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Somtetsteg, de» 4. November 1926

jjyn Srdenken teö SlkgeStageS een RoßlM

(5. November 1757.)

Aoltke. der Sieger von KSniggrStz, Meh Sedan, dazu ein feinsinniger Kenner ter Menschen und Dinge, hat 1841. als er ma türkischen Kriegsdiensten in Vorder» ssien heimkehrte und den in Deutschland herrschenden Streit der Meinungen stau­bend wahrnahm. Folgendes geurteilt:Ist J denn zuviel verlangt von einem so «oßen. so alten, so erfahrenen und so ge- .Meten Volk, wie das deutsche, wenn man ibm zumutet, sich nicht in sich selb st zber jede Kleinigkeit zu ver­feinden? Der Gegenstand, über den man sich verhadert, sei, welcher er wolle immer wieder wird uns der oft geradezu lächerliche Streit vor der Welt herab­setzen und nur unseren Feinden draußen kenint zugute kommen. Daher ist es ge­boten, daß sich das deutsche Volk endlich selbst überwindet und die nutzlose Streit­lust, die törichte Rechthaberei abwirft." Dan könnte heute über die Klarheit dieser veisen Erkenntnis das großen Mannes staunen. Er hat leider nur allzu recht ge­habt. Heute ist es nicht besser geworden, sondern eher schlechter: keine Spur von Einheit und Geschlossenheit, sondern eher noch mehr Hadersucht und Streitbegierde! Es sei hier nicht auf die Frage des Flaggenstreites eingegangen, der unser Volk allein für sich schon in zwei Lager scheidet, auch nicht auf den traurigen Lei­denschaftskampf um das Reichsehrenmal, der nicht einmal angesichts der gefallenen Helden des Weltkrieges schweigt. Jetzt ist sogar ein wildes Gelärm um ein winziges Stückchen Papier, um die schöne Brief- ff marke mit dem Kopfe Friedrichs des - Kroßen, losgebrvchen und hat mit ge­radezu bemitleidenswerter Losgelassenheit getobt. Partikularistische and , andere Kründe, namentlich die gar nicht in Frage kommendeGefährdung des republikani­schen Gedankens" wurden gegen-die Auf­nahme desGroßen Königs" unter die deutschen Geisteshelden einer stolzen Ver­gangenheit in Gestalt jenes Briefmarken­bildnisses ins Feld geworfen. Erhaben, melleicht spöttisch, dabei traurig zugleich, dürfte der Große aus Walhalla herab auf Hein Preußen herabschauen und an der '-Zukunft Deutschlands zweifeln. Man be- ; Haupte! heute, er sei nichtdeutsch" gc- j Mesen, er habe dasReich" bekämpft, er habe mit Vorliebe französisch geschrieben und gesprochen. Im Gegenteil er war kerndeutsch, er dachte und handelte deutsch, Vennschon er, dem Banne der Zeit folgend. Ach gerne der französischen Sprache be- i biente. DasReich" war im rettungs- 4 Äsen Verfall, ein hohles Schattenbild im Schlepptau des gänzlich undeutschen Oester­reichs. das nur Habsburgische Hauspolitik trieb und deshalb Russen. Franzosen und Schweden nach Deutschland rief.

Die Franzosen kamen anfangs 1757 und : blieben bis Ende 1763 in Deutschland. Anser Hessen-Kasseler Land, auch Mar­burg, Hannover, Westfalen, Thüringen hat­ten furchtbar unter der französischen Herr­schaft zu leiden, deren Zwecke lediglich die Eroberung und der Besitz des linksrheini­schen Deutschlands war. Friedrich prägte hierüber folgende Worte:

:Cs rauscht in seiner tiefsten Quelle

Der deutsche Rhein und schäumt vor Groll And flucht der Schmach, daß seine Welle ir Das welsche Joch ertragen soll." Dem Großen König verdankt es Deutschland ganz allein, daß damals die französischen Raubpläne zu Schanden geworden sind!

