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ME, W N. Sezdr. 1926

^Vberhesslsch« Settimg* * toefttt sechsmal vSchentttch. öf -sgSpreiS monatlich 2 SM. «#- Mießl. ZustellnngSgebühr. durch di<P»stL25 GM.Für etwa infolge gttdtA Wafchlnendefekt» oder finstntetet Ereignisse ausfallend« Nummern wird kein Ersatz ge* äfftet Verlag». Dr. §. -ttzerotfe pott! der Unib.-Duchdruckerrt b. Axh. Ang. Koch. Markt 21/23. brnt sprech er: Nr. 54. n. Nr. 55. «^ischeckkontor Ami Frankfurt 158. Nr. 5015. Sprechzeit (tt Redaktion von 1011 und

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i Sie Kam einer ReichsiagS- MMuag vor »em 19. Muor

Berlin, 26. Dez. Wie derMontagmor- ftn aus parlamentarischen Kreisen HSrt, soll Kichstagspräsident Löbe von fozialdemokra- iischer Seite zur Einberufung des Reichstages wt dem 19. Januar zwecks Beschleunigung Regierungsbildung aufgefordert werden.

Weibnachtskundgebungen.

Berlin, 24. Dez. Die Weihnachtsaus- zaben der Blätter bringen eine Reihe von -undgebungen und Betrachtungen von pro- eincntea Persönlichkeiten und Personen des Amtlichen Lebens.Der Deutsche" bringt linen Weihnachtswunsch des Reichskanzlers Darr, der sich besonders mit Fragen der Kohlfahrt befaßt. Das dringendste Problem tei Gegenwart und unserer nächsten Zukunft sei die große Arbeitslosigkeit. Soziales Ver- Mdnis, tiefinnerstes sittliches Pflichtbewußt­en, nie versagende Menschenliebe müssen sich die Hand reichen, das Werk zu vollbringen.

Eakonder.zum Fall Lukaschrk.

K a t t oro ij$ , 24. Dezember. Aus dem

rt^ezemoer. AUS oem . des Präsidenten der gemischten gwntjfion, Calonder, geht dem WTB.

1 Mu.de Erklärung zu: Ich protestiere H't mit aller Entschiedenheit gegen pichen Versuch, meine Person oder die M'ichte Kommission als solche direkt oder mit der Affäre des Herrn Land- Dr. Lukaschek irgendwie in Verbin- z k«« zu dringen. Ich muß die weitere ^solgung dieier Angelegenheit ausschlietz- D. den Beteiligten überlassen und be- : Muke mich darauf, hier meinen gründ­lichen Standpunkt auszusprechen, wo- einem Mitglied der gemischten Kom- 7unon unter keinem Gesichtspunkt ge- ist, mit Spionen in Verbindung zu

Eivo neue Polnische Role

, Berlin, 24. Dez. Die polnische Ge- iandschaft in Berlin hat dem Auswärti- M Amt in der Frage der Erklärung der Regierungsparteien des Reichstages zu den Hemeindewahlen in Polni 'ch-Ober sch iefien ^rme weitere Note zugehen lassen. In Wwjer Note stellt die polnische Regierung Wt, daß sie den in der deutschen Note vom Z £ Dezember zum Ausdruck gebrachten

Standpunkt durchaus teilt, daß in Bezug uf r^berschlesien die genaue Innehaltung

Genfer Abkommens für die deutsch- Blnrschen Beziehungen bestimmend sei. Die rrklärung der deutschen Regierungspar- »>en bedeute aber eine unzulässige Einmischung in die Angelegenheiten Polens. Die polnische Note verweist hier- : « auf Artikel 72 des Genfer Abkom- nens, der, die Zuständigkeit des Völkerbun- »« für die in dem Genfer Abkommen an- pregten Fragen feststellt.

Eine Antwort auf diese Polnische Note vud auf diplomatischem Wege erfolgen. sei jedoch schon hier bemerkt, daß von anrr Einmischung in die inneren Ange- «genheiten eines anderen Staates oder 8«?E®?cnTträ(5tiSung der Zuständigkeit des «vtkerbundes keine Rede sein kann, wenn «u deutsche Oeffentlichkeit ihr Interesse an l Innehaltung eines Vertrages zum Aus­guck bringt, in dem Deutschland Dertrags- Krtner ist.

6Mna mi» »ie Milchte

®bon, 26. Dez. Das Foreign Office ^nentlicht heute den Wortlaut eines Memo. Mums, das der britische Geschäftsträger in den Vertretern der Signatarmächte Washingtoner Vertrages überreicht hat. hritische Regierung schlägt vor, daß die

Deutscher Protest in Kowno.

