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Marburger

TageSanzeiger

Seffrsche Lanbeszeltung

Sit. 277 61. MtS. Marburg a. Laba

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1 Soldmark — '/^.Dollar.

Donnerstag, »m 25. Rwdr. 1926

«Öber-essisch« Sdhtng" er­scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 SM. aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch diePostUS SM.gür etwa infolge Streiks, Maschinendefekte »der ckmentarer Lreigniff« ausfallende Rummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag b. Dr. §. HIheroth. Druck der Untd.-Duchdrurkerei v. Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 64. u. Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 6015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und

st,l—1 Uhr.

öbevliessffche Zeitung

Stollen und Frankreich

wSumanitö“ über Faschistenansammlungeu in Ventimiglia.

fk Paris, 25. Nov. Die kommunistische »Humanits" bringt folgende Nachricht: 25V00 Faschisten halten sich in Ventimig­lia in Kriegsbereitschaft auf, wo sie die bisher von Carabinieri durchgeführte Grenzüberwachung übernehmen werden. Die französische Regierung ist davon unterrichtet. Sie hat infolge dessen die Zollbeamten mit Maschinengewehren aus­gerüstet und hat den Waldhüter» Kara­biner geliefert. Außerdem seien zwei Batterien aus Rimes und ein Znfanterie- bataillo» aus Toulouse an die Landes­grenze abgegangen.

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«raffln f

Der WM Sog »er mOeiuMWen Debatte

Eine etflätung des KeichSwebrmtnfflerS zur Denkschrift Mahnmns

Wir verlangen die völlige Befrei- “ ”9 ** letzt besetzten Rheinlan- »olle Wiederherstellung bcr d e u t sch en Souveränität in diesem Gebiet, Wir wünkchr» b?e b e - schleunigtc Rüagabe des Saar- gebiets. Da das Ergebnis der Volksab- stimmung dort ganz unzweifelhaft für Deutschland aussällt, sollte man auf dzeke Wstlmmung ganz verzichten(Bei^

Abg. Dr. Wirth (Ztr.)

Für den Vorstoß in der Kriegs- 1 chuldfrage ist kein Augenblick ungünstiger als der jetzige, denn gerade jetzt besteht in England die 2lb» > ficht, durch anerkannte Wissenschaftler die Archive zu öffnen und die Kriegsursachen zu untersuchen. Die Art und Weise, wie Thoirh und seine voraussichtlichen Wir­kungen in der deutschen Presse beurteitt wurden, waren höchst unpolitisch. Man hört । jetzt oft, Deutschland soll Propositionen machen für die Lösung der dort ange­schnittenen Fragen. Rein, Deuffchland hat jetzt nur die Verpflichtung, kritisch die Auswirkung vonThoirh anzusehen. Es ist

nicht unsere Aufgabe, neue Vorschläge zu macheu.

(Beifall.) Deuffchland hat in Locarno ein politisches Opfer ersten Ranges gebracht. (Lebhafte Zustimmung.) Die Deuffch- nationalen haben nicht das Recht zur Kritik daran, denn sie sind mitverantwott- lich für den Weg nach Locarno. (Wider- spruch rechts.) Auch der Eintritt Deutsch­lands in den Völlerbund war in gewissem Sinne ein Opfer in nationaler Beziehung, ebenso die deuffche Bereitwilligkeit, die Stabilisierung der ftanzösischen Währung zu fördern. Dun ist es die Aufgabe des dcuffchen Parlaments, vor aller Welt zu erklären:

Diese Opfer fordern jetzt auf französi­scher Seite ein Entgegenkommen!

(Stürmischer, allseitiger Beifall!) Jetzt hat Frankreich zu zeigen, ob es der euro­päischen Solidaritöi oder dem engstirnigen Egoismus einer Dattvn dienen will. lEr-

Berlin, 24. November.

in, die Tagesordnung beantragt Abg. ~ o t f I e r (Komm ) die sofortige Bera­tung einer Jntervellation wegen des An­kaufs der „D. A. 3.“ durch die Reichs­regierung. Er verweist werter auf einen kommunistischen Mißtrauensantrag ge­gen den Außenminister Dr Stresemann. Bon den Völkischen ist gleichfalls ein Miß- trauensanttag gegen den Reichsaußenminister eingegangen.

^^^'idcnt L ö b e weist darauf hin. daß auf ®runb der Geschäftsordnung die Jntervellation beute noch nicht beraten werden und der Miß- irauensantrag frühestens morgen zur Abstim­mung gestellt werden kann.

