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Delegationen und des Generalsekretariats stattgefunden, wobei über den OrtderTa- g u n g des nächsten Dölkerbunbsrates verhandelt wurde. Don verschiedenen Seiten wurde der Meinung Ausdruck verliehen, mit dem bisher beobachteten System nicht zu brechen und auch öre Ratssitzungen wie die Vollversammlungen Ausschließlich in Genf abzuhalten.. Möglicherweise spielen politische Gründe eine gewisse Rolle hierbei. Im Sinne dieser Verhandlungen einigte iyan sich zunächst dahin, die für den 6. Dezember anberaumte Sitzung des Völkerbuudsrates in Genf abzuhalten.
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Mittwoch, een A. AM. 1926
Die ^>berh«fstsche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2 GM. aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch dt«Post2.25 GM.Für etwa infolge Gtrrtk«, Maschinendefekte »der elementarer Greigntffe ausfallend« Mummern wird kein Ersatz geleistet. Verlag v. Dr. §. Hitzeroth» Druck der Univ.-Buchdruckerei v. Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und
^-1—1'Uhr.
Der rusfisch-litauische Beitrag.
K o w n v, 28. Sept. Am Montag sind der litauische Ministerpräsident und der interimistische Außenminister SchleseviziuS in Begleitung des sowjetrussischen Gesandten in Litauen, Alexandrowsky, nach Moskau abgereist, um den Richtangriffspakt mit Rußland zu unterzeichnen. Ministerpräsident Schiefe- vizius wird in Moskau drei Tage weilen. Der politische Pakt ist dem Berliner Vertrag ähnlich, doch präziser formuliert. Der Vertrag enthält nichts über Memel, was Deutschland brüskieren könnte. Dagegen enthält der Vertrag eine bestimmte Formulierung über die Wilnagrenze.. -
Sie deutsch polnischen Handelsvertragsverhandlungen nochmals verschoben.
B er lin, 29. Sept. Wie verlautet, sind die deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlun- gen welche Riederlassungs- und Zolltarifverhandlungen umfassen, auf Wunsch der polnischen Delegation von Dienstag, den 28. September, auf Montag, den II. Oktober, verschoben worden.
. Nach einwandfreien Zeugenaussagen ist der französische Zivilist, mit dem Unterleutnant Nou« zier identisch, da beide einen dunklen Anzug, eine »schwarze Hornbrille und eine Reitpeitsche trugen.
Aus dieser erste» Ausschreitung erklärt stch die Erregung des Leutnants bei dem etwa 2 Stunden später erfolgenden Zusammen- stotz mit dem Schuhmacher Richard Holzmann.
Germersheim, 28. Sept. fWTB.) Bei der heute vormittag in Gegenwart von Vertretern der deutschen Gerichtsbehörde und französischen Aerzten vorge- iwmmenen Obduktion der Leiche des erschossenen Arbeiters Müller wurde das tödliche Geschah im 9t ü di e n steckend vorgefunden. Der Zustand des schwerverletzten Fuhrmann Mathes ist unverändert ernst.
Die beiden französischen Offiziere haben, wie weiter ermittelt worden ist, auch bei den Ausschreitungen im Juli anlätzlich des Kriegervereinsfestes in Germersheim eine üble Nolle gespielt.
Der französische Leutnant R o u c i e r ergeht sich übrigens noch immer frei in den Strotzen von Germersheim. Die Erregung der Bevölkerung ist allgemein. Es ist beobachtet worden, datz gerade Angehörige des Artillerie-Regiments Nr. 311, Zu dem Roueiergehört, ein ganz besonders willkürliches Benehmen an den Tag legen, da der Abtransport des. Regiments in den nächsten Tagen bevorsteht.
borschrlst 50«/. Aufschlag. - Cammelanjeigen 100 •/, Auß schlag. Reklamen der Mtlllm.
ZU »en SlaMrtMrrlmiidluiMn
fk. Paris, 29. Sept. Nach dem „E x - c e l f i o r“ sind die Vorschläge der belgischen Delegation betreffend des Stahlkartells gestern abend in Paris eingetroffen und von dem Comitö des Forges geprüft worden. Man nimmt an, daß eine neue Zusammenkunft der deutschen, französischen, belgischen und luxemburgischen Industriellen in Paris oder Brüssel noch vor dem 1. Oktober stattfinden wird.
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ÄnbinelWtrife In Griechenland
■- fk. Athen, 29. Sept. Die Führer sämtlicher volitischer Parteien erschienen gestern beim Präsidenten der Republik Konduriotis, bei dem sich auch der Ministerpräsident K o n - d yl i s eingefunden hatte, um u. a. über den Wahlmodus für die nächsten Parlamentswahlen und ferner darüber zu beraten, ob das gegenwärtige Kabinett die Geschäfte weiter führen soll. Ein Einvernehmen zwischen den politischen Personen konnte in den langandauernden Beratungen nicht erzielt werden. Ministerpräsident Kondylis bot darauf dem Präsidenten der Republik, um diesem seine Aufgabe zu erleichtern den Rücktritt des Kabinetts an. Der Präsident der Republik behielt sich feine Entschließung vor.