.Barlin, 24. 12. Die Reichsregierung den deutschen Gesandten in Kowno ^rewtesen, gegen die Ausweisung Reichsdeutschen aus dem Me- ^/lgebiet Protest zu erheben und ?? der litauischen Regierung die 3luf= ?7Un9 des Ausweisungsbefehls zu ver-

ZrmzöMe Wt

Freilassungen in Landau.

Frankfurt o.3R, 24. Dez. (WTB.) Wie von zuverlässiger Seite aus Landau mitgeteilt wird, sind die beiden im Rouzier-Prozeß ver­urteilten Deutschen Kegel und Fechter heute aus der Untersuchungshaft entlasten worden.

Unterzeichnung des Begnadignngsdekrets durch Doumergue.

Paris, 25. Dez. Der Präsident der Re­publik hat heute mittag das Dekret unter­zeichnet, durch das sämtliche vom Kriegsgericht in Landau verurteilten Deutschen begnadigt werden.

Paris, 26. Dez. Zum Enadenakt des Präsidenten der Republik schreibt derDemos", mau könne ibn angesichts der deutschen hef­tigen Prestekamvagne als etwas ver­früht (!!) bezeichnen. Roch einmal habe Frankrich durch eine großmütige Geste (!!), von der man nicht sicher sei, daß sie jenseits des Rheins gut ausgenommen werde, seine Sorge bekundet, auch nur den Schein zu vermeiden, daß man hiusichtkick der Ent­wicklung der Entsxannuugs- und Berständi- gungspolitik schwanke. Die internationale öffentliche Meinung müsse anerkennen (!!), daß Frankreich bis jetzt allein ständig be­sorgt war, die Wiederaussöhnung und Wieder­annäherung auf der Grundlage von Locarno zu begünstigen. Man könne aber nicht ver­langen, daß es weitergehe und seine vertraglichen Rechte aufgebe (!!). Diese törichten Phrasen desDemos" sind die beste Charakteristik des wahren Gesichts Frankreichs. Es verlohnt sich nicht, die Ver­drehungen und Entstellungen zurecht 8u rücken.

DasJournal des Debats schreibt, es handle sich bei der Begnadigung um eine Re- gierungsmaßnabme. Die Mitglieder des Ka­binetts batten die Entscheidung getroffen und sie müßten die Verantwortung übernehmen. Das zuzugeben, würde auch mutiger und ge­schickter sein. Das Blatt befürchtet, daß die deutsche Kampagne zur Räumung der Rhein­lande durch die letzten Ereignisse eine Ermuti­gung erfahren werde, und daß man in ge­wissen deutschen Kreisen immer mehr über­zeugt werde, daß die beste Taktik darin bestehe die Zwischenfälle zwischen Militär und Zivil zu vermehren.

Ein Zwischenfall in Mainz?

Französische Stimmungsmache.

B e r l i n, 26. Dez. Die Agentur Haoas ver­breitet die Meldung, daß in der Nacht vom 24. Zum 25. Dezember zwei französische Soldaten nach dem Besuch der Weihnachtsmesse vor der Mainzer Earnisonkirche von mehreren anschei­nend betrunkenen Deutschen angegriffen wur­den. Den zuständigen Stellen in Mainz und Koblenz ist, wie eine Anfrage ergab, von die­sem Vorfall nichts bekannt

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Noch am Samstag Abend wurden die bei­den Landauer verhafteten Deutschen wieder entlassen, und jetzt wird gemeldet, daß der Präsident der französischen Republik alle ver­hängten Strafen erlassen hat, um wenigstens nach der deutschen Seite hin den Wahnsinn von Landau wieder gutzumachen.

Wir freuen uns für die nunmehr Freige- sprochenen, daß ihr Märtyrium im Dienste der deutschen Sache keine persönlich leiblichen Fol­gen mehr für sie hat.

Weiter ist uns der schnelleGnaden"-Akt der französischen Regierung ein Beweis dafür, daß dem einmütigen Willen eines Volkes, wie er sich bei uns nach dem Landauer Schand­

urteil zeigte, selbst ein Poincar« nicht wider­stehen kann. Irgendwie muß er darauf Rück­sicht nehmen, das zeigen vor allem die oben wiedergegebenen gebundenen Ausführungen des offiziösenTemps". Französische Menta­lität, deren Wirkung aber immer geringer werden dürfte, je mehr den Völkern die Augen aufgehen über den Methoden dieses sadisti­schen, eiteln und herrschsüchtigen Volkes.

