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Set Anzeigenpreis beträgt für den lOgefpalt. Zellemnillimeter 0.08 GM., kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Sah sowie bei Platz- borschrift 50°/, Aufschlag. Eammelanzeigey 100 % Auf schlag. Reklamen der Millim. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung dec Angebote. Er­füllungsort Marburg.

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MNvvch, ttn 22. Stvlbr. 1926

DieOberhessische Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. Be- pigsprei« monatlich 2 GM. auS- schließl. Zustellungsgebühr, durch btePost2^25 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschtnendefekte oder elementarer Ereigniffe ausfallende Kummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag b. Dr. §. Hitzerolh, Druck der Univ.-Buchdruckerei b. Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion bon 1011 und 1.11 Uhr.

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Amsterdam, 21. Sept. Gestern abend ereigneten sich in der Garnison Assen ernste Zwischenfälle mit Reser- »isten des 12. Infanterie-Regiments. Es tarn zu Schiebereien. Ein Teil der Kaserneneinrichtung wurde zertrümmert. Ein Unteroffizier wurde getötet, ver­schiedene Soldaten verwundet.

Anlah zu de« i« der Kaserne des 12. Re­giments in Asien erfolgten Zwischenfällen gab die Weigerung des Kantinen­wirtes, wegen des lärmenden Verhal­tens der Mannschaften weiter Bier aus- ,«schenke«. Dem darauf aufgerufenen Wachkommando verweigerte ein Teil der Mannschaft den Gehorsam. Die Wider­spenstigen wurden verhaftet, worauf der Rest des Wachkommandos die Kantine räumte. Der Regimentskommandeur, der inzwischen persönlich das Kommando über die Wache übernommen hatte, wurde von den Aufrührern beschimpft und mit Steinen beworfen, worauf die Wache auf die Aufrührer scharf schoh. Die Orduung ist inzwischen wieder hergestellt.

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5le.ro »ott, 21. Sept WieJournal os Ccmmetce aus Washington meldet, hat zwi­schen Coolidge und Mellon eine Be­sprechung stattgefunden. Mellon soll erklärt haben, er halte die wirtschaftliche Basis in Europa für gesünder, als bei seinem norher- gehenden Besuch. Mellon hält die ameri­kanische Stellungnahme gegenüber den euro­päischen Schuldnerstaaten für gerechtfertigt. Die Meldungen betreffend den Vorschlag, die deutschen Eisenbahnobligationen auf den Markt zu bringen, lieh Melloh u n k o m m e n t i e r t. Es hat indesien den Anschein, als ob amtliche Kreise die Zeit noch nicht für gekommen erachten, um solche Schritte zu unternehmen. Es wird darauf hingewiesen, dah beträchtliche Zweifel darüber herrschen, ob der Weltmarkt i« der Lage ist, alle Obligationen aufzunehmen, ohne zugleich ihr«, Kurs zu drücken. Wie verlautet, wird in amtlichen Kreisen die Meinung ver­treten, dah sich in kurzer Zeit die Ver­hältnisse derartig ändern werden, dah die in Vorschlag gebrachte Betäube- runo der Obligationen durchführ­bar ist.

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Vollversammlung des Völkerbunds.

(Senf, 21. Sept. (WTB.) Die Völ - kerbundsverfammlung besprach in der heutigen Vormittagssitzung insbe­sondere die Frage der Vorbereitung der Weltwirtschastskonserenz. Der französische Delegierte L o u ch e u r wies nochmals auf die große Bedeutung der Konferenz hin, die m ö g l i ch st b a l d zu- fammentreten sollte. Der deutsche Dele­gierte von Rheinbaben unter- st ü tz t e die Ausführungen Loucheurs und betonte, daß nur auf einer internatio­nalen Grundlage die Sanierung der un­gesunden wirtschaftlichen Verhältnisse in zahlreichen europäischen Ländern ange­bahnt werden könne. Nachdem noch der schwedische Delegierte Baron Adelswerd gesprochen hatte, wurde die von der zwei­ten Kommission vorgelegte Entschließung über die Vorbereitung der Weltwirt- schastskonferenz einstimmig angenom­men.

