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Frankfurter Eisenbahner und Eisenbahnunfälle.
Frankfurt a. M. Zn einer stark besuchten Funktionärversammlung des Einheitsverbandes der Eisenbahner wurde in eingehender Aussprache Stellung zu den schweren Eisenbahnkatastrophen der letzten Zeit genommen. Zur Wiederherstellung der alten Betriebssicherheit faßte die Sei« sammlung eine Entschließung, die an die Neichsregierung, das Pevkehrsministerium, sowie die Reichsbahngesellschaft übermittelt wurde. In der Resolution wird betont, daß der rigoros und schonungslos durchgeführte Personalabbau eine ständige steigernde Beunruhigung des Personals Hervorrufe und deshalb im Interesse der Betriebssicherheit unterbunden werden müsse. Von der Reichsbahngesellschaft wird ferner gefordert: Neufestsetzung der Dienst- und Arbeitszeit, Neuregelung der Besoldungsfragen, Beseitigung des Prämien- und Antreibersystems, unverzügliche Aufarbeitung der durch die Kriegszeit in
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Reglmentstag Res.-Jnf.-Reg. 251.
Kassel. Zu den vielen Kongressen und Veranstaltungen am Sonnabend und Sonntag gesellte sich der 2. Regimentstag des Reserve- Inf.-Reg. 251, des Truppenteils, der in der Hauptsache aus Hessen und Thüringern bestand und in Cassel aus der Taufe gehoben wurde. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Be- grichungsabend in den „Bürgersälen. Aus allen Gegenden waren die alten Angehörigen des ruhmreichen Regiments herbeigeeilt, um die oft erprobte Kameradschaft von neuem zu stärken und zu festigen. So versammelte sich in den festlich geschmückten „Bürgersälen" eine stattliche Anzahl ehern. 251er, die von dem 1. Vorsitzenden begrüßt wurden. Musikalische Darbietungen des Casseler Konzertorchesters und des Lehrers Walter umrahmten die mit Beifall aufgenommene Festrede des Majors a. D. Hofmann. Der Redner gab einen Ueber- blick über die recht abwechslungsreiche Geschichte des Regiments. Außerordentliches hat das Regiment einem bis zu vierzigfacher Ueberlegenheit kämpfenden Gegner gegenüber geleistet. Der Heldentod von 61 Offizieren und 2536 Unteroffizieren und Mannschaften legt ein beredtes Zeugnis ab von den schweren Kämpfen, die das Regiment im Laufe des Feldzuges zu bestehen hatte. Mit dreimaligem Hoch auf das Vaterland und dem Deutschlandlied endete diese Gedenkrede. Richt vergessen werden sollen die Rezitationen des Rhöndichters Otto Burghardt aus feinen eigenen Werken. Der Sonntag Morgen vereinigte die Teilnehmer des Reoimentstages zu einer schlichten Feier für die Gefallenen des Regiments am Auedenkmal. Pfarrer Ziegler hielt die Gevächtyisrede, in der er die Pflichterfüllung der Gefallenen rühmend hervorhob. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden wurden Kränze an der Gedenktafel niedergelegt. Am Sonntag Nachmittag feierte man wieder in den Bürgerfälen ein Familienfest, das nach mancherlei Vorträgen im Tanze endigte. Arn Montag fand ber harmonisch verlaufene Regimentstag fein Ende.
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Stngttfit md Tagungen
Sie deutschen Buchdruckereibesitzer i« Eisenach.
Eifenach, 6. Sept. Die in diesen Tagen hier stattfindende 56. Tagung des Deutschen Buchdrucker-Vereins, der die über 6500 Mitglieder zählende wirtschaftliche und sozialpo- litische Vereinigung der deutschen Duchdruckerei- Desitzer darstellt, ist nach dem Deutschen Aerztetag wohl der bedeutendste Kongreß, den die Wartburgstadt in diesem Fahre zu verzeichnen hat. Nach den verschiedenen Sitzungen des Hauptvorstandes fand am Sonnabend eine Festvorstellung statt, an die sich ein Degrützungsabend anschloß. Sonntag vormittag begann nun die eigentliche Hauptversammlung, zu der sich nicht weniger als 600 Delegierte aus allen Teilen des. Reiches einfanden. Der erste Präsident, Dr. Petersmann (Leipzig), begrüßte die Erschienenen. Sodann hielt Universitäts-Prof. Dr. Sommeriad (Halle) den Festvortrag über die Persönlichkeit in der Unternehmung. In einem weiteren Referat behandelte Pros. Wiethe (Berlin) die fachmännifche Frage des Drei-Farben- Druckes. Arn Abend fand nach den Festlichkeiten eine Beleuchtung der Wartburg statt. Wit der Tagung ist eine Ausstellung graphischer Erzeugnisse verbunden.
