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Nr. 2VS cl ;a*e. Marburg a. Laba
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Nonmrslag, bra 26. August 1926
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Siet neue Todesurkei'e in der Zuttei
London, 25. Aug. Wie aus Angora gemeldet wird, hat das Unabhängigkeitsgericht im zweiten Verschwörerprozok folgende Urteile gefällt: Die Angeklagten D s a v i d B e i, Dr. Nasin Bei, Hilmi Bei und Nail Bei wurden zum Tode durch den Strang verurteilt. Reffis Bei erhielt lebenslängliche Gefängnisstrafe. Der gesamte Besitz aller nationalen Verbände, die von der jungtürkischen Partei gegründet wurden, wird beschlagnahmt.
Die chlmMtn Wirken
Zur Hinrichtung von 14 chinesischen Vanliers in Mulden.
ft. London, 26. Aug. „Daily Mail« berichtet aus Tokio, die Hinrichtung von 14 chinesischen Bankiers in Mukden auf Befehl Tschangsolins wegen angeblicher Wäh- rungsspekulation habe in allen Vevölkerungs- kreisen Schrecken erregt und zur fast vollständigen Einstellung des Geschäft s l e b e n s in der Mandschurei geführt.
Eine Korrespondenz berichtet, dah fünf Bankiers am Donnerstag morgen durch Schüsse in de« Hinterkovf getötet worden seien, um die Gesichter zur nachfolgenden Schaustellung leicht kenntlich zu erhalten. Am Nachmittag seien 9 »eitere Bankiers an den ausgestellte« Leichen vorbei r« ihrer eigenen Hinrichtung geführt worden.
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Eriche Lage In ®$r.tien
ff. London, 26. Aug. Zn einer Reuter- mcldung heitzt es, einer französischen Quelle zufolge sei in Spanien eine sehr ernste Lage entstanden infolge der Forderung der Artillerieoffiziere, daß der König den Premierminister General P ri mo de Rivera entlassen solle. Als Antwort darauf unterbreitete Primo de Rivera dem König ei« Dekret, das das Artilleriekorps auflöst und die Prioatsabriken in Toledo und Trubia unter Zivilkontrolle stellt. Weiter wird mitgeteilt, der König habe sich geweigert, das Debet zu unterzeichnen und sei sofort nach Santander abgereist, wo die königliche Familie sich aufhalte.
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Kvnburiolis wieder Präsident etn ErieKenland
Athen, 25. Aug. General Kondilis und sämtliche Parteiführer, die sich Dienstag abend versammelten, erkannten einstimmig und in offizieller Weise Konduriotis als Präsidenten der Republik an. Infolge dieser Anerkennung veröffentlichte das Amtsblatt folgende Botschaft des Präsidenten an das Volk:
„Nach der Beseitigung der Diktatur übernehme ich von Dienstag ab dir Präsidentschaft wieder, zu der mich die hellenische Nationalversammlung berief.« Dieser Schritt wird von der Presie und der öffentlichen Meinung mit Genugtuung als ein geschichtliches Ereignis begrübt, das den besten Beweis für die innere Beruhigung und die Rückkehr zu einem «ormalen verfas- sungsmähigen Leben liefert.
Rekordfahrt eines holländischen Unterseeboots.
San Franzisko, 25. Aug. Das holländische Tauchboot K. 13 ist gestern hier eingetroffen. Die von ihm versuchte Strecke soll die längste sein, die zu befahren bisher von einem Unterseeboot versucht wurde. Das Fahrzeug hat Holland am 27. Mai verlassen. Es hat seinen Weg durch den Panamakanal genommen und wird nach einem 12tägigen Aufenthalt über Holländisch-Ostindien nach den Niederlanden zurückkehren. Die Offiziere i haben die Reise zu verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen benutzt. ———
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Paris, 25. August. Ter General E ch a r d , Direktor für körperliche Ertüchtigung im Kriegsministerium veröffentlicht im Petit Journal die Grundzüge eines neuen Gesetzes, das demnächst veröffentlicht werden soll und dessen Ziel es ist, durch militärische Jugenderziehung und Vorbereitung auf den Kriegs- dienst ein Aequivalent für die Abkürzung der Militärdienstzeit zu schaffen.
