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Obwohl gestern im Laufe de, Tages oou

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St. B 62. anfirg, Marburg a. 8nho

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tag abend zu beenden, da bei der inzwischen eiogetretenrn Vertagung des Reichstag, di« Fraktionen nur sehr schwer vollzählig beisam­men grhalteu werde« können, träte« in de« sväten Abendstunde« neue Schwierigkeiten ei«. Uetet di« sachliche« Gesichtspunkte war ei«r völlige Eiaiguug erzielt worden, doch bildete die Verteilung der Ministerfitze de« Gegen-

ÄberlMsche 3cituna

I gungsprotokolls, das von den Deutschnatio- , I nalen und den Zentrumsvertretern aus- gearbeitet wurde, ist lediglich als ein aller­dings mißglückter Versuch zu bewerten, noch in letzter Stunde, die glücklich zusammen­gefügte bürgerliche Mehrheitskoalition wie­der zu Fall zu bringen. Dieser Sabotage­versuch basiert nicht nur auf einer geradezu I unglaublichen Indiskretion gewisser Mit- I glieder des linksorientierten Zentrums, er stellt auch einen Vertrauensbruch dar, wie er peinlicher selbst in der abwechslungs- reichen Geschichte des deutschen Parlamen- I tarismus kaum zu verzeichnen sein dürfte.

Am das Anglaubliche des Verhaltens die­ser demokratischen Störenfriede zu erkennen, hat man sich zu vergegenwärtigen, daß die Wiedergabe der Richtlinien in den demokratischen Parteizeitungcn lückenhaft erfolgte, Wesentliches und Anwesentliches aus dem Zusammenhang des Wortlautes I in einer Weise herausriß, die den wahren Sinn der Einigungsformulierung zum Teil I abschwächte, zum Teil ins Gegenteil umbog.

Immerhin ist festzustellen: die Störungs­versuche sind mißglückt! Im Gegenteil

I konnte man sich im Verlauf des Tages hinreichend davon überzeugen, daß die Ent­rüstung, die sich innerhalb der Kreise der Deutschnationalen und des Zentrums über die Veröffentlichung bemerkbar machte, und in sich in einer Weise Luft verschaffte, die der endlichen Bildung des Kabinettes nicht gerade abträglich ist. Der Wille in den Kreisen der Deutschnationalen und des

I Zentrums, unter allen Amständen zu einer Einigung zu kommen, ist heute, und nicht zum mindesten dank des unglaublichen Ver- trauensbruches, stärker ausgeprägt als je.

I Gewiß, es bestehen noch einige Meinungs­verschiedenheiten über die Kräfteverteilung

I im kommenden Kabinett. Aber da man in allen Fraktionen der neuen Regierungs-

I koalition des festen Willens ist, die Grund­lage der Einigung nicht an personellen

I Fragen scheitern zu lassen, so darf man I Bestimmtheit damit rechnen,

I aaß vielleicht schon in den nächsten ©tun» s n Marx dem Reichspräsidenten davon Mitteilung machen wird, daß seine Mission zu einem allgemeinen befriedi­genden Ergebnis gelangt ist.

Die Erklärung der Demokraten

Berlin, 27. Jan. Die demokratische Reichstagsfraktion hat einstimmig beschlos-

jen- stch an der Kabinettsbildung nicht zu beteiligen.

...^ie demokratische Reichstagsfraktion ver- osfentlicht folgende Erklärung' Die Deu - lche Demokratische Fraktion bedauert, daß °,e Verhandlungen über eine Koalition 6er Mitte vom Reichskanzler Dr. Marx vorzeitig abgebrochen worden sind. Erne tragsahige Koalition der Mitte hätte sich auf Grund des Zentrumsmanifestes bilden lassen, vre ist ebenso wie die Große Koa-

alle« Beteiligte« in Aussicht genommen war, hie Kabinettsbildung unbedingt am Donners-

fcaten ihre Beteiligung an der Kabinetts- inlöung abgelehnt und die übrigen an den Verhandlungen beteiligten Fraktionen die Be­ratungen der Richtlinien abgeschlossen hat- ten, konnte Dr. Marx nachmittags die Ver­handlungen über die Zusammensetzung ferner Regierung einleiten.

