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bisherigen Sondierungen. Angesichts Widerstände, aus die er bei diese« mühungen um die Bildung einet gierung der Mitte gestoßen ist, legte

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der Be. Re- drr

Die Regierung der Mitte gescheitert.

Berlin. 20. Jan. Amtlich wird mit, geteilt: Zn Fortführung der auf Bildung einer Regierung der Mitte gerich­tete« Bemühungen hatte heute morgen der Reichskanzler erneut eine eingehende Be­sprechung mit dem Führer der Fraktion der Deutschen Bolkspartei, dem Abgeordne­ten Scholz. Zn den Mittagsstunden er­stattete der Reichskanzler dem Reichspräsi­denten Bericht über das Ergebnis seiner

0.06 amtlich« and aus­wärtig« Anzeigen 0.10 SM. 8N schwierigem Satz sowie bet Platz- dorschrist SO»/. Aufschlag. - Sammel anzeig en 100 *t, A»P schlag. Reklamen der Milli» 0,40 SM. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch di« Geschäftsstelle »ad Zusendmig der Angebot«. 9f>

füllungsorl Marburg.

1 Soidmark --- Dollar.

Vor einer blirgerlichen Regiemng

Sr. Rmk erneut beaustravtSer ReinungSnmsMmg Im zenlnim

ObevheMche Zeitung

Reichskanzler den Austrag in die Hände des Reichspräsidenten zu.ück. Der Reichs­präsident hat sich seine weitere« Ent- schliehunge« Vorbehalten.

Ser Wei res ReMpMrenle»

! Berlin, 20. Januar. Der Reichs­präsident hat soeben den geschäftssühren- den Reichskanzler Dr. Marx erneut beauf­tragt, die Bemühungen um dre Bildung einer Regierung sortzusetzen. Der Auftrag wurde Dr. Marx in einem Schreiben über- mitte.t, das folgenden Wortlaut hat:

Sehr geehrter Herr Reichskauzler!

Die außen- und innerpoiitische Lage des Reichs erfordert eine arbeitsfähige und starke Regierung. Die Regierung wird am erfolgreichste« arbeite« können, wenn sie sich auf eine Mehrheit im Reichstag stützen kann. Die Bildung einer solchen Mehrheit unter Einschluß der Linken ist, zur Zeit wenigstens, nicht möglich: der Versuch zur Schaffung einer nur auf die mittleren Parteien gestütz­ten Regierung ist gescheitert. Ich richte nunmehr an Sie, Herr Reichskanzler, j das Ersuche-,

die Bi.dung einer Regierung auf der Grundlage einer Mehrheit der bürger­lichen Parteien des Reichstages mit tun­lichster Beschleunigung zu übernehmen.

®te ^Vberhesflsch« Zeitung" er» föeiai sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus» schlleiil. ZustellungSgebühr. durch dtePost2^S GM.Für etwa infolge Strelks. Maschlnendefekte »der tlretntattt Srelgntsse ausfallende -kümmern wird tete Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. 5 Hitzerotb» Druck der Unw.-Buchdruckerei 6. Zoh. Sog. Äoch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54 u. Rr. 55. Postscheckkonto! Amt Frankfurt e, W. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 mb

/» 11 Uhr.

I der Mitte eine bedenkliche Verwick­lung der po.itischen Lage. Damit ist ei« Zustand geschaffen, der große, staats- P o l i t i s ch e E e f a hr e « in sich schliefst und langer nicht mehr verant­wortet werden kann. Der erneute Ruf an die Zentrumsfraktion, die Regierungs­bildung führend zu beschleunigen, stellt die Fraktion vor eine überaus verant­wortliche Aufgabe. Bei der Inan­griffnahme dieser Ausgabe legt die Frak­tion Wert darauf, dem Lande gegen­über ihre auhen - und innenpoli- tischen Grundlinien unter Berück- nmngung der neu geschaffenen Sage klar herauszu stellen. Zu diesem Zweck wird die Fraktion am Freitag wie­der zusammentreten.

