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Nr. 20«

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DiePreußen" in Wllau

P i I l a u, 2. Sept. Das MotorschiffPreu- Ben ist Donnerslag mittag vier eingelaufen. Bei der Begrüßung gab der Vertreter der. Reichs- und Staatsbebörden der Hoffnung Ausdruck, daß diePreußen" mit jeder Fahrt die Bande fester knüpfen werde zwischen Ost­preußen und der Mitte des Reiches. Vizepräsident Dr. Herbst- Königsberg hieß in seiner Erwiderung das Schiff, seine Füh­rung und Besatzung und seine Gäste an der ostpreußischen Küste willkommen. Oberpräsi­dent L i p p m a n n sprach namens der Provinz Pommern und brachte ein Hoch auf Ost­preußen aus.

Dir Kommunisten verlangen Zurückziehung des Severins-Erlasses.

fk. B e r l i n, 3. Sept LautRoter Fahne" bat die kommunistische Fraktion des Preußi­schen Landtags einen Dringlichkeitsantrag ein­gebracht, der die sofortige Zurückziehung des Erlasses des Ministers des Innern Severins über öffentliche Kundgebungen verlangt.

Paris, 2. Sept. Der Vertreter der Agen­tur Havas in Genf erklärt in der Lage zu sein, mitzuteilen, daß die Madrider Regierung, ohne den Beschluß des Völkerbundsrats über die vom Ratsausschud ausgearbeiteten Vorschläge betreffend die Sitze abzumarten, beschloßen habe, bereits jebt bekannt zu geben, daß sie sich an den Arbeiten des Völkerbundes des­interessiere. Binnen 24 Stunden werde der Generalsekretär des Völkerbundes eine amtliche Note der Madrider Negierung erhalten, die diesen Beschluß bekannt gebe.

Bermittlungsaktion des Papstes.

fk. Paris, 3. Sept. Die Blätter mel­den aus Rom, daß der Pap st gestern eine Unterredung mit dem gegenwärtig in Rom weifenden N u n t i« s i n M a d r i d hatte, deren Gegenstand die Haltung Spaniens zum Völkerbund war. Der Nuntius wird, wie es in der Blättermeldung heißt, sofort nach Madrid zurückkehren und dort eine Audienz sowohl beim König als auch bei Primo de Rivera nachsuchen, denen er erklären werde, datz nach Ansicht des Vatikans sowohl im Interesse der katho­lischen Kirche als auch im Interesse des Friedens Spanien Mitglied des Völker- b u »des bleiben müsse, Tic Demarche des päpstlichen Nuntius soll die Form eines persönlichen Appells des Papstes an den König von Spanien haben.

TU. Genf, 2. Sept. Die Studienkom­mission behandelte in ihrer heutigen ab- schließenden Sitzung noch einmal das gestern beschlossene Projekt der Erweiterung des Bölkerbundsrates, Die Sitzung, in de* dem Bericht die letzte Redaktion gegeben werden sollte, dauerte von 6 bis 8 Uhr abends. Es gelang nicht, «ine Einigung herbeizuführen. Dadurch ver­lor die Sitzung ihren ursprünglich formalen Charakter einer letzten Besprechung und be­kam einen hochpolitischenAnstrich. Ueberraschenderwcise wurde von eng­lischer Seite der V e r-s u ch e i n e s 1 e tz- ten Druckes auf die sp an i sch e Re- gi e r u n g unternommen, indem in den Bericht ein Passus aufgenommen werden sollte, der besagt, datz die Studienkom­mission alle nur denkbaren Versuchs ge­macht hätte, den spanischen Wünschen ent- geaenzukommen, doch leider ohne Erfolg Sie könne die Ansprüche Spaniens auf einen ständigen Sitz im Augenblick nicht an­erkennen. Der spanische Gesandte Pala­cios, der zu der Sitzung der Studien­kommission erschienen war, sprach sich gegen die Einfügung dieses Pasius in den Text aus, da die Tatsache bestehen bleibe, datz

Nr. 207 61.3m Marburg a. Lada

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1 Eoldmark = '/«,-Dollar.

Berg in Berlin ein, um bem preußischen Staatsministerium einen neuenVorschlag in der Angelegenheit der vermögensrechilichen Auseinandersetzung zwischen dem Staat und dem ehemaligen Königshaus zu unterbreiten. Er hat in Doorn alle strittigen Fragen mit dem vormaligen Kaiser eingehend besprochen und auf Grund dieser Besprechungen den neuen Vergleichsvorschlag abgefaßt. Das Haus Hohenzollern erklärt sich, derBörsenzei­tung" zufolge, zur Rückgabe einer Reihe von Besitzungen bereit, die vor allem geschicht­liche und /kulturelle Bedeutung haben.