Schluß der Plenarsitzung hatte er zunächst eure Besprechung mit den Vertretern des Zentrums und der Deutschen Volkspartei über die Verteilung der Ministersitze an die etngemen Parteien. Darauf fanden weitere Besprechungen mit den Vertretern der Deutsch- nationalen statt.

Freitag, toi 28. ganoat 1927

Dw .MeeMflffr Zeitung- «e» scheint sechsmal wSchentttch. Vs» zngSpreiS monatlich 2 SM. a«S- schließl. Zustellungsgebühr. durch tztePostLrtz SM.Füi etwa tx folgt Srneiko. Maschinen defekt« obtt «fcaiwtom «reignlff, ausfallende Rammet« wird kein Ersatz g«. kiM Verlag d. Dr. 5. Kitzervlh. Druck der Univ.-Buchdrucke«i 6. Zod. Aug. Koch, Markt 21/23. Aerustzrecherr Rr. 54. n. Rr. 65. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 6016. Sprechzeit to Redaktion don 1011 und M1 Uhr.

Ein Knbinctt «dm StmekwlkN

Ist Verteilung der Ministerien noch nicht entschieden

stand langwieriger Verhandlungen. Die Deutsch- nationalen beanspruchten, wie das Rachrichten- bsiro des Vereins deutscher Zeitungsoerleger

Marburger TageSanzelm

W:e das Rachrichtenbüro des BDZ. hört, halt man gegenwärtig in parlamentarischen Kreisen folgende Verteilung der Minister» kür wahrscheinlich: Deutschnationale 4 ©itje (Inneres, Justiz, Landwirtschaft, Der- kehr-: Zentrum 4 Sitze (Kanzler, Finanzen, Arbeit, besetzte Gebiete): Deutsche Volkspartei 2 Sitze (Außenpolitik und Wirtschaft). Poft- unb Wehrministerium werden wahrscheinläh in den Händen von Stingl (Bayer. Vpt.) und Dr. Dehler (Dem.) bleiben.

Manama und die vereinigten Staaten. A Washington, 28. Ja«. Die 'tionalversammlnng der mittelameri- ^!chen Republik Panama hat eine Ent­ziehung augenommeu, in der eine 9b. *»unfl des zwischen Panama und den Einigte« Staaten abgeschlossene« Ser» *** gefordert wird. Der Bertrag zwi» ** den Bereinigten Staate« verpflichtet lll8mo» sich auf die Seite der vereinigte« ^te« z« stellen, wenn diese in einen *! verwickelt werden.

England in Wna isoliert

Abtransport weiterer britischer Truppe« nach China.

ft. London, 28. Januar. Heute und morgen werden 8400 Offiziere und Mann­schaften von London und aus Southampton I nach China abfahren.

Ein englisch-s Memorandum an die auslän­dischen Vertreter in Peking.

sk. London, 28. Jan. S n Blättern aus Peking zufolge hat der britische Gesandte den Gesandte- der vereinigten Staaten, Frank­reichs, Italiens und Japans ein Memorandum übersandt, worin et auf die Möglichkeit einer baldigen fremdenfeindlichen Bewegung in Schanghai hinweist und die Aufstellung eines gemeinsamen Planes für die Verteidigung der «nslandsniederlassunge« niet L'nmziehnng der dort versammelten Kriegsschiffe und Ma- rinetmppe« der bewaffneten Staate« -t- Mjlägt. Die Gesandte« haben nach einer Prü- stmg dieses Memorandums ihre Regierungen telegrapy.,ch um Anweisungen ersucht.

Keine Beteiligung der Dominien an der englischen Aktion.

' TA. London, 27. Jan. Dasaustra- sischs Kabinett hat beschlossen, vor­läufig keine Aktion gegen China m unternehmen. Wie aus Montreal ge­neidet wird, betont man in Kreisen, die kanadischen Regierung nahestehen,' daß fc Falle ernstlicher Verwicklungen tm »men Osten Großbritannien feines« WaHs auf irgendwelche militärische Wder andere Hilfe von Kanada ^chnen dürfe. Kanada wisse wohl, daß England in China allein dastehe und auch «n den eigenen Dominien verlassen sei, «ß Kanada es aber mit seinen Grund- itzen nicht vereinbaren könne, sich in -hin« einzumischen.

