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Nr. 194

Marburger Slabtzeitung

Marburg, 19. August (Ernting).

Eintagsfliegen.

«n den beiden letzten warmen Sommeraben- hen bot sich den Straßenvassanten an heller­leuchteten Stellen, so z. B. den Bogenlampen des E-Werkes, wieder ein eigenartiges Bild. Millionen oder Billionen (wir kennen ja diese Begriffe jetzt besser wie früher) von sog. Ein­tagsfliegen führten hier ihre kurzen Liebestänze auf, um dann bald zu Boden zu fallen und tzort ihr Dasein zu beschließen. Bei dem E-Werk konnte man die Tierchen mit einem Besen aufkehren. Diese sog. Eintagsfliegen, eine Familie der zu den Geradflüglern gehö­renden Amphibiotica, sind schlanke, außerordent­lich zart gebaute, weichhäutige Insekten, die als ausgebildete Tiere eine ganz kurze Lebens­dauer haben und keine Nahrung zu sich nehmen können, da ihre Mundteile verkümmert sind. Die Larven dieser Insekten leben von anderen kleinen Wassertieren im Wasser, besitzen kräflige Mundteile und atmen durch Kiementracheen. Aese Tierchen, die nach ihrer Entwicklung und nachdem sie sich nach dem Verlassen des Wassers seltsamerweise noch einmal völlig gehäutet ha­ben, an warmen Sommerabenden plötzlich in unzählbaren Schwärmen aussteigen, werden in manchen Gegenden, z. B. an der Elbe und an der Theis (Theisblüte) abends bei Feuerschein gesammelt und getrocknet und dann als Weiß­wurm zum Füttern von Vögeln in den handel gebracht . Der Volksmnnd bezeichnet die Ein­tagsfliegen als ausgerückte Mehlwürmer, die sich aus verdorbenem Mehl gebildet hätten.

* 6. Tlbonnementskonzert. Heute abend findet in den Stadtsälen das 6. Abon­nementskonzert (Der Tanz)) der Kapelle des Ausbildungsbataillons Nr. 15 unter der Lei­tung des Herrn Musikmeisters Grosse statt.

*Bundestagung. In der Zeit vom 19.22. August findet hier die Tagung des Bundes der Couleurdiener Deutschlands statt. Sie wurde gestern, so schreibt man uns, durch einen Begrüßungsabend im Restaurant Decker eröffnet. Der Vorsitzende der Mar­burger Ortsgruppe, Herr Salzmann, be­grüßte die aus allen deutschen Hochschulen herbeigeeilten Kollegen und verband damit den Wunsch, daß sie sich in Marburg wohl­fühlen möchten. Ser, Vorsitzende des Bun­des, Herr Hermann Schulze- Halle, dankte für die Degrühungsworte und gab seiner ' Freude darüber Ausdruck, daß die Orts­gruppe die Tagung so trefflich vorbereitet hatten. Mehrere Redner dankten für den schönen Empfang in Marburg. Der Ver­treter von Königsberg überreichte dem Vor­sitzenden des Bundes in Anerkennung seiner Verdienste um die Ortsgruppe Königsberg ein Bild. Die Verhandlungen, die heute be­ginnen, betreffen geschäftliche und Berufs- fragen.

