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virnAag, w iL Sezbr. 1926
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»1,1—1 Uhr.
ff. Rewyork, 21. Dez. Set dem Schiffsunglück auf dem Hudson sind, wie nunmehr bekannt wird, 3 3 Personen ertrunken.
6 Arbeiter in der Lahn erirunken
fk. S a d E m S, 21. Dez. Sestern stürzte auf der Lahn eine Dampframmr ins Wasser. Hierbei fanden sechs A r - beiter den Tod in den Fluten.
Zu dem Unglück wird noch gemeldet:
Ein« Damvframme, die aus zwei Pontons befestigt war, sollte den Fluh heraufgrzogen «erden. Dabei lief der eine Ponton infolge der reibenden Strömung der Lahn voll Wasser, so dah die Damvframme ins Wasser rutschte. Bon den acht auf dem Floh befindlichen Arbeitern konnten sich nur zwei retten. Die anderen verschwanden in den Fluten. Die Verunglückten find A r b e i t s l o se, die erst vor kurzer Zeit eingestellt worden waren, von d-nen sechs Familienväter find. Es ist bis jetzt noch nicht gelungen, die Leiche« zu bergen.
Dr. eirtfcmann In Snmbmg
Srntnle Sorternns der nllgtmeinen Sbrällung
SchMaWrophe auf dem Sudfvu
33 Arbeistnchende ertrunken
Ser Amlanires im Arezetz Rvuzier
i st La « dau, 21. Dez. Der französische «litiirische Staatsanwalt hat am Schluss jgutt Anklagerede gegen Leutnant ^«uzier eine Strafe von einem (!) ^ahr Gefängnis beantragt.
Seziiglich der angeklagten Deutschen Mte er die Strafbemessung dem Gericht «heim.
New York, 20. Dez. Heute früh wurde auf dem Hudson ein Personendampfer von treibenden Eismassen so heftig getroffen, dah er kenter^. Ungefähr 100 Passagiere wurden ins Wasser geschleudert. Zn der Nähe befindliche Fahrzeuge eilten sofort zu Hilfe und retteten eine Anzahl der ins Wasser Gefallenen. Bis jetzt find 14 Tote festgestellt worden.
Wie befürchtet wird, wird die Zahl der Toten ungefähr 40 betragen. 24 Personen muhten infolge des Sturzes in das kalte Wasier ins Krankenhaus geschafft werden. Wir es heiht, hat der Umstand, dah die Passagiere, durchweg Leute, die in Newyerseq Arbeit zu erhalten hofften, vor der Abfahrt auf dem Dampfrrsteg aus Freude darüber fangen, die Rettungsversuche verzögert. Leute am Ufer, die die Schreie der Ertrinkenden hörten, schenkten ihnen zunächst keine besondere Beachtung, da fie annahmen, dah die Leute ihren Gesang auf dem Boote fortsetzten.
M neue litouiitbe Regierung st-nigsbcr«, 20. Dez. Wie aus Memel zmeldet wird, hat das neue litauische Kabi- «jt mit dem Minderheitenblock, zu dem auch Ze 10 Abgeordneten aus dem Memelgebiet «hören, und mit der Bauernvartei zwecks Schaffung einer trafähigen varlamcntarischen Rsis Fühlung genommen. Die Berhandlun- «« haben zu einem Erfolg geführt.
