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Marburger Tastsanzeiger

ßefUche LandrAilung

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Mittwoch.

W S. 6t* 1926

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M. Nr. 5015. — Sprechzeit lex Redaktion von 10—11 und

%1—1 Uhr.

AmLSrMsmm m Genf

VerWilkung der Ausnahme §eu!jch!anbs mit ter Vermehrung der KnMe

9-zug Berlin-Stuttgart entgleist

ff. Stuttgart, 8. Sept. Wie die Reichs- ha-ndirektion Stuttgart mitteilt, ist der D-Zug zz Berlin — Stuttgart gestern abend bei Osterburken entgleist. Ertötet wurde »jemand. Bis jetzt sind nur einige Leichtverletzte gemeldet worden. Die Ursache der Entgleisung steht noch nicht leit

Die Seuche der Eisenbahn-Attentate.

Osnabrück, 7. Sept. (TU.) Zwischen den Haltestellen Eversburg und Versen der Kleinbahnstrecke Osnabrück—Rheine, wurden Sonntag bei allen drei Vormittags­.zügen Schwellen und Steine auf die Gleise gelegt. Gestern nahm die Osna­brücker Polizei im Walde in der Nähe der ftaglichen Stelle einen etwa 20jährigen zur Zeit arbeitslosen Malergesellen fest, der bei seiner Vernehmung zugab, die Ta- stn verübt zu haben.

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SÄ SeMönst ter

OsiMmMittr

Gestern früh meldete sich Schlesinger, wie wir bereits kurz mitteiltcn, freiwillig mit dem Begehren, aus dem Gefängnis dem Kommissar vorgeführt zu werden, um ein Geständnis ab- zulegen. Schlesinger, .ein mittelgroßer, ver­hältnismäßig gutgeklerdeter Mann mit Kunst- lcrlocken gab zunächst folgendes an:

In Regland bei Obersüorf im Allgäu war er bis zum Juni d. Js. in einer Familie Haus­lehrer . Nachdem er durch Verleumdungen und Intrigen diese Stellung verloren hatte, ging er auf Wanderschaft, um sich über die Schweiz nach Spanien zu begeben. Dorthin zog es ibn, weil er sich auch mit Malerei beschäftigte. Etwa am 5. Juni lernte er im Asyl zu Fried­richshafen Willi Weber kennen. Mit die­sem durchwanderte er, .nachdem er aus der Schweiz ausgewiesrn war, Deutschland. Die beiden kamen zeitweilig, wieder auseinander und trafen sich ungefähr am 20. Juni in Karls­ruhe wieder. Weiter wandernd kamen sie mehr und mehr herunter und verfielen auf den Gc- banken,

sich durch irgendeine Gewalttat Geld zu verschaffen.

Eo dachten sie daran, auf den Chausseen Autos anzuhalten und die Insassen 8u berauben. Ob sie derartige Pläne aus- gesührt haben, steht noch nicht fest. An der Eisenbahn entlanggehend, fanden die Wander­burschen in der Nähe des Tatortes von Leiferde einen Schlüssel ,wie ihn die Eisenbahnarbeiter gebrausten. Einen zweiten stahlen sie aus einer Wärterbude.

Als dann die Dunkelheit gekommen war, Machten sich die beiden Burschen an ihre Ver­brecherarbeit, indem sie die Schrauben locker­ten und die Laschen lösten. Inzwischen war es Nacht geworden . Sie legten sich jetzt unweit der späteren Unfallstelle an den Bahn­damm, um das Ergebnis ihrer Arbeit abzu- Marten. Wenige Minuten nach 2 Uhr kam ter Berlin—Kölner D-Zug, dessen Entglci- ßmg eine so furchtbare Katastrophe wurde. Die beiden Verbrecher konnten aber ihre Raubabsichten nicht,ausführen, da M eine große Anzahl, und zwar die Mehrzahl °er Fahrgäste, unverletzt geblieben war' und sofort nach allen Seiten aus den Wagen her­ausströmten, so daß sie befürchten mußten, bvn den Bahnbeamten und Fahrgästen gefaßt und festgenommen zu werden. Sie sind dann unverrichteter Dinge geflohen.

