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Sonnabend,

den u. Sevibr. 1926

Die »Oberhesftschr Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. auS- schließl. Zustellungsgebühr, durch pi«Post2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag v. Dr. §. Hitzerolh, Druck der Unib.-Buchdruckerei b. Zob. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt <l M. Nr. 5015. — Sprechzeit per Redaktion von 10—11 und »/,!—1 Uhr.

Marburger ZAgesanzeiger

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1 Goldmark — Dollar.

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Bereits vor Beginn der Sitzung ist das Präsidium unter N i n t s ch i t s ch vollzählig an seinem Platze. 10 Uhr 30 Minuten ertönt das erste Klingelzeichen. Die großen Delegationen sind vollzählig anwesend. Unter den zahlreichen Angehörigen der De­legierten befindet sich Frau Reichs Mi­nister Dr. Stresemann und ihr ältester Sohn. Um 10 Uhr 35 Minuten wird die Sitzung eröffnet und zwar mit der Formalität, den Berichterstatter der Man­datsprüfungskommission die Feststellung der Ordnungsmätzigkeit der Voll­machten der deutschen Delegation vornehmen zu lassen. Darauf fordert Prä­sident N in tschitsch die deutsche Dele­gation auf, ihre Plätze einzunehmen. Unter minutenlangem Applaus be­treten Stresemann, Schubert und Gauß den Saal, um ihren Platz einzu­nehmen.

N i n t s ch i t s ch bezeichnet diesen Vorgang in seiner Begrüßungsansprache als in dop- S eitern Sinne bedeutungsvoll und ge- hichtlich, da er erstens die Universalität des Völkerbundes um einen großen Schritt weiterbringt und zweitens die Aufnahme einer weiteren europäischen Großmacht in den Völkerbund eine sichere Gewähr für den Frieden und die Wohlfahrt der Welt bedeutet.

In kurzen Worten begrüßt er herzlichst die Vertreter des Deutschen Reiches als Mitglieder der Versammlung. Nach der Auf­forderung durch den Präsidenten besteigt hierauf

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unter neuem, langen Beifall, zu dem Chamberl ain und Br iand das Zei­chen geben, die Tribüne, um in deutscher Sprache folgende Rede zu halten:

Herr Präsident, meine Damen und Herren!

Der Herr Vorsitzende dieser hohen Ver­sammlung hat ebenso wie der Herr Vor­sitzende des Völkerbundsrates die Güte ge­habt, mit Worten der Freude und Genug­tuung den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zu begrüßen. Beiden Herren den Dank Deutschlands zum Ausdruck zu bringen und diesen Dank auszudehnen auf die hohe Versammlung, ist meine erste Pflicht, wenn ich von dieser Stelle aus vor Ihnen das Wort nehme. Ich verbinde da- niit zugleich den Dank an die Regierung der Schweizer Eidgenossenschaft, die in traditioneller Weise die großzügige Gastfreundschaft ihres schönen Landes nun auch Deutschland als Mitglied des Völker­bundes erweist.

Seit der Begründung des Völkerbundes ist ein Zeitraum von mehr als sechs Jahren verstrichen.Es hat so­mit einer längeren Entwicklung bedurft, bis die politische Gesamtlage so gestaltet war, daß die deutsche Mitgliedschaft im Völkerbund möglich wurde. Auch in diesem Jahre sind große Schwierigkeiten zu über­winden gewesen, ehe dem Entschluß Deutsch­lands der einmütige Entschluß des Völker­bundes folgte. Fern liegt es mir, über diese Dinge der Vergangenheit zu sprechen.

