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51C. 299 KI. MkS. Warburg a. Bahn

T« Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bet schwieligem Gatz sowie bei Platz- Vorschrift 50*1, Aufschlag. Gammelan zeigen 100 °l, Auß schlag. Reklamen der Milltm. 0,40 DM. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege weiden berechnet, ebenio Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

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virnAag, w iL Sezbr. 1926

^vberhefstsche Zeitung- « Lfgl sechsmal wöchentlich. Be- ggffttü monatlich 2 GM. auS- Zustellungsgebühr, durch ^r>st2LS GM.Für etwa infolge Mik«, Waschinendefrkte oder ^s-Mltarer Ereignisse ausfallend« s-stmeta wird kein Ersatz. ge» «IM. Verlag d. Dr. §. Hiheroth, jgj der Univ.-Buchdruckerei v. ach. Slug. Koch, Markt 21/23. Msprecher: Rr. 64. tu Nr. 55. Mcheckkonto: Amt Frankfurt tgg. Rr. 5015. Sprechzeit w Redaktion von 1011 und

»1,11 Uhr.

ff. Rewyork, 21. Dez. Set dem Schiffsunglück auf dem Hudson sind, wie nunmehr bekannt wird, 3 3 Personen ertrunken.

6 Arbeiter in der Lahn erirunken

fk. S a d E m S, 21. Dez. Sestern stürzte auf der Lahn eine Dampframmr ins Wasser. Hierbei fanden sechs A r - beiter den Tod in den Fluten.

Zu dem Unglück wird noch gemeldet:

Ein« Damvframme, die aus zwei Pontons befestigt war, sollte den Fluh heraufgrzogen «erden. Dabei lief der eine Ponton infolge der reibenden Strömung der Lahn voll Wasser, so dah die Damvframme ins Wasser rutschte. Bon den acht auf dem Floh befindlichen Ar­beitern konnten sich nur zwei retten. Die an­deren verschwanden in den Fluten. Die Ver­unglückten find A r b e i t s l o se, die erst vor kurzer Zeit eingestellt worden waren, von d-nen sechs Familienväter find. Es ist bis jetzt noch nicht gelungen, die Leiche« zu bergen.

Dr. eirtfcmann In Snmbmg

Srntnle Sorternns der nllgtmeinen Sbrällung

SchMaWrophe auf dem Sudfvu

33 Arbeistnchende ertrunken

Ser Amlanires im Arezetz Rvuzier

i st La « dau, 21. Dez. Der französische «litiirische Staatsanwalt hat am Schluss jgutt Anklagerede gegen Leutnant ^«uzier eine Strafe von einem (!) ^ahr Gefängnis beantragt.

Seziiglich der angeklagten Deutschen Mte er die Strafbemessung dem Gericht «heim.

New York, 20. Dez. Heute früh wurde auf dem Hudson ein Personen­dampfer von treibenden Eismassen so hef­tig getroffen, dah er kenter^. Ungefähr 100 Passagiere wurden ins Wasser ge­schleudert. Zn der Nähe befindliche Fahr­zeuge eilten sofort zu Hilfe und retteten eine Anzahl der ins Wasser Gefallenen. Bis jetzt find 14 Tote festgestellt worden.

Wie befürchtet wird, wird die Zahl der Toten ungefähr 40 betragen. 24 Per­sonen muhten infolge des Sturzes in das kalte Wasier ins Krankenhaus geschafft werden. Wir es heiht, hat der Umstand, dah die Passagiere, durchweg Leute, die in Newyerseq Arbeit zu erhalten hofften, vor der Abfahrt auf dem Dampfrrsteg aus Freude darüber fangen, die Rettungsversuche verzögert. Leute am Ufer, die die Schreie der Ertrin­kenden hörten, schenkten ihnen zunächst keine besondere Beachtung, da fie an­nahmen, dah die Leute ihren Gesang auf dem Boote fortsetzten.

M neue litouiitbe Regierung st-nigsbcr«, 20. Dez. Wie aus Memel zmeldet wird, hat das neue litauische Kabi- «jt mit dem Minderheitenblock, zu dem auch Ze 10 Abgeordneten aus dem Memelgebiet «hören, und mit der Bauernvartei zwecks Schaffung einer trafähigen varlamcntarischen Rsis Fühlung genommen. Die Berhandlun- «« haben zu einem Erfolg geführt.

