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öberheMche Zeitung

Dienstag Itn 26. Oktober 1926

übrige Deutschland und besonder», daß die Bölkerbuudssanktionen durch Mehr­heitsbeschluß und «icht nur durch einstimmigen Beschluß anzuerkennen seien.

Klapproth als Zeuge vernommen. Er be» stritt, Thom zur Vergiftung Jankes veran- laßt zu haben. Alles was Thom gesagt habe, sei Lüge. Wenn er Janke hätte beseitigen wollen, würde er sich andere Leute dazu, aus­gesucht haben. Der Kaufmann Z in ter er­klärte, er habe Janke gewarnt, nicht Thom. Dieser habe seiner Ansicht nach auf eigene Faust gehandelt, nicht auf Anstiftung. Zeuge Janke bestätigt diese Darstellung. Thom habe sich ihm gegenüber immer sehr gehässig benommen. Oberst Gudowius vom Reichs­wehrministerium teilte mit: Wenn sich die ge­richtliche Vorführung Jankes wegen seiner Waffenschiebungen verzögert habe, so habe da» daran gelegen, daß die Leitung des Arbeits. Kommandos Bedenken gehabt habe, diese Waffenschiebungen an die Oeffentlichkeit zu bringen.

Der Staatsanwalt beantragt darauf gegen Thom wegen versuchten Mordes 4 Jahre Zuchthaus, gegen Rathsmann wegen Beihilfe 8 Jahre Zuchthaus, gegen Buchholz wegen Bedrohung 6 Monate Gefängnis.

Verurteilt «ege» Beleidisuu» des Reichs­präsidenten. *

ff. Dresden, 26. Oft Wegen Beleidi­gung de» Reichsvräfidenten v. Hindenburg wurde der verantwortliche Redakteur der kom­munistischen „A r b e i t e r st i m m e“ > Willi Schneider, der ein die Person des Reichs­präsidenten verunglimpfendes Gedicht au» btt Zeitschrift ,D>erd Knüppel" abgedruckt bette, ’ 8u 3 Monaten Gefängnis verurteil^

unrichtig; das Bild ist aus dem Denen Palais nie entfernt worden und verbleibt dem Staat.

3. Ferner sollen zwei Meißener Basen sähe verschwunden fein. Auch das ist nicht richtig. Die Basen haben das Neue Palais nicht verlassen und verbleiben dem Staat.

4. Die„ ebenfalls vermißten Terra­kottabüsten von Haudon sind im Depot und verbleiben laut Bergleich dem Staat.

5. Die Sätze der Meißener Schneeball­vasen im Neuen Palais sollen, wie ferner behauptet wird, nicht mehr „komplett" sein. Auch das ist unrichtig. Einzelne Stücke sind 1919 nach Doorn gesandt worden; sie sind zurückgegeben, an ihrem Platze wieder aufgestellt und verbleiben dem Staat.

6. Auch die Behauptung, man habe 1920 die maßgebenden Fachmänner von den Museen ebensowenig gefragt wie heute, ist unrichtig. Die Vereinbarungen der Jahre 1919 und 1920 über die Kunstwerke in den Schlössern sind ausschließlich von der Museumsverwaltung getroffen worden und tragen die Unterschrift des da­maligen Generaldirektors. Die damals ge- troffeiten Vereinbarungen enthielten den ausdrücklichen Verzicht des Staates auf die Tapezierwerkstatt und die Vorräte an Bil­dern, ausgenommen Bilder aus der Samm­lung Friedrich des Großen.