Die Aufgabe der lebenden Generation, ist cs, den Blick auf die Gegenwart nnd auf die Zukunft zu richten. *

Nur eines lassen Sie mich sagen, wenn ein Geschehnis, wie der Eintritt Deutsch­lands in den Völkerbund, erst in einer so langen Entwicklung herangereift ist, so trägt vielleicht dieses Geschehnis gerade deshalb eine besondere Gewähr in sich für seine innere Befestigung und seine fruchr- bare Auswirkung. Deutschland tritt mit dem heutigen Tage in die Mitte von Staa­ten, mit denen es zum Teil seit langen Jahrzehnten in ungetrübter Freundschaft verbunden ist und die zum anderen Teil im letzten Weltkrieg gegen Deutschland ver­bunden waren. Es ist von geschichtlicher Bedeutung, daß Deutschland und diese letz­teren Staaten sich jetzt im Völkerbund zu dauernder friedlicher Zusam­menarbeit zusammenfinden. Diese Tat­sache zeigt deutlicher als Worte und Pro­gramme es können, daß der Völkerbund berufen sein kann, dem politischen Ent­wicklungsgang der Menschheit eine neue Richtung zu geben. Gerade in der gegen­wärtigen Epoche würde die Kultur der Menschheit auf das Schwerste bedroht sein.

wenn es nicht gelingt, den einzelnen Bürgern die Gewähr zu verschaf­fen,. m ungestörtem friedlichen Wettbewerb die ihnen vom Schicksal zugewiesenen Auf­gaben zu erfüllen. Die grundstürzenden Er­eignisse eines furchtbaren Krieges haben die Menschheit zur Besinnung über die den Völkern zugemuteten Aufgaben gebrachl. Wir sahen in vielen Staaten den Nieder­bruch wertvollster, für den Staat unent­behrlicher geistiger und wirtschaftlicher Schichten. Wir erlebten die Bildung von neuen und das Hinsinken der alten Formen der Wirtschaft. Wir sahen, wie die Wirt­schaft die a test Grenzen der Länder sprengte und eine starke' internationale Zusammen­arbeit erstrebte. Die alte Weltwirtschaft hat für ihre Zusammenarbeit keine Satzun­gen und Programme, aber sie beruht auf dem ungeschriebenen Gesetz des inten- s iven Güteraustausches zwischen den Erdteilen.

Diesen wieder herzustellen, ist unsere Aufgabe.

Wollen wir eine ungestörte Weltwirt­schaft entwickeln, dann wird das nicht ge­schehen durch Abtrennung der Gebiete von­einander, sondern durch Ueberbrückung des­sen, was die Wirtschaft der Völker trennte. Wichtiger aber als alles materielle Ge­schehen ist

das seelische Lede» der Nationen.

Eine starke Gärung kam unter den Völkern der Erde . Die einen vertraten das Prinzip der nationalen Gefchlossenheir luib verwarfen die inkernationale Verständigung, weil sic das na­tional Gewordene nicht durch den allgemeinen Begriff dec Menschheit ersetzen wollten. Ich bin der Meinung, daß keine Nation, die dem Völkerbund angehört, dadurch ihr na­tionales Eigenleben aufgibt. Ter göttliche Baumeister der Erde hat die Mensch­heit nicht geschaffen als ein gleichförmiges Gan­zes, er gab den Völkern verschiedene Blut­ströme, er gab ihnen als Heiligtum ihrer Seele ihre Muttersprache. Er gab ihnen als Hei­mat Länder verschiedener Art. Aber es kann nicht der Sinn dieser göttlichen Weltordnung sein ,daß die Menschheit ihre nationalen Höchst­leistungen gegeneinander kehrt und damit die allgemeine Kulturentwicklung immer wieder zu­rückwirft.

Der wird der Menschheit am meisten die­nen, der wurzelnd im eigenen Volke dieses in seelischer und geistiger Hinsicht zur höchsten Bedeutung entwickelt und, da­mit über die Grenzen des eigenen Volkes hinwegwachsend, der gesamten Menschheit etwas zu geben vermag, wie es die Großen aller Nationen gegeben haben, deren Na­men in der Menschheitsgeschichte nieder- gefchriebcn sind.

