Einzelbild herunterladen
 

MrMsche

Dnzeigerfürldasstuher kurhesssschL)Gberhessm/<-AmUiches VerkündigungsblattsürdkreiMMk^

Marburger Zaseßmetztt

MW LanbeSzettung

Sie ^Vberhrssische Zeitung" er scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. auS» schließl. Zustellungsgebühr, durch diePost2.25 GM.Für etwa infolge Streik«, Maschinendefekte oder elementarer Ereigntffe ausfallend« Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag v. Dr. §. Hiheroth, Druck der Univ.-Buchdruckerei b. Job. Auq- Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt <u M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und »J,l1 Uhr.

Atting, drn 1. Skidder 1926

M. siel, wetg. Marburg a. Lahn

Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zeilenmillimetr, 0.08 GM, klein« Baranzeigen 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeige« 0.10 GM. V«t schwierigem Sah sowie bei Platz» Vorschrift 50°/, Aufschlag Eammelanzeigen 100/, Auf schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt «U Barrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. 6p "" füllungsort Marburg.

1 Eoldmark =» V«,,Dollar

Ein neuer WiWenW in Mienz

Koblenz, 30. Sept. Zu den Vorfällen kn Germersheim und Trier gesellt sich «u« auch ein Zwischenfall i« Koblenz, der ebenfalls beweist, wie unhaltbar die Fortdauer Her Besatzung für die rheinische Bevölkerung ist. Zn den späten Abend­stunden hörte ein Studienassessor des Kai- serin-Augusta-Eymnasiums, der sich auf dem Heimweg befand, in der Nähe der ent­legenen Roonstraße wilde Hilferufe einer weiblichen Person. Der Studienassessor ging den Hilferufen nach. An der Ecke der Roonstraße traten ihm mehrere Besatzungssoldaten entgegen, f i e- lenüberihnherundschlugenihn mit Reitpeitsche« und Stöcken. Dann drehte« die Rohlinge die Peitschen «m «nd bearbeiteten den Ueberfallene« mit den Peitschenstielen solange, bis er blutüberströmt zu Boden sank. Mit einem harte« Gegenstaad erhielt der Ueberfallene dann noch einen h eftige» Schlag gegen den Kopf, so dah eine klaf­fende Wunde entstand, die Bewußt« kosigkeit herbeiführte. Was mit der Krauensperson geschehen ist, auf deren Hilferufe der Ueberfallene herbeigeeilt war, ist nicht bekannt geworden.

----

Sie AMunMstr in Gtwimteim

Germersheim, 30. Sept. Der von dem französischen Leutnant Roucier getötete Arbeiter Emil Müller wurde heute nachmittag unter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung der Stadt Germersheim und eiüer groben Anzahl von Leidtragenden aus der ganzen Pfalz zu Grabe getragen. Die Ge­schäfte waren während der Beerdigung ge­schlossen. Unter dem Geläut der Glocken der Germersheimer Kirchen beider Konfessionen und unter den Klängen eines Trauermarsches setzte sich der riesige Trauerzug lang­sam in Bewegung. Nach der Einsegnung der Leiche durch den katholischen Stadtpfarrer hielt der Regierungspräsident der Pfalz im Namen der bayerischen Staatsregierung eine An­sprache. Danach ergriff der erste Bürgermeister von Germersheim, Schmidt, das Wort. Er be­tonte, datz Müller auf dem Felde der Ehre ge­fallen sei, gefallen zn Ehre« Deutsch­lands. Der Landtagsabgeordnete, Chef­redakteur Bernzott, gab dem Wunsche Aus­druck, dah der Tod Müllers dazu beitragen möge, die pfälzische Heimat von fremder Be­satzung zu befreien.

Die französische Besatzung zeigte sich während der Beerdigungsfeierlichkeitev nicht auf den Strahen der Stadt.

Zivilverbot für die französische Besatzung.

Berlin, 30. Sept. Der Oberbefehls­haber der Rheinarmee hat mit Rücksicht auf den Germersheimer Zwischenfall allen De* satzungsangehörigen im besetzten Gebiet das Tragen von Zivilkleidern verboten und gleichzeitig angeorbnet, dah m den von Desatzungstruppen belegten Orten des Rachts bis auf weiteres ein reger Patrouillen­gang in Verbindung mit den deutschen örtlichen Polizeibehörden eingerichtet werden soll, der sich besonders auf die Wirtschaften beziehen soll.

