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Uhr.
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Stimm» des Mellors ter MmM Sena
fk Z e n a, 5. Okt. Erster« erschoß sich her Rektor der hiesigen Universität, Prof, der Chemie Dr. Eutbier, aus bisher unbekannter Ursache.
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Freiherr Bin Schlicht t
Weimar, 4. Okt. Der unter dem Pseudonym .Freiherr von Schlicht" über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Schriftsteller Graf Wolf Baudissin wurde tot in seinem Schlafzimmer aufgefunden. Es wird vermutet, daß der Graf, der in zerrütteten Verhältnissen lebte, Gift genommen hat.
Freiherr von Schlicht war einst durch seine Militärhumore'ken wie .3m bunten Dock", .Seine Hoheit", das .Mänöverpferb" und viele andere der bekanntesten und meist gelesenen Schriftsteller gewesen. Er stand im 60. Lebensjahre und lebte zuletzt in Weimar, Derkaer Stratze 21.
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Wie die Blätter berichten, konnte noch nicht festgevellt werden, ob es-sich bei dem Tode des Freiherrn von Schlicht um einen Selbstmord handelt. Schlicht, der infolge Schlaflosigkeit große Mengen Narkotica gebrauchte, hatte am Sonntag vor dem Schlafengehen eine starke Dosis Veronal genommen, die seinen Tod herbeigeführt haben muß. *
An n uer WWenfekl ?n Mer
Koblenz, 4. Okt. U-ber einen Zwischenfall, der sich vergangene Woche in Trier abspiclte, wird folgendes bekannt: Zn der Nacht vom 29. zum 30. September stellten zwei Personen in der Nähe des Hauptbahnhofes eine Alleebank mitten auf den Fahrdamm. Sich den Poli- zeibcamten auszuweisen, verweigerten sie mit dem Hinweis, sie feien Franzosen. Als die Franzosen eine drohende Haltung einnahmen, nahmen die Beamten die Täter fest und legten dem einen eine Kette an. Erst jetzt legitimierten sich die beiden als Franzosen, worauf sie freige- lasfen wurden. Tie Täter benachrichtigten jedoch die französische Bahnhofswache, die einen der Beamten zwangsweise «itzurWachena hm. Erst nach einer halben Stunde, als der eine der beiden Täter dem Wachthabenden Angaben machte wurde der Polizeibeamte wieder freigelassen.
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Ser MamlenzutemmeM'uh
Berlin. 4. Okt. Der Deutsche Be- amtcnbund teilt mit: Die angekündigten »sfiziellen Verhandlungen zwischen dem Deutschen Bcamtenbund und dem Eejamt- »erband Deutscher Beamtengcwerkschasten haben am Montag, den 4. Oktober, statt- ficfiintcn. Sie führten zu einer völligen llcbereinstimmung der beiderseitigen oberste« Gewerkschaftsorgane, Bundestag des Deutschen Bcamtenbundes und Kongreh des Gesamtverbandes, die beide zum 7. Oktober einberufen worden find, dürfte nach diesem Ergebnis nicht mehr zweifelhaft kitt. Damit werden sich 1100 000 Beamle in dem parteipolitisch-neutralen neuen Bund vereinigen. •
Amerikas UnsallttaM
ft. Berlin, 5. Okt. Nach Blättermel- dungen aus Washington, teilt die amerikanische Straßenbauvereinigung über die Unfallziffer von 1926 mit, dah im Laufe des Zahres bisher 13250 Per- Ionen durch A v t o m ob i l u n f älle «etötet und 50000 verletzt worden sind. ' i
WWuß des WMitMs der D. V. P. ■ Kantels- und SntuMlelaznag
Als Ausklang des Parteitages der Deutschen Dolkspartei fand am Montag im Wilhelm-Marx-Haus zu Düsseldorf unter außerordentlich starker Beteiligung aus dem ganzen Reiche eine Sitzung des Industrie- und Handelsausfchusses der Partei statt. Der Vorsitzende des Ausschusses, Reichstagsabgeordneter Dr. H u g g, begrüßte besonders die Minister Dr. Stresemann, Dr. Cur» t i u s und Kröhne sowie den Staatssekretär Schmid vom Ministerium für die besetzten Gebiete. Er brachte das lebendige Vertrauen der Partei zu ihren Ministern zum Ausdruck. Im ganzen waren etwa 100 Vertreter der deutschen Wirtschaft und Politik erschienen.