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Brtands WM vor dm Rinislmal

Das große Rätselraten über den Inhalt der Unterredung von ThoEy wird in politischen und diplomatischen Kreisen eifrig fortgesetzt. Die Tatsache, daß weder von französischer noch von deutscher Seite irgenbroelche greifbaren Andeutungen über die Gesichtspunkte der zwischen Stresemann und Briand zustande gekom­menen Vereinbarungen gemacht worden sind, hat einen D?il der französischen Presse veranlaßt, vcn einer bevorstehen­den Krise innerhalb des fran­zösischen Kabinetts zu sprechen. Das hierüber in Paris ausgegebene halb- ' offiziöse Dementi beseitigt die darüber be­stehenden Gerüchte keineswegs, da in ihm nur festgestellt wird, daß Briand außer Poineare keinem Kabineitsmitglied Mit­teilungen über den Inhalt seiner Unter­redung mit tztresemann gemacht habe. Dagegen läßt diese halboffiziöse franzö­sische Verlautbarung die Tatsache voll­kommen unberücksichtigt, daß Poinearö mit einem Teil der dem Nationalen Block angehörenden Kabinettsmitglieder am Montag zum Teil mehrstündige Besprech­ungen hatte, über deren Inhalt nichts mitgeteilt wird.

In Berliner diplomatischen Kreisen er­wartet man jetzt noch nicht eine abschlie­ßende Stellungnahme des französischen Kabinetts zu den Vorschlägen von Thoiry. Später wird das französische Kabinett er­neut zusammentreten, um unter Berück­sichtigung der politischen und finanziellen Gesichtspunkte eine Stellungnahme des Kabinetts herbeizuführen. Der Ausgang dieser Entscheidung dürfte ^wesentlich von der Stellungnahme Poinearös abhängen, wobei nicht unterschätzt wer­den darf, daß die zweifellos bestehende Opposition gegen eine völlige Räumung des Rheinlandes bereits die militäri­schen Sachverständigen mobil ge­macht hat, um militärische Gesichtspunkte gegen eine derartige Maßnahme ins Feld zu führen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß unter dem Druck dieser Opposition das französische Kabinett zu dem Vorent­scheid kommt, ein Gutachten des Marschalls Fach und des Generals Weygantttüber die militärische Bedeutung eines Rückzuges der Rheinarmee einzu­holen und davon die Hauptentscheidung abhängig zu machen.

Am Montag hat sich bekanntlich auch das-Reichskabinett mit der Unter­redung von Thoiry befaßt. Es wurde lediglich ein Bericht des vom Reichsaußen- minifter Dr. Stresemann zur Berichter­stattung na<b Berlin entsandten Staats­sekretärs Dr. Pünder entgegengenom­men, jedoch keinerlei Beschluß gefaßt. Es ist für eine Beschlußfassung notwendig, daß Dr. Stresemann selbst eine einge­hende Interpretation feiner Abrede mit Briand gibt, um nach genauer Kenntnis der französischen Gegenforderungen in

eine eingehende Prüfung der ein­zelnen Fragen eintreten zu können. In­zwischen dürfte übrigens auch bereits eine Aeußerung Briands über die Stellung­nahme des französischen Kabinetts vor­liegen. Wenn in einem Teil der fran­zösischen Presse heute erklärt wird, dah bei der Besprechung zwischen Briand und Stresemann keinerlei feste, Beschlüsse ge­faßt worden seien, daß man vielmehr lediglich sestgestellt habe, daß eine endgül­tige Liquidierung der Nachkriegs fragen zwischen Deutschland und Frankreich ver­sucht werden solle, dann ist diese Dar­legung ebenso unwahrscheinlich rote die von einem beutieben Mittagsblatt ver­zeichnete, daß Briand als Lösegeld für die Befreiung des Rheinlandes eine Summe von insgesamt 8 Milliarden Mark gefordert habe, die auf vier Jahres­raten verteilt werden sollte. In Deutsch­land wie auch wohl in wirtschaftlich den­kenden Kreisen des Auslandes gibt es wohl niemand, der an die Möglichkeit qlaubt, daß Deutschland einer derartigen Anspannung der deutschen Zahlungs- sähigkeit gewachsen wäre.

