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Lammende Nachricht, daß Ni« tschitfch

Marburger TageSanzeLger

SeMe

Lanbeszeitung

SbechMsche Zeitung

Willen nicht entspricht. Ich bin aber nicht in der Lage. Angehörige des Ministeriums, wie Beamte, Angestellte und Arbeiter unterstellter Stellen im Lande draußen zu decken, die etwa glauben, Politik auf eigene Faust machen zu können. Ich darf der Hoffnung Ausdruck geben, daß wir gut miteinander arbeiten werden zum Wohl der Republik Preußen und des deutschen Volkes und Landes.

Das Reichswehrministerium stellt übri­gens fest, daß ein Dementi über die Teil­nahme des Kronprinzensohnes an den Reichswehrmanövern in Münsingen, die den Anlaß zu dem jetzigen Konflikt ge­geben hat, weder vom Reichswehrmini­sterium noch von der Reichswehr je er­folgt sei, daß es sicb dabei vielmehr um Mißverständnisse handeln müsse.

Das Auswärtige Amt legt sehr großen Wert auf die Feststellung, daß irgend ein Zusammenhang zwischen dem Abschiedsgesuch des Generalobersten v.

greiioo, ftn s. Skiober 1926

Berlin, 8. Okt. Die gestrige« Emp­fänge des Eeneralobersten v. Geeckt und des Reichswehrministers Dr. E e ß l e r durch den Reichspräsidenten führen mehrere Blätter auf einen Versuch des Reichspräsi­denten zurück, de« Konflikt zwischen dem Minister und dem Chef der Heeres­leitung gütlich beizulegen. Wie das geschehen könnte, und ob dieser Versuch Erfolg gehabt hat, ist den Blättern unbe­kannt. Jedenfalls sei eine Lösung, die den Rücktritt Dr. Keßlers «ach sich ziehen müßte, undenkbar, da ein solcher Rücktritt unmöglich ohne Rückwirkung auf das ge­samte Kabinett bleiben könnte. Heute vor­mittag wird sich der Reichspräsident mit dem Reichskanzler besprechen und im An­schluß daran dürfte dann die Entscheidung über das Abschiedsgesuch des Chef der Heeresleitung falle«.

Geeckt und den Forderungen der Botschafterkonferenz beziehungs* weise der Interalliierten Militärkontroll- lommission nicht besteht. Zur Stützung dieser Auffassung gibt es von den letzten Roten der Interalliierten Militärkontrollkommission eine neue Darstellung. Danach haben sich, nachdem die Meinungsverschiedenheiten über die Stellung des Generalobersten von Seeckt durch einen Notenwechsel mit der Botschafterkonferenz im November 1925 endgültig beigelegt worden seien, die Noten der Interalliierten Mili­tärkontrollkommission von Juli d.I. nicht mit der Persönlichkeit des Generals von Seeckt befaßt, sondern mit der

Stellung eines Eeneralinspekteurs

der deutschen Reichswehr.

Diese Noten, die seinerzeit ein recht lebhaftes Aufsehen erregten, beruhten nach Darstellung von zuständiger Stelle auf dem Irrtum, daß eine Verordnung aus dem Jahre 1919, die sich mit der Stellung eines Generalinspekteurs befaßte, noch in Kraft sei. In Wirklichkeit sei diese Ver­ordnung aber längst aufgehoben ge­wesen, wovon der Interalliierten Militär- kvntrollkommission Mitteilung gemacht worden sei.

Nach dieser Darstellung sei es nicht ganz verständlich, weshalb seinerzeit das Aus­wärtige Amt oder das Reichswehrmini- sterium die Gelegenheit versäumt habe, die durch die betreffenden Noten sehr beun­ruhigte deutsche Oesfentlichkeit genügend deutlich zu unterrichten.

»rr.M6i.Mrg. Marburg a. Wim

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Ar Aiftriittrrbr SrztfinW

^Berlin. 7. Okt. (WTB.) Heute vor­mittag versammelten sich die Beamten. An­gestellten und Arbeiter des Preußischen Ministeriums des Innern in dem großen Festsaal des Ministeriums, um sich von dem scheidenden Minister Severing zu verabschieden. Im Namen der An­gehörigen des Hauses sprach Staatssekretär Dr. Meister herzliche Worte des Ab­schieds, auf die Minister Severing ebenso herzlich erwiderte.