Generaldirektor Bögler
nahm sodann das Wort. Er betonte, daß die Hauptaufgabe der Wirtschaft heute in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bestehe. Dazu sei eine Preissenkung auf allen Gebieten erforderlich und mit allen Mitteln zu erstreben. Eine grundlegende Tatsache sei es .daß heute in der öffentlichen Meinung sich bereits der Standpunkt durchgeseht habe, wenn man wirtschaften will, muß auch ein R u tz e f f e k t da sein. Der Redner stellte fest, daß es der Wirtschaft gelungen sei, die Boraussetzungen zu schaffen, von denen wir zu einer besseren wirtschaftlichen Arbeit zu gelangen hoffen. Mehr als die Grundlagen sei aber auch noch nicht da. Von einer Blüte der Wirtschaft könne keine Rede sein. Wenn auf gewissen großen Gebieten zur Zeit eine Belebung eingetreten sei, so seien das in erster und letzter Linie die Auswirkungen des gewaltigen Streiks in England . Dr. Bögler erinnerte an die schlimmen Zeiten, die unser Kohlenbergbau in den letzten Jahren durchgemacht hat. Selbstverständlich habe dies mehr als alles andere beigetragen, den Ansporn zu rationeller Wirtschaftsführung zu geben.
Heute hätten wir das Ergebnis zu verzeichnen, daß wir auf der ganzen Linie trotz verkürzter ArbeitsMt ein, Leistung haben, die bester ist als vor dem Kriege.
Der englische Streik gehe einmal zu Ende, aber seine Wirkungen werden noch lange Zeit für uns günstig fein. Der Kampf wird aber wieder beginnen und wenn wir nicht auf der ganzen Linie gerüstet find, dann wird die hinter uns liegende Periode schwerer Zeit nicht die letzte gewesen fein. An Hand einer Statistik legte Dr. Bögler dar, daß der Ruhrkohlenbergbau aus der Kohlenhauffe nur den Borteil einer vollen Beschäftigung gezogen hat. Eine Steigerung des Verdienstes ist hingegen bisher aus dem englischen Streik nicht erzielt worden. Trotz der Hausse sei ein Rückgang der Förderung eingetreten . Der Ruhrkohlenbergbau habe insofern einen außerordentlich scharfen Rückschlag zu verzeichnen, als übernommene Aufträge teilweise nicht zur vereinbarten Zeit ausgeführt werden konnten. Man hat in letzter Zeit, fuhr der Redner fort, viel von internationaler Verständigung gehört, es läge nahe, auch bei der Kohle zu einer solchen Verständigung zu kommen. Wir glaubten auch einen Weg gefunden zu haben, aber die Engländer lehnten die Verständigung ab, indem sie die Verhandlungen immer weiter auf die lange Dank schoben. Jetzig müssen wir sehen, wie sich drüben die Verhältnisse entwickeln werden. Es wird viel auf Kartelle und Syndikate geschimpft.
Mit Kartellgesetze« ka«« man de« Gang der Wirtschaft nicht regeln.
Auswüchsen kann mit anderen Mitteln begegnet werden. Es gibt keinen Trust, der es wagen kann, die Oeffentlichkeit zu mißhandeln. Die Regierung muß das Vertrauen haben, daß die Männer, die an der Spitze dieser Vereinigung stehen, diese Grundwahrheit auch zu ihrer eigenen machen. Es gibt keine Preispolitik, die so dem vornehmsten Gesetz, die Wirtschaft zu fördern, gerecht geworden ist, wie gerade die des Kohlenshndikats. Das Kohlensyndikat hat mit seiner Preispolitik die wirtschaftlichen Grundlagen gelegt, die zu dem wirtschaftlichen Ausbau in der Dor- ftiegszeit geführt haben. Run ist kürzlich der E i s e n p a k t zustande gekommen. Es ist eine bedeutsame Tatsache, daß Länder, die noch vor kurzem als heftige Gegner politisch und wirtschaftlich dastanden, es unternommen haben, ihre Erzeugung bet>
art aufeinander abzustellen, daß hier der Zuwachs des einen auch den Zuwachs des anderen bedeutet.
Die Quote, die wir bekommen haben, ist nicht gut.
