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OberheMsche Zeitung, Marburg a. L Donnersteg, den IS. August 1826
Von Franz d e Paula No st.
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legen gegenüber will es wenig besagen, wenn man an Hand von Svrachscherzen als Stammland der Franzosen Böhmen herauszuklügeln versucht, und wenn bei Witiingau in Siid- böbmen noch heute ein Denkstein steht der die Inschrift trägt: „Hier befindet sich die Mitte Europas".
Man mag über derlei ungefährliche Auswüchse einer bedenklichen Großmannssucht nun lachen oder nicht, die neidlose Ehrfurcht vor fremden Leistungen, die ein so hervorstechender Zug der Deutschen ist, geht jedenfalls dem Tschechen völlig ab. Dagegen bat er. wie man das bei kulturell unreifen Völkern immer wieder bemerkt, die Schwächen und Fehler des Deutschen gründlich abgeguckt und sich z. B. in ebenso unselig viele volitische Parteien, die stch bis aufs Messer befehden, zersetzt. Jedenfalls dürften noch Generationen vergehen, bis die Tschechen in Mitteleuropa kulturell ebenbürtig sind. Beweis dafür ist nicht allein der hohe Prozentsatz schwerer Verbrechen in den slawischen Üandesteilen, den Beweis hierfür finden wir auch im Urteil der französischen Busenfreunde, die $. B. über die
Verlag von Dr. E. Hi Neroth.
Verantwortlich für die Schristleitung und den politischen Teil: Dr. Ernst Scheller: für den lokalen und provinziellen Teil: Wilhelm Wihner: sämtlich in Marburg.
achte man darauf, dah die Würze aus Maggis großer Originalflasche gefüllt wird; denn in diesen Flaschen darf gesetzlich nichts anderes als Maggis Würze feilgehalten werden. 4558
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Als äußerer Ertrag der Veranstaltung konnte der Rheinischen Mission ein ansehnlicher Betrag überwiesen werden. _ .
Frankenberg, 16. Aug. Die Landeskirchenregierung hat die Wahl des Pfarrers Metropolitan Fischer zum Kreispfarrer des Kirchenkreises Frankenberg bestätigt.
Salzböden, 16. Aug. Em seltenes Weidmannsglüclr ivar dem Oberforstineister Reichert von Krofdorf in den letzten Tagen hold. Er erlegte im Staatswald m hiesiger Gegend einen kapitalen Zwölfender. Das Tier wog über zwei Zentner. Leider war der Hirsch, wie man in der Jägersprache sagt, noch im Bast.
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kunft verdächtigt und die großen Erfindungen deutscher Söhne, wie Buchdruckerkunst und Schiffsschraube, als Verdienste der Tschechen bezeichnet. — In einem Prager Kloster wird eine Pergamentrolle verwahrt, die Alexander dem Großen stammen und sein Testament bergen soll, in welchem den Tschechen das eroberte Kleinasien zum< Erbe gegeben wird. — Solchen „historischen" Be-
Wie man in der Tschechoslowakei nur zu gut weiß, erfolgte die nationale Sammlung des Tschechenstammes unter einer Reihe von Schlagwörtern, deren bekanntestes wohl jenes famose „Soujk soämu" ist, das für verwöhnte europäische Zungen in klarem Deutsch heißt:
Jeder zu den Seinen!" An der Geltendmachung dieser Forderung ist an sich gewiß nichts auszusetzen, und wir wünschten nur, das auch innerhalb des großen deutschen Volkes ein jeder so zu den Seinen hielte, wie das den Tschechen von der Schulfibel an anerzogen wurde und wird. Leider aber wirkte und wirkt sich dieser Grundsatz „Jeder zu den Seinen" bei den Tschechen nicht in den gerade von ihnen immer so hochgevriesenen demokratischen Formen aus, die doch den europäischen Frieden besonders gewährleisten und freund- nachbarliche Beziehungen befestigen sollen, denn wenn der Tscheche „Svuik svemu" denkt oder schreibt, so denkt er in erster Linie dabei, wie er dem Deutschen damit Abbruch tun kann, und alles, was er überhaupt unter dem Gesichtswinkel „Wie werde ich gröber und mächtiger" unternimmt, geschieht mit Willen und Ziel, das Deutschtum zu schwächen und zu verkleinern. Wenn man diese sozusagen mit der Muttermilch eingesogene Denkart des Tschechen erst einmal ersaßt hat, so gewinnt man mit einem Schlage das psychologische Verständnis für das Eesamtverhalten der Tschechen den Deutschen gegenüber.
