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»tn B. August 1926

Die „Ob-ih-ssisch- 3-iicng" et« sch.-i-t fctbfmal irLcheullrch. Bk» ,«rskrci« monatlich 2 GM. auu- föHcBl. ZusielkungÄgebühr, durch GÄt.Jür «twa infolge

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Marburger rageSanzeiger

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EMaunulig in brr RMMage?

Reue Sewjelgewastige

Neuerungen in der russischen Webrmacht.

Moskau, 24. Aug. Die Telegraphen- igcntur der Sowjetunion gibt bekannt^ Das Mitglied des Revolutionären Krier-rates und Kommandant der Seestrcitkräste der Roten Flotte, Soks, wurde seines Postens ent­hoben und durch den früheren stellvertreten­den Kommandeur der Luftstreitkräste M u - Nie witsch ersetzt. Die Oberver­waltung der Roten Armee ist einer Um­gestaltung unterzogen worden. Sie ver­einigt nunmehr in sich das Oberinspektorat der Armee, dke Leitung der Militärschulen und die Topographische Abteilung desArmeestabcs. Im Zusammenhang damit wurden Sergei K a - men ess, Mitglied des Revolutionären Kricgsratcs und Oberinspekteur der Roten Armee, zum Leiter der Oberverwalii-ng und der bisherige Leiter der Oberverwaltung, Le- witscheff, zum Stellvertreter Kamenefss er­nannt.

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KsrmvtiMwiiMnst in Wen

Warschau, 24. Aug. Das neue offiziöse Blatt Piljndskis „Glos Pramdg" enthüllt eine Korreuotionsasfäre der höheren Organe der Warschauer Polizei, die in ständiger Verbindung in i t Dieben und Einbrechern gestanden haben sollen, denen bei einer (scwinnbeteili- g u:i g von 50 Prozent Bet grohen Diebstählen und Einbrüchen freie Hand gelassen wurde. Polizei und Verbrecher o.cbcitelen aus diese Weise drei Jahre aus „halbpart", au. a. auch bei dem letzten Einbruch in das Ministerium des Auswärtigen und in die italienische Ee- sandtschaft. Die Assäre dürste sich zu einem Korruptionsskandal größten Stils entwickeln.

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.Rech kein Mts in Rekik»

London, 24. Aug. Rach Meldungen aus der Stadt Mexiko ist die Hoffnung aus eine rasche Beilegung des mexikanischen Re­ligionsstreits gestern durch den einstimmigen Beschluß des römisch kalholischeu Episkopats zunichte gemacht worden, sör den Augen­blick die k i r ch! i ch en D i e n st e nicht wie­der a u s z» n r h ar e n.

Ein besonderer Au? schul' von 10 Erz- b i s ch ö s e n und Bischöfen aus verschiedenen Teilen Mexikos lx'chäfiikie sich mit der weiter- hin einzuuehmrnden Haltung. Wie veilau.et, hel der Ausschuß denn Vatikan einen ein­gehenden Bericht drahtlos übermitteln lasten. Wie ange.iommen wird, werden alle weiteren vom Episkopat in der Frage der Re- gislrierung der Geistlichen und der Wicderauf- i.abm» des kirchlichen Gottesdienstes zu unter- r.ehmeirden Schritte von der Antwort des P a p jt es abbänge n. Der Plan, entspre­chend der Anregung des Präsidenten Calles, eine Abänderung der auf die Kirche,be­züglichen Äersassungskavitel zu erstre­ben, besteht in bischöflichen Kreisen unver- ä n d « r i fort. Von Persönlichkeiten, die der hohen Geiftlichkeir und der Regierung nabe- steben, wird versichert, daß der versöhnliche Geist, der im wesentlichen die Konferenz Zwi- jchen Calles und den Prälaten beherrscht habe, geeignet sei, zu einem Uebereinkommen ZU iührtri, bei dem von beiden Teilen ihre Würde gewahrt werden könnte.

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Ans Revisionsurteil Im SrmtkenftMermMß

Vudavest, 24. Aug. Die Königliche Ta­fel bestätigte als Berufungsinstanz in dem Frankenfälschungsprozeß vollinhaltlich das blr- i«i; des Gerichtshofes, nach dem u. a. die An- seklagten Windischgrätz und Nadossy i# i« vier Jahren Zuchthaus verurteilt ■neben sind. Nur die Strafe Eerös wurde oor 2 Jahren auf 1% Jahre Kerker und die Strafe Raba, von 1% Jahren Kerker auf 1 3*6: KeUer herabgesetzt.