Abschluh eines türkisch-chinesischen Freund- schaftsvertrages.

fk. London, 1. Oft. Einer Agentnrmel- dung aus Konstantinopel zufolge hat die Türkei mit China einen Vertrag der Freund­schaft und gegenseitiger Unterstützung abge­schlossen.

Degradation spanischer Artillerieoffiziere.

ft Madrid, 1. Ott. Auf Grund des Ur» teilsspruches des Kriegsgerichts sind 4 Oberste, 3 Oberstleutnants, 12 Majore, 18 Hauptleute und S Leutnants der Artillerie wegen Beteili­gung an der jüngsten Aufpaadsbewegung degradiert worden.

Parteitag -er Deutschen Volkspartei gümiwmW», WM und Stbuifrcgtn

Köln, 30. Sept. In Köln hat heute die große Reichsparteitagung der Deutschen Volkspartei mit einer Konferenz der Landtagsfraktionen und Staatsratsmitglieder der Partei ihren Anfang genommen.

Abg. Burger- Bayern sprach über den Finanzausgleich. Er erklärte ein­leitend: Die Aufgaben der Länder seien vor allem durch die Sozialgesetzgebung stark vermehrt. Die Ausgaben feien ent­sprechend gewachsen, die Zuwendun­gen des Reiches an die Länder aber zurückgegangen. Dazu komme die un­günstige Lage der agrarischen Bezirke. Trotzdem bestehe die Gefahr, daß der Finanzausgleich weiter zu Un­gun st en der Länder und Ge­meinden verändert werde. Es sei zwecklos, daß das Reich und die Gemeinden sich gegenseitige Vorwürfe wegen mangeln­der Sparsamkeit machten, sondern , es komme darauf an, daß alle Teilt sparsamer wirtschaften lernten. Der Finanzausgleich müße auch einen Lasten­ausgleich bringen. Es müßten Wege ge­sucht werden, um die Lebensfähig­keit von Ländern und Gemeinden zu sichern. Die Aufteilung der Länder in Wirtschaftsprovinzen sei eine Utopie.

N«a«zausgleich und Steuer«.

Landtagsabg. v. E y n e r n hob als Korreferent u. a. hervor, daß in der jetzi­gen Form die Einkommensteuer kein Mittel zum Ausgleich sei. Einer der Fehler des jetzigen Systems liege darin, daß der V er t e i I u n g s s ch l üf - s e l noch heute auf dem Aufkommen des -Jahres 1922 beruht, also auf einem wirt­schaftlich ganz anormalen Zeitpunkt.

Abg. Matthes- Baden sprach sich für eine Aufteilung der Steuerquellen aus. Eine Vereinfachung des ganzen Steuerwesens ist nach wie vor zu fordern.

Preußischer Finanzminister a. D.* Dr. Richter erklärte, die Rückgabe der E i n- kom menst euer an die Länder, wie sie Bayern fordert, sei unmöglich. Gegen das Zuschlagsrecht werden von ver­schiedenen Seiten Bedenken erhoben.

Abg. Leidig wies darauf hin, daß auch der E i n h e i t s st a a t, der doch ein dezentralisierter fein müsse, uns von der

Forderung des Finanzausgleichs nicht befreien würde.

Rach dem Schlußwort des Berichterstat­ters wurde die Einsetzung eines Aus­schusses beschloßen, der die aufge­worfenen Fragen weiter bearbeiten soll.

Heber Polizeisragen sprach Abg. Rose. Die Polizei müsse vor allem ent­politisiert werden. Abg. M e tz e n t- hin meinte, der Gedanke einer Reichs­polizei würde keine wesentliche Ver- befferung bringen.

Schulfrage«.