öberhelMe Zeitung
ekle Aktion, die Deutschland z u Enn st en der französischen Währung zu unternehmen bereit ist. Es handelt sich dabei einmal um bi« Mobilisierung von etwa 2 Milliarden Eisenbahnobligationen, zum andern um die Aufbringung der Kaufsumme, die für den Rückkauf der Saargruben erforderlich ist. Beide Aktionen bedeuten für Deutschland zweifellos sehr grotze Opfer, und der ganze Plan muh sorgfältig durchdacht werden, damit die deutsche Währung nicht in Mitleidenschaft gezogen rvird. Die Verhandlungen der Sachverständigen werden sich jedenfalls nicht leicht gestalten.
Was die Frage des Rückkaufs der Saargruben von Deutschland angeht, so wird von Frankreich dafür eine Summe von 3 0 0 Millionen Eoldmark verlangt. Diese Summe mutz überaus hoch erscheinen, wenn man den technischen Zustand der Saargruben berücksichtigt. Durch die Raubbaumethoden der französischen Saargrubenverwaltung sind die Gruben, die bei der Pebernahme durch Frankreich als Musterbetriebe des deutschen Steinkohlenbergbaues in der ganzen Welt angesehen waren, so heruntergekommen, datz deutscherseits für eine rationelle Bewirtschaftung grotze geldliche Aufwendungen nötig sein werden.
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Am 6. Dezember in Eens.
Genf. 29. Sept. In den letzten Tagen ha- ben Besprechungen zwilchen dem Präsidenten des Dölkerbundsrates, dem tschechoslowakischen Außenminister Dr. Bene sch, und den maßgebenden Persönlichkeiten der verschiedenen
Sie Besegnung zwischen CWetlnln unb UuWtni
Pa ris, 28. Sept. Dem „Petit Pari s4 en" wird aus Rom gemeldet, trotz der Zurückhaltung in offiziellen Kreisen scheine es festzustehen, da eine Begegnung zwischen Mussolini und Chamberlain endgültig beschlossen sei. Sie würde in einem italienischen Hafen anfangs Oktober stattfinden. In diplomatischen italienischen Kreisen versichere man, daß diese Besprechung in keiner Beziehung zu der Zusammenkunft Briands und Strese- manns in Thoiry stehen würde, daß sie vielmehr beiden Ministern des Aeußern gestatten werde, ihre Ansichten über die * abessinische und die Tanger- Frage auszutauschen und die durch den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund sich ergebenden Möglichkeiten zu erörtern. Gs werde jedoch kein Vertrag oder Abkommen zwischen beiden Ländern geschlossen werden. Nach einer Londoner Depesche der Agentur „Havas" erklärt man in der italienischen Botschaft in London, daß keine Zusammenkunft zwischen Chamberlain und Mussolini geplant sei. I Wenn aber die Jacht Chamberlains in der I Nähe Roms anlegen würde, würde Musso- I lini ihn aus Höflichkeit begrüßen.
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Langwierige NerlWllnngen
Der deutsch-französische Ausgleich.
Von gut unterrichteter Seite wird uns geschrieben:
Berlin, 28. Sept. Durch die auherst I peinlichen Reden Poincar^s ist in diesen I Tagen die Aufmerksamkeit der politischen Welt etwas von den beginnenden deutschfranzösischen Ausgleichsverhandlungen, die in Thoiry in Fluh gekommen find, ab- I gelenkt worden. In mahgebenden politischen Kreise» befürchtet man keinerlei Störung dieser Verhandlungen durch Poincars, da ja dieser ausdrücklich fich mit der Politik Briands einverstanden erklärt habe. Die Verhandlungen werden fich zweifellos sehr lange hinziehen. Schon jetzt rechnet man damit, datz die Sachverständigen in beiden Ländern kaum vor Januar kommenden Jahres zu ab- schliehenden Verträgen kommen werde». Dav Kernstück der deutsch-französischen Verhandlungen ist bekanntlich die finauzi-I
Herr Poincarö, ist dies nicht eine entsetzliche, schreiende Grausamkeit? Wenn I mitten im Frieden aus nichtigen Gründen Soldaten Ihrer Besatzungstruppe deutsche Burger niederschießen? Hier kann die Kriegspsychose nicht als Entschuldigungs- gründ herangezogen werden. Denn der Krieg, der den Haß anstelle der Vernunft setzte, ist seit Jahren verklungen. Und I ein „Geist von Locarno", eine Aussöh- nungszeremonie in Genf sollen einen dicken Strich unter all das Grausame des letzten Jahrzehnts gesetzt haben. Und dennoch, diese mörderische Tat, die blühende Menschenleben zum Opfer hatte. Die Vorgänge, die sich in dieser dunklen Nacht in Germersheim abspielten, sind noch nicht I geklärt. Aber, wie auch das Ergebnis der Untersuchung sein wird, sind diese zwei französischen Mordbuben wirklich die Hauptschuldigen an diesem Verbrechen, an dieser himmelschreienden Grausamkeit? Nein, bestimmt nicht. Die Hauptschuld an diesem blutigen Vorkommnis tragen allein die, die es für zweckmäßig halten, daß acht Jahre nach Beendigung des Weltkrieges noch Senegalneger und eine französische Soldateska ein friedliches Volk daran zu erinnern haben, daß es nur Sieger und Besiegte gibt. Wo ist die Grausamkeit?