Zm Herbst 1757 schien Friedrichs Lage überaus gefahrvoll. Bei Kolin geschla­gen, hatte er Böhmen und Schlesien ge­räumt, die Oesterreicher hatten Breslau be­icht, die Russen standen an der Oder, die - Schweden in Mecklenburg, die Franzosen in Thüringen. Hessen. Hannover. Des Kö­nigs Staat war nur noch sein Feldlager. Wer sein Geist lebte und beherrschte, un­gebrochen und tatenftoh. Alles.

Am 5. Rovember 1757 um die Mittags­stunde stand der König mit 22 OOO Dann bei Rohbach (unweit Merseburg euf den Höhen nördlich der Saale) dem 8einde gegenüber, der 45 000 Mann stark dxrr unter dem Marschall Soubise, 31000 Franzosen, 14 000 Mann ReichS- duppen aus Süddeutschland. Svubise Ufte, schnell mit dem schwachen Gegner fertig zu werden, und setzte sein Heer zur Mfassung des linken preußischen Flügels 'n Flankenmarsch. Der König wartete ab, QS Fußvolk mit dem schweren Geschütz hinter dem Zanusberg verdeckt haltend, Während Seh blitz mft 45 Schwadronen ®fe Bewegungen des Feindes unbemerkt im «ebel begleftete. Da, im rechten Augen- Aick drehte er seine Reiterei gegen die ^chte Flanke des Gegners herum und warf "rssen 80 Schwadronen in wenigen Mi­eten über den Haufen. Gleichzeitig trat ner König mit dem Fußvolk an, unterstützt «vH das Feuer von 18 schweren Ge­

schützen. Seydlitz aber warf seine Schwadronen nach rechts herum und sprengte die feindliche Infanterie ausein­ander. Das Reichsheer kam überhaupt gar nicht zum Schuß und zerstreute sich, die Franzosen wichen in voller Flucht bis hinter die Werra zurück. In 3/4 Stunden war alles getan. Der preußische Verlust betrug knapp 600 Mann, während der Gegner 70 Geschütze, 30 Fahnen, 6000 Ge­fangene verlor und 4000 Tote und Ver­wundete liegen ließ. Bei Roßbach hatte sich der Geist des Krieges in wunderbarer Weise gezeigt, Seydlitz aber hattediesen Geist in die Tat geritten", wie Car­lyle, des Königs englischer Geschichts­schreiber, treffend sagte:Der Tag von Roh­bach ist eine der glänzendsten Ehrentage deutscher Kraft".

Der König verfolgte nur bis an die Anstrut, dann machte er Kehrt, ellte nach Schlesien und schlug die Oesterreicher bei L e u t h e n. Die Russen gingen, von Schrecken ergriffen, hinter die Weichsel, die Schweden in die Ostseehäfen zurück. War somit der strategische Erfolg des Rohbacher Sieges ein gewaltiger, so war der mo­ralische noch viel größer. Mächtig regte und hob sich das deutsche National­gefühl, das in diesem Tage eigentlich überhaupt erst geboren wurde. Friedrichs Name wurde mit einem Schlage im höchsten Maße volkstümlich, auch unter seinen Geg­nern im Reiche. Man jubelte ihm be­geistert zu. Zahlreiche Siegeslieder, mei­stens außerhalb Preußens, verkündeten sei­nen Ruhm als deutschen Helden, spot­teten über die Franzosen, verlachten die schwerfällige, unkriegerische Reichsarmee:

And wenn der Große König kommt And klopft nur auf die Hosen, Da läuft die ganze Reichsarmee, Panduren und Franzosen."

And da will man heute den Großen König verkleinern und herabsetzen? Diese Kleingeister! Sie gleichen, wie die Fabel erzählt, dem Mops, der den Mond an­bellt der Mops bellt sich heiser, das Ge­stirn aber strahlt in unantastbarer Klar­heft und Wahrheit nur um so heller.

