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Ausweisung Garibaldis
fk Paris, 12. Rov. „Echo de Paris" glaubt mitteilen zu können, Dag bereits eine Entscheidung getroffen worden fei, daß Garibaldi aus Frankreich ausgewiefen werde. Diese Maßnahme werde offiziell im Laufe des heutigen Vormittags durch den Kabinettsrat bestätigt werde«.
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Sie sranzWche SmeSMiage
fk Paris, 12. Nov. Kriegsminister Painlev6 hat den Heeresausjchüssen die Gesetzesvorlage über die Hceresreform vorgelegt. Nach Hanau bildet die Grundlage die nach Ablauf ein^llebergangszeit einzuführende . ...
einfährige Dienstzeit bei allgemeiner Dienstpficht.
Das Heer müsse in der Lage sein, nicht nur rasch mobilisiert werden zu können, sondeiln auch dem neu zu bildenden Heere die .nötige Eadres zu liefern. Entsprechende Vorräte müßten selbst in Friedenszeiten unterhalten werden und zwar wesentlich beträchtlicher
• als im Zuli 1914.
Eine Organisation, die irgend eine dieser Plichten nicht erfüllt, wäre ein Verrat an der Verteidigung des Landes. Die Reform »acht die Unterhaltung von 106 000 Berufssoldaten, also
30000 Berufssoldaten mehr > al,jetzt, notwendig.
Äonflirt zwischen ben Bereinigten Staaten und Wito
Eine amerikanische Note an Calles.
fk Pari», 1?. Nov. Wie „New York Herold" an» Washington berichtet, hat das amerikavische Staatsdepartement an den Präsidenten Calles eine Rote gerichtSt wegen des mexikanischen Gesetzes über die Oelvorkommen. Diese Note komme praktisch einem Ultimatum gleich und stelle sofortige Zurücknahme der Anerkennung der mexikanischen Regierung durch Amerika in Aussicht, falls Präsident Calles nicht Schritte zur Revision der betreffenden gesetzliche« Maßnahme« unternehme.
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Bor brr Beilegung beb Bergarbeiterkonflitls
Abschluß der Verhandlungen der Re«
, gierung mit den Bergarbeitern.
fk London, 12. Nov. In der kurz nach 3 Uhr beendeten Erörterung zwischen Regierung und Vollzugsausschuß der Bergarbeiter überreichte die Regierung dem Vollzugsausschuß Vorschläge über eine Regelung, die im wesentlichen das letzte Wort der Regierung darstellen Der Vollzugsrat der Bergarbeiter tritt heute vormitag 10% Uhr zusammen, um den Entwurf zu erwägen. Die Delegier- ten-Sitzung findet um 12 Uhr mittags Ratt. Wie verlautet, wird die Regierung, wenn die Bergleute ihren Entwurf annehmen, im Verlauf der allernächsten Tage eine diesbezügliche Vorlage einbringen.
Ausschreitungen gegen Neger in Texas.
fk. London, 12. S?od. In Houston (Texas) krschoffen 7 berittene Weiße einen Neger und Zündeten ein Gebäude an, in dem sich ein anderer Neger mit seiner Frau versteckt hatte, ^teibe kamen in den Flammen um.
Protestnote an Roten
Berlin, 11. Nov. Die in dem sogenannten Kallowitzer „Hochoerratspro- z e b" gegen Mitglieder des Deutschen Bolksbundes in öffentlicher Hauptver- houdlung gemachten Aussagen von Offizieren des polnischen Spionagedienstes, wonach sie sich mit Hilfe verführter Angestellter aus dem Archiv des deutschen Generalaon- s u l a t s monatelang . zahlreiche S ch ri st - stücke a n g e e i g n e t haben, haben der deutsche» Regierung Veranlassung gegeben, in einer an die polnische Regierung gerichteten Note schärfsten Protest hiergegen zu erheben. Die polnischen Behörden haben dieses Verfahren nicht nur geduldet, sondern offenbar gefördert, was eine gröblich« Verletzung des internationalen Brauchs darstellt.