So verbunden Nationen und Menschheit auf geistigem Gebiet sein können, werden sie auch verbunden im politischen Streben, wenn der Wille da ist, in diesem Sinne der Gcsamtent- wicklung zu dienen.

Die politischen Auswirkungen dieses Gedankens liegen in einer inneren Ver­pflichtung der Staaten zu gemeinsamem friedlichen Zusammenwirken. Diese innere Verpstichtung zum friedlichen Zusam­menwirken besteht auch für die großen mo­ralischen Menschheitssragen. Kein anderes Ge­setz darf für sie gelten, als das Gesetz der Gleichberechtigung. Das Zusammenarbeiten der Nationen im Völkerbund muß und wird dazu führen, auch bei diesen moralischen Fra­gen mit warmer Liebe die gleiche Antwort zu geben. Tenn das sichere Fundament für den Frieden ist eine Politik, die getragen wird von gegenseitigem Verstehen und gegenseiti­ger Achtung der Völker. Deutschland, hat sich schon vor seinem Eintritt in den Völ­kerbund bemüht, in einem friÄlichen Zusam­menwirken zu arbeiten . Davon zeugte die deutsche Initiativ«, die zu dem Pakl von Lo­carno führte, chavon zeugen die jetzt nahezu mit allen Nachbarstaaten abgeschlossenen deutschen Schiedsverträge. Die deutsche Regierung ist entschlossen, diese Politik mit aller Entschie­denheit weiter zu verfolgen.. Sie kann mit Genugtuung feststellen, daß diese Gedanken — anfangs in Deutschland heftig umkämpft —■ sich allmählich mehr und mehr das deutsche Volksbewußtsein erobert heben, so daß die deutsche Regierung auch für die große M-e h rhci t-des deutschen Volkes spricht, wenn

sie erklärt, daß sie sich an den Aufgaben des Völkerbundes mit voller Hingebung beteiligen wird.

Von diesen Aufgaben hat der Völkerbund in sechsjähriger Tätigkeit bereits einen wesent­lichen Teil in Angriff genommen und in ernster Arbeit gefördert. Die deutsche Delega­tion verfügt nicht über die Erfahrungen, die den übrigen hier versammelten Mitgliedern zur Seite stehen. Gleichwohl glaubt fte, die Ansicht zum Ausdruck bringen zu können, daß bei den weiteren Arbeiten zunächst jene Ge­biete besondere Beachtung verdie­nen, bei denen die einzelnen Völker durch Einordnung in Gemeinschaftseinrichtungen die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern vermögen. Neben mancher anderen Tätigkeit des Völker­bundes kommt hier vor allem das Streben nach einer internationalen Rechtsord- nungin Betracht, das in der Grürst>ung eines Weltgerichtshofes sichtbaren Aus­druck gewonnen hat.

Von besonderer Bedeutung für die Festi­gung einer friedlichen Ordnung zwischen den Volkern sind ferner die Bestrebungen, die sich auf die Abrüstung beziehen.

Die Zöllige Abrüstung Deutschlands ist durch den Vertrag von Versailles als Beginn der allgemeinen Abrüstung festgesetzt worden. Möge. es gelingen, einer allgemeinen Ab- r ü st u n g in praktischer Arbeit näher zu kom­men und damit den Beweis zu erbringen, daß eine starke positive Kraft den großen Idealen des Völkerbundes schon jetzt inncwohnt.

Deutschlands Beziehungen rum Völker­bund werde» freilich nicht ausschließlich durch die jetzt gegebene Möglichkeit der Mitarbeit an den großen allgemeinen Zielen bestimmt. Der Völkerbund ist viel­mehr in mancher Beziehung Erbe und

Vollstrecker der Verträge von 1919.

