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Sie Anklage gegen

Moskau

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kow die Einladung erhalten, heute vor­mittag vor der Zentralen Kontrollkom­mission im Kreml zu er Heinen.

Die Sitzung begann heute vormittag. Sie findet unt,r dem Borsitz von Ians- foit statt. Die eingeladenen Oppositions­führer sind erschienen, und das Verhör wird wahrscheinlich den ganzen Tag

Der SohemollernverglelK im Landtag

Annahme in trfltr Leimig - ßessige Sbitm'iion ter Kemmualilen

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bei rtttt*" re 6.

StcMl und Sinewiew , 11. Okt. Laut Beschluß üros vom. 9. d. Mts. haben

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Dienstag, den 12. Skieber 1926

ÄberheMche Mtun

St. 239 61. Mgr. Marburg a.8aha

Der Anzeigenpreis beträgt, fr«n 10 gespall. Zeilenmillimeler 0.08 SM, klein« Baranzeigen 0.06 DM amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz­borschrist 50*1. Aufschlag. - Sammelanzeigen 100/, Auf schlag. Reklamen der Milli«.

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Pklioualvkrönbktmigkn in brr MchSwehk

Mit dem L Oktouer sind befördert: Generalleutnant v. Loß bxrg, Komman- ' deur des Gruppenkommandos I in Ber­lin, zum General der Infanterie, Gene­ralmajor Freiherr v. Forftner, Infan- terieführer der 6. Division in Hannover, zum Generalleutnant, und Oberst p. Stülpnagel, Infanterieführer der 5. Division in Stuttgart, zum Generakmajor.-

Krassins Antrittsbesuch bei Chamb-rlain.

fk. London, 12. Okt.Times" zu- folge mcoqte der russische Geschäftsträger M Krassin gestern Chamberlain seinen An- trittsbksuch. Es verlautet, daß Krassin M Pläne für Erneuerung von Handelsbe- - Ziehungen mit der britischen Regierung hat, und daß er eine lange Unterredung M mit Chamberlain über diesen Gegenstand M hatte.

, Miet unb Mt MaNfoltn

». Paris, 12. Okt. Wie freutJournal" «emelfrei wird, soll Serriot erfiärt haben, mehr für die Präsidentschaft frer Ra- »iralen Partei kanfrifrieren z» wolle». Di» Kanfrifratur sei dem radikalen Senator ^anree Dorront angetragen worden, ** irdoch wegen seines schlechten Srsundheits- ^iaafres mit der Annahme Mertz

I Schieber. Präsident Bartels erteilt an die Hauptschreier erneut Ordnungsrufe.) Der

I Staat könne nun eine Reihe von Schlössern I und Wäldern als unbestrittenes Eigentum I betrachten und sie dem Volke zugänglich I machen. Ter Bezug der den früheren Hof- beamten zugebilligten Renten sei durchaus gerecht. (Lärm und stürmische Zurufe.)

Was das Schloß Homburg angche, so sei nicht zu befürchten, daß der ehe­malige Kaiser sobald zurückkehre.

Abg. Pieck (Komm.) beantragt, zu be- I schließen, der Landtag entzieht dem Minister- I Präsidenten das Vertrauest.

I Präsident D a r t e l s erklürt sich bereit, den I Anträg mit dem vorliegenden Gegenstand der I Tagesordnung zu verbinden.

I Abg. Vartels»Krefeld (Komm.) führt I aus, daß der Hohenzollernschacher nur mit den zweifellos bestochenen Volksvertretern durchgeführt werden konnte. (Lebhafte Zu- stimmung bei den Kommunisten.) Präsident Bartels ruft den Redner zur Ordnung. Wenn diese sogenannte Republik noch Anstandsge­fühl besähe, mühte sie sämtliche Hohenzollern des Landes verweisen und sie entschädigungs­los enteignen, wie dies em kommunistischer Antrag wünsche. (Sehr wahr bei den Kom­munisten.) Die Hohenzollern hätten noch vor Zustandekommen des Vertrages aus den nun­mehr dem Staate übergebenen Schlössern und Bautengeklaut", was sie nur konnten. (Prä»

