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Keilas.

MD 14. Klimm 1927

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Nr. 11 62 Mk«. Mardmg a. Lahn

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ff. Dresden, 14. Jan. Der Minister- oröfident Kat den bisherigen Finanzminister Dr. Dehne zum Minister des Inner« «nd stellvertretenden Ministervrafidenten, Land« tagsabgeordneten Weber rum Finanzminister m,d den Landlagsabgeordneten Wilhelm zum Wirtschaftsminister ernannt, sowie die Minister Bunge r, Elsner »nd Dr. Reifer in ihren bisherigen Aemtern be­stätigt. *

ftult tnMIfge StMmgaahmr tes zeatromk

Berlin, 13. Ian. Im Reichswirt- fchaftSministerium fand heute nachmittag Sie Besprechung der Zentrumsführer v. Suerard und Stegerwald mit Dr. Curtius und Reichsautzenminister Dr. Stresemann statt, in der das Zentrum 1 seine Bedenken gegen die von Dr. Curtius beabsichtigte Kabinettsbildung präzisiert darlegte. Die Besprechung dauerte fast 3 Stunden und war erst gegen 7 Ahr zu Ende. Im Anschluß an die Besprechung ' konferierte Dr. Curtius längere Zeit allein mit Dr. Stresemann. Es wurde folgende Mitteilung ausgegeben:

Heute nachmittag fanden die ange- s kündigten Besprechungen zwischen den Beauftragten der ZentrumS-- ft att ivn des Reichstages, den Abg. v. Duerard und Stegerwald und Dr. Eurtius und Dr. Stresemann im Reichs- wirtschaftsministerium statt. Die Ver­treter der Zentrumsfrattion trugen die schweren innen- und außen­politischen Bedenken vor, die die Zentrumsfrattion gegen die Bildung der von Dr. Eurtius in Aussicht genom­menen Regierung habe. Daran schloß sich eine eingehende Aussprache."

Da die Verhandlungen des ZenttumS mit Dr. Eurtius und Dr. Stresemann ttotz der fast dreistündigen Dauer noch nicht zum Abschluß kamen, konnten die bei­den Zentrumsführer ihrer Frattion nur die Tatsache kurz berichten. Die Fraktion vertagte sich daraufhin auf Frei­tagnachmittag 5 Ahr. Dr. Eurtius hat in Aussicht genommen, am morgigen Vor­mittag über die Ergebnisse dieser Be­sprechung mit den Vertretern der D e u t s ch- nationalen Volkspartei zu ver­handeln. Die Vertteter der Zentrums» frattion nahmen in Aussicht, ammor- gigen Rachmittag eine endgül­tige Stellung nähme der Frattion der Zenttumspartei herbeizuführen. Danach wird Dr. Eurttus, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, dem Reichspräsiden- ten seinen abschließenden Be­richt erstatten.

Bei dem Empfang der Führer der Spitzenverbände von Industrie und Handel durch Dr. Eurtius, der um 10 Ahr stattfand, waren für die Arbeit-- geberverbändederPräsident Brausiler, Ernst v. B o r s i g und Dr. Erdmann erschienen, für den Reichsverband der deut­schen Industrie Direttor E r e m e r und Deh.-Rat K a st l, für den Industrie- und Handelstag die Herren Mendelssohn und Minister a. D. Hamm. Die 2er- kewr wiederhotten zu den zur Debatte sichenden Fragen, den Problemen der DirtschaftS- und Sozialpolitik, ihren in der tcffentlichkett bereits bekannten Stand- puntt. Es wurde beschlossen, von einem Kommunique abzusehen. Die Besprech­ungen waren nur von kurzer Dauer.

Hochwasser der Oder e«b der Warth«.

fk. Frankfurt«. O 14. Jan. Das Hach- »afser der Oder ist erneut gestiegen. Der Oderbruch ist meilenwett überschwemmt. Bon überall hier treffen alarmierende Nachrichten rin- 3m Warthebruch steht «eg Waller über - l Reger hoch,

WachfMeKrlegsgMr in Mittelmimikn ö»ar!t SppMivn mm Mt Politik SooiibgtS

ft. London, 14. Ja«.Daily Tele­graph" berichtet aus Newport: Die ameri­kanischen Korrespondenten bezeichnen die Lage in der Hauptstadt Mexikos als so gespannt, da» eine Lösung der Beziehungen ,u de« Bereinig­ten Staaten «och in diesem Monat erfolgen kann.

