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1 Goldmark V«,.Dollar.

SaS Ergebnis der snmMchtn SenatSwadlm

ff. Paris, 10. Jan. Bei den Senats­mahlen waren drei Wahlgänge nötig. Die 108 ^wählten Senatoren verteilen sich auf hie ein­zelnen Parteien wie folgt:

Zleuherste Rechte gewählt 3, gewonnen 1, Verluste 0.

Skechtsrepnblikaner gewählt 19, gewonnen 6, Verluste 4.

Liuksrevublikaner gewählt 44, gewonnen 6, Verluste 12.

Sorial-Republikaner gewählt 2, gewonnen 2, | Verluste 0.

Sozialisten gewählt 10, gewonnen 8, Ver­luste 0.

Sozialkommunisten 8, gewonnen 2, Verluste o.

Das Ergebnis der Senatswahlen hat ziffernmäßig keine Verschiebung zwischen Links und Rechts gebracht. Ein wesent­liches Ergebnis der Senatswahlei. ist, daß ! die S o z i a l i st e n in Gemeinschaft mit den Sozialkommuni st en zum ersten Male im französischen Senat eine eigene Fraktion von 14 Mitgliedern bilden werden. Unterlegen sind von bekannten Politikern der Senatspräsident de Selves, General Taufflieb, ferner Senator Billiret und der sozialdemokratische Abgeordnete tmd Bürgermeister der Stadt Straßburg, Peirotes. Von bekannten Politikern tre­ten in den Senat ein: Kammerpräsident Kaul Raoul Peret, der ehemalige Mi- Wster Piäre Lafal, der frühere Unterrichts- Minister Leon Berard, der ehemalige sPensionsminister Abbs Müller der ehe- | malige Minister Seiet, der bekannte Eroß- k mdustrielle Euy de Wendel. Zm ganzen kmd 67 Senatoren rcheder gewählt wor­den, während 41 Senatoren neu in den teenot eintreten.

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teWmng der Lage in Wim

Wie Sanas aus Schanghai berichtet, ver- 4«tei an, javanischer Quelle aus Peking, dah die Pekinger Regiernng nnter der Befürchtung, dah die nationalistische» fremdenfeindlichen Kundgebungen anhielten, beschlosien habe, die ausländischen Konzessionen in Tientsin aufzu- debe», jedoch bis z» einem gewisien Punkte stenndschaftliche Beziehungen mit den Mächten unterhalten. Weiter wird aus Schanghai be­achtet, dah dort «ingetroffene Beamte der eng- iischen Polizei von Hankan auf der schwarzen Aste derjenigen stehen, die bei erster Eelegen- drit getötet werde« sollen. Rach Aussage« aus urivatrr Quelle hab« die gesamte ausländische Bevölkerung Kiukiang geräumt.

Die Flucht ans Hankau.

Wie dieChicago Tribüne" aus Schang- meldet, sind fünf amerikanische «erstörer in Hankau angekommen «utzerdem wird dem Blatt aus Schang- Ni berichtet, datz der erste Transport Flüchtlinge aus Hankau und den anderen am Aangtse liegenden Häfen gestern nach- «Nttag wohlbehalten in Schanghai einge- «offen sei. Es handelt sich um etwa 50 amerikanische und 350 englische Frauen *jnb Kinder, hauptsächlich die Familien von »ort ansässigen Geschäftsleuten und Missio- aaren. Angesichts der Unmöglichkeit, die 000 Personen umfassende ausländische «olonie von Schanghai abzutransportieren, »allen die ausländischen Konsulate vor- ÜMrn bei ihren Regierungen dringend um autttärischen Schutz nachgesucht haben.

Riederlage der Kantoutruvve«?

kk. London, 10. Sau. Dem parlameutari- Be« Korresvondente« derDaily Mail" zu- *°Iee bat Marschall Tschangtsolin dem dtaatschef «itgeteilt, der Feldzug der Alliier.

«egen die KantonmSchte hab« begonnen «nd schall W « p e i f« s Streitkräfte zwei

Eatsch,j-,,tz, Siege errungen.