Dann ergriff Minister Grzesinski das Wort. Nach seinem Dank für die freundlichen Willkommensworte des Staatssekretärs Meister führte er aus: Ich bin dem Ruf des Herrn Ministerpräsiden­ten zur Aebernahme dieses Amtes nicht sehr gern gefolgt. Ich habe mein bisheriges Amt lieben und die Mitarbeiter kennen und schätzen gelernt. Ich werde meinen mir durch mein Gewissen und

durch meine politi^he Ueberzeugung vorgezeichneten Weg gerade gehen.

Ich werde meine Aufgabe darin erblicken, dem Staate und dem deutssten Volke zu dienen, die Verfassung zu schützen und

die Republik i« ihren Konstitutio«e« und personell in jeder nur benttag möglichen Weise zu festigen

und im übrigen sozial vernünftig zu wir­ken. Selbst aus den Kreisen des Volkes hervorgegangen, habe ich selbstverständlich großes Verständnis für die Klagen und Nöte der Arbeiter, Angestell­ten und Beamten und werde, soweit das in meiner Macht liegt, und ich die Klagen für gerechtfertigt halte, versuchen, sie abzustellen. Im übrigen, und das möchte ich gleich bei meinem Amtsantritt sagen, bis ich für die Führung der Ge­schäfte dem Lande und dem Parlament persönlich verantwortlich, das heißt, daß jeder einzelne Beamte und An­gestellte und jeder Einzelne überhaupt in dieser Behörde in seinem dienstlichen Tun sich bewußt sein muß, daß er nichts tun darf, was meiner Ansicht und meinem

; spricht nach hiesigen Informationen den i Tatsachen. Italien bemüht sich, mit den ; [ nationalistischen Kreisen Ungarns gute Beziehungen zu unterhalten und scheint «et Annäherung zwischen Jugoslawien V und Ungarn unterstützen zu wollen. Es wird versichert, d«ß dies geschehen ist, um Unaar n vo « Oesterreich und damit indirekt vo« Deutschland abzu- '^renne«.

RE keine EnWeibuns im Fall Steckt zur gütlichen Beilegung?

Eine oftpreußische Handelsabordnung in Moskau.

[ kk. Moskau. 8. Okt. Eine Abordnung ^.ostpreutzischen Industrie- und Handelst p^ien ist hier eingetroffen, um zur Ent- Melung von Handelsoperationen zwischen Zs Sowjet-Union und Ostpreußen mit ^vjet-Organen zu verhandeln.

Ser neue SehenzellemAcegleich

Berlin, 7.Okt. (WTB.) Der Amtliche Preußische Pressedienst schreibt: Zwischen der preußischen StaatSregierung und dem Bevollmächtigten des Hauses Hvhenzol- lern wurde am 6. Ottober ein Äbände- rungs- und ein Zusatzvertrag zu dem Ver­trage vom 12. Oktober 1925 abgeschlossen. Die Vereinbarungen entsprechen den Be­stimmungen des sogenannten Kompromih- gesetzentwurfes der ReichSregWrung nach dem Beschluß des Reichstages in der zwei­ten Lesung. Die Hauptlinie hatte nach diesem eine Barentschädigung von 6 bis 7 Mlllionen Reichsmark erhalten. Die Hauptlinie behält nach dem Abänderungs- vertrage 250 000 Morgen, überläßt aber dem Staate Schloß und Park Bellevue (Wert 36,4 Millionen Mark). Sie erhält nach dem Abänderungsvertrag eine Bar­summe von 15 Millionen Reichsmark und überläßt dem Staate Schloß und Park Babelsberg mit Inventar und die oben­genannten Nutzgrundstücke.

Die Albrechtlinie wäre nach dem Kom­promißgesetzentwurf in chrem Landbesitz nicht geschmälert worden. Die Karlllnie dagegen hätte wahrscheinlich die Herrschaft Flatow-Krojanke an den Staat heraus­geben müssen. Dieser Sachlage wird da­durch Rechnung getragen, daß jetzt beide Nebenlinien zusammen 47 000 Morgen un­entgeltlich abgeben.

