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Die Opfer -es Orkans auf Cuba

Bisher 650 rote - Tausende von Verwundeten - 325 Sauser eingestürzt

Marburger ragesanzetgtt

Havanna wurde schwer heimgesucht. Die Stadt ist völlig von der Außenwelt abge­schnitten. Der Sturm tobte sechs Stunden. $ie Schiffahrt im Hafen ist schwer heimge-

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».249 91. Mtg. Marburg o. Laba

T« ebq«tgcal>*U beträgt fti den lo gespalt. Zrllenortlltmete« 0.08 GM, Gdtu Varmqetge» 0.06 GM, amtlich« wb «* värtige Anzeigen 0.10 GM. Gei schwierigem Satz sowie bei Platz' dorschrtst 50*1, «nfschlag. - Sammelan^tge« 100Satz schlag. Reklame» der Milli«. 0,40 SM Zeder Rabatt güt aU Barrabatt. Ziel 5 Tag«. Beleg« werden berechnet, ebenso Anekunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebot«. Er­füllungsort Marburg.

1 Soldmart = V«,,Dollar.

Keita«, He 22. Mietet 1929

Olt ^Oberbesstsch« Zeitung" n> sechsmal wöchentlich. Bo» EopreiS monatlich 2 SM auS» ^l«#L Zustellungsgebühr, durch h^PostL25 SM.Für etwa infolge gtett«, Maschinen defekt, »der (jtwnlatrt Gretgnisi« ausfallend« Rmnmern wirb kein Ersatz go» leistet. Verlag d. Dr. §. Hitzervttz, ffrad der Univ.-Buchdruckerrt b. Avh. Aug. Koch. Markt 21/23. AMisprecher: Nr. 54. u. Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt t, W. Rr. 5015. — Sprechzeit ttt Redaktion von 10—11 und ‘hl—1 Uhr.

die nach deutscher Ansicht längst erledigt sind. Absolut unverständlich ist der Passus des Havas-Komrnuniquös, in dem davon die Rede ist, daß sich „die Botschafterkonferenz mit der, Organisation des deutschen Oberkommandos besaht habe, wobei der Rücktritt des Gene­ralobersten von Seeckt und die Instruktionen, die seinem Nachfolger erteilt worden seien/ einige Beruhigung heioorgerufen hätten".

Demgegenüber kann nur noch einmal festge­stellt werden, dah es sich bei der Verab­schiedung des Generalobersten v. Seeckt um eine rein innerpolitische Angelegenheit gehandelt hat und dah seinem Nachfolger, dem Generalleutnant Hege, keinerlei besondere Direktiven, wie das Havas-Kommuniquß behauptet, gegeben worden find. Im übrigen ist die Frage des Oberbefehlshabers der deutschen Reichswehr nach Ansic t der deutschen maßgeblichen Kreise absolut geregelt durch die bekannte Berord- nuiig vom Februar d. I., in der dem Chef

fi. Havannt, 22. Olt. Die Zahl der Todesopfer des letzten Wirbelsturmes auf $aba ist auf mehr als 650 ge­stiegen. Die Zahl der nach Taufenden zählenden verletzten steht «och nicht fest. 6500 Personen find ohne Ob­dach. Unter anderem sind in Havanna selbst 200 Tote zu verzeichnen. Zn Bataleano 300. Ungefähr zehn Städte and Dörfer find vollkommen zerstört. Der angerichtete Sachschaden »ird mit 100 Millionen Dollar l mrzeichnet.

worden ist.

Das Havas-Kommuniquö stellt weiter die Behauptung auf, dah in Deutschland immer noch „illegale Rekrutierungen" stattfänden. Einen solchen Vorwurf hält man in mahgcbenden deutschen Kreisen für durch­aus unangebracht. Aus dem Einzelfall der Teilnahme, des Kronprinzensohnes an einigen Reichswehrübungen eine Verallgemei­nerung abzuleiten, verrät nicht das Bestreben, die Frage der deutschen Entwaffnung sachlich zu behandeln. Illegale Rekrutierungen gibt es in Deutschland nicht. Der beste Beweis dafür ist gerc^e der Rücktritt des General­obersten von Seeckt, der ja eben wegen einer nur vereinzelten illegalen Einstellung er­folgt ist.

