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t* »vbrrhrsflsche Selhmg" ee» liefet sechsmal wichrntlich. Be- monatlich 2 GM. aus- schlietl. ZustellungSgebühr, durch ^«PoftLLö GM.Für etwa infolge Kttriks. Maschinen defittr oder rieteattoret Lreigniffe ausfallende -kümmern wird kein Ersatz ge» leistet. Verlag d. Dr. §. Hiheroth, Druck der Unid.-Buchdruckerei b. geb. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 64. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt <, M. Nr. 5015. — Sprechzeit Mt Redaktion von 10—11 und »1,1—1 Uhr.

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Sie Schweizer Kreise zu den Bohlen In Lbcrichleiien

Das Abstimmungsergebnis im abge- trennten Oberschlesten wird auch in der schweizerischen Presse viel beachtet.

Die „Nationalzeitung" schreibt: Die Tatsache, daß die letzten Eemeinde- wablen in Oberschlesien von neuem eine sehr starke deutsche Mehrheit ergaben, sei oach dem von Polen versuchten Wahlter- ror und nach der Massenauswanderung der Deutschen in den Zähren unmittelbar nach der Trennnung doppelt bemerkens­wert. Von neuem sei bewiesen, wie un­befriedigend das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen immer noch sei. Wenn es sich einmal bessere, wäre Europa von seiner vielleicht größten Gefahrzone eck>lich befreit.

Das „Berner Tagblatt" führt aus: Fährt der polnische Staat wie bisher fort, sich die Minderheiten zu Feinden zu machen, so werden sie ihm bei einem be­waffneten Konflikt mit einer auswärtigen Wacht ihre Hilfe versagen. Europa wird Polen nicht schützen, wenn Polen sich selbst sein Fundament zerstört. Dieses Funda­ment ist in erster Linie die Liebe des ge­samten Volkes zum Staate.

Der „Züricher Tagesanzeiger" bringt einen Artikel seines ost-oberschle- . fischen Mitarbeiters aus Königshütte, in dem es heißt: Völlig würdigen kann man diesen beispielslosen Sieg eines Unterdrückten Volkes nur, wenn «an sich einige wenige Zahlen vergegen­wärtigt. Nach der Teilung Oberschlcsiens wanderten rund 100 000 auf dem polni­schen gewordenen Teile des Landes aus. Eine gleiche Zahl von Polen zog herein. Weitere 10 000 von Deutschen, die hier blieben, verloren durch ihre Option für Deutschland das Stimmrecht, und trotzdem dieser gewaltige Wahlsieg. Das polnische Oberschlesien ist heute mehr deutsch denn je.

Zn der „Züricher Post" faßt der Baseler Privatdozent Dr. Ammann, der kürzlich eine Studienreise durch Ober- schlesien unternommen hat, seine Eindrücke zusammen. Er sagt u. a.: Die Ober­schlesier faxten eingesehen, welch schlechten Tausch sie mit der Abtrennung von Deutschland gemacht haben. Die Lage ist heute so, daß die Polen in ihrem neuen Oberschlesien keine Abstimmung haben wollen. Wie unsinnig die Lösung der ober- Wesischen Frage in wirtschaftlicher Be- ziehung ist, lehrt ein Einblick an Ort und Stelle mit überzeugender Deutlichkeit. Wie unglücklich die Lösung aber auch in politischer Beziehung ist, beweist die ganze Entwickelung seit Beginn der polnischen Herrschaft ebenfalls unzweideutig. Die Polen sind stark im Unruhestiften. Be- ftänbtfl wird von bewaffneten polnischen Organisationen nicht nur den Deutschen nn Lande das Leben sauer gemacht, son­dern es werden auch in aller Oeffentlich- keit Pläne zur Ermordung deutsch ge­bliebener Bewohner geschmiedet. Ruhe wird es deshalb an dieser Ecke nicht geben früher oder später muß in Oberschlefien irgend eine Aenderung erfolgen.

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Die «Intfilthtn Wirren

Tsao Kun opfert sein Vermögen.

Paris, 20. Nov. Wie die Agentur Findo Pacisique aus Peking meldet, hat der frühere Ministerpräsident Tsao Kun seinen gesamten Besitz ver­äußert und den Erlös im Betrage von 18 Millionen Dollars den Truppen Wu Pej-fus zur Verfügung gestellt, jedoch soll die Verteilung dieser Summe zu Streitigkeiten Anlaß gegeben Entmutigt. Die Konferenz von Tientsin habe Tschang Tso-Iin zum Generalissimus .der N o r d - Armee ernannt.