7. Wird behauptet, die Vertreter des Finanzministeriums hätten sich jetzt „bloß mit dem allmächtigen Herrn Ministerial­rat von der Kunstverwaltung" beraten. Das Gegenteil ist'richtig. In allen Fäl­len, wo es sich darum handelte, eine Aus­wahl zugunsten des Staates zu treffen, ist im Einvernehmen mit den Fachleuten der Staatsmuseen, insbesondere mit dem Ge­neraldirektor der Staatlichen Mu­seen, verhandelt werden. Der jetzt vom Landtag genehmigte Vertrag ist in keinem Puntte ungünstiger, dagegen in wesent­lichen Stücken günstiger als die senierzeit von der Museumsverwaltung

«t «ffcetWMb« Sriftmg* er­scheint sich ««al wöchentlich. Ve- prgsprris monatlich 2 DM. «M- schließl. Zustellungsgebühr, durch htePost222L DM.Für etwa tnfelge Streik«, Maschinen defekt« oder «lcuirntarer Ereignisse au#f allen b« Rwmoern wird kein Ersatz ge­lristet. Verlag d. Dr. §. Hltzervth, Druck der Univ.-Buchdruckerei d. geb. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 64. u. Rr. 65. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. W. Rr. 6015. — Sprechzeit her Redaktion von 10—11 unb *1—1 Uhr.

Sie Sftmenze mcherWb tet Stwirli ScchanMungen

Berlin, 25. Okt. Die „Westminster Ga­zette" berichtet von französischen Plänen, die darauf hinausliefen, von Deutschland statt der im Thoiry-Programm vorgesehenen finan­ziellen Zugeständnisse gewiße politische Zuge­ständnisse zu fordern, wie z. B. Garan­tierung der Ost grenze, wogegen wie­derum die baldige Zurückziehung der Rhein­landbesatzung in Aussicht gestellt werde.

In hiesigen mahgebenden und Regierungs- Kreisen sieht man in dieser Meldung wieder eine der vielen französischen Versuchs­ballons, die von gewisser interessierter Seite in Frankreich lanziert werden, um Deutschland zu politischen Zugeständnissen in der Thoiry-Angelegenheit zu zwingen. Dem­gegenüber kann nur nochmals darauf hinge­wiesen werden, daß nach Auffassung aller maßgebenden Regierungskreise in Berlin Deutschland im Locarno-Vertrag, was die Ostfrage betrifft, die 8 u s, e r st e G r e n z e der Zugeständnisse bereits bekannt ge­geben hat, indem es sich dazu verpflichtete, nie­mals eine Aenderung der bestehenden Ost- grenze auf gewaltsamen Wege, sondern nur auf schied! ch friedlichem Wege an­zustreben. Man glaubt übrigens in Berlin nicht, daß hinter den französischen Tendenz­meldungen die französische Regierung selbst steht, zumal die Nachricht ja wiederum über London kommt.

Keln Nachlassen

Nie Mae RvinmrK und »er franzesilcken SeerMrer

Ser Landsberger zememerd- Brezeß

Im Landsberger Fememordprozetz wurde nach S Uhr abends folgendes Urteil verkündet: Der Angeklagte Thom wird wegen versuch­ter Tötung, der Angeklagte Rathsman» wegen BechUfe jeder zu zweiJahren Ge­fängnis verurteilt. Dem Angeklagten Thom werden sieden Monate, dem Angeklagten Rathsmann zehn Monate der Untersuchungs- Hast angerechnet. Der Angeklagte Buch­holz wird wegen Bedrohung zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die Strafe gilt durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Den Angeklagten werde» ferner die - Kosten des verfahrens auferlegt.

Es handelt sich bei diesem Prozeß bekannt­lich um den D.rsuch, ten ehemaligen Leut- nant Janke vom Arbeitskommando in Küstrin wegen Waffenschiebung durch Gift zu beseitigen. Bei der heutigen Ver- nehmung erklärte Rathsmann, Thom sei eines Morgens zu ihm gekommen und habe ihm ge­sagt, Janke müsse um die Ecke gebracht wer­den. Er habe sich darauf nicht einlasien wollen, sei aber schließlich doch zu dem Ent­schluß gekommen, das Gift zu geben, weil et befürchtet habe, als Mitwisser seines Lebens nicht mehr sicher zu sein. Er habe zunächst Arsenik gegeben, das aber nicht ge­wirkt habe. Am folgenden Tage habe er et­wa» Cyankali gebracht, bann habe er nichts mehr davon gehört. Thom habe di« volle Verantwortung übernommen.

