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53?. 2?5 61. Mrs. Marburg a. Lahn

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SwltnM* toi 6. Skiober 1926 ®t« ^Oberhefstsch« Zeitung" «r- scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch ^iePost2L5 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinen defekte »der tlnncntatet Greigniffe ausfallende Kummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Hitzeroth, Druck der Unib.-Buchdrnckerei d. Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. u. Nr.. Postscheckkonto: Amt Frankfurt 4. W. Rr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und »/,!! Uhr.

Amerika nnb die beuWen Eiiei-bMMgaÄaen

Paris, S. Okt. Savas berichtet aus Washington: Ein hoher Beamter erklärte, daß die amerikanische Regierung noch nicht um ihre Ansicht wegen des Verkaufs der deut­schen Eisenbahuobligationen be­fragt wurde, daß sie aber, sobald der Augen- ; blick für die Banken gekommen sei, sie wie in ähnlichen derartigen Fällen ihre Meinung be- ? kanntgeben werde. Es scheine indessen nach i k Hn letzten vorliegenden Nachrichten, daß die offiziellen Preise nach offiziöser Prüfung des Problems, und zwar nicht vom politischen, | V sondern vom finanzielle» Gesichtspunkt aus, die Ansicht verträten, der Augenblick für

Irancauis Lsnbsner Reift

die Unterbringung der deutschen Obligationen s sei nicht geeignet, denn der amerikanische

Markt werde nur schwer die grobe Zahl dieser ! Werte aufnehmen, solange der Zinssatz der

deutschen Jndustrieobligationen nicht dem der z Eisenbahnobligationen angeglichen sei. Kein

offizieller Kommentar bringe übrigens die An­sicht über die Haltung der auterikanischen Re- litrung wegen dieser Emission mit der Rati-

, sizierung des Mellon BSringer-Abkommens in

Lerbindung. Coolidge selbst widersetzte sich

* eigens nicht dem Verkauf der Obligationen ui amerikanische Privatpersonen, aber die Re- dierung selbst würde keine erwerben.

Brüssel, 5. Okt. (WTB.) Finanz­minister F r a n c q u i erklärte bei seiner Rückkehr aus London einem Vertreter der - Belgischen Telegraphenagentur, der Zweck seiner Reise mit dem Gouverneur der Bel- [ gischen Nationalbank nach London sei ge- -stvesen, mit dem Gouverneur der Bank von [ England und den zur Zeit in London " weilenden Vertretern der Emissionsbanken der Länder mit Goldwährung Fühlung zu .. nehmen. Die Belgische Nationalbank, so Whrte der Minister aus, der die Durch­führung des Stabilisierungsplanes obliegt, : wurde aufgefordert, ihre Beziehungen zu den gleichen Instituten des Auslandes . enger zu gestalten, denn um unsere Finanz­pläne zu einem guten Ende zu führen, haben wir die moralische und materielle Unterstützung der großen Emissionsbanken nötig. Darum handelte es sich bei un­seren Londoner Besprechungen. Was die r prinzipiellen Fragen anbelangt, so wurde das Terrain gut vorbereitet. Der Gou­verneur der Nationalbank ist in London zu- ' ; ruckgeblieben, um die Verhandlungen über technische Einzelheiten und die Art der Durchführung fortzusetzen. Wir haben, schloß der Minister, allen Grund, mit den Ergebnissen der Londoner Besprechungen 1 ! zufrieden zu sein.

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I« BrrsmbriknMik

Die Abstimmung in den englischen Bergwerks­bezirken.

ff. London, 6. Okt. DemDail, - e- .4 toI6 zufolge ergab die Abstimmung in den Arrgwerksbezirken bisher, daß sich 6 Bezirke *it ungefähr 480 000 Bergleuten gegen den

t^iegelungsvorschlag der Regierung ausgespro- Hen haben und nur 14 000 Bergleute in

Lticestershire dafür. Die Gesamtzahl der Berg­leute beträgt ungefähr eine Million.

Zum Hafenarbeiterstreik in Hamburg.

~ ft. Hambur g, 6. Oft. Die von der Streik­leitung gestern veranstaltete Urabstimmung eurer den Hafenarbeiter., hat nicht die erfor­derliche Dreiviertelmehrheit für den Streik er= ^>cht. Vermutlich wird die Arbeit im Hafen borgen wieder ausgenommen.

M Reise Poincares nach Lothringen.

fk. P a r i s, 6. Okt.Echo de Paris" zu- wlg« will Poincars voraussichtlich im Laufe *rr kommenden Woche seine auf 45 Tage be- kschnete Reise nach Lothringen antreten.

Severins zurüüsetreien

RaKsv'ger WizMWent Srzrsinjli?

Der preußische Innenminister Severins hat dem Ministerpräsidenten Braun am Dienstag offiziell sein Rücktritts­gesuch überreicht. Am heutigen Mitt­woch, an dem der Preußische Landtag wieder Zusammentritt, wird die Annahme des Rück­trittsgesuches mit der Ernennung des neuen Innenministers voraussichtlich mitgeteilt wer­den.