Enslim» und feint Sminions

Der Kommlssionsbericht der britischen Reichskonferenz

In maßgebenden Londoner Kreisen wird betont, daß der Bericht des Ausschusses der Reichskonferenz für die Beziehungen zwischen den Reichsteilen eine Klärung der Position bedeutet, die bezüglich des gleichen Statuts der verschiedenen Reichs­teile erreicht ist. In vielen Kreisen ist angedeutet worden, daß der Bericht einige wichtige Aenderungen in dem Status der Dominions bewirken werde. Dies ist je­doch nicht der Fall. Der Bericht bewirkt keine Aenderungen, denn die Änderungen sind bereits vollzogen. Er erkennt lediglich den in der Richtung auf eine Berbindung der Reichsteile in den verschiedenen Tei­len des Reichs gemachten Fortschritt an. Aus dem Bericht selbst ist zu ersehen, daß das Reich selbst noch immer untrenn­bar vereinigt ist, obwohl es anerkannter­maßen eine Bereinigung freier Böller ist.

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London, 20. Nov. (SBSB.) lieber den Status Großbritanniens und der Do­minions sagt der Bericht: Der Ausschuß ist der Ansicht, daß nichts gewonnen wer­den könnte durch einen Versuch, eine Ver­fassung für das britische Reich zu schaffen. Großbritannien und die Dominions sind selbständige Gemeinwesen in­nerhalb des britischen Reichs, gleich in ihrem Status, keines dem anderen in irgend einem Punkt seiner inneren oder äußeren Angelegenheiten untergeordnet, wenngleich vereint durch eine gemein­same Untertane np flicht gegen­über der Krone, und frei verbunden als Mitglieder des britischen Gemein­wesens. Jedes sich selbst verwaltende Mitglied des britischen Reichs ist jetzt Herr feines Geschickes. Tatsächlich, wenn auch noch immer der Form nach, ist es keinerlei Zwang unterworfen. Obgleich jedes Dominion jetzt der alleinige 9ti ter i.ber die Art und die Ausdehnung feiner Mitarbeit ist und stets bleiben muß, wird keine gemeinsame Angelegenheit da­durch gefährdet werden. Gleichheit des Status, soweit Großbritannien und die Dominions in Betracht kommen, ist daher der Hauptgrundsatz, der die Beziehungen innerhalb des Reiches beherrscht.

Um aber Fragen der Diplomatie und Fragen der Verteidigung zu behandeln, ist auch ein gemeinsamer Mechanis­mus erforderlich, der von Zeit zu Zeit den sich ändernden Umständen der Welt angepaßt werden kann, lieber die Stel­lung der Generalgouverneure erklärt der Bericht, die jetzige Praxis, wonach der Generalgouverneur eines Dominions die amtlichen Beziehungen zwischen London und der Dominion-Regierung vermittle, entspreche nicht der Gleichheit in der Rechtssielluna der ei' Inen Bestandteile des Reichs. In Zukunft müßten die amt­lichen Beziehungen unmittelbar von Negierung -u Regierung herge­stellt werden, hinsichtlich der Beziehun­gen zum Ausland wird an die Verein­barung vom ^-'re 1923 erinnert, wonach jede der Regierungen, die den Abschluß eines Vertrages beabsichtigt, diejenigen andern Regierungen des Reichs benach­richtigen soll, die wahrscheinlich an dem Zwecke des Vertrags interessiert sind Jede Regierung muß, bevor sie irgend­welche Schritte tut, durch die Verpflich­tungen für die anderen Regierungen ge­schaffen werden, deren ausdrückliche Zu­stimmung erhalten. Es wird empfohlen, internationale Verträge, an denen das Reico beteiligt ist, nicht wie bisher im Namen des Königs a'.zufchließen.

llefr die Vertretung des Reichs und feiner Teile auf internationa­len Konferenzen bestimmt der Kommiffionsbericht der Reichskonferenz, daß bei Konferenzen, die unter den Auspizien des Völkerbundes ftattfinben, die einzelnen Reichsteile durch gesonderte Delegationen vertreten werden, die auf­

Grund der im Jahre 1923 gefaßten Ent­schließungen zusammenwirken. Mit Bezug auf sonstige internationale Konferenzen wird erklärt, daß keine allgemein gültige Regelung getroffen werden kann. Wenn auf fairen Konferenzen mehr als ein Teil des Reichs vertreten -u fein wünscht, so sind drei Arten von Vertretungen mög­lich:

1. mittels eines gemeinsamen Bevoll­mächtigten ober gemeinsamen Bevoll­mächtigter, deren Betrauung erfolgen soll auf Rat aller Teile des Reichs, die daran teilnehmen, .