Sttoleeflmlniftö ölingl und die SridtrimS-Rmkr

ffc. Berlin, 22. Okt. Das „Berliner Tageblatt" meldet, Reichspostminister S1 i n g l habe den kommunistischen Antrag aus Einbe­rufung des Berwaltungsrates der Reichspost zu einer Sondersitzung über die geplante Schaffung einer 10-Pfennig-Marke mit dem Bildnis Friedrichs des Großen mit der Be- gründung abgelehnt, daß er allein für die Herausgabe einer neuen Markenferie verantwortlich fei.

der Heeresleitung nur die Stellung eines militärischen Beraters des Reichswehrministeriums zugewiesen und ihm keinerlei Vorgesetztenverhältnis zu den übrigen Nachgeordneten Stellen gegeben

«ras von Rckrsoitl t

ft Berlin, 22. Ott. Nach einer Blätter­meldung aus Münster ist der deutschnational« Reichstagsabgeordnete Regierungspräsident a. D. Graf Felix von Mehrseldt gester« mittag einem Schlaganfall erlegen.

sucht worden, viele Werften sind schwer beschädigt. Auch gröbere Schiffe find start mitgenommen, drei kubanische Schiffe san- fee. Die Hotels wurden in Notlazarettc »»gewandelt. Hunderte von Häuser wur­den zerstört, selbst Stahlbauten litten stark. Der Straßenverkehr ist infolge der »mgerifienen Bäume usto. völlig unten- Hunde». Zm Hafen find viele Heinere Fahrzeuge gesunken, zwei grobe Küsten­dampfer stieben zusammen. Die Hospitäler sind mit Verletzten überfüllt.

| Die genaue Zahl der Toten steht infolge bei nur schwer durchkommenden Nachrich­ten noch nicht fest. Miami auf Florida bekam den Sturm bereits zu spüren, der die gesamte Beleuchtung der Sradt unter­band, so daß sie

in völliges Dunkel gehüllt

i war. Der gesamte Geschäftsverkehr ruhte, - nut wenige Fußgänger wagten sich aus die ' Straße, sämtliche Fenster wurden auf poli­zeiliche Anordnung verdichtet. Die Auto­benutzung wurde verboten. Kleinere Fahr­zeuge fuhren den Mimi-River hinaus, um bester gegen den Sturm geschützt zu sein, falls er größere Stärke annehmen sollte. Züge und Bahnhöfe sind überfüllt, da

viele die Stadt panikartig verlieben, hie Chausseen sind mit fliegenden Autos bedeckt. Aus Zacksonville wurde berichtet, daß sich sämtliche Drahtleitungen nach Miami in stark beschädigtem Zustande be­finden. Die Behörden treffen überall um i fastende Maßnahmen, außer in Miami sind auch in Palm Beach

sämtliche Schulen geschloffen.

Das Stadtgefängnis Miami wurde poli­zeilich geöffnet, um den Gefangenen die Möglichkeit zu geben, ihren Angehörigen beizustehen. Die Zeitungen der bedrohten Städte Floridas gaben Extrablätter mit Sturmwarnungen aus; überall wurden Nothospitäler eingerichtet.

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Sie neuenLnIwassnlingsbcichWe bet BvMailetlvnsktem

Wie wir erfahren, hat die von uns bereits Sestern bekanntgegebene Havas-Veröffent- lichung über bte letzten Beschlüsse der Bot- lchasterkonserenz in der Militärkontrollfrage in matzgebenden Berliner Regierungskreisen grotzes Aufsehen erregt. Die angekün- digte Note liegt zwar in Berlin noch nicht vor. doch glaubt man, datz das, was Havas über ihren Inhalt berichtet, im wesentlichen zu- treffen dürfte. Umso grötzer ist die Ver­wunderung in politischen Kreisen über die Stellungnahme der Botschafterkonferenz einer Aeihe von Entwafsnungspunk ten gegenüber.

