Unter)uchungsgefängnis ein»
geliefert worden ist. Er wurde den ganzen Tag über vernommen, leugnet aber ttotz der erdrückenden Indizienbeweise hartnäckig, die Tat begangen zu haben. An dem Wordtage hielt er sich, wie er auch bereits zugegeben hat. den ganzen Tag über in Frankfurt auf; jedoch kann er über seinen Aufenthalt in der in Frage kommenden Zeit von 9—12 Uhr sein Alibi nicht erbringen. Er gibt an. die blutbefleckten Kleider seien auf Aasenbluten zurück- zuführen. Außerdem hat Schultheiß bereits zugegeben, daß er im Besitz eines Revolvers war, den er aber fvrtgeworfen habe. Am morgigen Tage wird das Ber- hör am Tatort selbst festgesetzt. Der gleichfalls mitverhaftete etwa 20jährige Sohn des Mörders, der ursprünglich mitverhaftet worden war, wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.
Der „Einbrecherkönig" Schultheiß. — Das Larleben des Mörders.
Frankfurt a. M., 30. Ian. Zur Festnahme des Mörders des Juweliers Grebenau werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Der, Installateur, Johann Friedrich Schtzftheiß ist feit Jahren durch seine Einbrüche''eine -Plage der Frankfurter Geschäftswelt- Schultheiß arbeitete feiner Zeit mit dem aus Zuschlägen im Kreise Dillingen gebürtigen Ingenieur Johann Heinrich Satter zusammen, die beide durch
(S-rljechms ft«6$ Seite L) *
Ni« fiefwmN-Ntrhnndlnngen
Paris. 29. Jan. Die Havasageniur gibt bekannt, das Interalliierte Militärkomitee sei heute vormittag nicht zusammengetreten, weil die deutschen Sachver» tänbiflen noch nicht ihre endgültigen In- truktionen über die Befestigungen an der Ostgrenze erhalten hätten. Unter diesen Umständen sei es wahrscheinlich datz das Interalliierte Militärkomitee erst am morgigen Sonntag zusammentreten werde. Be. reits jetzt sei eine Sitzung der Botschafterkonferenz für Montag vorgesehen.
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Die Verhandlungen des Versailler Milt« tärkomitees sind zwar noch nicht zu einem endgültigen Abschluß gelangt, doch^sieht anscheinend das Militärkomitee die Frage der Erhaltung oder der Zerstörung der Befestigungsanlagen an der deutschen Ostgrenze als gelöst an. Meinungsverschiedenheiten bestehen lediglich in der Frage, ob das Berliner Kabinett bereit sein wird, Verpflichtungen für die Folgezeit zu übernehmen oder nicht. In dieser Verpflichtung hätte die Deutsche Regierung feierlich zu erklären, datz sämtliche Arbeiten, die sich nicht auf den Karten und Plänen der alliierten Militärsachverständigen verzeich, net fänden, unwiderruflich zu zerstören seien. Um das Ungeheuerliche dieser Verpflichtung zu erkennen, hat man sich zu vergegenwärtigen, datz- sie nichts Geringeres vorsieht, als die Beseitigung aller Veränderungen der Befestigungsanlagen 'an unserer Ostgrenze, soweit sie seit Beginn des Jahres 1920 vorgenommen worden sind. Was. zu besagen hätte, datz fast alle äußeren Befestigungsanlagen im offenen Gelände zerstört werden muffen. Wan wird mit umso größerer Spannung der Reichsregierung entgegenzusehen haben, als sie die erste außenpolitische Tat der neugebildeten bürgerlichen Mehrheitsregierung sein dürfte.
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Am Sonnabend wurde in Berlin vom Preutz. Landwirtschaftsminister Dr Steiger die „Grüne Woche" die bekannte große Ausstellung der Deutschen Landwirtschaft eröffnet. Im Gegensatz zum Vorjahre hat diese Ausstellung diesmal eine wesentliche Vergrößerung erfahren. Alle führenden Fachorganisationen der Land- und Forstwirtschaft haben sich an dem Aufbau beteiligt.
Bei einem Gang durch die Ausstellung begegnet man zuerst dem großen Stand der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, auf dem klar und übersichtlich die Bedeutung dieser Organisation mit ihren einzelnen Unterabteilungen, wie Saatstelle, Düngerstelle, Gerätestelle, Baustelle u. a gezeigt wird. Rechts und links davon liegt der Stand des Reichslandbundes und der Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg, auf denen die Bedeutung der Viehzucht, Schädlingsbekämpfung, Milchkontrolle usw. gezeigt wird. Die nächsten Stände werden eingenommen von dem Saatenmarkt der D. L G. und der Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht, welche die maßgebenden Saatzüchter Deutschlands zusammenfaßt. Auf einem weiteren Stand zeigt die Brandenburgische Berujtz- SGenossenschaft an Hand von Maschinen und tatistischem Material die vorbeugende Bedeutung der Unfallverhütung gerade auf dem Lande, wo der Arzt nur schwer und meist erst nach langer Zeit zu erreichen ist.
Diese Ausstellungsgegenstände werden in der Reuen Autohalle vorgeführt. In der Funkhalle sehen wir zuerst die Abteilung Gardenbau, in der der „Reichsverband des des deuffchen Gartenbaues" die Erzeugung, Pftege, Verpackung, und richtige Versendung des Obstes und Gemüses zeigt. Ter Provinzialverband im Reichsverband der Kleingartenvereine zeigt die Bedeutung des Gartenbaues gerade für unsere Großstädte und die Wichtigkeit der, Pftege des Kleingartens für Die städtische Bevölkerung. Neben der Imkerei fehlt auch bet Seidenbau nicht. In der Abteilung Forstwirtschaft zeigt in einer besonder» großartigen wissenschaftlichen Ausstellung die Forstliche Hochschule Eberswalde dem Aaldbesitzer die wissentch^ttichen Erfahrung«« auf dem Ge«