Ser SKulstresk beendet
.Berlin, 20. Dez. Vom Evangelischen !eichselternbund erfährt das W. T. B.: Um «t Schulkonflikt in Westfalen im gemein- «ten Interesse von Schule, Elternhaus und Staat einer sachlichen Lösung entgegenzu- Ären, hat der Vorstand des Evangelischen ^eichselternbundes die Entscheidung des werft eit Gerichtshofes über die Frage ange- Aen, ob die Auslegung des vrcubischen Schul- Echtsgesetzes von 1872, auf das sich nun der deichische Kultusminister bei der Versetzung li? dissidentischen Schulrates Mischalki bedien bat, mit Artikel 174 der Reichsverfassung Nteinbar ist. Der Reichsminister des Innern «t sich bereit erklärt, die Angelegenheit vor
Reichsgericht anhängig zu machen. Im Mblick auf die dadurch eingeleitete Eröff- des Rechtsweges bat der Evangelische 8ternbunb Westfalen beschlossen, den Streik beenden. Wie der Amtliche Preußische ^Bedienst dazu erfährt, stebt der vregßische Musminister Dr. Decker nach wie vor auf
Standvnnkt, daß die beanstandete Auszug des Gesetzes mit der Reichsverfassung Einklang steht. Er begrüßt es aber, daß ^.Konflikt durch die Anrufung des Reichs- Sichts in die Svbäre rechtlicher Auseinander- -’&ng emporgeboben wird .
öberheWhe Zeitung
Hamburg, 20. Dezbr. (WTB.) Im großen F e st i a a l des Ratha uses gab der Senat heute abend anläßlich des Besuches des Reichsministecs Dr. Strefern a n n ein Essen, an dem außer führenden Persönlichkeiten ans Politik, Wirtschaft und Wissenschaft das gesamte Konsularkorps — in Hamburg sind jetzt fast sämtliche Staaten der Erde vertreten — teilnahmen. In seinen Bearühungsworten hob Dr. Petersen die Bedeutung der Vermittlerrolle hervor, die die Hansestädte seit ihren Anfängen in den Beziehungen zwischen Deutschland und dem Ausland erfolgreich durchgeführt haben. Sie hätten ein gut Teil dgzu beigetragen, jene Einschätzung Deutschlands im Auslande mitzuschaffen, die Reichsminister Dr. Strese- mann erneut aufzubauen, erfolgreich bemüht sei. Bürgermeister Dr. Petersen gedachte dann der letzten Tagung in Genf, aus der Reichsminister Dr. Stresemann jene klare und gerade Linie der Polit ik ver- treten habe, die von der Deutschen Republik seit 1919 verfolgt worden sei, jene Politik, deren Leitmotiv der Glaube an den Willen der Menschheit zum wahren Frieden und nach einer gerechten Verständigung sei. Er glaube, Reichsminister Stresemann am erwünschtesten zu ehren, wenn er seine Worte aus- klingen lasse in einem Hoch auf die Führer aller Völker, die in Treue zum Wesen der eigenen Nation und in Achtung vor dem der fremden, den Frieden der Welt zu sichern bereit sind.
Der belgische Generalkonsul Moulaert verlieh im Namen des gesamten Konsularkorps der Freude darüber Ausdruck, daß es Gelegenheit gehabt habe, Reichsminister Dr. Stresemann persönlich kennen zu lernen; er stellte die fortschreitende Verbesserung des wirtschaftlichen Lebens in Deutschland fest, gedachte der großen Verdienste Dr. StresemannS auch um die im Konsu- larkorps vertretenen Länder, die im Nobelpreis ihre geziemende Anerkennung gefunden habe und schloß mit einem Hoch auf die Regierung.
Hierauf ergriff
Reichsminifter Dr. Stresemann das Wort. Er dankte für die Worte seiner Vorredner und entwickelte zunächst unter besonderer Bezugnahme auf die Eigenart Hamburg» die Gesichtspunkte, die für die Gestaltung der deutschen Außenpolitik maßgebend smd. Schwierigkeiten und Rückschläge, so führte er aus, dürfen uns nicht > der Erkenntnis beirren, daß der von
916 Krise in der Schwebe
Die Besprechungen des Reichspräsidenten mit den Führern der bei einer Reubildung der Regierung in Frage kommenden Fraktionen'hat diesen bekanntlich die Aeberzeugung gewinnen lassen, „dah mit Rücksicht auf die Weihnachtszeit äugen- blicklich Verhandlungen über die Reubil» düng der Regierung nicht stattfinden können". In parlamentarischen Kreisen wird angenommen, dah der Reichspräsident etwa am 10. Januar die ersten Besprechungen wieder aufnehmen wird, um beim Wiederzusammentritt des Reichstages am 19. Januar den Fraktionsführern die Möglichkeit zu geben, die Parteien über ein Ergebnis der Vorverhandlungen bereits unterrichten zu können. Diese Vorbesprechungen werden es notwendig machen, daß bereits Mitte Januar nicht nur die Parteiführer, sondern mindestens auch die Vorstände der Reichstagsfraktionen sich in Berlin wieder versammeln, und dah möglichst mit diesem Zeitpunft diejenigen Patteien, die die Ent- kcheidung nicht den höheren Instanzen allein überlassen wollen, zu Besprechungen nach Berlin einladen.
