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Sank««, das KlneiiM Snsoro

Die künftige Ha"-E«dt des Reiches der Mitte.

Alles, was der ^euungdlefer aus den Notizen mit den stereothpen Aeberschristrn: Die Lage in China",Die chinesischen Wirren" und dergleichen über Len Tag hinaus behält, ist ein Sammelsurium un­aussprechlicher und überdies unglaublich variabler Namen von Provinzen, Städten und Generälen, sind ziemlich ungeordnete Vorstellungen der wirklichen Machtvertei­lung, der verschiedenartigsten Ziel», der Beweggründe und wirllichen Absichten, bi« in diesem Tohuwabohu wirksam sind. Aber allmählich scheint sich das Dunkel doch etwas zu lichten. Die Wolken haben sich zwar noch lange nicht verzogen, aber in den Ablauf der Ereignisse ist offensichtlich eine auch dem fernen Beobachter deutlich bemerkbare Richtung gekommen. Die süd­lichen Armeen mit ihrem Sitz in Kanton, die von oberflächlicher Betrachtung lange Zeit als Bolschewisten bezeichnet wurden, und die in Wirklichkeit die erfolgreichen Träger de« chinesischen FreiheitSgedanken« sind, gewinnen mit jedem Tag mehr an Boden. Von Süden sind sie nach Norden vorgestoßen, nicht weniger als 9 Provinzen sind bereits in ihrer Hand, wobei bemerkt werden muß, daß es gerade die wichtigsten und reichsten Gebiete Chinas sind, die sich der Bewegung angeschlossen haben.

In einem nicht unwesentlichen Punkt kann der Kampf der Chinesen um eine wirkliche Anabhängigkeit und um die Wiedergewinnung ihrer nationalen Ein­heit mit dem Vorbild verglichen werden, das Mustapha Kemal gegeben hat, als er aus einer völlig rechtlosen Türkei unter geschickter Ausnutzung der gegebenen Ver­hältnisse ein Staatswesen schuf, das heute von denselben Mächten umworben wird, die vor kurzer Zeit mit demkranken Mann am Bosporus" nicht anders als unter Dro­hungen und diplomatischen Demonstratio» nen politische Geschäfte machten. Der Er­neuerer der Türkei' hätte seinen kühnen Gedanken kaum in die Tat umsetzen kön­nen, wenn er nicht die Hauptstadt in« Innere des Landes verlegt und damit die Regierung instand gesetzt hätte, unbeein­flußt ihre Entscheidungen zum Wohle de« Landes zu duffen. Dasselbe scheint man auch im Reich der Mitte für zweckmäßig und notwendig zu halten. Seit langem ist Peking nur noch dem Namen und nur noch der äußeren Form nach die Haupt­stadt des Reiches, in dem 400 Millionen Menschen leben. Wohl sitzt in dieser Stadt die sogenannte Zentralregierung, deren Macht freilich nicht mehr den geringsten Einfluß auf die Entwicklung in China zu nehmen vermag. Das Kraftzentrum liegt, wie schon erwähnt, im Süden, und es ist keineswegs unwahrscheinlich, daß der tat­sächlichen Entthronung Pekings in abseh­barer Zeit auch eine äußerliche folgt. Der Anspruch der alten Kaiserstadt, Mittel­punkt des Reiches zu sein, ist schon früher mehrfach besttitten worden. Im Verlaus der chinesischen Geschichte ist der Sitz der Regierung mehrfach verlegt worden, und erst während der Revolution des Jahres 1911 wurde von der konstituierenden Ver­sammlung die Stadt Nanking als Haupt­stadt vorgeschlagen.