Nach Meldungen aus Mexiko herrscht in dortigen diplomatischen Kreisen die An­sicht, daßnochin diesemMonatmit dem Abbruchder diplomatisch en Beziehungen zwischen Mexiko und den vereinigten Staaten »ou Nordamerika zu rechnen sei. Diese Meinung sei der Niederschlag des Ein­druckes, den die Erklärungen Coolidges und Pelloggs in Mexiko gemacht hätten. Zn einer Erklärung an die Afsociated Preß spricht Präsident Saeasn von Rück­tritt s a b s i ch t e n. da dadurch vielleicht die Möglichkeit eines Krieges Nicaraguas mit den übermächtigen vereinigten Staa­te« verringert «erde, wenn es auch jetzt schon Tatsache sei, daß beide Länder sichimKriegszuftand befinden.

Wie jetzt bekannt wird, versuchte Staats­sekretär Kellogg in seiner Erklärung vor dem AuswärriMt Ausschuß den Eindruck zu erwecken, als ob dann Südamerika unter bolschewistische Herrschaft gebracht werden solle und daß Präsident Ealles auf den Bolschewismus in Nicaragua hinarbeite. Da Amerika völlig anti-soz.alistisch einge­stellt ist und keinen Unterschied zwischen Sozialismus und Bolschewismus macht, kann durch nichts besser die öffentliche Mei­nung beeinflußt werden als mit derartigen Schlagworten. Trotzdem läßt sich kein Nachlass en der Senatsopposition erkennen. Die Zeitungen sind weiter mit

Ereuelmeldungen aus Meriko gefüllt Man sagt, Mexiko sei in völliger Unord­nung. Zn der Nähe von Mexiko City hät­ten Amerikaner 142 angesehene Mexikaner aufgehängt gefunden, die von den Regierungstruppen dorthin verschleppt worden seien.

Kritik Borahs an der amerikanischen Ricaxagua-Politik.

ff. Washington, 14. Jan. Norah griff im Senat erneut die Politik der Regie­rung gegenüber Nicaragua an. Er fordert die Regierung auf, in ihren Beziehungen mit Mittelamerika die Anwendung von Gewalt zu auterlasien und Freundschaft durch nur freundschaftliche Mittel herzustellen. Die Monroevoktrin komme nicht in Frage. Ä:;ne mchtamerikanische Regierung erstrebe einen Landgewinn oder versuche die nicaraguaische Regierung zu stürzen.

Die Bereinigten Staaten hätten auf Grund der Monroedoktrin kein Recht, in die Regierungsangelegenheit irgend eines mittelamerikanischeu Staates sich einzu­mischen.

Zweck der Doktrin ist, die latein-amerikanischen Volker vor einer Beherrschung durch auswär­tige Länder 3u schützen. Auch kann niemals Friede in Mittelamerika werden, wenn wir in Nicaragua diejenigen halten, die sich nicht auf den Volkswillen stützen können.

Der Republikaner L e n r o o t verteidigte die Regierungsvolitik und bestritt die Behauptung Borahs, dah di« Monroedoktrin nicht in Frage komm«. Lenroot fuhr fort: Wenn wir nicht das Leben und Eigentum der Ausländer in Nicaragua schützen, müssen wir anderen Re­gierungen gestatten, sie zu schützen.

Entsendung weiterer amerikanischer» Kriegsschiffe nach Nicaragua.

Washington. 13. Zan. (WB.) Das Marinedepartement hat zwei in den kuba­nischen Gewässern befindlichen Torpedo­bootszerstörern Befehl erteilt, sich nach Nicaragua zu begeben.

