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Oberhesfisch« Zeitung, Marburg a. L. Montag, 2. August 1926

Leite 3

ArbeilSbeickaftungspllblem In MAM

Von A. Heinrichsbauer-Esten.

Die deutsche Erwerbslosenrifier ist ein Sym­bol für den Kriegsverlust. Die Arbeitskräfte, die vor dem Kriege direkt oder indirekt für aitlitärische Zwecke, für den Bedarf der Ko­lonien usw. arbeiten konnten und die ibre regelmäßige Beschäftigung hatten wegen des ^nehmenden Wohlstandes Deutschlands und wesen der Ausgeglichenheit des deutschen Wirtschaftsgebietes, finden letzt eine Beschäfti­gung nicht mehr. Da mit einer grundlegenden Wenderung des Friedensvertrages in abseh­barer Zeit nicht zu rechnen ist, ergibt sich schon aus diesem Umstand, daß mit der Arbeitslosig­keit als einem lange dauernden Zustand ge­rechnet werden muh. Diese Vermutung wird auch durch die zahlenmäßige Entwicklung ge­stutzt. Denn die Zahl der Arbeitslosen bat sich ,,i den 3 Monaten vom 15. November 1925 bis 15. Februar 1926 mehr als vervierfacht,' sie ist in Deutschland stärker als irgend einem an­deren Lande der Welt, und sie ist ungefähr drei mal so stark wie die Arbeitslosigkeit im stärk­sten Kriseniabr der deutschen Vorkriegszeit. Alles das sind Momente, die deutlich genug für die Schärfe und für die Dauer des Krisen­zustandes sprechen. Ebenfalls deutet darauf hin, dab die Arbeitslosigkeit in den letzten Mo­naten nur unwesentlich * zurückgegangen ist, trotzdem für manche Gewerbe (z. B. Landwirt- sckMt, Baugewerbe usw.) Saisonbetrieb herrscht, trotzdem der Umfang der gewerblichen Produktion vielerorts nicht unwesentlich ge­stiegen ist, trotzdem manche günstige Zufalls­erscheinungen (z. B. englischer Bcrgarbeiter- streik) manchen Gewerben eine ausnehmend günstige Beschäftigungsmöglichkeit gegeben haben muh. Es ist auch in Zukunft damit zu rechnen, dah ein relativ «roher Umsatz mit einer relativ geringen Anzahl von Beschäftigten erledigt wird. Daraus ergibt sich, dah eine Erleichte­rung spürbaren Umfanges auf dem Arbeitsmarkt erst dann auftreten wird, wenn die Ecburtenausfälle infolge des Krieges auf dem Arbeitsmarkt in Erscheinung treten; das wird aber erst um das Jahr 1930 herum der Fall sein. Der einzige einigermaßen versöhnlich stimmende Umstand liegt darin, dah nicht immer dieselben Personen die Last der Erwerbslosigkeit zu tra­gen haben. Von den Hauptunterstützungs- empfängern, die Mitte Dezember 1925 arbeits­los waren, waren Mitte dieses Jahres nur noch rund 25 Prozent in Erwerbslosenfürsorge. Diese Ziffer zeigt, dah es den meisten Erwerbs­losen möglich ist, neue Arbeit zu bekommen; ein gewisser Ausgleich und eine gewisse Ver­teilung des Risikos auf sämtliche arbeit­leistende Personen ist also vorhanden.

Das Problem der Erwerbslosenfürsorge ist bisher fast ausschliehlich vom sogenannten so­zialen Gesichtspunkt aus betrachtet fnb ange- fabt worden,.anstatt vom produktiv-wirtschaft­lichen. Die Erwerbslosenfürsorge trug in der ganzen Nachkriegszeit den Charakter einer ausgesprochenen Wobl- fahrtsunterstützung, die auf Grund desRechts auf Existenz ohne Gewährung von Gegenleistung gegeben und hingenommen wur­de. ohne dah sich lange. Zeit hindurch jemand Gedanken gemacht hätte über die moralisch ver­heerende Art einer derartigenRegelung" der Erwerbslosenfürsorge. Wo Arbeit als Eegen- leiftung gefordert wurde, geschah das viel zu häufig ohne Rücksicht auf den Grad der Ar­beitsintensität, auf die Höhe der Kosten, auf die Notwendigkeit der Arbeiten usw. Beinahe noch schlimmer war die Methode der Sub­ventionierung , schwach gewordener Unter­nehmungen, die stets damitbegründet" wurde, dab durch die Wetterführung auch unrentabler Betriebe neue Belastungen des Arbeitsmark­tes vermieden würden. Dabei bedachte man nicht, dah den gut geleiteten und rentablen Betrieben Kapital entzogen wurde und zu Gunsten schlecht geleitet oder unrettbler Unter­nehmungen, ein Moment, das auch an sich gut fundierte Werke aus der sich daraus ergeben­den Belastung in Schwierigkeiten brachte, so dah eine Erleichterung des Arbeftsmarktes durch diese Methode in Wirklichkeit nicht zu verzeichnen war.