Furchtbarer Tbeaterbranb in Montteal

77 Knaben und Rübchen im Sebttnge getütet

ff. Montreal, 10. Jan. Bei einem gro­be« Tbeaterbrand sollen, wie berichtet wird, viele Mensche« ums Lebe« gekommen sei«. Einzelheiten fehle« «och.

fk. Montreal, 10. Jan. Die Gesamtzahl der bei demTbeaterbrand Getöteten wurde um 6 llbr abends aufungefiibrkO geschätzt. Beim Ausbruch des Feuers befanden sich i« de« Sause ungefähr 12000 Zuschauer. Als der RufFeuer!" ertönte, entstand eine Panik. Die meisten Verletzungen find auf bas wilde Sindriingen nach dem Ausgang zu- rückzufübre«. Die Tote« find gröbtenteils französisch-kanadische Knaben und Mäd­chen. Das Feuer wurde bald gelöscht.

ff. Montreal. 10. Ja«. Bei der Katastrophe i« de« hiesige« Theater wurde, als der Feuerarlarm ertönte, das Pariert «in Ruhe geräumt. Da­gegen entstand unter de« Kindern, die sich auf der Gallerte befanden, eine furchtbare Panik. Sie versuchte« unter lautem Schreien in das Freie zu ge­langen und stauten sich am Ausgang. Die meiste« Opfer fanden in dem Gedränge auf einer Wendeltreppe den Tod, Die Zahl der Verletzten beträgt etwa 30. Rach dem Schanhanse sind 77 Leichen der bei der Panik erdrückten Knaben und Mädchen gebracht worden.

Der Kamps um die Neilvunttk

Wachienön Wiberftanb in Daris

General v. Pawelsz und Geheimrat Forster in Paris.

fk. Paris, 10. Zan. General v. Pa­welsz und Geheimrat Forster sind gestern abend zur Fortführung der Verhandlun­gen in Paris eingetroffen. Sie erklärten, die Verhandlungen würden zwar schwierig sein, aber sie hofften zum gewünschten Zeitpunkt zu einem Ergebnis zu gelangen.

lieber die Instruktionen, die das Deichs- kabmett für unsere Vertreter bei den bevor­stehenden Entwaffnungsverhandlungen. Ge­neral von Pa weiß und Geheimrat Forster kestgelegt hat, verlautet offiziell nichts. Man numnt aber in unterrichteten Kreisen an, daß die beiden Vertreter angewiesen worben si7w, den bisherigen deutschen Standpunkt auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Das dürfte insofern von Wichtigkeit sein, als es durchaus den Anschein hat, als ob sich die Forderungen der Dotschofterkonferenz feit den Dezember­verhandlungen noch verschärft haben. Das gilt besonders für die Frage des Kriegsge- r ä t s, die überhaupt Nach wie vor als die schwierigere und ernstere der beiden noch zu erledigenden Fragen anzusehen ist. Es ver­lautet, Hast die Dotschafterkrmferenz ein deut­sches Ausfuhrverbot 1. für Maschinen, die für ausläitdische Kriegsschiffe verwandt werden konnten, 2. für M a s ch in en k o n st r u k - tionen, die außerhalb Deutschlands zur Herstellung von Waffen und Munition benutzt werden können, 3. für h a l b f e r t i g e mettal- urgische Erzeugnisse, die als Kriegsmaterial gebraucht werden können, 4. für optische Gläser und Instrumente, die militärischen Zwecken dienen könnten. Die Auslegung die­ser vier Forderungen ist so schwierig, dah man schon in den bisherigen Verhandlungen zur Aufstellung umfangreicher Listen gekommen ist.

Zu diesen rein technischen Schwierigkeiten gesellen sich aber ungleich größere politi­sche Komplikationen. Wan ist sich in Ber­liner politischen Kreisen durchaus dessen be­wußt, daß von gewisser französischer Seite alles versucht werden wird, die jetzt be­ginnenden Verhandlungen über den 31. Januar Hinauszuvers chleppen, um einen Vorwand zur Ernennung jener sogenanntenmilitärischen Sachverständigen" zu haben, die nach den Genfer Vereinbarungen den Berliner En- tentebotschastern beigeordnet werden können, falls bis zum 31. Januar zwischen Deutsch, land und der Bvtschasterkonferenz keine Eini­gung über die Restpunkte der Entwaffnung erzielt fein sollte.