Der Vollzugsausschuß des südafri­kanischen Gewerkschaftskon, fresses erklärte nach einer Meldung >us Johannisburg seine restlose Sympal hie »t den Chinesen in ihrem Kampf um Be- itigung des Joches der ausländischen usbeutung. und verurteilte jede '«litik militärischer Inter- »r n t i o n.

Die Lage in Schanghai.

tote?? £2 ^-2an.Daily Mail" be- ^tet aus Schanghai: Der am nächsten Mitt- «ch begmnenden Reuiahrszeit wird mit eini- Besorgnis entgegengesehen. Bolschewrsti- . Agent«! smd aus Kanton eingetrosten ^rsonen, dte bei Verbrechen auf frischer «tt ertappt werden, werden hingerichtet.

Berichterstatter des .Daily Telegraph" « Schanghai meldet: Der kantonesische Außen- Tschen erklärte, Großbritannien be- »stchttge durch die Truppenzusammenziehung - Schanghai eine Atmosphäre zu schassen, .. V1, elnt Kriegserklärung Großbritanniens LA12.. revolutionären Heere führen kann. Trvhbritannien müsse daher die Deraniwor- M für irgend welche bedauerlichen Zwischen» m der Zukunft übernehmen. Der De» «vlerstatter meldet, daß die Haltung der 3a- Bet sowie die Darlegung der Politik der L/^yOteu Staaten Großbritannien in den I liSrta rr den Hauptangreifer I

Jetzt endlich ist sich die Reichstags­fraktion der demokratischen Partei nach langem merklichen Zögern darüber schlüssig geworden, daß sie auf keinen Fall an einem Kabinett sich beteiligen kann, an dem auch die Deutschnationalen teilnehmen. Dieser ablehnende Beschluß der Demokra­ten wirkt insofern erleichternd auf die Msung der Krise hin, als nunmehr der Weg zur endgültigen Zusammensetzung der neuen Reichsregierung frei geworden ist. Wenn es dem Reichskanzler Dr. Marx auch gestern noch nicht gelang, die ihm vom Reichspräsidenten von Hindenburg über- ttagene Aufgabe endgültig zum Abschluß zu bringen, so dürfte der Grund für dieses wettere Hinauszögern des Krisenendes mehr in gewissen Sabotageversuchen zu suchen sein, als in Meinungsverschiedenheiten zwi­schen den für die Koalition in Frage stim­menden Parteien. Dir Veröffentlichung, oder besser gesagt, die auszugsweise Wiedergabe der Richtlinien und des Eini-

änberung der zwischen Zentrum, Deutsch- Bundes

.TZ ;,», -1,**'' Berlin. 27. San. Unter starte, Be.

»elenten Richtlinien Ie> nicht zn den. I teiligunn fand hellte die Bertreiertagllna ke« . Das Gegenteil ist richtig. I des Deutschen Bauerbundes statt, der etwa Der Reichskanzler hat den Vertretern der I 140000 Mitglieder zählt. Unter ten demokratischen Fraktion ausdrücklich er- befanden sich zahlreiche Vertreter

klärt daß falls Menberu«»#« der Regierung, verwandter Verufsgemein-

kini-n «enderungen der Richt- schäften, ferner Abgeordnete der Deutschen

Unten gewünscht wurden. einer Besprechung Volkspartei, der Deutschnationalen Volks-

barüber mit den andere« Fraktionen I Partei, der Demokraten, des Bayerischen nichts im Wege stehe. Bauernbundes und der Wirtschaftlichen

,, ,, , Vereinigung. Rach einer Begrüßungsan,

Die Kabinettsbildung nicht beruhet I spräche des Vorstandsmitgliedes und Berlin, 27. 3an. Nachdem die Demo- I Reichstagsabgeordneten Landwirt Wester- ----- mann sDV.) und Erstattung des Jahres.

berichtes folgte eine lebhafte Aussprache, die zur Annahme einer Entschließung führte. In dieser wurde zur Handels- una I volitik die Forderung erhoben, die land- Rach I wirtschaftliche Produktion int Inlands zu fördern und damit Arbeit zu schaffen. Bei den Handelsverträgen müßten die Jnter-