Eine Voraussage über die Gestaltung der Dinge läßt sich zur Zeit nicht geben, da man selbst innerhalb der einzelnen Fraktionen sich noch nicht schlüssig ist. Im Zentrum übt man vorerst noch vollkommene Zurückhaltung, da man wahrscheinlich vor einer Entscheidung erst die in Frage kommenden Parteiinstanzen hören wird. Die große Koalition, für die zur Zeit in erster Linie die Sozialdemokraten eintteten, scheint auch nach Ausfas- sungen im Zentrum nach den letzten parlamentarischen Vorgängen unmöglich. Der Zentrumsabgeordnete Joos kommt in einem „Politische Klärung“ Überschriebenen Artikel in der „Germania“ zu der Auffassung, daß bisher nur das eine klar geworden ist, nämlich, „dah es gut sein wird, die gestürzte Regierung baldmöglichst wieder zu betrauen“. Don der neuen Regierung erwartet der Abgeordnete Joos, die Beachtung des Gesichtspunttes, „daß das Schicksal der Ration steht und fällt mit dem heiligen Bund von Staat und Volk in der deutschen Republik, die selber wieder Dienst an der Ratton sein mutz. Sie wird zu beachten haben, daß es Über den Patteien ein deutsches Volk gibt, dessen innerer Zusammenhalt noch schwach ist“.
Dah auch die Sozialdemokratte mit einer evtl. Rückkehr der Regierung der Mitte rechnet, geht aus einer Bemerkung des „Vorwätts“ hervor, „daß aus dem Schicksal der Regierung Marx nicht zu schließen wäre, daß Minderheitsregierungen schlechthin nicht möglich scheinen“. In der „Täglichen Rundschau“ nimmt Heinrich Rippler gegen die Bildung der großen Koalitton — offenbar in Liebereinstimmung mit der Auffassung der Deutschen Dollspartei — Stellung, da diese „bei der heutigen Einstellung der Sozialdemokratte Anvereinbares miteinander vereinbaren will, und die daher, wenn sie jemals zustande kommen sollte, in kurzer Zeit Schiffbruch erleiden muh“. Rippler tritt dafür ein, den Versuch zu machen, mit den Deutschnattonalen ein Kabinett zustande zu bringen. Im übrigen meint Rippler, daß wir uns wiederum auf eine Dauer- k r i s i s gefaßt machen müssen, hofft aber, „daß es dem Reichspräsidenten gelingt, . als Meister der Sachlichkeit zu erziehen und die Krisis ohne Anwendung der ultima ratio, die Ausschreibung von Reuwahlen, zu einem erträglichen Ende z« führen“.
Die demoftatische Auffassung dürfte annähernd durch Erklärung des demokratischen Zeitungsdienstes zum Ausdruck kommen, in der gesagt wird, dah nach den bisherigen Auffassungen am meisten Aussicht ein umgebildetes Kabinett der Mitte habe. Es mühte aber diesmal von vornherein Klarheit darüber herbeigeführt werden, wie und von welcher Seite das Kabinett die notwendige Mehrheit zu finden gedenkt. Hinsichtlich der parlamentarischen Mehrheit stehe so viel fest, dah das Zenttum sowohl den Dürgerblock abgelehnt hat. Das
Der Widerruf Grütte-Ledder
^Hkllung Petz Verfahrens gegen Wolle,
•" | Aube und Ahlemann.