Die Sühne für die Ermordung Geipels.
fk. Berlin, 12. Nov. Das Schwurgericht Erfurt verurteilte den Schlosser Josef Müller, der am 1. September d. I. vor dem Erfurter Hauptpostamt den Polizeileutnant Geipel erschoß und den Polizeiwachtmeister Mark durch einen Schutz in den Oberschenkel verletzte, wegen. Todschlaas zu. 15 Jahren Zuchthaus..
Arbeitsgemeinschaft von Za« zu Za«
ZugoMbnisse an bit Eezinlbtmolrnlir
Seit Donnerstag abend ist man in parlamentarischen Kreisen eifrig bemüht, die durch die Frage der Erwerbslosenfürsorge ausgetauchten parlamentarischen Schwierigkeiten auf dem Wege von interfraktionellen Zwischenver- handlungen aus dem Wege zu räumen. Offenbar Hai inzwischen in der sozialdemokratischen Fraktion jener Flügel die Oberhand bekommen, der ein Zusammengehen mit den Regierungsparteien mit der Absicht eines späteren Eintritts jn die Regierung befürwortet.
Das Verhalten dep Deutschnationalen ist insofern zu verstehen, als sie damit die Regie-, rungsparteien zwingen wollen, klare Mehr- heitsverhällnisse zu schaffen. Aus verschie denen Aeußerungen in der demokratischen Presse haben sie außerdem die Tleberzeugung gewonnen, daß die Minderheitsregierung Marx in Wirklichekit eine „ft i 11 e“ große Koalition darstellt, die man nur aus taktischen Gründen wegen, der scharfen Kampfstellung der Sozialdemokraten zu den Kommunisten nicht äußerlich hat in Erscheinung treten lassen.
Offenbar will man jetzt auch die Konsequenzen aus der Lüftung dieses Geheimnisses ziehen und in Vorverhandlungen zur Bildung der Großen Koalition eintreten. Daß diese jetzt schon zu einem Erfolg führen werden, hält man aber in Kreisen der Regierungsparteien für unwahrscheinlich, da die Sozialdemokraten aus rein agitatorischen Gründen heute noch nicht bereit sein dürften, an den Aegie- rungsgeschaftm mitverantwortlich teilzunehmen.
Die kommenden Verhandlungen dürften daher lediglich zu einer Art Neutralisierung des Bodens führen, auf welchem Regierungsparteien und Sozialdemokraten von Fall zu Fall z u f a m m e na rb e-i t en. können. Das wird vor allem bei Fragen der Fall sein, die die derzeitige parlamentarische Krise verursacht haben.
In der Frage der sogenannten Krisenfürsorge, das heißt die bis zum 31. März 1927 begrenzte Verlängerung der Unterstützung für die Ausgesteuerten, ist im wesentlichen eine Vereinbarung mit den Sozialdemokraten be- rests erzielt worden. Der Zeitpunkt, bis wann der jetzt erstrebte Zustand zu der Bildung .der Großen Koalition führen wird, dürfte wesentlich beeinflußt werden Davon, ob die Deutschnationalen ihre verschärfte Opposition auch in den Fragen der zu lösenden Wittschastsprobleme beibehalten werden.
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I« den gestrigen Verhandlungen über die Erwerbslosensürsorge zwischen dem Vorsitzenden des Sozialpolitischen Ausschusses Esser (Ztt.) und den s o z i - l - demokratischen Vertretern ist eine vorläufige Einigung durch Entgegenkommen auf die sozialdemokratischen Forderungen dahin erzielt worden, daß im wesentlichen bestimmt wird, daß die Krisenfürsorge (die nach der Erwerbslosenfürsorge für 52 Wochen eintreten soll) auch
den Erwerbslosen gewährt werden soll, die in der Zeit vom 1. April 1926 bis zum Inkrafttreten des jetzigen Gesetzes wegen Ablauf der gesetzlichen Anterstüt- zungsdauer aus der Erwerbslosensürsorge ausgeschieden sind. Ferner sollen auch solche nach dem 1. April 1926 ausgesteuerten Ertr^rbslosen, die seitdem nicht laufend von der öffentlichen Fürsorge unterstützt wurden, auf Äntrag in die Krisenfürsorge ausgenommen werden können.