Der Angeklagte Thom, der bann vernom­men würbe, bekundete, ihm fei kurz nach d«x Affäre Klapproth gesagt worden, es sei der Befehl ergangen, Janke verschwinden^ D lasten. Mends habe ihm Klapproth den Auf­trag gegeben. Janke um die Ecke zu bringen; Der Angeklagte erklärte, daß er Janke da­raufhin gewarnt habe. Er habe nicht die Absicht gehabt, dem Janke das Gift zu geben. Der Vorsitzende wies auf den Wider­spruch der jetzigen Aussagen Thoms mit denen in der Voruntersuchung hin, wo Thom zuge­geben habe, daß et tatsächlich unter dem Ein­fluß der Drohungen Klapproths die Absicht der Vergiftung gehabt habe. Thom erwiderte, es sei ihm darauf angekommen, Janke wenig­stens noch ein paar Tage am Leben zu erhal»

über die Teilung der Kunstwerke mit dem Hause Hvhenzollern getroffenen Verein­barungen.

Die Ausführung des Hohenrollernvergleichs.

fk. Berlin, 26. Okt. Im preußischen <5v nanzministerium ist man nach einer Korre- svondenzmelbung mit den Arbeiten zur Durch­führung des Vergleichs mit dem Hohenzollern- bause beschäftigt. Die in Staatshände über­gehenden Forsten und Domänen werden in Zukunft vom Landwirtschaftsministerium mit verwaltet werden. Für die Museen und Schlösser wird vom 1. April nächsten Jahres ab die „Verwaltung der staatlichen Schlößer und Gärten" beim Kultusministerium einge­richtet werden. Im Berliner Kronprinzen­valais soll die Generasverwaltung der pieu= bischen Theater untergebracht werben.

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Professor Barnes gegen die Kriegsschuld - lüge.

Rewqork, 25. Okt. Aus Anlaß der Ankunft Graf Luckners in Newyork wurde hier ein deutscher Tag veranstaltet, der glänzend verlief. Graf Luckner wurde überall mit großer Begeisterung begrüßt, besonders als er in seiner Rede erklärte, daß er Amerika sehr genau kenne, denn er habe hier vor 26 Jahren Kuhställe ausge­mistet und Türklinken geputzt. Großen Beifall erntete er anch, als er ansführte, daß er der Welt bewiesen habe, wie man t Krieger führen könne ohne da­bei Mensche« zu töten. Verschie­dene hohe Vertreter der amerikanischen Marine und des Heeres waren er­schienen, um den auch in Amerika wohlbe­kannten Seehelden zu begrüßen. Der Oberbürgermeister Walker pries den Anteil der Deutschen am Aufbau Amerikas. Die Feier, die mit dem Deutschlandlied «ivgeleitet und auch mit diesem Liede ge­schlossen wurde, verlief außerordentlich eindrucksvoll.

Bei der Feier hielt auch der bekannte Prof. Barnes vom Smirh-College einen ausführlichen Vortrag über das Kriegs­schuldproblem. Er bezeichnete den Frie­densvertrag von Versailles als ungerecht und wirtschaftlich unausführbar und ver­langte Rückkehr zu den 14 Punkten W: lons und einen im Einklang mit ihnen

fache im Versailler Frieden und in der These von der Alleinschuld Deutschlands. t Barnes erklärte, soweit Militarismus und Handelskonkurrenz als Mitursachen des Krieges in Betracht kämen, verteile sich die Schuld auf alle Länder. Dasselbe gelte hinsichtlich der diplomatischen Entwicklung von 1870 bis 1912. Für die Zeit von 1912 > bis 1914 feien Frankreich und Rußland ! verantwortlich. Zur Ermordung des Erz­herzogs Franz Ferdinand bemerkte Bar- : nes, gewisse Kreise in Rußland und Ser­bien hätten um den Mordplan gewußt. Rußland habe den Krieg gewollt und Frankreich habe es unterlassen, Rußland zurückzuhalten. Deutschland und England seien 1914 die einzigen Lander gewesen, die den Krieg nicht gewollt hatten.

Großfe««r im Londoner Dockviertel.

fk. London, 26. Okt. Bei einem Grotz- feuer im Londoner Dockviertel wurde gestern ein Lagerhaus völlig zerstört. Der Schaden wird auf 60 000 Mund Sterling geschätzt.

