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Mittag, Ml 15. Stobt. 1926

fH< ^vberhesfisch« Stihmg- w scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. auf* schließ!. Zustellungsgebühr, durch piePost2Ul5 SM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekt« oder «lementarer Ereignisse ausfallend« fZuntmetn wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Hitzervth, Druck der Univ.-Buchdruckerei d. 3ob. Sing. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54. u. Rr. 55. Postscheckkonto: Slot* Frankfurt u. M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und

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«er Anzetgenprels beträgt für den 10 gespalt. Zeilemnillimeter 0.08 GM, kleine Baran,eigen 0.06 SM, amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 SM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz- vorschrist SOI. Aufschlag. Sammelanzeigen 100 Auf schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 SM Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werd«« b«rechnet, ebenso Auskunft durch di« Geschäftsstelle und Zusendung der Angebot«. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark '/«^Dollar.

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D u is b u r g, 14. Roo. ($818.) Auf Beran- laffung der Staatsanwaltschaft wurden in den Büros grotzer Firmen in Duisburg und Ruhr­ort von Beamten der Kriminalpolizei und der Finanzämter eingehende Durchsuchungen vor­genommen. Nutzer umfangreichen Korrespon­denzen wurde auch eine Anzahl Haupt- und Kassenbücher beschlagnahmt die als BeWsis- matcrial für die in die Millionen gehenden Steuerhinterziehungen dienen. Auch aus Pri­vatwohnungen höherer Angestellter wurde eine Menge Beweisrnaterial beschlagnahmt. In Duisburg-Merderich rauben von der Polizei mehrere Verhaftungen vorgenommen. In Ver­bindung mit der Mülheimer Kriminalpolizei wurden dort ebenfaßls mehrere Haussuchungen vorgenommen, die z. T. wertvolles Beweis- material erbrachten, auf Grund dessen eine Reihe in die Kohlenschiebersache verwickelte Personen verhaftet werden konnten. Sämt­liche Verhaftete wurden noch im Laufe des Sonntags dem Untersuchungsrichter vorge- sührt, der gegen alle Frstgenommenen Haft­befehle erlietz.

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tot Missttrkenlrosse

Der diplomatische Berichterstatter des »Daily Telegraph" befaßt sich mit dem »Dualismus der französischen Diplo­matie gegenüber Deutschtond". Demzu­folge hätten die französischen Militärbe­hörden zur Kenntnis der Botschafterkonfe­renz die Verbreitung eines Handbuches für Soldaten in Deutschland ge­bracht, das dazu bestimmt gewesen sei, an die verlorenen Provinzem und Kolonien zu erinnern. Die ftanzö- sische, brittsche .belgische und andere Re­gierungen seien übereingekommen, diese Frage auf diplomatischem Wege und ge- cheim zu behandeln. Berlin habe ver­sprochen, daß anstößische Handbuch zu un­terdrücken, und alles schien schön und gut, als die polittschen und militärischen Haupt­gegner Briands sowie Pertinax in der Pariser Presse diese deutschen Indiskre­tionen enthüllten. Für die englische Re­gierung bedeute diese Art chauvinistischer Veröffentlichung nichts sehr Beunruhigen­des. Denn das Handbuch sei kein ge­heimes militärisches Uebungs- 6 u cf>, sondern liege offen zum Verkauf aus.

In Frankreich dagegen habe es einen neuen Ausbruch des Mißtrauens verursacht und habe die sehr scharfmacheri­schen Elemente im Kabinett Poincare und im französischen Generalstab gestärkt. Dies hebe Br'.and angeblich gezwungen, viel­leicht eine unnachgiebigere Hal­tung geg. nüber dem deutschen Botschafter v. Hoc) ch anzunehmen, als er ursprüng­lich anzunehmcn beabsichtigt habe. Die Botschafter Hütten ihre Befriedigung mit den letzten Aenderungen im deutschen Oberbefehl zu Druck gebracht, aber Gene­ral Walch und der Versailler Mi- *litärausschuh hätten beide betont, daß Deutschland nicht richtig abge­rüstet habe, und daß sie die Abschaffung der Militärkonttolle nicht anempfehlen könnten, dies geschehen sei. Der Korre­spondent bemertt, da Deuffchland die mili­tärischen Geheimorganisattonen niemals vollständig auffösen könne, könne Paris darin einen passenden Vorwand für die Verzögerung der Aufhebung der Mili­tärkontrolle auf einem unbegrenzten Zeit­raum finden. Frankreich erllüre, daß es eine Frage seiner nationalen Sicherheit sei, über die es selbst ttotz der Locarnvgarantte Richter bleiben müsse. Die brittschen di­plomatischen Kreise seien nicht geneigt, be- züglich dieses Punttes in die Franzosen zu dringen.