Set trnfltn Unruten in Schauste»

fk. London. 14. Zan.Daily Tele- graph" meldet aus Schanghai: Nach der Ankunft des amerikanischen Kreuzers Pi ttsbvurgh" beginne« die Pläne für die Verteidigung Schanghais endgültigere Gestalt anzunehmen. Es herrscht die A«- stcht, daß Schanghai zweifellos der Schau- platz ernster Unruhen werde« wird infolge der riesige« Zahl von Agita­tor««, di« in d«r Eingeborenenstadt tä­tig sind. Zunächst rechnet «an mit zahl­reiche« Streiks und wen« die Wut des Pöbels de« Höchststand erreicht habe» wird, so erwartet man, daß ein Funken die ga«ze Stadt aufflamme« lasse. Der diplo­matisch« Berichterstatter desDaily Tele­graph- schreibt, die interaationale« Riederlassu«gea i« Schanghai wür­de« erforderliche« Falls ««tschlossen vo« den örtliche« Freiwilligenwehre« ver­teidigt werde«, die auch vo« allen ver­fügbaren britisch«« Streitkräfte« u«ter- ftützt werde« würden. Außer Japan und Frankreich würde« voraussichtlich auch die amerikaaische« Kriegsschiffe an der Ver­teidigung Schanghai, teilnehmen.

Der Schritt der Pekinger Regierung.

Peking, 13. Zanuar. Vertreter der Pekinger Regierung sprachen gestern bei verschiedenen Gesandtschaften vor u»d brachten den Wunsch zum Ausdruck, daß die Fremdenniederlasiunge« den Ehinesea zu­rückgegeben werden möchten.

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»etneümung Stresemauns und Schachts.

Berlin, 13. San . Das Plauener Gericht, i»r dem der Prozeß gegen den völkischen Rechtsanwalt Müller, Wegen Beleidigung des Reichsaußenministers Dr. Strese - «««. stattfindet, vernahm in Berlin den Aebenkläger Dr. Strssemann, der über seine Tätigkeit als Auftichtsrat der Eva» ^5.?^^Sefellschaft weitgehende Auf- Ichlusse gab. Ebenso wurde Reichsbankpräsi­dent Schacht vernommen, der erklärte, wenn derartige Vorkommnisse, wie sie von Rechtsanwalt Müller behaupte) wer­den. vorgekommen seien, wäre er auch nicht eine Minute länger bei der Evaporatorgesell- schäft im Aufsichtsrat geblieben. Er selbst kenne Dr. Stresemann seit 20 Jahren und halte es für vollkommen ausgeschlossen, daß der Reichsauhenminister derartige Geschäfte gebilligt hätte.

Hauptmann a. D. Knoll, der von Rechts­anwalt Müller als Zeuge dafür benannt war, daß er attenkundiges Material über angeb­liche Schiebungen der Evaporatorgesellschast besitze, sagte aus, er selbst könne aus eigener Kenntnis nicht über die Verschiebung von Kriegsmaterial durch die Evaporatorgesell- schast nach Polen sagen. Er habe lediglich von dritten Personen ähnliche Dinge behaup­ten gehört. Da sich herausgestellt hat, dah da« Plauener Gericht nicht all« Zeugen in Berlin vernehmen kann, wurde beschlossen, die Verhandlung in Plauen demnächst wieder

37 Tot« bei ehtet Schiffservloston.

ff. Tampico (Meriko), 14. Jan. Bei einer Sasolin-Ervlofion auf dem Dampfer Emsiexisles- sollen 37 Hafenarbeiter ums Le­ben gekommen sein.

Zwei Bergarbeiter verschüttet.

fk, B e r l i n, 14. Jan. Nach einer Blätter­meldung wurden zwei Berleuie aus Oberwal- dcnburg auf dem Ferdinandschacht der Fürften- stciuer Grube verschüttet und - als Leichen ge-, borgest." ...... - . >

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ft London, 14. Za«. Dem diploma­tischen Berichterstatter desDaily Tele­graph" zufolge herrscht jetzt in London die Ansicht vor. daß die Frage der Rechtmäßig, leit der vo« der Reichswehr in der Nähe Königsbergs und anderer ostdeutscher Festu«ge» gebauten Borwerke auf dem Wege über Eens dem Haag zur schiedsge­richtliche« Entscheidung unterbreitet wer­den müsse.