0n Vertrag zwischen RuUlmb, Kernen und der Türkei?

fk. London, 3. Sept.Times" be­achtet aus Konstantinopel: Obwohl eine amtliche Bestätigung fehlt, besteht die An- «ahme, datz ein Vertrag zwischen der türkischen, der persischen und der Sowjetrsgierung vor dem Abschluh steht. Auch Moskau meldet eine Zusammenkunft zwischen dem dortigen türkischen Botschafter, dem persischen diplo­matischen Vertreter nnd Tschitscherin. Es wird als wahrscheinlich angesehen, datz der Hauptgrundsatz des Vertrages Neutralität sein werde.

MWrrung drr DamAMn

Berlin, 2. Sept. (WTB.) Wie die Blätter melden, ist zwischen dem Reichsfinanz­minister und dem Generalagenten für die Re­parationen Parker Gilbert eine wichtige Abänderung des Dawesplanes ver­einbart worden, die die Zustimmung der Reparativnskommissi on gefunden habe. Rach dem Dawesplan war ein be­sonderes alskleiner Besserungs­schein" bezeichnetes Verfahren vorgesehen, wonach im Falle einer Erhöhung der Ein­nahmen aus den Zöllen und unbestimmten in­direkten Steuern für das Reich in den Zähren 1926/28 ein Drittel davon bis zu einer Ge­samthöhe von 1/2 Milliarde Mark als Son­derreparation gezahlt werden sollte.

Auf Grund der vereinbarten Abänderungen werden nun statt der 500 Millionen Mark, die als Zusatz lei stun g in den Wintern 1927 und 1928 (also in zwei Zähren) zu zahlen wären, vom 15. Oktober, 19 2 6 an 300 Millionen Mark gezahlt, und zwar in zwölf Monatsraten von 18 Millionen steigend bis zu 34,8 Millionen. Diese Zusah- leiftungen werden nicht in bar transferiert werden, sondern in Sachlieferungen ge­leistet. Die Summe soll voll zu Bestellungen bei der deutschen Industrie verwandt werden. Eine weitere für die Deichsfinanzverwaltung nicht unwesentliche Vergünstigung besteht darin, daß die Einnahmen aus den ver­pfände t^n Zöllen und Verbrauchssteu­ern künftig direkt an die Reichstasse fließen und daß die Reparationszahlungen daraus erst 45 Tage später abgezogen werden dürfen. Daraus ergibt sich eine Verbesse­rung der Liquidität der Reichs- lasse.

Ergänzend wird den Blättern mitgeteilt: Das neue Abkommen entlastet den Reichsetat, denn schon im Vertragsetal für 1926/27 würden 37,8 Mill, erspart. Sür den nachfolgenden Etat ergebe sich eine Er­sparnis von 58 Millionen, die sich für das Statsjahr 1928/29 auf 104,2 Millionen per» größere. Das Abkommen enthalte keine irgendwie geartete politische Son- dermaßnahme in der Richtung, daß Deutschland auf anderem Gebiete irgendwelche Verpflichtungen auf sich nehmen müsse, son­dern es sei lediglich aus dem Willen gegen­seitiger Verständigung geschlossen. Durch die­ses Abkommen verringerten sich die Ver­pflichtungen im Etat um 145,8 Millionen. Es sei möglich, wenn sich die Augusteinnahmen der Reichskasse ebenso günstig wie die Zuli- einnahmen entwickelt haben sollten, von einer Emittierung von Schatzwechseln abzusehen. Das Reich beabsichtige auch vorläufig nicht an i dem Geldmärkte wegen eines größeren Anleihebetrages hervorzutreten. Die durch das neue Abkommen mit dem General­agenten bewirkten Erleichterungen würden die gesamte Wirtschaftslage günstig beein­flussen.

k Milliarde 220 Millionen Eoldmark bezahlt!

Berlin, 2. Sept. Mit der am Mittwoch früh erfolgten Zahlung von 45 Millionen Tvldmark durch die DeutscheReichs- bahngesellschaft hat Deutschland den vollen Betrag der im Sachverstän­digenbericht für das zweite Zahr vorgesehenen 8ahreszahlung von einer Milliarde 220 Millionen Goldmark erlegt.