Ferner ist den Sozialdemokraten die Zusicherung gegeben worden, daß ein Härteparagraph in das Gesetz ausgenommen werden soll zugunsten von Arbeitern und Industriellen, die von der Erwerbslosigkeit besonders betroffen sind. Einen dahingehenden Antrag würden die bürgerlichen Parteien unterstützen. Es handelt sich dabei namentlich um Arbeiter aus aus st erbenden Industrien, wie der Edelsteinindustrie usw.
Ferner wurde auf Wunsch der Sozialdemokraten vereinbart, daß in dem Regierungsvorschlag für Erwerbslose, die unmittelbar aus der Erwerbslosensürsorge oder der öffentlichen Fürsorge in die Krifenfürforge übernommen werden, keine Wartezeit besteht, das Wort „unmittelbar" gestrichen wird und daß ferner die weitere Bestimmung des Regierungsentwurfes folgende Fassung erhält: „Die Voraussetzungen der Erwerbslosensürsorge hinsichtlich der Arbeitswilligkeit und Arbeitsfähigkeit des Erwerbslosen gelten auch für die Krifenfürforge".
Endlich haben die Vertteter der Sozialdemokraten zugestimmt, daß in den be° snvders leistungsschwachen Gemeinden, die nicht einmal ihren Anteil von 25 Prozent der Erwerbslosenfürsorge tragen können, das Reich eintritt.
Der Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschusses Abg. Esser (Ztt.) macht darauf aufmerksam, daß von irgendwelchen feststehenden Abmachungen vorläufig keine Rede sein könne. Die endgülttgen Entscheidungen werden erst fallen, wenn sich alle in Bettacht kommenden Fraktionen mit dieser Frage beschäftigt haben.
Ferner ist mitzuteilen, daß selbstverständlich in den Verhandlungen, die sich lediglich auf das Gesetz über die Krisenfürsorge bezogen, die Frage der Höhe der Anter st ützungss ätze der Erwerbslosen überhaupt keine Rolle gespielt hat. Diese Sätze sind bekanntlich schon mit bindender Kraft durch die Verordnung der Regierung festgesetzt worden.
Wölling aller aMMWchen Srgaailalloaea In Mallen
rotb. Rom, 11. Nov. Die sofortige Durchführung des neuen Gesetzes zum Schutze des Staates gegenüber den antifaschistisch en Verbänden erfolgte, wie Stefan! meldet, ohne Zwischenfall. Alle politischen Verbände, die einen antifaschistischen Charakter trugen oder im Verdacht standen, antifaschistisch zu sein, wurden aufgelöst. In den wirtschaftlichen Verbänden, deren Verwaltungen Verdacht erregten, wurden die Vorstands- mitglieder durch Regierungskommissare ersetzt. Bus kommunistischen Kreisen verlautet, daß weitere neun ehemalige kommunistische Abgeordnete verhaftet wckchen seien.
Der Kampf um den Äaiserhos.
fk. Berlin, 12. Nov. Laut „Germania" Hal sich die preußische Gtaatsregierung in einer Denkschrift entschieden gegen den Ankauf des Kaiserhofes durch das Reich aus- gchprochen. .
?ns SMebnugejetz Im LMlag
Berlin, 11. Nov. Auf der Tagesordnung der heutigen Landtagssitzung steht zunächst die erste Beratung über den
Entwurf eines Stödtebaugesetzes.
Diese Vorlage will durch ihre Vorschriften dem Durcheinanderwirken von Bergbau, In» duslrie, Verkehr und den Behausungssammelpunkten, wie es jetzt in vielen Landesteilen beobackstet wird, durch eine auf sorgfältigem Studium aufgebaute einheitliche Planung insbesondere des Verkehrs steuern.