Mir haben trotzdem geglaubt, das Abkommen schließen zu können, weil wir v P - timistisch sehen bezüglich der weiteren Entwicklung der Dinge.
Aus dieser Verständigung wird ein starker wirtschaftlicher Impuls entstehen.
•®ie Bedeutung des Abkommens liegt von der wirtschaftlichen Seite abgesehen, darin, dah die wirtschaftliche Verständigung nur auf die Dauer Bestand haben kann, wenn Hieraufa ucheinepolitischeVer- ständigung folgt. Das eine ohne das andere ist nicht möglich. Der E i s e n p a k t kann nicht bestehen bleiben, wenn -nicht Stresemann seinen politischen Pakt zustande bringt. Wir haben in dem Optimismus, dah wir einer gesunden Zeit entgegengehen, diesen Pakt geschlossen. Mit diesem Eisenpakt wird auch der Stabilisierungsgang im Westen gefördert.
Als Aufgabe der nächsten Zukunft bezeichnete Dr. Bögler vor allem die Belebung des Znlandsmarktes. Der Redner empfahl bei dieser Gelegenheit dem Reichsverkehrsminister, die Kanalbauten nicht zu übertreiben. Man sollte den Mittellandkanal vollenden und evtl, den Hansakanal bauen, aber weiter nichts. Zur Belebung des Inlandmark- tes forderte er, man solle vor allem der Wirtschaft alle noch bestehenden Hemmungen nehmen. Brechen sollte die Regierung mit der Verwendung von Arbeitslosen für alle möglichen Rotstandsarbeiten. Es habe wirklich keinen Zweck, für irgend eine Sache 100 000 Arbeitslose zusammenzurufen, die für die geplanten Arbeiten gar nicht geeignet sind. Der Arbeitsmarkt werde ebenso entlastet, wenn man 100 000 Arbeiter einstelle, die dafür ausgebildet sind. Der Redner kam dann auf
die technischen Erfolge der letzten Jahre zu sprechen, namentlich in der Verflüssigung der Kohle sei Ungeheures durch den menschlichen Geist geschaffen worden. Die Auswirkungen dieses Erfolges seien unübersehbar. Die Aeberwindung der Naturgesetze sei durch die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Technik erreicht worden. Sie Arbeitsweise der Massenherstellung sei erstanden in einem Lande, das reich an Rohstoffen, aber arm an Menschen ist. Wir müssen im Gegensatz hierzu versuchen, durch Qualitätsarbeit und neue Erfindungen der Natur die Waffen abzutrotzen, um uns in dem gegebenen wirklichen Wirtschastsrahmen zu vergrö- Hern. Wir stehen am Anfang eines neuen Zeitalters, dem die Wissenschaft und die Technik ihr hervorragendes Gepräge gaben. Ich bin fest überzeugt, dah sich aus dieser Tatsache auch die Grundlagen für eine neue Äultur entwickeln werden. Wenn es uns in der kommenden Zeit nicht an Persönlichkeiten mangelt, dann brauche uns um die Zukunft des deutschen Volkes nicht bange zu sein.
Hierauf folgte ein Referat des Abg. Keinath über Steuer- und Handelspolitik.
LandwiMM
Am Schlußtage des Reichsparteitages der D. V. P. bebandelte Abg. (Stamm die Lage der Landwirtschaft. Das Wort, daß die Landwirtschaft die Erundindustrie unserer Heimat ist, besteht zu Recht. Die festeste Stütze aller Wirtschaft und Heimatpolitik ist der Binnenmarkt. Der Redner forderte stärkere Ausschaltung des Zwischenhandels und von der Regierung besonderes Entgegenkommen auf dem Gebiete des Obst- und Gemüsezolles. Der Redner empfahl ferner Selbsthilfe im Sinne Raiffeisens und beklagte die Höhe der sozialen Laste«, die den kleinen Landwirt
schwer bedrücken. Fürsorge ist gut, aber man darf den Staat nicht zu einer Versicherungsanstalt machen. Wir müsien wieder zum Verantwortungsgefühl des Einzelnen kommen. Dazu ist die Einführung der Arbeitsdienst v f l i ch t für die Jugend das rechte Mittel.
GewerbMer Mittelstand
Eine kurze Entschließung fand Annahme.