Von dem gesamten beschlagnahmten Ver­mögen verblieben hiernach dem Staate: . . v .. (Fortsetzung siehe Seite 2.1, .

Keine Zusammenkunft Muistlini - Brian»

Rom, 7. Okt. Die aus Paris stammende Meldung über eine bevorstehende Zu­sammenkunft zwischen Mussolini und Br i and wird von dem der Regie- tena nahestehendenPopolo Romano" unter Hinweis auf eine eingeholte anchentische Information dementiert. Zm Palazzo Chigi begannen gestern Ver­handlungen über de« Abschluß eines italienisch-griechische« Han­delsvertrages. Die aus Bukarest

W zu einer, sehr weitgehende« Verständi­gung mit Ungarn bereit sei, ent-

M, ^vberhesstsch« Zeitung" et- Ißeiitt sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus» Mießl. Zustellungsgebühr, durch tzi«Post2LS GM.Für etwa infolge Streiks, Mafchinendefekte »der ^««entarer Ereignisse ausfallende Kummern wird kein Ersatz ge- V leistet. Verlag d. Dr. §. HIheroth.

Druck der Untb.-Buchdruckerei b. Jod. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54. u. Nr. 55. hwstscheckkonto: Amt Frankfurt \ g. M. Nr. 5015. Sprechzeit per Redaktion von 1011 und

»/,!! Uhr.

Sitzung des Auswarligcn AusiümW

e r I i n, 7. Oft. Der Auswärtige Aus­schuß des Reichstages trat heute vormittag : zusammen, um zunächst über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und die Besprechungen in T h o i r h, sodann über den Fall Germersheim zu verhandeln. Don der Beichsregierung wohnten außer dem Beichsaußenminister Dr. Stresemann die Minister Dr. Külz, Dr. C u r t i u s, Dr. 3eII, Dr. ^tzaslinde bei. Die Mitglie­der des Auswärtigen Ausschusses waren zu der heutigen Sitzung fast vollzählig erschie­ssen, ebenso die Vertreter der Länder. Vom ? Auswärtigen Amt waren auch Staatssekretär Dr. v. Schubert und Ministerialdirektor Dr. Gaus anwesend.

6 Rach einleitenden Worten des Vorsitzenden, 36g. Hergt, nahm Reichsaußenminister Dr. Ltresemann das Wort, um über die Derhandlungen in Genf und Thoiry zu berichten . Die damit zusammenhängenden Lpezialfragen finanzieller und wirtschaft­licher Natur sollen nach Mitteilungen des Ministers erst gründlich erörtert werden, wenn die Vorbereitung in dieser Hinsicht durch Fortsetzung der schwebenden Verhand- . lungert weiter vorgeschritten sein wird, was voraussichtlich in kürzester Frist der Fall lein werde. Es wurde daraufhin eine beson­dere Sitzung des Ausschusses für die zweite Hälfte des Monats in Aussicht genommen.

An die Rede des Reichsaußenministers schlossen sich mehrstündige Beratun­gen an, an denen sich die Vertreter aller Parteien beteiligten . Der Ausschuß vertagte Ah sodann auf Freitag mittag 12 Ahr zur «sprechung der Germersheimer Vor- . fälle.

Eine Rede Baldwins in Scarborough.

lk. L o n d o n, 8. Okt. Baldwin sagte in Äer bereits angekündigten Rede in Scar­borough u. a.: Der Eintritt Deutschlands 18 den Völkerbund und die Ratifizierung bis Paktes von Locarno stellt einen bedeu- fonden Triumph der britischen Diplomatie »ad die Krönung des großen Werkes Cham- ^rlains dar. Für die Bezahlung der frän­kischen und italienischen Schulden sind Abkommen getroffen worden, deren Be-

Fügungen ich für gerechtfertigt halte.