Die Vertagung der Zentrumssitzunq war, rote das Nachrichtenbüro des VDZ. erfahrt, dadurch «Stig geworden, daß die Fraktion als solche beabsichtigt, zunächst mit der D e u t s ch n a t i o n a l e» B o l ks- p ®1e *e { Fühlung zu nehmen, um fest- iustellen, inwieweit die Dentschnationaken bereit sind, den vom Zentramsfrak- tionsvorftand an fgestellte« Rrchtlinten zu entsprechen, von dem Ausgang dieser Verhandlungen wird es abhangen, ob das Zentrum »uter Führung des Reichskanzlers Dr.

brr vom Reichspräsidenten äuge- strebte «abiuettsbildun« über- nehmen wird.

toi y. Zkmar 1917

Degenseite manches andern. Die Sozial- demokraten, die bisher aus außenpolitischen Dründen der bisherigen Mittelregierung gegenüber eine gewisse Tolleranz geübt h^ben. üußern die Absicht, dem Kabinett des Bürgerblocks stärkste Opposition zu machen.

Ich appelliere gleichzeitig an die hierfür I in Frage kommenden Fraktionen des Reichstages, persönliche Bedenken und I Verschiedenheiten der Anschauungen im Jnteresie des Vaterlandes beiseite zu stel­len. sich zur Mitarbeit unter ihrer Füh­rung zusammen zu schließen und sich hin. ter einer Regierung zu vereinigen, die ent- schlossen ist, nicht für und nicht gegen ein­zelne Parteien, sondern getreu der Ber- I fasiung für das Wohl des Vaterlandes zu arbeiten. Diese neue Reai?rung soll, wenn ihr auch Vertreter der Linksparteien nicht angehören, dennoch die besondere Pflicht haben, in gleicher Weise die anderen ! «taatsnotweadigkeiten, die berechtigten Jnteresie« der breiten Arbeitermasien zu wahren und. in dem Bestreben, dem qe, samten deutschen Volke in all seinen Schich. te« zu dienen, d.e vor uns stehende« wich­tigen politischen. wirtschaftlichen und sozia­len Ausgaben löse«.

Mit der Versicherung meiner besondere« Wertschätzung bi« ich Ihr ergebener

sgez.) v-aHindenburg.-

Heute zeninmSsitzmo

Zunächst verhandlunge» mit de«

Deutschnationale«.

Die Fraktionssttzung des Zen trums endete um 9K Uhr. Es wurde folgende Mitteilung ausgegeben:

Die Zentrumsfraktio« des Reichstages hat am heutige« Abe«d Berichte über die St>l»rS6,n>."S »ntgegengenomme«. See erblickt in de« Scheitern der «o» ihr Mt «lew Ernst ans«strebte« Regierung J

!®e,nn die acht Tage der letzten Mission Marx atich ergebnislos verliefen, so brach, kenste doch unmißverständliche Klarheit I darüber, dah von allen Kombinationen, die

Regierungskrise hineinspielen, die I Möglichkeit eines Kabinetts der Mitte am aussichtslosesten ist. Gerade in den Krei- len des Zenttums, dein auf Grund seiner Stärke eine bestimmende Rolle bei der Losung der Krise zugewiesen ist, dürste das Beispiel, das die Geschichte des ersten Auf- I ^oges Marx' lehrte, llärend wirken. In I /ann man sich davon überzeugen, daß sich innerhalb des Zenttums ein merk-

Meinungsumschwung zugunsten der Möglichkeit einer großen bürgerlichen Mehrhcitskoalitton vollzogen hat.

Wenn man der Stimmung der überwie­genden Mehrheit im Reichstag glauben I darf, so hätte man jetzt nicht mehr zu er* Watten, daß das Zenttum neue Bedenken gegen den sachlichen Inhast des neuen Auftrages an Marx erheben wird, zumal dem Zenttum an einer Auflösung des ReichÄages, die die einzige Konsequenz der Ablehnung eines Zusammengehens mit > rechts wäre, nichts gelegen sein dürste. So­mit ist zu hoffen, daß der zweiten Mission des Herrn Marx ein besserer Erfolg be* schieden ist, als der ersten.

