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Montag.

en 24. Zannar 1927

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Uetni fett «mal wtchrntttch. ye- rt-epteW monatlich 2 TM. au* Zustellungsgebühr, durch 2e«,flLLS SM.Aür etwa infolge gtteRt, Waschtnendefekte oder ^eflttaret Lretgnlste ausfallend« Kümmern wird kein Ersatz g* leiflet. Verlag d. Dr. 5 Kltzervlh, frgä der Untd.-Vuchdnukerel b.

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(,11 Uhr.

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flnzeigerfuridasstüher kurhessMe)<vberhesserp<- Amtliches VerKündigungsblatt für dkreisikiarbmg

kliglWo rruvvrnkrmenlraltvn in Wan

London. 22. San. Wie das Kriegs» «t mitteilt, find vier Bataillone aus nflfanb nach China abkommandiert wot» tn, nachdem fie durch Mannschaften der srmeereserve verstärkt worden find.

Hongkong, 23. Jan. Drei Kom« agnien des indischen Pundschab-Regi- irnts gehen morgen nach Schanghai ab.

K a l k u t t a. 23. Jan. Einer Blatter- lkldung zufolge hat die Regierung zwei sampfer für Truppentransporte von Kal- itta nach China gechartert. Einem un« tätigten Gerücht zufolge wird die 20 rigade bald in Kalkutta eingeschifft wer-

«nm lehnt ein britisches Gesuch um Waffen« Hilke ab.

kk. London, 24. Jan. Einer Agentur- ildung aus Tokio russige hat Javan die een »hbritannien nachgesuchte Silke zur Wieder« ftellung seiner verlorenen Stellung am -ngtsekluh abgelehnt, da Japan mitt« ische Demonstrationen, die aus Gewalt- veudung «deuten, zu vermeiden wünsche.

k. London, 24. Jan. Laut «Daily Er« eh» erwartet man das EinrvSen der »tionalistischrn Truvven in changhai in etwa 3 Wochen. In ttlicheu englischen Kreisen bekürchtet «an, h die Ankunft der KantoNtrupven Ausschrei- n»en des Mobs mit sich bringen werd«, 'n i kommenden Woche werde das Kabinett fieer zusammentreten.

»ur Reglewngsbwung

Die Besprechungen, die Relchs- tzler Dr. Marx Sonnabend nachmittag t den Führern der Parteien einleitete, trafen wie das B. D. Z.-Büro hört, zu» -kfft nur die sachliche Möglichkeit der ildung einer bürgerlichen Mehr» eitsregierung. Aeber Personenfra» n wurde heute noch nicht gesprochen. Die emvkraten Koch, Erkelenz und Dr. Haas, k der Reichskanzler zuerst empfing, mach» 9 Dr. Marx Mitteilungen von dem demo- atischen Fraktivnsbeschluh, der- es für mschenswert hält, daß der Inhalt oes änifestes der Zentrumsfraktivn allen arteten, auch den Sozialdemokraten, vor» legt würde, damit sie die Möglichkeit lben, sich dazu zu äußern. Reichskanzler r. Marx hat, wie verlautet, diese Anre- >ag wohlwollend ausgenommen und sich dem Sinne geäußert, daß er selbst schon Miche Absichten gehabt habe. Auf seine >*ge, ob die Demokraten sich an der von A beabsichtigten Regierungsbildung be» >ügen würden, wurde ihm, wie das D. D. "Büro weiter hört, von den demokrati» tu Führern geantwortet, baß sie zu ^Handlungen bereit seien, falls die Rickst- üen des Zentrums von allen in der Re­ttung vertretenen Parteien als Mindest- vgramm anerkannt würden. Der dann A Reichskanzler empfangene Führer der Frischen Bolkspartei sagte Dr. Marx die Heiligung seiner Fraktion an der Regie- ngsmehrheit zu. Der Reichskanzler emp» *0 dann als Vertreter der deutschnatio- len Reichstagsfraktion die Herren Graf >rstarp, Wallraf und Bruhn.