Ohne Aussprache werden in zweiter und ?rA {un8 ..eudgM'g angenommen bas beutsch-franzostsche Abkommen über die S°°s.'ndustri«, der deutsch-polnische Ver- trag über die Regelung der Erenzver-' b a l t n, s s e und, das deutsch-polnisch-Danzige C r s e n b a h n a v k o m m e n. Das Zusatz­abkommen zum deutsch-litauischen Sandelsver- "?8fc”trb dem Auswärtigen Ausschuß Über-

Dann wird

die außenpolitische Aussprache zum Nachtragsetat fortgesetzt.

General Seite in WMen

SR Lnchen, 24. Nov. Der Chef der ObeMen Heeresleitung General Heye ist zur «sichtigung der dortigen Reichswehr heute in München etngetroffen. Er hielt an die vor ber .Nachrichtenabteilung aufge- Truppen eine Ansprache, in der er ein- »r« b flro6e,n Verdienste seines Dorgän- StiA=™5f.®enet0l1.IL .Secc£t' gedachte, dem die N emTbanh 1x16 ^e nach so kurzer §7? 'n der Welt anerkannt und geachtet da- ^De" General sprach seine Freude dattibtr Lsb, daß er heute einen Teil der tüchtigen 7 'L b°"^ischen S-imat begrüßen w § Armee möge tteu zu ammenhalten ItÄ«’ ^n Dienst für Heimat oas deutsche Vaterland.

.^bg. Dr Bredt (Wirtsch^ Vgg.) bezeichnet Dr d deut chnationalen Abgeordneten I aIsr besonders interssant. Sie sei

io gehalten gewesen, daß dr« D e u t s ch n a i i o- moraen schon in die Rrgie- E.“"0 aufgenommen werden könnten ?'e Wirtschaftliche Vereinigung habe sich' loyal hinter dm Regierung gestellt. Trotzdem & sächsischen Wahlkampf von

n Dolksvartei in einem Flugblatt anßeßrtfren worden, das an Demagogie alles finff™ ^^Een stelle. Die überschwänglichen ,n der Regierungsvresse an ^bknupft wurden, sind jetzt der Ent- tauschung «wichen. Es berührt merkwürdig, .3nterannerte Militärkontroll- lons. ,mmer nur an den rechtsstehenden Verbänden Anktnk bnTmt<R -*ieJ Be*'er militärisch organisiert ist w5tantncr Schwarz-Rot-Gold. Die L'ihilgste Aufgabe der Autzenvolitik ist jetzt die «-sreiung des Rheinlandes Bei iÄ7i(£emBtt«i^irb "re Regierung die Wirt- baben. Bereinigung immer hinter sich

London, 24. Dov. Heute vormittag ist »er sowjetrussische Botschafter in London, «raffln, gestorben . Krassin litt bereits seit mehreren Sagten an Leukämie und weilte wiederholt für längere Zeit in Stallen.

Krassin wurde int l”. Tobolsk (Sibirien) geboren. Er GfoXh» 8Ulta^ ,n Petersburg, später in Eharkow, nachdem er wegen sozialistiscku>t ^^6«nda für drei Sahre nach Sibirien ver- ^rt£U^UnÖ^e[tan?) 1900 dort fein Exa- ®üi?teJ^Ie^ro'3n6enieur- Während er im Nrma Siemens und SchuckeM stand, arbeitete er für die russische Sozialistenpartei und beteiligte sich nach den revolutionären älnruhen von 1905 wieder leb^ K'ÄÄl toar er der deut.

beigetreten und war ?abren 1905-1907 Mitglied Zentralkomitees. Zu Beginn der ruffi- Wen Oktober. Devolution 1917 berief ihn Senin, mit Am Krassin seit langem befreundet ££^sand zurück . Krassin kam an die Spitze der Verwaltung der Krieasin-

orC ^nJ*i9ed Mitglied des .Dates ^be" und Heer», 1920 übernahm Krassin a5otfgfonTiniffartat für Außenhandel und wurde gleichzeitig mit den Geschäften der Sowiet-Tlmon m London beauftragt. 1924 SMg er vorübergehend als Geschäftsträger nach Paris widmete sich jedoch auch von Fortführung der russisch.

Ln ^-,^ndlungen und wäre nach Lon- «>n zuruckgekehrt, wenn nicht sein Leiden tafeFBS* sich leit dem Frühjahr

Sahres int Süden aufzuhalten 5tn. I y?5tet der wiederholten Vermutungen über I Lnsttmmigreiten Krassins mit Moskau blieb I ?lc vor Mitglied des Zentral- kommunistischen Partei, in das toRSte k6 en 14‘ 9tortcita9c wiederge-

Unglücksfall ans dem Torpedoboot „Möve".