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die spanische Forderung auf einen ständigen Ratssitz nicht erfüll: sei. Brouquöre (Belgien) versuchte darauf dem englischen Vorschlag eine andere Fassung zu geben. Um 8 Uhr abends wurde die Sitzung auf Freitag vormittag 10 Uhr vertagt, um einem Redaktionsausschutz, be­stehend aus Motta (Schweiz), Lord Ceci! und dem Generalsekretär des Völkerbundes, Gelegenheit zu geben, die einzelnen Vor­schläge zum dritten Male zu redigieren.

Air mle MWWng

Genf, 2. Sept. Der Bölkerbundsrat hat heute vormittag um 11 Uhr seine 41^ Tagung mit einer nichtöffentlichen Sitzung eröffnet. Spanien hatte keinen Vertreter ent­sandt. Diese Geheimsitzung galt dem Verneh­men nach nicht wie sonst üblich, der Regelung administrativer Fragen, sondern'einer @ r ft» besprechung über die durch die spani­sche Demonstration geschaffene Lage.

Au? der um 11.50 Uhr unter dem Vorsitz des tschechoslowakischen Ministers des Auswär­tigen Bene sch beginnenden öffentlichen Ratssitzung sind vertreten: England durch Chamberlain, Frankreich durch Sri» and, Italien durch Scialoja, Japan durch I s h i i, Belgien durch Vandervelde, Schweden durch U n d e n und Uruguav durch G u a n i. Die beiden weiteren nichtständigen Ratsstaaten Brasilien und Spanien sind n i ch t v e r t r e t e n. Es wurden zunächst die Berichte der Bölk.rbundsnnsschüsse für Hv- gienesragen und zur Bekämpfung des Handels mit Opium genehmigt. Um 12.20 Uhr wurde nach Absetzung des B'richts der ständigen Mandatsiornmission des Völkerbundes über ihre 9. Tagung von der 'Tagesordnung und nach Genehmigung zvxitr B.wichte über Kinderschutz und Verkehrs- und Transit fragen die öffent­liche Sitzung aufgehoben. Die nächste östent- liche Sitzung ist auf Freitag, nachmittags 3.30 Uhr. angesetzt.

Das ganze Jut?tessc in Genf gilt der spa­nischen Frage, sodaß die öffentliche Sitzung allgemeiner Interesselosigkeit be­gegnete.

MM, M 3. öeplbk. 1926 Dir ^vberhessische Zeitung" er- <Hrint sechsmal wöchentlich. Be- «rgspreis monatlich 2 GM. aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch ttePost2^5 GM.Für etwa infolge Streiks, Mafchinendefekte oder elementarer Ereigniffe ausfallende Mumme«' wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Hitzeroth, Druck der Unib.-Buchdruckerei b. g,6. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt £ M- Nr. 5015. Sprechzeit jer Redaktion von 1011 und ij,l1 Uhr.

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Berlin, 2. Sept. TieBörsen; itung" meldet: Am Sonnabend trifft der General­bevollmächtigte des Hauses Hohenzollern v-

Die Sitzung des Reichskabinetts.

Berlin, 2. Sept. Das Reichskabinett bat sich in feiner heutigen Sitzung,«, a. mit der Frage der deutschen Vertretung auf der Völ- kerbundstagung in Genf befaßt. Es wurde be­schlossen, datz der deutschen Vertretung als Delegierte angeboren sollen: Reichsauben- minister Dr. S t r e s cm a n n, Staatssekretär Dr. p. Schn b-c r t und Ministerildirektor Dr. Gaus. Die Delegation wird ferner die Reichstagsabgeordneten Graf Vernstorff (Sem.), Dr. Breitscheid (Soz.), Dr. K a a s (Zentr.) und Freiherrn »- Rhein- Haben (D. B. P.), die Staatssekretäre Dr. Pünder und Weismann, die Ministe­rialdirektoren Dr. Kien und Dr. Schäffer sowie Sachverständige aus verschiedenen Mi­nisterien umfassen.

Mil Md Sich

Die Reichsregierung ist noch im Laufe der Nacht von'Mittwoch auf Donnerstag telephonisch von den deutschen Vertretern in Genf über den Stand der Dinge unter­richtet worden, wie er sich aus den öffent­lichen Verhandlungen und intimen Bespre­chungen ergeben hat. Auf Grund dieser Mitteilungen glaubt man in zuständigen Kreisen die Läge als geklärt ansehen zu können, soweit es sich um die Frage des deutschen Eintritts und der Zuweisung eines ständigen Ratssitzes an Deutschland handelt.