Bersin rechnet mit ter

Sehr überraschend berichtet das offiziöse Or­gan des Reichsautzenministers, die „Tägliche R u n d s ch a u“, in ihrer Morgenausgabe vom 24. d. Mts., dah man in matzgebenden deutschen Kreisen die Lage in der Ratssitz­frage als einigermahen entspannt ansehe, weil eine Unterstützung des spanischen Anspruches auf einen ständigen Ratssitz durch Italien jetzt nicht mehr in Frage komme. Das Problem, das noch zu lösen sei, bestehe darin, in Bezug aus die Form der nichtständigen, aber wiederwählbaren Sitze eine Verständigung her- beizuführen. Der Gedanke einer Erhöhung der Zahl der Jahre für die Wahl dieser Mitglieder von zwei auf fünf Jahre sei fallengelassen worden. Ueber die weiteren Modalitäten der Wiederwählbarkeit dürfte eine Einigung zu er­zielen fein. Alan nehme deshalb an, datz die Hauptschwitzrigkeiten für Genf als beseitigt angesehen werden können und hoffe auch, dah die zuerst von Spanien aus­gesprochene Drohung, die Völkerbundsmit­gliedschaft zu kündigen, unterbleibt.

Soweit die Notiz der „Täglichen Rundschau". An ihrem offiziösen Charakter ist nicht zu zweifeln. Auch nach unseren Informa­tionen beurteilt man im Auswärtigen A m t die Ratssitzfrage jetzt wieder etwas optimistischer. Danach müssen tatsächlich Anhaltspunkte vorliegen, dah Spanien gegen eine Entschädigung in der Tangerfrage feinen Anspruch auf einen ständigen Ratsfitz zurück­ziehen will. Wie verlautet, soll es nicht zu­letzt den deutscken diplomatischen Bemühungen zu verdanken sein, dah man in Paris und London, wo man sich zunächst gegen die spanischen Tanger-Wünsche sehr ablehnend ver­hielt, jetzt größeres Entgegenkommen gegen­über Spanien in diesem Punkte zeigt. Jeden­falls ist man in Berlner maßgebenden Kreisen jetzt immer mehr der Anschauung, dah der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund nicht mehr daran scheitern wird, dah etwa noch eine andere Macht einen ständigen Ratssitz erhalten soll.

Nicht ganz so optimistisch sind die Dinge in der Frage der nichtständigen Ratssitze anzu- sehen, und die Darstellung, die die „Tägliche Rundschau" über diesen Punkt gibt, muh nach unseren Informationen als etwas zu rosig gefärbt bezeichnet werden. Es liegen bisher nämlich immer noch die Ansprüche Polens aus einen sogenannten „bevor­zugten nichtständigen Ratssitz vor, und zwar verlangt Polen einen nichtständigen Rats- fitz aus neun Jahre, während nach den bisherigen Beschlüssen der Studienkommission die Möndatsdauer der nichtständigen Ratsmit- glieder bekanntlich nur drei Jahre betragen

Str Katholikentag in Breslau

Breslau, 24. 2lug. (WTB.). Der Katho» litentag nahm zu der Sozial» und Wirtschaftspolitik einstimmig eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: „Sie 65. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands begrüßt die stärkere wirtschaft» liche Initiative der Reichsregierung und des Reichstages sowie der Volksvertre­tungen und Regierungen der Länder, die dar­auf abzielt, die Zahl der Erwerbslosen zu vermindern. Sie erhofft zuversichtlich von der schleunigen Durchführung der in Angriff genommenen Maßnahmen und der intensiven Ausgestaltung der die Produktion fördernden Gesetzgebung Befestigung des landwirt­schaftlichen Berufsstandes, eine aus­kömmliche Beschäftigung der I n d u st r i e , die Belebung des Handwerks und des H a n d e l s im Jnlande wie im Auslände und damit eine Förderung der Wohlfahrt aller Volksklaffen. Alle Katholiken im Lande wer­den aufgefordert, zur Lösung dieser Ausgaben des deutschen Volkes das Ihrige nach Kräften beantragen.“

Die Frauenversammlung, an der über 1200 Frauen teilnahmen, beschloß einstimmig die Absendung einer Adresse an den Papst, in der die versammelten Frauen erklären, sie wüßten sich eins mit allen katholischen deut­schen Frauen des In» und Auslandes in dem Wunsche der baldigen Heiligsprechung von Anna Katharina Emmerich. e

Die Festversammlung der katholischen Leh­rer und Lehrerinnen übersandte dem Papt eine Ergebenheitsadresse.