* Die Schulunterhaltungskosten. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit­teilt, wird atif Veranlassung des preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung soeben als unverbindliche Grund­lage für weitere Verhandlungen der Referen­tenentwurf eines wichtigen Gesetzes veröffent­licht. Der Entwurf enthält vor allem eine Aenderung in der Unterhaltung der städtt- schen Schulen der Art, daß künftig unter ge­wissen Voraussetzungen die Kreiskommunal­verbände, denen auswärtige Schüler dieser Schu­len entstammen, zur Tragung von Treiviertel der Kosten des einzelnen Schülers dieser Schu­len herangezogen werden können. Im Zu­sammenhang damit regelt der Entwurf die Rechte der staatlichen Schulaufsichtsbehörde den Städten gegenüber und die äußere Stellung der Lehrer an den städtischen höheren Schulen. Weiter versucht der Entwurf die Schulgeld- srage zu regeln. Er sieht die gesetzliche Fest­legung der jetzt geltenden Bestimmungen vor. Entscheidend wird dabei sein, in welcher Höhe das Gesetz das Schulgeld und die zur Förde­rung begabter, minderbemittelter Schüler be­stimmten Schulgeldabschläge festfetzt; der Ent­wurf läßt diese, für die Beurteilung der gan­zen Regelung entscheidenden Zahlen noch offen, bis die erwähnten Verhandlungen eine Klä­rung gebracht haben . Ter Entwurf soll bei den für Ende September 1926 vorgesehenen Ver­handlungen mit den kommunalen Spitzenver­bänden als Unterlage dienen.

* Bestrafung wegen v^rsväteter Steuerzahlung. Eine verspätete Steuer­zahlung kann u. U. als Steuerkürzung straf­bar fein. Eine Strafkammer hatte wegen ver­späteter Zahlung der Umsatz- und Körperschafts­steuer für eine G. m. b. H. den Vertreter frei- gesprochen, weil er nicht darauf ausgegangen sei, endgültig die Steuern zu verkürzen. Das Reichsgericht hob das Urteil aus. Ein unehr­liches, steuerwidriges Verhalten bestehe regel­mäßig schon darin, daß der Steuerschuldner eine Unkenntnis oder einen Irrtum der Steuer­behörde mit dem Bewußtsein benutzt, daß die Steuern bei Fälligkeit ausbleiben. Eine Ab­sicht der Steuerhinterziehung sei nicht erfor­derlich. Der äußere Tatbestand der Steuer- kurzung werde auch dadurch nicht befestigt, daß der Schuldner die rückständigen Steuern nachträglich mit Verzugszinsen entrichtet. Tas Reich müsse pünktlich in den Besitz der Steuern gelangen. *

* Zahlungen tm Jahre 1920 wer­den nicht aufgewertet. Zahlungen aus dem Jahre 1920 werden nach einem Urteil des Reichsgerichts nicht aufgewertet, auch wenn für sie eine Aufwertung nach allgemei­nen Vorschriften in Betracht kommen würde. Die Frage nach dem Vorhandensein einer Ver­mögensanlage ist nach derselben Entscheidung schon in dem Versahren über den Grund des Anspruchs zu erörtern. Unter einer Vermö­gensanlage ist jede auf eine gewiße, Dauer berechnete Verwendung von Vermögensstücken zu verstehen, die die und Nutzung

des Kapitals bezweckt.

OberheWche Zeitung, Marburg e. L. Donnerstag, den 19. August 1926

I

* Landwirtschaft. Tierheil- tunbe und Handel ohne Reife­zeugnis. Die Zulassung zum Studium an den Landwirtschaftlichen, Tierärztlichen, Forstlichen und Handelshochschulen rchne Reifezeugnis ist der besonderen Prüfungs­stelle dafür übertragen toorben' Die end­gültige Entscheidung darüber wird gemeinsam von den zuständigen Ministern für Volksbil­dung, Landwirtschaft und Handel getroffen.

* Tschakos für Landjägereibe amte. Die ehem. Gendarmerie, jetzige Land­jägerei, hat bei ihrer Einrichtung ursprüng­lich Tschakos getragen; jetzt sind derartige Kopfbedeckungen bei der Schutzpolizei und der kommunalen Polizei eingeführt, sodaß die Bevölkerung gewöhnt ist, die im Menst be­findlichen Pvlizeibeamten hieran zu erkennen. Deshalb werden, wie der Amtliche Preußische Pressedienst einem Runderlah des Preußischen Minister des Innern entnimmt, die Land­jägereibeamten wieder mit Tschakos ausge­stattet. Der Tschako wird in gleicher Weise wie früher der Helm regelmäßig zum Dienst getragen; bei bestimmten Dienstleistungen kann ausnahmsweise das Tragen der Mütze an­geordnet werden, wenn der Tschako die Aus­führung des Dienstes behindern würde.