Königsberg, 24. Nov. Vei dem gestti- Unglucksfall auf dem Torpeboboot „Möve" V «iß«« dem schon als tot eemelbeten Ober- ^fthmistenmaat und einem Oberheizer noch C* Maschinenbauer seinen Verletzungen er- 2*- Der Suftanb der übrigen sechs Ver- »u Besorgnissen keinen Anlaß. Die 'S beute von Pillau zu einer kurzen

***»&« in See gegangen. Die Rückkehr 'm Laufe des heutigen Nachmittags. - I

I fall). Die Militärkontrokle darf I nicht etwa in veränderter Form gegen

Deutschland fortgesetzt werden.

I Die allgemeine Abrüstung ist nicht nur I Deutschland, sondern allen Völkern ver- sprochen worden. Wird sie nicht durchge- füyrt, so müßte das zu einer Krise im Völ­kerbund führen. Angesichts der neuen scharfen Erklärung des Reichswehrmini­sters gegen die Mißbräuche in der Reichs­wehr müsien wir fragen: Warum konnte das überhaupt solange gehen? — Weil

I nämlich Dr. Eeßler das ganze Pro­gramm nicht durchgeführt hat, das er vor sechs Jahren bei seiner Amts- ubernahme im Reichstag verkündet hat. Wir werden den Reichswehretat diesmal ganz gründlich prüfen, wo die Kostenbei­träge für die merkwürdigen Sportkurse versteckt sind. Es muh wieder der Grund­satz durchgeführt werden, daß keine Be­hörde von privater Seite Geld

| annehmen darf. Der

Antrag auf Wiederauftollung der Kriegsschuldfrage

ist nur ein Manöver zur Täuschung des Publikums. Seine Annahme könnte nur neue Hemmungen bringen für die schleu­nige Befreiung des Rheinlandes, die dringend fordern. Wir lehnen darum diesen Antrag ab.

Abg. Graf zu Reventlow (Völk.) ^^'chnet die Flaggenhiffung des deutschen Botschafters m Washington am Waffen- stillstandstage als eine Schädigung des I deutschen Ansehens. Der Redner wendet I bann »eßen die Ausführungen des Abg.

Muller-Franken. Die Zerstörung der I & rr! -eA^ schuldliige sei von h ö ch st e r politischer Bedeutung für Deutsch­land. Im Gegensatz zu den Deutsch­nationalen konnten die Völkischen die und Deutschlands

Mitgliedschaft im Völkerbund nicht als ge- getene Dolferrc(ijtlid)e Tatsache anerken- I nen. mit denen man sich abfinden müsse. I

Abg. Dr. von Freytag-Loringhoven ($n.‘) bflraern»JU$ bon Mitgliedern aller • Parteien unterzeichneten An- donn ^Fte£S| chulbfrage. Der Redner gibt eine Fraktion der Deutschnationalen eine Erklärung ab, in der es heitzt:

Ausführungen des Autzen- ^-sters.tn^ nicht gerigne: gewesen, unser üB^hi? ff ausgesprochenes Urteil

cfolglo] igfeit der durch die net™ un? Locarno gekennzerch-

ffienn h°rtro- ^AEndwie zu erschüttern. ? Minister von vornherein voraus- ha ,-.6 6 c^ie Verhandlungen von Thoirh N-uber Monaie oder vielleicht gar Übe? ^uhre hlnausziehen würden, wes-

1 inimr&V? bann unterlassen, wenigstens lnzwijchen für das besetzte Gebiet diejenigen Erleichterungen auszuwir- Men?/ "5^ offiziösen Stimmen damals in haben gewesen sind. Gedenkt der tun" nx? in btefer Richtung etwas zu besetzte Rheinland war- ^"-»b-s das Phantaiiegebtlde von Thoirh ^^,^keit wird. Ebeniowenig haben uns ^Ausführungen des Ministers über die M ist 11 a r kontrolle und die I n ve sti- gationen befriedigt. I

f€f?Vn?eÄ-fü^rtc weiter aus: Wir stellen reick> ba8.Berstanbigunqsgespräche mit Frank- m ,3 . uur unter voller Anerkennung der ninn\2boeIct6tt9un9 und voller Wah- PA Lebenslnieressen Deutschlands möq- $2tnb'. Ueber die Völkerbundspolitik als An nPn.Tirb ^e deutschnaiionale Fraktion Gelegenheit Stellung nehmen.