2. durch eine einzige britische Reichs­delegation, die zusammengesetzt ist aus Vertretern des sieichs, die an der Konfe­renz teilnehmen, wie bei der Washing­toner Abrüstungskonferenz vom Jahre 1921,

3. durch besondere Delegationen der einzelnen an der Konferenz teilnehmen­den Reichsteile.

Bezüglich der allgemeinen Führung der auswärtigen Politik wird er­klärt, daß auf diesem Gebiet der Schwerpunkt zur Zeit bei der Re- gierung von Großbritannien liegt und datz dies nou einige Zeit so blei­ben mutz, daß dagegen fast alle Domini­ons, zum Teil in beträchtlichem Maße, an der Führung der auswärtigen Politik, insbesondere hinsichtlich der Beziehungen mit ihren Nachbarländern, interessiert sind. Als Beispiel wird Kanada er­wähnt, dessen umfangreiche Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu der Not­wendigkeit der Ernennung eines kanadi­schen Vertreters in Washington geführt haben. Jede Exequatur-Erteilung an ausländische Konsuln in den Dominions soll künftig nur mit Zustimmung und un­ter Gegenzeichnung der betreffenden Do­minion-Regierung erfolgen.

lieber das System zur Erzielung einer einheitlicyen Willensdildung des Reichs führt der Bericht aus, daß besonders in der Zeit zwischen den Reichskonier-nzen eine rasche Verständigung zwi' den einzelnen Reichsteilen, vor al;... über wichtige außenpolitische Fragen, zu ge­währleisten esi. Es wird als wünschens­wert bezeichnet, daß Vertreter der Do­minions in London und umgekehrt für die persönliche Fühlung sorgen. Die näheren Einzelheiten üoer diese Fühlung­nahme sollen zwischen den einzelnen Re­gierungen vereinbart werden.

Der Bericht wurde von der Konferenz einftimmig angenommen.

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Das Ende des englischen Bergarbelteeftreiks

London, 20. Nov. Der englische Berg­arbeiterstreik ist als geschlossener nationaler Kampf au Ende. Durch die heute erfolgte Annahme der Vorschläge der Bergarbeiter- erekutive durch die Delegiertenkonferenz kann der englische Kohlenstreik als Kamvfbandlung der gesamten Bergarbeiterschaft als »usammen- gebrochen gelten. Immerhin ist mit der Mög­lichkeit zu rechnen, daß in dem einne oder an­deren Bezirk der Streik noch etwas andauern wird. Am Freitag wird die Delegierten-Kon- ferenz erneut zusammentreten, um die Berichte der einzelnen Distrikte über die Verhandlungs- ergebnisie entgegenzunehmen. Von dem von der Regierung oorgcschlagenen Schiedsgericht ist im Augenblick keine Rede mehr. Die Frage werde anfangs nächster Woche vom Kabinett erörtert werden. Ein Teil des Kabinetts soll der Auffassung sein, datz eine Regierungs­intervention immer noch notwendig sei, damit den Bergarbeitern vernünftige Bedingungen unterbreitet würden. Andere Regierungsmit­glieder find dagegen bekanntlich der Auffas­sung ,datz die Bergarbeiter, nachdem fie be­schlossen haben, die Gewerkschaften als Aovel- lationsgerichtsbof einzusetzen, nicht erwarten könnten, datz die Regierung noch ein Schieds­gericht bilden werde. *

.Stabile Gemente"

fk London, 22. Nov. „Daily Tele­graph" schreibt, es werde jetzt allgemein zugegeben, daß die interalliierte Kontrollkommission am 6. De­zember, dem Sage des Zusammentritts des Völkerbundsrates, aus Deutschland noch nicht zurückgezogen sein wird u. a.. weil Berlin bis dahin die von Frankreich in der Entwaffnungsfrage ge­stellten detaillierten Forderungen gar nicht erfüllt haben könne.