Der Begründer der tschecho-slowakischen Republik. der jetzige Präsident Masaryk, nennt in seinem Buche „Die Weltrevolution" den Tschechenstamm „ein Splittervolk, das überall wenig bekannt war." Mit dieser Feststellung rührt er wohl unzweiselhaft an der wundesten Stelle seiner rund sechs Millionen Landsleute. Wie eine Sandbank liegt das Völkchen zwischen dem polnisch-russischen Meere und dem deutschen Ozeane. Nach Osten ist ihm die Anreicherung versperrt, einmal wehrt der starke Nationalismus der Polen jeder Ausdehnung, und zum andern ist kulturell dort nichts Nennenswertes zu holen. Die gesamten, kulturellen Beziehungen gehen vielmehr nach Westen, leiten zu den Deutschen, die de: Tscheche eben deshalb haßt, weil er von ihre: Kultur bis ins Mark hinein abhängig ist. Da aber das deutsche Volkstum nicht die nationale Geschlossenheit und Widerstandskraft der Slawen oder Romanen aufweist, glaubt der Tscheche sich auf Kosten der Deutschen ausdehncn und vergrößern zu können. Mangels unzweifelhafter historischer Rechte mußten Hypothesen, Fälschungen und Gewalttätigkeiten herbalten, um das von den nationalen Fanatikern beispiellos emvor- gestcigerte Selbstbewußtsein der Tschechen zu stützen und den politisch schwerfälligen Landesnachbar zu schädigen. Nur einige aus der Fülle von Beispielen hierfür zum Beweise! 'Bekämkt""ist"'die sogenannte Königinhofer Handschrift', auf die sich bis in die neueste Zeit alle tschechischen Ansprüche stützen und die längst als grobe Fälschung nachgewiesen ist. Ihr Inhalt wurde zum Teil nahezu wörtlich einem Werke des Dio Cassius „entlehnt". — Bereits im 16. Jahrhundert trat ein Tscheche mit der Behauptung auf, der griechische Lyriker Anakreon sei — ein Tscheche gewesen! Noch weiter ging der tschechische Klassiker Kollar (1793—1853), der sich zu der Behauptung ausschwang, die römische Kultur sei slawischen Ursprungs, und in den Urzeiten sei die Erde von den Tschechen kultiviert worden. — Daß die Deutschen nichts Hervorragendes leisten, ist den Tschechen Elaubensaxiom, dem entgcgenstehende Tatsachen werden einfach umgebogen: Thomas a Kemvis, Gluck, Gutenberg, Luther, Weber, Lessing, Mozart, sogar Goethe und Bismarck werden tschechischer Ab
Briefkaften der Schriftleitung.
Z. W. Der § 31 des Reichsverforgungs-- gesetzes lautet im Auszüge: „Ist die durch Dienstbeschädigung verursachte Gesundheitsstörung so schwer, daß sie dauerndes Krankenlager oder außergewöhnliche Pflege erfordert, so ist die Pflegezulage je nach Lage, des Falles auf 576 AM. oder aus 720 AM. icchr- lich zu erhöhen. Mr zustehende lausende Dersorgungsgebührnisse, die der Entwertung wegen nicht zur Auszahlung gekommen sind, kann Ihnen bei vorliegendem Bedürfnis durch das Versorgungsamt auf Antrag eine Unterstützung gewährt werden.