AuK Steter stMt

Während Schlesinger sich bald zu einem Ge- uändnis bequemte, hat Willi Weber erst am gestrigen Dienstag in den Mittagsstunden die »erbrecherische Tat gestanden. Als ihm die protokollierten Aussagen des Schlesinger vor­gelesen wurden, brach er schluchzend zusammen und gab zu, daß sowohl Schlesinger, wie er und sein Bruder Walter, der bekanntlich in Hannover verhaftet ist, alle drei zusammen «n Wartesaal des Lehrter Bahnhofes genau den Plan einer Zugentgleisung mit darauffolgendem Raub be- lvrochen haben. Der Bruder Walter sei aber dann zurückgetreten, und er habe im herein mit Schlesinger das Attentat durch- gesührt. In vielem decken sich die Tarstellun- fien, in manchem gehen sie auseinander, d. h., einer schiebt die Hauptschuld

Die für Genf zusammengestellte deutsche Dele­gation wird voraussichtlich heute abend Ber­lin verlassen und am Donnerstag in Genf eintreffen. Wenn auch offizielle Mitteilungen aus Genf über den Tag der Aufnahme­feierlichkeiten noch nicht eingetrosfen sind, so rechnet man doch bestimmt damit, daß der Auf­nahmeakt am Freitag, den 10. September, vor sich gehen wird. Wahrscheinlich wird noch heute im Laufe des Nachmittags eine K a b i - nettssitzung stattfinden, die nckch ein­mal die politische Lage, soweit sie die deutsche Aufnahme in den Völkerbund betrifft, prüfen und auch die Richtlinien für die Erklärungen festlegen wird, die Dr. Stresemann als Ant­wort auf die Begrüßungsrede in der Bollver­sammlung des Völkerbundes abgeben wird. Be­kanntlich wird die Begrüßung durch den Präsi­denten der diesmaligen Dollversammlung, den jugoslawischen Außenminister A i n t s ch i t s ch, • erfolgen. Diplomatischer Gepflogenheit ent­sprechend wird man sich über den Inhalt der zu wechselnden offiziellen Reden vorher ver­ständigen.

Rach der von Briand geäußerten und auch in den übrigen Dölkerbundskreisen vorherr­schenden Auffassung können sich für die Aufnahme Deutschlands Schwie­rigkeiten kaum noch ereignen. An­ders verhält es sich mit der Frage, in welcher Form die Dölkerbundsversammlung die Ratsreform auf Grund der Dorschläge der Studienkommission erledigen wird. _ Schon seit einigen Tagen macht sich in Genf hierüber eine gewisse Skepsis geltend, da vor allem von französischer Seite versucht wird, Stimmung dafür zu machen, daß die Dvllversammlung gleichzeitig mit der Erledigung des deutschen Aufnahmegesuches auch hinsichtlich der nicht­ständigen Ratssitze die erforderlichen Wahlen vornimmt, so daß u. a. Polen gleich­zeitig mit Deutschland seinen Sitz im Dölkerbundsrat einnehmen könnte. Rach neue­ren Meldungen aus Warschau scheint übri­gens Polen eine dahingehende Forderung ge­stellt zu haben, die offenbar auch von fran­zösischer Seite unterstützt wird. Diese Auf- fassung findet eine gewisse Bestätigung durch eine Auslassung des offiziellen Organs des Marschalls PilsudSki, .Glos Prawdy", das die gleichzeitige Aufnahme Polens mit Deutsch­land in den Dölkerbundsrat als „®rund - forderung" bezeichnet, von der Polen nicht zurücktreten könne. Wörtlich sagt das Blatt: ^Deutschland darf niemals ohne Polen im Dölkerbund vertreten sein. Deutschland wird versuchen, die polnischen Rechte anzu- tästen, und das muh auf alle Fälle verhindert werden." Auch aus einer Aeuherung Bri- and's einem deutschen Journalisten in Genf gegenüber läßt sich entnehmen, dah Briand auf Deutschland einzuwirken versucht, sich die­ser polnischen Forderung nicht zu widersetzen.