* Für die w i e d e r v e r h e i r a t et en Kriegerwitwen. Wie der Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen im Deutschen ReichskriegerbundKyffbäuser" mttteilt, können wiederverheiratete Krieger­witwen eine Witwenbeihilfe von fetten der Versorgungsämter hinfort auch dann erhalten, wenn sie nach einem Zeitraum von länger als 10 Jahren nach ihrer Wiederverheiratung zum zweiten mal Witwe werden. Nach den bisher geltenden Bestimmungen war dies nur mög­lich, wenn der zweite Ehemann innerhalb von 10 Jahren nach der Wiederverheiratung starb.

* Ausbildung und Fortbildung jugendlicher Erwe rbsloser. Von der Geschäftsstelle des Deutschen Städte­tages geht folgende Mitteilung zu: Ueber die Beschäftigung, Aus- und Fortbil-' düng von jugendlichen Erwerbslosen fand im Städtetag eine eingehende Beratung statt, an der Vertreter des Reichsarbeitsmintste- riums, der Reichsarbeitsverwaltung, des Preußischen Wohlfahrts- u. Handelsministe­riums, des Sächsischen Arbeits- und Wohl­fahrtsministeriums sowie von Großstädten aus allen Teilen des Reichs teilnahmen. Man war sich darüber einig, daß in weit größerem Umfange als bisher Einrichtun­gen für die Beschäftigung von jugendlichen Erwerbslosen geschaffen werden müssen, da auch die Erwerbslosigkeit der Jugendlichen aller Voraussicht nach eine Dauererschei­nung darstellen wird und da dies der ein­zige Weg ist, um die Jugendlichen ohne Schädigung ihrer körperlichen und geistigen Kräfte über die Krise der Arbeitslosigkeit ungefährdet Hinwegzubringen. Auch darüber herrschte allseitiges Einverständnis, daß die zur Zeit geltenden Bestimmungen wesentlich geändert werden müssen. Auch die jugend­lichen von 1416 Jahren müssen in diese Arbeiten einbezogen werden, zumal wir dec Tatsache gegenüberstehen, daß eine große Zahl der 14 jährigen nach der Schulent­lassung keine Arbeit oder Lehrstelle gefunden hat. In finanzieller Beziehung müssen Er­leichterungen geschaffen werden, da die Ge­meinden nicht in der Lage sind, die Einrich­tungen zu finanzieren. Der Vertreter des Reichsarbeitsministeriums erkannte die Not­wendigkeit derartiger Einrichtungen und dec Wänderung der bestehenden Bestimmungen an und sagte zu, sich für eine alsbaldige Aenderung der Bestimmungen einzusetzen.

Lage» - Anzeiger.

Donnerstag, den 19. August. , 8,15 Ahr Stadtfäle: 6. Abonnementskonzert der Kapelle des Ausb.-Batls. 15. 3nf." Regt.

Cafe Detter, Reitgasse: 3 Ahr Konzert.

Schützenhof, Wehrdaer Weg 2: Lazzband- konzert.

Zentraltheater, Kasernenstraße: Das Fräu­lein vom Amt; Ufa-Wochenschau und der Münchener Bilderbogen.

A. T., Pilgrimstein: Die Frau von vierzig Jahren; Die Wasserfälle zu Jaguazu.

Freitag, den 2 0. August.

Deutsche Volkspartei: 1,24 Ahr nachm. ab Hauptbahnhof nach Schlohberg bei Rau­schenberg.