Nr. 999. Auf Grund der Neuregelung der preutzischen Hauszinssteuer vom 1- Juli 1926 werden von dieser Steuer sre,gestellt dieieni- gen Mieter, die zusammen mit den ihren Haushalt teilenden Familienangehörigen cmen Arbeitslohn oder ein sonstiges Einkommen von nicht mehr als 1200 JA beziehen. Sind neben dem Mieter und feiner Ehefrau ande^ Familienmitglieder vorhanden, so erhöht sich die steuerfreie Grenze von 1200 JA für iede» dickser Familienangehörigen um weitere 100 JA. Es bleiben ferner befreit: Sozialrentner, Kleinrentner, Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene, die eine öffentliche Unterstützung oder Zufatzrente erhalten, ferner Er- werbslofe und schließlich andere bedürftige Personen, namentlich kinderreiche Familien.
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Kassel. Mit dem Frühzug von Kassel nach Waldkappel fuhr gestern ein Ehepaar mit zwei größeren und einem kleineren Kinde. Zn Eschenstruth stieg die Familie aus und ließ ausgerechnet das kleinste Kind von zwei Zähren im Zuge sitzen. Die übrigen Insassen des Abteils nahmen sich des Kindes an und gaben es auf der Station Fürstenhagen ab.
Saalburg. Ein ungleiches Paar schloß auf dem hiesigen Standesamt den Bund fürs Leben. Der Ehemann zählt 22, die „junge Frau dagegen 63 Jahre. .
Hachenburg. Dem verdienstvollen Eau- Oberturnwart Münch ging vom Preumschen Minister für Volkswoblfabrt folgendes Schreiben zu: „Ich freue mich, Ihnen für -obre selbstlose und erfolgreiche Arbeit auf dem Gebiete der Jugendpflege meine Anerkennung aussprechen zu können. Als äußeres Zeichen meines Dankes lasse ich Ihnen die beiliegende Plakette zugehen. Berlin, den 27. Juli 1926. Der preußische Minister für Volkswohlfahrt.' Die wundervoll in Bronze ausgeführte Plakette tragt auf der Vorderseite ein Relief als Sinnbild der Jugendarbeit, die Rückseite enthält außer dem preußischen Adler folgende Inschrift: „mir deutsche Kraft in Sand und Herz. Preußisches Ministerium für Volkswohlfahrt."
Neunkirchen. Bei einer Bruckenreparatur ereignete sich gestern ein schweres Unglück. Ein Gerüst stürzte plötzlich zusammen, die Brücke mit umreißend. Ein Schlossermeister war auf der Stelle tot, während seine beiden Lehrlinge schwere Verletzungen erlitten.
Schmalkalden. Bei strahlendem Sorn- mcrwetter begann das JahreSfest des Hessen- Kasselschen Hauptvereins der Gustav Adols- Stiftung in Schmalkalden. Am Vorabend wurde das Fest durch Posaunenschall vom Turm der Stadtkirche St. Georg mit den Klängen des Luthcrliedes eingeleitet. Sonntag früh fang die Kurrende in ihrer althergebrachten Tracht in den Straßen und auf den Plätzen der Stadt. Im Jugendgottesdienst predigte Pfarrer Oehlert aus Rinteln. Im Anschluß daran versammelte sich eine große Gemeinde auf dem Lutherplatz. Boni Altar des Lutherhanses hielt Pfarrer Wolfs aus Kassel eine Ansprache, in der er des Siegeszuges Gustav Adols gedachte. Hierauf gings in'feierlichem Zuge unter Vorantritt einer Anzahl von Geistlichen int Ornat in die Stadtkirche zum Festgottesdienst, die durch die Darbietungen des Lutherischen Kirchen- chores unter der Leitung von Musikdirektor Leipold verschönt wurde. Die Liturgie übernahm Superintendent Weinrich aus Schmalkalden, die Festpredigt wurde von Pfarrer Michaelis aus Weimar gehalten. Landespfarrer D. Fuchs aus Kassel grüßte _ bte Festgemeinde. Er gedachte der Liebestätig- feit des „Gustav Adolf-Vereins" und ließ seine Rede gipfeln in dem Bekenntnis der Hoffnung und Bruderliebe. Im folgenden Kiudergottesdienst sprach Pfarrer Koch aus Niederstein zu Schmalkaldens Kindern. Nachmittags veranstaltete der Evangelische Kirchenchor Schmalkalden unter Mitwirkung von Frau Reg.-Oberrentmeister Korell- Schmalkalden, Herrn C. Wenzel-Schmalkalden, Konzertsänger Mar Barde-Ersurt und Prof. Wilhelm Rinkens in Eisenach ein Festkonzert. Es wurden Szenen aus dem Oratorium „Gustav Adolf" von Max Bruch außerdem Choräle und Chöre von Bach, Händel, Bruckner, Mendelssohn-Bartholdy und Max GulbinS zum Vortrag gebracht.