Andererseits macht sich aber eine starke Mißstimmung gegen diese pol­nische Forderung geltend, so dah man zweifelhaft sein kann, ob die französisch-polni­schen Bestrebungen in der Dollversammlung des Dölkerbundes die erforderliche Unterstüt­zung finden werden. Welche Stellungnahme die deutsche Regierung zu dem polnischen 03er­langen einnehmen würde, ist noch nicht klar, da sich mit dieser Frage das Kabinett noch nicht beschäftigt hak. Wir glauben aber dahin unterrichtet zu sein, dah man deutscherseits formell gegen die Derbindung des deut-

immer auf den anderen. Die Klä­rung dieser Widersprüche kann erst in einer Konfrontation der beiden erfolgen.

Ter Plan, Automobile auf den Land­straßen zu überfallen und die Insassen aus­zurauben, sei bei jedem Versuch mißglückt. Sie wurden immer mißmutiger, da es ihnen sehr schlecht ging. Sie mußten meistens im Freien nächtigen. In Leiferde hatten sie ihre Lagerstätte in einer* Wärterbude, die leer stand, aufgeschlagen. Ihr Gedanke war, e i n e n P o st z u g zur Entgleisung zu brin­gen, um ihn zu berauben. Den Plan der Zugentgleisung hätten sie beide von langer Hand

mehrere Tage hindurch vorbereitet.

Tie entsetzliche Eisenbahnkatastrophe ereig­nete sich bekanntlich in der Nacht vom 18. zum 19. August. Aber schon in der Nacht vorher, vom 17. auf den 18. August, hätten sie beabsichtigt, das Atten-

schen mit dem polnischen Ratssitz Einspruch er­heben würde, da das den getroffenen Ver- einbarungen widerspräche. Andererseits wird man daraus jedoch keine Kabinetts- frage machen, falls sich ergeben würde, dah unter Umständen die Schwierigkeiten, die noch nicht einmal gänzlich beseitigt sind, im verstärkten Mähe die Einigkeit des Dölkerbundes werde erschüttern können. Auf keinen Fall würde aber zu erwarten fein, dah etwa Deutschland allein gegen den polrn- schen Anspruch Protest erheben würde, der tu Wahl.Polens unmöglich machen könnte.^ Man erwartet übrigens in unterrichteten Kreisen, dah man einen Mittelweg wählen wird, indem zwischen der Zuweisung eines ständigen Rats- sitzes an Deutschland und der Wahl Polens für einen nichtständigen Sitz wenigstens eine Zeitspanne von zwei Tagen liegen wird.

Genf, 7. Sept. (WTB.) Im ersten Ver- fammlungsausschutz (Rechts- und Verfassungs- ftagen) gab der Vorsitzende des Ausschusses, Motta, über den Sinn der Vorschläge des Vorstandsbüros eine längere Erklärung ab. Er gab bekannt, daß der frühere Ratspräsident Benesch dem Vorstandsbüro die Mitteilung machte, daß die Einstimmigkeit für die Entschließung des Vöikerbnndsrates am letz­ten Sonnabend nur unter der Voraus­setzung verwirklicht werden konnte, dah die drei Fragen: Annahme Deutschlands, Zu­erkennung eines ständigen Ratssitzes und Ver­mehrung der nichtständgen Ratssitze von 6 auf 9 als ein unzertrennbares Ganzes betrachtet werden. Daraus ergebe sich, dah zur glei­chen Zeit, in der die Völkerbuodsversamm- lung die Frage der Ausnahme Deutsch­lands und die Zuteilung eines ständigen Ratssitzes an Deutschland behandele, sie auch die Frage der Vermehrung der nicht­ständigen Ratssitze behandeln müsse. Unter diesen Umständen habe das Büro es für seine Pflicht gehalten, morgen von der Völker- bundsversaminlung zu verlangen, dah sie die drei Punkte ohne Verweisung an irgendeinen Bersammlnngsausschutz in einem einzi­gen summarischen Verfahren be­handele. Motta fügte hinzu, sollte wider Er­warten die Versammlung morgen vormittag anderweitig beschließen, so würde daraus fol­gen, dah die drei Punkte an einen Versamm- lungsausschuh überwiesen werden mühten.