Zu der von Frankreich allein aufrecht erhaltenen und von Deuffchland nachdrück- Ita abgelehnten Auslegung des Art. 213

Die Wahlen in SSerschlesien und Sachsen

6to6tr Erfolg btt btnlitbtn Litten in S!l Met Wessen

fh. Kattowitz, 15. Roo. Soweit bis jetzt ein Ueberblick möglich ist, kann damit gerech­net werden, daß die deutschen Parteien min­destens 50% aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen werden.

ft. Kattowitz, 15. Nov. lieber das Er­gebnis der Eemeindewahlen in Oberfchlesten wird weiter berichtet: In 16 von 24 Gemein­den des Kreises Kattowitz (anker der Stadt Kattowitz) erhielten die Polen 120 Man­date lind die Deutschen 48. In 12 von 16 Gemeinden des Kreises Schwientozchlowitz erhielten die Polen 67 Mandate und die Deutschen 7 4.

In Königshütte-Stadt erhielten die Kommunisten 2, die polnischen Sozialisten 3, die deutschen Sozialisten 6, die deutschen Parteien 32, der Korfanty-Block 11 Mandate.

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Die SemembewEm in Emhjtn

Leipzig.

fk. Leipzig, 15. Nov. Es erhielten: So­zialdemokratische Partei 26, Alte sozialdemo­kratische Partei Sachsens 1, Unabhängige 1, Kommunisten 14. Demokraten 4, Wirtschafts­politische Gemeinschaftsl.jte 19, Auswertungs- Partei 6, Nationalsozialisten 1, Mittelstands­partei 3 Sitze.

Dresden.

fk. Dresden, 15. No». Es erhielten: So­zialdemokraten 26, Kommunisten 10, Alte so- zialdemokratsche Partei 3, Demokraten 5, Zen­trum 1, deutsche Volkspartei 10, Wirtschafts­gruppe 6, Hausbesitzer 3, Aufwertungspartei 2. Teutfchnationale 9 Sitze. Die Bürgerlichen verloren 8 Sitze.

Chemnitz.

fk. Chemnitz, 15. Nov. Es erhielten: So­zialdemokraten 17, Kommunisten 14, Demo­kraten 3, Deutsche Bolkspartei 8, Deutsch-

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nationale Volkspattei 8, Wirtschaftspartei 6, Nationalsozialisten 1« Aufwertungspattei 2 Sitze.

Zwischenfall bei der Leipziger Stadverordne- tenwahl.

fk. Leipzig, 15. Nov. Anläßlich der Leipziger Stadtverordnetenwahl kam es gestern in Leip­zig-Neuschönfeld zu einem Zusammenstotz zwi­schen Polizei und Beamten und einem Trupp Roter Frontkämpfer. Die Polizeibeamten wur­den mit Stöcken geschlagen. Drei Personen wurden festgenommen.

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Staütverordnetenwahl in Karlsruhe. »

fk. Karlsruhe, 15. Nov. Es erhielten an Mandaten: Zentrum 19, Sozialdemokraten 24, Kommunisten 6, Demokraten 5, Deutsche Volkspartei 12, Deutschnationale und Vater­ländische Verbände 9, Reichsverband für Aus­wertung 5, Wirtschaftliche Bereinigung 3, Ergebnis der Mannheimer Stadtverordneten­wahlen.

fk. W a n n h e i m, 15. Nov. Bei den Stadt­verordnetenwahlen erhielten: Sozialdemokra­ten 21 442, Unabhängige 916, Zentrum 10 861, Deutsche Volkspartei 9022, Wirtschaftliche Ber­einigung 2835, Demokraten 4796, Deutsch- nationale 10184, Christlich-Soziale 931, Reichs- Pattei für Bolksrecht und Auftvettuug 1488s ' Deutsche Aufwertnngspartei 593 Stimmen, Un­abhängige 2199 Stimmen. Wahlbeteiligung etwa 45 Prozent.