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51. Deutscher Gastwirtetag.
Kassel, 6. September. Der Landes- berbanb Preußen im Deutschen Gastwirte- berbanb hielt heute seine ordentliche Hauptversammlung ab. Die Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Emil Köster - Berlin, Schatzmeister Herm. Braun - Berlin, Schriftführer Georg Götze- Berlin. Ein Antrag des Provinzialverbandes Mittel- und Niederschlesien, eine sofortige Aenderung der völlig unzeitgemäßen Verwaltungsgebührenordnung herbeizuführen sand einstimmige Annahme. Eine, einheitliche Regelung der Tanzlust- barkeiten in Stadt und Land verlangte einen Antrag der Provinzialverband Ober- schlesien. Auch diesem Antrag wurde zu- gestimmt. Angenommen wurde ebenfalls ein Dringlichkeitsantrag des Provinzialverbandes Westfalen; der ein gemeinsames Vorgehen mit der Spitzenorganisation anderer Wirtschaftsverbände gegen die rigorosen Ge- werbesteuerbestimmungen wünschte. Eine Sitzung der Sterbekasse des Deutschen Gast- wirteverbandes mit mehr internem Charakter schloß sich der Hauptversammlung an.
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Oberhesfische Zeitung, wkarburg a. L. Mittwoch, den 8. September 1926
der Geisunterhaltung rückständig gebliebenen llmbauarbeiten, halbjährliche statt jährliche Bremsuntersuchungen.
Steuer und Recht
Grunderwerbssteuer.
Eine große Berliner Tageszeitung brachte kürzlich eine Notiz, wonach ber Reichsfinanzhof in München eine Entscheidung bahin gefällt habe, daß ber jeweilige Kaufpreis von 1924 ab bei der Berechnung der Grunderwerbssteuer dem gemeinen Wert gleich zu erachten fei, sodatz also die Grunderwerbssteuer nur nach dem Kaufpreis veranlagt werden könne. Diese Mitteilung trifft nicht zu. Eine An- frage beim Reichsfinanzhof hat ergeben, daß dieser niemals eine Entscheidung dahin gefällt habe, feit 1924 müsse in allen Fallen der Kaufpreis als gemeiner Wert eines Grundstücks angesehen werden. Die Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs geht nur dahin, daß nach Be- feitigung der Inflationserscheinungen nicht mehr ohne weiteres die Bewertung ber Grundstücke nach den für bie Inflationszeit aufgestellten Grunbfützen zu rechtfertigen fei, sondern daß zu ben früheren Grundsätzen zurückgekehrt werben müffe, nach denen der Kaufpreis im allgemeinen einen Anhalt für die SBertbemeffung abgebe.
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SMnÄassau und RlMargebiete
Kassel. In Domersleben griff ein Knecht, der eine Garbe aufheben wollte, in einen Bienenschwarm, der sich in die Aehren gesetzt hatte. Der Knecht, ein Arbeiter und zwei Pferde wurden von dem empörten Volk übel zugerichtet. Die beiden Männer liegen an den Verletzungen schwer darniÄier. ?
Gießen. In einem Steinbruch im benachbarten Dorfe Kirchgöns ereignete sich am Samstag ein schwerer Unglücksfall. Dort sollte eine Sprengung vorgenommen werden. Jedoch blieb die Explosion der Sprengladung aus. Nach einigem Warten begahen sich zwei Arbeiter an den Ort der Sprengladung, um nachzusehen. Im gleichen Augenblick explodierte die Ladung mit voller Wucht und traf die beiden Arbeiter in schwerer Weise. Der verheiratete Arbeiter Wilhelm Kehr aus Kirchgöns erlitt dabei starke Fleischwunden an Beinen und Armen sowie erhebliche Verletzungen int Gesicht. Es dürfte wohl mit dem Verlust des einen Mu rechnen sein. Der andere Arbeiter öhrig erlitt ebenfalls Verletzungen im Gesicht. Auch bei ihm bestehen Befürchtungen für den Verlust des Augenlichtes. Beide wurden in die Gießener Klinik eingeliefert.
Alsfeld. Auf der Landstraße Alsfeld- Lauterbach ereignete sich am Sonntag vormittag 4 Uhr in der Nähe von Brauerschwend ein schweres Autounglück. Der mit vier Personen besetzte Kraftwagen des Barons von Niedesel-Sickendvrf stieß an einer scharfen Kurve bei dichtem Nebel gegen einen Baum und wurde zertrümmert. Drei der Insassen, darunter auch Baron Riedesel, erlitten erhebliche Verletzungen und mußten im Krankenhaus eingeliefert werden, während eine Dame unverletzt blieb.