In Deutschland hat jedenfalls das Landauer Urteil wieder einmal gezeigt, was wir von unfern Nachbarn in Wirklichkeit zu erwarten haben.

Noch läuft der Mörder Rouzier frei umher, eine Sühne der Tat an Deutsche' erfolgt nicht. Oder war die einseitige Verurteilung und dann nachträglich großmütige Gnadenhandlung etwa nichts anderes als ein geschicktes Manö­ver, um vor den Augen der Welt die Tatsache zu verschleiern, daß die Kulturnation Frank­reich Mörder frei umherlaufen läßt, wenn sie nur Deutsche morden? Klug sind die Herr­schaften in Paris. Und die französische Re­gierung wird sich hüten, ihren Imperialisten ein Haar zu krümmen, den sie gehört selbst im Herzen zu ihnen.

Wir aber können einenZwischenfall" von Landau jeden Tag aufs Neue erleben so­lange die Besatzung am Rhein steht. Und da­rum gibt es auch jetzt und immer nur eine Forderung: Weg mit der französi­schen Gewaltherrschaft am Rhein!

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Einixuns mit »et BotMfttt- Kmsmnz

Paris, 26. Dez. Die Verhandlungen, die Botschafter v. Hoesch und Geheimrat gor« st er in letzter Zeit mit der Botschafterkonfe­renz über gewisse Restpunkte des Entwaff­nungsprogramms hatten, haben zu folgendem Ergebnis geführt:

Die Polizeifrage ist durch einen Notenwech­sel zwischen der Botfchafterkonferenz und Herr o. Hoesch endgültig geregelt worden. Die deutschen Polizeikräfte sind darin auf ins­gesamt 140 000 Mann festgesetzt, davon 105 000 staatliche Polizei und 35 000 Kommunalpolizei. Dabei hat aber die Botschafterkonferenz aus­drücklich anerkannt, daß gewisse polizeiliche Hilfskräfte, die in der Note von Boulogne noch in die Zahl der eigentlichen Polizrikräfte eingerechnet worden waren, nicht als solche anzusehen sind und daher zu der Zahl von 140 000 hinzukommen. Dazu ist zu bemerken, daß die Note von Boulogne die Zahl dieser Hilfskräfte aus 15 000 bemessen hatte. Es er­gibt sich also eine Vermehrung der zugelasse­nen eigentlichen Polizeikräfte um 5000. Auf die Frage der Anrechnung der Polizei der Hansestädte bei der Verteilung staatlicher und Kommunalpolizei ist in einer den deutschen Belangen Rechnung tragenden Weise gelöst. Ferner ist hinsichtlich der Einstellung und der Berbandsfrage ebenfalls volle Einigung er­zielt worden. Der Austausch der im Entwurf bereits vorliegenden Noten wird voraussicht­lich in der ersten Januarwoche stattfinden. In beiden Fragen hat sich die Botschafterkonse- renz von den ihr von der deutschen Regierung mitgeteilten Maßnahmen, die sich im Rahmen des allgemeinen deutschen Rechtes halten, be­friedigt erklärt, insbesondere hat sie von der früher gestellten Forderung einer Auflösung von Verbänden Abstand genommen und das Vertrauen ausgesprochen, daß, wenn sich etwa in Zukunft die getroffenen Maßnahmen nicht als ausreichend erweisen sollten, die deutsche Regierung selbst das Nötige veranlassen wird.

Rächte eine Erklärung «rlasten, in der die Bereitschaft ausgesprochen wird, in Verhand­lungen über eine Revision der Verträge und über alle schwebenden Fragen einzutreten, so­bald China selbst eine verhandlungsfähige Re­gierung gebildet habe. Weiter wird oorge- fchlagen, daß die Mächte keinen Zweifel dar­über lassen sollen, daß sie den berechtigten Be­strebungen soweit als möglich entgegenkom­men wollen.

Das Mcnbndjutteil aufgeheben

Berlin, 24. Dez. Das Reichsgericht bat wie dieVoss. Ztg." meldet, das Urteil des Landgerichts München gegen Fechenbach, so­weit es sich auf die Veröffentlichung des Ritter-Telegramms bezieht, ohne erneute Sauvtverhandlung endgültig aufgehoben. Die Kosten hat der Staat zu tragen Das Land­gericht München hatte f. Zt auf 10 Jahre Zuchthaus und Tragung der Kosten gegen Fechenbach erkannt.

