Montag, Wo 11 Oktober 1926
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B e r l i n. S. OKI. (WTB.) Zum Ches her Heeresleitung ist Generalleutnant Heye, bisher Kommandeur der ersten Division »und Befehlshaber im Wehrkreis I, ernannt worden.
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Wilhelm Heye ist als Sohn eines früheren oldenbnrgifchen Offiziers am 31. Januar 1869 in Fulda geboren und im Kadettenkorps erzogen worden. 1888 kam er als Leutnant zum Infanterieregiment 70, wurde 1901 Hauptmann im Generalstab, als welcher er 1906/08 in Südwestafrika tätig war. Bis 1913 war er beim Generalstab der 33, Division, dann Bataillonskommandeur im Infanterieregiment 79. Bei der Mobilmachung wurde er als Oberstleutnant Chef dcs'Stabes bei dem Landwebrkorps Woyrfch, aus dem sich die Armeeäbteiuna und Heeresgruppe entwickelte. 1916 erhielt er dort den Orden Pour le mSrite iwb wurde Oberst. Im September 1917 kam er zur Heeresgruppe Albrecht nach Straßburg. Im Herbst 1918 kam er zum Chef des Generalstabs. Nach der Revolution war er Stabschef beim Grenzschutz Nord in Ostpreußen, kam am 1. Oktober in das Wehrmstnsterium, wo er am 1. Juni 1920 Chef des Truppenamts und kurz daraus Generalmajor wurde. Am 1. April 1922 wurde er als Generalleutnant zum Chef des Heeresperfonal- amts.ernannt und am 1. November 1923 zum Kommandeur der 1. Division und Befehlshaber im Wehrkreis 1.
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Bayrische Stimmen zum Rücktritt v. Seeckts.
Die gesamte bürgerliche Presse Bayerns tadelt in auffällig scharfer Form die Dienstentlassung Seechts. Die Sympathie für ihn ist gerade in Bayern unvergleichlich viel größer als für Geßler. Die Bayrische Volkspartei-Korrespondenz schreibt:
Geßler wäre ohne Seecht wohl nie bereits der Minister geworden, der er heute ist. General v. Seeckt war eine der bedeutend st en und stärksten Persönlichkeiten im neuen Deutschland. Die besonnene Art, mit der er gerade in kritischen Zeiten von der Materiellen und moralischen Macht, die er besaß, Gebrauch machte, hat ihn im Urteil der Zeitgenossen zu einem Mann gemacht, in dem "die hervorragenden soldatischen Eigenschaften glücklich sich mit einer staatsmännischen Anlage paaren. Cs wäre sthade, wenn die Verdienste Seeckts um Staat und Vaterland zu Ende wären.
Der „Daily Telegraph" zum Rücktritt des Generals v. Seeckt.
Ter diplomatische Berichterstatter des Aaily Telegraph" schreibt zu dem Rücktritt des Generals v. Seeckt: Zn London ist man nicht geneigt, aus die- wn Ereignis zu folgern, daß die alliierten Rächte berechtigt seien, die deutsche Re-
Englisch-deutsche WirtschaMrenserenz
Settritt 6to6brilannfcnS »um 6lnblforteH?