F. I.

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Mischer Geschichttverein

Die Arbeit des Winterhalbjahres begann mit der Hauptversammlung am 27. Oktober im Hörsaal 24 der Universität. Der Herr Vorsitzende erstattete den Jahresbericht. Im Herbst 1925 konnten noch zwei Ausflüge unternommen werden. Der erste führte im September ins Oberamt Wetter nach dem Wollenberg, der Eckelskirche, den Wichtel­häusern, den Schanzen, nach Warzenbach, Bannebach, Holend«, Treisbach und Wetter. Staatsarchivrat Dr. Dersch gab die geschicht­lichen Erklärungen. Ter zweite Ausflug ging nach Unter- und Ober-Rosphe, wo Herr Pfarrer Israel einen Vortrag hielt. An einem gemeinsamen mit dem Altertums­und Kunstverein veranstalteten Vortrags­abend im November sprach Herr Regie­rungsbaurat Bode aus Kassel über das Grabmal Theoderichs des Großen. Weiter hielten Vorträge Herr Geheimrat Professor Dr. Koch über mittelalterliche Siegel als Geschichtsquelle, Herr Zolldirektor Woringer aus Kassel über das Kurhessische Offizier­korps im Jahre 1814 und Herr Dr. Kippen­berger über die Kunst der Ofenvlatten (Philipp Soldan aus Frankenberg.) Im vergangenen Sommer fanden Ausflüge nach Braunsels und Mellnau statt. Di« Jahres­versammlung des Geschichtsvereins in Geln­hausen und Birstein war auch von Marburg aus besucht. Band 55 bet Zeitschrift ist erschienen und wird den Mitgliedern in­zwischen zugegangen sein. Sollte der Band versehentlich einem Mitglied« noch nicht «ingehändigt sein, wird das betreffende ge­beten, sich an Herrn Geheimrat Heer, Grün 40, zu wenden. Der Vorsitzende schloß seinen Bericht mit der Aufforderung, auch fernerhin für neue Mitglieder zu werben und dadurch di« Bestrebungen des Vereins zu unterstützen. Der Jahresbeitrag beträgt ö Mark. Der Kassenabschluß konnte wegen Todes des mit dem Austragen der Zeit­schrift betrauten Boten noch nicht vorge­nommen werden. In Abwesenheit des Kon­servators berichtete der Vorsitzende über die Neuerwerbungen für die Sammlung. Der bisherige Vorstand (Prof. Kürschner, Ge­heimrat Heer, Staatsarchivrat Dr. Dersch^ Kunstmaler Giebel) wurde wiedergewählt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles sprach Herr Pfarrer Lic. W. Maurer aus Michelbach überKirchlichesLeben in Hessen-Kassel zur Zett der ausgehenden Aufklärung."

Der Vortrag behandefte das kirchliche Leben etwa in der Zett von 1780 bis 1820. Er brachte zunächst eine Schilderung der verschiedenen theologischen Richtungen in dieser Zett, die vor allem durch das Aus­kommen des deutschen Idealismus gekenn­zeichnet ist. ES wurde gezeigt, wie die ursprüngliche Theologie der Aufklärung mit ihrem Nebeneinander von natürlicher und übernatürlicher Offenbarung abgelöst wird von den einander bekämpfenden Richtungen des Supranaturalismus und des Rationa­lismus, und wie sich unter Zuhilfenahme der un deutschen Idealismus liegenden Kräfte in einer idealistischen Theologie die Versöhnung der aufgebrochenen Gegensätze anbahnt. Die einzelnen Vertreter dieser Richtungen innerhalb der Theologischen Fa­kultät der Universität Marüura und in

Overdesf'sSr Zeitung, Marburg « E.