zwischen »en Mrtn

So nennt das Volk die Zeit zwischen Weih­nachten und Neujahr. Eine Zeit, in der ge­wöhnlich nicht viel geschieht, die eben zwi­schen den Jahren ein träges kümmerliches Da­sein fristet. Diesmal ist es anders.Beweg­ter Iahresschluß" überschreibt derCorriere della Sera" in Mailand einen interessanten Leitartikel, der sich besonders mit Frankreich, mit Landau und der französischen Balkanpoli­tik beschäftigt. In Italien ist man ja jetzt gegen die französischen Allgewaltsansprüche auch allmählich hellhörig geworden. Das Blatt nimmt die unverfrorene Sprache der fran­zösischen Zeitungen zum Anlaß, festzustellen, daß außenpolitisch in Paris ein Um­schwung in Vorbereitung sei. Für Italien sieht man die Bedeutung dieses Umschwungs in einer Italien gefährlichen Aktivität auf dem Balkan. Aber dieser Umschwung von Briand zu Poincaro werde antiitalienisch und antideutsch sein.

Wir Deutschen wissen, daß er vor allem anff. deutsch sein wird. Daß man in Paris auf Grund der Landauer Geschichte gerade die Aufrechterhaltung der Besatzung fordert, ist ja selbstverständlich. Aber Pertinax stellt im Echo de Paris" die Behauptung auf, daß die Empörung des ganzen deutschen Volkes über das Landauer Schmachurteil ein wohlberech­netes Manöver fei. Nur den Verurteilten dürste der Rechtsweg offen stehen. Alle diplo­matischen Demarchen von deutscher Seite müßten energisch zurückgewiesen werden. Höhnisch erklärt er, das in Deutschland er­hobene Geschrei bedrohe die Loearnopolitik. (!) Er ziehe aber das Geschrei allen Untaten vor, die ein befreites oder selbst freundschaftliches Deutschland zweifellos begehen würde. (!) Die­ser Hohn ist das wahre Gesicht Frankreicks.

Gefahr für die Loearnopolitik. Darin sieht man freilich wie in Italien so auch in Eng­land den Schlüssel zum Urteil.Daily Teleg." sagt: In London werde dargelegt, daß es nicht zu dulden sei, daß die ganze Zukunft der Loearnopolitik durch solche Zwischenfälle ge­fährdet werde. In diesem Falle habe die bri- tische Regierung ein besonderes Recht, zu sprechen, da sie zusammen mit Italien zum ge­meinsamen Wohle Deutschlands und Frank­reichs die sehr verantwortungsvolle Rolle eines Bürgen des Friedens in Rheinland übernom­men habe.Daily Expreß", der von jeher gegen die Loearnopolitik geschrieben hat, sieht in demsonderbaren" Urteil des französischen Kriegsgerichts einen neuen Beweis für die Gefährlichkeit der Verpflichtungen, die Groß­britannien in Locarno übernommen hat. Daily News" jagt: Die fortdauernde Be­setzung deutschen Gebietes durch die Alliier­ten halte die Wunde offen; aber ein Zwischen­fall wie dieser mache sie noch schmerzhafter. Wenn die Franzosen nicht weitblickender seien, dann könne Landau sehr wohl die Grundlage für einen neuen Krieg bilden.»

Nun hat Frankreich noch am heiligen Abend sich zur Freilassung der Unschuldigen entschlos­sen und dieBegnadigung ist bereits er­folgt. Man wird sich in Frankreich, das Mörder von Deut sch en frei herumlau­fen läßt, nicht einbilden, daß dies die Lösung ist. In Deutschland denkt man anders.

In Landau sprach nicht der Geist, der aus den schönen Worten eines Briand zu atmen scheint. Hier sprach die Seele eines ungehemm­ten Siegesdünkels. Im besetzten Gebiete berrscht das Dogma an die Herrlichkeit des französifchen Sieges und die Niederhaltung des mit so unsäglich schweren Mühen nieder- geknüppelten Gegners. Rouzier, der Mörder, der aus feiger Angst einen friedlichen deut­schen Bürger niederschoß, andere harmlose Einwohner Germersheims mit der Reitpeitsche Verständigungspolitik" beibrachte, ist ein Produkt einer französischen Mentalität, eines Etappengeistes, der heute noch den Krieg meint, wenn et von der stillenunsichtbaren Besatzung" spricht. Ueber dem französischen Kabinett jedoch herrscht der Wille und der Zwang eines Poincarß. Und damit ist alles gesagt.

Alles was bisher geschah, war ein Faust, schlag ins Gesicht des deutschen Volkes. Aber wir stellen es mit Genugtuung fest: Das ge­samte deutsche Volk hat den Faustschlag ver­spürt. Solche Faustschläge vergißt man nicht. Der unerhörte Urteilsspruch derrechtspre-