Artikel 1 dieses Gesetzes lautet wörtlich: „Bereits in der Schule soll die militärische Erziehung als Unterrichtsfach eingeführt werden. Auch nach Vollendung der Schule bleibt sie obligatorisch. Alle örtlichen Vereine werden kreisweise der Kontrolle von Offizieren unterstellt. Zwei Jahre lang vor Eintritt in die Armee wird so
jeder Man« im Zioilrock zum Soldaten
gemacht. Der zweite Grundsatz ist die Belohnung für die militärische Tätigkeit. ES sollen keine Strafen eingeführt werden, aber jeder junge Mann hat es in der Hand, durch besondere Tüchtigkeit seine militärische Dienstzeit abzukürzen, sich die Eignung zum Unteroffizier, ja zum Reserveoffizier zu erwerben, ehe er noch in die Armee eintritt. Sogar die Ausbildung für die Spe - zialwaffen (Maschinengewehre, Mechaniker, Feuerwerker usw.) soll schon vor der Dienstzeit geschehen."
Newyork, 25. Aug. Der Vorsitzende des Flottenausfchusses des Repräsentantenhauses, der Republikaner Butler, hat erklärt, das tote Sitzung des Reichttadiitetls
Berlin, 25. August. Entgegen anderslautenden Nachrichten dürfte nunmehr fest- stehen, daß das R e i ch s kab i ne tt im August nicht mehr zusammen- tritt. Das Kabinett hatte.bekanntlich zunächst in Aussicht genommen, etwa am 27. August wieder zu einer Sitzung zusammenzutreten. Das geschah in der Voraussetzung, datz die S t u d i e n k o m m i s s i o n über die Ratsfrage bereits am 24. August in Genf zusammentreten würde. Nachdem der Beginn der Sitzungen der Studienkommis- sion jetzt aber endgültig auf den 30. August verschoben worden ist, entfällt diese Voraussetzung. Die n ä ch st e Sitzung des Kabinetts wird daher erst während der Tagung der Studienkommission Anfang September stattfinden. Datz der deutsche Botschafter in Paris, Herr v. Hoesch, wiederum die deutsche Reichsregierung auf der Studienkommission vertreten wird, ist inzwischen endgültig sestgelegt worden.
Aus der Tatsache, datz das Reichskabinett vor Anfang September keine Sitzung abhält, darf jedoch keineswegs geschlossen werden, datz die Erklärungen, die der Reichsaußenminister Dr. Stresemann am Donnerstag vormittag im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages abgegeben hat, etwa nicht im Einverständnis mit dem Kabinett stünden. Vielmehr entspricht der Vortrag des Reichsautzenministers den Ausführungen, die er vor acht Tagen im Kabinett den übrigen Mitgliedern der Reichsregie- rung über die außenpolitische Lage gemacht hat. Im übrigen steht das Ressort de- Auswärtigen Amtes mit den übrigen Regierungsressorts dauernd in engster Verbindung, so daß eine besondere Kabinettssltzung etwa zur Vorbereitung der Erklärung des Reichsaußenministers als überflüssig erscheinen kann. *
Spaniens Anspruch auf Sänget
London, 25. Aug. Die „Time s« weist in einer Meldung aus Tanger darauf hin, datz die französische Handelskammer in Tanger gegen den von Spanien geltend gemachten Anspruch auf Tanger bei der französischen Regierung Protest eingelegt habe. Der Berichterstatter des Blattes bemerkt dazu, daß
Versagen der europäischen Mächte bei der Zustimmung zu einer wirklichen Entwaffnungskonferenz bereite ihm Unruhe. Amerika , würde dadurch gezwungen, in naher Zukunft aus Gründen der Vorsicht ein verstärktes Flottenprogramm anzunehmen. Amerika kenne die Lage der Rüstungen der übrigen Weltmächte. Wenn die einzelnen Nationen ihre Rüstungen nicht weiter herabfetzten, könnte Amerika nur eins tun, nämlich weitere Schiffe bauen, soweit dies das Washingtoner Programm erlaube. Wörtlich faßte Butler feine Erklärungen in der Parole zusammen:
„Entweder weitere Herabsetzung der Rüstungen durch gegenseitige Abmachungen oder Ausbau unserer Rüstungen."