| sident Bartels ermahnt den Redner wieder­holt, sich in seinen Ausdrücken zu mäßigen, lärmender Widerspruch bei den Kommunisten und Zurufe: Schieberlandtag!) Die Kom- munisten seien der Auffassung, daß das Ge­schmeiß der Karnickelställe der Hohenzollern schon ohne den Schandvertrag viel zu viel er­halten. (Präsident Bartels ersucht den Red­ner wiederholt, sich zu mäßigen, Lärm bei den Kommunisten.) Es sei selbst den De­mokraten zu viel, was Höpker-Aschosf ver­trete. Er hätte deshalb seine Fraktion irre fuhren müssen. (Zuruf bei den Kommunisten Schwmdelminister".) Höpker-Aschoff ist nur dazu da, die Leute zu belügen. (Präsident Bartels ruft den kommunistischen 2tbg. Koll- totö zur Ordnung.) Der Landtag sei zu feige, das preußische Volk in der wichtigsten Frage der Auseinandersetzung mit den Hohenzollern reden zu lassen. (Beifall bei den Kommu- nisten.)

_ Pd (Komm.) beantragt, daß wegen j der Wichtigkeit der Materie der Minister­präsident sofort herbeigerufen werde. Er formuliert eine Reihe von Fragen an den Mi- nisterprastdenten und erllärt:

Würden wir hundert Abgeordnete haben, so würden wir den Antrog aus Anklageerhebung gegen den Mi­nisterpräsidenten stellen, weil wir in seinem Verhalten das hochverräte­rische Unternehmen *,rhen, die Repu­blik den Hohenzollern wieder auszu- liesern.

Abg. Eber le in (Komm.) wirft dem M- I nanzmmister vor. er habe wie ein Beauftrag- I ter der Hohenzollern gesprochen.

Ein Schlußantrag wird gegen die Kommunisten angenommen.

.Der Antrag der Kommunisten, den Mi- I Präsidenten herbeizurufen, wird gegen die I Antragsteller abgelehnt.

Pieck (Komm.) stellt hierauf einen I B trauensantrag gegen den Fi- I n a n 5 m t n t ft e r und beantragt Verbindung I des Antrages mit der Aussprache.

.^pdg. Heilmann (Soz.) erklärt namens I ferner Partei, Aussichten dafür, baß im Win- ter rm Reichstage eige befriedigende Lösung I fonnnen werde, seien nicht vorhanden. Die I Sozialdemokraten treffe kein Vorwurf, wenn I Ite auf den Boden des Vergleiches treten, der I ftcfr tm Rahmen des letzten Reichstagskom» I promisses halte.

Weil größere Schädigungen zu be, I sürchten f ' werde die Sozialdemo- I kratische Partei der Verabschiedung I der Vorlage keine Hindernisse in den Weg legen. (LebhaftesAha- I und lärmende Unterbrechungen bei I den Kommunisten.)

* ' "lSortsetzung stehe Seite Li) 1

®tan glaubt, daß Tariffragen nicht behan­delt wurden. Weiler kann versichert werden, daß auch die Frage der Bil­dung eines Eisentrustes zwischen beiden Ländern nicht besprochen wurde. Die Lage in der Kohlenindustrie beider Lander wurde berührt enb in Bezug auf die Lage in anderen Industriezweigen, u. a. bcr Anilin- unb Maschinenfabrika- on, Betrachtungen angestellt über bie Schwierigkeiten, benen sich bie beiben In­dustrien auf bem Weltmarkt gegenüber« leljen. Beide Parteien stimmten barin überein, baß bie Probuktionsmöglichkei- ten ben Weltkonsum weit übertreffen.

Der Sonderkorrespondent berWest­minster Gazette" will wissen,, baß auf ber Konferenz von Ramsey auch bie Frage ber Hanbelsbeziehungen zu ußIanb erörtert würbe, baß bie beut= men Vertreter offen bie Auswirkungen ®es beutsch-rüssischen Hanbesvertrages dorgelegt hätten.