Nach den Ankündigungen des Reichsarbeits­ministers und des Reichswirtschaffsministers scheint es nun so, als ob das Problem der Er­werbslosenfürsorge in Zukunft unter anderen als den bisherigen Gesichtspunkten angefaht werden sollte. Aber auch jetzt ist die Gefahr noch nicht beseitigt, dah auch künftig wieder Arbeiten ohne Rücksicht auf ihre wirtschaftliche Produktivität ausgeführt werden, nur damit ks scheint, als ob etwas geschähe. Eine solche Einstellung ist grundfalsch. Es dürfen in Zu­kunft vielmehr nur Arbeiten unternommen und vollendet werden, die auf keinen Fallden Charakter der berüchtigten soge­nanntenNotstandsarbeiten" tra­gen. die vielmehr in ihren Erträgnissen über kurz oder lang sich bezahlt machen oder ium mindestens die in sie gesteckten Auf­wendungen verzinsen. Nur solche Arbeiten sind e- wert, dah in sie Kapital investiert wird, das sm heutigen Deutschland in so weitgehendem Maße fehlt. Arbeit dieser Art gibt es genug. Cs jei, nur erinnert an die Erneuerung und Ausgestaltung des Verkehrswesens, der Eisen­bahnen und Kanalbauten, der Licht- und Kraftveriorgung usw. Gerade die Inangriff­nahme dieser Arbeiten ist auch deswegen wün- ichenswert und nmöglich, weil es sich vielfach um solche Arbeiten bandelt, deren Inangriff­nahme über kurz oder lang doch erfolgen muh. Cs käme also nur darauf an, Arbeiten, die eines Tages doch ausgeführt werden müssen, Gewissermaßen vorweg zu nehmen und sie in ®>e Zeit schärferer Arbeitslosigkeit zusammen- iudrängen, um auf diese Weise wenigstens eine Gewisse Entlastung des Arbeitsmarktes solange iu erreichen, bis dieser von selbst wieder ein Normales Aussehen gewinnt.

Auherordentlich wichtig ist die F r a g e der Finanzierung- Den Weg der Aus­schreibung neuer Steuern sollte man grundsätz­lich vermeiden. Wenn de. Staat mit höheren Steuern derartige Arbeiten finanziert, bann erfolgt keine Schaffung zusätzlicher Arbeits­leistung durch Aufbringung echten neuen Kapi- kals, sondern es erfolgen nur Ausgabever­schiebungen; was auf der einen Seite mehr verbraucht wird, muh auf der anderen Seite entsprechend weniger verwandt werden. Die­ser Weg führt also nicht »um Ziel.