Mainz. Der in Mainz ansässige und als Kanzelredner weit über die Stadt hinaus geschätzte Pfarrer Dr. Neuendorfer ist. dem „Mainzer Anzeiger" zufolge in den Schweizer Bergen tödlich verunglückt. .
Worms. In dem benachbarten Ibersheim wurde der Arbeiter 5ront der bereits seit längerer Zeit arbeitslos ist und eine größere Familie zu ernähren bat, aus diesen Gründen plötzlich irrsinnig. Er wurde nach Alzey in die Irrenanstalt verbracht.
Eimosheim. Eine bei dem hiesigen Lehrer weilende Verwandte fiel, als sie gestern in den Keller gehen wollten, die Treppe hinunter, was den sofortigen Tod zur Folge hatte.
Siegen. Ein von Königswinter kommendes und mit zwei Personen besetztes Motorrad raste bei Siegburg gegen einen Baurn. Führer und Begleitperson wurden auf der Stelle getötet.
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X Der Privatdozent für Geschichte der The» ologie und Religionsphilosovhie an der Universität Halle Lic. theol. Friedrich Wilhelm Schmidt ist zum nichtbeamteten außerordent lichen Professor ebenda ernannt worden. Schmidt ist 1892 zu Bern (Schweiz) geboren und studierte u. a. auch in Marburg.
X Die Privatdozenten in der medizinischen Fakultät der Universität Berlin Dr. med. Franz Walther Kobra! (Obren- Nasen- und Kehlkovfheilkunde), Dr. Alned Wolff- Eisner (Innere Medizin), Dr. Ernst Mos. ler (Innere Medizin), Dr. Ludwig Salber- st a e d t e r (Dermatologie und Strahlenbehandlung) Dr. Samuel Z o n d ek (Pharmaka, legte und Innere Medizin), Dr. Bernhard Zondek (Geburtshilfe und Gynäkologie) und Dr. Hans Opitz (Kinderheilkunde) sind zum nichtbeamteten außerordentlichen Professoren ebenda ernannt worden.
X Die Privadozenten in der medizinischen Fakultät der Universität FrankfurtaM. Sanitätsrat Dr. Wilhelm Hanauer (Soziale Medizin), Dr. Richard Koch (Geschichte der Medizin) und Dr. Karl Scheele (Chirurgie) sind zu nichtbeamteten außeror- denilichen Professoren ebenda ernannt worden.
X Der Privatdozent für Hautkrankheiten an der Universität Köln Dr. med. Heinrich Fischer, Oberarzt an der Hautklinik Koln- Lindenburg. ist zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ebenda ernannt worden.
X Die Privatdozenten an der Universität Göttingen: in der medizinischen Fakultät Dr. Hans Handovsky (Pharmakologie) und in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät Divl.-Jng. Dr. Albert Betz (angewandte Mechanik) und Dr. Otto Oldenberg (Physik sind zu nichtbeamteten außerordentlichen Professoren ernannt worden.
X Die Privatdozenten in der medizinischen Fakultät der Universität Greifswald Dr. Karl Reschke (Chirurgie), Dr. Wilhelm Pfuhl (Anatomie) und Dr. Fritz W r e d e (Physiologie) sind zu nichtbeamteten außerordentlichen Professoren ernannt worden.