NaAMi-ktii Spaniens

soll und eine sofortige Wiederwählbarkeit aus­geschlossen bezw. von der Zustimmung von mehr als zwei Dritteln der Völkerbundsvoll- versa.nmlung, dann aber auch nur auf weitere drei Jahre, abhängig gemacht worden ist. Es liegt auf der Hand, daß, wenn Polen seinen Anspruch auf einen neunjährigen nichtständigen Ratssitz durchsetzen sollte, dies nicht nur eine Durchbrechung der Beschlüsse der Studienkom- mistion, sondern auch eine Beeinträchti­gung Deutschland s bedeuten würde, des­sen ständiger Ratssitz gegenüber einem neun­jährigen nichtständigen Ratssitz Polens an Wert verlieren muh. Außerdem könnte Deutschland mit Recht daran eine Verän­derung des Rates erblichen, die als „Sicherun g“ gegenüber einer künftigen deutschen Mitgliedschaft aufzufassen ist. eine „Veränderung", die der Reichskanzler erst jüngst in seiner Rede auf dem Katholikentag abgelehnt hat. Deutschland wird zwar nicht verhindern können, datz Polen einen nichtstän­digen Ratssitz erhält, aber es hat durchaus kein Interesse daran, daß dieser polnische Ratssitz bevorzugt behandelt, das heißt auf neun Jahre ausgedehnt werden soll. In die­ser Frage könnten sich also doch noch grö­ßere Schwierigkeiten ergeben, als es nach der erwähnten Notiz der „Täglichen Rundschau" den Anschein hat.

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London, 24. Au». Wie der Amtliche englische Funkspruch meldet, wird Lord Cecil am Sonnabend nach Eens abreisen, um als Englands Vertreter an der Sitzung der Ber- fassungskommiMon des Völkerbundes teilzu nehmen. In amtlichen englischen Kreisen er­wartet man, datz die Vcrsassungskommission des Völkerbundes Lord Cecils Kompromiß in der Ratsfrase, das bereits vorläufig ange­nommen war, endgültig genehmigen wird. Am 2. September dürfte sich dann der Völkerbund­rat mit dem Vorschlag der Verfassungskommis- , sion befassen und ihn der Vollversammlung empfehlen. Chamberlain wird am kom­menden Montag nach Een? abreisen, um Eng­land in der Ratssitzung zu vertreten.

Paris, 24. Aug. Rach einer Meldung aus Tokio hat der spanische Außenminister den Pariser japanischen Botschafter Gras Jshii beauftragt. Japan auf der bevorstehenden Böl- kerbundversammlung zu vertreten. Er hat ihm in bezug auf die Stellung Japans in Eens völlige Freiheit gelassen.

KoMmskablmN in . edttbtnlnnb?

Pangalos soll nach Acgina.

London, 24. Au«. Wie Reuter aus Athen meldet, ist die Gattin des gestürzten Pangalos beim Verlasien des Militär­hospitals, wo sie ihren Ehemann besucht batte, von einer zahlreichen Menschenmenge mit Johlen empfangen worden. Pangalos ist von starken Wachen umgeben und sollte Diens­tag nach der Insel A e g i n a gebracht werden, um ihn. wie man sagt, vor der Wut der Athener zu schützen. Admiral Konduriotis hat sich endgültig entschlossen, bis zu den Neuwah­len die Präsidentenschaft zu übernehmen. Die Führer aller politischen Parteien sind Montag zusammengetreten und sollen zu dem Beschlusie gekommen sein, datz die Bildung eines K o a litionskabinetts dke einzige Lösung darstelle.

fk. Athen. 25. Aug. Die Verhandlungen unter Vorsitz des Admirals Konduiotis und des Generals Kondulis mit den Parteiführern sind kurz vor Mitternacht abgeschlossen worden. Die Bildung eines Koalitionskabi­netts ist grundsätzlich beschlossen worben. Die Frage der Verteilung der Mi- nisteisitze und des Vorsitzes in der neuen Re­gierung soll heute entschieden werben:. Auch die Frage der Befugnisie des Präsidenten der Republik soll bereits grundsätzlich geregelt worden fein.

fk. Athen. 25. Aug. Pangalos ist nach Aegina gebracht worden.