Es verbleibt vielmehr nur die Methode der Aufbringung von Kapital, ohne dah aller­dings dabei eine Schädigung bezw. Beschnei­dung bereits vorhandener Produktionsmöglich­kelten erfolgen darf. Allerdings sind die hier in Betracht kommenden Beträge ziemlich hoch. Von sachverständiger Seite ist der gesamte Kapitalbedarf zur Durchführung des Programms des Reichsarbeitsministers auf beinabe 5 Milliarden Mark ver­anschlagt worden; allein die grundlegende In­standsetzung und Erneuerung des deutschen Straßennetzes würde rund 2 Milliarden Mark kosten. Ein Teil der in Betracht kommenden Arbeiten konnte finanziert werden mit Hilfe bereits vorhandener Steuern; es sei z. B. erinnert an den Wohnungsbau, der doch gröh- tenteils durch die Hauszinssteuer getragen wirb. Für ben noch verbleibenben großen Rest mußte allerdings ber offene Kapitalmarkt in Anspruch genommen werben. Wenn bas in Deutschlanb geschieht, wäre eine Benachteili­gung bes vrobuktiv arbeiienben Teiles ber beutschen Wirtschaft unausbleiblich. Je mehr ber Umfang bet beutschen Probuktion zunimmt, in desto stärkerem Mähe wird die Wirtschaft genötigt sein, sich zur Beschaffung der Mittel an den Kapitalmarkt zu wenden; wenn dieser aber schon durch Ansprüche der produktiven Er- werbslosenfürsorge belastet wird, dann wird die für die eigentliche Produktion notwendige Kavitalmenge entsprechend verkürzt. Auf der einen Seite würde also Arbeitslosigkeit be­hoben, auf der anderen Seite dagegen neue er­zeugt. Angesichts dieses Sachverhaltes wäre es zweckmähig, das Ausland zur Kapi­talbeschaffung mit heranzuziehen. Dieser Weg hat nicht mehr die früher zweifel­los vorhanden gewesenen Bedenken aufzuwei­fen. Denn die vom Ausland verlangte Ver­zinsung ist geringer geworden. Außerdem könnte es nichts schaden, wenn auf diesem Wege über eine Ausländsanleihe auch weiteren Kreisen außerhalb Deutschlands bekannt wür­de, wie stark bei uns die Arbeitslosigkeit ist, die nicht zuletzt durch die Revarationsverpflich- tungen entstanden bezw. aufrechterhalten wird.

Turnhallenweihe in Dreihausen.

Schon am Sonnabendabend wirkte sich die Freude des Turn - Vereins und der Gemeinde Dreihausen über die Vollendung des Turnhallenbaues in erhebender Werse aus. Nach der Schlüsselübergabe am Portal der Halle füllte sich der schöne, geräumige Saal und die Galerie im Nu mit einer freudig bewegten Festgemeinde, und nachdem die Mar­burger Turner und Turnerinnen mit gast­freundlichem Gepränge vom Bahnhof abge­holt waren, begann die Einleitung der Fest' tage mit einer Abendfeier in der Turnhalle, die unterdessen die Menge der Zuströmenden kaum zu fassen vermochte. Der Vorsitzende des Turnvereins Dreihausen, Turner Kraul, begrüßte mit herzlichen Worten die Festver­sammlung und gab einen Rückblick auf die Entwicklung des 19011 gegründeten Vereins und insbesondere auf die Baugeschichte der neuen Halle; als im Jahre 1920 der Verein obdachlos geworden war, entstand der Entschluß, ein eigenes Heim erstehen zu lassen, und trotz man­cher Sorge und Mühe aus den allgemeinen und lokalen Verhältnissen konnte der Entschluß durch die Tat gekrönt werden. In sinniger Weise wurde der im Weltkrieg gefallenen acht Tur­ner gedacht; stehend und unter Musikbegleitung fang die Versammlung tn andächtiger Haltung das Lied vom guten Kameraden. Die Ehren­damen, an ihrer Spitze als Sprecherin Frl. Mathilde Nickel, überreichten als Festgabe an den Verein vier weiß-rote Schärpen mit einem mächtigen Elchenkranz, und Ambrosius Sttitz, ein Gründer des Vereins, stiftete eine Fahne als Schmuck auf die neue Halle. Flott und abwechslungsreich zeigte nun die Werberiege der Turner und dieDamenriege des Turn- und Sportvereins 1860 Marburg verschiedene Zweige des deutschen Turnens in ausgezeichne­ter Darstellung; Frei- und Keulenübungen un­ter Sdtung von O. Heuser, die Hebungen an Barren, Pferd und Reck unter Leitung von O. Textor fanden wohlverdienten, stürmischen Beifall. Zwischendurch fang der Gesangverein einige schöne Lieder, insbesondere Volkslieder, die veretnseigene Kapelle des Turnvereins er­höhte den Schwung her Veranstaltung durch flotte Marschvorträge, und die Festversamm­lung bezeugte ihr Gemeinschaftsgefühl durch einige gemeinsame Turnerlieder. Bezirksver­treter Dr. Drücke-Kirchham beglückwünschte in markigen Worten den Verein zu feiner neuen Turnhalle und gab in längerer Rede einen Heberblick über die Geschichte der Leibesübungen vom Altertum bis auf unsere Zeit; seinGut Heil" galt-ber deutsch«! Turnerschaft und dem Baterlande . Nur zu rasch verflogen die schö- ,nen Stunden, und nur ganz allmählich leerte sich die Turnhalle von ihrer ersten festlichen Veranstaltung.