Es folgte ein Vortrag des . Staats­ministers a. D. Dr. B o e l i tz über Schul­fragen. Die Forderung der Kompetenz des Reiches in Kulturfragen sei nicht neueren Datums. Die Kulturauto- nomie der Länder steht aber fest. Trotzdem wird eine lebhafte Reichskultur­politik erstrebt. In der Erundsatzgesetz- gebung hat der Reichstag nicht das gehal­ten. was erwartet wurde. Es sei nur an das Erundschulgesetz erinnert. Wir stehen auf seinem Boden, sind aber be­strebt. die Starrheiten zu mildern. Unser Standpunkt zum Reichsschulgesetz ist bekannt: Erhaltung der historisch gewordenen Schulformen, konfes­sionelle Schule in Norddeutschland, Simultanschule dort, wo diese Form eingebürgert ist. Warum müssen wir vor einem Rahmengesetz, das den Streit in die Länder hineinträgt. Auch in der Lehrerausbildung hat das Reich versagt: Preußen und die übrigen Länder mußten selbständig Herangehen. Die Vuntscheckigkeit nimmt zu. Die Trennung von Kirche und Staat ist im Reiche nicht erfolgt. Nachdem Bayern ein Konkordat abgeschlossen hat, kommt ein Reichskonkordat nicht mehr in Frage, die einzelnen Länder wer­den vielmehr den neuen Verhältnissen an­gepaßte Vereinbarungen mit den Ländern zu treffen haben.

Abg. D i n g e l d e y, Hessen, wandte sick gegen die Politisierung 'der Schulen.

In einem Schlußwort erklärte Dr. Boe- l i tz, daß sich die 81 Aufbauschulen in Preußen glänzend bewährt hätten.

Die preußische Landtagsfrak­tion hielt eine kurze geschäftliche Sitzung ab. Die Frage der große« K o a l i t i on wurde mit keinem Worte berührt.

Cfoimterlohi - Mussolini

Livorno, 30. Sept. Mussolini traf heute vormittag 9 Ahr, von Rom kommend, hier ein . Er begab sich um 11 Ahr in 'Be­gleitung bei Anterstaatssekretärs ©raubt und seines Kabinettschefs Paulucci an Bord der englischen JachtDelphin", wo er von Chamberlain und seiner Familie emp­fangen wurde. Rach einer kurzen Anterre» düng allgemeinen Charakters zogen sich Mus­solini und Chamberlain auf die Schiffsbrücke zurück, wo sie bis kurz nach 1 Ahr eine herzliche Aussprache hatten. Musso­lini und Chamberlain begaben sich alsdann in ^Begleitung ihres Gefolges an Bord der italienischen JachtGiuliana", um an einem Frühstück im engsten Kreise teilzunehmen.

Die Agencia Stefan: gibt folgende amtliche Mitteilung aus: Mussolini und Chamberlain sind in Livorno zusammengetroffen. Die Be­sprechungen zwischen den beiden Staatsmän­nern, die, wie man weiß, durch Beziehungen gegenseitiger persönlicher Freundschaft mit* einander verbunden sind, sind in sehr herz­licher Weise verlaufen. Die beiden Staats­männer haben die wichtig st en inter­nationalen Fragen der Stunde ge­prüft und dabei die Genugtuung gehabt, die Intimität der englisch-italienischen Beziehun­gen und die Gleichheit der von den beiden Regierungen für die Lösung der wichtigsten europäisch:« Probleme eingehaltenen Linie zu bestätigen.

Von der Presse wird einstimmig die Bedeutung der Unterredung zwischen

Mussolini und Chamberlain gewürdigt. Es wird darauf hingewiesen, daß die öf­fentliche Meinung der Welt ganz rich­tig die Zusammenkunft als ein Ereig­nis von größtem politischen Wert bezeichnet. Die Entwicklungen der euro­päischen Politik während der neun Mo­nate nach der Mussolini-Chamberlain-Be- sprechung in Rapallo geben, so wird be­tont, erneut Gelegenheit, die a k t i v e Zu­sammenarbeit der beiden großen Natio­nen, von der zum größten Teile das Schicksal Europas abhängt, zu bekräfti­gen.

Einer Agentur-Meldung aus Rom zufolge hat der italienische Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten der Preffe er­klärt, die Veranlassung zu dr Konferenz zwi­schen Mussolini und Chamberlain sei nicht Tanger gewesen, sondernandere Fragen von weit-wichtigerer Bedeutung".