Weiter sagte Butler, seine Stellung zwinge ihn, Europa stärkstens zu beachten, er sehe aber dabei nur, datz alle Bewegungen für die Abrüstungen fehlfchlügen. Im Hinblick auf die Lustrüstungen habe der Kongretz seine Pflicht getan.
X
London, 25. Aug. Der dipkdmatische Korrespondent des „Daily Telegraph" stellt fest, datz die vorbereitende Abriistungskommisston in keinem Punkte von grötzerer Bedeutung einmütige Beschlüsse habe fassen können. Dieser Fehlschlag müsse im Lichte der kürzlich von dem amerikanischen Staatssekretär Keilog gehaltenen Rede betrachtet werden. Typisch für die üblichen Meinungsverschiedenheiten fei die Abstimmung der Unterkommission in der Frone der Kontrolle der nationalen i!i ü st ungen durch internationale Kommissionen gewesen.
dieser Schritt kaum als ein Zeichen für die Politik der Einigkeit zwischen Spanien und Frankreich betrachtet werde« könne. Was dir Haltung Erotzbritanniens zur Tangerfrage am belangt, so erklärt die „Daily News«, Grotzbritannien werde jedes von den hanvt- beteiligten Mächten erzielte Abkommen „wohlwollend« betrachten, vorausgesetzt, datz Sicherheiten dafür gegeben sind, datz Befestigungen innerhalb der Tangrrzone nicht angelegt werden. Der Antrag Spaniens auf Erteilung eines Mandats über Tanger würde somit wahrscheinlich auch vor dem Völkerbund die U n t e r st ü tz n « g Erotzbritanniens finden.
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Bon brr Rtvarnlionskommüiion
Ter neue Vorsitzende gewählt. — Bericht des Generalagenten.
Paris, 25. August. Die Reparationskommission hat gestern eine Sitzung abgehalten, in der sie von der Ernennung des Senators C h a p s a l zum französischen Delegierten anstelle Barthous Kenntnis nahm. Auf Vorschlag des englischen Delegierten wurde der französische Delegierte Chapsal einstimmig dazu bestimmt, den Vorsitz bei den Arbeiven der Reparationskommission zu führen. Die Reparationskommission nahm auherdem einen Vortrag des Generalagenten für die Reparationszahlungen Parker Gilbert entgegen und prüfte verschiedene auf der Tagesordnung stehende Fragen.
Die Reparationskommission teilt mit, daß sie den Schuldendienst für die ungarische Rente von 1910, ausgestellt auf vier Währungen, in Ausführung des Artikels 4 des Abkommens von Prag, wie folgt unter den Nachfolgestaaten verteilt habe: Ungarn 17 753 680 Kronen, Rumänien 63 158 660 Kronen, Südslawien 38 132 220 Kronen und die Tschechoslowakei 2 709 940 Kronen.
Sozialisten-Berhaftnnge« in Italien.
ft. Paris 26. Aug. Nach Blättermeldungen aus Mailand sind in Verona auf Grund von Haussuchungen 4 00 Sozialisten verhaftet worden. Weitere Verhaftungen wurden in Padua vorgenommen. ,
Die Verewigung der fron?Wen EnarbMmg
(Bon unserem Saarbrückener Mitarbeiter.)