Ser SKulstresk beendet

.Berlin, 20. Dez. Vom Evangelischen !eichselternbund erfährt das W. T. B.: Um «t Schulkonflikt in Westfalen im gemein- «ten Interesse von Schule, Elternhaus und Staat einer sachlichen Lösung entgegenzu- Ären, hat der Vorstand des Evangelischen ^eichselternbundes die Entscheidung des werft eit Gerichtshofes über die Frage ange- Aen, ob die Auslegung des vrcubischen Schul- Echtsgesetzes von 1872, auf das sich nun der deichische Kultusminister bei der Versetzung li? dissidentischen Schulrates Mischalki be­dien bat, mit Artikel 174 der Reichsverfassung Nteinbar ist. Der Reichsminister des Innern «t sich bereit erklärt, die Angelegenheit vor

Reichsgericht anhängig zu machen. Im Mblick auf die dadurch eingeleitete Eröff- des Rechtsweges bat der Evangelische 8ternbunb Westfalen beschlossen, den Streik beenden. Wie der Amtliche Preußische ^Bedienst dazu erfährt, stebt der vregßische Musminister Dr. Decker nach wie vor auf

Standvnnkt, daß die beanstandete Aus­zug des Gesetzes mit der Reichsverfassung Einklang steht. Er begrüßt es aber, daß ^.Konflikt durch die Anrufung des Reichs- Sichts in die Svbäre rechtlicher Auseinander- -&ng emporgeboben wird .

öberheWhe Zeitung

Hamburg, 20. Dezbr. (WTB.) Im großen F e st i a a l des Ratha uses gab der Senat heute abend anläßlich des Be­suches des Reichsministecs Dr. Strefe­rn a n n ein Essen, an dem außer führen­den Persönlichkeiten ans Politik, Wirtschaft und Wissenschaft das gesamte Konsular­korps in Hamburg sind jetzt fast sämt­liche Staaten der Erde vertreten teil­nahmen. In seinen Bearühungsworten hob Dr. Petersen die Bedeutung der Ver­mittlerrolle hervor, die die Hansestädte seit ihren Anfängen in den Beziehungen zwischen Deutschland und dem Ausland er­folgreich durchgeführt haben. Sie hätten ein gut Teil dgzu beigetragen, jene Ein­schätzung Deutschlands im Auslande mit­zuschaffen, die Reichsminister Dr. Strese- mann erneut aufzubauen, erfolgreich bemüht sei. Bürgermeister Dr. Petersen gedachte dann der letzten Tagung in Genf, aus der Reichsminister Dr. Stresemann jene klare und gerade Linie der Polit ik ver- treten habe, die von der Deutschen Republik seit 1919 verfolgt worden sei, jene Po­litik, deren Leitmotiv der Glaube an den Willen der Menschheit zum wahren Frieden und nach einer gerechten Verständigung sei. Er glaube, Reichsminister Stresemann am erwünsch­testen zu ehren, wenn er seine Worte aus- klingen lasse in einem Hoch auf die Führer aller Völker, die in Treue zum Wesen der eigenen Nation und in Achtung vor dem der fremden, den Frieden der Welt zu sichern bereit sind.

Der belgische Generalkonsul Moulaert verlieh im Namen des gesamten Konsular­korps der Freude darüber Ausdruck, daß es Gelegenheit gehabt habe, Reichsminister Dr. Stresemann persönlich kennen zu ler­nen; er stellte die fortschreitende Verbesse­rung des wirtschaftlichen Lebens in Deutsch­land fest, gedachte der großen Verdienste Dr. StresemannS auch um die im Konsu- larkorps vertretenen Länder, die im Nobel­preis ihre geziemende Anerkennung gefun­den habe und schloß mit einem Hoch auf die Regierung.

