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MINE A. Sezdr. 1926 f!» ^Vberhesstsch« Seltmtg* «fr y<fnt sechsmal w-chentltch. De- i p^Sprett monatlich 2 GM. aus- s-ließl. Zustellungsgebühr, durch zjzPvstLLS GM.Für etwa infolge Streiks, Maschlnendefekte oder ^ementarer Ereignisse ausfallend« Atummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §, Kitzeroth, jpnrf der Unid.-Buchdruckeret v. Aoh, Ang. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Nr. 64. u. Nr. 55i Postscheckkonto: Amt Frankfurt i o. M. Nr. 5016. Sprechzeit I# Redaktion von 1011 und 's,11 Uhr.

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Berlin, 28. Dez. Nachdem die Ver- janblungen mit der Botschafterkonferenz A der P o l i z e i f r a g e zu dem Ergebnis geführt haben, daß Deutschland 105 000 i Aann staatliche Polizei, 35 000 Mann kommunale Polizei unt 15 000 F e l d- iiitet und Nachtwächter als poli­zeiliche Hilfskräfte zugestanden morden sind, finden gegenwärtig V er - Handlungen z w i s ch en der Reichs- Uxegierung und den Vertretern der Länder und Gemeinden über die Frage der Zuweisung der verschiedenen . Iolizeikontingente an die Länder und Ee- minden statt. Wie aus gutunrerrichtctcr Quelle mitgeteilt wird, darf angenommen verden. daß bis züm Jahresende die Ver­handlungen zu einer Verständigung Wien werden.

Die Meldung einer Parteikorrespondenz, wonach über die Verteilung zwischen dem Reich und den Ländern Verhandlungen schwebten, die noch der Zustimmung der Nilitärkontrollkommission bedürften, ist, »re von zuständiger Seite erklärt wird, nicht ganz zutreffend. Zwar mutz der Ver- trilungsplan der Polizeistärke der Inter­alliierten Militärkontrollkommission vor- xelegt werden, jedoch hat diese davon nur Kenntnis zu nehmen und keines­wegs das Recht einer Eenehmi- zung oder Ablehnung des Planes.

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Warschau, 28. Dez. Nachdem die polnische Presse längere Zeit in ihrem Ton gegenüber Deutschland etwas zurückhal-. tender gewesen ist, setzt jetzt wieder wie ruf Kommando eine allgemeine Attacke ein. Als Ausgangspunkt dient die angeb­liche Spionage des Landrats Dr. Lu la­iche k von der gemischten oberschlesischen Kommission. Obgleich von Dr. Lukaschek die Sachlage in ganzeinwandfreier Seife geklärt worden ist, nimmt man Mf polnischer Seite von seinen Erklärungen keine Kenntnis, sondern ergeht sich in B e- lchimp jungen der Deutschen, die die internationale Kommission angeblich M Spionagezwecken ausnützen. Sogar das Dlatt Pilsudski« selbst,©Io«Praw- dh", spricht die Drohung aus, daß die °berschlesischen Aufständischenaus dieser Angelegenheit Konsequenzen (!) ziehen" würden. Das Blatt meint u. a., daß die Bevölkerung das Gebäude der gemischten Kommission habe stürmen wollen. Aus Een Darstellungen hat man jedoch den Umdruck, als ob die Erregung künst­lich geschürt werden sott. Bezeichnend W, daß die deutschen BlätterOber- chlesischer Kurier" undBolkSwille" in ^sttowitz beschlagnahmt wurden, d-eil sie die Erklärungen des Dr. Lukaschek

Abdruck brachten.

Bezeichnend ist auch, daß sogar die Weih- ^chSttrummer zur Verhetzung herhatten

So bringt derKurjerPorannh" in Wechnachtsnummer auf einem großen wen Bild Stresemann, Briand und ^rmberlain als Friedensengel, wobei Eer Stresemann die brennende Fackel in polnische Haus schleudett, während briand mit einer viel zu kleinen Spritze Chamberlain mit einem Palmenwedel Fibei stehen. Das ist das Weihnachtsbild kfet polnischen Zeitung. Außerdem be­achten die Blätter in großer Aufmachung, bei Beiden bürg eine Abteilung von Mlhekmleuten die Grenze überschritten .0e und einen Kilometer weit in Polen ^gedrungen sei. Die Abteilung bestand ^geblich aus 18 Mann. Auch hier wird I^der das Schreckensgespenst der Erre- ^ig der Bevölkerung an die Wand ge-