r"nnJf€^C bQB wir den Eintritt Deutsch- den Völkerbund bekämpft haben Aber 6er Eintritt vollzogen ist.

hen P? » rdV'nCn uns als Politiker nicht xuceheJ“^ C.-Ia“bcn- an Tatsachen vorüber- vötti^u- besonders, wenn sie auf außeil- cnl ' '?fstn ®eÖlcte !1CSC,L Wir sind deshalb I

»US unserer M li.dschaft zum Völker- i "und alles herauSzuholen, was zu- I

- ONnstcn Teuifchlauvs herausneholt I

----- • 'halfen kann. . • ' |

| Uns scheint gerade, daß auf dem Gebiete ,-^/^gsschuld frage zugunsten I Deutschlands etwas erreicht werden kann, nachdem sich gezeigt hat, daß auf b ip Io« I matischem Wege bei den bisherigen I viermaligen Versuchen der deüffchen Regie­rung in dieser Frage nichts zu erreichen war. Wir sind der Ueberzeugung, daß ein I weiteres Vorgehen der Regierung auf diesem Wege keinen Erfolg haben kann. Für die Erörterung der schwierigen juristischen Frage der Kriegsschuld, die wir in unserer I Interpellation fordern, ist allerdings daS Plenum des Völkerbundes nicht der geeig­nete Boden. Dagegen erscheint uns der In­ternationale Gerichtshof des Völkerbunde- I dafür geeignet, der in den fünf Jahren seines Bestehens keinen Anlaß zu Beanstaw I düngen gegeben hat.

Reichswehrminister Dr. Eetzler wendet sich dann in einer Erklärung gegen die neuste Veröffentlichung des Führers des Iungdeuffchen Ordens, Mahraun: „QSenn da von einem General gesprochen | wird, der einen Kampf mit Freiwilligen gegen Frankreich unternehmen wollte, so handelt es sich um General Matter. Ihn meinte ich seinerzeit, als ich von den »Ver­rückten" sprach. Er hatte taffächlich den wahnsinnigen Plan, die jungen Leute in die französischen Bajonetten hineinzu- tteiben. Dieser Mann ist von mir aber sofort aus der Reichswehr ent­fernt worden. (Rufe links: „Und bezieht heute 18000 Mark Pension!") (Rufe rechts: „Er hatte das Ruhrgebiet befreit, Dank vom Hause Geßler!") Wenn Herr Mahraun es so darstellt, als wenn er mich erst 1926 über diese Dinge hätte informieren müssen, so ist das faffch. Darüber waren wir schon 1923 genau informiert. Oberst Nicolai, der weiter erwähnt ist, hat nach dem Kriege niemals irgendwelche Beziehungen zu uns gehabt. Es hat sich hier um Pläne von unverantwortlichen rechtsradikalen Kreisen gehandelt, die in der tiefsten Rot Deutschlands versucht , haben, uns in außenpoliffsche Verwicke­lungen hineinzubringen. Die Reichs­wehr hat damit nichts zu tun. Wir haben unsere Pflicht getan, wenn wir allen diesen Plänen stets aufs Enffchiedenste entgegengetreten sind.

«bg. Müller-Franken (Soz.)

• Deutschnationalen wollen firinnL9reflt”unä eintreten und trotzdem Ro nPrV 6 em< Interpellation ein, in der in baB der deutsche Botschafter

in Washington wegen der Floggenhtffuna am Wasfenstillstandstage zür Rechenschaft E i^bTe^Pa-®36"" bi€t DeutschnatiE- hL™ ^.emerung ausgenommen wer- ‘n« wurden zwei Pferde vorn, Mei fein b£ie Sßagen gespannt

letn Die Deutschnationalen haben Völker- bekämpft ^/tändigungspolitik immer mtr n?, letzt anders reden, so

rn^rrdeshalb, wetl der Landbund ihren schleunigen Eintritt in bi e Re" ben' Trieben V11 ° " Evir erstreben uJh S Uropas. Dazu ist in Locarno % nbet ®runb gelegt worden.

f D°n Locarno und Thoiry be- deutet den endgültigen Verzicht auf Elsasi- sorecken^n^'E Deutschnationalen wider- rte wollen diese Politik der anderen Seite bedeu- e inbHfr^,°rtrlf' ba^ die Franzosen i>rrttnrtaIIlmal Quf '^ren histori- lwen Drang nach dem Rhein verzich­ten munen (Beifall). In der Abwehr des Separatistengesindels haben die Rheinlän­der gezeigt, wie deutsch jie fühlen. '