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Dnzeigerjürtdasstüher kwchesslML)Gberhelser^v Amtliches Verkündigungsblatt sirr dKreisNarbmg

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Zrrilsg, 10 7. Zanuar 1927 *, ^vberdesstsche Zeitung" et» Mut sechsmal wöchentlich. Ve» ^preiS monatlich 2 GM. au«- Zuflellungsgebühr. durch ^»(1245 GM.Für etwa infolge jfltil#, Maschinen defekte oder IteenletetCteignfffe ausfallende zinnern wird kein Ersatz go» Hel. Verlag v. Dr. § Kitzervth, »pyf der Unid.-Buchdruckerei b. * ug. Äoch, Rkarkt 21/23, ^nspiechei: Rr. 54. u. Rr. 65. tzAscheckkonto: Amt Frankfurt D. Rr. 6015. Sprechzeit tt Redaktion von 1011 und

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Deutschland ist an allem Schuld".

TU. Paris, 6. Jan. Die Explosion Bf demRichelieu" gibt der französischen resie wieder Anlaß zu Verdächtigungen «utschlands. Da derR i ch e l i e u, der zrloren ist. ein deutsches Schiff rat, fragt man sich, wie derMatin" reichtet. Reederkreisen, ob die Explo- »n nicht auf einen Sabotageakt in ultimore ansässiger Deutscher zurückzu- Hren ist.

Foch gegen Briand.

TU. P a r i s, K. Jan. In f r a n z ö s i. >en Rechtsk.reisen versucht man it allen Mitteln die Riinmungs- rbatte in der Kammer zu hintertrei-

Der Oberste Kriegsrat liest, wieEcho de uis" mitteilt, eine Denkschrift de» arschalls Foch dem Präsidenten der epublik, Doumergue. überreichen, in der K einer verfrühten Räumung » Rheinlandes ausdrücklich ge- mut wird.

vriaud bricht feine Erholungsreise ab.

,fl. P a r i s, 7. Jan. (Havas). Briand rd seine Erholungsreise abürechen und zwei oder drei Tagen wieder in Paris in.

Sie Forderung einer austenpolitischen Debatte.

fs. P a r i», 7. Jan. Die Forderung nach »er austeupolitischen Aussprache in der anzösischeu Kammer wird, wie mehrere ariser Morgenblätter melden, aufrecht­halt«« und u. a. damit begründet, dast ne solche Aussprache die Gerüchte über «inungsverschiedenheiten zwischen Poiu- *e und Briand endlich zum Verstummen äugen könne. Mehrere Blätter lasten irchblicke». dast die vorzeitige Rückreise riands «ach Paris vielleicht doch durch «re Schwierigkeiten im Kabinett »««cars zurückzuführe« seien.

tereitimg ter Srippllvib mle

i Schwere Grivveevidemie in der Pfalz.

Ludwigshafen. 6. Ian. Aus ver- iwenen Teilen der Pfalz wird starkes ustrelen der Grippe gemeldet, besonders w Kusel und Großniedesheim. Namentlich 1 ietzieren Ort sind die Erkrankungen schwe- 1 Datur, sodaß die Patienten ins Kranken- Ws gebracht werden muhten. Don den in ersten fünf Januartagen in Worms ver- Mbeneit 17 Personen ist ein großer Teil st Grippe zum Opfer gefallen.

[28 000 Grippekranke in Strabburg.

Ltraßburg, 6. Jan. Im elsatz-lothrin- sven Industriegebiet hat die Grippe den ®~ng einer Epidemie angenommen. In «lhburg wird die Zahl der erkrankten Per- ben mit 28 000 angegeben.

Wieder 121 Todesfälle in Frankreich, d^ris, 6. Jan. Aus der Provinz tref-

Nachrichten über ein Umsichgreifen der Me ein. In Lyon sind gestern 60 Todes» zu verzeichnen gewesen und in Marseille

weiter« Zunahme der «rippesälle l« Spanien.

st- M a d r i d, 7. Jan. Die Grippeepi- «>e in Madrid hat zugenommen. Die chl der Todesopfer betrug gestern 125. " Barzelona soll dagegen ein Nachlassen T Epidemie zu verzeichnen sein.