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Sechs Jahre lang hat der preußisch« Innenminister Severing. fein, Amt trotz schärfster Opposition aller Gegner behauptet. Das verdankt er zwei Eigenschaften, die früher Vorbedingung für ein Ministeramt waren, heute aber so selten in einer Person sich vereinigt finden: Sachkenntnis und Energie.

Biel Wertvolles hätte der Minister für Preußen und Deutschland leisten können, wenn er den Parteimann in sich überwun­den hätte. Aber das hat er nicht gewollt, vielleicht auch nicht gekonnt. Für ihn gab es stets nur einen Feind. Und der stand rechts. In diesem nutzlosen Kampf zerrann sein Leben und sein Wirken.

Wer dieses Verhängnis in seiner ganzen Bedeutung erfaßt, kann nicht in die Kund­gebungen mit einstimmen, mit denen die Tätigkeit des preußischen Innenministers zu Grabe geläutet wird. Er kann nur mit Ge­nugtuung bemerken, daß dieses Wirken nach freiem Entschluß ein Ende finden soll. Das gibt der Tragödie immerhin einen versöh­nenden Abschluß.

Pkrsiestimmn

DieDeutsche Zeitung" schreibt: Ohne Zweifel hat Severing an der Spitze des eigentlichen politischen Ministeriums in Preußen ein ungewöhnliches Maß von Zielbewußtsein in Energie entwickelt. Im

ganzen war Severing als Staatsminister bewußter und rücksichtsloser sozialdemo­kratischer Parteimann.

ImLokalanzeiger" heißt es: Severing soll wahrheitsgemäß bescheinigt werden, dah er mit reinen Händen den Staatsdienst wieder verläßt. Jedoch betont das Blatt, daß die Amtstätigkeit Severings schärfste politische Bedrückung seitens eines Regi­mes gewesen sei, das angeblich auf Frei- heit und Gleichheit gegründet sei.

Tägliche Rundschau" hebt hervor, daß severing, wenn er auch in seiner Mi­nisterstellung jeder Zoll ein Parteimann gewesen sei, die Ruhe und Ordnung im Staate auch in schweren Zeiten aufrecht er­halten habe.

DasBerliner Tageblatt" sagt: Wir hoffen, dah der Tag der Rückkehr Seve­rings zu aktiver politischer Betätigung bald kommen wird.

Nach demVorwärts" hat Severing in langen und an unendlich harter Arbeit reichen sechs Jahren erreicht, dah das einstige Preußen der Junker heute als der festeste Hort der demokratischen Republik Deutschland dasteht.

DerBerliner Lokalanzeiger" weih mitzuteilen, dah die Besprechungen unter..hen Fraktionsführern über die Frage der Regierungserweiterung nunmehr zu einem gewissen Abschluß gelangt seien. Heber die Zusammensetzung des neuen Mi­nisteriums glaubt das Blatt sagen zu kön­nen, dah Braun Ministerpräsident bleiben werde, ebenso durften die Minister Becker, Hirtsiefer und Dr. Steiger ihre Posten behalten. Die Deutsche Volkspartel soll das Finanzministerium mit den Abge­ordneten v. R i ch t e r und das Ministerium für Handel und Gewerbe mit Dr. L e i d i g besetzen. Das Ministerium des Innern soll auch weiterhin ein Sozialdemokrat behal­ten und zwar werden hier als Kandidaten der Berliner Polizeipräsident Erzesinski und der Regierungspräsident Krüger in Lüneburg genannt. Auch der Oberpräfi- dent in Hannover, Roske, soll nach an­deren Blättern als Anwärter auf den Posten gelten.

Wie die .Sossische Zeitung" hört, dürfte auch der Staatssekretär im preußi­schen Ministerium des Innern Dr. Meister zurücktreten.

Zum Rücktritt Severings.

fk. Berlin, 6. Okt. Als aussichtsreichster Kandidat für den Posten des preußischen Mi­nisters des Innern wird von den Morgenblät- tem der Berliner Polizeipräsident Erzesinski beziechnet. In den Artikeln, die dem scheidenden Minister Severing gewid­met sind, wird seine Amtstätigkeit in Preußen naturgemäß je nach der Parteistellung der Blätter beurteilt.

Ärin Umsturz in Spanien

Berlin, 5. Okt. (WTB.) Wie das WTB. von der hiesigen kgl. spanischen Botschaft erfährt, liegen ihr eingehende Nachrichten über dieLageinSpanien vor. Daraus ergibt sich, daß die gestern in verschiedenen Hauptstädten verbreiteten Gerüchte über angebliche Am - sturzbewegungen usw. vollständig aus der Luft gegriffen waren. ES herrscht inSpanienabfoluteRuhe. Der König und die königliche Familie be- befinden sich Wester zum Kuraufenthalt in

San Sebastian, an ihrem gewöhnlichen Sommeraufenthalt. Ministerpräsident Pri- mo de Rivera ist gestern von Madrid nach Badajoz abgereist, entsprechend seinem seit lnägerer Zeit bestehenden Reiseplan. ES wird in Spanien angenommen, dah die bekanntlich zuerst an verschiedenen Bör­sen verbreiteten Gerüchte ihren ^Ursprung in irgendwelchen spekulativen Maß­nahmen haben, die sich auf die spanischen Valuta- oder Cffektenspekulation beziehen.