Trotz dieser an sich für Deutschland gün­stigen Entwicklung der Verhältnisse in Genf ist man angesichts der spanischentzal- t u u g nicht restlos befriedigt. Diese letzte Entscheidung ist allerdings bis zur Stunde noch nicht gefallen. Ob das, wie in einem Teil der Presse angedeutet wird, mit neuen Besprechungen des spanischen Vertreters in Genf mit Chamberlain und Briand zusam- menhängt, ist authentisch nicht zu erfahren. In amtlichen Kreisen neigt man mehr der Auffassung zu, daß Spanien von feinem bisher eingenommenen Standpunkt, alles oder nichts, unter Berücksichtigung der be­sonders in der öffentlichen Sitzung des Studienausschusses zutage getretenen Stim­mung Spaniens gegenüber insofern ab­gegangen ist, als es sich unter Zurückziehung von einer aktiven Mitarbeit im Völkerbund vorübergehend lediglich als passives Mitglied betrachten will. Jedenfalls würde Deutschland es aufs lebhafteste be­grüßen, wenn Spanien, mit dem es stets freundschaftliche Beziehungen unterhalten hat, dem Völkerbund erhalten bliebe. Dabei sind aber jene Andeutungen einer gewissen französischen Presse mit Entschiedenheit zu- rückzuweisen, als wünschte Deutschland Spa­nien lediglich als Ausgleich gegenüber Polen im Völkerbundsrat. Wenn derartige, An­deutungen in der französischen Presse $e» macht werden, so verraten jene Kreise ledig­lich, daß tatsächlich hinter den polnischen Ansprüchen sich gewisse französische Bestre­bungen verstecken, mit der polnischen Stimm« im Rat die deutsche unwirksam zu machen.

. In seiner Donnerstagssitzung hat sich das R e i ch s k a b i n e 11 mit den Genfer Fragen noch nicht entscheidend befaßt. Es sind noch nicht alle Minister in Berlin anwesend. Vorher will die Reichsregierung noch den mündlichen Bericht ihrer Vertreter in der Studienkommission entgegennehmen. Es ist unwahrscheinlich, datz beide zugleich nach Berlin kommen werden. Aller Voraussicht nach begibt sich nur Ministerialdirektor Dr. Gans im Laufe des Freitag nach Berlin, während Baron von Hoesch in Genf bleibt, wo ja seine Anwesenheit bis zum Eintreffen der offiziellen deutschen Delegation gewitz nicht nutzlos sein wird. Wahrscheinlich wird noch am Sonnabend das Reichskabinett den Bericht des Herrn Dr. Gaus entgegennehmen und daran anschlietzend seine Beschlüsse fassen. Man erwartet in Berlin, datz nun­mehr nach dem Verlauf der Beratungen der Studienkommission die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund program mäßig erfolgen dürft«.

Bevor die deutsche Völkerbundsdelegation unter Führung Dr. Stresemanns nach Genf abreist, wird sich das Reichskabinett noch­mals versammeln, um die Gesichtspunkte aufzustellen, die bei der deutschen Erklärung gelegentlich des feierlichen Ausnahmeaktes berücksichtigt werden sollen. Wenn auch hierüber irgendwelche Beschlüsse noch nicht gefaßt sind, so darf doch schon gesagt werden, daß in der deutschen Erklärung auf den Geist hingewiesen werden wird, von dem nach den Loeamoberatungen so oft bie Rede »ar und der nach den damaligen Erklärungen vor allem Briands und Cham­berlains in Zukunft die Beziehungen zwi­schen den einstmals feindlichen Ländern be­herrschen soll. Auf Einzelheiten dürste sich aber die deutsche Erklärung nicht einlassen, da man den Aufnahmeakt nicht durch das Anschneiden wichtiger, der Lösung zuzufüh­render Probleme belasten will. Das schließt jedoch nicht aus, datz von deutscher Seite in Genf in vertraulicher Aussprache alle diese Probleme angeschnitten werden mit dem Hinweis, daß Deutschland als voll- berechrigtes Völkerbundsmitglied auch auf die würdige Behandlung Anspruch erheben wird, die in dem Völkerbundsstatut jedem Mitgliedsstaat zugesichert ist.

Der sozialdemokratische Parteitag.

fk. Berlin, 3. Sept. LautVorwärts" bat der sozialdemokratische Parteiausschuß m feiner Sitzung vom 2. September beschloßen, den nächsten Parteitag im Mai in Köln ab» zubalten.