I»$erlin, 20. Dezbr. (Wolff). Nachdem tte--Le h d e,r feine gegen die *urschvöirischen Abgeordneten ,Wulle und fl Z&te und gegen den Oberstleutnant a. D. • Alemann gerichteten Aussagen toiberrufen wird, einer Korrespondenzmeldung zu- ^96, da Verfahren gegen die genannten I ^rer der deutschvölkeschen FreiheitSbewe- Mg
m den nächsten Tagen offiziell ein - gj Ereilt werden. Dagegen wird gegen • t)ättt=2ebber ein Verfahren wegen wiffent- falscher Anschuldigungen eingeleitet *^den.
uns eingeschlagene Weg der richtige ist und schließlich zum Ziele führen muß. Trotz der scharfen parteipolitischen Auseinandersetzungen darf ich das Eine mit Genugtuung feststellen, daß
Schwankungen innrrpolitischer Art am Knrs der drutschen Außenpolitik nichts ändern werden,
die sich heute auf die Zustimmung der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes zu stützen vermag.
Zu dem Ergebnis der letzten Genfer Tagung übergehend, sagte Dr. Etrese- mann: Dieses Ergebnis bedeutet einen Schritt vorwärts auf unserem Wege. Es ist dort gelungen, eine grundsätzliche Regelung für zwei schwierige Fragen zu finden, die dem Fortschritt der politischen Entwickelung bisher im Wege standen. Es ist gelungen, für die Investigctt ionsbefug- niffe des Völkerbundes denjenigen festen Rahmen zu vereinbaren, der sich aus der gerechten Auslegung der Vertragsbestimmungen ergibt. Vom deutschen Standpunkt aus dürfen wir es als einen Fortschritt bezeichnen, dah dabei die Entwaffnungsaktion, für die ein naher Termin festgesetzt worden ist, nunmehr allseitig als durchgcfühtt anerkannt ist. Da1- ist eine wichtige Etappe, aber freilich doch nur eine Etappe, denn
ich will offen aussprechen, dah es auf die Dauer ein unmöglicher und mi der Gleichberechtigung im Lölkerbund unvereinbarer Zustand ist, die allgemeine Rüstungsfreiheit bestehen zu lassen und dabei einem einzelnen Staat die volle Entwaffnung vorzuschreiben und ihn einseitig zu kontrollieren.
Diesen Zustand zu beseitigen konnte sicherlich nicht Aufgabe der letzten Genfer Verhandlungen sein. Diese Aufgabe muh aber im Zusammenhang mit dem allgemeinen Abrüstungsproblem unbedlngt gelöst werden.
Tie Welst wird Verständnis dafür haben, daß, Deutschland seinen Willen zur loyalen Innehaltung der Entwaffnungsbestimmungen und die Anerkennung der
(Fortsetzung siehe Seite 2.)
Riga, 20. Hez. In Moskauer Poli- j jischen Kreisen werden die letzten Ereignisse 3i Litauen nunmehr wieder ruhig beur- 2 eilt. Man glaubt dessen sicher zu fein, vorläufig in der Außenpolitik Litau- 1 ns keinerlei Aenderungen ein- reten werden. Es wird angenommen, daß hliimnstenfalls die kommunistische Gewerkhafts-Internationale eine Aufforderung an fit litauischen Gewerkschaften richten wird, bert Generalstreik in Litauen zu erklären. Huf jeden Fall werde jedoch die Sowjet- Negierung selbst Neutralität be- bahren und eine vollständige Klärung der bre™ Sage abwarten .Die Handelsvertragsver- Anell Wandlungen zwischen Litauen und der Sowjetunion, die während des Umsturzes für Mei Tage unterbrochen waren, sind wieder »uf genommen worden.