Buchen. Das achtjährige Söhnchen des Gastwirts Hofmann in Oberscheidental fiel so unglücklich von der Scheune, daß es kurz nach Einlieferung in das Heidelberger Krankenhaus verstarb.
Silienburg. DegierungsratDr.Dünger, der bisher die Landratsgeschäfte des Dillkreises vertretungsweise führte, ist jetzt zum kommissarischen Landrat des Dillkreises ernannt worden.
Frankfurt a M. Bei der Arbeit getötet wurde der Rangieraufseher Philipp Geiß aus Mörfelden. Bcim Anhängen von Wagen auf dem Güterbahnhof südlich der Adlerwerke geriet er zwischen zwei Puffer, wobei ihm der Brustkorb eingedrückt wurde. Der Tod trat auf der Stelle ein. — Mit tollkühnem Wagemut kletterte der Metallschläger Forster in der Stacht zum 2. Juli in der Großen Eschenhei- merstraße in ein Wäschegeschäft. Vorübergehende Passanten störten -ihn nicht. Als er sich in dem Laden befand und die Ladenkasse bereits ausgeplündert hatte, war das telephonisch benachrichtigte Ueberfallkommando schnell zur Stelle. Forster konnte festgenommen werden und erhielt jetzt als rückfälliger Dieb vom erweiterten Schöffengericht ein Jahr acht Monate Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust. — Im Ostpark wurde einem auswärtigen Landwirt von zwei jungen Leuten seine Barschaft in Höhe von tausend Mark geraubt. Der Landwirt hatte die Bekanntschaft eines Mädchens gemacht, mit der er in den Ostvark ging, allerdings nachts um 2 Uhr. Es scheint, daß das Mädchen und die beiden Burschen gemeinsame Sache gemacht haben. Das Mädchen wurde festgenommen. — Der Landwirt Emil Peter, der nicht weniger als 13 mal vorbestraft ist, verfiel nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wieder auf seine alten Mätzchen. Er gab sich als Unternehmer aus, borgte kleine Geldbeträge und gab als Sicherheit gefälschte Wechsel. Vor dem erweiterten Schöffengericht gab er unumwunden seine Straftaten zu. Das Gericht öerurteilte den Angeklagten mit Rücksicht auf die geringe Höhe der Beträge zu ll/i Jahre Gefängnis. Ter Staaisanwalt hatte 2 Jahre Zuchthaus beantragt. — In einer der letzten Nächte entstand in der Langestraße eine große Schlägerei, wobei sich die Passanten und Streitenden mit Pflastersteinen und Laternen beworfen. Zwei Personen wurden in verletztem Zustande ins Krankenhaus eingeliefert. Bei Erscheinen der Polizei ergriffen die Anführer die Flucht und tonnten bisher noch nicht ermittelt werden.
Offenbach. Hier gerieten die beiden Fuhrleute Otto Dieder und Kilian in einer Wirtschaft in Streit. Dieter hän
selte Kilian wegen der Pferde, und der Streit zog sich bis kurz vor 12 Uhr hin. Plötzlich ergriff Kilian den Revolver und gab mehrere Schüsse auf Dieter ab. Zwei Kugeln trafen Dieter in den Hals und verletzten ihn schwer. Darauf richtete Kilian die Waffe gegen sich selbst und brachte sich einen Schuß in das Herz bei, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. Nach Mitteilung des Krankenhauses geht es dem verletzten Dieter bester.
Höchst a. M. 3n Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Behörden, der Wirtschaft, Presse und des öffentlichen Lebens wurde am Montag nachmittag 5,30 Uhr der in den letzten Monaten erneuerte westliche Flügel des Höchster Rathauses, des sogenannten Bolon- garv-Palastes, feierlich seiner Bestimmung übergeben. Durch die Fertigstellung des Flügel- gebäudes ist ein weiterer großer Schritt auf dem Wege zur Instandsetzung dieses alten, schönen, aus dem 18. Jahrhundert stammenden Barockschlosses, deffen erster Teil bereits im Jahre 1909, nachdem sich das bisherige Rathaus als unzulänglich erwiesen hatte, als Rathaus in Benutzung genommen wurde, gemacht worden.