Hierauf ergriff

Reichsminifter Dr. Stresemann das Wort. Er dankte für die Worte seiner Vorredner und entwickelte zunächst unter besonderer Bezugnahme auf die Eigenart Hamburg» die Gesichtspunkte, die für die Gestaltung der deutschen Außenpolitik maß­gebend smd. Schwierigkeiten und Rück­schläge, so führte er aus, dürfen uns nicht > der Erkenntnis beirren, daß der von

916 Krise in der Schwebe

Die Besprechungen des Reichspräsiden­ten mit den Führern der bei einer Reu­bildung der Regierung in Frage kommen­den Fraktionen'hat diesen bekanntlich die Aeberzeugung gewinnen lassen,dah mit Rücksicht auf die Weihnachtszeit äugen- blicklich Verhandlungen über die Reubil» düng der Regierung nicht stattfinden kön­nen". In parlamentarischen Kreisen wird angenommen, dah der Reichspräsident etwa am 10. Januar die ersten Besprechungen wieder aufnehmen wird, um beim Wieder­zusammentritt des Reichstages am 19. Ja­nuar den Fraktionsführern die Möglichkeit zu geben, die Parteien über ein Ergebnis der Vorverhandlungen bereits unterrichten zu können. Diese Vorbesprechungen werden es notwendig machen, daß bereits Mitte Januar nicht nur die Parteiführer, sondern mindestens auch die Vorstände der Reichs­tagsfraktionen sich in Berlin wieder ver­sammeln, und dah möglichst mit diesem Zeitpunft diejenigen Patteien, die die Ent- kcheidung nicht den höheren Instanzen allein überlassen wollen, zu Besprechungen nach Berlin einladen.

Eine Voraussage über die Gestaltung der Dinge läßt sich zur Zeit nicht geben, da man selbst innerhalb der einzelnen Fraktionen sich noch nicht schlüssig ist. Im Zentrum übt man vorerst noch voll­kommene Zurückhaltung, da man wahr­scheinlich vor einer Entscheidung erst die in Frage kommenden Parteiinstanzen hören wird. Die große Koalition, für die zur Zeit in erster Linie die Sozialdemokra­ten eintteten, scheint auch nach Ausfas- sungen im Zentrum nach den letzten parla­mentarischen Vorgängen unmöglich. Der Zentrumsabgeordnete Joos kommt in einemPolitische Klärung Überschriebenen Artikel in derGermania zu der Auf­fassung, daß bisher nur das eine klar ge­worden ist, nämlich,dah es gut sein wird, die gestürzte Regierung baldmöglichst wie­der zu betrauen. Don der neuen Regie­rung erwartet der Abgeordnete Joos, die Beachtung des Gesichtspunttes,daß das Schicksal der Ration steht und fällt mit dem heiligen Bund von Staat und Volk in der deutschen Republik, die selber wieder Dienst an der Ratton sein mutz. Sie wird zu be­achten haben, daß es Über den Patteien ein deutsches Volk gibt, dessen innerer Zu­sammenhalt noch schwach ist.

Dah auch die Sozialdemokratte mit einer evtl. Rückkehr der Regierung der Mitte rechnet, geht aus einer Bemerkung desVorwätts hervor,daß aus dem Schicksal der Regierung Marx nicht zu schließen wäre, daß Minderheitsregie­rungen schlechthin nicht möglich scheinen. In derTäglichen Rundschau nimmt Heinrich Rippler gegen die Bildung der großen Koalitton offenbar in Lieberein­stimmung mit der Auffassung der Deutschen Dollspartei Stellung, da diesebei der heutigen Einstellung der Sozialdemokratte Anvereinbares miteinander vereinbaren will, und die daher, wenn sie jemals zu­stande kommen sollte, in kurzer Zeit Schiff­bruch erleiden muh. Rippler tritt dafür ein, den Versuch zu machen, mit den Deutschnattonalen ein Kabinett zustande zu bringen. Im übrigen meint Rippler, daß wir uns wiederum auf eine Dauer- k r i s i s gefaßt machen müssen, hofft aber, daß es dem Reichspräsidenten gelingt, . als Meister der Sachlichkeit zu erziehen und die Krisis ohne Anwendung der ultima ratio, die Ausschreibung von Reu­wahlen, zu einem erträglichen Ende z« führen.