Daraus haben sich, wie ich offiziell ausspreche, in der Vergangenheit vielfach . Gegensätze zwischen dem Völkerbund und Deutschland er­geben. Ich boffe. daß sich die Behandlung der hierbei in Betracht kommenden Fragen infolge unserer geistigen Mitarbeit im Völkerbund leichter gestalten wird. Auch hier wird 0 c - genseitiges Vertrauen eine ßt0^Xe politische Schöpferkraft besitzen als andere Me­thoden. Dem Völkerbundsgedanken widerstrebt es, die im Bund mitarbeitenden Nationen zu trennen in solche, mit denen Sympathien oder Antipathien die einzelnen miteinander ver­binden. Ich lehne in diesem Zusammenhang auch ganz entschieden die Auffassung ab, als wenn die Stellung, die Deutschland bisher tn Angelegenheiten des Völkerbundes eingenom­men hat, von solchen Sympathien oder ilnn= patbien eingegeben worden sei. Deutschland wünscht mit allen Nationen, die im Völker­bünde und rm Völkerbundsrat vertreten sind, auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens zusammenzuarbeiten.

Noch hat der Völkerbund das Ziel nicht er­reicht, alle Weltmächte in sich ru umfassen.

Wenn der Eintritt Deutschlands auch einen wichtigen Schritt zur Universalität des Bundes bedeute, so müssen wir doch andererseits lebhaft unserem Bedauern darüber Ausdruck geben, daß Brasilien die Absicht kundgetan bat, sich aus dem Völkerbund zurückzuziehen., Dies bedauern wir um so lebhafter, als Deutschland auf dem Standpunkt steht, daß zum Begriff der Universalität des Völkerbundes auch der Gedanke gehört, nicht einem Erdteil die maß­gebende Bedeutung gegenüber anderen Erd­teilen einzuräumen. Wir fühlen uns ferner eins mit den im Bunde vereinten Nationen in der bestimmten Hoffnung, daß die wertvolle Mitarbeit Spaniens dem Völkerbund er­halten bleiben möge. Wir sind überzeugt, daß der von allen Mächten an Spanien gerichtete Appell dieses große Land und das spanische Volk überzeugen wird, vtie sehr es den von ihm vertretenen Gedanken abträglich sein würde, wenn es hier in Genf aus längere Zeit fehlen würde.

Erft durch die Universalität wird der Bund vor jeder Gefahr geschützt, seine po­litische Kraft zu anderen Teilen einzusetzen. Nur auf der Grundlage einer Gemeinschaft, die alle Staaten ohne Unterschied in voller Gleichberechtigung umspannt, können Hilfs­bereitschaft und Gerechtigkeit die wahren Leit­sterne des Menschenschicksals sein.

.. . . (Fortsetzung siehe Seite 2.1 .. .

MlMand im Böllttbimd

Mit dem Eintritt Deutschlands in den Vöt kerbund beginnt keine neue Weltepoche. Er bedeutet zunächst nur das Aufgeben eines Tei­les der eigenen Selbständigkeit zugunsten eines Organismus, der eine Vielheit von Staa­ten umfaßt, und dessen Einrichtungen auch uns in Zukunft zugute kommen sollen.

Dieser Schritt, den wir freiwillig getan haben, über dessen Zweckmäßigkeit die oft er­örterten Zweifel fortbestehen, der aber schließ­lich die Konsequenz einer politischen Weltan. schaumig und auch macktpolitischen Zielstrebens war, weist unserer Politik lediglich ein neues Feld an, auf dem jetzt in erster Linie der Kampf um unser Leben weitergekämpft wer­den muß, neben dem aber andere Felder poli­tischen Kampfes fortbestehen und nicht ver­nachlässigt werden dürfen.

Denn der Völkerbund ist nicht so vollkom­men. daß er eine Rivalität seiner Mitglieder ausschlösse.

Und seine Macht ist nicht so umfassend, daß außerhalb seines Bereichs nichts wäre, dem Bedeutung zukäme.