Aus dem Kreise Biedenkopf. Am Mittwoch ,den 25. August wird im vormals Hessiichen, ev. Lutherischen Hinterland zu Sie» denkovf eine 400-Jabrfeier der Reformation abgehalten. Es ist folgendes Programm vor­gesehen: Vormittags 11 Uhr (pünktlich) in der Stadtkirche: Festgottesdienst unter Mitwirkung des Orchesters des Realgynasiums sowie des Kirchenchors. Predigt; Herr Generalsuperin­tendent D. Dettmering-Kassel. Im Anschluß, ebenda: Begrüßungen seitens der Landeskirchen­regierung und des Landeskirchenamts zu Wies­baden, der theologischen Fakultät zu Marburg unb weiterer staatlicher und kirchlicher Behör­den. 1 Uhr: Gemeinsames Mittagessen. Nach­mittags 2.30 Uhr: Weihefeier des neuerrich­teten Äufnahmeheims für Pflegekinder des Hin­terländer Rettungvereins im Kottenbach. Nach­mittags 3 Uhr: Festfeier am Eschenbergiriesch unter Mitwirkung von auswärtigen Kirchen­chören des Ev. Sängerbundes, der Jungfrauen- und Posaunenchöre des Kirchenkreises mit Fest­ansprachen von Pfr. Schmidt-Battenberg und Volksschriftsteller Naumann-Nanzhausen.

Homberg; Der Verein für hes­sische Geschichte und Landes­kunde veranstaltete zwecks Neubelebung der hiesigen Ortsgruppe vorigen Montag in der Aula der Äufbauschule einen Vor« tragsabend, für welchen sich als Red­ner Lizentiat Metropolitan Dr. Sötte, Marburg, zur Verfügung gestellt hatte. Der Vortragende, der an der Marburger

Universität Vorlesungen über Volkskunde hält, sprach über das Thema:Die Arbeit als die Seele des Volkes". Mit größter Spannung verfolgten die zahlreichen Zu­hörer die interessanten Ausführungen, Die eine scharfe Beobachtungsgabe und genaue Kenntnis der Denkungsart dec schlichten hessischen Landleute verrieten.

Laasphe, Studienassessor Georg Kuhlmann wurde an der staatlichen Auf­bauschule i. E. in Laasphe als Studienrat angestellt.

Sontra. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag gegen 12Vs Uhc wurden die Bewohner unseres Ortes durch Feueralarm aus dem Schlafe geschreckt. Das Fabrik­gebäude dec Hessischen Aluminium-, Draht- und Metallwerke Sippe! & Co., Komm.- Ges., stand in Hellen Flammen. Die Feuer­wehr hatte tüchtige Arbeit und mußte sich in der Hauptsache aus den Schutz der an­grenzenden Gebäude beschränken. Nach etwa dreistündiger angestrengter Tätigkeit gelang es ihr, den Brand zu löschen. Der obere Teil des Gebäudes ist vollständig ausge­brannt. Die Maschinen sind zum größten Teil zerstört. Was an Materialien ver­brannt ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Die Mitinhaber Brennscheit und Degenhardt sind unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen und in das Untersuchungsgefängnis nach Cassel cinge- liefert worden.

Obervafserbach. Im Begriff, auf den Acker zu gehen, fiel einer hiesigen Bauersfrau ein, daß sie etwas vergessen hatte. Ins Haus zurückgekehrt, fand sie zu ihrem Erstaunen die Schublade der Kommode offen und die Kasse des Radfahrerverkins geplündert. Gleichzeitig gewahrte sie zwei unter dem in der Stube stehenden Bett hervorragende Füße. Da die Größe derselben nicht auf einen erwachsenen Mann schließen ließ, zog sie die Fortsetzung unter dem Bett hervor. Der Dieb entpuppte sich als ein löiähriger Junge, der die 60 der Kasse bereits in der Tasche hatte.