X Die Dozenten an der medizinischen Akademie in Düsseldorf Dr. Karl Ludwig Robde (Chirurgie) und Dr. Hans Theodor Schreus (Dermatologie^ Syvhilidologie und Röntgenkunde) sind zu nichtbeamteten Professoren ernannt worden.
X In Friedrichshafen ist am 14. August der Chefarzt der chirurgischen Abteilung des Karl- Olga-Krankenhauses in Stuttgart Prof. Dr. med. Franz v. Hofmeister un Alter von 59 Jahren gestorben.
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Für den Kleingärtner.
Falsch ist: Das Ungeziefer erst dann zu der- tilgen, wenn es die Pflanzen schon halb ge- fressen hat. Ansenker von solchen Pflanzen zu machen, die schlechte Ernte geben. Nur von allerbesten Pflanzen sollte man neue Pflanzen ziehen. — Bäume, die keine Früchte tragen# Zu jauchen, da sie sonst nur in Holz und in die Blätter treiben. — Die Pflanzen garmchtoder mit kaltem Brunnenwasser zu gießen. Nichts schadet den Pflanzen mehr als starker Mchsel der Bodentemperaturen, die durch eisigkaltes Wasser nach heißer Sonne plötzlich sinkt. — Trockene Beete zu bepflanzen. Man soll bis zu 24 Stunden vorher das Beet angießen. — Dürre Aeste an Obstbäumen zu lassen. Ost sind Pilze die Ursache der Dürre; sie bilden Sporen, die durch den Wind auf den ganzen Baum, ja sogar auf Nachbarbäume übertragen werden können. — Nur die Kohlraupen zu lam- mein. An der Unterseite der Blätter sind die gelben Eierhäutchen, die unzählige Raupen ww- der bilden. — Schwache oder garmcht wachsende Pflanzen der Kohlarten stehen zu lassen. Ost sind sie von der Kvhlhernis befallen und ver- seuchen das Land.
tschechischen Fußballer ganz unverblümt schreiben, „daß sie sich nicht als Zivilisierte benehmen können".
Wird mit den genannten Beispielen der Ehrgeiz und das ins Groteske hinaufgesteigerte Selbstbewußtsein der Tschechen grell beleuchtet, so geben die seit Jahrzehnten gepflogenen und in der heutigen Zeit unverdienter Machtentfaltung ins Uferlose schwellenden Reden, Schriften und Handlungen den traurigen Beweis eines unausrottbaren Deutschenhaßes. Der während des Krieges offen und heimlich betriebene Lebensmittelboykott gegen die Deutschen Oesterreichs hat besonders den deutschen Gebirgsbewohnern im böhmischen Erzgebirge, im Böhmerwald und in den Sudeten unsagbares Elend und beispiellose Hungerzeiten gehrachi. Während auch den ärmsten Tschechen eine immer noch leidliche Nahrung zukam, weiß ich von deutschen Gebirglern, die Gras kochten und Wurzeln aßen- — Nicht ohne Ursache war die Sterblichkeit gerade in den deutschen Teilen Böhmens, Mährens und Schlesiens in den letzten Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren so erschreckend hoch im Vergleich zu den tschechischen Gebieten. Noch im vergangenen Jahre war in Prag in allen Straßenecken ein Aufruf angeschlagen „Die zehn Gebote des tschechischen Volkes", in dem es unter nachdrücklichen Hinweis auf den Grundsatz „Jeder zu den Seinen" heißt: Vermeidet die deutsche Art des Denkens, der Benennungen und der Bezeichnungen, löscht die Spuren der deutschen Kultur aus eurem Leben, eurer Häuslichkeit, eurer Wohnung, euren Unterhaltungen! Leset keine deutschen llnterhaltungszeitungen und Bücher, vollendet eure Studien auf Grundlage französischer und englischer Lehrbücher, emaniziviert euch aus der Atmosphäre der deutschen Wissenschaft und der deutschen Kunst!" Wenn man weiß, daß die Tschechen von ihren slawischen Brüdern als „slawischsprechende Deutsche" bezeichnet werden, hat man zwar einen Anhalt dafür, wie aussichtslos derartige Versuche sind, von dem deutschen Kern der eigenen Kultur loszukommen, aber erschrecklich und betrübend bleibt doch immer noch die Erkenntnis einer derartigen Hatzgesinnung, die den feierlich gepriesenen Frieden Europas ständig bedroht.