Nur in dem Geist, der seine Erkenntnisse, Gedanken und Zukunftsaussichten allein aus der Tatsache zu schöpfen versteht, daß ein Sieg dazu da ist, den Besiegten für ewige Zeit am Boden zu hal- ten, das Selbstbestimmungsrecht des niedergeworfenen Volkes als nicht mehr gegeben anzusehen, überhaupt sich als Herr und Herrscher zu gebärden! Dieser Herrschergeist, dieses Siegergefühl, die ganze Mentalität eines ob seiner Kriegserfolge berauschten Volkes, in der Hauptsache diese Momente lenkten das tobbringenM Geschoß in das Blut der GermersdetmAk
Germersheim
Frankreichs Ministerpräsident, Herr Poincare, hat das Wort von der Grau- samkeit des deutschen Generalstabs im Weltkrieg geprägt. Gewiß, in den Zeiten, als die Millionen Heere aufeinander prallten, und mit Maschinengewehren, Tanks und giftigen Gasen den Durchbruch zum Frieden versuchten, gab es viel Grausam- beiten. Aber diese Grausamkeit lag in der Sache des Krieges selbst. Es gab sicherlich Menschen, hüben wie drüben, die damals des Schlimmen zuviel taten. Aber auch nicht entschuldbare Taten Einzelner waren nur Produkte der Kriegspsychose, die nur das eine zum Ziel hatte, den Geg. ner niederzuwerfen. Die niederträchtige Nlederschießung von deutschen Soldaten durch belgifcue Franktireurs in Zivilklei- dung war eine Grausamkeit, ebenso wie die Niederbrennung von Ortschaften in der Kriegszone als Vergeltung für solcke Ueberfälle grausam war. Aber es war Krieg. Und alles, was dieser Krieg mit sich brachte, das Todesopfer von Millionen Menschen, die Bombenwürfe auf offene Städte, die Aushungerungsblockade eines ganzen Volkes war Grausam- kett. Sucht man nach den Schuldigen, so mag man die Schuldigen am Ausbruch des Weltkrieges erforschen. Aber ehrlich erforschen, durch ehrlichen rechtlichen Richterspruch. Nicht durch das Dekret des Siegers, der gleichfalls Angeklagter ist.
Germersheim ist ein friedlicher deutscher Orr im besetzten Gebiet. Und mitten im Frieden, acht Jahre nach der Beendi- gung des mörderischen Weltringens, er- eignete es sich in einer der letzten Nächte: Eine kleine harmlose Auseinandersetzung zwischen unbewaffneten deutschen Bürgern und französischen Offizieren. Ein französischer Leutnant zieht den Revolver und schießt den deutschen Zivilisten nieder. Er und seine Kameraden flüchten nach der Tat. Deutsche folgen ihnen, um die Namen festzustellen. Die Soldaten machen Kehn und schießen. Auf die Deutschen, die unbewaffnet waren und sicherlich nicht die Absicht hatten, aggressiv vorzugehen.
Germersheim, 28. Sept. Die von den Behörden sofort eingeleitete Untersuchung der Bluttat von Germersheim ist jetzt soweit fortgeschritten, datz sich der Verlauf der Tat erklären lätzt. Es hat sich bei der Untersuchung herausgestellt, datz der Täter, der französische Unterleutnant | Rouzier vom 311. Artillerie-Regiment ! sich schon bei dem Zusammenstotz mit dem Schuhmacher Holzmann am Ludwigstore in einem Zustand der Gereiztheit und Erregung befand, der nach dem jetzigen Stand der Untersuchung auf Ausschreitungen französischer B satzungsangehöriger zurückzuführen ist, die sich etwa zwei Stunden vor der Bluttat ereignet hatten, und an denen auch der französische Unterleutnant beteiligt war. Ein etwa 17 Jahre alter Germersheimer namens Klein wurde am Sonntag abend gegen 10,30 Uhr von mehreren französischen Besatzungsangehörigen auf der Stratze in der Nähe des Ludwigstores unter der Anschuldigung, er habe einen französischen Soldaten mitzhan- delt, in einen Hausgang geschleppt, dort von einem französischen Zivilisten mit einer Reitpeitsche mißhandelt und dann einer herbeigerufenen vier Mann starken französischen Streife übergeben. Unter fortgesetzten Stützen mit den Gewehrkolben auf Kopf und Rücken wurde der junge Mann in eine französische Kaserne gebracht. Nachdem sich dort herausgestellt hatte, datz die gegen ihn erhobene Anschuldigung jeder Grundlage entbehrt e^ wurde der junge Mann gegen 12 Uhr wieder auf freien Futz gesetzt.