Dillenburg, 18. August. In einem kleinen Westerwaldorte hatte eine mit einem halben Dutzend, zum Teil schon recht her­angewachsenen Kindern gesegnete Witwe ihr Herz an einen blondlockigen Jüngling ver­loren. Der Liebhaber war mit seinen 18 Jahren nicht viel älter als der älteste seiner zukünftigen Söhne. Zum großen Leidwesen der Witwe wurde ihr Herzallerliebster dieser Tage durch die Polizei abgeholt und in eine Fürsorgeanstalt untergebracht.

Schlüchtern. Die Lanbjägerei über­raschte vier Wilddiebe in Deller auf frischer Tat und nahm sie fest. Man fand bei ihnen eine zerlegte Kirschkuh, während eine zweite in einem Kühlraum in Brückenau verborgen war.

Niederkaufungen. Im September vorigen Jahres verschwand der Sohn eines hie­sigen Einwohners plötzlich. All' Nachforschun­gen durch die Polizei waren erfolglos. Nach 8 Wochen erhielt der Vater einen Brief aus Nordafrika, wo der Vermißte als französischer Fremdenlegionär im Felde stand, wo er jetzt auf dem Kriegsschauplatz durch einen Halsschuß getötet wurde.

Seite BörsetimeMWti

ff. Berlin, 19. Dez. Bei angeregtem Ge­schäft auf allen Märkten wirkt sich die Festig­keit an der Börse weiter aus. Die Kurs­steigerungen betragen durchschnittlich 12 Pro­zent, manchmal auch 3 Prozent und etwas dar­über. Begünstigt sind Montanwerte auf die unmittelbar bevorstehende Einführung der Stahltrustaktien, ferner Farbenindustrie, Pe­troleum, Elektro-, chemische und Bauwerte und alle Nebenwerte. Tendenz fest.

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Unverlangte Beiträge werben nut zurück­gesandt, wenn ein freigemachter Briefumschlag beiliegt. Für Aufbewahrung unverlangt eins gesandter Beiträge wird nicht Gewähr geleistet.

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Mit WirlschastsmeirunRN

r Berlin, 19. Aug. Der Berliner Pro- dukienmattt verkehrt in unverminderter Hal­tung. Das Geschäft ist klein. Weizen 268272, per Sept. 277,50, Roggen 194210, per Sept. 212 Braugerste 195215, Wintergerste (neue Qualität) 160170, Safer 180192, per Sept. 184, Mais 176182, Weizenmehl 38,2510, Roggenmebl 2829,75, Weizenkleie 10,25, Rog­genkleie 1111,40.

r. Frankfurt, 19. Aug. Der Produkten­markt verkehrt in unveränderter Haltung. Bei Roggen konnten die Preise etwas anziehe«. Hafer war angeboten, aber nicht verlangt. Weizen 28,75, Roggen 20,2520,50, inländ. Sa­fer 19,520, ausländ. Safer 20,5021, Mais 18,25, Weizenmehl 4242,25, Roggenmehl 30,50 bis 31,50, Weizenkleie 8,75, Roggenkleie 10,50-

r. Frankfurt, 19. Aug. Die Tendenz ist noch ruhig, aber sehr fest. Farbenindustrie 297, Gelsenkirchen 180,50, Phönix 125, Sarpener 157,75, Spezialwerte sehr gesucht, Elektrowerte stark gesucht und etwas fester.

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Letzte Messungen

Pirmasens, 18. Aug. Dienstag ging über die ganze Pfalz ein schweres Unwetter nieder. Die Bahnlinie Pirmaseos^-Bieber- mühle wurde durch umgeworfene Bäume ge­sperrt. Die Feld- und Gartenfrüchte wurden vollkommen vernichtet.

Stuttgart. 18. Aug. Die Dienstag in verschiedenen Teilen des Landes, namentlich im Neckartal niedergegangenen Gewitter haben erheblichen Schaden angerichtet. Mehrfach wurden durch Blitzschläge landwirtschaftlich-r Anwesen in Brand gesetzt, in denen bereits die Ernte geborgen war.

Grotzfener.