In neutralen Genfer Kreisen wird dieser Plan lebhaft besprochen und seine Verwirklich­ung für einen glatten Sieg der Briand- s ch e n These angesehen, dah Polen gleich­zeitig mit Deutschland in den Rat ausgenom­men werden müsse. Entscheidend dafür sei fol­gender Gesichtspunkt: Wenn eine Vermehrung der nichtständigen Ratssitze gleichzeitig mit der Zuteilung des ständigen Sitzes an Deutschland erfolge, so würde der Rat schon verän­dert sein, wenn Deutschland in ihn e i n t r e t e. Es sei hierbei ganz gleichgültig, dah Deutschland bei den Beratungen der Stu­dienkommission anwesend gewesen sei. Denn es habe sich dort der Stimme enthalten in der Annahme, dah ihm in der Vollversammlung Gelegenheit geboten sein würde, sich , zu äußern. Das sei ihm aber bei einer Verwirk­lichung des Planes des Vorstandsbüros un­möglich. Wenn Dr. Stresemann in Genf eintreffe und seinen Platz einnehme, werde er sich bereits Beschlüssen der Voll­versammlung gegenübersehen, an denen er nichts mehr ändern könne.

tat auszuführen. Damals sei es ihnen aber mißlungen. Um den Zug zur Entglei­sung zu bringen, hätten sie einen Hemm­schuh, (wie ein solcher ja auch am Tatort gefunden worden ist), einen Pflock und mehrere Bretter über die Gleise gelegt und nun das Eroebnis abgewartet. Der Zug sei aber glatt über die Hemm- n isse hinweggefahren. ohne daß überhaupt von dem Zugpersonal etwas be­merkt worden fei. Deshalb beschlossen^ sie, durch Lösen der Schrauben und Laschen in der folgenden Nacht einen anderen Zug zur Entgleisung zu bringen. Sie arbeiteten vom Einbruch der Dunkelheit an ununter­brochen. Sie schraubten Mutter um Mutter los und lösten dann die Laschen. Wenn ein Zug kam, zogen sie sich in den Graben zurück, und daran, daß die Züge ohne jede Gefahr über die schon ge­lockerten Schienen gingen, ersahen sie, dah sie noch viel Arbeit leisten müß­

ten, bis ihnen ihr Vorhaben gelingen würde. Erst nachdem sie e ine ganze Anzahl Schrauben und Muttern gelöst und zwischen die beiden Verbindungsschienen

eilten Stein eingeklemmt

hatten, fei ihnen ihr Vorhaben gelungen.

Die Verbrecher hatten sich alle pas­sierenden Züge notiert. Ursprünglich wollten sie den Berlin-Amsterdamer D-Zug zur Entgleisung'bringen. Dieser passierte die Unglücksstelle eine halbe Stunde vor dem D-Zug, der dann das Opfer der Katastrophe wurde. Die Schrauben und La­schen waren bereits gelöst, als der Amster­damer Zug darüber hinwegfuhr. Wie Schle­singer sagt, „stuckerte" der Zug et­was, aber er über wand glatt das Hindernis. Nach Passieren dieses D- Zuges rissen beide bieg dotierten Schienen mit einem notdürftig herge st eilten Hebebaum weiter auseinander und preßten auch eine Lasche dazwischen mit dem Erfolg, dah nunmehr eine Oesfnung entstan­den war, durch die der D-Zug dann zur Entgleisung kam. Sie hörten