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«ein «fitffritt SöriinvS

st- Berlin, 7. Jan. Zu der Blätter- ^>ung, daß der Präsident von Sachsen Irsing mit Rücksicht auf seinen <Se- ^»heitszustand beabsichtige, am 1. April seinem Amte zu scheiden, wird dem faustischen Pressedienst auf telephonische Mage aus Magdeburg mdgeteilt, Hör- y wisse selbst nichts ernt der Absicht, - L April seinen Posten niederzulegen.

Die Kandidatur Dr Lurtius schon erledigt?

Dl« Erklärung teS ZenIrumS jdmffl eine neue Sihmtion

ff. Berlin, 7. Inn. DerLokal-An­zeiger" kommt auf die Erklärung derE e r- m a n i a zurück, wonach das Zentrum bei einer neuen Mittelregierung den Kanzler für sich in Anspruch nehme und behauptet, es be­stehe Anlaß zu der Vermutung, daß diese Er­klärung .unmittelbar von Dr. Marr stamme. Auf dieDeutscheVolksvartei bat sie daher erheblichen Eindruck ge­macht. Nachdem auch von deutschnationaler Seite, so bemerkt das genannte Blatt weiter, betont worden ist, daß die Deutschnationalen eine Mittelregierung nur dann eventuell unter­stützen, würden, wenn das Zentrum durch einen Kanzler aus seinen Reihen s e st a n d i e Koalition gebunden sei, hält man die

Möglichkeit einer Kandidatur Cur- t i n 3 als außerordentlich geschmälert. DerB o r w ä r t s" verlangt, anknüpfend an eine Reibe von deutschnationalen Zitaten, wo­nach die Deutschnationalen Locarno als für sie nicht rechtlich bindend anerkennen, daß sie diesen Standpunkt kategorisch widerrufen müßten, wenn sie regierungsfähig sein wollten.

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Die Erörterungen über die bevorstehende Neubildung der Neichsregierung gehen in der Presse weiter, ohne daß man sagen kann, daß man dem Ziel irgendwie näher -gekommen wäre . Im Mittelpunkt der sehr heftigen Pressekampagne steht seit einigen Tagen eine Kanzlerkandidatur des jetzigen Reichswirt­schaftsministers Dr. Curtius, der der Deut­schen Dolkspartei angehört. Cs war sogar schon behauptet worden, daß Dr. Curtius einen endgültigen Auftrag des Reichspräsi­denten in der Tasche habe. Das ist natürlich falsch. Der Reichspräsident, der nach der Derfafsung den Reichskanzler ernennt, wird, wie immer bisher, genau den ihn durch Ver­fassung und das parlamentarische System vor­geschriebenen Weg gehen. Er wird sich in­

folgedessen zunächst einmal erst aom Reichs­tagspräsidenten über die parlamentarische Lage Vericht erstatten lassen und dann sich mit den Parteiführern beraten, um festzu­stellen, welche Aussichten der von ihm zu ernennende Kanzler bei seinen Bemühungen, ein Kabinett zustande zu bringen, haben wird.

Was die angebliche Kanzlerkandidatur des jetzigen Reichswirtschaftsministers Dr. Curtius angeht, so darf man wohl bereits heute fest» stellen, daß sie, wenn sie überhaupt jemals ernstlich geplant gewesen sein sollte, als er­ledigt anzusehen ist. Aus den verschiedensten Kommentaren der Presse geht hervor, daß, Dr. Curtius sowohl von rechts wie von links abgelehnt wird. Die Rechtspresse vermutet, daß Dr. Curtius die Absicht gehabt hätte, ein Kabi: ! der Mitte mit weitgehendster Unterstützung der Linken zu bilden. Es wurde sogar schon eine Ministerliste veröffentlicht, nach der Dr. Curtius so betont demokratisch eingestellte Politiker, wie Dr. Wirth. Dr. Koch und General Gröhner, sein Kabinett aufzunehmen gewillt gewesen sein soll. Auf her anderen Seite hegte man auf der Linken den Verdacht, daß Dr. Curtius sich mit dem Gedanken trage, eine Regierung mit weit­gehendster Unterstützung der Deutschnationalen Dolkspartei zu bilden. Die ^Germania", das führende Zentrumsorgan, hat nun außerdem nodj eine Kanzlerschaft Dr. Curtius deswegen für untragbar erklärt, weil nach ihrer Ansicht dadurch die Deutsche Dolkspartei ein ausge­sprochenes älebergewicht in der neuen Re­gierung bekommen hätte.