! Frau« ch blitz bei, dess eben w» Iputz

I Smtenbure und »er Soll Senki

Wer bas Sensationsbebürfnis gewisser Montagsblätter kennt, bem war von vornherein klar, baß ber Fall Seeckt für diese Blätter und die Kreise, die hinter ihnen stehen, mit dem Rücktritt des Gen» ralobersten nicht erledigt sein konnte. Die Kreise, die die Manöveraffaire des Hohen- I zollernprinzen zu einer Haupt- und Staatsaktion gemacht haben, wollen sich I tnit dem Kopf von Seeckt nicht begnügen. Ihre geradezu krankhafte Neigung, über, all Gefahren für die Republik zu mit- tern, hat sie jetzt sogar auf den Gedanken gekracht, daß der Reichspräsident von Hindenburg von der vorübergehenden Einstellung des Hohenzollernprinzen in die Reichswehr gewußtzchabe. Es wird so­gar behauptet, die Dienstleistung des alte- sten Sohnes des Kronprinzen sei mit vol­ler Billiaung Hindenburgs erfolgt. Gene- ral von Seeckt habe sich durch die Billi­gung des Reichspräsidenten, der al« Oberster Befehlshaber der Reichswehr nach Artikel 47 der Reichsverfassung sein höchster Vorgesetzter sei, absolut gedeckt gesehen.

Der Zweck dieser Unterstellung liegt | aus der Hand. Man will die Krise, die durch den Rücktritt des Generaobersten von Seeckt vermieden worden ist, nun doch noch herbeisühren, nämlich hie Prä­siden te n k ris e. Anders läßt sich die­ses Vressemanöver nicht erklären. E» fällt wirklich schwer, den Kreisen, die an der Verbreitung solcher Meldungen ein Interesse haben, noch den guten Glauben zu unterstellen. Denn daß Herr von Hin­denburg bei unzähligen . Gelegenheiten den Beweis geliefert hat, daß ihm die Verfassung über alles geht, kann doch auch diesen Herrschaften nicht ent­gangen sein. Es ist selbstverständlich, daß an der ganzen Geschickte kein w a h r e s W o r t ist. Es bedurfte wirk- lich nicht des von zuständiger Stelle aus­gegebenen offiziellen Dementis, um diese Geschichte als ein Märchen zu entlarven. Um aber jeglicher Legendenbildung vor­zubeugen, sei auch an dieser Steift fest, gestellt, daß das Büro des Reichspräsi- denten uns auf unsere Anfrage mitgeteilt hat, daß die erwähnte Meldung falsch ft. Der Herr Reichspräsident habe erst durch die Presse von dieser Angelegenheit Kennt- nis erhalten. Die Behauptung, daß derartige Gerüchte von höchsten Stellen im Reich und in Preußen weitergegeben worden seien, entbehrt selbstverständlich ebenfalls der Grundlage.

Mit was für Dingen die Kreise, die auck den Reichspräsidenten in die Seeckt- affäre ziehen wollen, sich beschäftigen geht aus der in berfelben Presse wieder­gegebenen Meldung hervor, roonai.j die Liga für Menschenrechte Straf an- trag hegen den Prinzen Friedrich Wil- Helm, General Seeckt und den Komman­deur ^bes Reichswehrinfanterieregiments Nr. 9 gestellt hat, weil der Prinzunbe­rechtigter Weife die Uniform der Reichs­wehr getragen habe". Die deutsche Repu- blik und der deutsche Volksstaat sind doch in sich so gefestigt, daß sie der Dienste die- fer republikanischen Kapitolswächter ent­behren können.

I m p,? r 11 n - H- Oktober. Das Haus, die I Publikumstribüneu und die Diplomaten­logen sind gut besucht. Auf der Tagesord-

I nung steht die erste Beratung über den I Gesetzentwurf über die

I vermögensrecktliche Auseinandersetzung mit den Hohenzollern.

Vor Eintritt in die Tagesordnung fordert Abg. D i eck (Komm.) die Absetzung der Hohenzollernvorlage, weil sie den Abge­ordneten zu spät zugegangen fei, so daß sie sie nicht mehr hätten nachprüfen können.

Der kommunistische Antrag wird unter großer Unruhe bei den Kommunisten ab gelehnt.

Abg. Pieck (Komm.) begründet dann einen neuen Antrag, die Beratung der Hohenzollernvorlage auf vier Wochen aus­zusetzen, damit erst der Reichstag in erster Linie eine Entscheidung treffen könne.

Auch dieser Antrag scheitert am Wideripruch des Abg. Heilmann (Soz.), I worauf sich bei den Kommunisten ein ungeheuren Lärm erhob.

Präsident Bartels ruft mehrere kom- I munistische Abgeordnete wegen beleidigender I Zurufe zur Ordnung.