das Jammern und Schreien der Fahrgäste des verunglückten Zuges und auch das Pfei­fen der Lokomotive und eilten i mersten Entsetzen davon. Dann aber kamen beide, teils aus Neugierde, teils auch um zu sehen, ob sie ihre ruchlosen Absichten durchführen könnten, an die Unfall­stelle zurück. Sie sahen in dem Feuer­scheine auch schon die Eisenbahner umher- laufen, so daß sie nunmehr schleunigst die Flucht ergriffen.

Der Sachverständige der Eisen- bahndirektion Hannover, Eisen­bahninspektor Brandt, der der Verneh­mung beiwohnte, bekundet, daß das Ge­ständnis Schlesingers in allen Teilen glaubwürdig sei und sich mit den bisherigen Ermittelungen der Eisen­bahn und der Kriminalpolizei absolut decke.

Der Lebenslauf der Verbrecher.

Heber den Lebenslauf der beiden Derbrecher erfahren wir, daß beide aus gutem Hause stammen. Schlesinger ist der Sohn eines inzwischen verstorbenen Stutt­garter Kaufmanns, dessen Geschäft sehr in Blüte stand. Der Sohn besuchte das Real­gymnasium bis zur Tertia. Rachdem er diese absolviert hatte, verließ er die Schule und setzte Musik- und Malstudien fort. Dann starb der Vater, und er selbst suchte sich eine Haus­lehrerstelle, die er auch im Allgäu in Bayern erhielt. Dort will er durch die Verleum­dungen der Töchter seines Drotgebers aus der Stellung gedrängt worden sein.

Weber ist der Sohn eines gleichfaUs in­zwischen verstorbenen Gastwirts in Schötmar. Auch er besuchte die Realschule bis zur Tertia. Die Eltern waren durchaus einwandfreie und anständige Menschen, die sich höchster Achtung in dem kleinen Ort erfreuten, während der Sohn schon als Knabe als ein Tu­nichtgut galt. Rach dem Tobe des Va­ters gab die Mutter das Geschäft auf. Der Verhaftete will seit 1925 seine Mutter nicht mehr gesehen haben. Als er sich damals zu­letzt daheim befand, wurde er dabei ertappt, wie er einen

Einbruch in di« Schökmarer Stationskasie machte. Wegen feiner Jugend wurde er nur z u 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Rach Verbüßung der Strafe ging er nach Ber­lin, wo er bei den Berliner Elektrizitätswerken kurze Zeit arbeitete. Dann trieb er sich stel­lungslos bis Februar 1926 umher, und da er, wie er sagt, das Betteln nicht verstanden hatte, ging es ihm recht schlecht, so daß et sich auf die Wanderschaft begab. So kam er auch wieder nach Schötmar, um die Mutter zu be­suchen, fand sie aber nicht mehr vor. Sie war, unbekannt wohin, verzogen.

Ist enWignng ter Svstr

Berlin,?. Sept. (TU.) Zur Entsch ä- digungsfrage teilt die Reichsbahn nut, daß sie auch trotz der Aufklärung des Atten­tats ihren Standpunkt, wonach sie den bil­ligen Entschädigungsansprüchen der Opfer oder ihrer Anverwandten n ach- ko m m e n würde, aufrecht erhält. Es wird betont, daß die Deutsche Reichsbahngesellschaft in diesem Falle nicht nach fiskalischen und rein rechtlichen Grundsätzen vorgehen wolle, nach denen bekanntlich der Reichsbahngesell­schaft bei Attentaten eine Entschädigung nicht auferlegt ist, sondern daß sich die Verwaltung von sämtlichen menschlichen Erwägungen lei­ten laste und die Opfer und Hinterbliebenen f o entschädigen werde, als ob die Deutsche Reichsbahngesellschaft für das Un­glück verantwortlich fei-