I essen der bäuerlichen Landwirtschaft mit allein Nachdruck vertreten werden. Wei­terhin erblickt die Vertreterversammlung in der Erhaltung und Ernährung des deutschen Bauernstandes in den dünnbe­siedelten Provinzen, vor allem an der Ost­grenze, eine staatspolitische Aufgabe von großer Bedeutung und hält die baldige Gründung einer staatlichen Renten­bank zur Unterstützung der Siedlungs­arbeit für unbedingt notwendig. Im Zu­sammenhang hiermit wird eine Neurege­lung des Pachtrechtes verlangt. In der Entschließung wird ferner Berücksichtiaung der bäuerlichen Landwirtschaft bei der Er­nennung von Sachverständigen für die ein­schlägigen Fragen in den Körperschaften gefordert. Zur Kreditfrage wird unter Hinweis auf die starke Verschuldung der Landwirtschaft, eine g.eignete Kredit­politik der Regierung angestrebt. Zur Steuerfrage schließlich wurde eine weitere Herabsetzung der gesamten Steuer­last. Durchführung einer Verwaltunas- reform mit dem Ziele einer erheblichen Verbilligung der Gesamtverwaltung und Verminderung bet Einkommenbesteuerung für notwendig erachtet.

hört, »«nächst als 4. Sitz da» Berkehrsmini- sterium. Hiergegen erhob jedoch die Deutsche Bolksvartei Einspruch, da diese Fraktion dann nur über zwei Ministerposten verfügen würde. Die Deutschnationalen erklärten, daß sie durch- au» nicht unbedingt Wert auf das Verkehrs- lition daran gescheitert, daß starke Kräfte Ministerium legten daß sie dafür vielmehr da­

un er Ablehnung aller anderen Möglich- Finanzministerin« mit einem Dentschnatio-

ketten von vornherein auf dte Rechtsre-

gierung hingearbeitet haben. , " Wif,en """"en. Mit dieser Re.

. .. _ ,,, gelang war aber das Zentrum, dessen Fraktion

Die Rtchtlinten. dte mit den Deutsch- I be« ganze« Abend über versammelt war, nicht nationalen Opposition gegen die Außen- ®ee 3entrnms "«bedingt von einem

Politik von Rathenau bis Stresemann. 3e«trum»man« verwaltet werden müßte. S-ach Innenpolitisch bedeuten sie, wen« sie auch I 10 ^br abends versuchte noch einmal eine hinter dem Zentrumsmanifest zurückblei- I deutschnationale Ler'andlungskommisfion in den. eine Anerkennung der Republik und einer Besprechung mir de« Reichskanzler 3t. den Schutz ihrer Symbole, während bisher I Marr, diese Streitfrage ans der Welt zu schaf- der Staatsform und den Farben Schwarz- fett, worin sie jedoch nochmals betonte, daß sie eStei9Tt °« ®iet Minifterpoften festhalten müsse. Da je-

einer Reform be® Reichswehr"' SentB! bee "gerückten Stunde feine Eini. weitgehende Versprechungen in unserem ! """" "^elen war, ve. ragten die F rk. Sinne gemacht. Dagegen weisen die ohne tfone« Zustimmung des Reichskanzlers die

unsere Mitwirkung festgestellten Richt- weiteren Verhandlungen darüber auf Freitag linien auf dem Gebiete der Schule eine I vormittag. Um u Uhr werden die beteiligte« unerträgliche Einseitigkeit auf. I Fraktionen zu interfraktionellen Verhandlungen

lufammentreten. Weiter werden die Deutsch, Kanter gegen nationalen und die Deutsche Bolksvartei

StiWiinM» eigene Fraktionsfitzungen abhalfen, während

Mrunkr Lügemlm da« 3e*trnm feine Mft-lieder für 12 Uhr zu. Berlin, 27. Ja«. DasBerliner fammenbernfett bat. Biel beachtet wurde noch Tageblatt" bringt in seiner Mummet 45 I tine Erklärung der Dentschnationalen Reichs- einen Bericht über die Unterredung des I iagsfrakfion, daß die in der gegnerischen sowie Herrn Reichskanzlers mit den Vertreter« I eiFe" Dresse verbreiteten Nachrichten über der demokratische« Fraktion, der in ^nhalt nnd E«fftehung der Richtlinien nicht wesentlichen Teilen de« T a t s a ch e n ! -

nicht entspricht. So ist es insbeson» I "

Hetlrtftttagung m Saum .