Wiesbaden, 6. Sept. Im Alter von 76 Jahren ist hier Generalarzt a. D. Dr. Ludwig Edler, dem während des Krieges die Oberleitung der Militärlazarette und Erholungsheime in . Wiesbaden und Umgebung unterstand, gestorben.
Wiesbaden. Der 57jährige Kutscher Max Peschold wurde am Sonnabend in seiner Wohnung in der Haydnstraße tot aufgefunden. Es liegt Gasvergiftung vor
Homburg v. d. Höhe. Wie uns berichtet wird, hat auch ein Homburger Auto das arf der vom Allgemeinen Deutschen Automobilklub veranstalteten Zielfahrt teilgenommen hat, auf der Rückfahrt in Richtung Andernach-Koblenz einen schweren Unfall erlitten. Der mit vier Personen setzte Wagen des Herrn F. Mann, der in mäßigem Tempo, vorschriftsmäßig rechtshaltend, fuhr, stieß mit einem aus einer Nebenstraße kommenden, von einer Dame gesteuerten Wagen zusammen. Da die Führerin des Wagens vollkommen kopflos war, mußte naturgemäß ein Zusammenstoß erfolgen. der so heftig war, daß dje Insassen des Homburger Autos teils durch bie Decke der Limousine, teils durch die Fenster hinausgeschleudert wurden. Außerdem überschlug sich der Wagen, wodurch einer der Insassen unter den Trümmern begraben wurde. Durch den Anprall an die Decke der Limousine erlitt Frau Gemmrig aus Homburg einen schweren Schädelbruch; sie war sofort tot. Die übrigen Insassen erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Ueber das Schicksal des anderen Wagens ist noch nichts bekannt.
Bad Homburg. Beim Erwarten der Ankunft der Reichsfahrer rutschte ein 7—8jähriges Kind, das auf einem ©arten- pfeiler faß, von diesem ab und fiel in das Staket. Die Eisenspitzen drangen dem Kinde tief in den Leib, und es konnte nur schwer befreit werden. Ein zufällig anwesender Arzt legte dem Kinde einen Notverband an, und es ist zu hoffen, daß dank der schnellen Hilfe ernstere Folgen ausbleiben werden.
Melsungen. Um das Jahr 1585 baute man bei Melsungen eine wehrhafte Steinbrücke über die Fulda. In diesen 340 Jahren hielt die Prächtige Steinbrücke allen Unbilden der Witterung stand. Sie hätte noch weiteren Jahrhunderten getrotzt, wenn nicht die schweren Lastautos, die jetzt täglich zu Hunderten die Brücke passieren, das Gefüge der Brücke lockerten. Jetzt droht das schöne Bauwerk, von dem schon Stein um Stein abbröckelt, eines Tages zusammenzustürzen.
Darmstadt. In der Nähe von München wurde der Sohn eines bekannten Darmstädter Geschäftsmannes von einem Eisenbahnzuge erfaßt und sofort getötet. Der Fall liegt um so tragischer, als der Vater heute morgen kurz nach 10 Uhr zum Besuche seines Sohnes im Flugzeuge nach München reisen wollte und etwa eine Viertelstunde vor dem Start die traurige Nachricht erhielt. '
Mainz. Ter Karitas-Verband der Diözese Mainz hat die umfangreichen Gebäude des Gasapparat- und Gußwerkes in der Dagobert- straße käuflich erworben, um hier eine Wanderherberge und eine Arbeitsstätte für Wanderer zu errichten. Außerdem sollen Räume geschaffen werden, in denen Einzelpersonen große, geräumige, modern ausgestattete Zimmer, die fließendes warmes und kaltes Wasser und Warmwasserheizung haben, erhalten. — Nach einem Bericht der Bürgermeisteramtes ergibt sich, daß innerhalb der Stadt Mainz 20 000 Personen zur teilweisen ober völligen Behebung ihrer Bedürftigkeit öffentliche Mittel in Anspruch nehmen müssen. Das ist fast ein Fünftel der Gesamtbevölkerung.
Mainz. Der 54jährige Zugführer Georg Dornbusch ans Bischofsheim geriet am Samstag nachmittag, als er sich gerade zum Dlenst begeben wollte, unter einen rangierenden Wagen. Ein Bein wurde ihm dabei glatt abgefahren, während das andere Bein schwer verletzt wurde. Der Verunglückte, der anscheinend auch noch innere Verletzungen erlitten hat, ist kurz nach seiner Einlieferung im städtischen Krankenhaus verstorben.