Die wirllichen Kenner der chinesischen Verhältnisse sehen in Hankau die kom­mende Hauptstadt. Hankau ist schon heute der Hauptmittelpunft der aus dem Süden vorstoßenden Bewegung, und es scheint von Natur aus berufen zu sein, in der Zu- fünft die führende Rolle zu spielen. ES liegt an der Mündung des Hankiang in den Riesenstrom des Iangtsekiang, da« Hinterland ist fruchtbar und ergiebig, e« erfreut sich eine« Klima«, da« jede land­wirtschaftliche Produktion erlaubt. Hankau »ar schon vor Dem Krieg einer der Haupt- mittelpuntte de« Verkehrs mit dem Aus­land, und ist überhaupt der wichttgste Han­delsplatz des mittleren China, besonders der wichtigste Binnenplatz für den Tee­handel. Dor 66 Jahren, im Jahre 1861, wurde Hankau auf Grund der Verttäge des Jahres 1858 dem fremden Verkehr ge-

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UM 5. MIM 1927

Wims «muss gegen England

Beginn des Kampfes um den Besitz von Schanghai.

ff. London, 5. Jan. Blättermeldun- ,en zufolge hat gestern bei Fuganq, etwa 00 Meilen westlich von Schanghai, der kämpf um den Besitz von Schanghai be­sonnen. General Suntschuanfang hatte leit Angriff auf die Ka»tonarmee eröffnet end seine Truppen gegen ihre Stellung enseits des Tfchientangf ulles vorgesckickt, im dem erwarteten Angriff auf Schanghai »vorzukommen. Der Kampf dauerte den sanzen Tag. Man glaubt, daß die Schlacht ich bald auch auf die anderen Teile der front ausdehnen wird.

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an. Außenminister

pfing gestern den eng- m er den Standpunkt erung zu dem engli- ber China zur Kennt-

erllärte, die Tokio- cht, sich der von der

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k noch abgelas N Aufständische N Ei^enbahnziH, rischer Bedeckung

Amsterdam, 6 Aufstands

, _ Don Sewah-Loento nach

Ukarah fuhr, lerlitt unterwegs schwere rschädigungen^fonnti jedoch da» -i«l ahne NnenSwerte Sfrflögerung erreichen. Sie stnbahnlinie ssvischen PadangSibeefeel Radjang4npalos ist auf einer etwa 0 Meter lartjen Strecke von den Auf- ridischen zersmrt worden. Mehrere Ort­asten sind von der gesamten männlichen «üfterung Vesta ssen worden.

zwölf Aufständische ge- Fort de Kock, Padang --------- iionorten wurden rnilitä- che Berstärkun in in das AufstandSge- et entsandt, dH zum großen Teil auf ttos dorthin tr»3portiert werden müssen, 1 der gesamte ( senbahnverkehr vorläufig gut wie lahmg legt wurde. Einige Züge, 6 noch abgetoj m wurden, wurden von

Reibung aus Ha Lend von den i asiung eingedrunge «rwaltnng der Ni die Briten assung ver t r

erlasinng wird di her Polizei auf« Ablehnung des b randums fk. Tokio. 5.

karon Shidehara fchen Botschafter, er japanischen R Heu Memoranda

s brachte. Eri

AwischensäNe^ Hankau.

fl. L o n d o n, 5. $3 WieTimes" auS hankau meldet, ist gesWn unmittelbar nach dem zwischen dem enWschen Admiral und >em chinesischen PoliRdirektor eine Ber- inbarung über die Eückziehuug der eng- ischen MarinelanduMsabteilung zustande zekommen war, eine Lnesische Volksmenge n die englische KonzmionSzone eingedruu- |en und hat sich bclauS Sgndsäcken ge- iilbeten provisorischW Verteidigungsanla- ;en bemächtigt. DarHf erhielten die eng- ifchen Seesoldaten Bcüspl, erneut zu landen, wr jedoch widerrufen Hürde, da es im Falle tner Landung tnnr/zlich gewesen wäre, tof Eröffnung des Weuers zu verzichten, lbends war die LaO sehr ernst.

fk. Schanghai I5. Jan. Nach einet

Reichskanzler Dr. Curtius?