Die Türkei im Schlmtau Englands

Abkehr von Rußland

Berlin. 21. Okt. Wie der Asien-Ost- europa-Dienst aus Paris meldet, erörtern dortige Diplomatenkreise lebhaft eng­lisch-türkische Verhandlun­gen, die vor mehreren Wochen in Kon­stantinopel noch von dem inzwischen nach Berlin versetzten englischen Botschafter Lindsaq begonnen worden sind und den

Beitritt der Türkei zum Völkerbund

zum Gegenstand haben. Bestrebt, die türkisch-russische Freundschaft zu zer­schlagen,

hat England Kemal Pascha nicht mehr und nicht weniger als den Kau­kasus, die Vormachtstellung auf dem schwarzen Meere und eine größere Anleihe zu gün­

stigen Bedingungen angeboten.

Angora ist auf die Berhandlungs - Basis auch eingegangen, und hat den Beitritt zum Völkerbund unter der Bedingung ver­sprochen, daß es einen ständigen Ratssitz erhält. Seinen Anspruch be­gründete Kemal Pascha mit der Antwort, den Einfluß der Türkei in der Reihe der Großmächte besonders fest verankern zu müssen, da diese sich ja Rußland zum Feinde machen würde, an das sie in der Völkerbundsrage jetzt noch durch den Pariser Vertrag vom Dezember 1925 ge­bunden sei. Da ein neuer ständiger Rats- fitz in diesem Zahre aber nicht mehr ver­geben werden konnte und England

— AnfMß oo Senf

große Vorbehalte in Bezug auf Asserbeidschan, das Rachbaraebiel von Baku machte, zersplitterten die weiteren Verhandlung«n.

Der Betrag ist jedoch schon paragraphiert,

und England setzt nun alle Hebel in Be­wegung, um die Türkei einzuschüchtern. Man erinnert dabei an die inzwischen widerlegten Feldzugspläne Pangalos' gegen die Türkei und einen angeblichen anti-türkischen Vertrag zwischen Griechen la nd und Italien, so­wie an das kürzliche Steigen des englischen Pfundes in der Türkei. Wie verlautet rechnet England mit dem Beitritt An­goras zum Völkerbund um so bestimmter, als sich plötzlich Kemal immer mehr von Moskau abwendet und sich sogar mit einem seiner besten Freunde, dem tjir- kischen Handelsvertreter in Moskau, ent­zweit hat, weil dieser die Türkei völlig an Moskau „verkauft" habe.

Auch die Forderung Rußlands,wenig­stens in den nächsten zwei Zähren dem Völkerbund f e r n z u b l e i b e n, soll Kemal auf Englands Druck soeben ab gelehnt haben.

Gewiste neuere Kursschwankungen zugun­sten der türkischen Währung werden jetzt auch von Finanzleuten als Symptom eines neuen türkisch-englischen Uebereinkommens angesehen.

Sw WWiteit In Sternen

fk Bremen, 22. Okt. Gestern abend gab der Senat 5u Ehren des Reichspräsidenten ein Festmahl. Der Präsident des Senats begrüßte den Reichspräsidenten mit einer Ansprache, auf die der Reichspräsident dankend erwiderte. Während des Mables veranstalteten die ver­einigten Bremer' Gesangvereine und die Ka­pelle des Reichswehrbataillöns 8u Ehren Hindenburgs eine Serenade vor dem Rat­haus. Beim Erscheinen des Reichspräsidenten auf dem Balkon wurden ibm von der Menge begeisterte Ovationen dargebracht. Der Reichs­präsident dankte in einer Ansprache für die ibm gebrachten Willkommensgrühe. Wir wol­len, sagte er, gemeinsam daran arbeiten, dah unser Vaterland wieder zu Ehren kommt und die ihm gebührende Stellung einnimmt. Er schloß mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland.