Der Verlauf der jetzt beginnenden Entwaff- nungsverhandlungen in Paris wird, darüber besteht in Berliner politischen Kreisen kein Zweifel, wesentlich davon abhängen, wie sich der" innerpolitische Konflikt in Frankreich über DriandS Außenpolitik entwickeln wirb. Die Tatsache, dah Briand sich entfchloffen hat, seinen Urlaub vorzeitig^ abzubrechen, läßt erkennen, daß auch Briand selbst seine Stellung nicht für gefahrlos an- steht- Der Vorstoß der französischen Genera« lltät gegen Driands Auhenpl^itik hat -in- den .

politischen Lagern Frankreichs ein Echo her­vorgerufen, das erkennen läßt, wie stark die Widerstände sind, mit denen Briand zu rech­nen hat. Solange dieser Kampf nicht zwei­felsfrei entschieden ist, ist auch nicht damit zu rechnen, dah die Dechandlungen mit der Votschafterümferenz ein dem deutschen Stand­punkt restlos genügendes Ergebnis haben werden.

DerMatin", dasEcho de Paris", das Journal" und in verringertem Umfang auch dasPetit Journal" veröffentlichten heute vormittag angesichts der in den nächsten Tagen beginnenden Verhandlun­gen des Generals v. Pawels mit den militärischen Sachverständigen der Bot- schafterkouserenz über die Frage der deut­schen Festungen und der Begriffsbestim­mungen für Kriegsmaterial Artikel, die ohne Zweifel von militärischer Seite inspi­ziert wurden. DerMatin" will sogar die Akten der Botschafterkonferenz durchgesehen haben, was einigermaßen Erstaunen erregen mutz, da die Verhand­lungen zwischen dem deutschen Delegierten und den Vertretern der Botschafterkonferenz bis jetzt streng geheim gehalten wurden.

Die Tendenz sämtlicher Artikel, die heute vormittag erschienen sind, geht darauf hin­aus, die Verhandlungen zu erschweren oder sicherlich nicht zu erleichtern. Es ist deshalb erforderlich, diese Sabotage aufzudecken, da man aus ihr schlietzen darf, datz gewisse französische Kreise, die sich in den letzten Tagen so auffällig bemühen, die Frage der Rheinlandbesetzung wieder zu einem Gegenstand der allgemeinen Erörterung zu machen, jetzt den Augenblick für gekommen halten, um entgegen der Tendenz de§ Böl- kerbundsrats, der die Beendigung der inter- .alliierten Militärkontrolle für den 31. Ja­nuar beschlossen hat, in irgendeiner Form etwas zuretten", was Deutschland un­möglich annehmen kann, nachdem es gleich­berechtigtes Mitglied des Völkerbunds ge­worden ist, und nachdem ihm die Volkver­sammlung in Genf bereits im Monat Sep­tember feierlich bescheinigt hat, datz es entwaffnet ist. Die heute vormittag er­schienenen Artikel richten sich übrigens auch gegen di« Entspannungspolitik des fran­zösischen Ministers des Aeuhern und er­scheinen seltsamerweise in den Blättern, die vor einigen Tagen Briand das Wort ge­geben haben, um für diese Politik mit Wärm« und Entschiedenheit einzutreten. Di«Ere Rouvelle" erkennt offenbar die Schwierigkeiten, die man von gewisser Sette zu bereiten sucht. Sie fordert in eindring­licher Weise auf, man möge sie beseitigen, damit eine für die Friedenspolitik günstige Entscheidung getroffen werden könne, die im übrigen den Gefühlen der Mehrheit des französischen Volkes entspreche.

Milleraud bei den Senatswahle« durchgefallen.

fk. Paris, 10. Jan. Bei den Senats- Ersatzwahlen im Sarne-Departement wur­den im 3. Wahlgang zwei Rechtsradikale und ein Sozialdemokrat gewählt.. Mille- rand ist somit durchgefalle«.