Perti«ax meldet demDaily Telegraph" aus Paris, daß der Autorität Briands ein sehr ernster Schlag versetzt werden würde, wenn bi» zum 31. Zanuar keine Berstän- digung erzielt werde.

Der Pariser Korrespondent desDaily Telegraph" schreibt, in alliierten Kreisen bestehe der Wunsch, die augenblicklich in Berlin stattfindenden Erörterungen über Kriegsmaterial ebenfalls nach Paris zu verlegen. Trotz der Andeutung in einigen Abendblättern, daß die Lage besser sei, scheint der allgemeine Eindruck nach den Besprechungen der letzten Tage noch keineswegs günstiger zu fein.

Paris, 13. Jan. (WTB.). Seit der Rückkehr des Generals von Pawelsz und Geheimrat Forsters nach Paris wird die öffentliche Meinung von Paris täglich mit Berichten überschüttet, die offenbar von einer Stelle eingeflützt- werden, die alle Veranlassung trat, die Dinge so darzustellen, als Machten die eingeleiteten Verhandlun­gen keinen Fortschritt. Während einerseits behauptet wird, die deutschen De­legierten hätten überhaupt keine neuen Vor­schläge unterbreitet, wird andererseits und zwar in einer angeblich aus London stam­menden Havasmeldung, die sich auf In­formationen aus englischer Quelle in Paris stützt, erklärt, deutscherseits versuche man, die Diskussion n a ch '-Berlin zu ver­legen. Demgegenüber muß, um jede Zwei­deutigkeit zu vermeiden, festgestellt werden, daß General von Pawelsz überhaupt nur über die Festungen an der deutscher« Ostgrenze verhandelt, während die Ver­handlungen über die Begriffsbestimmungen für das Kriegsmaterial nach wie vor in Berlin zwischen deutschen und alliierten Sachverständigen geführt werden.

Der Quai d' Orsay hat offenbar nach der alarmierenden Berichterstattung der ftanzösischen Presse aus London die Ueber- zeugung gewonnen, daß Tendenzmeldungen entgegengetreten werden müsse, denn ger Temps", der gewiß in der Frage der Ent­waffnung sticht als unpolitisch angesehen werden rann, muß erklären, daß das fran­zösische Außenministerium ausdrücklich fest- gestellt hat, daß die Verhandlungen im Gegensatz zu den pessimistischen Auffassun­gen sich in einer wesentlich günstigeren Atmosphäre vollziehen, sowohl in Berlin als auch in Paris. DerParis Soir" kann offenbar derT«mps"-Meldung hin­zufügen, daß sich in den letzten Tagen ettre übereinstimmende Auffassung über das Ge­lingen der jetzt im Gange befindlichen Ver­handlungen zeige. Jedenfalls nehmen diese Verhandlungen einen normalen Ver­lauf.

Mährend die deutsche Oeffentiichkeit gegen­über den jetzt in Paris wieder begonnenen Der Handlung en über die Entwaffnungsrest» puntte sich einer anerkennenswerten vorbild» flchen Zurückhaltung befleißigt, erregt die Hal­tung eines großen Teiles der französischen Presse ist, maßgebenden deutschen politischen Kreisen immer stärkeres Befremden. Aus den letzten Aeuherunge» der französischen Presse geht hervor, dah m Frankreich gewisse Kreise, die in engem Zusammenhang mit Polen stehen, dir Verhandlungen über die Entwaffnungs­frage systematisch zu fabbotteren und in der MeltSffensiichkeii di« Meinung zu erwecken versuchen, daß an einem möglichen Scheiter« der Verhandlungen nur die ungenügenden deutschen Vorschläge Schuld seien. Der .Ma» tin behauptet, es stehe nunmehr bereit» fest dah Deutschland überhaupt keine substanziell« Dors<Aäge mache. Demgegenüber soll nur daraus hingewiesen werden, daß man den deutschen Unterhändlern wirklich nicht zumu­ten tarnt, ihre Vorschläge, mit denen sie aus Berlin abgereig sind, schon gleich bekannt