©sringe AnMten für eine MehrWsngiemng

Berlin, 4. San. Die innerpolitische Diskussion hat sich neuerdings wieder stark belebt, ohne daß jedoch bisher irgend­welche festen Ergebnisse der Be­sprechungen hinter den Kulissen bekannt gege­ben wurden. Alles, was bisher gemeldet wurde, auch der Bericht des8 Ahr-Abend- Blattes", wonach

Dr. Curiius Reichskanzler

werden soll, und die Berichte, nach denen sich Gras Westarp in München in seinen Be­sprechungen mit der Bayerischen Bolls Partei um die .Neubildung der Negierung bemüht hat, bürften bisher im wesentlichen auf Kom­binationen zurückzuführen sein, die allerdings nicht ganz unwahrscheinlich zu fein scheinen. Dr. Curtius weilt zur Zeit in Wiesbaden, kann also allein aus dem Grunde seiner persönlichen Abwesenheit den offiziel­len Antrag nicht erhalten haben. Trotzdem ist es natürlich möglich, daß er den offiziellen Auftrag zur Kabinettsbildung noch erhält, wenn er wieder zurückgekehrt ist. Es würde dies ja auch

dem besonderen Wunsch Dr. Stresemanns entsprechen,

der feit langem seinen Freund als besonders geeignet für den Reichskanzlerposten bezeich­net. Ob allerdings diese Wünsche der Deut­schen DolkSpartei ansreichen, um den etwai­gen Bemühungen Curtius' die Aussicht auf Erfolg zu geben, muß bezweifelt werden, da die Möglichkeiten für ein Kabi­nett Curtius im wesentlichen in einer Kom­bination mit den Deutschnatio- n a t e n liegen, die Zentrum und Demokraten nicht in der Negierung zu haben wünschen. Deswegen kommt den Bemühungen des Gra­sen Westarp in München, eine an sich für die innere Politik des Reiches nicht sehr wesentliche Streitigkeit zwilchen Deutschnatio- nalen und bayerischer Bolkspartei in Bayern selbst zu beseitigen, eine ziemlich große Bedeutung zu. Der offiziöse Kommentar sagt, daß zwischen Held und Westarp

über die Reichspolitik und die Krise ge­sprochen wird. Es scheint jedoch ziemlich sicher zu sein, daß es

Westarv nicht gelungen ist, die bayerische Bolksvartei fiit das Programm einer aus- gesvrocheneu Rechtsregierung zu gewinnen.

Damit dürften auch die Pläne der soge­nanntenKleinen Rechten" nur von takti­scher Bedeutung sein insofern, als sie den Rechtsparteien die Möglichkeit geben, durch die Diskussion solcher Projekte einen gewis­sen psychologischen Druck auf die Linke auszuüben. Daß dies fo ist, scheint dabei sehr wesentlich auf die Haltung der Deutsch- nationalen Partei selbst zurückzuführen zu sein, die nach wie vor klare Verhältnisse in der Regierung wünscht und aus diesem Grunde eine einwandfreie Beteiligung ihrer Partei für den Fall fordert, daß das künftige Kabi­nett mit der Rechten des Parlaments zu re­gieren wünscht. Diese Situation scheint von der Linken des Parlaments denn auch bereits benutzt zu werden, um für den Fall des Scheiterns der Mission für Cur­tius eine Ausnahmestellung vvr- zubereiten, die im wesentlichen in einer

Rekonstruktieu des Kabinetts Marx unter «euer Firma,

aber mit anderen Zielen bedeuten würde, mit anderen Worten: man erstrebt, da die Sozialdemokratie vorläufig nicht ge­willt ist. die Regierungsbildung zu über­nehmen, beziehungsweise hierfür den Wittel- barteien nicht erfüllbare Bedingungen stellt, die Sozialdemokratie zur stillen Unter­stützung einer neuen Regierung der Mitte zu dewegen, die weiterhin vor allen Dingen die Aufgabe hätte, die künftige Große Koa­lition vvrzubereiten. Als Kanzler für ein solches Kabinett und das ist das Bezeichnende der Lage nennt man noch immer Stegerwald.