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anderen einflußreichen Stellen der Hessi­schen Landeskirche wurden geschildert. Der zweite Teil gab ein Bild der kirchlichen Frömmigkeit jener Zeit, zunächst der ge­bildeten, von der Aufklärung berührten Kreise, und zeigte dann, wie sich im Volke die alten Formen des kirchlichen Lebens zum großen Teil erhalten haben, und in ihnen die alte orthodox oder pietistisch ge­färbte Frömmigkeit. Dies sowohl wie die Reste pietistischer Konventikelbildungen, die besonders von der Brüdergemeinde in ihre Obhut genommen worden waren, ermög­lichten dann den neuen Ansatz in der Ent­wicklung des kirchlichen Lebens des 19ten Jahrhunderts.

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Marburg und Umgegend

'Gesellschaft der Freunde des humanistischen Gymnasiums. (Marburger OrtSgr. des Deutschen Gym­nasialvereins.) Das Programm des Win­terhalbjahrs eröffnet am Dienstag, den 9. November um 8,15 Ahr c. t. in der Aula des hiesigen Gymnasiums Herr Geheimrat Pros. Dr. Wolfgang v. Oettingen mit ei­nem Vortrag über das Thema:Schönheit und Mode". Der Redner, der schon vor 2 Jahren hier überGoethe als Sammler" sehr interessant gesprochen und als Goethe- Kenner und Goetheforscher sich einen Na­men gemacht hat, wird auch mit diesem nicht alltäglichen Thema großes Interesse finden. Die Aula ist geheizt. Der Ein- tritt ist frei.

* Telegramm u. Fernsprecher am 1. November. Für das Telegramm und den Fernsprecher bringt der 1. No­vember umfassende Neuerungen, besonders im Verkehr mit dem Ausland. Die neuen Bestimmungen für den Fernsprechverkehr und den neuen Telegrammtarif hatten wir mitgeteilt. In Kraft tritt auch eine neue Vollzugsordnung zum Welttclegra- phenvertrag und eine neue Tclegraphen- ordnung. Es werden neue Bezeichnungen eingeführt: Mehrfachtelegramm, zurückge­stelltes Telegramm usw. Fernsprechnum­mer und Postschließfach kann jetzt auch nach dem Ausland als Anschrift benutzt werden. Telegramme ohne Texte sind nicht mehr zulässig. Die gruppenweise Wiedergabe von Zahlen wie dreißigdrei­ßig statt dreitausenddreißig ist allgemein zulässig, ebenso Esperanto. Die Funk­verbindungen werden denen durch den Draht gleichgestellt. Bank- und ähnliche Telegramme in offener Sprache dürfen am Anfang des Textes ein verabredetes Kennwort erhalten. Die Prüfung der Telegraphenfchlüffel ist aufgehoben.

'Vriefpoft nach Amerika im November. Briefe, Postkarten und eilige Drucksachen nach den Vereinigten Staaten gehen im November mit 17 Dampfern, am 1. von Bremerhaven, 2. Southampton, 3. Bremerhaven und Sout­hampton, 5. Cuxhaven, 6. Southampton 10. Bremerhaven und Southampton, 13. Southampton. 17. Bremerhaven und Sout­hampton, 19. Cuxhaven, 20., 23., 24. und 27. Southampton, 29. Bremerhaven. Die Schiffe erhalten sämtlich Nachversande, aus Southampton an demselben Tage und aus Bremerhaven am nächsten in Cher­bourg, aus Cuxhaven in Boulogne. Schlußzeit ist für Southampton 2 Tage vorher in Hamburg 7.00 nm., Bremen 10.00 nm., Köln tags zuvor 7.18 vm., für Bremerhaven tags zuvor in Bremen 3.00 nm., Hamburg 1.14 nm., für Cherbourg tags zuvor in Frankfurt 12.12 nm., für Cuxhaven tags zuvor in Berlin 11.27 nm., Bremen am Tage 4.00 vm., Hamburg 6.00 vm., Boulogne tags zuvor in Frankfurt 12.12. Köln 7.33 nm. Die Ueberfahrt nach New Pork braucht von Southampton am 3., 10., 17., 24. sechs bis sieben Tage, sonst sechs, von Bremerhaven am 1. acht, sonst neun, von Cuxhaven zehn Tage.