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Paris, 21. Sept. Der französifche Mi «ifterrat dauerte pon 10 Mr vormittags bis ui Mr nachmittags. Der M-nisterrat be- ichäftlgi» sich zunächst mit der Entlastung von etwa 110 Beamten der Finanzverroaltung. Hieraus verbreitete sich Briand über die Haltung der iranzösifchen Delegation in Eens und über seine Besprechungen mit Stresemann. Nach Bekanntgabe des offi­ziellen Communiquös beglückwünschten sämtlicheMinifterBriand zu den er­zielten Resultaten. Briand erklärte beim Ver­lassen des Ministerrates den Journalisten: Das, was ich getan habe, lieh der Regie­rung volle Freiheit und die Regierung hat ihre Handlungsfreiheit in einem günsti­gen Sinne benutzt. Man glaubte, dah ich ermordet aus dem Kabinettsrat zuruck- kehren würde. Sie sehen, dah nichts an diesen Gerüchten ist." Po in rare und Marin er­klärten den Journalisten, dah volle Einig- teit im Kabinett herrsche. Man darf indesien annehmen, dah die Frage noch keines­wegs vollkommen geklärt worden ist, da das Communique selbst darauf hinweist, dah die technischen Fragen, die die ein­zigen Anlässe zu Schwierigkeiten bieten könnten, auf den späteren Sitzungen besprochen werden sollen. So darf man annehmeu, dah man sich in dem heutigen Ministerrat nur mit allgemeinen Fragen beschäftigt bat und dah die eigentliche Debatte erst später be­ginne» wird. Es war vo» vornherein voraus­zusehen, dah die allgemeine Politik Briands, soweit sie sich auf die Besprechungen mit Deutschland über die Regelung der schwebenden Frage» bezieht, die Billigung des Kabinetts finden würde. Man wird ab warten müs­se n, ob das Kabinett auch mit den Einzel­heiten der Abmachungen, über die noch keine ooXe Klarheit besteht, einstimmig zufrieden sein wird. Ein Kabinettsrat findet nächsten Donnerstag und ein neuer Ministerrat am 1. Oktober statt.

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9t. MMMM in Sens

ff ©enf, 22. Sept. Bei einem gestern abend von den parlamentarischen Mit­gliedern der deutschen Delegation veran­stalteten geselligen Beisammensein mit den übrigen Delegationsmitgliedern und einem kleinen Kreise von Gästen hielt der Abgeordnete Dr. B r e i t s ch e i d eine Rede über die Zusammenarbeit zwischen den parlamentarischen Mitgliedern und der Delegationsführung.Wir hoffen", so sagte Dr. Breitscheid u. a.:dem Ziele näher gekommen zu sein und damit auch dem Wille.« des deutschen Volke ent­sprochen zu haben. Dieses Ziel sei die Sicherung des europäichen Friedens, in dem ein gleichberechtigtes Deutschland neben den anderen Mächten stehe.

Hierauf sprach Dr. Stresemann seinen Dank für die Ausführungen Dr. Breitschcids und feine Freude über den schönen Ausklang gemeinsamer Arbeit aus. Der Minister dankte für die wertvolle Un­terstützung, die dem gemeinsamen Werk aus der Zusammenarbeit zwischen beamte­ter und parlamentarischer Delegation zu­teil geworden sei. Diese Mitwirkung der Volksvertreter habe in vollem Umfange das gehalten, was er sich bei ihrer Inan­spruchnahme davon versprochen habe. Dr. Stresemann schloß mit dem Hinweis darauf, daß er für die Unterschiedlichkeit der Methoden und die Kritik ein volles Verständnis habe, und mit dem Wunsche, daß es in der Frage des autzerpolitischen Weges, den Deutschland beschritten und weiter zu gehen habe, keine Partei geben möge.