Abg. Veyth i en sprach dann über die Lage des gewerblichen Mittelstandes. Er bezeichnete die Erhaltung und Förderung einer wirtschaftlich selbständigen Mittelschicht als eine der wichtigsten Lebensfragen unserer Zeit. Das deutsche Handwerk stebt vor einer Umformung seiner Berufsorganisationen, wozu ihm die Verabschiedung eines lange fertig gestellten Entwurfes der Reich shandwerksord- nung den nötigen Rückhalt geben soll. Diese Frage müßte endlich ihrer Erledigung näher gebracht werden. Ebenso verdient die Regelung der Abgrenzung zwischen Fabrik und Handwerk gesetzgeberische Fürsorge. Das Handwerk wünscht dazu die Schaffung eines gerichtlichen Handwerksregisters, analog dem Handelsregister. Die Durchführung dieser Forderung, die sich auch auf die Einrichtung obligatorischer Kriegsgerichte erstreckt, wird erneut zu prüfen sein. Gegenüber dem Referentenentwurf eines Gesetzes zur Ausbildung Jugendlicher halt das Handwerk mit Recht an der Meisterlehre fest. Das Prüfungsrecht der Innungen, sowie die Organisation der Meisterprüfung hat sich durchaus bewährt. Es erscheint bedenklich, hieran zu rütteln. Schwierigste Aufgaben stehen uns in der dringend notwendigen Neugestaltung der Wobnungs- Politik bevor. Wir werden uns nicht in dem Bestreben beirren lasten, die Eigentümer- rechte wieder klar zu gestalten und den Weg in die wirtschaftliche Freiheit offen zu halten. Der Erfolg kann aber im Hinblick auf die zweifellos noch vorhandene Wohnungsnot nur schrittweise erreicht werden.
Außer der bereits gemeldete» Entschließung des Schulausschusses wurde noch folgende
Entschließung des Beamtenansschustes angenommen:
Der Parteitag bet Deutschen Volksvartei be- kennnt sich erneut zn den Rechte«, die die Verfassung der Beamtenschfat gewährleistet, und lehnt jede Erschütterung und Umwandlung der staatsrechtliche« Stellung des Berufsbeamtentums mit aller Entschiedenheit ab. Wir lehnen jede Gesinnungsforschung ab, verlangen aber, daß der Beamte tu ernstester Erfüllung seiner durch den Diensteid übernommenen Pflichten am Aufbau des Staates mitarbeitet. Von diesem Standpunkt aus verurteilt der Parteitag jede Hetze, von welcher Seite her sie auch kommt.
Der Vorsitzende Kahl schließt darauf den Parteitag. Er betont, wer draußen darauf spekuliert habe, daß es einen linken oder rechten Flügel in der Partei gebe, der wird enttäuscht fein. Unter lebhaftem Beifall der Versammlung dankte der Vorsitzende dem Referenten, insbesondere dem Reichsaußenminister Stresemann. Mit dem Gesänge: „Einigkeit und Recht und Freiheit" schloß die Tagung.
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Ein temmunilliitter Anita«
Berlin, 4 Okt. Tie kommunistische Fraktion hat im preußifck?en Landtag de« Antrag eingebracht, das Staats- ministcrium zu ersuchen,
1. die Mitglieder des Hauses Hoheuzollern werden sofort des Landes verwiesen. Jegliche mate- terielte Zuwendung fällt fort
2. Ihr Besitz verfällt zu Künste« der Erwerbslosen, Sozial- «nd Kriegsrentner dem Staate.
Dem Antrag ist eine „Begründung" beigegeben, worin es heißt, daß nach den Enthüllungen über . die monarchistischen Um- sturzvorbereitungen d. I. die Hohenzollern ungehindert ihre staatsfeindliche konspirative Betätigung fortsetzen dürsten. Der ehemalige Kronprinz dürfe als Gast der preußischen Regierung in De IS von seinem deut preußischen Staat gehörenden Wohnsitz (!)_ aus rechtsradikal« Organisationen sinan- zieren und ungestört Beziehungen mit ihnen unterhalten. Die Offiziere der „republikanischen" Reichswehr seien ständig Gäste des ehemaligen Kronprinzen. Der Sohn des Er-Kronprinzen habe auf Veranlassung des Obersten des Reichswehrinfanterieregiments Nr. 9 (Potsdam) in der Uniform des ehe- ntajlieen königlichen HeeveS an militärischen