Ergebnis dec Bürgerschaftswahlen in Lübeck, fk. Lübeck, 15. Nov. Bei den gestrigen Bürgerfchaftswahlen in Lübeck erhielten die Sozialdemokraten 35 (bisher 28), Kommuni­sten 5 (10), Demokraten 2 (7), Haus- und Grundbesitzer 0 (3), Aufwertungspartei 1 (0), Zentrum 1 (0), Hanseatische Volkspattei 36 Mandate.

des Versailler Vertrags schreibt der Kor­respondent, gestern sei zum ersten Male in verantwortlichen britischen Kreisen der Gedanke, den Haager Gerichtshof aufzufor­dern, eine Enffcheidung über die nichttge Auslegung dieses Artikels zu treffen, ernst­lich erwogen worden. Alles dieses beweise, daß sehr wenig wesentliche Fort­schritte auf der im nächsten Monat stattfindenden Sitzung des Völkerbunds- rates erwartet werden könnten.

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Rom. 14. Rov. 5m Fleimsta! (Dolomoten) bei Paneveggio waren gestern 14 Waldarbeiter vor einer Baracke versammelt, als vor der Hütte eine noch ans der Kriegszeit stammende Granate explodierte, mit der verwntlich nnvor- sichtig nmgegangen war. Bon den anwesenden 14 Personen waren 11 sofort tot, darunter 3 Franen. Die brei anderen Personen wurden schwer verletzt. Eine davon starb bald daranf im Spital. Ev find größtenteils italienische Arbeiter rwischen 18 und 20 Sorten.

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Paris, 13. Nov. (WTB.) Wie die Agen­tur Judo Paeisie aus Manila berichtet, ist in der Nacht vom 5. auf den 6. November dort ein Wirbelsturm niedergegangen, über den man erst am 10. November Nachrichten erhal­ten konnte. In den Provinzen Watangas, Ta- gayas, Laguna und Cavtte zählt man unge­fähr 400 Tote und Vermißte. Zwei­

tausend Häuser sind zerstört worden. Die Ernte ist stark in Mitleidenschaft gezogen und zum Teil vernichtet worden.

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Veltheim, 14. Rov. (WTB.) Unter starker Anteilnahme der Bevölkerung und in Gegenwatt von Vettretern militärischer und ziviler Behörden und der Angehöttgen fand heute in Veltheim die Einweihung des Reichswehrdenkmals für di» am 31. März 1925 in der Weser ertrunkenen Reichswehrsoldaten statt. Die Divisions-, Pfarrer hielten Ansprachen und General­leutnant Freiherr v. Ledebour feierte die Steue und Pflichterfüllung der ertrunkenen Soldaten. Rach dem LiedeIch hott' einen Kameraden" feuerte die Ehrenkom­pagnie eine dreifache Salve ab. Mit einem Dorbeimaffch vor General Reinhard nahm die schlichte Feierlichkett ihr Ende.

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zur entnahmt von Mnrintnlltn

Berlin, 13. Nov. Im Anschluß an die Benutzung von Marineakten durch den früheren Großadmiral v. Tirpitz wird den Blättern mitgeteilt, daß die Benutzung der. Allen des Marinearchivs jedermann offen stehe. Das Reichsmarineministerium habe sich bereits im Februar schriftlich über diesen Punkt geäußert. Die Behauptungen, es seien Akten aus dem Marinearchiv entnommen und erst nach län­gerer Zeit in nicht ordnungsgemäßem Zu­stande ruruckgegeben worden, seien völlig un­zutreffend. Es habe eine eingehende Nachprü­fung der einzelnen Akten, ja sogar der ein­zelnen Blätter, stattgefunden, wobei sich er­geben habe, daß alles in Ordnung war.