Die „Daily News" sagt in einem Leitartikel über die sehr g e h e l m n i s - volleKonferenz zwischen englischen und deutschen Finanzleuten und Industriellen, kein verständiger Mensch werde glauben, daß diese formelle Zusammenkunft führender deutscher Industrie-Magnaten und einer großen Gruppe britischer Kapitalisten nur einem freundschaftlichen Austausch allgemeiner Ideen und Ansichten über die industriellen Beziehungen dienen werde. Selbstverständlich habe man beiderseits geschäftliche und möglicherweise arich politische Ziele dabei im Auge. Das Blatt vermutet, daß es sich in erster Linie um die Frage des
Beitritts Großbritanniens zum Stahlkartell
handle; irgendwelche Vereinbarungen über Kohle feien angesichts des Streiks in England und auch der technischen und administrativen Rückständigkeit der engli-
gierung wegen der Wahl seines Nachfolgers zu beeinflussen, da es sich um eine Angelegenheit handelt, die lediglich die deutsche Regierung angeht. Ebensowenig besteht der Wunsch, den Anlaß zu benutzen, um durch die Botschafter-Konferenz und die Interalliierte KoUtroll-Kommis- sion irgendwelche neuen und nachdrücklicheren Forderungen zu stellen. Der Be- rschterstatter legt weiter dar, daß die zeitweilige Einstellung des Prinzen Wilhelm als Leutnant zweifellos einen technischen Verstoß gegen den Versailler Vertrag darstelle, währendZzegen seine dauernde Einstellung kein legales Hindernis bestanden hätte. Er bezeichnet es auch als wahrscheinlich, daß die Franzosen daraus bestehen werden, daß die illegale zeitweilige Einstellung des Prinzen von der Botschafter-Konferenz bei ihrer nächsten Zusammenkunft gleichzeitig mit der Frage einer entschiedenen Einschränkung der Obliegenheiten des Nachfolgers Seeckts behandelt werden wird. . 1
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Abegg zum etantöfttretär ernannt
Berlin, 9. Okt. Im preußischen Landtage sand am Sonnabend eine Mini- sterialsitzung statt, in der, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. erfährt, die Ernennung des Ministerialdirektors A b e g g zum Staatssekretär beschloffen wurde. An seine Stelle tritt Ministerialdirektor K l a u tz n e r, der bisher dem Wohlfahrtsministerium angehörte. Nachfolger des bisherigen Polizeipräsidenten Grzesinski wird der bisherige Polizeipräsident in Köln Zörgiebel. An seine Stelle tritt Ministerialrat Bau kn echt vom Ministerium des Innern.
lieber die Parteiangehörigkeit der -einzelnen Persönlichkeiten ist mitzuteilen: Der neue Staatssekretär A b e o g ist Demokrat, Ministerialdirektor K ra u tz n e r gehört dem Zentrum an. Er war seiner Zeit Landrat in Recklinghausen und wurde von der Besatzungsbehörde mit Gefängnis bestraft und ausgewiesen. Er kam dann zum Wohlfahrtsministerium. Der bisherige Kölner Polizeipräsident gehört der sozialdemokratischen Partei an und ebenso sein Nachfolger Ministerialrat Bauknecht.
Zur Regierungserweiterung in Preußen.
Zu dem gestrigen Beschluß der Land-. tagsfraktion der Deutschen Volks-
schen Kohlenbergwerks-Industrie nicht wahrscheinlich. Das Blatt ermahnt die britische Regierung, darauf zu achten, daß nicht durch irgendwelche Vereinbarungen die Interessen der britischen Verbraucher geschädigt werden, denen die Unterhändler vermutlich keine so große Beachtung schenken würden.
L o n d o n, 10. Okt. Die Vertraulichkeit der Verhandlungen der englisch-deutschen Wirtschaftskonferenz zu Romsey wird durchaus gewahrt. Die gestrige Vormittagssitzung dauerte drei Stunden. Sir Robert Horne, welcher den Vorsitz führte, bemerkte nach Schluß der Verhandlungen, er könne nichts weiter mitteilen, als haß man einen sehr interessanten Vormittag verlebt habe. Am Nachmittag besichtigten die Delegierten eine Reihe von Sehenswürdigkeiten und nahmen abends die Besprechungen wieder auf.
Partei und den dazu gemachten Ausführungen der „Täglichen Rundschau" bemerkt die „Germania", daß sich die allgemeinen Bedingungen für die Bildung der Großen Koalition zwischen 1921 und 1924 oder 1926 ganz wesentlich verschoben hätten. Die Republik fei nicht mehr in Gefahr; im Gegenteil, sie sei fester denn je. Die Deutsche Volkspartei werde damit rechnen müssen, daß die von starkem politischen Erfolg gehobenen Regierungsparteien zwar nack wie vor verhandlungsbereit seien, aber unter teils weise ganzandersgearteten Bedingungen. Man könne von den Regierungsparteien in Preußen nicht verlangen, daß sie Forderungen annehmen, die im Jahre 1921 ebenso verständlich waren, wie sie heute zurückgewiesen werden müssen.
Der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" zufolge habe den Beschlüssen der volksparteilichen Fraktion vom Freitag über ihre fortdauernde Verhandlungsbereitschaft die Meinung zugrunde gelegen, daß Ministerialdirektor A b e g g für die Staatssekretärstelle im Ministerium des Innern nicht mehr in Frage komme.