Sie KmMShe aus

MenzollembM

In einem Berliner Linksblatt waren Unter dem Titel »Die entschwundenen Kunstschätze" eine Reihe von unrichtigen Behauptungen über das Schicksal von Kunstwerken aus dem Besitz des Hauses Hvhenzollern enthalten. Demgegenüber schreibt der „Amtliche Preußische Presse- oienst":

1. Cs sei festgestellt, daß der Staat von den Bildern Paters im Neuen Palais folgende behält: die beiden besten und größten Bilder „Badende Mädchen" und „Tanz im Freien" bleiben an Ort und Stelle (siehe Vergleich), ferner behält der Staat das „Fest im Freien" (zur Zett in Sanssouci), die „Landschaft" Und die Illusttationen zu dem Roman Co- mique des Scarron. Die „Gesellschaft an der Fontäne", die „Gesellschaft an der Parkmauer" und „Das Bad" erhält, wie schon in den Vereinbarungen von 1919/20 festgelegt, das vormalige Königshaus. Die übrigen Bilder von Pater in den Pots­damer Schlössern behätt der Staat.

2. Es wird behauptet, wenn man heute durch das Neue Palais wandere, so be­merke man das Fehlen „mehrerer Werke von Rang"; es fehle z. B. die „Ma­donna mit dem schlafenden iX ind" aus der Rubenswerkstatt. Dies ist

tober stehenden Wiederaufbau Europas. Die gegenwärtige Lage Europas habe ihre Ur-

Wiking und Sinmvin

Laut „Voss. Zeitung" heißt es in der Be­gründung des Urteils des Staatsgerichts­hofes zum Schutze der Republik über die Aufhebung des preußischen Verbots der Bunde „Wikin g" und „O l h m p i a", daß der Staatsgerichtshof es als jedem Zweifel entrückt betrachtet, daß vom Wikingbund dem der Hauptteil der Ausführungen gilt, ungesetzliche Mittel zur Erreichung nationalpolitischer Bundesziele direkt ab- gelehnt werden. Von einem Kampf gegen die Republik sei bei den vielen Besprechungen der nationalistischen Führer niemals d ie Rede gewesen, auch sei keinerlei auf derartige Bekämpfung zielende Ab; icht zutage getreten. Für den Verdacht, daß eine unzulässige Verbindung zwischen der Reichswehr und den vaterlän- bischen Verbänden bestanden haben könnte, sei keinerlei Anhalt gegeben. T"e Entscheidung wird in dem Urteil für endgültig erklärt, da die Aufhebung des Verbots von allen Richtern einstimmig be­schlossen wurde.

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. fk London, 28. Okt. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Tele- g r a p h" schreibt, die Botschafterkonferenz überläßt es dem Ermessen der inter­alliierten Kontrollkommission, weitere Er­mahnungen an das Reichswehrministerium m der Frage von Verstößen gegen di« Entwaffnungsbestimmungen des Friedens­vertrages zu richten. Man hofft dadurch das Aufsehen und die Erbitterung zu ver­meiden, die eine formelle Note der Bot­schafterkonferenz in Deutschland und an­derswo errege» würde. Der Korrespondent sagt, er höre, daß

der wirkliche Grund für die Abneigung der französischen Re. gierung gegen eine baldige Heber- tragung der Kontrolle an den Völker- bund nicht in den fragliche« Verstößen bestehe, sondern darin, daß Poincars und die fran­zösischen Heerführer ent­schlossen seien, keinNachlassender ständigen Kontrolle, die die llebernahme durch de« Völkerbund zweifellos mit sich bringen würde, zu gestalten, bis die genauen Be­dingungen der VölkerbundskontroSe in einer Frankreich befriedigenden Weise fortgesetzt wird.

Die Franzosen verlangten eine über­wältigende alliierte Mehr, nett im Bölkerbundskontrollausschuß, 0 a u f igere und regelmäßigere Zn» spektion, als bisher ins Ange gefastt wurde, schärfere Aufsicht über die ent. militarisierte Rheinlandzone als über das

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