Nie das Nachrichtenbüro des Vereins sicher Zeitungsverleger aus parlamen- ^ischen Kreisen hört, betrachten die lltschnationalen die vom Zentrum auf- kllten Richtlinien als ein Partei« ogramm der Zentrumspar, l- Sie erwarten daß Reichskanzler Marx nunmehr seine Berhandlungen einem eigenen Programm aufnehmen

Sie sehen deshalb vorläufig kernen «st, fich mit den vom Zentrum aufge» "en Richtlinien, die nur ein Partei- bedeuten, eingehend zu beschäs-

Segen -le Röumung -es Welnlan-es Erst Ausbau der srmMchkn Seltnngen und SnreSnIerm

fk. Paris, 24. Jan. Am gestrigen Senn» tag veranstaltete die republikanische Sebera« tien in Soi-t Etienne eine politische K^n« ferenj, in bei der Delegierte Sonlier gegen die Aufgabe des Rheinlandes sprach. Er erklärte u. a.: Die Rheinlandsranmnng könne erst in Erwägung gezogen werden, wenn die fran- ,ösischen Festungen gegen Deutschland genügend ausgebaut und die nette Seererreform dnrchgeführt seien.

Einen Beweis dafür, wie die Feinde der Briandschen Annäherungsvolitik arbeiten, lie­ferte gestern der ehemalige Kriegsminister M a g i n o t, der der intimste Freund Poin- cares gewesen ist. Er äußert sich im Rahmen der vomEcho de Paris" angestellten Rund­frage Über die Frage der vorzeitigen Rhein­landräumung und erklärt u. a.: Es gebe über­haupt keine wirtschaftlichen und finanziellen Vorteile, die eine Licherheitsgarantie, eine Aussicht, den Krieg zu vermeiden, aufwiegen könnte.

Seine Sicherheitsgarantie sei so viel wert, wie die Beibehaltung der Besetzung 1

Rheinlandes.

Die Zurücknahme der französischen Truppen gegen die Einrichtung einer interalliierten Svezialkontrollkommission im besetzten Gebiet auszutauschen, werde nur ein Geschäft sein, bei dem die Franzosen getäuscht würden. Sie würden eine tatsächliche Garantie gegen eine Illusion austauschen.

Maginot erklärte schließlich int Namen seiner politischen Freunde, er sei nicht Gegner einer deutsch-französischen Annäherungsvoltttk. Man sehe in ihr im Gegenteil die Sicherheit und unerläßliche Grundlage für den euro­päischen Frieden. Wir wären aber leichtgläu­bige Menschen oder Feiglinge, wenn wir die Vergangenheit vergeßen wollten.

Der radikale Abg. Chaumi^ beschäf­tigt sich imParis Soir" mit der Agita­tion betreffend die vorzeitige Räumung des linken Rheinufers. Er beklagt, daß Frankreich nicht in der Lage sei, selbst die Jnitative zur Räumung zu ergreifen. In dieser wie in vielen anderen Fragen nehme man eben eine passive Haltung ein. Alle Regierungen, so erklärt er, die nach dem Waffenstillstand aufeinander folgten, haben weder unsere Grenzen noch unser Heer organisiert. Unsere Sicherheit ist nicht an die Besatzung von Mainz gebunden, wir müsien sie in uns selbst finden und die 15 Jahre Wacht am Rhein hätten uns ge­statten sollen, unsere Defensierung richtig zu organisieren. Welche Schwäche unserer Politik ist es, daß wir ein Pfand in Hän­den haben müsien, desien Wert in jedem Jahre gekürzt wird! Das besetzte Rhein­land ist ja nur eine Sicherheitsgarantie wegen des Mangels an Organisation un­serer Grenzen und unseres Heeres. Daraus erklären sich die augenblicklichen Schwierig­keiten unserer Autzenpolitik.

Nachdem der Reichskanzler die Zen­trumsmitglieder Abg. v. Eu^rard und Stegerwald kurz über seine bisherigen Verhandlungen unterrichtet hatte, schloh er die Besprechungen ab. ch

Bekanntlich will sich der Reichstag am Mittwoch den 26. Januar wegen der Thüringer Wahlen bis zum 2. Februar vertagen. Es wird erwartet, daß die neue Regierung sich am 3. oder 4. Februar dem Reichstage vorstellen wird.