Nach Beendigung des Festmahles im Rat­haus trat der Reichspräsident die Rückkehr nach Berlin an.

I SünlllttitbaH und MHschrtnimil

fk Berlin, 22. Okt. Beim Reichskunstwarj Dr. Redslob fand eine Besprechung von Ver­tretern der Künstlerverbände über die Frage des Reichsehrenmals statt. Man war sich darüber einig, daß für die Lösung der Aufgabe nur ein Ehrenhain in Betracht komme, in desien Mittelpunkt ein künstlerisch gestal­tetes Symbol Platz finden müsse. Bei der Wahl des Ortes sollen auch Künstler binzu- gesogen werden.

Berurtellung wegen Beleidigung eines Staats­ministers.

fk. Jena, 22. Okt. Das Schöffengericht in Jena hat den Haupifchriftleiter der sozial­demokratischen Zeitung „Das Volk" wegen Beleidigung des thüringischen Staatsminislers Dr. Leut'" csser in einem Artikel über das Verbot des Filmes „Panzerkreuzer Potenkin" zu 300 Mark Geldstrafe oder 1 Monat Ge­fängnis verurteilt. Der Anklagevertreter hatte 800 Mark Gell strafe beantragt.

eint Rtbt Lhchatbts vor fern ötohlhtlm

ff Berlin, 22. Okt. In einer Rede in Ealbe an der Saale sagte Korvettenkapitän a. D. Ehrhradt, ver kürzlich in den Stahl­helm eingetreten ist, laut „Berliner Tageblatt in einer Rede: Das Jungnationale Deutsch­land hätte zu all den Führern, die 1918 ver­sagt Härten und feige geflohen wären, fein Ver­trauen. Die Zeiten bei Putsche seien vorüber, weil die Machtmittel des Staates zu stark ge­worden seien. Die neue Stablhelmvarole laute: Hinein in den Staat! Der Stahlhelm erkennt den Staat, die Verfasiung und die Republick an, obwohl er in seiner Grund- einstellung monarchistisch ist. Für einen Monarchisten, der in der Stunde der Gefahr geflohen sei, dürfe man feinen Finger rühren. Was die deutsche Auhenpolitif anbetreffe, so sei eine andere praftische Möglichfeit für ihr« Führung als die jetzt von Stresemann be­triebene Politif faum möglich. Die vater­ländischen Verbände hätten es satt, für die Rechtsparteien Wahlpropaganda zu treiben, wenn sie sich nicht zu der vom Stahlhelm ge­wünschten Einheitsfront zusammenschlösien und dem Stahlhelm selbst Einfluh auf die Auswahl der Kandidaten geben würden.

Mutationen btt „MWen atilung,

Berlin, 22. Oft. Die „Voss. Zig." ver­öffentlichte gestern einen neuen angeblichen Entwurf zu einem Ausführungs­gesetz zum Artikel 48 der Reichsverfassung. Das Reichsinnenministerium gibt dazu fol­gende Erfüllung ab:

Die Reichsregieruug «uh grundsätzlich davon absehen, zu einer Veröffentlichung über Refe­rentenarbeiten Stellung zu nehmen, die noch nicht die Billigung de» zuständigen Ministers, geschweige denn die des Kabinetts gesunde» haben. Sie siebt sich rnr Durchbrechung dieses Grundsatzes im vorliegenden Fall umsoweniger veranlaht, als die Unterlagen für die Beröffentlichnug nur mittels einer kriminell oder disziplinarisch straf­baren Handlung in die Hand der Presie gelangt sein können.

In der heutigen Ausgabe (Seite 3) veröffentlichen wir aus den

Erinnerungen Kaiser Wilhelms II. das Kapitel Los Ltibtosiohe mtiotS Saltti"