AMkiklmM SnlWitngen 06« 6en MoohStieg

Ncwhork, 4. Ian. Nach einem Tele­gramm derAssociated Preß" aus Was­hington erzählte der Konteradmiral John Halligan während der kürzlichen Vernehmungen über die MarinectatS vor allem, wie die Radiogespräche der deut­schen A-Boote es der amerikanischen Flotte ermöglichten, amerikanische Streit- kräfte ohne den Verlust auch nur eines Mannes über den Atlantischen Ozean zu bringen. Halligan sagte aus: Während des Krieges bauten die Alliierten Radio- kompaßstationen an den Küsten von Irland, England und Frankreich. Die deutschen A-Boote verwandten offen ihr Radio, da sie von dem Vorhandensein dieser Kompasse nichts wußten. Die 11» Boote sprachen miteinander und auch mit den deutschen Stationen. Sie riefen so­gar französische Stationen an und neckten sie. Jedesmal, wenn ein Anterseeboot sein Radio in Anwendung gebracht hatte, wurde feine Stellung von dieser Radio- kompahstation angeschnitten und in der Kartenabteilung des amerikanischen Haupt­quartiers in Brest ausgezeichnet. Jeder Funkspruch gab die Bezeichnung des An- terseebootes, sodaß wir im Stande waren die aufeinanderfolgenden Stellungen ein und desselben A-Bootes aufzuzeichnen. Nachdem wir ihre Bewegung eine Zeit­lang studiert hatten, endeckten wir, daß sie in einem Rechteck operierten, das sich un­gefähr 400 Meilen von der Küste entfernt erstreckte. Außerhalb dieses Rechteckes trafen wir sie niemals an, abgesehen von den Schisfahrtswegen nach den Azoren oder nach dem Mittelländischen Meer. Unsere Methode bestand nun darin, daß unsere Zerstörer 500 Meilen von der Küste entfernt sich mit den Convoh« vereinigten. Sobald sie einen Convoys erreicht hatten, fünften unsere Zerstörer. Darauf diri- gietten wir die Bewegung der Convoys von Brest aus. ;,

Brranös WM?

fl. P a r i S, 5. Jan. Der Generalsekretär im Äutzenministerium Philipp Berthelot be­zeichnet in einem Schreiben an da?Jour­nal de Genöoe" die in diesem Blatt am 30. Dezember ausgesprochene Vermutung einer Meinungsverschiedenheit zwischen Sri- and und ihm als absurd.

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Schmers MM auf einem fnmzöMen EchnMff

fl. Baltimore, 5. Jan. Nach hier eingegangenen Meldungen wurden drei zu dem französischen SchulschiffRichelieu" gehörende Kadetten bei einer Explosion in Curtis Boy getötet und mehrere verletzt.

sk Baltimore, 5. San. Durch die Ex- plosion an Bord des französischen Damp­fersRichelieu" wurden sechs Per - fönen getötet und 31 verletzt. Der Dampfer ging 6 Stunden nach der Explosion, in Flammen gehüllt, unter.

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SrlM-Wttmie in Mnim

fk. Paris, 5. Jan. Nach einer Mel­dung desJournals" aus Madrid sind die Nachrichten über das Grassieren der Grippe in Spanien außerordentlich beunruhigend. In Barzelona allein schätzt mau die Zahl der Kranken auf ungefähr 100 000. Jeden Tag mehrten sich die Todesfälle.

Berlufte der Spanier in Marokko.

fk Peri«. 5. 3an. 3n bet spanischen Marokkotzone ist eint kleine fpanische Truppen- ebteilung von «ufflänbigen Rstlabylen ix einen Hinterhalt gelockt worden . Die 6pa­nier erlitten dadurch schwere Verluste. X) Wann wurden getötet Die Lruppenabtei- lung hatte die Aufgabe, den wieder sehr lebhaft gewordenen Waffenfchmuggel an der spanischen Marokkozone zu unterdrücken.