Obwohl die Tschechen in den deutschen Kulturkreis nach Lage und Historie geradezu un- löshar verschlungen sind, wäre gegen ihre kulturelle und nationale Emanzipation an sich nichts einzuwenden, wenn sie auch tatsächlich wirtschaftlich unabhängig bestehen könnten. Da sie dazu aber nicht imstande sind, versuchen sie eine gewaltsame Sprengung der deutschen geographischen Umklammerung von Nord und Süd und dreiundeinhalb Millionen Deutsche, die ihnen ausgeliefert wurden, sprachlich und national zu vernichten, indem sie ihren Völkerstaat in einen tschechischen Nationalstaat um- vreßen wollen. Zwar regen sich selbst bei ihnen schüchtern und vereinzelt schon leise Zweifel an der Möglichkeit, dieses Ziel zu verwirklichen, und so ist es im Angesichte unaufhörlicher Gewalttaten gegen das Sudetendeutschtum und die deutsche Sprache vielleicht doch nicht ganz unangebracht, anzuführen, was ihr Präsident Masaryk einmal sprach, der auf dem Friedenskongreß feierlich sich verpflichtet, die Rechte der Siaatsminderbeiten nicht anzutasten: „Ich halte den Raub an der Sprache für eine Barbarei des geistlosen Materialismus und des politischen Mechanismus. Nicht durch Gewalt, sondern friedlich, nicht durch das Schwert, sondern durch den Pflug; nicht durch Blut, sondern durch Arbeit; nicht durch den Tod, sondern durch das Leben zum Leben. Dies ist die Rede des tschechischen Genius."
Er mutz noch sehr wachsen und kräftig werden, der tschechische Genius! Wir haben auch seinen leichten Flügelschlag noch nicht verspürt, und wir lauschen und warten schon sieben Jahre lang . . .
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Alls dkk llMSWlid
Aus der Rabenau. Dieser Tage fand die erste und sehr stark besuchte Hauptversammlung des neu gegründeten Reit- und Fahrvereins Grünberg und Umgegend statt. Den Vorsitz führte Dr. Setzer (Grünberg) und betonte in seiner Einleitungsrede das Bestreben des Vereins. Lust und Liebe bei den Iung- bauern für die Pferde anzuregen und Verständnis für Pflege und Raffe zu wecken. Die Zahl der Mitglieder ist so stark, daß in mehreren Abteilungen geritten werden mutz, außerdem wurden in Mücke und Niederohmen Zweigstellen eingerichtet.
Kirchhain. Am nächsten Dienstag, den 24. d. Mts., ist hier wieder Rindvieh- und Schweinemarkt vorgesehen.
Crumbach. Im Schatten des mächtigen Nußbaumes auf dem Pfarrhofe fand am Sonntag bei herrlichem Wetter unser diesjähriges Missionsfest statt. Eine große Festgemeinde hatte sich zusammengeiunden, um ben Ansprachen der verschiedenen Redner ru lauschen. Es war das letzte Missionsfest, das Herr Pfarrer W. A. Schmidt mit dem Kirchenvorstande in Erumbach-Frankenberg vorbereitet hatte. Im Interesse der leichteren Ausbildung seiner Kinder bat er die Wahl der Kirchengemeinde Okriftel, Kr. Höchst a. M., angenommen und wird im Laufe des September nach Südnassau übersiedeln. So lag über diesem Feste schon etwas wie Abschiedsstimmung.