9er lrmMWIMMhe Konflikt

In Frankreich tut man bas Möglichste, um ben Konflikt, ber burch bie Hetze ber römischen Presse gegen Frankreich ausge­brochen ist, abklingen zu lassen. Man muß es ber französischen Regierung lassen, baß sie ben zahlreichen Provokationen von italienischer Seite mit großer Gebulb unb starker Zurückhaltung gegenüber« steht. Wieweit bas Bemühen bes Quai b' Orsay geht, bas Verhältnis zu Italien nicht zu einem Bruch kommen zu lafferf, geht schon baraus hervor, baß bie Regie­rung jetzt einem ber bekanntesten Pariser Vergnügungslokale bie Weisung erteilt hat. aus ber von ihm gegebenen Revue eine Szene zu streichen, bie einige ver­steckte Anspielungen gegen Mussolini ent­hielt. Auch bie beschwichtigenden Kom­muniques, bie bie französische Regierung über bie Unterrebungen zwischen bem französischen Botschafter in Rom unb Mussolini ausgibt, zeigen, wie bestrebt Paris ist, bie Spannung zwischen ben bei« ben Säubern zu lösen. Trotz biefes offen­sichtlichen Entgegenkommens Frankreichs zeigt bie faschistische 'Presse Roms in ben letzten Tagen eine erneute auffällige Schärfe gegen Paris. Auch Mussolini tritt roieber auf ben Plan. Durch bie ihm ergebenen Zeitungen läßt er erklären, baß er unter keinen Umftänben eine Fort­setzung ber gegen ihn im Ausland» ge­führten persönlichen Campagne bulben werbe unb baß er, wenn bie in Frage Irommenben Regierungen (hier ist wohl Frankreich gemeint) seinen Wünschen nicht nachkommen sollten, ber italieni­schen Außenpolitik eine neue Richtung geben werbe. Die Zwischenfälle, bie sich in Korsika abspielten, finb zwar an unb für sich bebeutungslos. Aber in ihrer Häufung zeigen sie bock bie Leidenschaft bes Konfliktes, bie tief in bie Reihen bes Volkes seihst eingebrungen ist. Aus ber antifranzösischen Hetze ber römischen Blätter unb bem hitzigen Temperament, mit bem Behörben unb Volk in Italien in ben Konflikt selbst eintreten, klingt beutlich eine ganz bestimmte unb bewußte Absicht hervor. Mussolini hat sich bis jetzt zwar gescheut, bie wahren Untergrünbe seines seltsamen Verhaltens Frankreich gegenüber bekanntzugeben. Aber ba man ja gewisse Einblicke in bie Tangerfrage hat, so ist es nickt schwer zu erraten, wel­ches Spiel in Rom augenblicklich begon­nen werben soll.

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Eine bemerkenswerte Aeußerung.

Di« programmatischen Erklärungen deS Großindustriellen Dr. Silverberg auf, bet Tagung des Reichsverbandes der Deutschen änbuftrie in Dresden haben »zu lebhaften rörterungen geführt. Es stellt sich immer mehr heraus, daß die Erklärungen Dr. Silverbergs nicht ganz einwandfrei klar gewesen sind, und es wird wohl nichts ande­res übrig bleiben, als daß die Industrie nochmals, nachdem die Gegenseite sich jetzt ausgiebig geäußert hat, zu einzelnen Punk­ten seiner Damaligen Erklärungen Stellung nimmt. In derHandelswacht", dem Organ des Deurschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes äußert sich ein Führer der christ­lich-nationalen Gewerkschaften, Georg Brost, zu Dem Angebot Silverbergs. Der Vev- fasset beschäftigt sich insbesondere mit den Konsequenzen, die nach den verschie­denen Richtungen sich aus den Erklärungen Silverbergs ergeben, sobald man sie nüch­tern gegen das Wirklichkeitsbild der heutige« Politik hält und sich von dem Sensatio- nellen, was ihnen anhaftet, nicht mehr blenden läßt. Es ist bekannt, daß gerade bie christlichen Gewerkschaften sich von den Ausführungen Dr. Silverbergs vor ben Kopf gestoßen fühlen, weil sie glauben, baß von selten ber Jnbustrie auf ihre Mit­arbeit weniger Wert gelegt wirb als auf biejenige ber freien Gewerkschaften. Hierzu heißt es in bem erwähnten Artikel:

Was hat sich, fo fragen wir, Herr Dr. Silverberg bei seiner Liebeserklärung an bie freien Gewerkschaften, bei seinem Angebot einer großen Koalition,