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Frankreichs Ministerpräsident, Poinears, ist nun mit seinem "neuesten Plan über die Gestaltung der Entente-Kontroll-Kommission etwas mehr aus .sich herausgegangen. Be­trachtet man die Erklärung, die das fran­zösische Ministerium des Aeutzern am ver­gangenen Sonnabend veröffentlichte, etwas genauer, so wird man keineswegs geneigt sein, ein „Entgegenkommen an den deut­schen Standpunkt" festzustellen. PoineiwL läßt zwar mitteilen, datz Frankreich „nie­mals die Permanenz der Völkerbundskon- trolle über die Entwaffnung von Deutsch- land" verlangt habe. Aber im weiteren Wortlaut seiner Mitteilungen lätzt er dann deutlich erkennen, datz er lediglich das Auf­geben der Permanenz einer Völkerbunds- kontrolle mit einer „gewissen Stabilität in der Prozedur der Investigationen" ersetzen will. Da diese erwünschte Stabilität in der Prozedur der Investigationen in dem ominösen Artikel 213 des Versailler Frie­densvertrages nicht vorgesehen ist, lätzt Poincarö deutlich durchblicken, datz er hier auf ein Entgegenkommen Deutschlands rech­net. Und zwar sieht er in diesem Entgegen­kommen des Reiches jetzt die Gegenleistung für eine eventuelle vorzeitige Räumung des Rheinlandes. Also mit anderen Worten: Poinearö schlägt uns wieder einmal ein Geschäft vor. Wenn auch bis jetzt so ziem­lich alle Geschäfte, die uns von den Herren an der Seine präsentiert wurden, in die Brüche gegangen sind, so wollen wir uns doch trotz eines begreiflichen Mißtrauens nicht dazu verleiten lassen, den Vorschlag nicht näher und eingehend unter die kri­tische Lupe zu nehmen.

Bei dieser Betrachtung des neuesten Vor­schlags Poinearäs kommt uns die franzö­sische Zeitung F Oeuvre zu Hilfe. Das Blati gibt sich über die Ansichten des Onay d'Or­say als gut unterrichtet aus und behauptet, datz die Entente-Kontroll-Kommisfion in Zukunft wohl in Genf ihren Sitz haben soll, aber ihr müsse das Recht verbleiben/ eine „vernünftige Zeitlang" zu Kontroll­zwecken in Deutschland zu weilen, wenn die notwendige Stabilität in der Kontrolle ge­währleistet werden solle. Enffprechend einem Beschluß des Rates könnte sie in gewissen Teilen der entmilitarisierten Rheinlandzone „stablle Elemente" einrichten. Das Blatt erkennt durchaus an, datz irgend eine Rechts­grundlage für diese stabilen Elemente nicht vorhanden ist, hofft jedoch, datz „in weiterer Verfolgung der Locarno- und Thoiry-Po- litik" eine Lösung in dieser Richtung zn finden sei. Also kurzum, Deutschland soll in der Frage sogenannter stabiler Elemente nachgeben. Als Gegenleistung für eine even­tuelle vorzeitige Räumung des Rheinlande». Früher klang die Melodie etwas ander». Da erblickte Frankreich die Gegenleistung Deutschlands lediglich in wirffchaftlichen Konzessionen. Das Handelsgeschäft hat sich also etwas geändert. Heute verlangt man für eine selbstverständliche Folgerung unsere» VölkerbundseinttrtteS politische Leistungen. Schon hier fängt die Sache an, bedenklich zu werden.

Was sind nun die „stabilen Elemente", die Herr Poinearä erfüllt sehen will? Für den Begriff „stabil" kann man auch die Bezeichnung .chermament" wählen. Ein per- mamentes Element wäre daher die Ver­ewigung eines Zustandes. Hier also die Verewigung von Kontroll-Kommissionen tn der entmilitarisierten Rhcinzone. Mit Ge­nehmigung Deutschlands als Gegenleistung für eine sofortige Räumung der besetzten Gebiete und für die Beseitigung her Kon­trollorgane im Innern des Reiches.

Gewitz, für die Befreiung unserer Lands­leute am Rhein kann uns fein Opfer teuer Bfein. 'Aber hier wird von uns ver- aus unabsehbare Zeit, die abzukürzen nur im Belieben der Entente liegt, ein Ententejoch anzuerkennen, das der Sou­veränität eines Staates bittersten Sn&t