'Die deutschen Krankenkas­sen. Zahl und Umfang. Krankenkasien gibt es nach einer neuen Zusammenstellung in Deutschland 7210, davon sind Betriebs­kaffen 3938, Ortskaffen 2114, Innungs­kaffen 733, Landkaffen 425. Versichert sind 17 379 000. davon bei den Ortskaffen 11662 000, Landkaffen 2 015 000, Betriebs­kosten 3333 000, den Innungsskaffen 369 000. Die Zahl der Betriebskaffen be­trägt 54 Prozent aller Kasten. Sie um­fasten aber noch nicht 20 Prozent der Ver­sicherten. Die Jnnungskrankenkasten betra­gen 10 Prozent der Kasten, haben aber nur 2 Prozent der Versicherten als Mit­glieder. Im Durchschnitt kommen auf eine Ottskrankenkaste 5516 Mitglieder, eine Landkaste 4743, eine Sterbekaste 846, ein« Innungskaste 462.

* Ausgleichzulag e für Versor­gungsberechtigte. Wie der Ver­band der Kriegsbeschädigten und Kriegs­hinterbliebenen des Deutschen Reichs­kriegerbundesKyffhäuser" mitteilt, hat der Reichsarbeitsminister neuerdings ver­fügt, daß bei nachträglicher Bewilligung der Ausgleichszulage die Gewährung rück­wirkend, frühestens vom 1. Dezember 1923 an, erfolgen kann. Wenn jedoch der Ver- loraunasberechtiate die Versorgungsbe-

hörde über die Att feiner Beschäftigung nicht genügend aufgeklärt hatte und ihm deshalb die Ausgleichszulage nicht gewähtt worden war. soll die Nachzahlung im all­gemeinen mit dem Monat der nachträgli­chen Antragsstellung beginnen. Die Aus­gleichszulage gern. Reichsversorgungsgesetz § 28 beträgt bekanntlich 25 Prozent der normalen Gebührniste bei Berufen, die erhebliche Kenntniste und Fertigkeiten er­fordern. 70 Prozent, wenn der Beruf außerdem ein besonderes Maß von Leistung und VerantwottuiP erfordert.

Telegramme auf Kunstblatt.

Telegramme auf einem künstlerisch ausge führten Formblatt werden am 15. November eingeführt (nicht am 1., wie von anderer Seite behauptet). Der Absender setzt vor die An­schrift den gebührenpflichtigen Dienstvermerk Lx. Er ist auch bei dringenden und bei Brieftelegrammen zulässig. Die Sondergebühr beträgt bis zu 50 Wörtern 1 <M, jede weitere volle oder angefangene Reihe von 50 Wörtern 40 Pfg. Den Antrag kann auch der Empfän­ger stellen. Das Telegramm wird unter Brief­umschlag zugestellt.