Die demoftatische Auffassung dürfte an­nähernd durch Erklärung des demokrati­schen Zeitungsdienstes zum Ausdruck kom­men, in der gesagt wird, dah nach den bis­herigen Auffassungen am meisten Aussicht ein umgebildetes Kabinett der Mitte habe. Es mühte aber diesmal von vornherein Klarheit darüber herbeigeführt werden, wie und von welcher Seite das Kabinett die notwendige Mehrheit zu finden gedenkt. Hinsichtlich der parlamentarischen Mehr­heit stehe so viel fest, dah das Zenttum sowohl den Dürgerblock abgelehnt hat. Das

Der Widerruf Grütte-Ledder

^Hkllung Petz Verfahrens gegen Wolle,

" | Aube und Ahlemann.

I»$erlin, 20. Dezbr. (Wolff). Nachdem tte--Le h d e,r feine gegen die *urschvöirischen Abgeordneten ,Wulle und fl Z&te und gegen den Oberstleutnant a. D. Alemann gerichteten Aussagen toiberrufen wird, einer Korrespondenzmeldung zu- ^96, da Verfahren gegen die genannten I ^rer der deutschvölkeschen FreiheitSbewe- Mg

m den nächsten Tagen offiziell ein - gj Ereilt werden. Dagegen wird gegen t)ättt=2ebber ein Verfahren wegen wiffent- falscher Anschuldigungen eingeleitet *^den.

uns eingeschlagene Weg der rich­tige ist und schließlich zum Ziele führen muß. Trotz der scharfen parteipolitischen Auseinandersetzungen darf ich das Eine mit Genugtuung feststellen, daß

Schwankungen innrrpolitischer Art am Knrs der drutschen Außenpolitik nichts ändern werden,

die sich heute auf die Zustimmung der überwiegenden Mehrheit des deutschen Vol­kes zu stützen vermag.

Zu dem Ergebnis der letzten Genfer Tagung übergehend, sagte Dr. Etrese- mann: Dieses Ergebnis bedeutet einen Schritt vorwärts auf unserem Wege. Es ist dort gelungen, eine grundsätzliche Re­gelung für zwei schwierige Fragen zu fin­den, die dem Fortschritt der politischen Entwickelung bisher im Wege standen. Es ist gelungen, für die Investigctt ionsbefug- niffe des Völkerbundes denjenigen festen Rahmen zu vereinbaren, der sich aus der gerechten Auslegung der Vertragsbestim­mungen ergibt. Vom deutschen Stand­punkt aus dürfen wir es als einen Fort­schritt bezeichnen, dah dabei die Ent­waffnungsaktion, für die ein naher Ter­min festgesetzt worden ist, nunmehr all­seitig als durchgcfühtt anerkannt ist. Da1- ist eine wichtige Etappe, aber freilich doch nur eine Etappe, denn

ich will offen aussprechen, dah es auf die Dauer ein unmöglicher und mi der Gleichberechtigung im Lölkerbund un­vereinbarer Zustand ist, die allge­meine Rüstungsfreiheit bestehen zu lassen und dabei einem einzelnen Staat die volle Entwaffnung vorzu­schreiben und ihn einseitig zu kon­trollieren.

Diesen Zustand zu beseitigen konnte sicher­lich nicht Aufgabe der letzten Genfer Ver­handlungen sein. Diese Aufgabe muh aber im Zusammenhang mit dem allgemeinen Abrüstungsproblem unbedlngt gelöst werden.

Tie Welst wird Verständnis dafür ha­ben, daß, Deutschland seinen Willen zur loyalen Innehaltung der Entwaffnungs­bestimmungen und die Anerkennung der

(Fortsetzung siehe Seite 2.)

Riga, 20. Hez. In Moskauer Poli- j jischen Kreisen werden die letzten Ereignisse 3i Litauen nunmehr wieder ruhig beur- 2 eilt. Man glaubt dessen sicher zu fein, vorläufig in der Außenpolitik Litau- 1 ns keinerlei Aenderungen ein- reten werden. Es wird angenommen, daß hliimnstenfalls die kommunistische Gewerk­hafts-Internationale eine Aufforderung an fit litauischen Gewerkschaften richten wird, bert Generalstreik in Litauen zu erklären. Huf jeden Fall werde jedoch die Sowjet- Negierung selbst Neutralität be- bahren und eine vollständige Klärung der bre Sage abwarten .Die Handelsvertragsver- Anell Wandlungen zwischen Litauen und der Sow­jetunion, die während des Umsturzes für Mei Tage unterbrochen waren, sind wieder »uf genommen worden.