Der bevorstehenden Tagung des Völkerbundes bringt man in allen Bevölkerungskreisen des Saargebietes größtes Interesse namentlich deshalb entgegen, da diesmal der Bölkerbundsrat eine endgültige Entscheidung über die französische Saarbesatzung zu treffen haben wird. Seit 7 Jahren geht bekanntlich der Kampf um diese vertragswidrig im Saargebiet zurückbehaltene französische Besatzung, bis schlietzlich im Herbst 1925 von englischer Seite der Auffassung Ausdruck gegeben wurde, daß zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Sicherheit höchstens 1000 Mann Gendarmerie im Saargebiet erforderlich seien. Diese Auffassung setzte sich in Genf durch, so datz mit Erreichung eines Personalbestandes der Gendarmerie von 1000 Mann die völlige Zurückziehung der französischen Besatzung von der Saar für durchführbar gehalten wurde. Um das zu verhindern, machte plötzlich Präsident Rault im Auftrage Frankreichs geltend, daß mit der völligen Zurückziehung der französischen Truppen von der Saar die S a a r - bahnen ohne den erforderlicken militärischen Schutz zur Gewährleistung eines ungehinderten Etappenuerkehrs zwischen dem Innern Frankreichs und der französischen Rheinarmee bleiben würden.
Diesen französischen Einwänden gegenüber muß festgestellt werden datz Frankreich als Besatzungsmacht im Rheinland keinerlei vertragliche Rechte auf die Benutzung der Saareisenbahnen für seine Besatzungsarmee am Rhein z u st e h e n. §22 des Saar- statuts weist der Regierungskommission „die volle Rutzckietzung an t>em gesamten Eigentum zu, das bisher der deutschen Regierung oder der Regierung irnend eines Staates als ösfent- lickes oder privates Staatseigentum gehörte", d.h. also, daß diese volle Nutznießung keinerlei Einschränkung erfahren darf.
Mit der Einrichtung eines militärischen Dahnschutzes für die Saareisenbahnen würde aber die Kaarregierung an der vollen Nutznießung der Saarbahnen gehindert werden. Sollte daher der Völkerbund tatsächlich dem Mehrheitsantrag der Saarregierung entsprechen, so würde er sich einer neuen Vertragsverletzung schuldig machen. Er würde dem französischen Militär ein Bestimmungsrecht über die Saarbaknen einräumen, das mit ber.t neutralen Charakter der Dölker- bundsverwaltung an der Saar unvereinbar ist. Es liegt im übrigen auch keinerlei zwingende Notwendigkeit dazu vor, Frankreich die Benutzung der Saareisenbahnen für seine militärischen Interessen einzu- räumen, da die französische Besatzungszone so viele strategische Verbindungslinien nach dem Westen aufweist, daß eine Neutra''tätsv-wletz- ung des Saargebietes bureb französische Truppentransporte itfro. eigentlich von vornherein ausgeschlossen fein sollte. Deshalb kann im Interesse des Rechts nnb ber Vertraaserfül- lung ber Völkerbunb in der Frage der Saarbesatzung nur zu einer Entscheidung kommen, nämlich unter Ablehnung ber,. ' französischen Forberungen bie sofortige nnb vedingungslose Zurückziehung bet französischen Bvfatzung aus bem Saargebiet zu verlangen. Jeder?falls finb bas "bie Forberungen ber SaargebietsLsvölke- runp. wie sie auch in einem Gutachten bes saatlänbischen Mitgliebes ber Saarregierung enthalten sind das bem Völkerbunbsrat ge- fonbert zugeleitet worben ist.
Bon einem französischen Wachtposten schwer verletzt.
K o b l e n z, 25. Aug. (TU.) Gestern abend wurde ein junge« Mann, der an der Kommandantur vorbefgfng, aber nicht die Bestimmung beachtete, datz der B ü r g e r st e i g vor dem französischen Posten nicht begangen werden darf, von einem französischen Wachtposten mitdemBajonettins Gesäß g e st o ch e n und derart schwer verletzt, datz er ine Krankenhaus gebracht werden mutzte.
Entsend»»« amerikanischer Zerstörer nach Nicaragua.
ft. London, 26. Aug. „Time s" 6e* richtet, aus Newyort, die amerikanische Regierung habe beschlossen, mit Rücksicht auf die jüngsten, Unruhen in Nicaragua zwei Zerstörer nach Nicaragua zum Schutze amerikanischen Lebens und Eigentums W entsende«^