Stntitbc Mahimngrn an die Sommernächte

Die europäischen Diplomaten, soweit sie ' den Völkerbnudstaaten angeboren, sind zur­zeit ernstlich bemüht, der bevorstehenden Septembertagung des Völkerbundes einen glatten, erfolgreichen Verlauf zu sichern. Wenn man die Untätigkeit vergleicht, die nach der Märztagung des Völkerbundes festzustellen war, so möchte man fast von einer gewissen Nachlässigkeit sprechen, mit der die ganze Frage behandelt wurde, ob­wohl man wußte, daß es sich hier um eine Angelegenheit handelt, deren befriedigende Lösung" allein eine Situation verhindern könnte, „die für viele an den Genfer Ver­handlungen Beteiligte ebenso unerträglich . wäre wie für den Völkerbund selbst".

Daß sich die Dinge so entwickelt haben, ist nicht die Schuld Deutschlands. Daraus , wies am Samstag Reichskanzler Dr. Marx । in einer bedeutsamen Rede hin, die er auf der Generalversammlung des Augustinus­vereins in Breslau hielt. Der Standpunkt Deutschlands in bec Frage der Voraus­setzungen seines Eintritts in den iV ölte rbund ist der gleiche geblieben. Der Reichskanzler hat dies mit den Worten unterstrichen, „daß Deutschland die Erhal­tung der Mtionsfähigkeit des Rates anstrebt und jede Veränderung ab lehnt, die als „Sicherung" gegenüber einer künf­tigen deutschen Mitgliedschaft begründet wird. Deutschland lehnt die un­gerechte Beg um st ig u n g einzelner auf Kosten der anderen a b."

Das ist eine Mahnung Deutschlands ge­gen Treibereien, die vor allem au5 einer forcierten Bündnispolitik einiger Groß­machtstaaten heransgewachsen sind und die europäische Friedenspolitik bisher noch immer nftfit auf den richtigen Weg haben kommen lassen, der in Locarno vorgezeichnet worden ist.

Aber nicht nur in der Frage des Völker­bundes, sondern auch in Beziehung auf die leidige Besatzungsfrage hielt Reichskanzler Dr. Marx eine ruhige, aber nicht weniger bestimmte Mahnung an die in Frage kommenden Besatzungsmächte für angebracht. Er stellte fest, daß die Bespre­chungen in Locarno, die einen neuen Zeit­abschnitt europäischer Gemeinsamkeitspolitik einleiten sollten, ohne Zweifel einige Aus­wirkungen gezeigt haben, wenn sie auch den deutschen Erwartungen nicht entsprochen haben. Er bestätigte, daß auch das amtliche Deutschland nicht die volle Erfül­lung der gehegten Erwartungen in der Frage der Besatzungsverminderung feststellen muß, wenn sich auch die Sage ge­bessert hat. Er wies dabei auf die Ve- satzungsfrage hin, die je länger je mehr in Deutschland und besonders am Rhein An­laß zu zunehmender Enttäuschung gibt.

Aus dem Munde des Kanzlers erfuhr man am Samstag, welche Zusagen Deutsch­land in der Frage der Besatzungsvermiude- rung jüngstens gegeben worden sind: Rück­zug von 10 000 Mann bis Ende September einschließlich der zwischen März und Juni zurückgezogenen 4000 Mann. Also 6000 Mann sollen zurückgezogen werden; der Stand der Besatzung wird demnach am 1. Oktober noch etwa 75 000 Mann feilt! Der Kanzler nannte die Behandlung der Besatzungsfrage durch die in Frage kommen­den Besatzungsmächte mit vollem Reckt „eine schmerzliche Enttäusch un g". Er hat aber angekündigt, daß Deutschland seine Bemühungen zur Erreichnnd einer fühlbaren Verminderung auch in Zuknnfr fortsetzen wird, was man besonders in den besetzten Gebieten mit Genugtuung begrüßen wird. In welcher Richtung die deutschen Wunsche liegen, ist den alliierten Mächten bekannt. Deutschlands Auffassung von der Anwendung des in Socariut so oft und feierlich betonten neuen Geistes geht dahin, daß in ein Europa des Friedens, der Ver­ständigung und der Versöhnung Besatzungs­armeen nicht hineingehören, da sie Stenge« ruugen des Kriegs- und Machtwillens dar­stellen.

Wenn der Reichskanzler in Breslau von der Gegenseite eine Einwirkung auf die öffentliche Meinung ihrer Länder im Geiste von Locarno verlangte, so war da? ein deutlicher Hinweis auf die Art, wie in der französischen Presse die friedlichen Bestre­bungen zur Vereinigung der Frage E u - pen-Malmedy sabotiert wurden. Nach einer amtlichen belgischen Auslassung scheint festzustehen, datz die wegen Eupen-Malmedy geführten Verhandlungen durch das Ein­greifen einer dritten Macht ge- . scheitert sind, nachdem in einem Teil der