I Dann tritt das Haus in die Tagesord- I nung ein.

I Als Finanzminister Dr. Höpker- Aschosf das Wort erhält, bricht bei den

I Kommunisten ein ungeheurer Lärm los Laute Ruse,, wieHohenzollernschieber", tzohenzollernhure",Hohenzollernzu'hälter" werden dem Finanzminister zugeschrien.

Präsident Bartels gelingt es nicht, die Ruhe herzustellen. Der Finanzminister ver- I sucht wiederholt, seine Ausführungen zu I beginnen, wird aber immer von neuem Lärm und Zurufen der Kommunisten I daran gehindert.

I Präsident Bartels ruft mehrere I Kommunisten zur Ordnung. Er ermahnt I sie, ihn nicht zur Ausübung der schärf- I sten geschäftsordnungsmäßigen Maß­

nahmen zu zwinge«. Die Kommunisten I lärme n jedoch fort. Abgeordnete I aller Parteien haben sich inzwischen in

einer dichten Maner nm das Redner­pult aufgestellt. Da der ungeheure Lärm nicht zu besänftigen ist, unter- I bricht der Präsident um fünf Minuten j

die Sitzung. Der Lärm im Hause danert

I fort

.Nach etwa 10 Minuten wird die Sitzung I wieder eröffnet. Als der

Kinauzministcr Dr. Höpker-Aschoff das Wort erhält, setzt der tumulta- r i's ch e Lärm bei den Kommunisten er­neu t ein. Laute Zurufe, wieAbtreten!", Hohenzollernschieber" undGehen Sie in.' die Siegesallee" machten die ersten Sätze des Ministers unverständlich. I

Der Minister gibt, von fortgesetztem Lärm und Zurufen der Kommunisten unter- I brochen, dann zunächst einen Rückblick über I den Gang der Vergleichsverhandlungen mit I dem vormals regierenden Königshause. Er verweist auf die Begründung zu dem -vor- I liegenden Gesetzentwurf, in dem gesagt wird, I daß keine Möglichkeit mehr bestand, im Wege der Gesetzgebung diese Frage zu lösen. ^ie Anrufung der Gerichte hätte dem Staate I nur großen Schaden gebracht, weil die I Richter sich auf alte Gesetzesbestimmungen gestutzt hätten. (Andauernde Zurufe bei I den Kommunisten. Präsident Bartels ruft einige Kommunisten zur Ordnung. Trotz­dem dauern die lärmenden Zwi- I f e n r n f e a n.) Nachdem das Kompromiß im Reichstage scheiterte, stand zu erwarte«, daß die Abfindungsfrage beim Wiederzu­sammentritt des Reichstages im Herbst er- I neut das^deutsche Volt in Unruhe versetzen I würde. (Stürmische Unterbrechung bei den I Kommunisten, Glocke des Präsidenten.) Die preußische Staatsregierung habe deshach ge- I glaubt, erneute Verhandlungen mit dem I Vertreter des Königshauses nicht ablehnen zu müssen. (Anhaltender Lärm bei den Kommunisten, in dem die Ausfüh- I rungen des Ministers zum großen Teil I peri orengehen). Der Minister emp­fiehlt die Annahme des Kompromißent-i I Wurfes, der bedeutende Veränderungen ge- I genuber dem früheren Vergleich enthalte. I (Erneuter tosender Lärm und Zurufe:'1

olzerlaid, abenbad);

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WMuß der deiiW-engllsKen Soduftriellm-WprrAmg

London, 11. OKt. Die Konferenz Zwischen den deutschen und englischen In- M dustriellen.,jst gestern abend 7,30 Uhr zu Ende gegangen. Es wurde beschlossen, ' einen Ausschuß einzusetzen, der aus der gleichen Anzahl deutscher unb englischer Industrieller zusammengesetzt ist und die Aufgabe hat, die in den Besprechungen X behandelten Fragen weite?, zu fördern und zu untersuchen. , -

Die Unbestimmtheit des offiziellen Kommuniques erklärt sich durch die Tatsache, daß die Konferenz nur einen vo^ bereitenden Cha­rakter trug und daß die Ver­schiedenheiten der Inter­esse n so weitgehend sind, daß es un­möglich war, bereits jetzt zu einer be­stimmten Entscheidung zu kommen.

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