Trotz der Verschiebung der Beratung des Zenttums ist man in parlamentarischen Kreisen überwiegend der Meinung, daß die bürgerliche Regierung zustande kommen wir^ die sich auf eine große Mehrheit im Reichstag stützen könnte. Bon der Witt* I schaftlichen Bereinigung, die wegen ihrer ^sonderen Sttuktur jede Bindung an ein Kabinett ablehnt, erwattet man, daß sie I sich an einem solchen Kabinett betelligt. Dann würden zu den Opposstionspatteien nur Die Sozialdemokraten, Kommunisten, I Demokraten und Völkischen gehören, sodaß I 616 neue Regierung eine sichere Mehrheit I hat. Natürlich schwirren schon jetzt aller* I Hand Gerüchte über die personielle Zu* I .ammensetzung der neuen Regierung herum. I Wan nennt als deutschnationalen Innen- I minijtei den Abg. von Lindeiner* I Wildau, als Finanzminister den Dor- I

Ser zremdenlcgieu entrannen

Germersheim. Der 24jähr. Matrose Heinrich Bender, der sich in der französische« Kaserne in Germersheim nach der Fremden­legion erkundigen wollte, wurde beim Ber- lassen der Kaserne von der Wache fesigehaite«. Es gelang ihm jedoch, einem vorübergehen­den Mädchen durch das Fenster einen AetdÄ des Inhalts zuzuwerfen, "daß er jetzt he die Fremdenlegion verschleppt werden soll» und um polizeiliche Hilfe bitte. Die Wache, die den Vorgang beobachtet hatte, sah sich jgl gezwungen, den Deutsche« feefga-

ki gediegen, '^esyaw '« der demokratische Antrag abgelehnt toer- \ der Abstimmung wirb der erste Teil demokratischen llrantrages, der die Der» fkrung der Schutzfrist für den ermäßigten M von zwei Matt über den 31. De» ®rt 1926 hinaus fordett, mit großer Mehr- gegen die Deutschnationalrär angenom-

der Abstimmung über den zweiten Lbe* DrtvageS, -er für. sämtliche Futter» « Zollfreiheit will, ist die Auszählung

Ser Fremdenhaß in 6htna

Tsche« u«b die Extremisten.

fl.So « do «, 21. Ja«. Der Pekinger Korrespondent derDaily News" will Men, daß Minister Tsche« unter dem Druck der extremistische« Elemente tele- paphisch seine Anweisung au die Provin­zen über die Einstellung der fremden- und chriftenfeindlichen Agitation zurückge­zogen habe.

fl. P e k i n g, 21. Jan. Als ein auf dem Dege nach Hongkong befindliches Schiff mit 10 spanischen Priestern, 12 Nonnen j jmh 11 Kindern an Bord in Amoy aus Mschau eintraf, versuchte eine lärmende Nenschenmenge die Mannschaften an der Leiterfahrt zu verhindern. Wie verlautet, letten Studenten aus Futsch«, tele- gsphiert, daß die Flüchtlinge einige chine- Mche Kirder getötet hätten, bevor sie Mschau verließen. Als Beweis hierfür vurden die Leichen von zwei eingeborenen lindern der Menge gezeigt. Die spani- hen Missionsgebäude wurden bedroht und Ire Priester und fünf Nonnen mußten sich uf ein ameriknisches Schiff im Hofen lichten. Die Agitation geht weiter und ie chinesischen Zeitungen veröffentlichen bfreizende Artikel.

Eugtische Truppen «ach China. , X Loudon, 21. Ja«. Der 15 000 «uen-DampferMegantic" wird »s Anweisung der Admiralität als Trup- mttansportschiff für China ausgerüstet.

Mac Donald und Lloyd George bei Chamberlain.

st. London, 21. Jan. Da entsprechend ü englischen Tradition, bei Eintritt einer listen Lage auf dem Gebiete der auswär- stn Politik der Führer der Opposition «r den Gang der Ereignisie auf dem wfenden gehalten wird, wurde Mac «nald von Chamberlain über die Lage ! China unterrichtet. Auch Lloyd George «de von Chamberlain zu einer Be- ftchung eingeladen.

toWer Landtag

eesch-Schleswig (Dem.) begründet *n demokratischen Urantrag, der Einwir- g aus die Reichsregierung dabin verlangt, 1 abgeseoen von Braugerste

61 «erst« und für sämtliche Futtermittel Zollfreiheit

teefübit wird.