Sonntag vormittag 7 Hhr durchzog die Musik die Ottsstraßen, um die Schläfer zum Hauptfesttag zu wecken. Gegen 10 Hhr wur­den die Turner des 1. Bezirkes vom Bahnhof der Kreisbahn festlich empfangen und unter Boran tritt der Musik äum Kampfplatz für ihr

volkstümliches Wettturnen geleitet. Vom Gau- vorstand waren Gauoberturnwatt Wilh. Will- Gießen und Gaupmsttvart Rektor Bach- Grohcn-Linden erschienen.

Nach Ankunft des Extrazuges begann sofort unter Leitung des Bezirksturnwartes Gaß- mann-Marburg die Kampfrichtersitzung. Nach Erledigung dieser Tättgkeit begann der Wett­kampf, der fast 400 Turner an die Arbeit brachte. Manche schöne Stiftung wurde hier ^vollbracht, aber leider traten auch verschiedene Unfälle dabei em, sodaß die sanitäre Ein- ttchtung ihren Zweck nicht Verfehlte. Gegen 2 Uhr hatte der Wettkampf fein Ende und der Festzug konnte feine Aufstellung finden. Zahlreiche Ehrengäste hatten sich tingefunden, ünb Ehrenwagen fuhren sie an der Spitze des Festzuges. Auf dem Festplatz angekom­men, hielt Rektor Bach-Großen-Linden im Na­men des Gaues die WeiherÄe, die von echtem deutschen Turnerqtist belebt war. Den Dank erstattete der Vorsitzende des Turnvereins Kraul. Sodann nahm Herr Landrat Schwebet das Wort . Er mahnte besonders an die Einig­keit tn den Otten und hat, alle polittsschen Ziele bet allen Veranstaltungen aus dem Wege zu lassen . Der Gesangverein Dreihausen be­schloß hierauf mit, einem herrlichen Vortrag die Etnweihungsfeierlichkeit und der turne­rische Teil konnte feinen Fortgang nehmen. Nach den allgemeinen Freiübungen folgten die Einzelkämpfe und manche schöne Leistung wurde hier gezeigt. (Stegen- 7 Uhr fand die Preisverteilung statt. Heber das Ergebnis be­richten wir in der nächsten Nummer. G.

% Born Arbeiter Turn- und Sport. x

Männer-Turn-Verein Marburg weilte mit feiner ersten Jugend-Mannschaft in Wetzlar zum Verbandsspiel. Punkt 10 Ubr gab der Schiedsrichter das Leder frei. Marburg hatte Anstoß und brachte den Ball vor des Gegners Tor. und wurde durch einen Nachstoß vom Mittelstürmer verwandelt. Nach Wetzlars Mittelanstoß kommt Marburgs Tor 'mehrmals in Gefahr. Wetzlar konnte aber den Ausgleich nicht erzielen. In der 20. Min. machte Mar­burgs Mittelläufer im Strafraum Hand. Der Elfmeter wurde vom Marburger Torwart meisterhaft abgemebrt, dieser schickte hen Ball ins Spielfeld zurück, worauf Marburgs Halb­linke durch einen Alleingang das 2. Tor für seine Farben buchte. Wetzlar versucht aber­mals aufzuholen und konnte bis zur Halbzeit einen Erfolg erzielen. Mit dem Stande,2:1 für Marburg wurden die Seiten gewechselt. Nach dem Wechsel ist auf beiden Seiten ein offenes Spiel. Marburg konnte durch seinen Halblinken nochmals einsenden, worauf Wetz, lar versuchte, mit dem Endsvort auszugleichen, was ihnen aber nicht gelang. Mit dem Stan­de 3:2 für Marburg trennten sich mit einem kräftigen Frei Heil beide Mannschaften.

Marburg 2. Wetzlar 2. (1:4) (0:2)

Marburgs 2. weilte mit Ersatz in Wetzlar, mußte sich aber eine Niederlage von 4:1 ge­fallen lassen, durch unfaires Spiel der Gegner. Marburg war technisch, die bessere aber kör­perlich im Nachteil. 4 Spieler mußten durch Verletzungen das Spielfeld verlassen, da sie mit 7 Mann das Spiel nicht mehr zu Ende führen konnte, pfiff der Schiedsrichter ab.