2uch Beunruhigungen cm der ll- Ms«he« Grenze wird in den polnischen ^hnachtsblättem geschrieben. >ie da-

nicht gerade ein bwondee« fried - iZks Aussehen zmn DachnachtSsest er-

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ff. Berlin, 29. Dez. Bar dem Main­zer Militärberufungsgericht stand gestern die Witwe Eerstler aus Landau, die wegen Uebertretung der Ordonanzen und wegen Beleidigung franzäsischer Be- satzungsangehöriger zu 10 Tagen Ge­fängnis mit Bewährungsfrist und 1000 Mark Geldstrafe verurteilt warden war.

Frau Eerstler hatte die A u f n a h m e R o u z i e r s, der bei ihr e i n quar­tiert werden sollte, entschieden abgelehnt. Die Berufungsinstanz erkannte auf ein« Geldstrafe von 20 und 30 Mark.

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Dor Erogindustrirlle Fritz Thyssen gibt der Oeffentlichkeit Kenntnis von nachstehendem Brief, den er an den Vorsitzenden des Deutsch­französischen Verständigungskomitees, Mayrisch, gerichtet hat:

Sehr geehrter Herr Mayrisch! Nach dem unerhörten Urteil von Landau ist es mir unmöglich, dem deutsch-französischen Komitee weiter anzugehören. Ich erkläre hiermit meinen Austritt aus demselben. Man scheint in Frankreich zu glauben, dem um die Bedingungen des Waffenstillstandes be­

trogenen und mit Hilfe von 24 anderen Na­tionen entwaffneten Deutschland, während man selbst bis an die Zähne bewaffnet ist, alles bieten 8U können. Im Interesse des Friedens Europas wünsche ich, datz dieser französische Glaube baldmöglichst zerstört wird. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hoch­achtung sej. Fritz Thyssen."

Das Deutsch-französische Verständigungs­komitee ist im Zusammenhang mit den deutsch­französischen Wittschastsverhandlungen ins Le­ben gerufen.

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Der Mott WWnA

Die Franzosen als Schvltztae entlarvt.

Paris, 28. Dezbr. Savas verbreitet heute nachmittag folgende Meldung: Zeitun­gen erklären, bezüglich des Zwischenfalls, der sich in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezem­ber in Mainz ereignet bat, datz sich aus den Nachrichten, die der Generalstab der Rbein- ctmec, geliefert bat, ergibt, datz die beiden Militärversonen. die von den Deutschen ge­schlagen worden sind, eingestanden haben, datz sie sich im Zustand der Trunkenheit bekunden hätten und mit den Deutschen Sändel geführt hätten.

Nach dem ,,Paris Soir" bat Minister des Innern Sarraut nach dem Ministerrat die gleiche Erklärung abgegeben -ins ausdrücklich festgestellt, datz der Streit auf die beiden be­trunkenen französischen Svldaien zurückzu- führen sei.

Sw Mi BukaMk

Deuthen O.-S., 28. Dezbr. In Katto- witzer polnischen Kreisen wird das Gerücht verbreitet, datz das SDütglieb der Gemischten Kommission Dr. Lukaschek sich zur Bericht­erstattung über die letzte Svionageangelegen- hett in Berlin befinde und auf seinen Posten nicht mebr »urückkehren werde.

Wie von unterrichteter Seite verlautet, ent­spricht diese Meldung nicht den Tatsachen. Landrat Dr. Lukafchek befindet sich nach wie vor auf seinem Posten in Kattowitz. Des­gleichen entspricht die aus gleicher Quelle stammende Meldung von dem Rücktritt des deutschen Konsuls Ilgen nicht der Wahrheit.

In Kattowitzer Gerichtskreisen verlautet, daß die letzte Svionageafkäre in die angeblich Dr. Lukaschek verwickelt lein soll, Ende Januar oder Anfang Februar bereits vor dem hiesigen Bezirksgericht zur Verhandlung kommen werde.

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AndetMS btt Mti»m>l«»minr bei ter KMSbalm

Berlin, 28. Dez. Zn den letzten Wochen find zwischen der Reichsbahn- gesellschaft und den Eisen- bahnerorganisationen und dem Haupt beamtenrat Verhandlungen über Aenderungen der Personal­ordnung geführt worden. Aeben Aen­derungen rein formaler Aatur handelt es sich vor allem um die Bestimmungen über die unkündbare Anstellung und den Kündigungsschutz für Hilfs­beamte.