Heidelberg. In dem benachbarten" Dossenheim brach gestern in den zusammen­gebauten Scheunen zweier Bauern ein Brand aus, der sich mit unglaublicher Schnellig­keit verbreitete, sodaß beide Gebäude m wenigen Minuten in vollen Flammen stan­den bis auf den Grund niederbrannten. Nur den äußersten Anstrengungen der Feuerwehr war es zu danken, daß die Wohnhäuser gerettet werden konnten. Der Schaden wird auf 100 000 Mark geschätzt, / da die gesamte Ernte samt Futtermittel niedergtzbrannt ist.

Blitzschlag ins Straßburger Münster.

Straßburg, 18. Aug. Dienstag nach­mittag wurde das Unter- und Oberelsaß von schweren Gewittern heimgesucht. In Straß­burg schlug der Blitz in den Münsterturm ein, ohne jedoch zu zünden. In verschiedenen Or­ten. namentlich auch in der Gegend von Kehl, wurde schwerer Schaden angerichtet.

Familientragödie.

Berlin, 18. Aug. Aus Schmach über das Treiben ihres Mannes versuchte in der.ver­gangenen Nacht die Ehefrau Kallweit ihr drei­jähriges Töchterchen zu erdrosseln und er­hängte sich dann. Durch einen glücklichen Um­stand kam das Kind jedoch mit dem Leben da­von und holte die Nachbarn herbei, die die Frau tot ausfanden.

Tödlicher Stich einet Schmeißfliege.

Ein 17jähriges Mädchen in Obei-Reidenbach wurde von einer Schmeißfliege in die Unter­lippe gestochen, was eine Entzündung zur Folge hatte. Trotz sofortiger ärztlicher Be­handlung verschlimmerte sich der Zustand immer mehr und das Mädchen starb schließlich, nachdem es eine Woche große Schmerzen aus- gehalten batte, an Vergiftung.

Der Schifferstädter Lustmörder ermittelt.

In der Angelegenheit des Lustmords an einem 9 Jahre alten Mädchen im Schiffer­städter Wald ist der 28 Jahre alte Ernst Meier aus Ars an der Mosel als der Tat dringend verdächtig verhaftet worden.

Tödlicher Sturz vorn Rad.

Beim Ausweichen vor einem entgegenkom­menden Auto stürzte ein Radfahrer aus Svor- kenheim bei Ingelheim auf den Kopf, was den Tod zur Folge hatte.

Briefkasten der Schrtitleitung.

W. in T. Die Gewerbesteuer ist jetzt eine Gemeindesteuer, die nach staatlich normierten Grundsätzen von staatlichen Steuerausschüssen veranlagt wird, also nicht mehr eine außer Hebung gefetzte Staatssteuer. Sie wird nach dem Ertrage und daneben nach dem Kapital ober der Lohnsumme erhoben. Das existenz- freie Minimum ist für 1925 auf 900 und für 1926 auf 1500 M festgesetzt. Die Gemeinden sind berechtigt, Zuschläge zu den Steuergrund­beträgen zu erheben. Zuschlagsbeschlüsse, die 200 % übersteigen, bedürfen der Genehmigung der Kreisausschüsse oder Bezirksausschüsse.

Wetterbeobachtungen am 18/19. Aug.

Höchste Temperatur am 18. August 23,2 Keif.

Niedrigste Temperatur letzte Nacht 14,4 Test.

Zeit

Barometer st. reduziert auf N. N.

Tempe­ratur

Relative Luft­feuchtigkeit

18.8. 2 Uhr nachm.

761,2 mm

22,3 Cels.

62'/.

18. 8.9 Uhr nachm.

761,5 mm

16,8 Cels.

SO'/.

19.8. 7 Uhr vorm.

762,5 mm

15,0 Eels.

80'/,

Sram Böhler, Sv

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Wetterbericht.

Wettervorhersage bis Freitag abend: Unbe­ständig, emzelne Regenfälle, etwas kühler.