Verhaftung hochstehender Persönlichkeiten ht Persien.

fk. Paris, 1. Oft. Nach einer Meldung derChicago Tribüne" wird die Untersuchung des gegen den Schah gerichteten Komplotts, eifrig fortgesetzt. Eine weitere Anzahl hoch­stehender Persönlichkeiten seien verhaftet wor­den. Zahlreiche Selbstmorde von höheren Offizieren werden berichtet, die der Verhaf­tung wegen ihrer Beteiligung an dem Kom­plott hätten entgehen wollen.

RMlriN ter wlnisAn Rtginung

ffl Warschau, 1. Okt. Wie der Sejm-Marschall Rataj bei Eröffnung der Abendfitzung des polnische« Landtage» mitteilte, ist die Regierung Bartel zurückgetreten. Die Gesamtdemission wurde vom Staatspräsidenien angenom» men.

----

Die StMisittms tes telgitotn Franken

fk. Paris, 1. Okt. Der Brüsseler Korre­spondent desEcho de P a r i s berichtet, dab die belgische Regierung, da es unmöglich sei, die französische Regierung zu einer gemein­samen Handlung hinsichtlich der Stabilisierung des Franken zu bewegen, sich entschlossen habe, allein die Stabilisierung ihrer Währung durchzuführen. Daraus erklärt sich die Reise des Schatzministers F r a n c q u i und des Gouverneurs der internationalen Bank, Frank, nach London. Die Stabilisierung»- anleibe sei noch nicht abgeschlosien, aber man versichere, dab die eingeleiteten Verhand­lungen sehr ermutigend seien.

--*--

Der Eistnvakt unteßtiW

Brüssel, 30. Sept. (WTB) Der endgültige Vertrag über tin Ei­senkartell zwischen Deutschland. Frankreich. Belgien und Luxemburg ist soeben abgeschlossen worden.

fk. Berlin, 1. Okt. Zu dem Abschluß des internationalen Eisenkartells bringt dasBerliner Tageblatt" einen Artikel eines führenden rheinischen Schwer­industriellen. Der Artikel hebt her­vor, man dürfte annehmen, daß der Eisen­pakt für alle Länder ohne Ausnahme große Vorteile bringen und das Anfangsstadium einer Belebung für den euro­päischen Markt bilden werde. Das Tageblatt" bringt weiter auch eine Aeußerung Loucheurs, der hervorheit, daß der Pakt mit der ZustimnOng der Re­gierungen geschlosien worden ist. Der bel­gische Senator Broucköre betont in einer Zuschrift, das Abkommen, das zwischen den Ländern, die den Vertrag von Locarno un­terzeichnet haben, abgeschlossen ist, wird eine noch stärkere wirtschaftliche Solidari­tät und Zusammenarbeit herbeiführen. Reichsarbeitsminister C u r t i u s wies darauf hin, daß die Etahlindustriellen als verantwortliche Sachverwalter der gesam­ten deutschen Wirtschaft, insbesondere der eisenverarbeitenden Industrie gehandelt haben.

PerVorwärts" sieht in der Tat­sache, daß die Kapitalisten allein den Ab­schluß beschlossen, eine Gefahr für die Ar­beiterschaft.

DieDeutsche Allo. Ztg." sieht eine über das rein wirtschaftliche hinaus- gehende Bedeutung der ^Abmachung darin, daß mit ihr ein hoffnungsvoller Versuch unternommen werde, in einem wichtigen Punkte die unheilvollen Folgen des Frie­densvertrages von Versailles einem Aus­gleich entgegen zu führen.

fk. Brüssel, 1. Okt. Wie zur Grüi^ düng des Stahltrustes ergänzend mitge­teilt wird, wird der Sitz des Trustes in Luxemburg sein, äum Präsidenten wurde Emil M a y r i s ch - Luxemburg gewählt.^

btt RtiMntek

Berlin. 80. Sept. (WTB.) Die Reichsindexzisser für die Lebens­haltungskosten ist nach den Feststellung^ des Statistischen Reichsamte» für bett Durchschnitt des Monats Septems 'der mit 142,0 gegenüber dem BormottG (142,5) W» M AMchgMyLW.