Aschaffenburg. In der Nacht zum Samstag machte ein gefährlicher Einbrecher das Dörfchen Rück tm vorderen Spessart unsicher. Nachdem er erst einer Gemischtwarenhandlung einen „Besuch" abgestattet batte, wobei ihm nur Kleinigkeiten in die Hände fielen, stieg er in das Anwesen des Landwirts Büttner am Kirchhof ein, wurde aber noch rechtzeitig infolge des Anschlagens des Hofhundes entdeckt. Auf den Besitzer, der unbewaffnet den
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Kerl abfasien wollte, gab der Einbrecher zwei Revolverschüsie ab, wodurch Büttner am Bein verletzt wurde. Hierauf flüchtete der Täter. Nach einer halben Stunde lehrte er wieder. Büttner gab einen Schreckschuß auf den Eindringling ab, den dieser mit mehreren Re- volverschüssen erwidette, um darauf zu verschwinden. Es wird nach dem Verbrecher gefahndet. • .
Heidelberg. Nach 50jähnger Dienstzeit ist nunmehr der Kettenschlepper Nr. 1, der berühmte „Hendsemer Löb", ber 1876 jum ersten- mal von Heidelberg nach Heilbronn fuhr, außer Dienst gesetzt und abgetakelt worden. Am Donnerstag mittag passierte er zum letztenmal Heidelberg auf dem Wege nach Offenbach a. M., wohin er verkauft wurde, um dort a!5 schwimmendes Bootshaus Verwendung zu finden.
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Die Statistische Korrespondenz veröffentlicht eine Uebersicht über die Selbstmorde in Preußen im Jahre 1924. Danach starben im Jahre 1924 durch Selbstmord 8590 Personen. Die Selbstmordziffern des Jahres 1924 übersteigen bei beiden Geschlechtern die des letzten Vor- kriegsjahres 1913. Bemerkenswert ist., daß die Zahl der Selbstmörder über 60 Jahre im Jahre 1923 gegenüber 1922 nicht unerheblich gestiegen ist. Es ist wohl zweifellos, daß gerade diese alten Leute der immer mehr zunehmenden Inflation vielfach zum Opfer gefallen sind.
lieber die Art der Selbstmorde ist zu sagen, daß sich im Jahre 1924 fast zwei Fünftel aller Selbstmörder durch Erhängen das Lehen nahmen. Nächst dieser Todesart wählten am häufigsten die Männer das Erschießen, die Frauen das Ertränken, bei beiden Geschlechtern kommen in fast gleicher Zahl Selbstmorde durch das Einatmen giftiger Gase vor. Die Ursachen zum Selbstmorde waren 1924 tn 1701 Fällen als unbekannt bezeichnet. Bei etwa der Hälfte der übrigen Selbstmordfälle waren Geistes- und Nervenkrankheitssälle ober körperliche Leiden, in 620 Fällen Nahrungssorgen und Arbeitslosigkeit angegeben.
Nach den vorläufigen Ermittlungen ist für 1925 ein weiteres Anschwellen der Zahl ber ^Selbstmorde auf mindestens 9000 Fälle zu erwarten.
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sk. Berlin, 8. Sevt. Da bei Sröffnuna Verkäufe des Publikums nicht in dem befürchteten großen Ausmaße erfolgten, war die Stimmung etwas freundlicher, und die Kurse zeigten bei Deckungen leichte Erholung bei allerdings sehr ruhigem Geschäft. Die Kursbildung ist aber in ihrer Gesamtheit noch unregelmäßig. Riebeck, Rheinstahl, Rheinische Braunkohlen 2 bis 3 Prozent höher, Kahlbaum 11 Prozent niedriger. Tendenz freundlicher.
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Briefkasten der Schriftleitung.
H. in G. Gebühr für den Strafbescheid für das Verwaltungsstrafverfahren ist nach einem Gutachten des Reichsfinanzhofs von dem Sei» urteilten nicht zu erheben, wenn nachher wegen einer Steuerzuwiderhandlung durch Urteil des Gerichts auf Strafe erkannt worden und das Urteil rechtskräftig geworden ist.
Geschäftliche Mitteilung.
„Schwan im Blauband." Diese kombinierte Bezeichnung wurde seinerzeit für die bekannte Feinkostmargarine mit Rücksicht auf den Warenzeichenfchutz gewählt. Nachdem aber vor einigen Monaten der Firma van den Bergh's Margarine-Gesellschaft m.b. H. das Warenzeichen „Blauband" geschützt worden ist, wird iyre Feinkostmargarine seither unter der alleinigen Bezeichnung „Blauband" in den Handel gebracht. Die Aenderung der Markenbezeich. nung ist also aus vollständig freiepi Ermessen und ohne irgend welchen äutzere?« vor- aenommen worden.