Die geschilderten Vorgänge zeigen wieder einmal deutlich, wie bei uns Politik gemacht wird. Unter diesen Umständen sehen wir überhaupt keine Möglichkeit mehr, ein parla­mentarisch tragbares Kabinett zustande zu Bringen. Welches auch immer das Ergebnis der Verhandlungen, die ja in der nächsten Woche beginnen werden, sein mag, soviel wird man bereits heute mit Bestimmtheit sagen können, daß etwas Brauchbares dabei nicht herauskommen wird. Es zeigt sich im­mer mehr, daß der Reichstag in seiner jetzigen Zusammensetzung zu positiver Arbeit un­fähig ist.

Abzug -er englischen Freiwilligen

Urilrre erfolgt

ff. Loudon, 7. Ion. Nach Reuter-Mel­dungen aus Hankau begannen vorgestern abend im Einvernehmen mit den chinesischen Behör­den die britischen Freiwilligen die Stadt ru räumen. Die Ordnung in der Stadt wird zur Zeit durch chinesisches Militär aufrecht erhalten.

ff. London, 7. Jan. Eine Meldung aus Washington besagt, der amerikanische General­konsul in Hankau habe seiner Regierung telegraphiert, daß die vollständige Räu­mung durch die Ausländer i« aller­nächster Zeit wahrscheinlich sei, da die Behandlung, der sie unterworfen würden, un­erträglich sei. Ihr Leben sei tatsächlich in Ge­fahr.

fk. London, 7. Jan. Line Agenturmel­dung aus Hankau besagt, die Lage in Hankau werde i m m e r s ch l i m m e r. So gut wie die ganze Bevölkerung, hne Unterschied der Klas­sen, befände sich im Aufruhr gegen die Engländer, und es würden di« übertrie­bensten Forderungen gestellt.

Bon den chinesischen Fronten wird eben­falls größere Aktivität gemeldet. In Shanghai trafen gestern zahlreiche Ver- wundete ein, die von schweren Artillerie­kämpfen am Flusse Tschienting berichten. General Schankaischek soll die Führung der Kantontruppen persönlich übernommen haben, was auf die Bedeutung der gegen­wärtigen Operationen schließen läßt.

ft. Schanghai, 7. Jan. Es wird be­richtet, daß General Suntschuanfang die Stadt Kutzang, SO Meilen von yanf tfÄau entfernt, elxg apmm«n habe. Denn dies den Tatsachen entspricht, so bedeutet es, daß die Streitkräfte Suntschu-

ter Äantonlrupotn

angfang einen entsch iedenen Sieg davongetragen haben. Fuyang ist einer der südlichen Hauptangriffspunkte auf Hang- tschau.

Forderungen der Hankauer Bevölkerung.

Vertreter der chinesischen Arbeiter, Bauern, Kaufleute und Soldaten haben auf einer Versammlung am 4. Januar ihre Forderungen formuliert, die. falls sie . von der Kantonregierung gebilligt wer­den, dem britischen Konsul in ultima­tiver Form zur Erfüllung innerhalb 72 Stunden vorgelegt werden. Die Ver­sammlung verlangt Entschädigung für die Tötung und Verwundung von Chinesen bei den Wirren am 3. Januar sowie Be­strafung der daran beteiligten Engländer, Auflösung aller freiwilligen Korps, Ent­fernung der Kriegsschiffe, Zulasiung chine­sischer Versammlungen und Umzüge im britischen Konzesstonsgebiet sowie Bildung von antibritischen Doykottkomitees und chinesischen Abteilungen zur Aufrechterhal­tung der Ordnung in der britischen Kon­zession.

ff. London, 7. Jan. Der Sonder­berichterstatter derDaily Mail" in Hankau drahtet von gestern nachmittag, daß die Spannung noch nicht nachgelassen habe; alle Geschäfte ruhten.