Deutschland als Dölkerbundsmitglied hat vielmehr eine dopvelte Aufgabe: Es hat inner­halb des' Bundes, in dem es Freunde und Feinde finden wird, um die Unterstützung fei­ten Ziele zu ringen; und es hat die Möglich­keit, diesen Kampf mit Erfolg zu bestehen, um so eher, als es auch außerhalb des Bundes eine Stärkung feiner Machtstellung unablüßlich erstrebt.

Der Völkerbund ist bisher nur ein Verspre­chen, und keine Erfüllung. Er ist viel mehr ein Instrument der Macht als des Rechts. Er ist ein politisches Geschäftslokal, wo nüch­tern gearbeitet werden muß.

Wer heute noch auf das hysterische Gesaobel der Berliner Pressetanten schwört, das so ver­logen ist wie die Frömmelei eines Tartuffe, wird von unserer Völkerbundspolitik nichts als Enttäuschungen erleben.

Wer sich dagegen bewußt ist, daß mit dem Eintritt Teutschiands weder der Völkerbund noch die Welt ein anderes Gesicht bekommen hat, daß lediglich neue Aufgaben und neue Möglichkeiten' vor uns liegen, der dient uns am besten und dem Völkerbund.

Es war eine ehrliche Freude, im „Vor­wärts". dem Hauptorgan der Sozialdemokratie, das bisher die Gefühlsduselei für den Völker­bund mit derselben sentimentalen Inbrunst be­trieb wie das große „Tageblatt" und seine kli- schierlen Trabanten, nach dem Eintritt Deutsch­lands keine verlogenen Iubelgedichte zu lesen, sondern eine nüchterne Darlegung des Ge­schäftsganges, der die Arbeiten des Völkerbun­des regelt.

Wer ein Wölkenkuckucksheim aus dem Völ­kerbund macht, taugt nicht für diese Arbeit. Das wollen wir uns tausendmal in nüchternen Worten sagen, und wir dürfen nur solche Män­ner zu dem Schachspiel in Genf schicken, die den gerissenen Mitspielern gewachsen sind.

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Was sprach von jeher für den Eintritt Deutschlands? Nicht etwa — das kann nicht oft genug gesagt werden — die Hoffnung, Deutschland werde dadurch wieder ein mitbe- stimmender Faktor der internationalen Poli- tik. Ein Volk von .70 Millionen im Herzen Europas ist das stets, mit und ohne Völker- bund; der Grad des Einflusses hängt lediglich ab von der Fähigkeit, dieser naturgegebenen Macht Geltung zu verschaffen.

Aber in Genf wird perfönlich und mündlich verhandelt. Man kann Einfluß auf den Lauf der Geschäfte gewinnen. Man steht nicht im­mer, wenn man wachsam ist, vollendeten Tat­sachen gegenüber. An die Stelle der Proteste und Noten tritt die Macht der Persönlichkeit. Ist sie gegenwärtig, so vermag sie zu entschei­den. Der Abwesende hat Unrecht.

Welche besonderen Aufgaben harren dieser Persönlichkeit? — Zunächst einmal die Ver­wirklichung der „Rückwirkungen". Man hat uns Versprechungen gemacht vor nunmehr bald Jahresfrist, von denen bis heute nicht eine ein­zige einqelöst worden ist. Die Besetzung des Rbeinlandes hat zu verschwinden, die im Saar­gebiet zu Unrecht stationierte Militärmacht ist durch eine Polizeitruppe zu ersetzen.

Wir haben uns für unsere nationalen Min­derheiten einzusetzen. Keine der zahllosen Kla­gen aus Südtirol, aus der Tschechoslowakei, aus Memel, aus Polen hcft in Genf Beachtung gefunden. Die Minderheiten haben einen An­spruch auf gleiche Achtung und gleiches Recht wie feder andere Bürger.

Wir müssen auf die Abrüstung der anderen . bringen.. Was der vorbereitende Ausschuß hier