Marburg 1. Gießen 1. (1:9 (12)

Die 1. Mannschaft weilte zum Gesellschafts­spiel in Gießen, mußte sich aber der hohen Niederlage beugen, da Gießen die besiere Mannschaft ist. Marburgs 2tu6enjturm_ ver­sagte, konnte aber durch seinen Mittelstürmer und Halblinken, welche auf der Höhe waren, in den ersten 10. Min. in Führung geben. In der Verteidigung, sowie bet den Außen­läufern wurden große Fehler gegangen. Mittelläufer verließ nach Halbzeit das Spiel­feld ganz. Marburgs Torhüter zeigte gute Sachen. Ihm kann man keine Schuld der hoben Niederlage geben. H. Er.

Hochschulenfahrt 1926 des akademischen Motorsportklub München (DTC.)

7. bis 17. August 1926.

Der A.M.C. veranstaltet mit Hnterffützung des Deutschen Touring Clubs eine Wieder­holung seiner im vorigen Jahre erstmals mit Erfolg unternommenen Veranstaltung als zweite Hochschulenfahrt. Zngelafsen find Akademiker und deren Angehörige, gleich­viel ob sie einem Verbände angeschlossen sind oder nicht: von Motorfahrzeugen sind alle Arten zugelassen. Fahrzeuge, die die Fahrt vollenden, erhalten die künstlerisch ausgeführte A.M.C. Alpenfahrt-Plakette zu­erkannt. Nennungen sind bis Dienstag, 3. August, an das Sportbüro des A.M.C. zu Händen des Dipl.-Jng. Karl Kuchtner, München, Kaulbachstraße 63 (Fernsprecher 34938), zu richten. Ein Nenngeld wird nicht erhoben.. Ausschreibungen mit Nen­nungsbogen liegen an jeder deutschen Hochs chule auf.

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ticWtaffau und Nachbargebiete

Gersfeld. Bei einem Flug auf der Wassersuppe stürzte am Dienstag nachmittag der Student der Technischen Hochschule zu Stuttgart, Adolf Krull, ab und trug sehr schwere Verletzungen davon.

Kundgebung des hessischen Landeskirchentages.

Darmstadt, 30. Juli. Der hessische Lan­deskirchentag hat bei seiner letzten Tagung folgend öffentliche Kundgebung erlassen:Die evangelische Landeskirche in Hessen befindet sich in einer äußerst schwierigen Finanzlage. Die Kirchensteuern haben eine kaum noch trag­bare Höhe erreicht. Aus eigener Kraft kann sich die Kirche nicht mehr helfen. Wir erhe­ben vor der Oefsentlichkeit erneut Beschwerde darüber, daß der hessische Staat feinen ge­schichtlich und rechtlich unbestttttenen Der» Pflichtungen gegen die evangelische Kirche nicht genügend nachgekvmmen ist. Dies ist in den übrigen deutschen Ländern, z. D. in dem uns

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benachbarten Baden, trotz ihrer gewiß auch nicht günstigen Finanzlage geschehen. Kein Staat, der den Anspruch erhebt ein Kultur» ftaat zu sein, darf die Dienste vergessen, die die christlichen Kirchen, und nicht zuletzt die evangelische, auf dem sittlich-religiösen, geistig- kulturellen und sozial-charitativem Gebiete dem Dolksganzen und damit dem Staate von jeher geleistet haben, heute noch leisten und in Zu­kunft leisten müssen."