Englische Flottenverstärkungen für Ebiua.

' ft. London, 7. Jan.Eveuiug New»" will wisien, daß die Admiralität endgiltig be­schlossen habe, die 8 Zerstörerflotille, bestehend ans 9. Fahrzeugen, nach China zu senden.

6:nugluung für ten vrrlctzfon Mitten

Berlin, 8. Januar. (W. T.B.) I« Hankau wurde vorgestern ein Deutscher verwundet. Es handelt sich um den deut­schen Staatsangehörigen Burmeister. Er geriet am Montag abend, als er von einer Motorradfahrt heimkehrte, auf eng­lischem Gebiet in eine demonstrierende Volksmenge, ohne von der Demonstration etwas gewußt zu haben. Durch Messer» ftiche erhielt er zahlreiche Wun­den. Der Außenminister der Äantonte« gierung hat dem deutschen Konsul sofort sein Bedauern über den Zwischenfall aus­gesprochen und erklärt, daß die Regierung die Verantwortung für die Sicherheit der Deutschen übernehme und zuvollerEe- nugtuung bereit sei.

Weitere Srnpteiifoteungrn ter ä. 6. A. muh Sitornguo

Washington, 6. Januar. (W.T.B.) Sechs weitere Kriegsschiffe, darunter zwei Kreuzer, haben Befehl er- halten, nach Nicaragua ausjulaufe«. An Bord der Schiffe befinden sich 400 Mann Marinetruppen. Wie das Marine» departement mitteilt, verfolgt die Entsen­dung weiterer Truppen nach Nicaragua den Zweck, Admiral Latimer instand zu setzen, das Leben und Eigentum der ameri­kanischen Staatsangehörigen unter allen Umständen zu schützen.

Amerikanische Flottenmanöver zwischen Kuba und Panama.

New gort, 6. Fan. Nach einer Mit­teilung des Marineamtes ist die amerika­nische Kreuzerflottc zu Mauövern nach der Guantauamo-Bah an der Südostküste von Kuba ausgelaufen. Die Schlachtenschiffe werden am 12. Januar folgen. An den Urbnngen werden sich 60 Kriegsschiffe be­teiligen.

Die Mittel für den Neubau eines ameri­kanischen Luftschiffes bewilligt.

fk. W a s h i n g t o n ,7. Ian. Das Re­präsentantenhaus nahm einen Zusatzantrag zur Marinevorlage an, wonach 200 000 Dollar für den Beginn des Baues eines Luftschiffes bewilligt werden, das als Er­satz für die Shenandoah dienen soll. Die gesamten Baukosten werden auf 4x/2 Mil­lionen Dollar geschätzt.

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Berlin, 6. Ian. Die Vorarbeiten für das neue Schutzpolizeibeamten- gesetz sind nunmehr abgeschlossen. Die Anstellungsverhältnisse der» Offiziere sind nach dem neuen Ent­wurf im wesentlichen die gleichen geblieben. Eine Aenderung bringen die Bestim­mungen über die Kündigung. Bis zum zehnten Dienstjahre sind sämlliche Offiziere kündbar und vom zehnten Dienst­jahre an werden sie lebenslänglich ange- gestellt. Jedoch kann der Finanzminister im Einvernehmen mit dem Innenminister eine Altersgrenze festsetzen. Die Wacht­meister bleiben bis zum 32. Lebensjahre kündbare Beamte wie bisher. Vom 32. Lebensjahre ab haben sie nach Maßgabe der freien Stellen Anspruch auf lebens­längliche Anstellung. Die Heiratsein­schränkungen sind im allgemeinen atrf- recht erhalten. Die Vorlage wird, nach­dem sie den Staatsrat passiert h<tt. nach Wiederzusammentreten des Landtage« diesen beschäftigen. S« dürfte damit « rechnen fein, daß das neue Defetz betet» am 1. Aprilin Kraft treten «rd.