Ser SmennMuß in München

Sie Deutschen sind

unübertreffliche Angeber*

München, 7. Oktober. Als erster Zeuge wird heute

Staatsanwalt Krieck

vernommen, der seit IV» Jahren Land­gerichtsrat in Nürnberg ist. Ihm wird zu­nächst die Aussage vorgehalten, die er schon früher über seine Tätigkeit im Falle Har­tung "gemacht hat. Danach habe Krauß Bedenken dagegen geäußert, daß man ohne zwingende Verdachts­gründe die Leute längere Zeit in Haft behalte, die doch anständige Leute und Angehörige der Einwohnerwehr, also sozu­sagen einer staatlichen Einrichtung seien. Bei der Unterredung mit Dr. Gürtner im Ministerium habe Krauß gesagt, er werde die Haftbefehle aufrechterhalten, gber die Leute nach der Vernehmung aus freien Fuß setzen. Dr. Gürtner habe sich im wesentlichen daraus beschränkt, für den Bericht zu danken.

Der Zeuge ergänzt seine früheren Aus­sagen dahin, er erinnerte sich heut« ziem­lich genau, daß

die Bedenke« gegen die Haftbefehl« vom

erste« Staatsanwalt Krantz geäußert

worden sind. Auf eine Frage des Mit­berichterstatters Schäffer erklärte der Zeuge aufs Bestimmteste, daß ihm hinsicht­lich der Sachbehandlung

von Gürtner keinerlei Weisung und Wink erteilt

worden sei. Nunmehr wurde

Oberstleutnant Kriebel

vernommen, den Escherich auf seine Bitte vom Schweigeverbot entbunden hat. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie in den Kreisen der Einwohnerwehr der Verrat von Waffenlagern beurteilt wurde, verlas Kriebel eine Aeuß erung des engli­schen Obersten Repington: Die Deutschen erweisen sich als unüber­treffliche Angeber. Es ist haupt­sächlich diesen Leuten zu verdanken, daß das Kriegsmaterial gefunden wurde, und die Beweggründe dabei waren vorherr­schend Geld. An zweiter Stelle kamen Raff- und Hatzsucht, an dritter Stelle der Glaube einer gewissen Anzahl Leute, daß sie dabei ehrlich deutschen Interessen dienten. Im ganzen seien

etwa 20 Millionen Denunziationen bei der interalliierten Kommission eingelaufr». Jeder hätte es deshalb als einen Skandal betrachten müssen, daß diese Landesverräter unbehelligt herumlausen konnten. Von der Aeußerung:Die Leute müßten an die Wand gestellt werden" bis zur Tat sei natürlich aber ein weiter Weg.

Oberforstrat Dr. Escherich, der sodann ein zweites Mal vernommen wird, erklärt, er sei der Ueberzeugung gewesen, daß keiner von seinen Leuten an den Mordtaten beteiligt war.

Der Zeuge Amtsgerichtsdirektor Tröltsch, der als Amtsnachfolger des 1. Staats - anwalts Krauß-Augsburg mit dem Fall Hartung weiter zu tun gehabt hatte, sagt aus, daß seiner Ueberzeugung nach die Staatsanwälte Krieck und Krauß bei der Verfolgung der Sache Hartung nicht« ver­säumt hätten. Er hätte den Fall nicht vor baS Bolksgericht gebracht, weil er bei den unzureichenden Beweis­mitteln eine Freisprechung be­fürchten müßte. Die Zeugen Escherich, Tröltsch und Krauß wurden sodann vereidigt.

Abg. Graes-Thüringen betonte, der Ausschuß sei es dem Ansehen der bayrischen Justiz schuldig, nach Erledigung der Be­weisaufnahme auch die Beweiswür­digung noch in München zu erledigen, damit

der zn Unrecht angegriffenen bayrischen Justiz an Ort und Stelle Genugtuung gegeben werde. Am F r e i t a g soll Justiz­minister Dr. Gürtner als Zeuge ver­nommen werden, außerdem Reg.-Rat v. Merz und weitere Beamte der Pottzei- direktion. In den fotzenden Sitzungen oes Ausschusses sollen nach Möglichkeit auch die der Täterschaft beschuldtzren Schweik- hardt und Naunzert, Ballin und D ob ne r vernommen werden. Weiter wird der Ausschuß als Zeugen hören den ehema­ligen Führer der EinwohnerwehrenK anz- l e r, den General Epp, Prof. Stemps - ler, die Gräfin Törring und Herzog Ludwig von Bayern. Um i/22 Uhr vertagte der Ausschuß die weiteren Vev-, hayd.lungen.auf KreitW toqrgtittga-.z' '