Kreis Kirchhain

- Speckswinkel, 1. Nov. In der Ge­schichte unseres Dorfes wird der 31. Oktober 1926 für alle Zeit ein Markstein sein. Galt es doch die Weihe der mit schweren Kämpfen und großen Opfern erbauten Wasserleitung vorzunehmen. Das Werk ist vollendet und damit das größte Kulturwerk für unsere Ge­meinde geschaffen, dessen Wohltat noch in späteren Zetten die kommenden Generationen dankbar anerkennen werden. Eingeleitet wurde die Feier durch den Festgottesdienst, in welchem Herr Pfarrer Hermann in be­redten Worten der Bedeutung des Tages ge­dachte. Dem Gottesdienst wohnten als Ver­treter des Kreises bei: Herr Landrat von Gilsa, Kreisinspektor Hornung, Kreisaus­schuß-Obersekretär Löchel und Kreisingenieur Döttner von Mektrizitätsamt. Am 12 Ahr vereinigte ein Festessen im Saale des Herrn Heinrich Sommer die sämtlichen Teilnehmer, darunter auch Herr Bürgermeister Losekam, die Gemeindevrttretung Dpeckswinkel, Herr / Elektrotechniker Heinrich Happel-Neustadt, Herr Kaufmann Karl Balzer-Kirchhain, Herr Ingenieur Leithäufer-Kassel und Herr Pfarrer Hermann-Speckswinkel. Herr Bürgermeister Losekam begrüßte die Erschienenen und dankte allen, die 6ei dem schwierigen Werk hllfreiche Hand geleistet hatten. Herr Lanbrat von Gilsa hob in seiner Ansprache hervor, daß die Anlage große Opfer der Gemeinde er­forderten, die aber bei dem Opfersinn der Ge­meindeglieder bereitwilligst getragen wurden. Er habe es als feine vornehme Pflicht ange­sehen zu helfen, und werd« auch weiter tat­kräftige Hilfe in Aussicht stellen, bis die Bau» summe von 72 000 Mark getilgt sei. Während des Essens konzertiette die Stadtkapelle Kap­pel-Neustadt. Nach Aufhebung der Tafel ging es unter Vortritt der Musikkapelle in geschlossenem Zuge zu dem. aus dem Krücke­berg gelegenen, 1 Kilometer vom Ort ent­fernten Hochbehälter, der zylinderartig ge­baut, 2 Kammern mit 90 Kubikmetern Wasser enthält. Hier gab Ingenieur Leithäuser einen Aeberblick über die Daugeschichte der An­lage, welche er dann Herrn Bürgermeister Losekam übergab. Bemerkt sei, daß auch früh­zeitig die Kirchweih abgehalten wurde.

Kreis Biedenkopf

Karlshütte, 2. Nov. Ein Passagier au» Biedenkopf batte sein Geldtasche mit Inhalt in der Eisenbahn liegen gelaffen. Sie konnte ihm von hier aus wieder zugestellt werden.

Kreis Frankenberg

Frankenberg. Der Zugführer Kütt. ner von hier ist auf feinen Wunsch in glei­cher Eigenschaft in seine schlesische Heimat, nach Brockau, versetzt. Herr Kütiner war allgemein beliebt. Am Montag vereinigte er seine Eisenbahnkameraden noch einmal zu einer kleinen Abschiedsfeier. Möge es ihm auch in seiner Heimat fernerhin wohl ergehen! Die Walzarbeiten an der Landstraße von hier nach Corbach find bis zur alten Hütte fortgeschritten. Die Sttaße ist seit Ende Oktober für Kraft­fahrzeuge gesperrt.

Allendvrf-Eder. Wie alljährlich, so ist auch in diesem Jahr« der Wildschaden in hiesiger Gemeinde recht erheblich. Schwarz­wild und Hirsche vernichteten oft in einer Nacht Aussaat, Hoffnung und Gewinn des Landwirts. Es wäre darum zu begrüßen und zu wünschen, daß unseren rührigen Iagdpäch- tern, denen jn letzter Zett schon die Erlegung von 5 Stück Rotwild gelang, auch für die Folge das Jagdglück hold bliebe, und daß mit Hilfe der angelegten Fütterungen noch man­cher Schwarzkittel und Hirsch zur Strecke ge­bracht würde. Dazu ein kräftiges Weid­mannshell! Durch die Regentage der ver­gangenen Woche führen die Eder und ihre Nebenflüßchen Hochwasser. Die Ederwiesen sind weit überschwemmt und bilden oft eine große Wasserwüste. Hochwasserschäden find bis ietzt noch keine vorgekommen. Die Nacht zum Sonntag und der Montagvvrmtttag brachten in den Bergen reichen Schneefall. Das benachbarte Bromskirchen mit feinen Höhen bietet eine WinterlandschafL

Bei telephonisch übermittelten An» zeigen wird, wie bei allen Zeitungen, keine Gewähr für hie Richtigkett de» Xeite» Step» luuiuttc^