.Sie Erlösten"

Der Terror der Franzosen gegen die ^Heimattreuen Elsässer.

Von A. W. Silgradt (ehem. Strahburg i. Els.).

Die bekannten Vorgänge in Colmar ga­ben jüngst wieder einmal Veranlassung daran zu erinnern, dah der Kampf der Heimattreuen Elsässer, strebt er nun die absolute Autonomie, die Verwaltungs­selbständigkeit innerhalb der französischen Republik oder nur die Sicherheit kultureller Freiheit an , eine deutsche Angelegenheit ist. Die Heimattreuen Elsässer kämpfen um die Behauptung eines charakteristtschen Bestandteils deutscher Geschichte und deut­scher Kultur, den auch diejenigen Kreise unterstützen, die der Entwicklung einer po­litischen Irredenta als notwendiger Re­aktion gegen die ftanzösischen Gewaltme­thoden nur mit starken Bedenken begegnen. Wer das Elsaß und die Elsässer, die Ge­schichte der ehemaligen Reichslande kennt, wer hinter der etwas rauhen Oberfläche desWackes" den kantigen, echt deutschen Alemannen, denQuatradschädel", wie der Pariser sagt, gesunden hat, wer den gerade im Elsaß durch historische Schicksale beson­ders geförderten, aber allen Grenzlanden eigenen unseligen und tragischen Kultur­dualismus zu verstehen vermag, der wird den deutschen Kampf der Elsässer um kul­turelle Selbständigkeit als eine jeden Deut­schen angehende Bewegung betrachten müs­sen, hängt doch von seinem Ausgang die Behauptung oder Verdrängung der deut­schen Kultur, der Sprache und der deutsch- stämmigen Art der Bevölkerung überhaupt ab. Mag der platonische Nationalist und Politiker den Verzicht auf die politische Zugehörigkeit der Reichslande zum Deut­schen Reich unter dem Druck der Macht- Verhältnisse seiner leidenschaftslosen Ver­nunft abgerungen haben, der Vernichtung deutscher Kultur am Oberrhein vermag er nicht zuzustimmen, ohne Verrat an sich selbst zu begehen.

Seit dem Karneval des französischen Einzugs im Elsaß, dem operettenhaften Schauspiel der Verbrüderung zwischen Sie- gern und Erlösten im Jahre 1918, das die Pariser Regisseure zu einem europäischen Spektakel zu machen verstanden, indem sie bezahlte französische Frauenzimmer in el­sässische Trachten steckten, nach dem Elsaß importierten und sie dott Arm in Arm mit Schwarzen Poilus jene verlogene Rühr­seligkeit der befreiten Töchter Frankreichs spielen ließen, seit jener Zeit haben die Elsässer den Segen der Befteiung sattsam kennen gelernt. Korruption der Verwal­tung, der Schule, der Beamtenschaft, Rück­gang der Wirtschaftskraft des Landes, Verschlechterung der sozialen Verhältnisse, ein Trommelfeuer von Ausweisungen und Güterdiebstahl, endloser Terror gegen Sprache und Eigenart des Volkes, das sind die Etappen derfriedlichen" Gallisierung des erlösten Landes und Volles. Wo sich das mißhandelte Voll zusammenfindet, um dem Schutz seiner natürlichen Interessen mehr Nachdruck zu verleihen, da setzen die brutalen Methoden ein, die uns aus der SeparationSpvlitik der Degoutte und Kon- forten an Rhein und Ruhr bekannt sind.

Was selbst den unterdrückten nationalen Minderheiten in aller Welt wenigstens zu­gestanden wird, wenn auch der Erfolg alles andere als verbürgt ist, der Elsässer hat kein Recht, den Völkerbund zum Schutze seiner Kultur- und Naturrechte aufzurufen, denn die elsässische Frage ist eine interne Angelegenheit der ftanzösischen Republik! So sieht das Glück aus, erlöst von dem preußischen Kommißstiefel, von der deut­schen Barbarei, geborgen zu sein im Schoße der zivllisiettesten und killtiviertesten Na- tton der Erde. Was bedeuten Verträge und Abmachungen gegenüber der Tatsache, daß das Deutschtum in den geraubten Lan­den mtt drakonischer Schärfe niedergeknüp­pelt, rechtlos und vogelfrei gemacht wird? Was unterscheidet die ftanzösischen Metho­den von jenen des europäischen Balkans, von Polen, der Tschechei, von Serbien, fi£ alle durch die Gewalt- -