Sie SerWutiotn mit den

ItMienaltn

Den Montagsblättern zufolge wirb in po­litischen Kreisen angenommen, baß Dr. Marx gestern die Grundzuge des Regierungspro­gramms ausgearbeitet habe, über das er heute mit den deutschnativnalen Ber- tretern verhandeln werde. Die Montags» post will wissen, daß Dr. Marx den deutsch- nationalen Unterhändlern ganz konkrete Fragen über Republik, Verfassung, Reichs­wehr und Außenpolitik vorlegen werde. Wie der Montag mitteilt, sind von den Deutsch­nationalen die Abgeordneten Graf Westarp, Wallraf, Rippel, v. Goldacker und Treviranus zu Unterhändlern beftimmt worden. Das letzgenannte Vlatt nimmt an, daß auch Dr. Brauns und Dr. Strefe» mann zugegen sein werden. Auch mit den Sozialdemokraten dürste Dr. Marx noch einmal Rücksprache nehmen.

Sa- Urteil gegen die totalem,then «erildwöm

Paris, 22. Jan. Heute abend wurde in der Angelegenheit des katalanischen Komplottes das Urteil gefällt. Oberst Maria und Riciotti Garibaldi erhielten wegen verbotenen Waffenbesitzes je zwei Monate Gefängnis und je 100 Franken Geldstrafe, die übrigen Angeklagten wegen gleichen Vergehens sämtliche Katalo­nier mit Ausnahme des Italieners Riz- zoli je einen Monat Gefängnis und je 50 Franken Geldstrafe und zwar alle ohne Bewährungsfrist. Die Strafen gelten als durch die Untersuchungshaft verbüßt. Die Angeklagten werden demnächst in Freiheit gesetzt werden. In der Urteilsbegründung wird erklärt, daß Earribaldis Teilnahme an dem Komplott nicht erwiesen sei und er deshalb in diesem Punkte freizusprechen fei..

SeiiWer SetsMtng

Berlin. 22. Jan. Das Haus ist sehr schwach besetzt und setzt die zweite Be­ratung des Gesetzentwurfes zur Be­kämpfung der Geschlechtskrankheiten fort. Nach kurzen Bemerkungen wird die Einzel­beratung auf Montag 4 Uhr vertagt.

UrriiMek Landtag

Berlin. 22. Jan. In der heutigen Plenarsitzung wird die Beratung des Wohlfahrtshaushalts fortgesetzt, in der sich sämtliche Redner einig find. Die So­zialdemokraten treten besonders für die Kleinkinderfürsorge und den Ausbau des Krankenversicherungswesens ein. Das Haus vertagt gegen 4 Uhr die Weiterbe­ratung auf Montag.

Protest der Danziger Eisenbahnen gegen die polnische Sprachenverordnung.

Danzig, 22. Januar. Gestern abend haben die Vertreter der beiden deutschen Eisenbahngewerkschaften in Danzig 'beim Präsidenten der Staatsbahndirektion ge­gen die Herausgabe der Sprachenverord­nung schärfsten Protest eingelegt. Der Präsident der Staatsbahndirektion konnte eine grundsätzliche Aenderung der Verord­nung nicht zusagen, da fie seiner Meinung nach den Entscheidungen des Völkerbunds- kommisiars in keiner Weise zuwiderlaufe. Eine endgültige Regelung der Angelegen­heit würde also durch den Danziger Senat erfolgen müsien.

Heinrich Sklarz verhaftet.

Berlin, 22. Jan. Wie derLokal­anzeiger meldet, ist Heinrich Sklarz gestern abend von der Kriminalpolizei we­gen Betrugs fest genommen und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden.

Siebte ner.

kk. Güter,! oh. 24. San. Lei einem Grotzkeuer wurden die Anlagen der Fleisch- warenfabrik von Bogt u. Wolf A.G. Mir SSlfte zerstört. , .

Sie wlrtMWche Zukunft des Balkans

Don Theodor Blank-Sofia.

Die Wirtschaft der Staaten, die auf dem engen Raume der DalLlnhalbinfel zusam- mengeßrängt sind, hat seit Jahren mit außer­ordentlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Diese sind zweifellos die Folge der schweren Schädi­gungen durch die letzten Kriege, den Ballon» und den Weltkrieg, die, den besonderen Der» hältnisfen des Balkans entsprechend, sehr stark zur Auswirkung kamen. Die Geißel dies« Kriege traf die Dallanvöller in einem Sta­dium wirtschaftlicher Entwicklung, in wel­chem sich zwar ihre mannigfachen Kräfte lang­sam zu regen begannen, eine sichere, durch äußere oder innere Erschütterungen unzer­störbare Grundlage aber noch nicht geschaffen war . Ferner darf man nickst vergessen, daß auch 6er Weltkrieg sich historisch auf dem Boden des Balkans selbst abspielte und viel«» orts große Zerstörungen anrichtete. Und endlich mutzte sich der Derlust wirtschaftlicher Werte bei der allgemeinen Armut an Ka­pital, an Mitteln überhaupt, in um so schwe­rerer Weise auswirken.