3n der Besvrechung wendet sich Abg Ja- bh.Daffauf (Ztr.) Vagegen, daß durch r bedingungslose Aufhebung der Futtermit» Mte den Diehgrohmästereien Millionen zu» yanzt werden.. Durch eine hemmungslose »tereinfuhr würden auch die zahlreichen «n- und Mittelbauern geschädigt, di« Kar» «n anbauen.

Schulze-Stapen (Dntl.) verweist w-f. Laß bls 1925 ttotz Zollfreiheit der «ermittel die Viehzucht in Deutschland nicht ttbert wurde. Die Verstenbaufläche in "Nchland habe allein im letzten Jahre im-

Zollschutz um 50 000 Hektar zage»

I Wie in den Blättern zum Ausdruck kommt, I weist der Brief des Reichspräsidenten an ©r. I Marx den Weg zur Verhandlung des Zen­trums mit den Deutschnationalen, dem sich das Zentrum, wie die Blätter aus dem Kommu* I nique der Zentrumsfraktivn entnehmen, nicht I entziehen wttd.

Die »Kreuz-Zeitung" brückt die Hoff­nung »'.us, daß der Aufruf nicht ungehört verhallt.

Die »D. A. Z." sagt, daß es tatsächlich ge­lingen wird, die Koalition zu bilden, die der I Reichspräsident wünscht. Der gute Wille I dazu sei bei den Deutschnationalen und der I Deutschen Volkspattei schon immer vorhanden gewesen. Soll Wittlich eine ehrliche Zusam* menarbeit der ärgerlichen Kreise stattfinden.

I dann müsse auch für die Rechte Sicherheit geboten sein, daß nicht persönliche Reigung

I und Stimmungen eine Sache der Zusammen- I arbeit gefährden.

I In der »Täglichen Rundschau" heißt I es: »In den Verhandlungen, die Dr. CuttiuS I eingeleitet hat, sind die Deutschnationalen so­weit entgegengekommen, bah eine gemeinschaft­liche Derhandlungsgrundlage schon so gut wie

I gefchafien war. Wenn diese Haltung auch in I den Verhandlungen mit dem Zentrum gewahtt I wird, so wird man sich von dem Dqrsuch I einen Erfolg versprechen können."

I Die »Germania" bemerkt zu der Sr* I Gärung der Zentrumsfraktion, daß diese keine I Ablehnung der Forderung von Derhandlun* gen zur endgültigen Klärung der Lage dar*

Der »Vorwärts" sagt: »Der Reichs* Präsident hat Marx aufgefordert, eine Regie* rung zu bilden, die ihrer Ratur nach eine Kampfregierung gegen die arbeitenden Volks* massen werden muß. Das Zenttum ist be­reit. Aber ist die Antwort auch nicht eine I eigene persönliche Angelegenheit für Marx?"

Sie Semokraien «een ein bmg. r lkitks Kabinett

Berlin, 20. Jan. Aus Kreisen der demokratischen Reichstagsfraktion erfahren wir, daß kein Zweifel darüber bestehen könne, daß die demokratische Pattei der ge* Planten bürgerlichen Mehrheits* regierung nicht beitreten, sondern in Opposition treten werde. Es handle sich hier um eine A^ierung, die nur gegen die Sozialdemokratie gerichtet sei. Wenn die demokratische Pattei sich beteiligen sollte, so müßte sie von den Deutschnationalen Garantien namentlich auf dem Gebiete der Außenpolitik fordern und gegenüber den Aeuherungen im monarchischen Sinne, die von den deutsch- nationalen Führern stärrdig getan werden.

Bezüglich der Stellung der bisherigen demokratischen Minister wurde von demokratischer Seite ettlätt, dah man sich auf Halbheiten nicht einlasien könne. Gegen* über verschiedenen Gerüchten könne festgestellt werden, dah nicht der geringste An* laß dafür vorläge, zu glauben, daß der Finanzminister Dr. Reinhold keine Parteidisziplin üben werde. Dezüg* lich Dr. Gehler« würde die Partei keinen Zweifel darin lallen, dah er in keiner Weise ihr Vertrauensmann sei und bah die poltti scheu Beziehungen zwischen Dr. Dehler und der Pattei nicht auftecht er* hallen bleiben können, wenn er in diese Regie­rung emtreten sollte.