gWIlllli II

Mmlm

# Heber die Arbeiten an diesem großen Heimatwerke im Jahre 1925 berichtet in den Sitzungsberichten der Preußischen Akademie der Wissenschaften Herr Pros. Dr. Wie de in Marburg: Das Berichtsjahr ging in gleich­mäßiger Arbeit dahin, seitdem die Akademie- und die Provinz ihre vertraglich vereinbarten Zuschüsse wiederausnehmen konnten. Die aus» gesandten Fragebogen und Fragekarten kamen pünktlich und mit reichem Inhalt zurück. Denen, die sie ausgestillt, gebührt Dank und Anerkennung auch für dieses Jahr. Dazu tra­ten mancherlei private Einsendungen, von denen die der Frau Hauvtlehrer Arndt in Eitelborn, der Herren Oberlehrer Canstein tri Laasphe, Mittelschullehrer Kappus in Wies­baden, Konrektor Menges in Wallau, Studien­rat Schneider und Seminaroberlehrer Dr. Quentin in Frankenberg, Lehrer Schäfer in Zimmersrode mit besonderem Dank hier her- ausgehoben seien. Das Buch von B, Mattin Studien zur Dialektgeographie des Fürsten­tums Waldeck und des nördlichen Teils des Kreises Frankenberg" (Deutsche Dialektgeo­graphie XV, Marburg 1925) gab die erfreu­liche Veranlassung, auch das Waldeckerland unserm Wörterbuchbezirk anzugliedern; dor» tige Vorträge des Verfassers unterstützten das und führten uns eine Reihe neuer Mitarbeiter zu. Auch sonst suchten Vorträge im Wörter­buchgebiet alte Beziehungen zu festigen und neue zu gründen. Auf der Wörterbuch­konferenz in Erlangen war auch unser Wörter­buch vertreten. Die innere Arbeit hier in Marburg galt der Einordnung und Ver­arbeitung der neuen Eingänge und fortgesetzter Exzerpiernng gedruckter Literatur. Der Zettel- apparat bat jetzt die Zahl 193 000 überschrit­ten. Vor allem aber konnte Frl. Privat­dozentin Dr. Berthold mit der Ausarbeitung des populären Idiotikons beginnen, und wir erhoffen für das neue Arbeitsjahr die ersten fertigen Druckbogen. Während des ganzen Jahres haben ununterbrochen Frl. Dr. Bert­hold und Frl. Dr. Bretschneider sich in den Dienst des Wörterbuchs gestellt, ebenso an be­stimmten Tagen Herr stud. Schrever, stunden­weiss auch Herr stud. Wenzel und in den letz­ten Wochen Herr sind. Warnecke.

Stundenplan des Frankfurter Rnndsuirkfenders Dienstag, 3. August.

4.30 Ubr: Konzert d. Hausorchesters. 5.45 Uhr; Lesestunde. 615 Uhr: Uebeitrag. von Kassel. 6.45 Uhr: Funkhochschuls. 7.15 Uhr: Italien. Unterricht. 7.45 Uhr: Schach- stunde. 8.15 Hbf Orgelkonzert. 9.15 Uhr: Uebcttrag. von Kassel.

Brieflasten der Schriftleitung.

Pächter. Die Wiedereinsetzung in den vori­gen Stand ist nach einem Rechtsentscheid des Kammergerichts gegen die Versäumung der Berusungsfrist noch zulässig, nachdem der "Dor- sitzende die Berufung rechtskräftig verworfen hat.

Geschäftliche Mitteilung.

Das Sauerwerden der Fleischbrühe während der warmen Jahreszeit macht bet Hausfrau viel Sorge . Sie schützt sich vor Aerger und Verlust, wenn sie tm Sommer die tm Augenblick benötigte Fleischbrühe jeweils aus Maqgi's Fleischbrühwürfel herstellt. Ein Würfel kostet nur 4 Pfennig und ergibt, in 1 /« Liter kochendem Wasser aufgelöst, eine vor­zügliche Fleischbrühe.

Wetterbeobachtungen am 1.-2. August

Höchste Temperatur am 1. August 18,2 Cels.

Niedrigste Temperatur letzte Nacht 9,4 Cels.

Zeit

Barometers!, reduziert auf N. N.

Tempe­ratur

Relative Luft- seuchtigkeil

1. 8. 2 Uhr nachm.

1. 8. 9 llhr nachm.

2. 8. 7 llhr norm.

Franz 8

767,1 mm

767,2 mm

767,2 mm

Mer, Sv

17,2 Cels.

14,3 Cels.

14,1 Cels.

lker, Wi

74'/.

85'/.

90'j,

Mergmie 30

Wetterbericht.

Wettervorhersage bis Dienstag abend: Deine Aenderung.

Verlag von Dr. C. Hihervth. Verantwottlich für die Schriftleitung und den politischen Teil: Dr. Ernst Scheller; für den lokalen und provinziellen Teil:, Wilhelm W ih n er; sämtlich in Warburg. >