Besondere Bestimmungen enthält die Vorlage über Nutzgrünflächen und Klein- • gartenflädjen, sowie über Spiel- und Sportplätze. Ein besonderes Kapitel beschäftigt sich mit der Frage der Enteign u n- gen, soweit im Interesse der städtebaulichen Entwicklung der Gemeinden und der Woh. nungsfürforge für die minderbemittelte Be. 1 völkerung vom Enteignungsgesetz vyn 1874 ab- weichende Bestimmungen notwendig sind.
Dolkswohlfahrtsminister Dr. Hirtsiefer hob aus dem Staatsratsgutachten bett Satz hervor, daß auch der Staatsrat das Ziel des Entwurfes,
die Grundlage zu einer in sozialer und ethischer Hinsicht gleich notwendigen Gesundung des Wohnungswesens
zu schaffen, begrüßt. (Beifall.) Seine besondere Bedeutung erhält das Gesetz durch die Absicht, die zukünftige Entwicklung des Städtebaus nicht mehr allein in den Ortschaften selbst, sondern gewissermaßen vor ihren Toren und weit über die Gemeindegrenzen hinaus als z u- sammenhängende W i r t s ch a f 1 s g e - biete zu erfassen und nach großen Gesichtspunkten planmäßig zu ordnen. Man spricht von einer Sozialisierung des B o - d e n s, von einer Zwangswirtschaft, von der Absicht, die Verwendung des Grund und Bodens vorzuschreiben. Davon kann nicht d i e Rede sein.
Die Verwendbarkeit des Bodens soll auch nach dem vorliegenden Gesetzentwurf unbehindert bleiben.
Aber schwerwiegende Veränderungen der Erdoberfläche sollen möglichst verhindert werden können. Den Gemeinden wird ein Enteignungsrecht nicht verliehen. Sie können nur auf dem auch bisher möglichen Wege des Enteignungsgesetzes von 1874 eine Enteignung beantragen. Jetzt habe man es noch in der Hand, in vielen Teilen des Landes der Zukunftsentwicklung Bahnen zu weisen.
In der allgemeinen Aussprache bemerkte
Abg. Lein er t (Soz.): Vielleicht sei eine noch weitergehende Beschränkung der privaten^ Ausnutzung von Grund und Boden im Volksinteresse zu wünschen. Wir vermissen'in dem Entwurf eine genaue Regelung der Zu- ständigkeiten. Wir begrüßen das Gesetz, behalten uns aber eine sehr genaue Nachprüfung im Ausschuß vor.
Abg. S ch l u ck b i e r (Dtn.) hält eine entschädigungslose Enteignung für untragbar. Besonders gefährlich ist es auch, daß gemeinnützigen Gesellschaften Enteignungsbe- fugnisse gegeben werden sollen. Die Landwirtschaft scheint uns bei den Ausschüssen gegenüber der Industrie vernachlässigt zu sein. Der Wunsch der Städte nach Grünzonen ist in hohem Maße berechtigt. Wer aber entschädigt den Grundbesitzer, besten Besitz in einer solchen Grünzone liegt? Die Deutschnationalen seien bereit, im Ausschuß an einer brauchbaren Gestaltung der Vorlage mitzuarbeiten.
Abg. Bergmann (Ztt.) , bedauert, daß eine solche Vorlage nicht schon viel früher gekommen ist. Es wäre aber Unfug, das Gesetz etwa für alle Landesgebiete anzuwenden. Es käme
nur dort in Frage, wo große Industrieentwicklungen vorauszufehen find.
Am besten würde das Gesetz ausgeführt, wenn man ohne Zwang und Enteignung auskäme und sich vor allem mit dem Eigentümer verständige.
Abg. Dr. von Campe (D. Vpt.): Ganze Sttaßenzüge sind nicht mehr imstande, den Verkehr zu bewältigen und vom Publikum fernzuhalten. Eine Unsumme von Miß. Helligkeiten ist besonders nach dem