Während bei den Aeichsbeamten die Be­stimmungen für die Erlangung der unkünd­baren Anstellung für die Beamten aller Gruppen einheitlich sind, will die Reichs- öahngesellschaft eine rechtliche Drei­teilung vornehmen, und zwar sollen die Beamten der Gruppe 10 und höher nach dreijähriger, der Gruppen 6 bis 8 nach fünfjähriger und der Gruppen 1 bis 5 nach rehnjShriger befriedigendem *Beamttnetewft« unkündbar «mgestellt »erben, »n b« der Aatur der PensienSdersvrguna der 'Itemtw. der ein­zelne Beamte an der UnteenMaxg Jwned jedeaßeit kündbaren AaftellunasvrrhSktnis- ses in ein Sauersteklm^Sveichältttis im

höchsten Maße interessiert ist, wehren sich die Reichsbahnbeamten naturgemäß gegen eine solche Benachteiligung der unteren und mittleren Gruppen. Sie fordern unter Hinweis auf die Bestimmungen des Reichsbahngesehes eine Regelung, die mit den Verhältnissen beim Reiche über­ein st i m m t. Sie fordern also für die Beamten aller Gruppen gleiche Bestim­mungen. Bei den Bersorgungsan- wärtern sind bi« Bewährungsfristen etwas kürzer, weil die zurückgelegten Mili­tärdienstjahre teilweise angerechnet wer­den. Die Eisenbahnerorganisationen for­dern die für die Militäranwärter gelten­den herabgesetzten Bewährungsfristen auch für solche Beamte, deren Beamtendienst­zeit eine ununterbrochene Beschäftigung als Arbeiter oder Angestellter im Staatsdienst vorausgegangen ist.

Immerhin bedeutet die Festsetzung einer zehnjährigen Karenzzeit für die Gruppen 1 bis 5 einen Fortschritt gegenüber der ursprünglichen Regelung. Danach sol­len diese Beamten erst nach 20 Jahren unkündbar werden.

Sehr wichtig ist auch die Frage des Kündigungsschutzes für die Hilfsbeamten. Ein großer Teil der Reichsbahnbeamten wird vor der Anstel­lung als Hilfsbeamter verwendet. Diese Hilfsbeamten gelten ihrer Dienstleistung und Derantwortung nach als Beamte, in ihren Rechts- und Lohnverhältnissen aber als Arbeiter. Bisher hatten sie nicht das Recht, im Falle ihrer Entlassung di« Ar­beitsgerichte anzurufen. Sie stehen in­folgedessen ohne jeden Kündigungsschutz da. Die Reichsbahngesellschaft will nun­mehr die zu den Beamtenräten wählenden Angestellten und Lohnempfänger den Einspruchsausschüssen unterstellen, die in der Personalordnung für die Beam­ten im Falle der Kündigung vorgesehen sind. Dieser Standpunkt der Reichsbahn- gefellschaft wird aber nur von einem Teil der »isenbahnerorganksattonen geteilt.

Die Aeichsbahngeseklschaft hat pigesagt. Ix den strittigen Punkten nochmals zu den Bvrschlbgen tat Organisation« Stellung #n nehm«.

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Stt Oemtenttteg In Stoartw

<3i stellt sich immer sicherer heraus, daß die amerikanische .Intervention" m Sticamju« ein Fehlschlag ist. Angeblich sollten die Trup­pen nur zu dem Zdoecke an Land gebracht tootfce* sein, um den ameeiknneschen Besitz in Nicaragua und bat Leben amerikanisch« Staatsbürger angesichts des allerdings nicht allzu blutigen Bürgerkriegs, der wieder ein­mal im Lande herrscht, zu sichern. Die Tat­sache, bah jedoch der Kommandant der ameri­kanischen Marinetruppen sich da»« entschloß, die ganze Ostküste Nicaragua» als sogenannte neutrale Zone zu erttären, deutet daraus hin, daß eS sich in Wirklichkeit für die ameri­kanische Negiernng um mehr handelt, alt lediglich darum, die nicht allzu ausgedehnte« Besitzrechte amerikanischer Bürger in Äica- ragua sicher zu stellen. Washington machte auch niemals ein Hehl darau«, daß e« ent­schlossen sei, eine klare Stellungnahme ge­genüber den Wirren in Nicaragua eintzu- nehmen.