ErwerbSbrfchmnklkn - zürirrge

3m Jahre 1923 wurde in Berlin die Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Selbst­hilfe-Organisationen Deutschlands G. m. b. H. gegründet, um durch Hergabe von Darlehn die wirtschaftliche und berufliche Avt der bedrängten, zur Zeit im wesent­lichen aus öffentlichen Mitteln unterstützten Bvlkskteise wie z. B. Sozialrentner, Klein­rentner, Kriegsbeschädigten und Erwerbs­beschränkten im Wege der Selbsthilfe zu lindern, insbesondere zu dem Zweck, die wirffchaftliche Selbständigkeit des Einzel­nen zu fördern. Daneben werden seit 1924 auch Darlehn an Einzelne dieser Bolksfteise gewährt, sofern sie einer Er­höhung der eigenen wirtschaftlichen Lei­stung des Darlehnsnehmers dienen. Heber die Tätigkeit dieser Institution läßt sich bisher folgendes berichten: Nachdem in den Jahren 1924 und 1925 die Darlehn an Einzelpersonen den weitaus größten Raum in dem Arbeitsgebiet der Kreditgeznein- schast einnahmen, da die meisten Arbeits­einrichtungen der Selbsthilfeorganisationen infolge der Amstellung aus den In- flationsverhältnissen immer stärker zurück­gingen, hat sich das Arbeitsgebiet dank der Wirffchaftskrise erheblich verschoben. Der durch diese Konkurrenz bedingte Kampf ließ eine Abstoßung aller irgendwie un- Produftiven oder nicht voll leistungsfähigen Kräfte nötig werden. Dazu zählen neben den körperlich Erwerbsbeschränkten, ins­besondere auch ältere Angestellte und Ar­beiter, die, ohne eine höhere Stellung er­langt zu haben, infolge der Tarifverttäge höhere Löhne gemäß ihrem Dienstalter er­hielten.

Anter diesen Amständen hat sie wieder in verstärktem Maße das Bedürfnis nach der Einrichtung von Erwerbsbeschränkten- Werfftätten gezeigt. Den Entschluß der Kommunen, derartige Werkstätten einzu­richten. hat auch ber Gesichtspunkt mit­bestimmt, bei der stark angewachsenen Ziffer der unterstützten Erwerbslosen, im Hinblick auf die Arbeitspflicht, wie sie die Fürsorgegesetzgebung verlangt, nach Mög­lichkeit alle Unterstützten auf ihre Arbeits­willigkeit hin in solchen Werkstätten zu prüfen. Taffächlich ist eine große Zahl der unterstützten Personen, sobald sie in Werkstätten eingewiesen wurden, der Ar­beit ferngeblieben und hat auf Anterstüt- zung verzichtet, wie überhaupt ganz all­gemein die Städte, die solche Werkstätten haben, eine wesentlich geringere Promille- Ziffer Anterstützter aufweisen als Städte ohne solche Einrichtungen.

Es haben sich nun zwei Typen von An­wärtern auf die Arbeit in den Erwerbs- beschränktenwerkstätten herausgebildet, ein­mal die alten Arbeiter, die aus den Bettie­ben entlassen wurden, mit ihnen viele alte Handwerksmeister, die in den schweren Wirischaftsnöten der letzten Jahre ihre Selbständigkeit verloren haben. So hat z. B. die Alterswerkstätte der Gelsen­kirchener Bergwerks A.-G. nicht mehr voll leistungsfähige Arbeiter mit Produkttons­zweigen beschäftigt, die von ihnen noch er­füllt werden können, und ihnen damit we­nigstens einen Teil ihrer ^istenz erhalten.

Die zwette größere Gruppe der An­wärter auf die Erwerbsbeschränkten-Weck- stätten bilden aus ttgend einem Grunde schwer erziehbare Jugendliche. Es hat die Form der Arbeitserziehung, namentlich bei Scküvachsinnigen, selbst in berftärtter Form, auch da sehr gute Erfolge gezeitigt, wo die Werterziehung völlig versagte. Bei allen betätigten Anstalten, die sich mit ber Er­ziehung schwer Erziehbarer befassen, hat die ptodukttve Beschäftigung, besonders in Gestatt einet Handwerkslehre außerordent­lichen Segen gebracht. Ebenso kommt all­mählich auch die Form de« Strafvollzuges in dieser Hinsicht in Gang. Thüringen hat z. B. bereits ein Iugendgefängnis organi­siert, in dem die Jugendlichen eine richtige HandwerkSlehte durchmache« müssen. Auch 'bie große Thüringische Strafanstalt ar­beitet nach bem gleichen System. Sie hat gewerbliche Werkstätten wie Landwirt schaftSarbett, und bet Betrieb wird in Formen, ber private« Witischajt (Ob.«.