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Ein richtiges Bild des Standes der über­seeischen Auswanderung eines Landes erhält man nur dann, wenn man einen gröberen Zeitraum als DergleichSmatzstab nimmt. Den Verlauf der deutschen überseeischen Auswan­derungsbewegung weisen am besten die Halbjahreszusammenstetlungen deS Statisti­schen Reichsamtes nach. Nach dem letzten Halbjahresausweis, umfassend die Monate Januar bis einschließlich Juni de» Jahres 1926, haben insgesamt 34 231 Aus­wanderer das deutsche Reichsgebiet verlassen. Gegen das Vorjahr (32 748) bedeutet diese Zahl eine Zunahme der Auswanderer um 1 483. gegenüber dem Jahre 1924 (30 388) eine Zunahme um 3 843. Die Höchstziffer des Jahres 1923 mit 40 872 ist hiernach erfreulicherweise nicht wieder erreicht wo» den; es ist aber doch fett 1924 wieder ein langsames Anschwellen der AuSwande- rnngsziffern zu beobachten. Auf die ein­zelnen Monate deS ersten Halbjahres 1926 verteilt, ergibt/ sich allerdings eine ab­schwellende Bewegung. Es wanderten näm­lich aus:

im Januar 5 727, im Februar 4 615, im März 6177, im April 7160, im Mai 7 060, im Juni 3 492.

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Gruppe Eisen- und Metallindustrie, Elektro­technik und Feinmechanik das größte Kon­tingent mit 3 467 erwerbstätigen Ausmaß perern, dann folgen das Baugewerbe mit 1 205 (14,6 v. H.), das Bekleidungsgewerbe mit 830 (10,00 v. H.) und zuletzt der vft»- ban mit 353 (4,3 v. H.

Die Kurve steigt also in den Monate» März, April und Mai beträchtlich an, fällt aber int Ium stark ab auf ungefähr die Hälfte der Maizimmer. Im Juli 1926 steigt die Kurve mit 3 761 um einige Hun­dert, im August 1926 mit 4 466 eben« falls nicht unbeträchtlich gegenüber dem Vormonat an, wobei in diesen beiden M» naten die über Antwerpen Ausgewanderten -nicht berücksichtigt sind. DaS Bild der deut­schen überseeischen Auswanderung ist also ein sehr unregelmäßiges und schwankendes.

Um einen Ueberblick über die Berufs« verhältnisse der Ausgewanderten zu gewinnen, müssen von den 34 231 nachge- wiesenen deutschen Auswanderern zunächst 1 719 Personen, die entweder keinen Beruf hatten, ober ihn nicht näher bezeichneten» ausgeschieden werden. Es verbleiben also zur Berücksichtigung 29 015 Auswanderer. Hiervon waren 21 285 (73,4 v. H.) haupt­beruflich Erwerbstätige und 7730 = 26,6 p H Angehörige von Auswanderern. Die Zahl der mitgenommenen Angehörigen fällt also nicht sehr ins Gewicht, ausgenommen bei der Landwittschaft, wo auf insgesamt 6 607 Auswanderer allein 2 634 Singen j hörige entfallen.

Nimmt man die Zahl der erwerbs­tätigen Auswanderer lSelbständ.ge, Unselbständige und Angehörige) in den drei großen Berufskategorien Landwittschaft, In­dustrie und Handel zusammen, so ergibt srch, daß die Industrie aller Branchen immer noch die meisten Auswanderer mit 11 692 Menschen stellt, dann folgt gleich die Land­wirtschaft mit 6 607 Köpfen, und dann erst Handel und Verkehr mit 5 658 Köpfen. Diese Zahlen lassen einen Schluß auf die Geschäftslage der Hauptgewerbe in Deutsch­land zu. Von den einzelnen Industrien stellen -die meisten Auswanderer: die Elsen» und Metallindustrie (4 831), die Nahrungs- und Genußmittelindustrie (1159), das Be­kleidungsgewerbe (1 065) und daS Bau- gewerbe (1 694), während beispielsweise die chemische Jndusttie im ersten Halbiahr 1926 nur 143 Auswanderer gestellt hat.

Scheidet man die Angehörigen gart* aus und beschränkt sich auf die ftlb- und unselbständigen Erwerbstätigen, dann zeigt lick folgendes Bild: auf die Land- utä> Nrstwfttschast entfallen 3 973 (18,7 toJÖJ, auf Bergbau, Industrie und Baugewerbe 8 261 (38,8 v. H.), auf Handel und Verkchr 4 431 (20,8 v. H.), auf Verwaltung, Heer und freie Berufe 668, (3,1 v. H.), auf Ge­sundheitswesen und Wohlfahrtspflege 318 118» H.), auS häusliche Dienste und Lohnarbeit wechselnder Art 3 634 (174 vH.). Bei dieser Aufstellung stehen also die Hauptgewerbe in der Rerhenfotze ändulttie, Handel und Landwittschaft.

inen relativ hohen Prozentsatz der