Wenn sich die amerikanische Negierung da­zu fand, den to*ferMtü>ex Präsidenten von Nicaragua, Dia», zu unterstützen, so ließ sie sich, zu dieser Haltung wohl weniger v»n Ge­fühlen einer NechtSerkenntniS, als mehr von der Tatsache lenken, das) Merico den Segen­spieler Diaz', den liberalen Dacasa, als de« gesetzlichen Staatslenker der kleinen NepublÄ anerkannte. So sollte in Wirklichkeit die Landung der amerikanischen Truppen an der Ostküste NicavagnaS eine Unterstützung dar strategischen vage Diaz' sein.

Wie so oft spielte auch hi« der Znfasi Den Amerikanern einen üblen Streich. Un­mittelbar nach der Landung der Marine­truppen gelang eS den Negimentern Sacala«, die SeineHeereSmacht" de« Herrn Dia; ent« scheidend ju schlagen, die Formationen da» geschlagenen Präsidenten zu zerstreuen, sodaß jetzt zu befürchten ist, daß die aus dem«l^ zuge sich befindenden Soldaten Diaz' in d« neutral«! Zone Schutz suchen werden. die amerikanische Negierung die vdckerrechd» sich« Degründuna. mit der sie ihr Bor geh« in Nicavagua stützte, aufrecht erhalten, s» müßte sie in einem solchen Falle de« ameri­kanischen Truppenführer Antoeisung geben, Nie in die neutrale 3mte gesiüchteten Negineent« Diaz' zu enttoaffnen. Wa< wiederum txe eigentlichen Zweck der amerikanische« Lan­dung in Nicaragua illusorisch machen wüvde.

Nichtsdestoweniger scheint die ameritani'che Regierung geneigt zu fein, diesmal das .<8$- sicht zu wahren". Wenigstens geht aus mn« Proklamation btt amerilanischen KommO-.rLan- ten in Nicavagua hervor, daß et enischlos­sen sei, die siüchtiaen Truppen Diaz' in >ew Augenblick entwaffnen zu taffe«, in bwt he die Grenze der neutralen Zone überschrchrq«.

Auch andere Be^leiterschei»u«aen tw »ec Entwicklung der nicaragua'.schen Ntzim-e« las­sen erkennen, dah die eigentlichen Ziele Washingtons durch die Tatsache dec Tr:ch- penlandung Schiffbruch gelitten habe«. 3w Snrten Lande hat die Einmischung ewec

-den Wacht in die inneren Aerhülknitse der Republik eine ungeheure Erreg uns a un­gelöst. Da diese Einmischung sehr augem- seheinlich im 3nte»effe Diaz' erfolgte, so freu* eS nicht Wunder nehmen, wenn diese Porung des JolkeS sich auch in der Richtung der Bestrebungen der Herrn Diaz entlädt. Die Aiederlage, die die Liberalen den T«uv- pen de« General» Diaz beifügten, Wirtz man nicht ft> schr einem Siege der Wasien zu- zusprechen haben, al» wohl mehr der Tat­sache, dah zahlreiche Anhänzer auf Ervntz der amerikanischen Truppenlandung ihren bis­herigen Führer im Stiche ließen, um sich zur Gegenpartei zu schlagen.

SS kommt hinzu, daß auch in den Hwrpi- städten der übrigen südamcrikanischen S:aaten die amerikanische Sinmischung in die inneren Verhältnisse eine« befreundeten Land«» die allerunangenehmsten Empfindungen und De- fürchtungen gezeittgt hat. Die Presse fast de« gesamten Latein-Amerika» nimmt in hef­tigen Ausfällen gegen die Politik der nortz» amerikanischen Union Stellung, was, wie fest- zustellen ist, in den 33ereinigten Staaten von Nordamerika nicht ohne Eindruck geblieben ist . Gewisse Anzeichen deuten auch darauf hin, baß Washington beginnt, einzulenketi. Dies ist wohl in der Hauptsache ein Verdienst des Senator» Borah, der sich aufs energischste für ein« friedlich« Beilegung bei ganzen Kon­fliktes einsetzte.

Vehr bezeichnet für die gany Affäre dürfte di« Erklärung ^ovah» fein, daß noch feiner tteberzeugung dre Revolution in Aicaragua lediglich von zehn Amerikanern in Washing­ton geleitet werde, die genügend Einfluß be­sähen, um entsprechend« Leitartikel in bet .Poesie.der ftzMWMn SjDMtz «tidftWM» 8*