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Stut Anordnungen des
Generals Mteanmat
Das „Journal" berichtet aus Mainz, General Guilleaumat werde angesichts der Z w i f ch e n f 8 l l e, die sich im besetzten Gebiet ereignet haben, g e w i s se Vorkehrungen treffen. Abgesehen von der geplanten Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der französischen Polizei werde den Soldaten der Befatz- ungsarmee zur Pflicht gemacht werden, nicht mehr einzel, sondern nur noch in Gruppen zu zwei oder drei auszugehen. Die Zahl der Wachtposten soll erhöht werden. Das Betreten abgelegener Stadtviertel soll den Truppen verboten werden.
Abberufung Sotals aus Genf?
W a r s ch a u, 9. Okt. Zn der Regierung nahestehenden Kreisen erhält sich das Ge- lütfjt, daß der diplomatische Vertreter Polens beim Völkerbund. Minister Svkal, in den nächsten Tagen abberufen werden soll. An seine Stelle soll der ehemalige Landwirtschaftsminister im Kabinett Bartel. Professor Raczynski, treten.
Schweres Wenunglfitf . in Sttlrtp
'Bottrop, 9. Okt. Auf der Zeche „Prosper 11“ in Bottrop wurden heute vor. mittag durch Zubruchgehen eines Rutschenbetriebes sechs Bergleute verschüttet. Bis jetzt konnten zwei Bergleute geborgen werden, während das Schicksal der übrigen vier noch unbekannt ist.
sk. Bottrop, 11. Okt. Bei dem Grubenunglück aufk Zeche „Prosper III“ sind von den 6 verschütteten Bergleuten vier getötet und zwei leicht verletzt worden.
Wtntroiolinn in Südafrika
Kapstadt, S. Okt. Englischen Zeitungsnachrichten zufolge ereignete sich gestern in einer Grube bei Dundee eine schwere Explosion. Die „Navigation“ glaubt zu wisien, daß vier Weiße und 116 farbige Arbeiter getötet worden find. Der Grubenschacht ist vollständig zerstört. Bis jetzt konnten nur elf Leichname von Eingeborenen geborgen werden. Die Rettungsarbeiten, um zu den noch vermißten 150 Eingeborenen und vier Europäer iu gelangen, werden fortgesetzt.
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Mussolini an die Miliz
Rom, 9. Ott. (WTB.) Mussolini hat an die Legionen der Miliz folgende Botschaft gerichtet: „Offiziere und Schwarzhemden! Ich übernehme heute den direkten Oberbefehl über die Miliz. Ihr wer- dtt sicherlich die Tragweite dieser Parole verstehen und mit unbedingter Ergebenheit zu gehorchen und immer und auf jebe- Weise zur Verteidigung des Regimes bereit sein, das heute besteht. Grüßet den unerschrockenen Oberbefehlshaber, den Fürsten Gonzaga, der von Euch scheidet. Hebt die Fahnen und Gewehre in die Höhe und stoßet den Ruf unseres unbezwinglichen Glaubens aus: „Es lebe der Faschismus!“
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6emeinbe»abten in Belgien
ft. Brüssel, 11. Okt. Die gestrigen Gemeindewahlen gingen im ganzen Lande in vollkommener Ruhe vor sich. Rach den bis kurz nach Mitternacht vorliegenden Ergebnissen haben die Katholiken im Wahlkampf verschiedene Vorteile erlangt, während die Sozialisten, namentlich in den großen Industtiezentren, beträchtliche Derlu„e erlitten. Die Kommunisten, die zum ersten Male an Gemeindewahlen teilnahmen, werden in einer ganzen Anzahl von Gemeindevertretungen einziehen. Die kleinen unpolittschen Gruppen unterlagen fast überall.
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Stilmtiftr Abbruch der SerearbtitetfitciK
sk. London, 11. Okt. Der Rat bet Bergarbeiter in der Grafschaft Leicester empfiehlt den Bergarbeitern, die Arbeit wieder aufzunehmen. Nahezu 60 Prozent sind bereits an der Arbeit.
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Roten will
w behalten
Warschau, 9. Ott. Der Minister des Aeußern Zaleski hatte gestern, den Blättern zufolge, eine längere Unterredung mit dem Handelsminister Kwiatkowski über die Angelegenheit der C h o r - zowor Slickstoffwerke. Zn der kommenden Woche werde eine Sachver- ständigenkomission zusammenberufen, um die ganze Frage nochmal gemeinsam zu überprüfen. Ungefähr am 26. Oktober
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