Angesichts d« hierdurch bedingten unge­wöhnlich großen wirtschaftlichen Schwierigkei­ten. angesichts der hohen Forderungen um Kredit, um Kapital für den Ausbau der Dal» kanländer, ist die Frage angebracht: Werden die einzelnen Dallanländ« überhaupt im» stände fein, ein wirtschaftlich lebensfähige« Gebilde zu formen, sind in ihnen noch genü» gend ungenutzte Kräfte, materielle und ideelle, vorhanden, daß man auf ihre zu­künftige Entwicklung Hoffnung und Kapital setzen kann?

Der Westen Mitteleuropa und Ame­rika hat bisher gezögert, große Werte auf dem Ballon anzulegen. Es mag dies in dem mangelnden Dertrouen zur Festigung der in» net- und außenpolitischen Verhältnisse in den Balkanstaaten sowie zur Leistungsfähigkeit ihrer Bewohn« begründet gewesen fein. Run ab«, nachdem der Westen aus politischen Gründen und auf der Suche nach immer neuen Produktionsgebieten seine Augen mehr al» bisher nach Osten richtet, wird « sich un­bedingt mit dies« Frage beschäftigen müffen.

Es tfegt nahe, daß bei ihrer Entscheidung letzten Endes d« Umfang d« Reichtüm«, die im Btchen der Dalkanhalbinsel selbst ver­wurzelt find, den Ausschlag geben wird.

Dem wesentlichen Charakt« der Ballon- länd« als Agrarländer gemäß stehen die Werte .welche durch die Landwirtschaft au8ge- nutzt werden, im Vordergründe des Inter­esses . Sn dies« Hinsicht ist zunächst auf­fallend, daß die Ob«fläche des kultivierten Landes in den letzten zehn Jahren nicht an­genommen, sondern, wenn man sich auf die statistischen Angaben »«lassen darf, m«klich abgenommen hat, obwohl noch ausgedehnte Gebiete dafür zur Derfügung stehen. An Boden für neues Kulturland fehlt es also nicht. Fern« drängt es sich dem Beobacht« geradezu auf, in wmch hohem Matze die vor­handene landwirtschaftliche Produktion noch entwicklungsfähig ist. W« einmal mit eige­nen Augen gesehen hat, mit welch primitiven Methoden d« Dau« gewöhnlich auf dem Balkan arbeitet, wie ihm feine Armut nicht gestattet, sich auch nur die einfachsten Hilfs­mittel Nutzbar zu machen, die feine schwere Arbeit «leichtern könnten, ja wie skeptisch « andererseits auch allen Reuerungen, zum Beispiel d« Anwendung von Kunstdüng«, der rationellen Felderwirtschaft überhaupt, ae- genübersteht, dem wird es unmittelbar be- wutzt, wieviel Produktionskraft da noch ver­borgen liegt, die entwickelt werden könnte. Man kann getrost behaupten, daß die land­wirtschaftliche Produktion sich«lich noch auf wenigstens das Sinundeinhalbfache gefteig«t werden kann .wenn man die Arbeitsmethoden modernisiert und allen in Betracht kommenden Boden nutzbar macht.

Reben der Steigerungsfähigkeit der lanß- Wirischaftlichen Produktion ist die Möglich­keit der industriellen Entwicklung durch Aus­nutzung der sich darbietenden Möglichkeiten, wie um nur die wichtigsten zu nennen der Bodenschätze (Erze. Kohle, Petroleum), d« Waldungen, d« Wasserkräfte, von künftiger Bedeutung . Erze all« Sorten finden sich auf dem Balkan in großen mengen, und eine Reihe von Unternehmungen beschäftigt sich bereits mit d« Ausbeutung wenigstens eines Teile« Der reichsten Lag«. _ Für die ärmeren war an eine Ausbeutung überhaupt nicht zu denken ,da diese mit ein« ganzen Reihe von Fabrikationen verbunden werden müßte, um sich rentabel zu gestallen. CM .fei an bie ungeheuren Mengen von Shrom» erzen erinnert, die sich im jugoslawischen Ma»